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VeC. Ger. ÜL S . ^gTO
7«rM-
V
•^- ^
BM Aedlelite
Oswalds von Wolkenstein.
M i t
Einleitung, Wortbuch und Varianten
*
herausgegeben
von
Beda "Weber«
Innsbruck ^
im Verlage der Wagnerischen Buchhandlung.
1847.
» \N-'V>
^
p 2 1 DEC 195*
OF OXfC;\D
Oft^raldft lieben«
▼^om Geschlecht der Wolkensteiner geschieht im Jahre 1018, wo
Kuno von Yillanders als Zeuge der Stiftung des Klosters Sonnenburg
im Pnsterthale auftritt , die erste Erwähnung. Des letztern Beiname
schreibt sich von den Besitziingen auf dem Sonnenberge von Yillan-
ders, anweit Klausen am Eisack, her. Daselbst blühten mehrere Ge-
schlechtszweige dieses Namens, aus denen für uns die Herren von
Yillanders zu Pradell, und die von Yillanders zu Gravetsch*) beson-
ders wichtig sind. Die erstem erwarben im 13. Jahrhundert die Feste
Trostbarg bei Kollman am linken Ufer des Eisacks , und nannten sich
davon auch Herren von Yillanders zu Trostburg. Aus ihnen ging das
Geschlecht der Wolkensteiner hervor. Ger loch von Yillanders, ein
Zeitgenosse Meinhards des Zweiten , aus der Linie der Herren von
Pradell, war ums Jahr 1173 Richter in Botzen. Er zeugte mit Diemuth
von Gufidaun kräftige S#hne, 'Untier denen Randolf sich vorzüglich
auszeichnete. Er wurde Barggraf auf Sehen im Dienste der Fürst-
bischöfe von Brixen. In den Kriegen des Kaisers Rudolf mit seinem
Nebenbuhler Ottokar, Könige von Böhmen, leistete er als Dienstmann,
des Grafen Meinhard des Zweiten von Tirol so wichtigen Beistand,
dass .er im Jahre 1286 auf dem Reichstage zu Augsburg als Reichs-
ritter feierlich anerkannt wurde. Unter ihm kam 1309 nach langen
Yerhandlungen der Erwerb des Schlosses Wolkenstein, im Hinter-
grunde des Thaies Gröden, für seih Haus zu Stande, das die edlen
Maulrappen , jetzt ein längst ausgestorbenes tirolisches Edelgeschlecht,
0 Pradell und Gravetsch , ursprünjglich Ansitze der Herren von Yil-
landers und Wolkenstein, auf dem Berge Yillanders , jetzt in
Hunden von Bauern.
1 ,
yerdasserten. Zum Danke für sein Lebensglfiek machte er ansehnliche
Stiftungen ins damalige noch junge Kloster Neustift bei Brixen ^ und
erhielt dafür -das Recht des Begräbnisses für sein Geschlecht innerhalb
der Mauern des religiösen Vereins. Sein Sohn Konrad blühte unter
Meinhard des Zweiten Nachfolger, dem Könige Heinrich von Böhmen,
und diente dem letztern -mit Leib und Gut, besonders in seinen un-
glücklichen Versuchen , die Krone von Böhmen zu behaupten , wozu
er als Gemahl einer böhmischen Prinzessin ein Recht hatte , aber den
mächtigeren Luxenburgern weichen musste. Nach dem Tode seines
Vaters im Jahre 1319 trat er in den Besitz einer ansehnlichen Güter-
masse am rechten und linken Eisackufer , vereinigte 1325 di^ Wappen
von Pradell und Wolkenstein, drei blaue Spitzen mit drei Wolken im
doppelten Felde , und nannte sich zuerst von Wolkenstein , während
die übrigen Zweige seines Geschlechtes die Namen von Villanders
oder Trostburg beibehielten. Diese letztern traten, von jetzt an immer
mehr in den Hintergrund, bis sie in der Hitte des 16. Jahrhunderts
ganz ausstarben. Auf dem Schlosse Trostburg sass damals der alte
Ekart von Villanders, ein reicher, im 14. Jahrhundert in allen Lan-
dessachen sehr mächtiger Mann, der als besonderer Liebling der
Margaretha Maultasche bekannt ist. Dieser hatte eine einzige Tochter
Katharina, von gleichzeitigen Urkunden die berühmte Erbin von
Trostburg genannt. Durch Konrads von Wolkenstein geschickte Unter-
handlung wurde sie die Gemahlin seines erstgebomen Sohnes Fried-
rich, und aus dieser Ehe stammen alle noch blühenden Wolken-
steiner. Friedrich von Wolkenstein besass nebst Trostburg auch die
Herrschaft Kastelrutt als PfandsehafI von der Landesregierung , die
Feste Hauenstein ob Seis dnrch Kauf von den Herren dieses Namens,
und einen Theil der Feste Aichach als Lehen der FürstbisehöCe von
Brixen , wozu später durch Kauf auch der andere Theil gefügt wurde.
Durch glückliche Erbschaften und weise Berechnung in allen Wirth-
schaftsangelegenheiten gewann er einen so ansehnlichen Reichthum,
dass er sich unter die ersten Adelsgeschlechter des Landes rechnen
konnte.
Er bekam von seiner Frau drei in der Landesgeschichte berühmte
Söhne, Michael, Oswald und Leonhard, die als die einfluss-
reichsten Zeitgenossen Friedrichs mit der leeren Tasche zu betrachten
sind , wetcher im Jahre 1406 die Regierung des Tirolerlandes ange-
treten hatte. Michael , der erstgebome , war ein Mann von eisernem
Willen, und mit seinem Sinn auf den Erwerb und die Yergrösserung
seiner Hausmacht gestellt. Oswald schwärmte schon als Knabe in den
Ritterromanen und Minneliedern der damaligen Zeit. Dadurch erwachte
in ihm einerseits der Drang y seine eigenen Gefühle in ähnlichen Lie-
dern auszusprechen ) andererseits ein abenteuerlicher Hang, als Rit-
ter in allerlei Fährlichkeiten nach dem Muster seiner Buchhelden um«-
m
herzufahren. Leonhard war und blieb stets ein rauher Krieger. Ihre
Erziehung war von den Aeltern sehr nachlässig betrieben worden, da-
her Willkür und Stolz im Gefühle der Macht ihres Hauses die vor-
herrschenden Triebfedern in ihrem Thun und Lassen. Oswalds Ge-
burtsjahr fällt nach aller Wahrscheinlichkeit ins Jahr 1367. Er war
der zweitgeborne Sohn seiner Aeltern. Schon als Knabe hatte er das
Unglttck, durch einen Schuss bei einer Fastnachtfeierlichkeit das rechte
Auge zu verlieren. Daher nannte man ihn von Jugend auf, zum Un-
terschiede von seinen Namensvettern , Oswald mit einem Auge , oder
auch Oswidd den Aelteren, um ihn von seinem gleichnamigen Sohne
zu unterscheiden* Er hielt sich mit seinen Aeltern im Sommer ge-
wöhnlich auf dem Schlosse Wolkensteiii in Gröden auf. Die BevOlke-
mng dieses Thaies redete eine, romanische Mundart, die dem Proven-
Qalisehen, Katatonischen, Kastilischen und Altfranzösischen näher
stand, als der heutigen italienischen Sprache in Toskana. Oswald
lebte sich mit knabenhafter Leichtigkeit in dieses Idiom hinein , und
gewann dadurch den Schlüssel zum Verständnisse Ats ganzen roma-
nischen Südens , wo sich die einzelnen , , aus dem Latein gebildeten
Sprachzweige noch nicht so scharf auseinander geästet hatten. Er
spielte mit Geschick die Harfe , die Geige , die Trommel , die Pauke
und A\e Pfeife, Besonders geschätzt wurde seine metallreiche Stimme
im Vortrage eigener und fremder Lieder. Zugleich übte er sich in
allen Diensten eines gemeinen Reiterknechtes, und war im Stall und
ia der Küche ein gewandter Arbeiter.
Die Uebertreibungen seiner Ritterbücher, an denen er mit ganzer
Seele hing, brachten ihn in einem Alter von zehn Jahren auf den Ein-
fall , in die weite Welt zu wandern , und durch kühne Abenteuer die
Würdr elftes Ritters in der That zu verdienen. Gelegenheit dazu zeigte
1*
t "
sich bald. Ums Jahr 1^86 hatten sich die Ritter des deutschen Or-
dens an der Weichsel niedergelassen, um gegen die heidnischen
Preussen und Lithauer zu streiten. Sie gründeten einen mächtigen
Ordensstaat, dessen stehende Aufgabe es war, den heidnischen Nor-«
den mit Waffengewalt der christlichen Gesittung zu unterwerfen. Da-
her fanden daselbst kampflustige Streiter . aus der ganzen Christenheit
immer ein weites Feld, ihre Tapferkeit im Wehrdienste für die Kirche
zu erproben. Auch aus Tirol zog man häufig dahin. Im Jahre 1377
unternahm Herzog Albrecht der Dritte von Oesterreich eine soge-
nannte Preussenfahrt. Hugo der Zweite von Hontfort - Bregenz nahm
daran Theil , und eine Schar Tiroler folgte seinen Befehlen. Den
letztem gesellte sich Oswald bei , und fand bei seinen sorglosen
Aeltern, wie es scheint, weder Unterstützung noch Hinderniss. Er
lief zu Fuss neben den Reitern her , drei Pfenninge und ein Stück
Brot im Sacke, das man ihm als Wegzehrung aus dem Vaterhause
mitgegeben hatte. Er versah die Dienste eines Knappen , besorgte die
Rosse und putzte die Waffen. Bei Nacht schlief er in einem Winkel
des Stalles , oft auch unter freiem Himmel , und litt Hitze und Küke,
Hunger und Durst. Durch Gesang und Saitenspiel suchte er sich und
Andere in Notk und Trübsal zu trösten. Die Fahrt des Ostenreichischen
Herzogs endete, wie damals fast alle dergleichen Unternehmungen,
mit einem Yerheerungszug ins Land der Heiden, wo mehrere der
letzteren theils gefangen , theils getOdtet wurden. Ungünstige Jahrs-
zeit nöthigte das Kreuzheer zum frühzeitigen Rückzage.
Oswald blieb in Preussen zurück , und diente daselbst acht Jahre
als gemeiner Krieger. Er lernte schnell die slavischen Sprachen, und
konnte in seiner Sprachfertigkeit als Eingebomer gelten. Während
dieser Zeit wurde er auch mit dem nachherigen Kaiser Sigmund , aus
dem Hause Luxenburg, bekannt, der als neunjähriger Jüngling in die
Markgrafschaft von Brandenburg eingesetzt worden war. Gleichheit der
Charaktere vereinte sie bald in lebenslänglicher Freundschaft, die nicht
ohne wichtige Folgen für Tirol und für sein eigenes Leben bleiben
sollte. Nachdem Oswald Preussen, Lithauen, Polen, Rothrussland
nach allen Richtungen durchzogen , und Gefangenschaft und tOdtliche
Verwundungen im Kriege erduldet hatte, wanderte er an die Ostsee,
wo er die mächtigen Handelsunternehmungen der Hansa zu bewundern
Gelegenheit hatte. Er besuchte von dort aus die Hauptniederiage ihrer
Gewerbsthfltigkeit , Nowgorod in Russland , Bergen in Norwegen,
BrOgge in Flandern nnd London in England. In Dänemark diente er
wieder als Freiwilliger unter der Königin^ Margaretha in den Kriegen
gegen Schweden , und half zum Theil die kalmarische Union miter-
fechten. Von dort begab er sich nach Britannien, und durchzog Eng-
land, Sehottland und Irland, und trat überall theilnehmend ein, Wo
ein Krieg ihn beschäftigen konnte, namentlich 1388 unter dem schot-
tischen Heeresftthrer James Douglas gegen die Engländer.
Das Jahr darauf finden wir ihn wieder im Norden von Deutsch-
land. Er schloss sich Handelsleuten an und ging mit ihnen durch
Polen an das schwarze Heer. Hier hatten die Genuesen und Venetia-
ner auf der Halbinsel Krimm , welche man damals mit einigen Gränz-
ländem die kleine Tartarei niinnte, Handelsniederlassungen gegründet,
und eine Sprache ging unter den Kaufherren im Schwange, welche
mit der in Gröden viele Aehnlichkeit hatte. Oswald trat in die Dienste
eines Seefahrers , und machte den Schiffskoch und Ruderknecht. Auf
einer Fahrt liach Trebisonde litt er Schiffbruch, war jedoch so glück-
lich, sich mittelst des Hauptmastes ans Ufer zu retten. Er benützte
seine Anwesenheit an dieser Küste zu einem Ausfluge nach Armenien
niid Persien, und ging. nach seiner Zurückkunft in seiner frühem Ei-
genschaft als Sdiiffskoch nach Kandia unter Segel, und konnte auf
diese Weise mit den Ländern, die das Hittelmeer bespült, näher ver-
traut werden. Er verdiente sich in seiner untergeordneten Stellung
kaum SO' viel, dass er sich nothdürftig kleiden, konnte , ertrug Jedoch
alles Drangsal gern im Gedanken , dass ihn diese Leidensschule zum
ächten christlichen Ritter machen müsse. Mittlerer Weile hatte sein
Jugendfreund,. Sigmund von Luxenburg, Ludwigs des Grossen, Königs
von Ungarn, einzige Tochter Marie geheirathet, und wurde dadurch
1385 sdn Nachfolger in der Beherrschung des ungarischen Reiches.
Seine Stellung n^thigte ihn zu unaufhörlichen Kriegen gegen die
Türken, an denen Freiwillige aus allen christlichen Ländern Theil
nahmen. Oswald, davon unterrichtet, verliess Kandien im Jahre 1391,
und schloss sich als Diener Sigmunds dem Kreuzheere an, das sich
gerade damals zu einem entscheidenden Schlage zusammenzog. Es
kam am 28. September 1396 zur Schlacht bei Nikopolis, wo die
6
Christen eine ungeheure Niederlage erlitten. Sigmund konnte sich nur
mit genauer Noth auf ein Schiff in der Donau retten. Oswald war
unter seinem kleinen Gefolge. Er fuhr mit ihm nach Konstantinopel,
von dort nach Dalmatien und ging hierauf über Venedig wieder nach
Tirol zurück.
Er stand jetzt in einem Alter von 25 Jahren , so verändert, dass
man Mühe hatle , ihn wieder zu erkennen , mit grauen Haaren , tief-
gefurchten Gesichtszügen und der Kenntniss von zehn Sprachen. Es
fehlte weder an wohlwollender Theili^ahme, noch an höhnischem Neide
für den Weitgereisten. Durch seine Liederfertigkeit machte er als
Dichter und Sänger zur Harfe tiberall Eindruck. •Zufällig wurde er
mit einem Edelfräulein Sabina Jäger von Tisens bekannt, und
gewann sie unmässig lieb, ohne aufrichtige Gegenliebe zu finden.
Daraus entsprang für ihn eine Reihe von Trübsalen, die sein ganzes
Leben verbitterten. Sie zeigte ihm ein freundliches Gesicht, und ge-
währte mit Leichtigkeit auch andere Gunst , aber zur Ehe wollte sie
sich nicht entschliessen. Um seiher los zu werden , gab sie ihm nach
dem Geiste der damaligen Zeit und gemäss . seiner abenteuerlichen
Gemttthsart auf, seine Liebe zu ihr durch eine Wallfahrt nach Jeru-
salem zu beweisen. In seiner überspannten Denkweise ging er auch
gern diese Bedingung ein. - Er zog als Pilger nach Genua , hier
verflog sein frommer Eifer wieder vollends. Er warf die Kutte weg,
segelte mit Kauffahrem nach Aegypten, und wanderte von dort durch
Arabien ins gelobte Land, wo er zu Jerusalem, «um Ritter des heili-
gen Grabes geschlagen, wurde. Was er während dieser Zeit dichtete,
dachte und that, kann man füglich mit dem Worte Liebeswahnsinn
bezeichnen. Heimkehrend besuchte er Rom , Florenz und andere ita-
lienische Städte. Als er im Dezember 1400 Tirol erreichte , fand er
Sabina mit dem alten Hausmann in Hall verheirathet, und sdnen Va-
ter Friedrich auf dem Todbette. Der letztere starb auch wiitiich bald
darauf. Wie tief er von diesen Ereignissen ergriffen v^urde, erzählen
uns viele seiner Gedichte.
Bei der Theilung der väterliche» Güter bekam Oswald Hauenslein
und Kastelnitt mit den dazu gehöfigen Rechten und Besitzungen, wäh-
rend sein Bruder Michael Trostburg, Yilland^s und Wotkenstein er-
hielt, und Leonbard grösstentheils mit Gülten un^ Kapitalien abge-
fertiget wurde, mit denen er später die ganze Burg Aichach mit al*
len dasu gehörigen Gefällen erkaufte. Oswald kennte sich aber nicht
zum rahigen Leben in der Heimath entschliessen , sondern zog
1401 — 1402 mit dem Kaiser Rupert von der Pfalz nach Italien, als
dieser das Kaiserrecht daselbst wieder geltend machen wollte. Ein
eigener Verwalter besorgte indess sein Vermögen in Tirol. Bekannt-
lich war Rupert in seinem Unternehmen nicht glücklich. Er scheiterte
gleich beim Eintritte in Italien an der Macht des Herzogs von Hai-
land. Er m'usste mit Schimpf nach Deutschland zurückweichen. Os-
walds Abwesenheit dauerte aber fast drei Jahre, da er sich in der
Lombardie, namentlich zu Mailand, sehr gefiel, und in der Heimath
wenig Gutes erwartelt.
Und hieriir betrog er sich auch nicht. Denn als er gegen das
Jahr 1405 heimkehrte, fand er das Land im Gebirge in grosser Gäh-
rung. Der unruhige Adel dehnte seine Ansprüche und Rechte, den
österreichischen Herzogen gegenüber , immer weiter aus , und steuerte
unverholen der Reichsunmittelbarkeit zu , falls Oesterreich ihm in der
Anerkennung seines Uebergewichtes nicht ganz zu Willen seyn würde.
Die Spannung wuchs, als da« Jähr darauf Friedrich mit der leeren
Tasche in die Regierung Tirols eintrat. Dieser gab unzweideutig zu
verstehen , dass er die Allgewalt der Barone und ihr Pochen auf den
Kavier zur Beschönigung ihrer Uebergriffe zu brechen entschlossen
sey. Dagegen wehrten sich nun die letztern mit guten und schlechten
Mitteln auf alle mögliche Weise , und Oswald ging mit seinem vor-
schnellen Wesen ganz ein in die Adelsbewegung gegen diie Neuerun-
gen des Herzogs Friedrich. Auf sein Betreiben kam 1407 der Ele-
phantenbund zu Stande, worin die Edelherren von Tirol sich gegen
jed^rmännigiich verblinden sur Schirmung ihres alten Rechtes , das
keisst, zu thnn was sie wollten. Kaiser Sigmund , der spfiter an Ru-
perts Stelle zum Reichsoberhaupte gewählt wurde , begünstigte diese
Einigung , offenbar in der Absicht , die österreichischen Herzoge zu
schwachen, und Tirol unmittelbarer mit Laxenburg und dem deutschen
Reiche tu veriiinden. Daraus entwickelte sich in stets weiterer Aus-
dehnung der Adelsbun)! an der Etsch , an dessen Spitze Heinrich Von
Rottenbui^ stand , und der Machtausdehnung des LandesfUrsten aus
pUen Kräften heimlich und öffentlich entgegenarbeitete. Oswald liess
'8
sieh 9is Diener tles Kaisers in sein nächstes Gefalge auibehmen, und
machte den Vermittler zwischen ihm und dem Bunde ohne viele. Rück-
sicht auf Friedrich, welcher desshalb eine tödtfiche Feindschaft gegen
ihn fasste« Die Bundesmacht gewann eine solche Ausdehnung , dass
selbst der Landesfürst es für gerathen fand , demselben beizutreten,
am nicht gats auf die Seite geschoben zu werden. Der Adel schien
vollständig gesiegt zu haben.
Diese Ruhe benützte Oswald zu einer Reise nach Spanien , wo
die chrisdichen Ritter ein stets offenes Feld fanden, sich Ehre im
Kampfe gegen die Hauren zu verdienen, und das ihm noch gänzlich
unbekannt war. Er brachte seine Angelegenheiten durch ein Testa- '
ment in Ordnung, und stiftete im Dome zu Br«|[en eine ansehnliche
Pfründe mit zwei Kaplänen. Dafür erwarb er sich das Recht des Be-
gräbnisses daselbst, und Hess sich 1408 einen Grabstein setzen, wor-
auf er als Kreuzritter abgebildet ist, mit jenem vorsorglichen Eif^,
der sein Wesen auszeichnet. Er verliess Tirol in der Mitte des Jah-
res 1409. In Hohenschwangau lernte er seine erste Gemahlin Marga- /
retha kennen , und es scheint , dass schon damals ein wechselseitiges
Heirathsversprechen zwischen beiden stattfand. In Heidelberg machte
er Bekanntschaft mit dem Pfalzgrafen Ludwig dem Bärtigen , die sich
später zur innigsten Freundschaft ausbildete. Von hier eilte er den
Rhein entlang nach Holland , England und Portugal. Im letztern
Lande rüstete man so eben eine Flotte und Heerschar aus , um die
Mohren in Afrika anzugreifen. Oswald nahm um so lieber daran
Theil, da er so eben Kompostella besucht und mit den iSöhnen des
portugiesischen Königs schon seit der Schlacht von Nikopolis her ver-
traui war. So half er 1411 das Felsennest Genta auf der afrikani*-
schen Küste erstürmen, und schied vom portugiesischen Königshause
mit Ehren aller Art, deren er sich durch seine Tapferkeit würdig ge-
macht hatte. Er durchwanderte hierauf das noch maurische Könige
. reich Granada , wo ihn der maurische Herrscher Zousuph mit der zu-
vorkommendsten Freundlichkeit empGng, und seine Dicht- und Ge-
sangkunst mit kostbaren Geschenken belohnte. Im Königreiche Kasti-
lien hielt er sich ebenfalls längere Zeit auf, und bewunderte beson-
ders die Handelsschätze der Seestadt Barcelona. Wie es scheint, gab
er sich auf der ganzen Reise durch Spanien und Südfrankreich viel
mit der proveit^aHschen Peeae ab, und es bemächti^ö sicK seiner
eine Weltvergessenheii , an die er im spätem Alter nur mit Erröthen .
zurückdenken konnte. Er ernttchterte erst wieder, als er in der Lom-
bardie die Anwesenlieit des Kaisers Sigmund erfuhr, welcher 1413
einen Yersoch machte., das deutsche Ueberge wicht itt Italien wieder
herzustellen. Von ihm erfuhr er, was während seiner Abwesenheit in
Tirol vorgegangen war. Herzog Friedrich hatte mit Muth und Glück
den Heinrich von Rottenburg, Nikolaus den Vtntler und den Bischof
Georg von Trient 'Iberwältiget , .und dadurch die Macht des Adels-*
bundes an der Etsch grösstentheils gebrochen. An die Stelle offenen
Widerstandes von Seite der Barone gegen Friedrich war hdmliches
Grollen und Brüten 4H)er abenteuerlichen Plänen getreten, um dureh
den Kaiser aus Friedrichs strenger Regierung erlöst zu werden. Os-
wdd machte sich in alter Weise zum Vertreter dieser Gelüste bei
seinem Freunde Sigmund ,. und lud gefährlichen Verdacht der Untreife
und des Verrathes auf sein Haupt.
Aber die Kirchenangelegenheiten der damaligen Zeit rückten für
den Augenblick diese tirolisehen Zwiste in den l|[yitergrund. ^ Aus d^r
Verlegung des Pabstsitzes nach Avignon und von dort wieder zuriick
nach Rom entstand die grösste Verwirrung in der Christenheit. Man
zählte nicht weniger als drei Päbste zu gleicher Zeit, die sich wech-
4selseitig die Kirchengewalt streitig machten. Kaiser Sigmund wollte
sich durch Beilegung dieser Spaltung ein Verdienst erwerben. Zu
diesem Ende schrieb er im Einverständnisse mit. Johann dem Drei-
undzwanzigsten , einem der drei Päbste , eine allgemeine Kirchenver-
sammluBg nach Konstanz aus. IMeselbe trat im Herbste des Jahres
1414 zusammen. Friedrich mit der leeren Tasche hatte von derselben
nichts Gutes zu erwarten, denn es war vorauszusehen, dass seine
Feinde »ch an die Kirchengewalt hängen würden , um ihn in seinen
Neuerungen in Tirol zu hemmen. Um die Folgen eines solchen Bünd-
nisses zu vereiteln, versprach er zu Meran dem durchreisenden Johann
dem Dreiundzwanzigsten Hülfe gegen alle Angriffe , die man auf ihn
als Oberhaupt der Kirche machen «würde, und erhielt von ihm die
geheime Zusage, dass er in seinen tirolischen Angelegenheiten von
kirchlicher Seite unbehelligt bleiben sollte. So erschien er in Kon-
stapz mit einem ansehnlichen Gefolge, worin man Oswald von Wol^
10
kenstein bemerkte, der, zwiefidtigen Sinnes, äusserlieh des Herzogs
Genosse war , innerlich ein entschiedener Anhänger des Kaisers. -Es
dauerte nicht lange, so zeigten sich auf dem Konzil in Be^ug anf
O Tirol zwei scharfgesonderte' Parteien. Die eine, mit dem Herzog an
der Spitze, wölbe den Fortschritt der landesherrlichen Macht auf Ko-
sten des übermächtigen und stets unruhigen Adels; die andere, deren
Vertreter Oswald war , strebte durch den Kaiser Sigmund unmittelbar
zum deutschen Reiche zu kommen, und dadurch die alte Uebermacht
und Vielherrschaft des Adels* zu behaupten. Es war ein Streit zwi-
schen der alten ufid neuen Zeit. Als Friedrich die Unklugheit hatte,
sich des Pabstes Johann des Dreiundzwanzigsten anzunehmen, welcher
wie die zwei übrigen Päbste seine Würde niederlegen sollte, um eine
neue Pabstwahl möglich zu machen^ brach die Wuth seiner Feinde
gegen ihn los. Kaiser Sigmund erklärte ihn seiner Länder für ver-'
lustig, nnd setzte ihn später in Konstanz gefangen, während er alle
Mittel der Unterredung aufboth ,- die Tiroler für sich zu gewinnen.
Friedrichs Bruder Ernest der Eiserne, Herr in Steiermark, weit ent-
fwnt, dessen Unglü|)s abzuwehren, erschien vielmehr selbst 1416 in
Tirol, und wojlte das Land für sich in Besitz nehmen. Dadurch spal-
teten sich die tirolischen Gegner Friedrichs wieder in zwei Hälften,
wovon die eine grössere für den Kaiser Sigmund, die andere von
geringerer Bedeutung für Ernest stand. Es wurden vom Kaiser An-
stalten getroffen^ das Land Tirol mit Reichstruppen einzunehmen.
Dafür arbeitete Oswald in Konstanz, und unterhielt einen sehr aus-
gebrdteten Briefwechsel mit den Häuptern des Adels an der Etsch,
die für das Unternehmen bereits gewonnen waren. Man wollte sich
md kurzem Wege beider herzoglichen Brüder entledigen.
Eni Zwischenereigniss verzögerte indess die Ausführung. Zwei
Päbste hatten tkdls freivrillig , theils^ gezwungen ihre Würde in die
Hände der Väter des Konzfls niedergelegt. Peter von Luna in Spa-
nien, der dritte Pabst, weigerte sich dessen noch. Un ihn zum
Nac^9d)eit zu knngen ^ unternahm Sigmund mit* grossen Gefolge ei-
neu Zug nach Perpignas, und Oswald folgte ihm ebenfi^ dahin.
V Vide Monate verflossen mit Unterhandlungen ohne Erfolg, indNn Pe-
ter von Luna durchaus Pabst bleiben wollte. Als seine Haisstörrig-
keit hinlänglicli an' den Tag getreten war, verJiessen ihn auf Sigmuivls
11
Zureden jeae Völker iiiid Fttrsleii , die ihn bish« als Pahsl anerkannl
hatten. Somit war £e nothweadige Einheit in der Kirche enielt, und
man feierte zn Avignon mit weltliehen und geistlichen Festen dieses
glfickliche Ereigniss. Von hier brach Sigmund nach Paris auf ^ «m
die Zwistigkeiten zwischen den Königen von FrankFeich und England
zu schlichten. Oswald trug auf dieser Reise das Kosttim eines maa-
rischen Fürsten, und spielte eine der Hauptrollen im lustigen Kreise,
der sich um den Kaiser schlang. Zum Lohne fttr sdne Mummerei
erhielt er von der französischen Königin einen kostbaren Diamanten,
den sie ihn selbst in den. Bart einband, nachdem in seinen Ohren
bereits zwei Königs«>Ringe , ein eigenhändiges Geschenk der Königin
von Arragon, glänzten. Auch die Ehrenzeichen des von Sigmand
eben erst gestifteten Draehenordens wurden ihm bei dieser Geldgen-
heit zu Theil.
Aber auf die FtiUe von Lust und Ehre folgte eine Periode von
Angst und Noth , die er sich wohl selbst kaum jemals geträumt hatte.
Friedrich mit der leeren Tasche war während der Abwjesenheit Sig-
munds aus seiner Haft in Konstanz entflohen, und hatte sich in Tirol
ein Heer gesammelt , womit er seinen Brüder EmesC zdr Nachgiebig-«
keit und zum Vergleiche nöthigte. Dadurch von dieser Seite frmge^
worden, wendete .er sich zurück an die Etsch, und ztichtigte 1417
seine ärgsten, mit Sigmund einverstandenen F6inde. Bei dieser Gele-»
genheit wurden auch Oswalds Schlösser, namentlich Hauenstein, aus-^
gebrannt. Diese Nachricht traf den Kaiser zu Paris. Sogleich smdle
er Oswald nach Konstanz, uiii daselbst alle Mittel gegen Friedrich
aufzubieten. Und in der That ward dieser in den Kirchenbann ge^
than , und das Aufgeboth des Reiches gegen Tirol im Namen dea
Kaisers bekannt gemacht. . Oswalds Bruder Michael , Peter von Spam
auf dem Nonsbwg und die Herren von Starkenberg maditen sieh fax
^toi eUfcUändisehen Adel verbtntf ich , zum Reichsheere zu stc^ssen,
das durch Sngadein ins Tirol einhicüdien sollte. Aber es fehlte an
den »otbw^MKgMi Gddmitteln , den gut angdegten Plm ansaiftihfen.
Umsonst wagte sieh Oswald als kaiseflieker UnterhftncHer ins Tirol.
Er ward von Friedrich aus einem Schlösse ins andere verfolgt , «nd
mdetzt seihst ii C^ifenstein belagctt. Gelang ^ «uch nioh», Aiesa
Borg d^r gtaAenberger einsranehmen , so verschwand dmch aeUnl def
Sehein einer Möglichkeit, dass die kaiserlichen Absichten auf Tirol
ausgeführt werden könnten. Sigmund verglich sich 1418 zu Konstanz
mit Friedrich, der im Besitze seiner Länder blieb, und sich verpflich-
tete,. die an diesem Plane betheiligten Häupter de^ tirolischen Adels
zu begnadigen. Für Oswald ward noch insbesondere ausbednngen,
dass ihm vom Lahdesfürsten voller Ersatz geleistet werden sollte ftfr
das, was ihm verwüstet oder ausgebrannt wdrden war, ohne dass
man nachzuweisen im Stande wäfe , dass diese Bedingung auch wirk-
lich in Erfüllung gegangen sey. , '
Wir finden ihn um diese* Zeit einsam und verlassen auf Hauea-
stein, das er wieder wohnbar gemacht hatte, khum getröstet durch
den Besitz seiner jungen Frau Hargaretha von Schwangau, die er
nach aller Wahrscheinlichkeit auf dem Konzil zu Konstanz geheirathet
hatte. Nach seiner Beschreibung war sie ein Ausbund von Geist,
Schönheit und Liebe zu ihm. Die Geburt seines ersten Sohnes, Oswald
des Jüngern, fällt in diese Zeit. Er trug in schmerzlicher Vereinsamung
die Folgen des missglückten Planes, Tirol von Friedrichs Neuerungen
zu befreien , ' und die Adelshüupter schoben auf ihn alle Schuld des
Unterfangens , obgleich er bloss nach ihrem Sinne gehandelt hatte.
Es wurdie ihm von allen Seiten gedroht, und seine Feinde glaubten
gegen ihn alles wagen zu dürfen. So namentlich seine ehemalige
Geliebte Sabiiia Hausmahn, die, mittlerer Weile zur Wittwe geworden,
am Hofe zu Innsbruck eine Stellung einnahm, die sie zu einer furcht-
baren Gegnerin machte, weil sie Friedrichs Gunst im hohen Grade
genoss. Sie hatte von ihren Aeltem her Ansprüche auf Nachzahluit-
gen geerbt, welche die Wolkensteiner nach der Behauptung ihrer
Gegner zu leisten hatten, aber sich dessen in einem 36jährigen
Rechtsstreite stets weigerten. Sie beschloss , wohl auch heimlich von'
Friedrieh da^ angetrieben, kein Mittel zu verschmähen, um zu ihrem
Zweeke zu gelangen. Freundliche Miene gegen Oswald annehmend,
erinnerte sie ihn an ihre Jugendliebe, und der leider mehr phantasie-
reiche als feste Mann ging ohne viel Besinnens in ihre Schlingen ein.
Es ward eine Wallfahrt verabredet, um des nähern überein zu. kom-
men. Als sich Oswald wehrlos und voll- guter Hoffnungr dazu einge-
stellt, ward er von ihren Leuten- überwältigt und gefangen. Er macht
i^n seinen Gedichten eine schreckenerregende Beschreibung von der
13
Gnuisamkeil, womit' sie ihn zwingen woUte , entweder Haaeiistein her-
aussiigeben oder 6000 Gulden zu zaUen.
Diese G^waitthat machte nicht bloss auf die Woltensteiner, son-
dern auf alle Edelherren an der Etsöh bdsen Eindruck , um so mehr,
da man die Fflden des ganzen Werkes in Friedrichs Hflnden nicht
raisskennen konnte. Leonhard von Wolkenstein antwortete raü einer
ahnliehen ^Vergewaltigung,^ wie man sich damals auszndrttckeg
pflegte. Er nahm ohne viele Umstünde den Probst von Neustift,
Heinrich Millauner, einen besondem Frennd des Herzogs, gefangen,
und drohte ihn so lange zu .peinigen, bis Oswald wieder los sey.
Der l^irchenfluch , .den der Bischof Berchtoldvoa Brixcfti wegen die-
ser That auf Leonhard schleuderte, änderte in der Sache nichts. Da
legte sich Friedrieh als scheinbarer Vermittler dazwischen ,. übernahm
Oswald aus den Händen der Hausmannin, und versprach, ihn nacd
Trostburg zu stellen, wenn Millauner freigegeben und die .Streitsache
wegen Hauenstein erlediget wäre, ohne sich jedoch mit der Erfttllung
dieses Versprechens zn beeilen , nachdem von Seiten der Wolkenstei-
ner das Verlangte geschehen war. Da brach Michael von Wolken«»
stein furchtbar los , und «drohte mit eigner und fremder Kraft den
Herzog als Feind des Landes und sdner Freiheiten zu befehden. Zu-
gleich langten Briefe vom Kaiser Sigmund bei Friedrich an, welche
das Gefangenhalten Oswalds als Verrath an den Konstanzerverträgen
bezeichneten. Das machte Wirkung. Oswald wurde in der ersten Hälfte
des Jahres 1422 freigegdien , nachdem die Summe . von 6000 Gulden
zu Gunsten der Sabina Hausmann erlegt war. So ging der Vielge-
prüfte mit grossen Verlusten an Ehre und Gut aus diesen Streite her-
vor, und musste seitdem, wenn er zu Fuss ging, eine Krfli^e brau-
chen , da er mit eisernen Fesseln dergestalt eingezwängt worden war,
dass er mit einem Fasse hinkte* Seine Gemahlin Margaretha ,. schon
früher kränkelnd, unterlag so unerwarteten Erlebnissen immer mehr^
und starb nach wenigen. Jahren an einer auszehrenden Krankheit, nach^
dem sie ihrem Hanne fünf Söhne geboren. Man begreift im Anbe-
trachte so herben Unglückes die bittem Klagen Oswalds in seinen
spätem Gedichten über die Untreue und Vergänglichkeit dieser Welt
nur allzu sehr.
Aber trqtz aller dieser .misslichen Zufiille blieb er, seiner politi-
14
«chen Gesinnmig unvmrückl Iren, enge mit dem Kaiser Sigmand und
seinen Anhängern in Tirol verbunden, um g^en Friedriehs Neu^nin-
gen jede günstige. Gelegenheit des Widerstandes und der Abwehr zu
benutzen. Ulrich und Wilhelm von Starkenfoerg, welche sich oiPen-
bar an den Kaiser angeschlossen, und des letzten Zorn gegen Fried-
Tieh mit ihren Klagen hervorgerufen hatten, traten an die Spitze der
Bewegung, und bekriegten aus ihren Sehlössem ungescheut die lan-
desfärstliche Macht« Besonders diente ihnen das feste Schloss Grei-
fenstein gut, um dem Herzoge und seinen Leuten allen möglichen
Schaden zu thun. Es kam zwischen I^riedrich und dem Adel an der
£tsch im Jahre 1433 zum offenen Kriege, der mit allen Gräueln der
Grausamkeit befleckt war , ohne entschiedenen Erfolg für beide Theile.
Aus diesem Grunde nahm Friedrich seine Zuflucht zur Unterhandlung,
^r berief einen Landtag nach Heran , und ^uf demselben wurde mit
grosser Mühe endlich das neue Landesrecht festgestellt, nach welchem
idle Selbsthülfe des Adels aufhörte, und die Oberherrlichkeit des
Landesfürsten über alle grossen und kleinen Herren von Tirol' ohne
Appellation an den Kaiser Anerkennung fand. Dafür gewährte Fried*
rieh dem Lande die vollständig ausgebildete Verfassung der vier
Stände zur Ordnung aller innem Angelegenheiten , jedoch mit der
Beschränkung, dass er selbst das Recht hatte, dem Lande seine Frei-
heiten anzusagen, nicht wie es früher der Adel gegen den Landes-
fttrsten in Anspruch genommen hatte.
Kaiser Sigmund war mit diesem Abfindniss nichts weniger als
zufrieden. Er berief Oswald zu sich nach Ungarn, angeblich zu ei-
nem Zuge gegen die aufrührerischen Hussiten in Böhmen, welche die
ganze Christenheit in Schrecken setzten. Es wurde noch einmal der
Plan entworfen, Tirol mit Reichstruppen zu überziehen, und der
Uebermacht Friedrichs ein Ende zu machen. Zu diesem Ende eilte
Oswald als kaiserlicher Geschäftsführer nach dem Rheine, um die
deutsche» Fürsten Air iea bevorstehenden Einfall ins Tirol vorzube-
reiten. Friedrich, der' um diese Zeit selbst in Ungarn erschien, sei-
ner Gerechtsamen vor dem Kaiser wahnmaehmen, erfuhr frühzeitig
das 'ganze Gewebe, das man gegen ihn angezettelt hei^e. Er benutzte
einen günstigen Augenblick, wo Sigmunds Politik sich nothgedmnfen
auf Oeslerreich stflizeii musste, um in Böhmen nickt allen Halt zu
15
verlieren, die hnge s€hwd>ende tirolfsche Sache zu erledigen. Die
Foif e der klugeii ITnlerliandlungen wtr 1424 eine vOilige Aussöhnung
mit dem Kaiser, weleher den neuen Reehtszustand in Tirol aner-
kannte, und dabei Oswald ginzHdi vergass. So war der krttppel-
hafle unglttckliehe Sendhothe auf einmal blossgestelltJ Die noch hie
und da in Tirol widerstrebenden Edelherren wurden mit Gewalt fillr
die neue Ordnung dar Dinge gewonnen, nachdem die Burg Greifen«^
stein um die nämliche Zeit an des Herzogs Krieger flber^gegangen
und die Macht der Starkenberger gebrochen war.
In unglaublich kurzer Zeit war fttr Oswald jeder Anhalt verloren.
-Sein Bruder Michael trat 1426 zu Friedrich' über , und zog den Rest
des Adels in gleicher Richtung toiit sich fort. Sein Bruder Leonhard
musste einlenken, indem er durch Michaels Scharen auf Aichach selbst
zum Frieden gezwungen wurde. Er suchte heimlich ins Tirol zu
kommen, und dort eine gute Gelegenheit zur Aussöhnung mit dem
Herzog abzupassen , wurde aber in . den; Verlanden bei Wasserburg
eikannt, und als gemeiner Verbrecher auf das Schloss Vellenberg bei
Innsbruck gebracht. Dort Hess man ihn in einem unreinen Loche
längere Zeit gefesselt liegen , bis er endlich zum Entscheide seiner
Sache ins Gefüngniss nach Innsbruck abgeführt wurde, wo man ihn
auf die demathigendste Weise behandelte. Viele Rflthe des Herzogs
drangen auf Bestrafung des Gefiingenen mit dem Tode , den er durch
vieljährige Untreue verdient habe; aber die klugem riethen zur Be-
gnadigung. Dazu war Friedrich selbst geneigt. Nach seiner Meinung
war ein Dichter leichter geköpft als fttrs Land neu gewonnen. Dess-
halb verfügte er , nicht ohne grossen Widerstand in seinem eigenen
Rathe zu finden, Oswalds Befreiung. Dieser erkannte in einer Urkunde
die eingeführte Landesordnung an, und versprach einen Zug gegen
die Hussiten in Böhmen zu thun. So ward er Im Jahre 1427 ohne
weitere Beschädigung in die HeiiAath an der Etsch entlassen.
Er schritt bald darauf zur zweiten Ehe mit Anna von Embs,
weldie ihm ebenfalls mehrere Kinder gebar. Im Jahre 1490 zog er,
sdner flbemommenea Verpflichtung getreu, nach Ungarn zum Streite
gegen die Tarken und Hussiten , und von dort mit dem Kaiser auf
den Reichstag nach Nttmberg , der sieh Im Jahre 1481 daselbst ftir-
sammelte. *Es wurde eHi neuer Angriff auf die HussHen mit 100,000
16
Mann , unter den Befehlen Friedrichs von Brandenburg , beschloissei^.
Oswald diente im Kreuzheere mit zwei berittenen Knechten. Aber das
ganze Unternehmen scheiterte an der Tapferkeit der Hussiten unter
der Führung Procops des Grossen. Die Deutschen warfen dich in
schmähliche Flucht , und Oswald entkam dem verfolgenden Schwerte
mit genauer Noth. Der Kaiser Sigmund beschloss nach diesem Un-
fall einen Römerzug zu thun, um sich in Rom krönen zu lassen.
Oswald reiste mit ihm in seiner alten Eigenschaft, als Hitglied der
kaiserlichen Kanzlei, und litt mit seinem Gönner alle Noth, die auf
solchen Romfahrten den unmächtigen deutschen Kaisern nie ausblieb.
Indess gelang es der Beharrlichkeit Sigmunds, den Pabst Eugen den
Vierten zu seiner Krönung zu vermögen. Er kehrte hierauf durch
Tirol nach Deutschland zurück , wo das Konzil zu Basel seine Gegen-
wart sehr wünschenswerth machte. Oswald trennte sich von ihm in
Südtirol , und diessmal für immer.
Er war bereits 67 Jahre alt, und durch Leiden aller Art gedrückt.
Seine zweite Gemahlin starb um diese Zeit, und dieser Unfall machte
sein Alter noch einsamer. Er lebte grösstentheils auf Kastelrutt oder
Rauenstein , und seine Gedichte aus dieser .. Periode schildern eine
sehr freudelose Einsamkeit, an der tausend böse Erinnerungen aus
seinem vorigen Leben nagten. Er wurde gegen das Ende seines Le-
bens unfähig zu gehen. Man fand ihn Tag und Nacht in sitzender
Stellung. Er litt an einer Wassersucht, die am 2. August 1445
sein Leben endigte. Er hinterliess fünf Söhne und zwei Töchter.
Maria, eine der letztern, wurde Aebtissin des Klarissenklosters zu
Heran. Sein Sohn Georg starb als Kanonikus in Brixen. Die beiden
Männer, welche so entscheidenden Einfluss auf sein Leben geübt
hatten , Kaiser Sigmund und Friedrich mit der leeren Tasche , waren
ihm, der eine 1437, der andere 1439, im Tode vorausgegangen.
Sein Bruder Leonhard starb 1438; Hichae], der älteste unter den
Dreien, erst im Jahre 1451 in einem Alter von 90 Jahren. Oswalds
Beisetzung erfolgte nicht im Dome zu Brixen, sondern zu Neustift,
wahrscheinlich aus dem Grunde , weil 'er die letzte Zeit seines Lebens
mit den Bischöfen zu Brixen nicht besonders gut gestanden hatte,
und seine zwei Gemahlinnen ebenfedls in Neustift begraben worden
waren. Der ihm dort gesetzte Grabstein aus weissem Marmor ging
47
beiin Umbau der.Kyehe«!» Uiiachtsfliiikeii Yerloren. Km vor seinem
Tode sammelte st aocJi seine Lieder, und hiBteiMess zwei sehr leser-
liche Handschriften , vdft denen, neeh besondecsr die Rede seyn wird.
Von seinen Nachkommen ist sein Sohn Oswald der Zweite
am merkwürdigsten, als iltammvater der Grafen von Wolhitisteifi-
nodenegg. Denn. des letztern Sohn, Veit von Wottenstein, eia
tapferer Krieger, erhielt vom Kaiser Maximilian für seine treuen
Dienste das ScMoss Roden egg, in der Gemeinde gleiches Namens
ob Brixen , zum Geschenke. Als er kinderlos starb , trat sein Bruder
Michael in seine Erbschaft ein, .und pflanzte* das Geschlecht der
Grafen von Wolkettstein«>Rodeneg^ fort. Die Grafen von WolkensteiHL
Trostburg stammen vi)n Oswalds Bruder Michael ab, während die
Linie des wolkensteinischen Geschlechtes vom dritten Bruder Xeon-
hard längst ausgestorben ist. Michaels Enkel, Wilhelm der Erste,
wurde vom Kaiser Maximilian zum Freiherm erhoben, eine Wtitde,
die bald auch auf- die Herren von Woikenstein - Rodenegg ttberging.
Gegen das Jahr 1628 wurde den Wolkensteinern auch die Grafen-
wftfde zu TheiL
Oswalds Gedichte sind noch in drei mir bekannten und zur nach*
folgenden Herausgabe derselben benutzten Handschriften vorhanden.
Die beste derselben beskzt ein (ihraf von Wolkenstein in Innsbruck,
in Grossfolio auf Pergament , . mit liem eingezeichneten Porträte des
Dichters, und den von Oswald seihst komponirten Sangweisen im
Choral. Sie wurde, nach einer Anmerkung im Schlosse Rodenegg,
im Jahre 1442 von Oswald selbst voHendet. Die zweite Handschrift
im Quartformat auf Papier mit einem fehlenden Blatte ohne Sangwei-
seD, im Ferdinandeum zu Innsbruck, ist eine Abschrift der erstge-
nannten durch die nämlidie Hand, aber mit sorgloser Scfaieibart, und
weil am spätesten gegen das Jahr 1444 verfasst, mit einigen bed^-
lenden Gedichten vwmehrt. Die dritte Handschrift mit Sangweisen
auf Papier befindet sich in der Hofbibliothek zu Wien. Der grösste
Theil derselben wurde schon im Jahre 1425 verfertiget, wid der Rest
später ohne viel Scharfsinn in der Auswahl und in der Schreibung
angeflickt, jetzt in einer Abschrift von Goldhann vorfindig im Ferdi-
nandeum zu Innsbruck.' Daher ist sie in kritischer Bezieiiiung die
mangelhafteste aus allen dreien. Eine vierte einst in Trostburg befi»d-
2
18
liehe Handsekrift soll Jus Ausländ gekommen ^ und jetzt in Jena zu
ünden seyn, Ich konnte darüber nickts Zuverlässiges in Erfahrung
bringen. Der Mgenden Ausgabe Hegt die Inhsbrucker Handschrift zu
Grunde, mit beständigem Beiratk dtr Wolk^steiner -* und Wiener-
handsollrift , so dass sie nicht bloss vc^lstSndtg abgedruckt, sondern
mit den ihr fehlenden Gredicbten aus den zwei übrigen ergänzt wor-
den ist. Schön aus der fasi gletchM^tigen Entstehung der beiden vor-
züglicheren Handschriften seUiesst jeder Sachverständige wohl von
selbst, dass die Varianten aus denselben für den Text nidit von Be-
deutung waren. Fühlbarer verschieden war dagegen die Bildung des
Textes in der Wienerhandschrift im Vergleiche mit dem Texte der
zwei spätem. Die Neigung des Schreibers , das Tirolische und Hund^
artlicbe auf das Strengmittelhochdeutsche zurückzuführen , und selbst
ein theilweises Hinüberspielen ins Niederdeutsche ist darin nur allzu
bemerkbar, während in den beiden andern ein: Herausgehen aus den
älfem Sprachformen ins gewöhnliche Idiom von Tirol , wie es damals
4tt Schriftweriten , namentlich der wolkensteinischen Archive, anzu-
treffen ist, überall zu Tage tritt. Ich hielt diese chiffakteristische
Beweglichkeit der Sprache fest , und deutete die altern Sprachformen
grösstentbeils in den Varianten an.
Die Gedichte selbst wurden nach ihrem Inhalte in historische,
erotische und religiösmorarlische eingetheilt. Was lür den
Standpunkt der hochdeutschen Sprache ungewöhnlich oder schwer ver-
stättdlich schien, habe ich in einem eigenen Worthuche, mit beson-
derer Rücksicht auf die tjroiische Volkssprache, eiiättterli. Daran
schliessen sich ein Variantenverzeichniss mit den ndAige« Ajimerkun-*
gen über den Sinn jedes einzeln«! Gedichtes, «sd Musler der Sang-
weisen, welche für den Stand der Husik im 15. Jahrhundert nicht
ganx uninteressant seyn werden.
•swaMs Clctfchf».
2*
A.
Htetertoclie CvetUcliie.
I.
i.
!s faegt siek, A6 ich was von zehen jAren all,
ich. wolt besehttif wie die werlt wer gestak;
mit eilend, annut mangen winckel, Jiais iiiid kalt,
hab ich gepaut bey cristen, kriechen, haiden.
Drey pfeaning in dem pewtel und aln stucklfn .pr6t,
Das was von haim mein zenmg, dd ich lieff in ndl,
7. von fromden freunden sd hab ich mangen tropfen rdt
gelassen, seyder ^t^a ich wandt verschaiden.
Ich lleff ze ftiess
mit swerer puess,
bis das mir starb ' -
mein vater iwftr,
vol vierz^n jär
14. nye ros erwarb,
wann ain(e)s raubt, stal
ich halbs zu mal
mit valber varb,
und des geleich schied ich davon mit laide.
Zwar renner koch
s6 bas ich doch.
21. und marstaler^
auch an dem rueder
zoch ich zu mir,
das was swer
in kandiä
und anderswä,
auch biderhär
28. vil mangeiT kytel was mein pestes klaide.
2. •
J. 66n i^aipien, HltvTiint tarMirey, tirckey« ub«r mtx
g^n franckreich, lampart, yspanien, mit zwayeu kunges her
traib mich die mynn auff meines aigen geldes ber,
rueprecht, Sigmund, baid mit des adlers streiffen.
Frahzoisch, morisch, katlönisch und kastiliän,
teutsch, latein, windisch, lampartisch, reuschisch, und romän,
7. die zehen s{M*äch h^b ich gepraucht, wann mir zerftn.
auch kund ich fidlen, trummen, paugken, pfeiffeiu
Ich hab umbfarii,
ins! und arm,
manig land
auff seheffen gros;
der ich genos
14. von Sturmes band,
des hoch und nider
meres* gelider
vast berant.
die schwartzen see 16rt mich ain vas begreifen,
Dö mir zerbrach
mit ungemach
21. mein wargatein,
. ain kaufman was ich,
doch genas ich,
und köm hin,
ich und ain reuss,
in dem gestreuss
haubtgut gewin,
28. das sucht den grund, und swam ich zu dem reifen.
23
i . . Ain kunigin von aivagdo was schdn uiul lart,
dafür ich knyel zu willen, raucht ich ir den part,
mil hendiein weis bant sy darein ain ringltn zart
lieplich und sprach : non mayplus dislig«des !
Vo|» yren handen ward ich in dieören mein
gestochen durch mit ainem messin nedelein,.
7. nach ir gebonhait slös sy mir zwfin ring darein^
die trug ich lang, und iient man sy raicAdes.
Ich sucht zu stund
kunig Sigmund,
wo ich in vand,
den mund er spreut^t,
und madit ain krentz.
14. &6 er mich kant,
er nieft mir schir:
in zaigest mir
hie diesen tant,
fireuntlich mich fragt: tun dir die ring nit laides?
Weib und auch man
schauten mich an
21. mit lachen so
mein persdnier
kungltcher zier,
die waren dft .
zu parpiän,
ir pabst von lün,
genant petrö^
28. der romisch kSnig der zehent und die von praides*
4.
1. Mein tummes leben wolt ich verkem, das ist wär^
und ward ain hialber weg^rt wol zbay gantze Jftr.
mit andacht was der anfang sicherltcben zwdr,
h^t mir die mynn das ende nit erstoret.
Die weil ich rait und suechet ritterliche spjl
und dient zu willen ainer fraucn, des (der?) ich hil,
i
24
7. die woU mein^nie genäden ainer nusseii vil,
bis das ain kutteti meinen leib p«doret.
fr '
Yil manig ding
mir dd gar ring - * - -
zu banden ging,
da mich die kappen
mit der läppen
14. umbeflng.
zwar vor und seyt • .
mir nie kain maid
so wol verhing,
die m^ine wort freuntlich gdn ir geboret.
Mit~ kurtzer snur
die andacbt für
21. zum gibel aus, ■
dö ich die kutt
von mir dft schutt
in nebel raus.
seyd hi% mein leib
mit laid vertraib
mit mangem straus *
28. gellten und ist mein freud halb erstoret.
5.
1. Es wer zu lang, solt ich erzelen all mein ndt,
ja zwingCeDt mich erst ain ausser weites mundiein röt,
davon mein hertz ist wunt bis in den pittern tdd.
vor ir mein leib hat manger savais berunnen,
Dick rdt und plaich hat sich verii6rt mein angesicht,
wann ich der zarten diem hab genomen pflicht,
7. vor zittren, seiiflftzeu hab ich oft empfunden nicht
des leibes mein, als ob ich wer verbrunnen.
Mit grossem schrick
sd pin ich dick
zbay hundert meil
von ir gerosst,
35
und nie getrost
14.* zu kainer weil.
kelt, regen, snee . '
tet nie ^ wee,
mit frostes eyl
ich brunne, waim mich hitzt die lieb snnn^. .
Won ich ir pey,
so ist unfrei
21. mein mitt und mäss,
von ainer fhiuen
so muss ich pauen
eilend strdss
in wildem rAt,
bis das gei^d
\k% yren- hass
28. hulf mir die, mein traur^ kim zu wunne.
»
6.
1. Yierhwidert weib und m6r ftn aller manne zal
vand ich zu nyö, die wonten in der insl smal,
kain schöner pild besach nie mensch in ainem aal,
noch mocht ir kaine diesem weib gehanaen,
Von der ich trag auff meinem «rugk fliii sbere hSrd.
ach got, wesst sy doch halbe meines laides burd,
7. mir wer vil dester ringer offi, wie wee mir wSrd^
und hdt geding, wie es ir must erparmen.
Wann ich
in eilend dick
lyein hend oft winden muss,
mit grossem leiden
tun ich meiden
4^4. Iren grus,
spät und auch fru'
mit kainer ru
so slaff.ich süess,
das klag ich yren zarten, weyssen armen.
26
Ir knaben, maid,
bedenkt das laid, , '
21. die inyni\e pflegen,
wie wol mir ward^ *.
•da mir die eart^
pot yrcjp ßeg^en.
zbftr auf mein 6r, '
west ich nit m^r
ir widergegen,
28. des must mein aug in zähem dick erbaripen»
7.
i. Ich hftn gelebt wol vierzigk jAr, leicht mynder zway,
mit toben, wüeten, tichten, singen mangerlai,
es wer wo! zeit, das ich meins aigen kindes gesohray
^Itdhen hört in ainer wiegen gellen. " .
So kan ich der vergessen ymmer ewigkllch
die mir hat geben mut auf disem ert(e)r!ch
7. in aller werit kund ich nit vinden Iren g(e)l(e)lch,
auch furcht ich s€r M!oh«r weibe pellenn.
In urtail, rdt
vil weiser hfti
» I
gescbetzet mich,
dem foh gevallen
hftn mit schallen
14. liederltch.
Ich wolkenstain
leb sicher klain
vemuffigkltch, .^
das ich der werlt alsd lang begynn zu hellen ;
Und wol bekenn
ich, wais nit wenn
21. ich sterben sol,
das mir nit scheiner
volgt wann meiner
werche zol.
h^t ieh dann got
m 60iiii gebol
gedienCe)^ woi
26. sd Toroht ich klain ion haisser flamme wellen.
1.
i. IX^ie vil ich sng und lichte,
den lauf d^ werfde not,
das achatz ich ala für nichte,
4. wann ich hedench den töd,
der mich nit wil begaben,
wie verr idi von im Ur,
und atelt mir nach dem lebeni,'
8. sein giiig mir nahen! sdr«
An widerpdt in «atzen
zettdn er «as all hiadan,
mit scharfen Mi^en latzen
12. er yedem richten kann«
gut frid ist im zerunnen,*
gar snell walt sein gevert,
wer ich im nit entruimen,'
16. er hdt mich langst verzert.
In wassw und auff lande^
ze rdsse^ fuessen dick
h^t er mich an dem pande
20. verknüpft mit snellem strick,
h^ ich all schetze fanden^
die soldan ye erkds,
die mnesi er hin verslunden,
. 24. wer iclf gewesen Ids, .
Mit vaUei), wassers trencke,
und grösser wunden tieff,
siben mal ich gedencke,
28. noch hab ich kainen brieff.
28
• das er mich sichmi welle
zeit, weil, minul, noch quist,
er ist mein zergeseUe,
32. got wais, wie er mich vindt.
1. Mit wärhait wil ich sprechen,
von 6rst ain not gezalt,
mit ainem pflag ich zn stedien,
4. auf rdssen gros und valt,
ain tur von klafters klymme,
und dreyer fuesse weil,
da für ich durch mit grymme,
8. dannocht was es nit zeit.
Wol vier und zbainzig Staffel
tieff in' ains keler grund,
die viel ich ab mit raffel,
12. mein ros zerbrach den slund,
mich daucht ich woll vensincken
in ainem vass mit w^,
yedoch pdt ich zu trincken
16. den guten gesellen mein.
Darnach über ettlfch wochen
got l^h mir seinen hfit,
ain scheff ward mir zerbrochen
20. auff wildem meres flut.
ich 1^ ein vas begreiffen
mit gutem malfasir,
das roch mich zu den reiffen,
24. verzagt s6 h^. ich schir.
Und nach derselben raise
so was. mein 6rste gftb,
gefangen und ain wayse
28. ward ich all meiner hab.
mein haubt h6t volgesungen,
von siegen ward es kranck .
39
aach ward in mich gedrungen
32. ain swert nfteh halbes langk.
3.
1. Auch swymmen wolt ich Idren
auif aineih tieffen see,
dd schös ich zu der erden, "
4. das mich saeh nyemant mee,
vil über ain gute stunde
dd kdm ich aus der hitz,
visch sucht ich an dem gründe
8. jnit meinem nasen spitz.
GeAihgen und gefuret
ward ich ainst als ain dieb,
mit sailen zu gesnuret,
12. das sehuff meins hertzen lieb,
von der ich hab erworben
mein aigen ieideh swer,
wer sy noch ainst gestorben
16. noch ist sy mir gevar.
Des pin ich worden inne,
dd ich g^n ungern rait,
noch von derselben mynne
20. kdm ich in grosses laid.
in wasser, wetter, wegen ,
husch l^rt ich mayerol,
und was auch hftch belegen,
24. der tauggel ward ich vol.
Das ist ain . wasi^er isnmpern
von höhen klapffen gros,
darin viel ich mit pumpern
28. des gaugels mich verdrös,
ich wett umb all die stainer •■"
palirt durch ed(e01 dach,
ob doch aus hundert ainer
32. plib, gaugelt er mir nach.
30
1. Darnach pey ärkbitb |ftren
mir trauren ward bekant,
von haim sÖ wolt ich varen
4. ain rais in fromde landt,
in Portugal, grdndten;
yspanii, barbarey,
. darinn kdm mir zu staten
8. vil krumper siampSiney.
Ain hertzog hochgdK)ren,
gehaissen fridereich,
bebeist mir seinen soren,
12. des ward ich lutz(e)l reich,
durch in ward ich gefimgen
an schuld auf meinen leib,
ich wand es wer zei^angen
16. auif diser erden plefb.
G(ü llt nit ungestraffet
von seinem höchsten stuel,
des pin ich wild gezaflfet,
20. danck hab mein alter puel,
die mir häl au gepfiffen
vil meines Idhes not,
wie wol sy hat begriffim
24: vor lang der bittre töd.
Ir letz die slach der schauer,
und kratz der wilde per,
die ist mir worden sauer
28. das ich ir nymmer ger.
hiet ich die lieb versudert
pey ainem haissen glut;
des wer ich bas gefiidert .
32. an leib, s61, ^r und gut.
5.
1. Es wer noch vil zu sagen,
dd wil ich lassen von.
31
was ich In jungen tagen
4. geabenteuerl Min
• mit kristan, reussen, häiden,
in krieoben gute seit,
der schnpff wil mir erlaiftenn,
8. seyd micli das alter reit,
• Und wäis, wann er nich zmket,
davon ich lu|b gesait,
stumpfflichen nid^ pucket,
12. wie schöa wer ich beniH.
wurd mich der ricbter hauen
mit seinem strengen sail,
0 wee des grossen grauenn,
16. wem wurd ich dann zu taiK
Darunb, ir fimten, herren,
so gebt enek selber räty
ich tarif euch nit xu l^ren,
20. ir secht wol, wie es gät.
all menig, arm und reiche,
macht euch der siinde keusch
das euch nit ubersleiehe
24. der tdd'mit seim gereusch.
Werlt, mich nymbi ymmer wunder,
wer dick nur hab gepki^,
und siehst teglfch besunder,
28w das uns der töd entrent
heut friseh, starek, morgen krancklich
und über morgen tdd,
dein lob ist unverfanckltch,
32. bedenckst du nit die not.
f.
1. Durch barbarey, änlbiä
dureK liermany in persia .
Il
38
durch lartary in suriA,
durch rdmant in turgift^
5. ybenud,
der Sprung hab ich vergessen«
Ihirch reussen, preussen, eyffenlandt
g^n littd, liffen ubem strsuit
g^n tennmarch, sweden, in prabant,
10. durch ilandem, fninkreich, engelandt
und schottenlandt
hab ich lang nit gemessen.
* Durch arragöo, kastilie,
grändteu und affiren,
15. aus Portugal, yspanie,
bis g^n dem vinstern stereii,
von profentz gön marsilie,
in räces vor saldren,
daselbs belaib ich an d^ ee,
20. mein eilend da zu m^ren
fast ungeren.
Attff ainem runden kpf(e)l smal
mit dickem wald umbfangen,
vil kdher perg und tieffe tal,
25. stain, standen, stock, snee, Stangen,
der skk ich teglteh äne zal,
noch aines tut mich pangen,
das mir der klainen kinditn schal,
mein ören dick bedrängen,
30. band durchgangen.
2.
1. Wie vil mir 6ren ye beschach
von fursteno, kiTnigin gefach,
und was ich freuden ye gesach,
das puess ich alls under ainem dach,
\ mein ungemach
der hftt ain langes ennde.
38
Yil guter witz der ging mir n6t,
seyd ich muss sorgen umb das prdt,
dazu so wirt mir vil gedröt,
10. und t|;ost micli nit ain munditn rdt,
den ich ee pöt,
die lassen mich eilende,
wellent ich gugk, so hindert mich
köstlicher ziere sinder,
15. der ich ee pflag, dafür ich sich
nur kelber, gaiss^ pock, rinder,
und knospöt leut, sbartz, hesseltch,
Yast ruessig g^n dem winder,
die geben mut, als sackwein tut,
20. vor angst slach ich mein kinder
vast hinhinder.
Sd kumbt ir mueter zugepraust,
zwar die begynnt zu schelten
geb sy mir aines mit der faust
25. des must ich s^r entgelten.
sy spricht : wie hdstüs nü erzaust
die kind zu ainem zelten,
ab yrem zor(e)n mir da graust,
doch mangel ich sein selten
30. scharff mit spelten.
3.
1. Mein kurtzweil die ist mangerlay,
nur esel gesang und pfäben geschray,
des bunscht ich nit m^r umb ain ay,
vast rauscht der pach nur hurlachay,
5. mein haubt enzbay,
das es begynnt zu krancken.
Also trag ich mein aigen swer
teglicher sorg, vil poser mer
wirt hauenstain gar seiden 1er
10. mocht ichs gewenden an gever,
34
oder wer das wer,
dem woU ich ymmer dancken.
Mein landes fürst der ist mir gram,
durch poser leute neyde,
15. mein dinst die sein im widerzam,
das ist mir schad und laide,
wie wol mir sust kain fürstlich stam
pey meinem guten ayde,
nye hat geswecht leib, 6r, gut, nam
20. in seinner fursten waide,
köstlich raide.
Mein freunt die hassen mich uberain,
ftn schuld des mus ich greysen,
das klag ich aller werlt gemain
25. den frummen und den weysen,
darzu vil höhen fursten rain^
die sich ir 6r Iftnd breisen,
das sy mich armen wolkenstain,
die wolff nit län erzaisen,
30. gar verbaisen.
IV.
I.
1. IBITer machen well den peut(e)l ring,
und im desselben wol geling
der frag den beg g^n überling, .
dft gelten Yierzeh(e])n pfifferling
5. funffzehen Schilling
der costnitzer geslagen,
und sechzeh(e)n haUer umb ain ay,
der zb^n und dreissigk gelten zbay,
fleisch lütz(e)l, kraut ain gross geschray,
10. aus klainer schiissCe)! gät der ray
von mangem lay,
dem hungrig ist sein magen»
35
Ain wassermiis in ainer pfann^
die prdten kurtz gemessen,
15. bildprat und viscii sein in dem pann,
der turrent ir nit essen.
damit wol auff, hebt euch von dann,
ir seit zuiang gesessen,
zb^n groschen so geh yedermam,
20. des sult ir nit vergessen,
wol anhin hessen.
Nit lenger ich gepeiten mag,
nü ziecht die riem, gesellen,
nach dem sd ist kain andre frftg,
25. ich gib euch kurtze eilen,
und nym die langen ndch dem tag,
das gelt läl von euch snellen.
zal gilt, du must, das ist mein sag,
ich wolts nit anders welen
30. mit ainer kelen.
t
1. Vast suesser wein als slehen tranck
der reuhet mir die kel so kranck,
das sich veryert mein hels gesangk,
dick g^n tramynn st^t mein gedanck,
5. sein herter tbanck
pringt scharffen ungelimpffen.
Wann er gibt freud und hdhen mut,
recht als der sack dem esel tot,
sein rass erschrecket mir das plut
10. davon sd wird ich svrach , unfiriit,
sein wilde flut
Schaft mir den triel verrimpffen.
Zbdr guter kui*tzweil sieht man vil
da mitten auff dem platze
15. mit tantzen, singen, saittenspil
von ainer rauhen katze.
36
g^n uberltng ich nit enwil
mdr frdgen nach dem schätze,
ich holt dann ainen siegelstil
20. da kauifen umb ain ratze
in zu tratze.
Mein wiert der was beschaiden zbär,
er schied das gold von leder,
das nam ich ^n der pettstat war,
25. zbellf Pfenning gulten ain veder ,
und kom ain alter karren dar,
er Hess im nit die reder,
sein lob ich nit gepreysen tar
als ainen paum von zeder
30. des selben fleder.
3.
1. Den pessten schätz ich dd verschreib,
zbär das was mist, und alte weib,
und faiste swein, gemesst mit kleib,
vil floch mit langer weil vertreib,
5. der pauren leib
wolt mir nit lenger smecken.
Doch reut mich noch ain klainat kraus
das was die dierCe)n in dem haus,
zbai prijstlein als ein Oedermaus
10. trug sy vor an irs hertzen paus,
ir kratzen , zaus
vi! mangen tet eCr)schrecken.
Zwdr smale fSsltn als ain schilt
trait sy in paiden schuehen,
15. darob zbay painlin, klain gedilt,
recht als ain dicke puehen ,
ir ermltn, hendltn sind gevilt
weis, als ain swartze ruehen,
vil grösser sieg der was sy milt ,
37
20. mit sweren und mit fluehen
kund sy das tuhen.
Verporgen was der liechte glantz
von perlfn und von spangen
zu Überlingen an dem tantz,
25. und dö man inn solt prangen,
unlobltch was des mayen krantz
pey rosoldchten wangen,
nur pey dem ofen stund mein schantz,
mit kinds geschray umbfangen ,
30. das tet mich pangen.
V.
(Wienerhandschrift.)
1.
i. Der seines laids ergeczt well sein,
und ungeneczt beschoren fein
der ziech g6n costnicz an den rein
ob im diß rayss wol füge,
darinn sd wont manCi)g frewlein czart,
6. dy kunnen grasen in dem part,
ob sich kain hftr darinn verschart,
daz er nil geren trüge,
mit ainer sd traib ich den schimph,
zwar des gewan ich ungelimph,
des IM sy mich ain süssen rimph,
12. als der mich wol erslige.
ain band sy mir imm part vergass,
dy langen hftr sy darauss las,
dy weil der kurczen aines was,
16. sy daucht, es waren kryege.
38
2.
1. Hör, trawt gesell, was ich dir aeg^
genesch wil haben allezeit sieg,
ain andre dy zaigt mir die weg
mit ainer fewst zwn ören,
das mir das besser aug vergieng,
6. wie ich die ^rtrunck zarg Vervieng,
und meinen triel vast darumb hieng,
dest 6 wurd ich zum tdren.
und wer aim leicht , das ist ain gelt,
schon Eis und All (die) gänt den zeit
hin gitrappen über twerches veld,
12. des hab wir nie verloren,
der leib mich da erfrewet ser
des wart mein armer part entwer
gestrowet in dy Stuben hin und her,
16. recht als der sat das korCe)n.
1. Dö ich gedacht am podemsee,
zestund tet mir der pewtel w6,
mit Schilling ich das a b c
must ISren pey der wyde.
Zal. gilt,. du must, was ir gesangk,
6. dem (der?) stainbrecher von Nesselwangk,
vil zomickleichen g^n mir Jdangk,
wes ich dort hann, nit plybe.
in daucht ains wo) , ich war ain Oasch,
er nam das gelt Hess mir die tasch,
ich wil , daz er des klainen gnasch
12. noch kainem nit verczigen.
Ich han gewandelt manig her
g^n preussen , rewssen , über mer,
zwar ich gesach nie scherpffer wer
16. von schinden, schaben germe (gme?)
39
4.
1. Ain hdch gepraBg von klainem glancz,
▼ast, edel, nottig, swacher swancz
was uns nicht tewr an dem tancz
czu costnicz dort in swäben,
und h^t ich funden in solchem lauf
6. so wolfail aller, hendltn kauf ,
der peitel wer mir selten auf
getan in ainem gelt zu schaden,
was ich in ein tag gehab geirrt,
das dawcht die frewltn gar unwert.
sy sprach: ich wer ir hewr als verd,
12. die ab mir wand den kragen.
Ich sayt, Junckfraw, pleibt inn der hewt,
jft seyt ir auch als ander lewt,
oder ist ewer leib von gold gedrewt,
16. das mocht ir uns doch sagen.
5.
1. Zwar mir sayt ainst ain weyse mugg,
geleiche purd prech nymd den rugg,
und siechte gwin ain edle brugg,
dy mocht man g^n und reiten,
wer über well, der über walczt
6. vil manig went, sy sey gephalczt,
und dy gar hdchlfchen kalczl,
sy mocht der lewt noch peuten.
ain yegklfcfas geveit^im selber wol,
des ist die weit der t^ren vol,
wenn ich von costnicz schaiden sol,
12. des enphind ich an der seuten.
ich preyss den edlen guldtn schlegel,
zu dem so kSr ich meineA segel,
ett wo ich in der weit hin kör,
16. des lob ich seiden meyde.
i
40
VI.
i. Es ist ain alt gesprochner rät
m6r dann vor hundert jären,
und wer nye laid versuechet hat
4. wie mag er freud ervaren ?
auch ist mir ye gewesen wol^
das hab ich schon bezalt für vol
in katldn und yspanien,
8. dd man isst gern kastanien,
Und was mein part von freulfn rain
zu constentz hat erliten,
und meiner taschen der siglstain
12. ward maisterlich gesniten,
es ist ain ungeleicber syn
ye zb^n an ain(em) ziehent hin,
also gingCe)s mir zu arragdn
16. und in der stat, haist parpiän.
Der ainen vogCe)l vahen mus,
das er im nit entfliege,
der tu im richten locken sues,
20. damit er in betriege,
in netzen , la tzen auf dem kloben
vil edler vog(e)lwirt betrogen,
den solich list umbgeben,
24. davon er fleust sein leben.
Pfeiffen , trummen , saittenspil
die mdren sumpern, slnegen
dorczu ain volk, gerichtet vil,
28. die tum und vesten truegen,
mit engein wol gezieret schön
die sungen, klungen manchen ddn,
ir yetzlfcher besunder,
32. mit fromder stymme wunder.
41
Entgegen rait , lieff arm nnd reich,
vor staub sd ward ich haisee^
empfangen ward dd wirdigkl(e)ich
36. Sigmund kuniftiger kaiser
g6n parpidn all in die stat.
dd ward gehaitzet im ain päd
%^% man die leck auff gössen,
40. uns hiet sein all verdrossen.
Von.kunigen, kunigln, jung und alt,
bard er gegrtiest mit küssen, •
doch nach den jungen sach ich halt,
44. tet er sich nit vast wischen.
wer zbaiung an den frau(e)n gelaint,
wir hdten uns leicht ee veraint,
wann mit dem peter schreuf(e)],
48. und seinem knecht dem tewf(e)].
Zwar lenger schwäntz kund ich nie schauen,
an leben und an phaben,
wann in dem selben land die frauen
52. binden an den rocken haben,
ring in den dren nag(e)] r6t
ee das ir ain(e) ain hendltn pöt,
sy torst aim ee gepieten
56. ain smutz mit suessem nyeten.
Kunig Sigmund teglich zumäl,
sich arbait achzeh(e)n wochen
mit pabsten, pischof, cardindl,
60. und wer(e)n sy erstochen,
der seinen valsch darinn erzaigt,
und zu der cisma was genaigt,
ich wolt sy all verklagen
64. mit pfeiff(e)n auff aineln wagen.
Manig hämisch list sd ward volbracht
von in mit naigen , pucken,
des hab ich oft ain lange nacht
68. ain mattras muessen drucken,
42
auff seinem här Mi ich kain ru,
es was von ainer alten kue,
die was gehaissen mumme,
72. das sagt mir vert ain stumme.
Und der von oting leuttet mir
gSn tag auff meinem kopffe,
recht als ain rapp aim tdten stir ''
76. tut picken zu dem sehopffe,
des hab ich im vil mangen straich
mit meinem schuch, was gar nit waieh,
nich seiner heut gesmissen
80. das man im sach die rissen.
Herzog von prfg was nit ain tdr,
der lag gevach in sorgen,
ich stund offt hinden auff ee vor,
84. und zaigt im gueten morgen
des ward mir offt ain herter schuch
geborffen zu mit willdem fluech,
da» ich must von im fliehen
88. die deck herüber ziehen.
Zwar dise mer die wer(e)n langk,
biet ich sy recht besunnen,
der paumgartter herr firitzen schank
92. ains morgens weichenprunnen
aus ainem kubel ungesmach,
sein wang, die Joppen und leilach
merckt er mit gelben sbreimen,
96. «das solt herr fritze reymen.
Wann ich der grossen glogken klangk
hört ndch der zal erklingen,
ain kurz(e)weil ward mir zu langk,
100. und lust mich klain zu singen,
ich dacht: du faiges glogkelein,
und wer ich auff dem wolkenstain
mit herren und gesellen,
104. zwar ich vörcht klain dein schellen.
43
Deraelben staimglogken schal
jagt mich mit yrem snmppeni
das ich ain stiegen viel zu tal
106. in seuberltehem pttmppern,
dö fand ich meinen herren stdn
in seinem harnasch als ain andern man,
umbgurt mit ainem swert,
112. sich hub ain wilds gevert.
Mein guter strich der reut mich nicht,
von golde was sein name,
seyd das die kristenhait yerricht
116. ist worden zu narbdne.
Herzog von prtg , bischolF von rfg,
grfts, graflp, kunig Sigmunds sig,
was euch bevolhen eben
120. der I6n wirt euch gegeben.
Und allen den , die harnasch , ros,
zu letz(e) dort hab(e)n gelassen
auch ob ir kainer durch ain mos
124. muest watten in der Strassen,
die haben all genftd davon,
ob sy mit andacht geren gdn.
von meinen rossen allen
128. sd bracht ich auch drithalben.
Zwdr peterlein , dü pose kata;,
ain kind mit valscher laune
dir hdt gevalt der alte glatz,
132. ich hört zu affiftne
ain brieff von kunigen , herren , land,
die vor an dich gelaubet hftnd,
die pffeiffent dir mit grillen
136. zu tantz auff ainer tyllen.
Des trat wir die processidn
ze hauffe mit gedrange
mit pfeifen , trummen , glogken d6n
140. und löblichem gesange.
44
I
des nachtes bard der tantz berait,
secht dö ward peters glatz beklail
von manger schdnen dier(e)ii
144. mit springen und hofier(e)n.
Zwar alle ding verkamt sich knaus,
der strich leit mir im synne,
ye ainer füret zwdn heraus,
148. so Hess ich ainen dynne,
der ging ze rund umb meinen leib,
vil manger nymbt ain edel weib
er deucht sich gar geheu(e)r,
153. wurd im sd vil haimsteuCe)r.
Noch ist es alls ain klainer tad(e)],
seyt mir die schone margarich (margarit?)
stach durch die 6ren mit der nadCe)l
156. ndch yres landes sitt.
Dieselbig ed(e)l kunigtn
zwdn guldin ring slös sy mir dryn,
und ain in hart verhangen
160. also hiess sy mich prangen.
Ain edler nam ward mir gelesen
bisskunte von turckey ,
vil manger want, ich sey gewesen
164. ain haidenischer frey,
morisch gewant von golde röt
kling Sigmund mirs kostlich erbot,
darinn kund ich wol swantzen,
168. und haid(e)nisch singen, tantzen.
Zu pdrfs manig tausent mensch
in heusern, gassen, wegen,
kind, weib und man, ain dicks gedenns,
172. stund wol zbö gantzCe) lege(n),
die teten alle schauen an,
kunig Sigmund romischen man,
und hiessen mich ain läppen
176. in meiner narrenkappen.
45
Die nacid von aller schneie
mit yrem gülden wen^Ce)!
Men in auff seinem stuele
180. noch hoher dann aln engl,
und yede schuel(e) besttnderlfch,
die lobt in sicher malsterlich
in ainem grdssen sal,
184. dd stuenden maister dne zal.
Auff baiden knyen so lernt ich gdn
in meinem alten tagen
zu fuessen torst ich nit bestän,
188. wolt ich ir nahend pägen,
ich mein frau eis von franckereich,
ain kiinigin gar birdigkl(e)ich,
die mir den part von banden
192. verkront mit aim dyamandenn.
In grossen wassern michel visch
vacht nian mit garen strecken,
des ward mir geldes auff aim tisch
196. wol funffthalb grösser secke.
kunig Sigmund füllet mir den strich
mit mangem groschen zier,
was ich dn als verzagen
200. selb drit nur mocht gelragen.
Ehafft not mich dar vermut,
von dannen must ich reiten,
kunig Sigmund, das ed(e)l blut,
204. schneff pald, ich solt nit peiten.
von pdrfs bdt er mir die band,
und sigelt ub(e)r in engelant,
die kunge zu verainen
208. anzu ich das maineCn).
über all die franzos breis ich ain
getrewen%, permafoyd,
des frumckait dunckt mich sicher rain,
212. der edCe)i von sophtd.
46
das wort er von ies Kaisers band
ain hertzog MTirdigklfch genannt,
da manger an den rugken
216. viel mit des stueles bragken.
Wie vii ich sich, bor, sing und sag
den lauff der werlde streime,
s6 ist recht an dem jüngsten tag-
220. ain wätsack als ain rieme,
ain glogkbans gilt ain essigkrug,
dient wir der s6l nach yrem fug,
das sy wer unbetbungen,
80 h^t ich wol gesungen.
VlI.
1.
i. fSolt ich von sorgen werden greis,
und nach dem schaden klug und weys,
des danck ich meines puelen preis,
4. den sy mir hat gemessen,
Der ich zu willen ain mal trug
ain guidein kettenlein gefug
haimlich am arm verslossen klug,
8. des h6t sy rain vergessen,
Seyd mir mit solcher unterschaid
ain eysen dreyer vinger prait
von yren züchten eng berait
12. was an die stat gesessen.
Und ich den tratz must sehen an,
das sy ain andern treuten kan,
der mir vil laides h^t getan,
16; das laidot mir mein essen.
2.
1. AuflP wolgetrau(e)n ich mich verschös
zu ir von rechter liebe grds,
des hab ich mangen herten stös
47
4, desselben gangs erliten,
Dö ich ir kirchfart übersah,
die sy woll reilen, als sy sprach,
kain heiig Mi ir verschrieben nach,
8. hiet sy die varl vermiten.
Doch hab ich es alsd betracht,
die rais wer mir zu gut erdacht,
wann hdt sy mich gdn hym(e)l pracht,
12. so musst ich dort fiir sy piten,
Darumb das sy mir an gever
mit ainem böyen, mich(e)l swer,
die schinpain freuntlfch hin und her
16. hles reiben dne sitten.
3.
1. Wolhin das wendt ain ringer mut,
es ^chadt nit, was die liebe tut,
ye zerter kind, ye grosser rüt,
4. ain liebt ich ir gedrange.
Das pruflPt ich wol , wann sy ist stat,
untasche lieb wil hdn gerat,
des ward ich hubschltch auflP gedrat
8. mit suessen an die Stange.
Viertausent marck begert ir hertz,
und hauenstain es was ir schertz,
das prufft ich bol, dd mich der smertz
12. macht kerren an dem stränge,
dö sy mir pfaiff der katzen lön,
> dd dart ich ir der meuse ddn,
fünf eysen hielsen mich gar schdn
16. durch yren willen lange.
YHtm
I.
1. ÜITes mich mein puel ye hat erfreut,
das hUt ich seyder wo) verdeut
mit mangem ungefegten rösl
den ich durch yren billen kost,
und ist das laider äne zal,
6. geluckes hab ich klainen val,
seyd das sy nüch mit grossem quftl,
hieng mit den füessen lieplfch an ain Stange
dn andern grossen überlast,
den mich ir lieb hdt angetast,
sol ich ir darumb dancken vast,
12. des mus sy von mir warten eben lange.
Repeticio. Von ir ich dol
zu ungern wol
der kinder vol
genant mit siben fuessen,
die trotten mich,
18. und yetten mich,
und knetten mich,
und fretten mich,
21. das ich mein sund mocht püessen.
1. Zu prespurg vor dem ovenloch
ich und der ebser h^ten rät,
zbdr schüren, haitzen kund ich doch,
das ich den kunig furher jagt,
ich melt mich , das er es ersach,
6. er sprach zu mir: dein ungemach
leidst du von der, die an dir prach,
darumb das dir die saitten nymmer klangen.
Ich antbort im kn als gever:
biet ich gehabt ain peutCe)! swer,
als eur genftd vernembt die mer,
12. von meiner frauen wer mir bas gelungen.
Repeticio uts.
49
1. Ich hoff mein sach mocht werden gut,
liess herzog fridrtch seinen straus,
wie er desselben nil entui, ^
s6 ist dem schimpf der poden aus.
sechs tausent guidein wil er hdn
6. die puelsckaft kam mich sauer an,
dd sys verpdt, hdt ichs gelftn,
sd torfft mein rugk yetz g^n der panck nit krachen.
In ungernlant die lange nacht,
dö man die kuss aus sateln macht,
darumb ain yeder mynner tracht, s^
12. damit er puel, das er des schimpff(e)s mufg gelachen.
Repeticio uts.
i.
1. IlTolauff, wir wellen slaffen, -
Hausknecht, nü zunat ain liechtel,
wann es- ist an der zeit,
4. damit wir nit verkaffen,
der letzt ^ sey Werheit, '. •
das laVen, mSnch und pfaffen
zu^nsern beiben jütT^staffen,
8. sich hueb ain poser streit.
2.
1. Heb auff, und Idss uns trincken,
das wir also nit schaiden
von disem guten wein, . ^
4. und lembt er uns die schincken,
s6 mus er doch herein.
herr kopff, nü Ut euch bineken,
ob wir zu pette hkicken,
8. das ist ain klainejf'^pein.
/
(. (
i
w
/
50
3.
o^ n 1. Nü sleich wir zu der turen,
f secht zu, das wir nit wenigen <'■''
mit uiigeleichem tritl.
4. was gilt des staubs ain yren, ^ u
hert wiert, nü halt es mit, .
wir wellen doch nit zuren, '^
ob ir euch werd bekuren /
8. nach polanischem sitjt'.
(iV
1. Her tragt den fursten leise,
damit er uns nit velle ^ ^
auflP got4s erterfeich, i
4. sein lob ich ymmer breise,
er macht uns freudenreich .
l ye ainr den andern weyse, /
wij^rt, slipff nit auf "dem eyse, '
8. wann es gät ungeleich. / " ^
5.
i. Hin slaffen wjeli wir walfzen, S'^(
nü fragt das hausdiemelein,
ob es gepettet sey, i
4. das kraut hat sy versali^zen,
darzu ain guten pre^, ^
bas sull wir darzu kaltzen, ' \j-
es was nit bol gesmaltzen,
8. der scheden wären drey. ^
V.
X.
i.
1. 0ü, huss, sprach der michel von bolkenst(ain) ,
so hetzen wir, sprach bswalt von wolkenstain,
zu , huss , sprach her lienhart von wolkenstain,
4. iSy muessen alle fliehen von greiffenstain geleich.
51
2.
i. Dö hub sich ain gestober aus der glut
all nider in die kofel , das es alles plüt,
pantzer, und armbrost, darzü die eysenhüt,
4. die Hessen sy uns zii letze, dö burd wir freudenreich.
3.
1. Die hantberch, und hutten , und ander ir gezelt,
das ward zu ainer aschen in dem obem veld,
ich hör wer ub(e)l leihe, das sey ain poser gelt,
4. also well wir bezalen, herzog fridereich!
4.
1. Schalmutzen, schalmeussen niemant schied,
das beschach vorm raubenstain in dem ried,
das mangem bard gezogen ain spannlange niet
4. von ainem pfeil geflogen durch armbrosts gepiet.
5.
1 . Die pauren von sand jdrgen , die gantz gemaine,
die betten uns gesworen valsch unraine,
dö komen gut gesellen vom raubenstaine ;
4. got gruess euch, nächtgepauren , eur treu ist Maine.
1. Ain berffen und ain schiessen, ain gross gepreuss,
hub sich an verdriessen , glogg(e)l dich und seuss,
nü rur dich , gut hofeman , gebin oder fleus I
4. auch barden daselbs besegnet vil dacher unde meuss.
7.
1. Die potzner, der riten und die von merän
hafning , der melten , die zugen oben heran,
serntner, senesier, die fraidigen man,
4. die wolten uns vergnen , dö komen wir davon.
XI.
i.
i. O phaltzgrafl^ ludCe)weig
bey rein,
so vein,
dein steig
4*
52
gibt praite,
6. schraiUe
tugent gros,
kainer dein gends,
Dir nicht geleichen mag,
hör mich,
was ich
42. dir sag,
sich klerlfch,
perllch
vindet das
nach adelfcher mäss,
Die rurstu,
18. üurstu
in stetem schilt
durch manhait,
weishait,
wdrhaift, milt;
auch freuen
24. dich die frauen, permafoy,
hört ich von deim getreuen
26. gemäh(e)l von sophoy.
2.
1. Ich nun dich haid(e)lberg,
lob(en),
oben
auf dem perg,
das schone
6. frone
mundlfn rdt
dk zeren mues und prdt,
Mit züchten wolgemut,
ir 6r
ist sdr
12. behut,
53
durch metzlyn ,
ketzlyn
katrichin ,
agnes , und engichin ,
Der jugent ^
18. tugent
wolgezieret
mit band(e)I,
handel
ungefieret ,
des lob ich got den milden,
24. was ich kan,
das er alsd kan pilden
26. schon kindichtn wolgetän.
3.
1. Dd ich den necker k6s,
der pach
gemach
nit flds
in rein ,
6. der main,
darzue , die nau ,
umb pingen neckerau.
Dein scher(e)n ungenetzt
der laschen
maschen
12. setzl,
an rueff
schueff ,
ich mir gut gemach
zu manhaim, pacherach,
Unfrostltch ,
18. köstlich
mein da ward
gepflegen
engegen
54
von dem lieben part ,
der mich hat schön bedecket
24. mit fuchsen swer,
durch marder s^r erschrecliet,
26. das spil liefT mir nit i^r.
XH.
I.
i. 'Von wolkenstain
wolt ich zu coln guter laun,
und köm gtn saltzburg eu ainem wirt, gehaissen praun,
4. der h^t ain also tugenthafte schone fraun,
frolfch mit Sren
hoflich ir gemuete.
In guter main
8. vil zucht ist mir entgagent zwkr
von ir unsträflich ; danck hab die seuberlfche klär,
mit gutem hertzen wünsch ich ir vil lieber jär,
got bell ir mSren
12. hail durch all sein gute.
Zbär meiner kunst
durch gut vernu(n)fft
des ynnen ward
16. ain bischofi* gros,
ertz wi erden gnös,
herr eberhart.
der schickt nach mir
20. kurtzlichen schir
ich zu im kart,
ob seinem tisch
dick essens ward ich muede.
24. Vil grösser freud
zierlicher geud,
wellend ich kumm,
ward mir bekant,
55
28. der ich da vand
ain mich(e)l drumb
durch mangen trit;
das weis ich mit
32. dem reuUer frumm
der praitHch frisch
34. besach der werlde plude.
2.
1. Iq freym gelaiu
sd ward ich aber wegehafft
g^n münchen pald, ich danck der edl(e)n ritterschaft,
4. die mich da lud. zu guten frauen, schon gezafft;
nach unserm lug
begund wir singen, schallen.
Von guter hait
8. vil manger bein ward mir geschanckt
i& augspurg, ulmen, des in mein dinst noch willig danckt.
zu ulmen vand ich ainen tantz , köstlich verschranckt,
von freulein klug,
12. die künden hoflich schallen.
Ain edelman
der weist heran
sein 61ich kan,
16. für mich zu stdn:
„nü haiss mir den
bilkomen schon. ^
sy sprach zu im :
20. yyich wol vemym
dein krumben d6n;
was mocht mir, ach,
der weghart wolgefallen ? "^
24. Sdr ich engalt,
das mein gestalt
fürt halbs gesiebt.
wer ainen wigt
28. nach schauen, der pfligk
56
der bitze nicht;
«
ain siecht gewant
tet mir die schant,
32. als oft geschieht.
mein mant(e)l sprach:
34. „wes liesstü nit dein wallen?*^
3.
1. GSn HaidCe)lberg
rait ich zu meinem herren reich,
fSnff forsten Von der kur vand ich da birdigkiCe)ich,
4. von colen, maintz und triel drei bischoff höher zeich,
pfaltzgraff pey rein,
margkgraff, brandburg gemachet.
Hoch auif den perg
8. schrait ich g^n hoff gar an die tur
für hertzog ludwtg, d^i ich für all fursten spur
. an frum(i)kait , gotlicher milt. dö körn ich fiir,
gutlichen vein
12. bard ich von im versprächet,
Schir must ich singen,
hell erklingen
manig liet
16. an allen jftmer;
in sein kftmer
ich geriet ,
darinn zu ligen,
20. unverzigen
solcher miet,
und er ward nie
den freuden mein erbachet.
24. Von mant(e)l, rock,
recht als ain tock,
ward ich beklait
durch fuchs und ma(r)der,
28. mein wallgehader
von mir lait ^
57
huet, underzogen,
körn geflogen
32* auflp mein schait(e)I ,
sein rät ich ye
34. must sberen , still verdachet.
4.
1. Auf ainem volen,
und schiffe ich zu colen für,
von dann gdn auch miet ich ain karren bilder rur,
4. nur plitz und platz bielg er ndch ungeleicher snur,
des ich empfand
durch kümmerlich gep6sse.
Hein herr von colen,
8. und der von perg , zb^n fursten süss ,
bebeisten mir genedigkllchen iren grus ,
wes ich aldä begert, des ward mir sorgen pues ,
gunstltch an schand
12. durch furdemisse grosse.
Nit m^r ich sprach ,
was mir darnach
kuntlfchen bard,
16. ab nach dem rdn '
sucht ich gut wein.
die widerfart
von furstenberg
20. gdn haid(e)lberg
zu meinem part,
herzog genant ^
pfaltzgraff, kurfursts gendsse,
24. Der zerung, spers
mit gutem fleis
für mich pagart;
bellend ich kös,
28. sd was ich 16s
mit kne«ht und pherd.
58
nü pin ich hie ,
und bais noch, bie
32. es sich verdarl ,
ee ich zu land kom
34. in meins beibes schösse.
2un.
1. Durch abenteii(e)r, tal und perg
so wolt ich varen, das ich nit verlege,
ab nach dem rein gdn haidCe)Iberg ,
in engeland stund mir der syn nit trage,
5. gdn Schottland, yreland über see,
auff holgen gros g6n portugäl ze siglen,
nach ainem plumlein bas mir wee,
ob ich die liberey dft mocht erstiglen ,
von ainer edlen kunigtn
iO. in mein gewalt verriglen.
2.
1. Von lizabdn in barbarey
gdn zepta , das ich weylent halff gewynnen,
dö manger stoltzer m6r sd frey
von seinem erb must binden aus entrynnen,
^. gränäten hSt ich bas versucht,
wie mich der röte kunCi)g noch hiet empfangen,
zu ritterschaft was ich geschucht,
vor meinen kindlein wer ich darin gangen,
dafür must ich zu tisch
10. mit ainem stubenhaitzer prangen.
3.
1. Wie wol ich manchen herten straiff
ervaren höt, des hab ich klain genossen,
seyd ich ward zu dem stegeraiff
mit baiden sporen seuberlich verslossen.
59
5. dieseibig kunst ich nie gesach
doch hab ich sy an schaden nit gel^ret,
dd klagt ich got mein ungemach
das ich mich hdt von hauenstein verferret
ich vorcht den weg g6n Wasserburg
10. benn sich die nacht versternet.
4.
1. In ainem winckel sach ich dort
zu vellenberg zwo pöyen eng und swere,
ich swaig und redt da nit vil wort^
ye doch gedacht ich mir notücher mere,
5. burd mir die ritterschaft zu tail,
in disen sporen mocht ich mich bol streichen,
mein gogCe)Ihait mit aller gail
geriet vast traurigkitch ab in ain keichen.
was ich gut antids darumb gab,
iO. das t^t ich haimeieichen.
5.
i. Alsd lag ich etlichen tag
der romisch kung die sorg mir nit vergulde
das ich nit wesst, wann mir der nack
verschroten ward, wie wol ich höt kain schulde.
5. zblr oben , niden , binden , vor
was mir die huet mit leuten wol bestellet,
wart, peter merckel zu dem tor
, er ist bescheid, das er uns nit entsnellet,
mein listikait h^t in der fürst
10. die ören vol erschellet.
6.
1. Darnach sd ward ich g^n insprugk
ein preui^sen vart g6n hoff köstlich gefuret
dem meinen pferd all über rugk
verporgenltchen nyden jzü versnuret ,
5. eilender rait ich hinden ein,
und h^tt doch nit des kaisers schätz verstolen,
man parg mich vor der sunne schein,
60
für springen lag ich zbainzig tag verholen,
was ich dft auff den knyen zerais,
10. das spart ich an den solen.
7.
1. Ain alter swab, gehaissen planck,
der bard mir an die seitten dick gesetzel.
ach got, wie pitterlich er stanck,
von seinem leib bird ich sein nit ergetzet.
5. er trug ain pain mit ainer kluft,
der fttem ging im wilde von dem munde.
darzu s6 velscht er oft den luft
vast ungehabig niden an dem gründe,
und ob er noch den rein versbelt ,
10. wie wol ich im des gunde.
8.
1. Der peter haitzer und sein beib,
planck, und ain Schreiber, der was teglfch truncken,
die machten grausen meinem leib ,
bann wir das pröt ze samen bürden tuncken
5. symm ainer grotzt, der ander hielt
den pommhart niden mit der langen mässe ,
als der ain puchs vonander spielt,
die überladen wer durch puIvers Msse.
hofier(e>i das was mangerlay
10. von in durch volle Strasse.
1. Mein frolfchait gab tunckeln schein,
dd mich gedanck hinhinder machten switzen,
das mich der pfaltzgraff von dem rein
vor kurzlich pat ob im zu tische sitzen ,
5. wie gleich der valck den kelbern was.
der romisch kung h^t mein sogar vergessen ,
pey dem ich auch vor zeiten pas,
und halff das kraut aus seiner schussel essen,
dawider was ich von dem vierst
10. abgfallen ungemes^en.
61
10.
i. Noch wais ich ainen in der lauss,
mit namen kopp, den kund ich nie geswaigen,
der snarcht recht als ain hafenreuss,
wann in der starchk Iramynner drang zu saigen.
5. zwar solhen slaff ich nie gehört ,
des must ich baide ören dick verschieben ,
mein haubt hdt er mir ofl bedort,
das es mir vonenander bolde klieben.
wer ich ain weib umb alles gSi
iO. sd mocht er mir nit lieben.
11.
1. 0er kreyger und der greisnegker^
moll trugsatz redten all darzu das pesste,
der saltzmair und der neydegker,
freyn, grdfen, saldenhorn, freunt und gesste,
5. die pdten all mit rechter gier,
den fursten reich , durchleuchtig hochgeboren ^
damit er wer genedig mir,
und tet kain gach in seinem ersten zoren.
er sprach : jd werden solich leut
10. von pomen nit geboren.
12.
1. Dieselbig red was wol mein fueg,
mit meines puelen freunt miist ich mich ainen,
die mich vor jären auch beslug
mit grossen eysen niden zu den painen.
5. bas ich der mynn genossen hab,
des werden meine kindlein noch wol innen,,
wann ich dort lig in meinem grab,
sd müssen, sy yre hendlein darumb winden,
das ich den namen ye erkant
10. von diser hausmanynnen.
13.
i. Da sprach der herr aus zornes wän
g^n seinen reten gar an als verdriessen:
62
wie lang sol ich in ligen län,
kund ir die^taiding nymmer m^r besliessen?
5. was hilfft mich nü sein trauren da,
mein zeit getraut ich wol mit im vertreiben ,
wir mu essen singen (ä s61 \ä
und tiehten höflich von den schonen weyben.
pald ist die urfech nit berait,
10. so Idt sy kürzlich schreiben.
f4.
1. Dem Kanzler ward gepoten zbdr
aus meiner vancknuss halff er mir behende,
geschriben und versigelt gar,
des danck ich herzog fridrich bis an mein ende.
5. der marchschalk sprach: nü trit mir zu,
mein herr hat deines gsanges kaum erbitten,
ich kom für in, dö lacht er fru,
secht dö hueb sich ain honen dne sitten.
vil manger sprach : dein ungevell
10. soltü nicht hän verriten.
15.
(WienerbRQdsclirift 1 — 10.)
1. Dd batt ich in an allen hass
für meinen frewnd, der ist für war ain freye,
der newnthalp jär gelegen was,
gevangen in des edlen fürsten kreyge.
5. er sprach: nü für in mit dir haim
und hilf im durch sein frewnd genäde suchen.
also kärt ich gdn hawenstain
zwftr disem fursten sol ich nymmer fluchen,
das er mir noch s6 wol getrawt,
10. des helf mir got geruchen.
ie.
1. Der wlrdig got, der haimlich got,
der bunderlfch in den vil auserkoren,
der liess mir nye kain freis gepot
die leng , des hin ich oft ain spil verloren.
63
5. mein teutschikait und üppig 6r
ist mir durch in dn waciser ofl erloschen,
wann zeuch ich hin, so wil er her,
in disem streit wird ich vil uberdroschen,
verdiente sträss zwdr umb die mynn,
10. gestdt mich mangen groschen.
UV.
i.
is komen neue mer gerant
von ainem gräfen süss genant,
wie sauer der sein gesst empfächt
dort in Runtzeliftn.
5. Hin für den pabst gelangt der schal
g6n R6m für mangen cardinäl,
daraus so ward ain grösser pracht
von beiben und auch man.
Die kirchweich was bestalt
iO. von pauren und von knappen ,
die herberg sy da puchten auff,
und luifen an die trappen
mit keulen , spiessen wol betracht
auff ainen posen wan.
i5. Sechzehen gesst gezalt
die pischoff wolten weihen,
und welcher da kain peulen h^t,
der dorfft sein nit zu leihen,
beraiter vier für ain gemacht
20. ettltcher pracht davon.
2.
1. Der wiert bard an dem ersten straus
geborffen zu dem venster aus,
alsd das im derselben zech
bard sein geleicher tail.
64
5. Dietrich fannauer, jancko knab
nur pey dem hdr die stiegen ab
geschindert bürden also frech,
das bas ir gross unhail.
Mein öheim matheis slick
10. der hub sich zu dem tache
recht als ain katz zum venster aus.
er sprach: es wil sich machen,
ich holt und wer ich auf dem lech
in ainer zullen gail.
15. Doch ward im auch ain pick
zu seiner nasen gruschel ,
den er zu röm wol viertz^n tag
liess sehen für ain musch(e)l.
germann sein knecht, ain velss gerecht
20. mdss hdch an alle sail.
4.
1. Herr gotschalk und herr mert von speir,
ir jeder trug ain krumpe leir
von seiner achsCe)! auif den daum
in ainer pinten beis ,
5. und was in freuntschafft m^r beschach,
sy klagten s^r den ungemach,
des hab ich wol genomen gam
an in mit gantzem fleis.
Herr hans von Denemarch
10. ward auf ain loch gedrungen
ab durch die pun in ainen stal,
das im die dr(e)n klungen,
als ob er leg in ainem tram
pey ainem feure hais.
15. Rigö von wiene starch
ward auch hin nach geschupffet.
dö schray er laute: wer ist hie?
wie pin ich des erklupifet!
65
ich bond, du werst der pune pam.
20. in sorgen wird ich greis.
4.
1. Von siegen ward der steren pld
und schraj : misericordid ,
das halflP in lutzel umb ain ay,
im bard sein rechter Idn.
5. Noch sind ir siben ungenant ,
darumb das ich sy nit erkant,
die all in disem hurlachay
die beich empfiengen schön.
Ir rugk , fuss , lend , und pain
10. die pischoff wol erplauen , •
und welcher ye was komen dar,
den hdt es s^r gerauen.
dö canta dultz den ßrlafay
pfaif durch ain sauren dön!
15. Ettl icher dd ergrain
recht als ain alter karren,
der nie kain smer empfangen h6t,
und ward zu ainem narren ,
dd sich empferbt in dem geschray
20. sein leib durch röten trön.
0.
1. Der kirchtag was also besatzt,
und belcher nit drey stiegen platzt,
secht oder zu dem mynnsten zbö,
der was nicht recht gewei(c)ht.
5. Und wer der keulen nit empfandt ,
die sy dar prachten in der handt,
wie wol des manger ward unfrö,
der h^t nit recht gepeicht.
Als diser marckt passart,
10. und es begund zii tagen,
sy sprächen anenander zii
mit senikltchem klagen :
5
66
erheb wir uns aus disem strO,
ee man uns pas bestreicht.
15. Ir kainer auff ain pferd
mocht sytzen äne kreisten ,
da ward gesehen hend und fuess
verpunden mit den reisten ^
zwar unvergessen sunder drö
20. in yres hertzen seicht.
XV.
1.
i . \¥eT die äugen well verschuren mit den prenden ,
sein leben enden
mit guten zenden,
übel essen, ligen in dem strö
der fug sich in die lambardie,
6. iä vir manger wirt unfrö.
tieff ist das k6t,
teuer das brdt ,
ungotiich reu
mit valscher treu
sol man da vinden tegltch(en) new,
12. das ist ain speis, der ich nicht kew.
2.
1. Wer nach der wäge ringe hechten kauffen welle
für ungevelle,
so fail, geselle,
ainen , der . ain staine leber trag ,
Yorsch in des kaisers cancellfe,
6,. wo man soihe visch erjag,
gSlcher, mach kund,
was gab *ain pfund ?
pro zinck soldtn
et tr6 zesin!
also galt sich das leberlein vin
12. von disem sutten hechtichtn.
67
3.
i. Hermän, marquart, costnilz,, ulmen, wer das leben,
uns freuden geben
von munditn eben ,
und mein oheim hinder dem ofen wer , '
das wer ain pesser stampanfe,
6. wann das uns der peut(e)l lär
wirt zu placentz,
mein conscientz
wirt oft s6 swach ,
■
wie wol ich lach,
so das mein Schreiber, dick gefach,
-12. klagt seinen grossen ungemach.
*
1. Sebastian, werstüs ain ochs zu florenzöla,
oder ain canidla,
und zugst cum ddla
tegltch mist auflp ainem wagen gros ,
das nem ich fSr ain suessen breye ,
6. fiirbär ich geb dir auch ain stös
zu deiner prust,
als du. mir tust
mit valscher gier,
grob als ain stier,
zwar desgeleichen fidelt ich dir,
i2. und burd dir mdr, das stund zu mir.
XVI.
i.
1. Von trauren mocht ich werden taub,
seyd das der vorder winterktai^b
herwider hat gehauset sich
auff seinen alten sitz ,
5. Der ist sd nfthent pey der lur ^
gelegen mir durch mangen spur,
5*
68
des mag ich klain erfreuen mich
das macht sein grober litz.
Kellt, reiff, und grossen snee,
10. den pach verdeckt mit eyse
bracht er aus des posayers haus ,
des nam ich auch nit preyse,
wann raine frucht aus posem ay
köm nie von vogels hitz.
ib. Gras, pluemen , gruener klee
gantz seyder ist versbunden ,
verflogen sein die vogelein ,
der bald ist laubs beschunden,
die sunn verlos von seim geschraj
30. zu hauenstain den glitz.
i. Nu mir der paüer ist gevar,
und auch g^n brichsen nit wol tar
darumb das ich erzürnet hän
ain klainen ungenant.
5. Mit ainem smalen widerdries,
den ich p6t dem geraden viess.
so reut mich klain, wes ich dem gan,
der mir den schimpff da bandt ;
Der freveliche slupff
10. dem risen wer geweret,
den er zu seiner metzen tut,
und alle gassen keret
mit ainem mantel gabriel,
des faul dir m^r ain zandt.
15. Ich nam ain grossen klupif,
als der mir straspurg gäbe,
ob in allen wurd ausgefegt
mit ainem haissen schabe,
die mynn da pflegen sunder hei
20. durch gogeliche schanck.
69
3.
1. Ich wont mein sach wer richtig gantz,
mir an der treu aö lag der stds,
das merckt ich wo] an aim gerün ,
das stdb aus faulem luft,
5. Da sweigen was mein pesste schantz
got sey gelobt , wes ich gends ,
dö man die rige] und die zeun
sd gern hiet vermuiFt.
Noli me tangere,
10. laich mich nit^ pertzly uüt
bas sich nit gelimpffen mag,
das rieht man auf ain stule
schön mit der neuen handt beluckt
nach welischer vernuft.
15. Leicht tun ich mir so wee
mit smucken und mit smiegen ,
ob ich den pauch noch reckenn mocht,
leicht hulff ich ainen biegen,
der mir den staff(e)I geren zuckt
20. tieflP in des meres gruflfl.
4.
1. Ach colen, wienen, maintz, päris
affidn , costnitz , nurnberg ,
was ich ye freuden da gesach ,
die g^n mir hie nit In ,
5. Darumb das ich von ebner bis
oiFt hausen mus auff hohem perg ,
das macht ain beib under ainem tach
von swongaw, der ich pin,
Und darzu manig kynd,
10. die mir den schimpff zerrütten ,
darumb das ich bedencken mus
wie ich sy mug beschütten ,
das in die bolff verzucken nicht
das protitn und den bein.
70
15. Ain mu die andern vindt,
wers alles wil besorgen ,
das tu mein herre osterrich
umb seinen schätz verporgen
der töd die leng vil sach rieht sucht,
20. und mangen krumpen syn.
XVIL
1.
i. Des grossen herren wunder
nymant volsingen mag,
doch wil ich ains besunder
4. vast legen an den tag,
wie sich der mensch formiret
in der pldndten purt.
von dem er wird gezieret
8. gesbechet und gnäturt.
Zwellf zaichen , klär durch yetten ,
die folgen auch darzu
mit siben der plannten
12. tegltchen spät und ffu?
sich maisterltchen senckenn
tieff in des menschen prat,
darnach es sich mus lencken
16. mit leib, synn und gemut.
Ain planet ich euch melde
von ärst der sunne Aus,
darnach des manes zelde,
20. mars und mercürius ,
jovis, venus, zbdn klage
zu recht nymant verdringt,
mit seuberlfchem fuege
24. säturnus zu in springt.
Der leö in seinem zaichen
ain zbelfer ist genant,
71
ain krebs mit seinen slaichen
28. geleichet dem torant,
stier, bider , die junckfraue,
das zbiling, visch and schütz
leg auff die wäg und schawe ,
32. wasserman, den stainpock sprutz.
2.
i. Und welcher von der sunne
Orient geboren ist,
dem gibt der leo die wunne.
4. starck, ring zu aller frist,
klug , fundig , hais und fraidig ,
ersam , auch dick gesunt ,
sleffrig und seiden laidig,
8. unbleiblich zu aller stund.
Smal fuess, und mitten klaine,
brait antlutz, brüste gros,
klain haubt, klär eugltn raine,
12. schon nas , nymbt ir genös ,
dick vorsehen nftch dem schaden,
vil mar der sind sie froh,
undienstitch , hübsch geladen ,
16. und achtent klain der dro.
Der mon ist kalt und feuchte,
der krebs also gestalt ;
ir menschen faist^r euchte,
20. der slaff tut in gebalt.
gross haubt , und klaine äugen ,
sinbel der nasenspitz,
von lugen gros in laugen,
24. seumig, launiger witz,
Cheusch in der mynne wunder
vil frtud ist in ain gast,
und alzeit gern besunder,
28. von herter heut getast ,
n
duim lebsea, klaine zen(te,
der amplick langk g«zafft ,
smal scIuritOT , dicke hende ,
32. gebart gar tngenthafft.
1. Ain herr der bösen glider,
mars dürr und grymlfch hais,
der torant und ain bider
4. st^nd in dem selben krais,
ir lob ich nit vast treute
in menschlicher nätür,
sy fruchtent vast swach ir leute
8. mit leib, synn und iigür.
Ir volk ist gar verlogen,
krieg , sielen , rauben tut
unendlich , gar betrogen ,
12. schennt fraun und briester gut.
dünn, wang gerumpffen, rümer,
teuff äugen in der prä ,
brait schulter, weit meulig, lumer,
16. valsch zung, bcs hie und da.
Ain adelar ifth vinde
an dem mercurio ,
darnach ain hiibsch gesinde ,
20. junckfrau , das zbiling sd.
die würcken gStlfch kristen ,
reich , mild , wärhaft , getreu ,
scharff tichter, klug Juristen,
24. stainmetzer, goltsmid new.
Die red mit red verkören.
hübsch praun, ain mittre leng,
vorchtig und hören geren
28. fromd sach, ir antlutz eng,
lang nas , ain höhe stieren ,
schon äugen , dick das h^r ,
73
»
versbigen weis ir hieren
32. rain sauber über Jdr.
4.
ir Jovis, der tugent kröne,
über alle tugent frisch,
der schütz- hilfft im des schöne,
4. darzu der edCe)l viseh.
feucht, hais, zu fride schiessen,
sich schämen poser weis,
höflich an als verdriessen
8. zu waidenhait den breis.
Klain haubt , schon här , murr nasen ,
gross prust, ain rund persön,
eng brä , dünn lebs dn vasen ,
12. lang zend, dick waden gedön,
misstraurig , wanckler synne ,
zu reiten gier von stat,
genaiget zu der mynne,
16. heugltch zu aller tat.
Venus , der wunne Jiaile ,
sein menschen waideltch
die wäg, des stieres gaile,
20. sy machet gog(e)lr(e)tch
mit saittenspil und singen,
was die nätür erfreut,
zu puelen, tantzen, springen
24. sy nymant ubergeut.
Dick haubt , klain hals , vil locke ,
sbartz äugen, stieren brait,
lang krump der nasen schocke ,
28. gross zend, schön hend gemait,
kurtz arm, klain dicke fuesse
nach der persön wol lanck,
die unkeusch ist in suesse,
32. das nächst ir liebster gedanckh.
, «
74
5.
1. Satur(e)n kalt, dürr geboren,
sein kinder bos gelart,
der stainpock mit den hören
4. st^t in der selben art
zu morden, Stelen, rauben
frauen schenteti sind bekant
zu spil sbern, trinken, glauben
8. untreulfch, sind gewant.
Von aissen eng, ring, tesig,
trüb äugen, sbartz, aas flach,
dick här, prait hertz, gar hessig,
12. dick leibs, töröt ir sach,
gach durch des zornes flamme
zu wanck(e)lhait geplunst ,
ausrichtig von dem stamme
16. des Wassermannes flunst.
Doch wird ir Aus gemenget
vom zaichen wasserman
ain tail davon gesprenget ,
20. als ich euch sagen kan,
sich schämen diser Dinge,
blaich, weis ir angesicht,
ir Zukunft mit gelinge,
24. natürlich, nymbt vernicht.
Doch hat der mensch ain adel
von got natürlich prait
ob in ain poser tadel
28. berürt als ich vor sait,
das er im mag entrinnen
durch tugenthaflte spreutz,
und fleiss sich rainer synne
32. mit hilff des heirgen kreutz.
75
xvin.
1. Ich hab gehört durch mangen grannss
mit ainem Sprichwort dich ain tdren triegen ,
sym , lippel wer ain gute ganns ,
h^t er nur vedern , das ihm slaunt zu fliegen ,
5. pey dem ain yeder mercken sol,
das sich die leuff in mangem weg verkdren,
das prueft man an den gensen hol,
ir einvalt sy gescheidiklichen mären
zu bäheim und auch anderswo ,
10. d6 sy die vedern rßren.
2.
1. Dais federspil hat sär verzagt ,
die adler, falcken, habich, sparber smieren,
sein paiss mir laider nit behagt,
wann ich ir schellen vast hör tympelieren ;
5. des wirt vil manig edl geviecht
von ainer groben gans ze t6d geslagen ,
gepissen s6r und gar verdiecht.
wie das beschicht , darnach durift ir nit fragen,
wann alte sund pringt newe schäm
10. hör ich die weysen sagen.
3.
1. Ir edl(e)n valken pilgerin,
eur nam ist gaistHch wirdigkltch gepreiset,
mit ewrm flug vil hoher hin ,
wann ander valken , kurltch unterweyset.
5. ain maister gros von oberlandt <
eur 8nab(e)l sSess hat vorchtigkltch verhurnet.
nü Ut euch reultch wesen ant,
wo ir denselben herren hdnd erzürnet,
und mausst die alten federn ab,
10. leicht wirt die gans verdurnet.
76
4.
1. Ir saiger pläfus, nemet war,
als edl geviecht der kristenhait besunder,
seyd euch entst^t ain genslich schar
von ainem land, des lät euch wesen wunder.
5. des hört man oft ain genselein
durch seinen vaisten kragen spotlich lachen,
hol auff, all vogel, rauch und rain,
hilft , adler gros , dein sbaimen läss erwachen
fliegt scherflich ab und stosst die gennss ,
10. das in die rugk erkrachenn.
5.
1. Nu huss , nü hass dich alles laid,
und heck dich lüciper, pilätus herre,
des herberg wirt dir unversait,
wann du im kumbst aus fromden landen verre^
5. und ist dir kalt, er macht dir warm,
mit ainem pett so wirstü nit verlassen^
vil gut geverten, reich und arm,
die mochst du vinden auff derselben Strassen,
wildü den vorlauff nit verlän,
10. sein I6r die wirt dich hassenn.
6.
1. Ain yeder vogCe)l in der werlt
sein orden haltt, in dem er ist geboren,
mit seinem gelauben unvermelt,
wann nur die ganns wil tragenn krampe hören,
5. damit sy ander vog(e)l rain
Verstössen wil , sich selber gar versencken
mit tie£Pem flug von der gemain
gän feuerspach tut sy die federn schrencken,
die gschrift zu velschen m^r wann all
10. ir vordem ye gedenckenn.
7.
1. Den pesten vog(e)l, den ich wais,
das bas ain ganss , vor zeiten ward gesungen,
77
das hat zu bdheim in dem krais
verk^ret sich, wann in ist misselungen
5. mit ainem bort, bo vor das pesst,
in disem raien mercklich ist gestanden ,
dawider schreiben maister, gest
das posst so man es vindt in allen landen,
also hdt sich die gans verhört
10. ddselbs mit grossen schänden.
8.
i. Ir braiter fues mocht berden smal,
holt nur ain man , der uns all hdt beschaffen ,
bie der vergass seins zornes val
und stiess durch parmung !n sein veintltch waffen,
5. das er über uns gezogen hat
mit ^charffer sneid und grauss(e)l!chem spitze
umb unser grosse missetät,
die wir teglich begän durch sunden glitze,
der kaine ungeschaben pleibt
10. mit peinikltcher hitze.
9.
1. Ir guten cristen , seit gemant,
andachttigklich helft uns den Fürsten flehen,
das im sein zorn berd gewant,
den wir durch grosse zaichen ra*chltch sehen
5. in franckreich, eng(e)lant, cätalön,
in lampart, und zu bdheim auf der mitte
mit tnfluss mansleg sterben gän ,
und durch gelauben ketzerlicher sitte.
stee für, maria, b^ndt dein kind,
iO. ich wolkenstain das pitte. dmen.
1.
1. Kain ellendt tet mir nie so ant
von klainer sach in fromden land ,
nur bann ich vand.
78
4. die herberg voller kinder.
Ir schreyen hat mich dick bedort,
das ich offt jselber nit gehört
mein aigen bort,
8. und sunder in dem winder,
S6 ich den langen tag erfrös ,
muedlichen rait, g^m ^ent zbär des klain gends,
ain Stuben gros
12. die ward mir oft zu enge,
In manger biegen dick ergal
ain kindlfn klain, das es mir durch die 6r(e)n gal,
die nachtigal
16. mich freuet bas die lenge.
2.
1. Ir rumpeln gros mit hurlachay,
dafür lob ich den grünen may,
und sunder zbay
4. freuntlfch darin gesellet.
Noch ist sein vil , des mir gebirt ,
von ainem kinditn, so es kirt
und mich verirt
8. mein singen und erschellet
durch manche valsche dissonantz ,
vals^ten gros , däbey kam freuntlfch concordantz ,
der resonantz.
12. hat mich sd dick verdrossen.
Zu sbaigen ist offt ains so tratz ,
mit biderbertigkait recht als ain pose katz,
von mainer tatz
16. händ sy des klain genossen.
3".
1. Zu prespurg dort in ungern zbär
ain kind mir macht vil grabe här
von drithalb jär,
4. und Hess mich seiden slaffen
Die langen nacht bis an den tag
79
und ander vich , das ich da pflag ,
nur sw ich jag ,
8. dick aines tet ich straffen.
Das kind schray offi , bie s6r mich durst ,
man pracht imm^t und bein, als ob es wer ain fürst,
visch, huen(e)r, burst,
12. nur wes sein hertz kegeret:
Dannocht gewan es seiden rast,
vil roangen zbick hab ich im zu der hewt getast
haimlfchen vast
16. das es sein stymm verk^ret.
4.
1. Mich wundert sSr an ainem mann,
das er sein kind nit ziehen kann,
und lät es gdn ,
4. sd gar an alle ruette.
Der dunckt mich sicherlich nit beis,
und mocht wol slipffen auf dem eys,
mit klainem breis,
8. an seinem aigen blute.
Gut muter, hftnd ir nie gelesen
vor langer zeit , ye lieber kind , ye grosser pesen ,
das ewig wesen
12. mugt ir an in verhonen ,
Das ir in hengt den willen nach
Davon oft ains die leng gebinnt vil ungemach ,
darumb gross räch
16. volgt euch mit posen Ionen.
1.
1. O rainer got,
gnftd, tugent, hoch der parmung tieffer gründe,
ain doctor aller weyshait scharff,
:ain Idner guet^r dinge,
80
ain recher poser berche, machl
6. gewaltiklich , ain herr der mechtigkait,
Ich klag den spot,
den du vertraist in diser werlde sunde.
ach frummer, klag, wann du sein darff,
das schand für eer sol dringen,
und recht durch unrecht wird verkart,
12. wer daselb kan, der dunckt sich sein gemait.
Das l^rt man in der fSrsten schul ,
seyd ich es recht bedenck ,
darumb so dringt dft manger st&l ,
für alle tisch und penck,
der pillfch wol ain seham(e)l wer,
18. wann man im rechnen seit der ären sw6r.
2.
1. Ich spiir dreu tier
in diser werlt, die zbai jagt man gar seiden,
dem dritten lät man nymmer ru
und ist es valsch genennet ,
die zway gehaissen treu und ^r,
6. der nam ich preis für aller werlde schätz.
S6 es die vier
hie sprechen tun: heb auff, trag hin, Idss gelden
sein schuld , grab in, und deck in zu,
ärst wirt sein nam erkennet,
er ist gewesen diser und der,
12. was €r der valsch, in vächt der helle latz.
Da vind er seiner gnössen vil
gevangen umb ir schuld,
die hie mit mangem valschen spil
auch Auren gottes huld,
davon sy nyemant weysen kund,
18. bis sy hat gar verslichkt der helle grund.
1. Wo in dem wald
wont treu und Sr, die suechen anenander
81
und desgeieichen pos und valsch,
also das gleich sein gleichen
im ausertöll mit liebem gunst,
6. das pruffi man an vil grdssen heubtern bol ,
Die sehen pald
was in dd fugt, kom ainer dort aus flandern,
ist er ain kraut von poser sals ,
behend so mus er reichen,
secht der geneust sein(e)r posen kunst,
12. des zbär ain frummer nit entgelten soL
Wen allzeit vast nach 6ren durst
und fleist sich guter sach ,
dem gibt der obrist himCe)lfurst
in seinem reich gemach,
und darnach hie ain vil gut wort
18. das pesser ist dann aller fursten hört.
i.
1. Ir pabst, ir kaiser, du pauman,
warumb seit ir nit gern heilCi)g9
3. seit das euch got nit bil verldn,
behalt ir nur den orden selig,
der euch von im ist auserbelt,
6. zu füren löblich entber,
aus unserm glauben zugesellt,
mit namen lautter da gezelt,
9. gaistlich, der edl und arbaitter.
2.
1. Du, heiiger vater, tag und nacht
für alle kristenhait gemain,
3. und wer da gaistltch ist bedacht,
andachtigklich solt piten rain
den gott, der alle credtür
82
6. beschaffen hat, und uns erlost
mit seines heilgen tödes kur,
den er in menschlicher figür
9. laid an des heilgen kreutzes röst.
3.
1. 0 kaiser, schirm mit deinem swert,
und wer zu dem" gesegnet ist,
3. das recht und den gelauben m^rt,
gewaltikltch zu aller frist.
die bittwen, baisen, arm und reich,
6. beschützt, auch halt euch in der hut,
das man euch selber nit enzeich,
das icht berur der ^ren teich,
9. ee s6 vergiesst eur aigen plut.
4.
1. Wer zu der arbeit ist geborCe)n,
der arbait durch getreuen hört,
3. tut er des nit , so wirt verlor(e)n
sein arbait paide hie und dort,
und herwidrumb ist er getreu,
6. als ainem ptuman zugebiert,
stirbt er alsd mit guter reu,
sein freud mag im wol werden neu
9. dort ebigkltchen unveriert.
5.
1. Ach werlt, wie hertigkitch du trabst
noch alles dort vor gottes schein!
3. geleich der kaiser , als der pabst,
ain yeder in dem orden sein,
die fürsten, gräfen, ritter und knecht,
6. ir purger, pauren all vermelt,
cardinäl, pischoff, preläten siecht,
all gaistlich, beldich hört und secht,
9. recht tun wer giit in diser belt.
83
zxn.
f.
i. Der hie umb diser werlde lust
sein ebig freud dort geben wil,
zbdr des gewerb, gebin, noch flust
ich halten bil auff kainem spil,
5. Secht der betreugt sich selber zwdr,
und paut auff ainen zweir(e)l gar
das sag ich euch furbär.
Auch wer die s^l sein wil pebaren,
damit sy wol versorget sey,
10. der Idss die glust hie yerdisch varen,
und huett sich vor den sunden frey.
Wer mercken wolt sein missetdt,
der M% der meinen vil gut rät
zu melden fru und spät,
15. Und wer zbain herren dienen sol,
und die ungunstltch sein in ayn,
zwar der bedarff geluckes wol,
das er sein dinst nutzlichen lain.
Von wew ain man hat 6ren grundt,
20. der schäm sich des zu kainer stund,
rät wolkenstainers mund.
Repeticio. Es ward kaih furste nie so reich,
gleich
s6 wer ich im,
nym,
26. mit gedencken ich das mayn.
1. Wer mit dem fride welle sein,
und trachten nach der söle hail,
mass sich der fürsten pröt und bein,
wann ir gemüt ist voller mall.
5. Ich nam ains beisen mannes mnt
für vier tdrlicher fursten gut,
und hielt mein s61 in hut.
er
84
Man vind noch vil der tdren zal,
sy gaben nit ir leben schön
10. iimb allen schätz , der ^ren grÜ^
noch umb die bird, des kaysers krön;
Secht manger gfellt im selber wol,
des ist die werlt der tdren vol,
seyd man es reden sol.
15. Awä der armen lemblin, das -
ain bolff zu ainem herren hat,
auch ist dem bolff vil lutzCe)! bas,
so auch ain pun über in ergät.
Vil manger beut, er kenne mich,
20. und der nie recht erkante sich
■
gleich als ain ander vich.
Repeticio. Auch ber nie liebes beib gewan
hän,
maint er die pesst
vest,
26. pleibt er darauff allain.
3.
1. Wein, zoren, spil, und schone beib,
die vier betören mangen man,
und der vil lobt sein aigen leib,
sechCt), der hat lutz)e)l dr davon.
5. Wer mag die pessten aus gelesen,
seyd nyemant wil der posste wesen
als klain nur umb ain vesen.
Es wirt offt nach dem töd gerumt
am man, der lob hie nie geban;
10. vil red durch warhait nyemant tut;
gross tugent adelt weib und man.
Wes sich die jugent hat gebent,
das alter sich darnach versent,
und wirt gar hart verklent.
15. Dem wolff zymbt nit wol scheffen wät;
wer gut gebunnen hdt mit ndt.
85
die geitikait nit poden hat,
sy ]ät es hart bis an den tdjl.
Sich vindt, das sanft gebunnen gut,
20. macht hdchfart und üppigen müt,
und offt ain sundiges plut.
Repelicio. Zwdr nyemant stat beleiben mag
tag
in aim gemut,
26. ubl, ain k^rltcher schein.
4.
1. Und wer aim laidt sein liebes leben,
von freuden er in schaidet weit;
den armen ist nichts anders geben,
wann gut geding, und ub(e)l zeit.
5. Wer ain andachtigs herze trait,
dem kiimbert weder lieb noch laid
in aller werlde prait.
Die sunde , nag(e)l und das här
wachst an dem menschen jerltch frut ;
10. aim yegllchen dem liebet zwar,
nur bas er aller gemest tut.
Ich main wol , das ain milder man
zu geben nie genug geban,
als vi! er mocht gehdn.
15. Wer auf den leib gefangen hais
lait, dem ist lang ain kurtze weil,
und sagt ich alles, das ich wais,
sd must ich räumen manig meil.
Man höret selten tören rdt,
20. vil grösser land betbungen hat,
wer sich daran ff verstät.
Repeticio. Man stehet selten weissagen
tragen
schöu die krön
86
dahaim,
26. Bor in der framde rain.
5.
1. Und für ain ochs durch alle land,
so hiess man in doch nur ain rind ;
auch wer sich selber wol erkant,
der hiess von recht ain weyses kind.
5. Stillen sol man fraidigen hund,
das er nicht grein zu aller stund,
das wer hübsch , wer es kund.
Der mit im selbs zii aller frist
nur vicht, das ist ain herter streit
10. gedingen freuet mangen krist,
und der nie hertzenlieb gefreit;
gut reiche witz ist salikait;
der dieb wirt selden^ äne laid
in aller kristenhait.
15. Und mocht ich freyen willen hftn.
dem kaiser Hess ich gar sein reich ;
die weysen mochten nit bestän
und weren in die toren gleich.
Wir wünschen alters alle tag,
20. und wann es kumbt , so ist ain klag,
das ainer nymmer mag.
Repeticio. Ob mich ain freunt verzechen tet,
pet
unerlich,
gerlfch,
26. wer die schuld nur mein eyn.
xxm.
1.
1. Und swig ich nü die lenge zbär,
sd burd mein schir vergessen gar,
durch kurtze jär
nyemant mein gedachte.
87 f
5. Darumb sd wil ich heben an
zu singen wider, wo ich kan,
von manchem man,
der sich mit dem getrachte
Verk^ren tut, so im der wein
10. zu nähen kumbt und im versßrt das hieren sein
durch solhe schein.
als ich euch wol bedeute
Mit zbellferlaie trunckenhait
darnach und yeder ist geschickt mit unterschaid
der synne prait
16. nach der nätüre treute.
1. Oft ainer duncket sich so weis,
und hab darin den höchsten preis,
sd in das reis
der reben hat beslagen
5. Der ander went, er sey sd reich
das im der kaiser nit geleich,
der solher zeit
von mir wol ist vertragen.
Der dritte fressig als ain gaul,
10. das im nyemant durch speise , weder frisch noch faul ;
sein beites maul
die zeit nit mag erfüllen.
Der vierd bebaint sein grosse sund,
durch mich(e)l reu sein hertz andechtiklich erzund,
tamischer griind,
16. die nyemant kan erhullen.
3.
1. Der fünft die unkeusch hoch betracht
und pfligt derselben tag und nacht,
sd in die nacht
des beines hat betreten.
88
5. Der sechste hat ain kleglich ambt,
mit sweren er die s^l verdambt,
das sy erlambt
vor got an allen steten.
Der sibent kriegt, greint als ain hund
10. an ainer ketten , der da pillt zu aller stunde
sein hieren rund
zu vechten ist genaiget.
Der acht von trincken wirt sd gail
das im sein dr, gut, beib und kind ist alles vail,
das truncken mail
16. sich an im da erzaiget.
4.
1. Der neunt unhaltig ist betört,
nur bas er wais , sieht , oder hört,
das wirt embort
durch in aus unverporgen.
5. Der zehent ringet nach dem slaiT,
der ainlift singet buester zaff,
und schreit dp straff den
den abent und den morgen.
Der zwelft von sauffen wird so vol,
10. das er es oben greiffet in des goders hol,
und gibt den zol
dem wiert an alles aischen.
Also hört ir des weines list,
daran ich nit vil loben mag , bie gut er ist,
in kurtzer frist
16. man pessers mocht ervorschen.
5-
1. Mich hundert nit an gmaine haubt,
die höher klugkait sein beraubt,
ob die betäubt
getranck der s wachen witzen,
5. Mich muet nur an die weysen gros
und die der ören sein genös.
89
und die sich plds
in taubem tranck erhitzen
Da» yrem leumet, leib, und gut,
10. den dren, s^l, vernuft mereklfchen schaden tut,
ain krancker mut
sich gröblich dd beweiset.
Betracht ain yeder mensch genaw,
wie zierHch ist ain stat vernuft durch man und frau,
darauf sd pau,
d6. löblichen hoch gepreiset.
t
i . IW^ol auff , und wacht
acht,
s^r betracht
den tag, die nacht
5. eur fraveliche sunde,
das sich dieselbig nit enzünde
tieflich in der helle gründe.
Ritterlich vecht mit den leuen
für ir peissen und das keuen,
10. für ir reissen scharpffer kleuen,
reuen
s^r, durch nymmer preuen,
Idss dich pei dein guten treuen
g^n dem alten und dem neuen,
15. wo wir die und den erzürnet hän.
1. Gesell , dick beck,
reck,
ranslich streck
dich auf, und schreck
5. den, der uns nur bil verhetzen,
unser dinst swachlicli ergetzen,
90
valschlich pej den snoden smetzen,
die wir im gelfhen haben,
damit er uns wil pegäben
10. paide frauen und die knaben,
schaben,
aus den engen nahen
sull wir fluchtigklfch traben,
das wir uns schön mügen laben
15. mit den höchsten pluemen lobesan.
3.
1. Los , .hor mein dön
schön,
dient den lön
von ainer krön,
5. die uns mit scharffen doren
sberltch erlöst von dem zoren
der ebigen helle hören,
die uns fraislich hat verslunden,
sär gevangen , und gepunden
10. mit den zorniklichen hunden,
funden
trauren biet wir unden,
das alles hat uberbunden
ainer, der da ward geschunden,
15. und genagelt auf der kreutzes pan.
4.
1. Nu hört mich sain,
rain,
ich euch main,
nur ja und nayn,
5. beschaid ich uns der mare
getreultcher an gevere,
unsre bort , werck , und gepare
mich wolkenstainer yersöret,
darumb das sich teglleh m^ret
91
10. alles, das die werlt enl^ret,
geret , beret,
nur bas un^ret,
valscher rät die untreu l^ret
pos in pos sich nit verk^ret,
15. darumb furchtet gottes zoren ergän.
5.
1. Vernembt mein schal,
hal
ub(e)ral
auff perg, in tal
5. durch meines hertzen schreien :
dient dem ainen und den 'dreien,
damit das er uns welle freien
von des widerfalles schiessen,
also, das wir doch geniessen
10. höher gndden, die entspriessen,
und das uns nit well vergriessen
nach verdienen haisser lene ran,
13. pran.
i. Durch tören weis
so wird ich greis,
und mag bejagen klainen breis
auff disem eis,
es well sich dann verk^ren
6. Und schir gedacht,
wie das ich macht
dort komen aus des tracken acht,
derselb mich vacht,
wil ich sein nit emperen.
Das ist die hell mit seinem slund
12. darinn wol siben kamer greuslich sind erzund,
92 ^^
fund ich den.fund,
mein laid das burd sich m^reii,
Als sälomön gemeldet hat:
mensch, wie dw sunds, g(e)leich vindst du die widerlät,
gross freud umb quät
18. der kau ff ist nit zu l^ren.
2.
1. Gelt bidergelt,
got selber melt,
der ersten kämer swach gezelt,
zu hell da quelt
versigelt haisser lecken,
6. Von fewre gram,
gar widerzam,
das alle fluss, des meres tarn,
der mynnsten flamm
ir rass nit mag erstecken.
Die selbig kämer pringet wee,
12. wer sich unkeusch begreiffen lasset sunder ee,
gross jämeri» kree
vind er in haissen secken.
Damit so wirt vergolten das
ain yeder metz nach seinem lehen mit der mäss,
die rechten sträss
18. helff uns martä strecken.
3.
1. Die ander kämer
ist mit jämer
voller kellt, ain gross gewammer,
dasselb getammer
kain fewr nit mag erhitzen.
6. Wer hass und neyd
mit widerstreit
vertrieben hat in diser zeit,
derselbig leit
darinn frostlichen glitzen.
93
Die dritte kämer tiinek(e)Ifar,
12. das man die vinster ^eiffen mag pey alnem hdr,
des Scheines klär
sol dd kain mensch besitzen.
Wer ungelauben hat gefurt,
all Juden , haiden , ketzer darin sind rersnurt,
das Hecht berurt
i8. in mund und nas durch plitzen.
4.
i. Die vierd prisaun
ist schwacher laun
von snodem gsmach in wildem zäun,
das kain allraun,
noch wurtz den mag vertreiben.
6. Hit bunder mail
sd vindt man vail
darinn die rauber, prenner, gail,
und die an hail
den armen recht vermeiden.
Die fünfte gilnitz ungestalt
12. von srcheutzen , schrecken , greulich prünsten, gros gezalt,
gar manigfalt,
so ist darinn das leiden.
Von hdchfart, grösser uppigkait,
wie sich der mensch gezieret hftt gestalt und klaid,
swer herzenlaid
18. mus er dabider sneyden.
i
5.
1. Die sechste keich
ist bunder reich
von burmen, fttern, slangen, sleich,
der hessltch teich
dem wuchrer ist beschaifen.
6. Und wer sein latz
mit furkauf, satz
94
hie richten tut, gross zoll und tatz,
der sund getratz
schreit alles darinn waifen.
Das sibent gadem ist beswert
12. mit grösser zagnuss ebigklich darinn pebart.
da sein vermart
pos nunnen, munch und pfaffen,
Und alle die verzbeifelt hän
in yren sunden darzü an dem höchsten man.
des gad(e)ms pan
18. tut sy desselben straffen.
XZVI.
1. IfEich fragt ain Ritter an gever,
der sich der werlde manig jdr
zu guter mäss ervaren h^t
durch manig kungkreich, landt und stet,
5. in fürsten hofen hin und her,
ain tail der haidenschaft entber
als dann aim ritter zu gebiert,
in ainem so was er veryert,
das ich in des beschaiden solt,
10. darumb und er mich fragen wolt :
beschaid mich , lieber bruder mein,
von welchen Sachen mag das sein,
das gotlfche gerechtikait
geordent ist an unterschait
15. in aller kristenhait gemain,
aim yeden menschen, lautter, rain,
zu statten komen durch gericht,
und doch gar selten das beschicht,
besunderltchen der gestalt,
20. dd man die leges nit enhalt
nach den Gesetzen kaiserl(e)ich,
da wird betrogen arm und reich.
95
Ich sprach : als verr ich mich verstän,
da sein vil heubter schuldig an.
25. wer da regiert ndch seinem hanbt,
wie klug er ist, er wird betäubt,
besetzt er nicht ain weisen rdt,
da pey frau 6re wol bestftt,
und Yolgt dem nach durch gotlfch. vorcht,
30. in welchem land man das verhorcht,
s6 hftt gewalt das recht verhagt,
als wann der abt die wurf(e)l tragt,
die prueder spilen all hin nach
zu lieb dem herren wuester sach.
35. Vitztumb, rfttgeb, pfleger und verg,
richter, urtailer, vorsprech, scherg,
die treten all ain valsche pan,
ain yeder z(e)lieb seim obeman.
zwar der gewissen wirt sd hol,
40. damit man sich behelfen sol
zu gotlicher gerechtikait,
seyd das man ins nit undersait,
das nyemant kain geleichs beschicht,
das ist ain swöre zuverzicht,
45. und ist ain land ain herte puess,
wo man das recht erkauffen mues;
domit sd st6t des armen schantz
nur allzeit binden an dem tantz.
Der gebhart hdt ain swachen nam,
50. wie wol er ist natürlich zam,
darumb das er ist gantz durchpaist,
mit grösser gierhait man das haist.
darumb verlait sich mang guter gesell
in abgrundt der hell.
55. doch nemen, geben, arm und reich,
secht aber es ist gar ungeleich.
wer nymbt, das man im gern geit
also das er kain argen neid
96
well tragen der gerechtigkait,
60. weder umb gab lieb noch lait,
dem geber welle pey besiän
nur wes er gotlfch recht sol hän
es sey mit urtail oder rät,
sein num ist ym dester mynder schad.
65. Tat er es aber gar durch got,
das wer vil pesser äne spot
beschach es dann umb ainen sust^
da pey s6 wer ain klain verlast,
im wurd doch sd vil 6r davon,
70. das im bezalet wer der Idn;
auch mocht er richten paid partey,
und tet sein guten flcis dapey,
darinn erwurb er lob und ör
von got und von der werlde gör.
75. selig wer das recht, wo man es nem,
wann gute freuntschaft davon kem.
was man an recht geslichten mag,
das ist dem teufe! grösser slag.
durch recht verlauft sich mange diet
80. mit urtail, raten und auch miet,
valsch zeugnuss, aid und aufsatz hol,
das fugt dem teufel alles wol.
kain recht kumbt seiden zu dem zil
an sunde wenig oder vil,
85. besunderlichen in der hait,
da yederman auff seinen aid
ertailen sol nftch seinem haubt,
darunder manger ist betäubt
das er nit funffe zelen kan.
90. wie mag derselb(ig) ain recht verstdn,
und gilt als vil am abelesen
als wer er sälomdn gewesen,
und gerltchen in der gemain
fugt sich das recht gar seiden rain;
97
95. hat ainer nur ain urtailer,
und dapey leute ndch der sw^r,
si volgen all demselben ndch
wie valschltch ist sein anespräch.
Der Richter Idt auch Sber g^n,
100. und wil das unrecht nit verstau,
das dem ain tail beschehen ist ;
das tut als gebhart , wo der isl,
ileisst sich ain furste swacher ret,
den s^l noch 6r nit hoher kr^t,
105. nur wie in lust, wirt es erkant,
wann sy wissen wol als die hund
irs herren will zu aller stund,
da hUt das recht kain andre g(e)stalt,
wann trieb man frevel und gewalt,
110. und desgeleichen volgt der schein
von allen, die gewaltig sein
das recht besitzen für und für
an vorcht, gewissen, als ich spur
hdch von dem haubt bis aufT den fus
il5. und nymbt doch end mit swerer puess.
Ain redner, der da nymet gut
von ainem , dem er reden tut,
der ist ain argkwonlicher man
den solt man nit ertailen län,
120. traut man darüber seinem aid,
sund man daran , das ist mir laid.
das recht hat gar ain waxe nas,
es lät sich piegen als der has,
so in der hund pringt in den wangk
125. nnr hin und her st6t sein gedanck.
Ich hör, das manger vorsprech nymbt
zu paider seitt, das übel zymbt.
von ainem nymbt er ofTenltch,
der ander sticht in haim(e)]fch,
7
98
130. der ainen part redt er das wort,
der ander tail behabt den ho^t,
mit dem so wirt durch in verhaut
die ain partey , die im getraut,
ö jüdas , du unselCi)ger man,
135. was hästü brueder hie gelän?
allain nicht der da vorsprech h'aist,
mang hoher, der den Wechsel paist,
gaistlich, wertUch, vindt man der,
und die doch wellen haben dr
140. gSn diser werlt, wie halt g6n got
daselben furcht' ich ir mit spott.
Noch ains läss ich nit unvermelt
ain pos gewonhait, in der werlt
145. die gaistlich sein und werltlich recht
regiern mär dann ritter und knecht,
und wellen nutzen paide swert.
wie haben die so guten wert!
sand peter hat nur ains berait,
150. da er den Juden mit versnait
und slaunt im damit nit gar wol,
und tat da fliehen in die hol,
und gdt der grund doch von im hef,
von got gesetzt, gaistliche 1er.
155. offt gaistlich vater sind so zäch,
sand peter kainer volget nach,
wo gaistlich herschen leut und land
da wirt mdr ungeleichs erkant,
dann fürsten , den das zugebiert,
160. das recht zu halten unveriert,
od(e)r anderm adel gros und klain
in aller kristenhait gemain.
got hat drey tail geordent schön,
darumb er geben wil den Idn
165. dort ebigklichen sunder sbdr,
gaistlich, edel und arbaitter.
99
der gaistlfch ist also bedacht,
das er so] piten tag und nacht
far die zb6n tail(e) gotes kraft,
170. und streiten sol die ritterschaft
hert für die andern vorgenant.
der pauer dartzu ist gewant,
das er sein arbait teglfch prauch
umb unser nar, im selber auch.
175. das hat ain grosse unterschaid,
besunder an der gaistlichkait
durch ungeleichs in diser werlt,
als ich das voran hab vermelt.
ich wolt , wer gaistltch wer gemut,
i80. er hielt sein orden in der hut,
als er solt von rechten tun,
das wer der werlt ain grösser suen.
m^r unfrid kumbt der werlde plds
von priesterschafft und yrem g(e)nds,
185. wann sust von allen lay(e)n beschicht,
das hdt doch got beschaffen nicht,
durch sy vil ni6r das recht erkrumbt,
wann das anders sust von yemand kumbt.
das hab ich mdr zu röm ervaren
190. wann andersbo in kurtzen jären
Recht zu unrecht, unrecht zu recht
sy kunnen machen, krump und siecht;
aufsatz, trugnnss, loicä spii
l^rt man zu rdm als vil man wil,
J95. an die prelätisch piekaney,
die man dd treibt durch symaney.
da unser Zuflucht solde sein
zu waschen ab der sunden pein,
das man so pose 16r da tragt
200. das sey dir got von himel klagt,
die unsre liechter solten wesen
zu g^n in das ewig gnesen.
100
das kumbt als von den heubten dar,
die sich emplossen offenbar,
205. und das unrecht machen zam
an gotltch vorcht, sunder schäm.
gaistllch, werltlich, wer das tut,
der ist von sunden nit behut,
wann siecht das haubt durch ploden wanck,
210. die glider werden alle kranck.
Der kaiser nymbt auch gern gut,
vil Fürsten hab(e)n denselben mut,
sy Hessen etbas ubergän,
wo sy die volge mochten gehän
215. an raten, landen und auch leut;
dafür ich gsatzte rechte treut,
wo man die kaiserlichen halt,
und ain gute gbonhait alt,
die ist zu halten für ain recht.
220. wer sich des fliss, dö wurd vil siecht,
das sust gar langksam krump beleibt
ndch duncken recht; wo man das treibt,
wo kaiserltche recht nicht gdn,
da wil nit nindert hören von,
225. das man dem kaiser nicht engunn,
und ist doch aller recht ain prunn,
daraus sy fliessen gantz gerecht,
in alle land natürlich siecht,
und mag kain landsrecht sein erdacht,
230. an kaiserliche recht volpracht,
» es muss ain züsatz davon haben
vil von den kaiserlichen gäben,
alls alle wasser haben grund
Aus aus des meres slund,
235. man well dann velschen gots gesetz,
und das gerechte machen letz.
Was von dem reich zu lehen ist, •
das mag sich zbär zu kainer frist
101
aus seinem recht enziehen nicht
240. mit kainem loicd geticht.
vil guter gewonhait ist vergund
aim yeden lande ndch dem grund
zu halden ndch des landes schein
tegltch zu pessern äne pein.
245. ain gbonhait pos wie alt die ist,
die ist zu meid(e)n in kurtzer frist,
und gotlfch zu reformiern pald,
das sy haiss gut gewonhait alt.
wo man desselben nit entut,
250. s6 gilt sy nit ain helbling gut.
gewonhait neu nyemant gesetzen mag,
pschieht es darüber äne frag,
und dn gewalt des kaisers gunst,
pönfellig ist dieselbig kunst.
255. wann so er leicht, er pstatt nit m^r
nur i'edltch alte gbonhait her.
Ainer yeden sache ist gesetzt
das recht weisitchen unverhetzt.
wie mag das ainer gachling hals
260. bedencken, der es nit enbais,
sd man in fragt auf seinen aid
das recht zu treffen kldr gemait,
wie weis er ist, er wirt betört,
er hab der recht dann vil gehört,
265. und darzu dise werlt versucht
nach nötturft, als sich das gerucht
an enden, wo man recht und rät
vernunfftigkltch vor im hat.
als manig hiern, als manig haubt,
270. wie kund aim yeden sein erlaubt,
das recht gantz pringen an sein stät,
' darauff man lang gstudieret hat.
trifft ainer ains , so va'lt er zbaj.
beduncken recht schadt mangerlej.
1
102
375. des man in rechten nit enhielt,
wo man der kaiserlichen hielt.
Ain paur, der nie geschrifft verhört,
und mit den ochsen ist betört,
der so] nü bas verstdn das recht,
280. dann ain gwanderter guter knecht,
od(e)r ain geirrter weiser man,
wo wolt er das erlesen hän?
Noch wundert mich »ins grossen auch,
zu ainem richter, der nit hat
285. gotitche vorcht, noch weisen rät,
und was dem rechten zu gehört
das er des gentzlich ist betört,
wie sol der straffen weib und man,
der sich selb nit straffen k an ?
290. als ich euch das noch bas bedeut,
wem man beuilcht land oder leut,
ambt, pfleg, gericht, und desgeleich,
zu straffen , richten , arm und reich,
der so] sich halten in dem schein,
295. das ^r unstreffltch mug gesein,
und desgeleichen all , die hän
herschafft, land, leut undertän
gaistlfch, werltlfch, wer die sind,
ö wie gar seiden man das vind !
300. ain fürst in seinem hoff und land
so] haben rete, die da händ
gotlich ee , gewissen , edl und weis,
ain gmain gut wort, der ^ren preis,
wo des ain furste nit enhftt
305. das recht daselben übel gät,
paide mit urtail und geding,
so hat das recht ain misceling ;
und tarff sich nyemant trösten siecht,
wie vil er hat der guten recht,
103
310. im Wirt die schrann alsd bestell
mit ainer urtail , da gevellt
an seinen tail durch klain gewin,
dö hat das recht ain posen syn.
Yerzickte wort und all gever
315. im rechten sein verpoten swer,
man lät sein aber darumb nicht,
und ist ain alts als man da spricht.
Ain weyser man, der rätmessig ist
der tu sein fleis zu aller frist,
320. damit er rät zu gleichem schid
auff paid partey nach gutem frid.
wil ainer sein ain schidlfch man,
der mag an paide rat wol gän ;
wil er aber ainem hilfflfch sein,
325. so rat dem andern nicht darein,
und hör auch seiner rechte nicht,
nur ba^an offner schrann beschicht,
damit pleibt er an mailes neitt,
liebt im das recht zu paider seitt.
330. kain rätgeb der sol weib noch man
verfuren auff zweyfels wän,
zu weu er nit gedienen mag
. mit urtail, kumbt es an die frag
verbeist er in darüber, sust
335. so hat er schuld an seiner flust.
Dil, richter, solt nit pertig sein
in der partey vil oder klain,
noch nyemant des gestatten pist,
dem der desselben leders ist;
340. wo man ain solhs gerichte hat
und dö ain richter des gestatt,
das yede partey da setzt ir leut,
das recht ich weder lob noch treut,
und wirt das recht hinhinder k^rt
345. und durch die aid gröblich versert.
104
da pistü) richter, schuldig an
das du die pgrthey lassest gftn
wann yeder gst^t dem seinen pey,
wie wol das recht sol wesen frey,
350. an argen list, gruntifch erklert,
wie wol man seiden das pebert.
du soU auch kainen frdgen nicht,
zu dem du hdst so]h(e) Zuversicht
der ainem tail sey genaigt,
355. ain gut gewissen das versaigt,
und nyemant fudren durch dein frftg,
an ursach ich dies nit ensach
man vindt nit vil derselben land,
darin so]h(e) krumpe recht ergdnd
360. und ist dem teufl ain grösser fluch,
wo man tut richten nach dem puch,
darinn die recht sein wol betracht,
aaff yede sach gotltch verpracht,
dapey gewonkait gut sind vergundt
365. aim yeden land nach seinem grundt,
und die man halt paid arm und reich,
das ist aim land ain löblich zeich
besunderltch in welschem land,
durch manig küngreich mir bekant;
370. all reichstet haben auch den sit,
vil andre teutsche land damit,
dö man durch zwelff tut richten rain,
was man sust durch ganz gemain.
selten durch geinain ain sach ergftt
375. an schand und ettlich missrtftt
des lob ich nit, wo man des pfiigt,
für gschribne recht, wo man die bigt.
durch solhe leut, die es verstän,
da wirt versorgt baid frau und man.
380. Ain ebenpild ich melden wil,
sieht ainer zbSn ob ainem spil,
105
und die er nie erkante sust,
er gan dem ainen pas verlust :
und desgeleich an ainer schrann,
385. die man besetzt durch mangen man
pstdt aim da nur gunstltch gevell,
er hat die volg, geejwie es weil,
das 9ll(e)s an steten nit bescha'ch,
wo man die recht gesehriben sich,
390. offt ains gewissen ist so lam,
und krumbt sich als der weg gön röm.
darumb s6 lob ich sicher klain,
das man sich auff ain gemain
durch urtail dick erkennen tut,
395. ain solh gewonhait ist nit gut,
wann gotlich recht hat kainen tbanck,
zu noten auff ain hindergangk
durch kainer hande urtail frey,
es sey dann guter will dapey.
400. noch ist der tadel äne zal
darinn das recht hat posen val.
zwar wider dits, das man dä|halt
geschriben nach den puechen alt,
und die man legltch pessern tul
405. darinn ist menikltch behüt
wo man die füret, lautter, rain,
407. bekenn ich Oswalt borkenstain.
mm
Minneltefler.
1.
i. Mch spur ain luft
aus kuelem tuft,
das mich wol dunckt in meiner vernuft,
wie er genennet,
5. kennet
sey nordosten.
Ich bachter sag,
mich prueft der tag
uns kunfftig sein aus vinstrem hag;
10. ich sich,
vergich,
die morgenrot her glosten.
Die voglein klingen ubCe)ral, «
galander, lerchen, zeysel, droschel, nachtigal
15. auf perg, in tal
hat sich ir gesanck erschellet.
Leyt yemant hie in gueter acht,
der sich in Freuden hat geniett die langen nacht,
derselb betracht,
20. das er sich m^r gesellet.
Die junckfrau h^t verslaffen,
der knab wacht lutzel bas,
sy ruefften baide waffen
all über des tages hass,
107
25. das freulein schalt in s6re:
herr tag, ir kunt nit ^re
27. bewaren in der mäss.
2. .
1. Ain schlicklin weis
sy pdt im fleis
dem knaben hin mit hendlin gleis :
stee auf,
5. und lauf,
erkies den graben morgen !
Ain vensteipret
er fuder tet,
der knab hin zu dem freulin redt:
10. ach got,
an spot,
er kumbt daher mit sorgen,
Er dringet durch das firmament,
der lucifer hat den schein von im gesendt,
15. die nacht volendt
all g^n des tages greysen.
Er kusst sy an den röten mund :
ach hertzenlieb, nü ist sein nit ain halbe stund,
das wir verwunt
20. uns teten zesammen preysen.
Sy wurden seuffzen und klagen
mit beslössen mundlein vein,
das sy nü wolt verjagen
des Hechten tages schein.
25. sy sprach: mein traut geselle,
es gee recht wie es welle,
27. du bist gewaltig mein !
3.
1. Der Wächter rurt,
ein stymm er fürt
yal durch ain hörn , das man in hört,
>^-^ 108 ^*^
er kunt ain gast
5. mit gelast
- von Oriente.
Das freulin dacht
in lieber acht:
ach sunne , was hat dich furher pracht ?
iO. ich wolt,
an solt
du werst zu occidente.
Ich traut deins Scheines wol empern,
mir wer vil lieb , der uns kündet den abentstern,
15. den sach ich gern,
mocht mir der wünsch geraten !
gar laut so lacht der knabe vein:
mein höchster hört , so mag es laider nit gesein,
in senden pein
20. s6 muss ich von dir waten,
Mein freuden macherinne,
meins hertzen zucker nar,
du hast mir hertz und synne
benomen sunder gar.
25. sy viengen sich zusammen
mit armen black umbfangen :
27. meinlieb , dahin, ich far !
XXVIII.
i.
i. I^ar, heng und läss,
halt in der mäss
bis das du vindst die rechten sträss,
und kanstü das,
5. so bistüs morner weise.
Sag mir, wo hin
stdt dir dein sin,
109
ob ich dir raten kund darin,
spar mich nicht drinn,
10. od(e)r du wirst greise.
Der knab der sprach : in dieser vart
magstü mir wol erschiessen, hertzenfreulln zart,
gar unverspart
ist dir meins hertsen trachten.
15. In suriä stdt mein gedanck
zu frdnem grab nach deinem rät gar sunder wanck,
nach deinem danck
s6 wil ich tegllch achten.
Sy fiengen sich mit luste
20. ze hauff mit ermltn vol,
ir ains das ander kuste
das geviel in baiden wol.
sy sprach: var hin mit sitten,
hut dich vor kalamiten,
15. seyd ich dir raten sol.
2.
1. Die prueff zehant
kSr in levant,
• und nym zuhiiff dn allen tant
den wint ponant
5. mitten in dem poppen.
Des segeis last
zeuch an dem mast
hdch auf dem gipffei, vach den gast,
tymün halt vast,
iO. und lä das schiff nit noppen.
Haistro proventz hilft dir von dann
mit gunst des kluegen elemente trumetdn,
gregd der man,
vor dem s6 mustü ortzen.
»15. Challd , potzü, kargä behend
mit der mensür und ndch des compass firmament
»-^ HO ^^
den mägnet leiit,
levant lä dich nit fortzen.
Wassä alabandä springen
20. teuff in die sutten hinab,
forton lä dich nit dringen,
du var ee in die hab,
mag dir die porten' werden,
so hSett dich vor der erden,
25. du wirff den ancker ab.
3.
1. Zu manger zeit
kumbt dir mit neid
scherock mit grossem widerstreit,
mit dem so leid s6r schrotten in dem wagen.
5. Derselbig wurm
pringt gern stürm,
- vach ain quart mit des zicies furm,
ob du wirst durm,
so tu doch nit verzagen.
10. Challä, fellä, eydiä , grosso, pald
pläsublä rueg die mamer, mit dem sträng nit halt,
kumbt mit gewalt
der osst, in tut vertreiben.
Derselb mag dir zu staten komen
i5. mit halber macht, als ich es vormals hab vernomen,
yssd zu frummen
tu im chaydlä reyden.
Die stewr rieht im kluege
engegen mit dem syn,
20. kumbt dan gorbki
mit fuege,
der jagt dich bald dahin
den weg gßn Oriente;
got dich herbider sende, ^
25. dö traut geselle mCe)in.
m ^
1.
i. Es seust dort her von Orient
der windt, levant ist er genent,
durch indiä er wol erkent,
in suriä isit er behend,
zu kriechen er nit widerwent, <
6. durch barbarfä , das gelent,
gränäten hdt er pald errent,
Portugal , yspanie erbrent,
ub(e)rall die werlt von ort zu endt
regiert der ed(e)l dement
der tag in hat zu poten gesendt,
12. der nach im durch das firmament
schon dringt zu widerstreit ponent,
des freut sich dort in occident
das norbdnische geslachte.
Den Sturm erhört ain freulein zart,
d6 es lAit armes banden hart
18. mit liebem lust verslössen ward.
sy sprach: ich hör die widerpart,
der tag die nacht mit schein bekart.
wach auff , mein hört , sich hdt geschart
der Sterne glast von himels gart.
Wächter, ich spur ain valsche wart,
24. dein leib pringt mich in jdmers art.
ach , wicht , wer hat dich das gelart, -
das du mich pringst in sendes mart,
davon mein hertz in laid erstart,
es mäst mich reuen hie und dart,
ob im misslung mit hinefart,
30. das pringt deins snodes getrachte.
Zwar sy began in drucken, Aepeticio.
zucken
; 1
y-*^ 112 ^*-<
. aus dem slaff,
freuntlich an sich smucken,
ruc1(en
36. äne straff,
das er began zii krachen,
wachen
sunder swachen,
machen
41. lieplfch zaff.
1. Der knab erschrack aus laures wan.
sag, lieb, wie sol ich das verstän,
das mich dein zertltch umbefän
in grymmer räche hie began
erschrecken s^r mit widerzan,
6. hab ich dfr missCe)vallen tän ?
ach nain, du ausserwelter man,
mich reut dein sorgkltch von mir gän,
des pin ich muetes worden an.
hör zu den voglein wunesän,
den tag zu melden sy nit län,
12. ain yedes vicht sein sundern tän,
^ ^ rfj mit heller stymm auf paumes pan.
mein herlz , das mus dem wesen gran,
der uns hat uberslichenn.
Zwar, liebste frau , deins hertzen quäl
mich freuden ant zu manchem mal,
18. wie bol dein ^r mit lieber zai
mich hat erfreut an argen val,
s6 ist so vil der mercker schal,
die uns verdencken uberal
mit snodem ticht in schandental.
ych wolt ee sein ain animäl
24. yä wesen gleich der nachtigal,
damit deins zarten leibes sal
an schuld nicht flur der ^ren gräl.
113. ^^
doch lioff ich , üfis kain böser gal
sich «n dir frew in neydes pal.
0 Wächter, dein verswigen hal
30. mit treuen hat gewichen. Repetici#.
Das zunglfn gan sy im spitzen,
schmitzen
in den mund,
plinde lieb hAt nit wttzen,
hitzen
36. tzaher kund
sy aas den euglln giessen,
niessen
an verdriessen,
fliessen,
41. schön verwunl.
3.
1. Ach, schaiden, ich piu worden dein,
sd redt das zarte frenelein
gross freud an mir ist worden klain,
seyd ich dich, auserbeltes ain,
hie meyden mus von tages schein.
6. ö trumetän , wie hastik mein vergessen
hie in solher pein,
das du hast län gewaltig sein
den sud und osst , spazier(e)n herein
ponent, dein schricklfch bidergrein
verdningen hat der dies rain,
12. auch lucifer , der klarhait vein,
dein greisen du last uberfrein,
des mus ich eilends magatein
aus lieben slossen strecken.
Frau, nicht betrüb dein euglfn klär,
mich hat dein mundlein wolgevar
18. erzunt mit rechter liebe gar,
das mir kain not Yiit schaden tar,
umb trauren gab ich nit ain här,
8
114 ^^
mein hertz sich an deins leibes nar,
die mich ye weist von tad(e)ls par,
dein ^r behuett sand waltasdr,
24. die von mir ungesbechet gar
hie worden ist an zfeifel zbär.
das zeug ich mit der eng(e)lschar.
sleus auf dein weisse ermlin mar,
zu bleiben lenger ich nit tar.
gesell , dein biderkunfft nit spar.
30. sand peter muess dich decken.
Dye magt Hess in mit synnen - Repeticio.
rynnen
in den grans
durch weysse zendlein zynne(n)
der mynne
36. sand Johanns.
zbay liepÜch umbefähen,
nähen,
dft beschäheu
zu gäben
41. mit gerannss.
1.
1. Ir alten weib, nü freut euch mit den jungen,
wa9^uns der kalde winter hat betbungen,
das wil der maye,
mit geschraye,
5. düngen
mit suesser kraft,
den biirtzlin geben saft.
Des kalden snees mag er mit lenger tauren,
was sich versmogen hat in krumpes lauren,
10. das wil er M-ecken,
recken
schir ans traureu.
Hb
laub, plumlin, pJud,
grab burmitn , tierlln mud.
15. Ir vogltn, smirbt eur rauhe kel,
treu auff hoher , singet heJ.
ir wilden tier, verneut ewr fei
hart welgt euch in den bluemlfn gel.
ir freuliD , gailt euch sunder quel.
20. pauer, rewU ain ander mel,
das du den herbst wilt pachen.
Perg, avv und tal vorseht das gewild,
sich schön erzaigt aus grundes mih
all creälür, zam und bild,
25. nach junger frucht senÜchen quilt,
yetz seim geleichen nach gepilt.
mein ros schreit gfen des mayen schilt,
, des tut der es(e)l lachen.
Rayen, springen
30. lauffen / ringen,
geigen, singen,
lät her bringen,
klumpern , klingen,
inundlin zbingen
35. frolich dringen,
g^n den freuliu zart.
An verlangen
well wir prangen, "
in den sangen,
40. mit verhangen
laub die wangen,
mit ermlein umbfangen,
zun gl in Zangen :
44. des freut sich mein pari.
1. Wie wol der gauch von hals nit schon quiuliret,
und der frantzoisch hofifch discantir«t :
8*
146 ^<
gttg, guck,
lieb , nick !
5. der hal mir bas soniret,
und freut mich vil
für jostlins saittenspil.
Hetz jagen , paissen , piersen , schiessen , tauben,
vor grünem wald nach pfifferlingen klauben
10. mit ainer maid,
beklaid
von ainer Stauden,
den lust ich breis
für alle hofeweis.
15. May, dein gezelt gefeit mir wol^
wo man graslfn paden sol,
ain yeglich wild besucht sein hol^
dö es die jungen pirgt vor dol,
trinck tranck , katalön , spanidl,
20. dasselb gesangk , und pagä den zol,
der drosch(e)l nit geleichet.
In dem selben land so nam ich war,
und secht ir mir icht grabe här,
die triSg ich von den freulein zbär..
25. die weissen painltn, wolgevar,
verdacht mit röten hosen gar
und yre Hechle ewglin klär
mit sbartzer varb bestreichet.
Der mich aine,
30. die ich maine
freut allaine,
leib, gepaine
wer nit saine,
mein trauren klaine,
35. ach die raine,
mitt sys hosentSch,
Mit den gepunden
snuren unden,
117
gar versbunden
40. wer mein bunden,
und h^t fanden
all mein künden,
in paris , landen
44. frumbt ich ir zbdn schlich.
i. Gar waidelich tritt sy den firlifanlzen,
ir hohe sprüng unweiplich sind zu tanlzcn.,
auch hat sy pflicht
das angesicht
5. zu verglantzen,
dieselbi^ mait,
die ring in ören trait.
Mein langer part der hat mir oft verschroten
vil mangen smutz von zarten mundlfn nUen,
10. die schone wenglfn
für die hendlfn
pöten.,
wann sy die leul
empfiengen mit gedreul.
15. Ir neglfn rot mich machen kranck.
die sein gebunden krump und lanck,
nider auff die erden ist ir swanck, ,
sitzen pfligt sy sunder wanck
auch lob ich denn umbehanck
20. bey den petten vor dem klanck
zu ainlitz von der glogken.
Ispaniä, preussen , soldans landt,
tennmarch , reussen , eyflFenstrant,
aff^ren , franckreich , engelant,
35. flandern , bicardf , prabant,
cippern , napel , römani , duscant,
reinstram , wer dich hi\t erkanr.
- bistüs der freude token.
-<85 118
Da zysly , musly,
3(). fysly, fusly
henne , klusly,
kumbt ins h(e)üsly,
vverffen ain tusly,
susä sSsly
35. nyenä grusly
well wir sicher häii.
cleriy, melzly,
elly ketzly
tunt ein setzly,
40. rieht ewr ietziy,
lulä helzly,
trutzä tretzly^
vacht das retzly.
44. der uns freud vergaii
u
1. Ain purger und ain hofman
begunden tisputirn,
die ndmen ainen obman,
4. furbär ain alte diern,
und welcher bas mocht geben
den freultn höhen mut,
darumb sy wurden streben.
b. do sprach der hofman *gut :
Ich pin ain jungling kune,
kraus , weis ist mir das här,
darauf ain krentzün grüne
12. trüg ich das ganze zär.
wol kan ich singen, schallen
und schreien frischlich ju,
solt ich Mit bas gevallen
1(>. den freulein rain, wann du?
►*« 119 ^e^<
Ich piii ain purger weysc;
gar slill ist mein gefert^
mit suessen wortenn leyse
20. wirt mir vil liebs beschert^
und trag ain swere tascheu,
die ist der pfenning vol,
darinn sd läss ic]i naschen,
24. das tut den freulin wol.
Des frag die alten kewe
mit kurtzen worten siecht,
ich sprich : pey meiner treue,
28. der purger hat wol recht,
ich hab mein zeit verkupelt
zu Brichsen in dem kraiss,
vil parell aus gesuggelt,
32. . das ich den laufP bol bais-.
1. Ich pflig nit grösser witze,
mein parschaft die ist klain.
ir alte kamer zitze,
4. ja pin ich hübsch und rain,
solt mir nit bas gelingen«,
nii tun ich mir so we
mit reiten , tantzenn , springen
8. vil durch den grünen klee.
Ich pul mit guten sltten,
daran pin ich nit lass
hab ich nit vil geriten.,
12. leicht mag ich dester pas
mit gut und an dem leibe,
dann ir vil rosclier knab.
auch fug ich mangem weibe
16. mit kostperl icher gab.
Rain frau von höhen eren,
der ist dein gab enwicht,
1
420
5«»^-
ir hertz mag nit embereii^
iO. wann sy mich frolich sieht,
verbegenlfchen sprengen
über ainen graben tieff,
ich hoff, sy tu verhengen,
24. send ich ir meinen brieff.
Des mus ich aber lachen,
sprach es die griesbertlin,
was sol man daraus machen,
28. die pnlschaft hat nicht inn.
ich h6t mich ainst verschössen
mit ainem knaben junck,
ich biet sein nye genössen
32. nur umb ain posen trunck.
:?.
4. Herr jungling , euch mocht frieseir.
ir habt verschroten zwir,
wert ir das dritt Verliesen,
4. das hab ir nur von ir.
ich trau ain maid ersleichen
zwar die ir nit erlaufft,
und mugt mir nit geleichen,
8. ir wart dann recht getauft.
Das musst der valant schaffen,
ich sey von kristen art,
und weis das mit dem pfaffen,
12. der mich teufltch pebart.
auch wil ich des geniessen
gön frenlin weit für dich,
wann ich mein sper Idss schiessenn
16. mit ritterlichem stich.
turnierCe)n und auch stechen,
das ward mir nye bekant,
ich hab ain peutel frechen,
20. darin stoss ich mein hand,^
r
121
gold , Silber , edl geStaine,
zeuch ich daraus genueg
und tail den freulfn raine.
24. dasselb ist bas ir fueg.
Gar war, sprach es die alte,
so werd mir nymmer holt,
kain pesser lieb nit walte,
28. dann silber»oder golt
darumb Hess ich mich nutzen
auf den gerackten töd,
•ee ich mich wolt bekutzen
32. mit kaines hofmans not.
4.
1. Seyd ich nü hab verloren,
du alter poser sack,
das tut mir ymmer zoren,
4. ich slach dich auf dein nack,
das dir bey ayndliff zenden
enpfallen nit gar schön,
der tewf(e)l mus dich sehenden,
8. das gib ich dir zu Ion.
Ich burger zuck ain riem> gut
von ainem peutCe)! gros,
see hin, mein liebe diemut,
12. funff phund für disen stös.
kauff huen(e)r air und bürste,
und darzu gueten wein,
und wann dich aber dürste,
16. sd kumm herwider ein.
Der lön der wirt mir sauer,
nü hän ich kainen zand,
den hofman slach der schauer,
20. der mir sy hftt entrant,
und müss hinfür derwelchen,
kauft ir mir nit ain kue.
122
damit ich hab zu melhen^
24. ain mues des morgen fru.
Ich kaufP die ku und kalben,
und wes dein leib bedarff,
seyd ich den hofman valben
28. hab uberstriten scharfT
und wais ain schone metzen,
dort oben an dem egk,
die solt du mir erswetzen,
32. das gilt dir burst und begk.
Der streit hat sich verbrauset,
redt all darzu das pesst,
wer alte weiber hauset,
36. der hat auch geren gest,
wann alte weib und enten,
gehörend in ainen see,
was sol man dran verquenten,
40. kain vich das snattert md.
•
xxxn.
1. ,JLin tun ekle varb
von occident
mich senifchen erschrecket,
seyd ich ir darb,
5. und lig eilend
des nachtes ungedecket,
die mir zu fleis
mit ermlein weis,
und hendlein gleis
10. kan freuntlfch zu ir smucken,
Die ist so lang,
das ich von pang
in mein gesang
mein klag nit mag verdrucken.
123
15. Von strecken
krecken
mir all pain,
bann ich die Jieb beseufte,
dir mir
20. mein gier
nur beckt allain,
22. darzu meins vatters teuchte.
1. Durch wincken wanck
ich mich verk^r
des nacktes ungesFaffen,
gierltch gedanck
5. mir ndhent verr
mit unhilffHehem waffen.
Wenn ich mein hört
an seinem ort
nit vind alldort
10. wie oft ich nach im greiffe,
Sd ist nur ach
mit Ungemach
fewr in dem tach
als ob mich prenn der reifFe.
15. Und winden
pinden
sunder sail
tut sy mich dann g^n tage,
ir mund
20. all stund
weckt mir die gail
22. mit senikifcher kldge.
3.
1. Also vertreib
ich, liebe grett,
die nacht bis an den morgen,
Dein* zarter leib
124
5. mein hertz durchget,
das sing ich unverporgen.
Kom höchster schätz,
mich schreckt ain ratz
mit grossem tratz,
10. davon ich dick erbache.
Die mir kain rue
lät spät noch fni,
lieb darzu tu,
damit das pettlfn krache.
15. Die freud
geud
ich auff hohem stuel,
benn das mein hertz bedencket,
das mich
20. höflich
mein schöner puel
22. g^n tag.freuntlichen schrencket.
i.
1. Des himels trdne
enpferbet sich
durch tags gedranck,
die voglin schöne
5. erwecken mich
mit suessem klanck.
Verswunden ist der snee,
laub, gras, klee
bunikifch entspringen.
10. des wil ich von hertzen
an schmertzen
meiner fraüen singen.
Die mir kan wenden
als mein senden,
—«^ 125 ^^
15. trauren, plendeii,
mit .den hendeii
mynniklfch.
freudenreich
macht mich die raine,
20. klaine
ist mein ungemach,
Wenn ich gedenck(e)
in ir gelencke,
sunder wencke,
25. freuntlich schrencke
die sy kan,
undertdn
sd ist mein leib
dem zarten beib,
30. nur bo ich gdch.
2.
t. Pfeiff auf, Idss raien,
die lind ist grüne,
der wald entsprossen
g^n disem mayen,
5. hertz lieb , bis küne,
^unverdrossen
Schau an die pluemlein kldr,
wolgevar,
zierlich ir gepflantze,
10. darinn wel wir prangen,
empfangen
sind die Hechten glentze
Von manger varbe,
jung und marbe,
15. smelhlein garbe,
burtzlin harbe
manigfalt ;
neu und alt
126
händ sich gesuesset,
20. gruesset
sei ir sprintz und sprantz.
Gezbait, gefieret^
scherlfch tierel,
schrai]!ch gieret.
25. kurtzlich schiret
alle gnucht,
beipltch zuchl'
gedenck an mich,
bann ich
30. kom zu dir an den lantz.
3.
1. Fliehet, scharff ivinde,
lät uns an not,
ir seit genidert,
die meinem kinde
5. sein mundlfn röt
hän durchfidert.
Dein amplichk, hendltn weis
so) mit fleis
von euch gesichert sein,
10. wenn sy durch die awe
mit taue
benetzt ir schucblfn klain.
Wol auff, die lassen
an die gassen,
i5. die vor sässen
. als die nassen
auf der panck,
blöd und kranck,
freut euch der sunne
20. kueler brunne,
klär gedingt.
May du kaust machen
allen sachen
^27
ain erbachen,
25. des wir lachen,
fraget wes,
alles des,
das. nur ain got
an spot
30. uns sollte gndd verzinnst.
i.
i. Erwach an schrick^ viel schönes beib,
der nie geleieht kain yrdisch leib
mit aller hendlein visament,
4. des frew dich loblich hewer.
Blick durch des mayen obedach,
und trost mich , lieb , für ungemach ;
wenn man den höhen tag erkent,
8. so kumm mir , frau , zu Steuer,
Das ich des wachters nit entgeh,
und von im bleib still unvermelt,
darumb, ob ich za lang geplent
12. burd in verslaifner scheuer
pey ainer, der ich tag und* nacht
gunstitch mit gutem hertzen pflag,
und die mich joHch ndch ir zent
16. durch sorgklich abenteuer.
Repeticio. Auff, jung und alt, ir macht euch kün,
und gailt euch gSn des mayen grün,
der sich erglentzt, lustlich zii blaen
20. über alle färbe gerbe.
Palirt euch klerltch , beib und man,
das wir den mayen nit veriän,
mit dem wir siillen hoher stän
24. gar wunikltch an herbe.
42« 51^-
1. Ich hör vil süesser vogieki dön
in meinem haiibt erklingen schön
von oben abher gar zu tal,
4. das sich mein hertz erwecket
G6n dir, vil auserbeltes ain,
ich hoff, du last mich nit allain,
seyt du nü pist mein höchster gräl,
8. der alles laid verdecket.
Dein steter diener ebigklfch
so wil ich sein , du mynniklfch,
kurlich für aller frauen zai
12. mit reichem schall bestecket.
Das hdstü wol verschuldet zbdr
umb mich , durchleuchtigs freulfn klär,
mit deines zarten leibes sai,
46.^ der 6ren vol verstrecket. Repeticio uts.
1. Es nfthent gSn des tages glantz,
frau , ich solt luegen auf mein schantz,
das ich den barner nit versäum,
4. der uns ye was mit treuen.
Und im so wol bevolhen sind
mit grösser lieb recht als ain kind,
das seiner muter nymet gam ;
8. des miig wir uns wol freuen.
- Die zeit dringt her aus kuelem tiift,
•das spiir ich wol an mangem luft,
der mich berurt durch sweren tram,
12. ich furch(t) ain schidlfch streuen.
Hilff, schätz, das ich dein schon gestalt
kurtzlfch seh in des maien wald
mit freuden pey dem höchsten ptm,
16. der sich grünlich tet neuen. Repeticio.
-«^ ,129 «^.
1. Vil li^er gruesse,
suesse,
sich erheben,
streben
5, frolfch,
zoltch,
yetten,
tretten
in das phad ;
10. drÄt,
fru und spät
hört man dringen,
singen,
klingen
15, voglein in der auen.
durch helle don^
schone
in den strauben
rauhen
20. esten
glesten
fliegen
knegen
biderstreit ;
25. breit
i. Die blumen gele,
hele,
hübsch geverbef,
gerbet,
5. pranne,
schone,
2.
augcnbeit
sol man grunltch
künlich >
sunitch
30. kurtzlich äne schauen
Winder kalt,
ungestalt,
dein gewalt
ist enspalt
35. von den suess^en lufftenf
liechten summer
äne Immm^r
bil ich tummer
als ain frnmmer
40. geuden und gfffften,
grüner klee
jagt den snee
jdrlaiig m6
in den see
45. wilder meres flute,
nacht jo^alle,
drosch(e)l sdialle,
lerchen halle
uns gevalle
50. fJTr des ofens g$ße.
pläbe,
grabe
mangerlay.
10. may,
• dein geschray
sich florieret,
9
m) <^
zieret,
gieret
15. kosstlfcher gelüste,
und hiil)sche weslyi
gresly
.sicji entsliessen^
spriessen
20. heuglich,
plüde,
frude,
violsprantz,
25. glatitz,
^ iirlafflntz
aller pame,
zame,
game,
30. zier aus kalder früste.
Stauden , stock,
machet schock,
rauhen rotk,
als ain pock,
35. loblicher bedecket,
swartzer dortm,
weisser koren ;
gar verloren
ist der zoren^
40. den der windet wecket.
Kueler brunn,
barme sunn
geit uns bunn,
gail dich nann
45. binden aus dem ktoster
pey dem reine
in dem schdne
als ain veine
pul beg(e)ine
50. ralen nftch den dstern.
:i
1. Die sbammen stoppfen,
hipfeii
aus der erde
herde ;
5. wurmly,
iSrmly, '
bachen,
m$ßhen
newen slauch.
10; gauch,
lock uns auch
durch die haide,
raide;
ir maide
15. sucht der Stauden winckCe)!*
Dd well wir kdsen
16sen
mit beslossen
gössen,
20. barmen
armen,
liepltch,
dieplich
in dem pusch,
25. tusch,
mundlein kuss,
ob die raine,
klaine,
saine
30. mir emplost ain schinckel
131
An ain knie,
ich wer hie,
des nit lie
und tet, wie
35. ich das gefüegen kiinde
zu ir rucken,
freuntifch smucken,
liepltch drucken,
biegten, pucken
40. ob sy mir des jarrnde.
So wer quitt,
was ich lit,
hielt sys mit,
disen str(e)!(
45. must ich uberbinden,
sunder klifen,
tasten, grifeo,
mangen lifen
tust vertrifen,
50. pleiben bey dem kiiide.
1.
1. Ain gut geboren edCe)lman
warb umb ain frenlein wolgetän.
er sprach ir zu aus tugentltchem sitten
Gnäd ain freulein baidelfch,
5. weit ir ain klain verhören mich,
wes ich euch untertenikHch wolt piten.
Ich pin vereilend also sßr,
an freuden miis ich armen^
und wais nit, wellend ich hin k^r
10. das lät euch, frau, erparmen.
2.
1. Ir liest gön mir wol ewern spot,
und seit fr kranck, s6 helff euch got,
der mag euch alles trauren wol empinden.
An mir so leit ain klainer tröst,
5. darumb so werdt ir hart erlöst,
sucht andersbo, wo ir mugt freude vinden
Wann ich mag kaines helfer gesein,
das mocht ain yeder an schauen,
IcJi pin ain klaines freuelein,
10. was wellt ir auff mich pauen.
9»
132
3.
1. Ach frau, was so] der iingelimpff,
es ist mir laider aus dem schimpf,
mang jdr bis her müst ich vil kumbers tragen^
In ewern dinst verporgenlich,
5. und bais got wol von him(e)lr(e)ich,
das mich nye halif gän euch mein senlichs klagen ;
Wann mir kain beipJich creälür
nie pas geviel von herlzen,
darumb mein leipÜch kranek natür
10. Ullis leiden grossen smerlzen.
4.
1. Ir mugt wol sagen , was ir weit,
sy ist nit hie, die euch gevellt,
- das wais ich wol, mich triegen dann mein synne.
Wann ich pin grauselfch gestalt,
5. von vier und zbainzigk jären alt, '
bas mocht euch gdn mir lusten klueger mynne !
Und kan auch beder beis , noch wort,
das kainen mug erfreuen,
und wer ich yetz eur lieber hört,
10. es burd euch morgen gereuen«
5.
1. Was durfft ir nur der klugen sprach,
eur schon die tut mir ungemach,
eur wand(e)l klug der hat mein hertz betbungen.
Erhör, stoltz freuelein gemait,
5. zwdr mir ist ye gebesen laid,
wer dich betrübt mit seiner valschen zungen^
Und was dich liebet, seiigs beib,
zu nassen euglin kläre,
dasselb betruebet mir den leib,
10. und macht mir grabe häre.
f.
1. Des danck ich euch mit ganzem fleis,
davon s6 habt ir lob und breis.
>-«^ 1 33 ^i»**
das euch der freulin äiiiäch (ut niissev allen.
Yedoch peswart es mich ain klains,
5. ich trost mich sicherÜchen ains,
das mir nit schaden mag kain ubels kallen.
Wer freulein schendet dne sach,
und sich ir dn schulde rumet,
derselb verphendet ungemach,
10. sein lob wirt im enthumet.
V
7. -
i. Lät mich geniessen , edle frucht,
durch all ewr ^r und beipHch zucht,
da$ ich nye gert, das euch mocht schaden pringcn.
Was hilfft euch nü mein tegllch pein,
5. ewr treuer diener wil ich seyn,
und wer unfrö von euch ain misselingen.
Zbär ich bedarff nit solher knecht,
eur dinst sind mir zu wahä.
Nit redt als scharpff, frau , bedeuckt euch recht.
10. wie gern ich das sähe.
XXXVII.
i.
1. Du auserweltes schons mein hertz,
dein buniklicher schertz,
hat benomen mir besunder schmertz.
ey mynikliches valkenlerjz,
5. wie suess ist dir dein sneb(e)lein wolgevar !
')
1. Kain mensch gesach nie lieber diern,
ich kan ir nit volziern;
beisse brustlein sy(n)bell als die pieni,
damit sy köstlich kan hofiern,
5. ir stoltzer leib .benymbt mir trauren gar.
1
134
3.
i. Und solt ich die vil zarten gesehen nymmerm6r
ir I6r , zucht , und beiplich 6r
mus ich bedencken, wo ich in der werlt hin k^r,
4. senltches schaiden pringt sauer zucker nar.
4.
i. Tröstlich gedingen ich zu der guten hän,
bie sy mich nit well Idn,
unvergessen pin ich ir undertän
4. und harr auff guten wän.
xxxvin.
1. B'rdllchen s6 well wir
schir
singen,
springen,
5. hoch,
uns zbayen,
schön rayen
all in des mayen
loch,
iO. mit frechen
abprechen
der Pfifferlingen roch,
all wencken
gedencken,
15. wo mir die zart erapflöeh.
her wider kdr,
hertz lieb, das ist mein g^r.
du waist wol , wie du mich
* und ich dich
20. lie, mein höchster hört,
" zwar ich halt stet die wort,
22. bijrd mir der krantz von rösental.
135
1. Dein weipliche gat
tut
mich straffen,
zaffen
5. dick,
mit geren
verkören,
des m^ren
ich erschrick.
10. Idss varen,
nit sparen,
durch mich dein lieplich plick.
mein quelen,
dein helen
15. pald mir tröstlichen schick.
ach traut gesell,
ich sol , was dein gnäd well.
dein fromden gros
mich annt der synnen bl6s.
20. mach haimltch zam,
gierlichen sunder schäm
22. ergetz heuglfch meins hertzen quäl.
3.
l.'^Senllche begir
mir
pringt achen,
wachen
5. vil :
. das leyden,
und meyden
sich nyndert schaiden
wil.
40. ich iamer
mit jämer
nit treffen kan das zil.
136
die kluge
durch fuege
15. mich halt nur, wie sy wil.
der bitler töd
mag helfen wol aus not,
ob ir gnäd
nit wendt engsllfchen scliad.
20. zart liebstes weib,
den jämer hie vertreib,^
22. erkijck den man in freuden schal.
f.
i. ff^rau, ich eumag,
I wann es ist ferre gön dem tag,
DU bol,
wann sol
ich vol
6. slaffen mir genug?
zbue lät euch der weil,
yä trag wir auch ain peyl
pleib hie , nit eyl,
mein trauter kuntzel,
suentzel,
12, ist mir werlich lieb.
Wer kumbt hernach,
der mir benndt meinen ungemach.
so schain?
unrain,
allein
i8i arbait ist ain
mort.
' kuntz, katrey ist unnutz
jenslfns
pin ich
urdrutz.
137
24. mit liebem smutz
pin ich
kuntzltns^
pin ich
gentzlich,
aus dem edlen zylerstal.
30. Frau, eur straffen ist enwicht,
spynnen, k^ren mag ich nicht,
pflicht
trag ich zu dem kiintzelein,
wann er ist wol mein,
sein leib pringt freuden vil,
36. darnich sich sent mein gier.
2.
i. Stand auff, maredl,
liebes gredl,
zeuch die rueben aus,
zunt ein, setz zu
fleisch und kraut,
6. eyl, bis klug.
gee, du faule tasch^
die schuss(e)I wasch ;
wer pett, kuntz(e)l knecht,
der diern siecht?
aus dem haus,
12. ir verleuchter dteb !
Grett , lauff g^n stadi,
such die nadl,
nym den rechen mit,
gab(e)1 , drischl ,
reutter, sich!
18. vindst du dort.
Jans , katrey nym mit dir,
der ku4itz pleib mir.
sweig , du faige haut.
und schrev nit laut.
^
138
dein schand wirt prait,
24. und 6r sicherlichen smaK
pfach dein^
gredlein,
spynn, kör,
dich ner,
nit verzer,
30. deinen rock
lock,
so wirstüs ain pock,
tock !
vier schock
gib ich dir
36. zu ainem manne vil schier!
«.
1 . Sag an , hertz lieb,
nü was bedeutet uns sogar schricklfcher hal
mit seinem dön,
aahü , aahü,
5. wo] auf, die nacken blös!
Ainiger man,
sol uns der gast erstoren hie
so? ach eilend,
wem last du mich?
10. aahO, aahü!
her göt des tages schein!
Pald ab dem weg,
die geren lag! %
hör, hör, hör, gesell,
15. klügltchen geschell :
stand upp,
risch upp,
sneli upp!
»-^s^
439
>
die vogelein klingen in dem hard^
20. amsel , droschl , der vinck
und ain zeyselein.
22. das nennet sich guggugk.
2.
1. Los, frau, und hör des hornes schal,
perg und tal,
überall,
äne quäl.
5. auch hor^ich dye nachligal, .
des Hechten morgen rote
sich vor der pleb her dringt,
blas schön.
bachter, ich spur dein zoren michel gros,
10. Mich rurt ain wint von orient,
der entrent,
auch plendt
das firmament.
und der uns die freud hie wendt.
ib. zart myniklfche dieren
das hören pollret grymiklfch
Los, los, los, los,
senitche klag,
mordifcher tag,
20. wie lang sol unser not mit dir bestän ?^
hab Urlaub, hochser schätz,
22. kurtzlich herwiderrugk !
XU.
i.
i. Der may mit lieber zal
die erd bedecket Sb(e)ral,
piihl , eben , perg und tal
aus sitessen vogUn schal
5. erklingen , singen höhen hal
galander . lerchen , droschl , die nachtigal,
»-*^ 140 s^^
der gauch fleugt hinden hinnäch
zu grossem ungemach
klainen vogelein gogelreich.
10. höret , wie er sprach :
cttcü , cucü ^ cucü !
den zins gib mir,
den wil ich Mn von dir,
der hunger
ib. macht lunger
mir
den magen schir.
Ach eilend,
nü wellend
20. sol ich?
sd sprach das klaine vich,
kungl , zeysl , mais , nü komen wir singen :
oct , und tu ich , tu ich , tu ich , tu ich,
oct, ocl, od, oci, od, od,
25. fi , ffdeli-, fideli . fideli , fi,
cf , cieriri , et , c! , cierirt,
et, rt, cidwigk, ctdiwigk, fici, fici.
s6 sang der gauch nur: kdwä, wä, cü, cä.
Raco, 80 sprach der rab,
30. zwar sing ich auch wol,
vol
mus ich sein,
das singen mein :
scheub ein,
35. herein,
vol sein !
Itri , Itri , Itri , liri , Itri , Jtri Ion
s6 sang die lerch,
sd sang die lerch,
40. sÖ sang die lerch.
ich sing hei, ain droschelein
ich sing hei, ain droschelein
»^^ 141 ^-c
ich sing hei, ain droseheleiii,
das in dem wald erklinget,
45. ir lierent,
zierent,
gracket,
und wacket
hin und her,
bO. recht als nnser pfarrer.
zidiwigk, zfdiwigk,' zidiwigk,
zifizigö, zifizigö, zifizigö, nachtigal,
die selb mit yreni gesang behub den gräl.
(WienerbandBchrift bis anii Ende.)
Upchaehi, so sprach das ful,
55. lät uns auch darzu.
frw
vert die kue,
der esel lue:
her sal auff meinen nack.
60. rigd, rigd, rigö, rigö, rigö, rigö, kum,
so rufft die mill^
so ruff(t) die mul,
sO rufft die mul.
K^r ab, so sprach die «miilnerfn,
65. heb auff, schray die pawrfn,
nü trag hin, mein eselein
. da, da
prustä,
gan! , leir
70. nicht veir
bis dir der geir
die hawt abziehen wirt bey dem veyCe)r,
Wol auff,
wql auff,
75. wol auff,
wol auff,
saylor pint auff,
142
schint dich wolpurg,
rugel dich, gut waydmanu,
H). mit Jagen , paissen , rogken iu' den tan.
XIiII.
i
1. A.ch senltehes leiden
meiden
neyden
schaiden
5. das tut wee,
pesser wer versincken in den see.
zart mynikifches beib,
dein leib
mich schreibt,
10. und treibt
g^n jösaphät,
herlz mut, syn, gedanck ist worden malt,
es schaidt der töd,
ob mir dein gnäd nit helfen wil
ib. aus grösser n6t,
mein angst ich dir verhil,
dein mundlfn röt
hat mir
s6 schir
20. mein gir
erbecket vi),
22. des wart ich genäden an dem zil.
2.
1. Mein hertz in jämer vicht.,
erbricht ;
bericht,
und slicht .
5. den kummer jö,
frau , schtdltcher freuntschaft wart ich so.
143
m
recht als der telphin,
bann in
der sin,
ia fort hin
zu wages grundt
vor dem stürm und darnach wirt enzundt
von sunnen, glast,
die im erkuckt all sein gemut.
15. hertz lieb, halt vast
durch all dein beipÜch gut,
Iftss deinen gast
nit sterben,
Serben,
20. werben
in unfrut
22. in eilender pein ich tob und wuett.
'^•
1. Hein haubt das ist beklait
mit baffen,
slaffen,
straffen
5. die ndtür,
das mich zbingt ain stund für tausent ur,
wenn ich mein laid betracht
die nacht,
sd wacht
10. mein macht
mit klainer kraft,
und ich freüden gantz wird sigehaft,
mich nymant trost,
und ist mein leiden sicher grds^
15. mein hertz das wirt gerost
mit mangem seuftzen stds.
0 wee, wann wirt erlost
mein trauren,
144
tauren, v
20. lauren,
negt und post,
22. damit ich der synn wird ^ar emplost.
xiiin.
i. Wol auff, gesell,
wer jagen well,
entgagen im kain ungevell,
wart
5. unverkart,
s6 pringstö vil wild in mart.
los, freud,
zwar dein stymm ich geud,
ich hör lieb und tröst,
iO^ der mich dick erlöst
aus verhangem rdst.
hetz zu,
es ist noch fru,
hin ruck,
15. heng nach geluck,
jagt nach , ir trauten hundes kind !
ey schenck,
rieht oben stat, und benck
ziTpill und harr,
20. der vart pistüs ain narr.
krais umb, suech wider dar,
nach trüb, das wild ist mued.
Wol auff, gesell
wer jagen well,
25. bis, das er sein netz recht stell,
psetz die hdhen wart^
lös zu, hin all,
mit laut und schalK
145
das es den vorstern wolgevall,
30. perg und tal,
nü kall,
pläs ab der klingen, \
das uns muss wol gelingenn.
hin lauft die stoltze bind,
35. Wart bunn und hail,
läss nit von dem sali,
s6 macbstü wild wolfail.
. vertrit die alten spur,
nit läss für,
40. -geud , und meld mit willen kur.
see, läpp,
setz von rugk und trapp.
her lauft, gall und gsund,
still, ir lieben hund, #
4b. danck so hab ewr mund.
hin ruck, 4
heng nach geluck,
heuch, heuch, heuch, heuch, hoch, hauch,
und jü,-schenck,
50. rieht ob stat, und wenck
zu wywill und harr, utsup.
xuv.
1. .
1. Frolich , zertllch , lieplich , und klerltch , lustltch , stille , leyse,
in senffter, suesser, keuscher, sainer beyse
wach, du mynikliches, schönes beib,
reck, - m
5. streck, ,
breis dein zarten, stoltzen leib.
sleus auff dein vil Hechte eugltn kldr,
teugenllfch nym war,
,v
10
MS
bie sich verschwt
10. der Sterne gart
in der schonen haittem lilaren sunne ^mtz,
wol.äuff zu dem tantz,
machen ainen schonen kraut«
von schönen
15. praunen,
plftben^
gräbenn,
röt, weis,
20. viol, plümlfn sprannU^
1. Luntzlot, mutttzlöt, kl^intzlot, und zysplot, bifipiot freuntlfch sprachen
aus waidelfchen , rainen , guten sacl^n
sjfl dein poscholochter rdter mund,
der
5. s6r ^
mein hertz liepltch hat erzuBt,
und mich Ciirbär tausent^ nM erweckt,
freuntltchen erschreckt
aus slafFes tram,
10. so ich ergam
ain so wolgezierte röte enge spalt,
lacherlich gestalt,
zendlln weis darin gezalt,
trielisch,
15. mielisch,
vosloeht,
roslocht,
hei
zu fleis
20. baydeltch gemalt.
3.
1. Wolt sy, solt sy, tet sy, und kam.sy, nam sy melaein hertzen
den senikifchen grossen herten smertzen.
t4T
und ain prustlein weis darauff gedruckt:
secht,
5. siecht
sd wer mein trauren gar verzuckt.
Wie mocht ain zart seuberliche diem
lustlicher geziern
das hertze mein,
10. an argen pein, ^ .
mit so wuniklfchem zarten rainen lust^
mund mundltn gekust,
zung an züngltn, prustlfn an brüst,
pauch an
15. pepchlfn,
rauch an
reuchltn,
snell,
zu fileis,
20. allzeit Irisfih getussl.
XIiV.
f.
1. S^rollch geschrai s6 weli wir machen^
lachen,
swachen
den zw^, der uns nit gevelt.
5« junckfrau , sind die air noch gar gezelt ?
sd lauft, ir zierenheld,
und esst die ungescheit.
fraw gelt,
trag her des weines kelt.
10. So schön, sprach des maiers diern, dÄ, nidea apf der panck,
mach lanck,
gselle mein^ hab ymmer danck,
dein gesanck,
und getranck,
15, and suesser wincken wanck
10»
148
pringt mir freuden vil.
Smutz, sprach mein firaue , nü welcher fidelt mir nur auf meinem
saitteuspil ?
das tun ich haintzl und jack(e)l,
damit hub sich ain gaggel.
20. dö sprach sy: snaggel,
o wee , haintz magstü nymmer ?
s6 kum jacline,
trauter socie,
Ur mich das a b c
^ und tu mir doc)i nit wee,
26. ite, venlte! ^ > ^ , ' ; -
ZIiVI.
I.
1. Trostlicher hört, wer tröstet mich,
hertzlieb, wie lang sol ich. dein wesen äa,
dein fromdikait mirpringet pein,
und betrübet s^,
5. ich ger
gndd mit hilff und rdt
in kurtzer frist.
Gesell, geluck, freud, wunn und hau,
pegierlfch zeit vertreib ich tag und nacht
10. vil manger herter seuffzen stös
mein hertz sdr bekranckt,
nit wenckt
unzbeyfeltchen gar
statiklich in gut.
15. Dein poschotz mundltn freuden pringt,
dein zendltn zwingt,
bem da gelingt,
derselb mugltcher singt.
mein hertz das wil und mag
20. ftn dich nit genesen,
149
zu gevallen dir
darumb pistüs mir
erbelt
m/nikitches weib
25. in dren gunst.
Hein hertz das pruefl vil oft und dick,
das selzam plick
pringt freutttitcfa schrick
in der lieben strick.
30. frau • deine dreuch und netz
haben mich umbfangen,
und vergemet gantz,
nymant kan erlosen mich,
nur dein stoltzer leib
35. ä» tadCe)l frey.
2.
1. Frolich das tun ich,
mein auserwelter man,
so bis gewaltig meip,
ye lenger,
5. ye m6r
ich dein fru und spät,
wann du es werltch pist.
Freuntltch äne mail,
ich dir bunschltch betracht,
10. an freuden sey es (er?) plös,
der uns verdenck,
das sol werden war,
vor arg werst düs behut.
Nur dein
15. allain
ich main,
mein
ain,
all frenntsdiaft grAs und klain^
1
20. pillfch sol ich gantzer frewb dir
dancken schir,
frö gezelt
ich pflig tegltch
steter mynne run&t.
25. Von rechter 'gir
ist mir '
als dir
in grösser freuden zier,
treuMch söUü von mir
30. warten lieber schantz,
wunikltch
mich,
dich,
halt ^ •
35. der dren krey!
XIiVIK
1. ilLin mensch von achzeh(e)n j^ren klug
das hat mir all mein freud geswaigt,
dem kund ich nye entwynnen g(e}hug,
4. seyd mir ain aug sein wandCc)! zafgt,
an underldss hab ich kain ru
mich zwingt ir mundlfn spät und fru,
das sich als lieplteh auff und zu,
8. mit werten suess kan leneken.^
1. Wie verr ich pin, mir ndhet schir
ir rains gesicht idurch alle land,
ir zärtlich plickh umbvähent mir
4. mein hertz in rechter lieb bekant.
ach got, und wesst sy mein g^dantk,
wann ich vor ir senlfchen krandc
hert stän, und tar in kainem wanek
8. mich deVgfeleftliea f^hckeii.
s.
i. WäWfcfaer weib mensish nie ^esaxih
so liederlich '4n tadeis punt,
ir schon gepard tut mir ungemach,
4. von hoch der schait(e)l über ab den grund,
wann ich bedenck so gar die mdss,
kSrtz, leng, smel, prait^ zbdr tun und läss,
wer tnotht der lieben sein gehass,
8. 0 wo\% sy mieh bedencken.
1. niehi {Miel laist mir ge^ellsthafft Aar
recht als die monat tund dem jdr.
von 6rst den yenner ich nit spar,
4. der mich dick kelltet und erfröret :
Zu yedem M% sy sich verpflicht
mit mut und auch mit angesicht,
der hornung lät michs liegen nicht,
8. des freud der winter hat erstoret.
' Sy macht mich siech dick , oft gesunt
mit lieb und laid zu manger stund,
das macht der mertz, der irs tot kund,
12. als ich von arzten Mn gehöret,
Gel&ck ist gut für ungevell.
bann ich wan, ich sey gut gesell,
so tut sy gleich als der abrell,
16. halb hie und dort ist sy betöret.
i. Zbdr sy ist hübsch und wolgetdn,
das erbt sy von dem mayen an,
des geluck^s ich ir zeitlich gan,
4. damftieh und sy mich fireuen tut;
Ir Mir ^ ir mund , ir wenglein vein,
ir engltii kMr als der 'nAein,
162
dem geit der junius liechten schein
8. mit seiner kraft in huhschem pl&.
Der Julius hat seinen fleis
gelegt auff ir brustlein bels^
ir ermlin planck , yre hendlein gleis,
12. recht als das silber in der glut.
Sy ist ain waideliche diern, »
gedrat synbell recht als die pirn,
die uns der äugst 'kan furher ziexn
16. mit lust und auch mit gutem mut.
3.
1. Sy tut geleich dem September,
der ist ain tail auch mit gever,
darumb das. er macht lass und swer
4. die leut an mut und auch an macht.
i
Des pin ich worden von ir inn,
das sy mich lät aus yrem s^n,
ich hoff, der october mir pring
8. geluck, als er vor olFt hat pracht
Wol in das haus, als du a^ch mir
mein hertze vol , damit mein gier
erfüllet werd von irer zier.
12. der november ist wol besacht
Mit mangerlay, des man sich nert;
seyd sy hat yeder zeit ain gefert,
so Wirt mir klain von ir beschert,
16. kalt ist december tag und nacht.
XlilX.
1.
1. Es nehnet gdn der vasenacht,
des siUl wir gail und frolich sein,
ye zbay und zbay zu samen tracht
4. recht als die zarten teubeleia
1S3
doch hab ich mich gar schon gesellt
zu meiner krucken,
dfe mir mein puel hat auserwelt
8. far liepllch rucken.
Repeticio. Und Ich die kruck
vast an mich zuck,
freuntlfchen under (da)s vechsen smuck,
12. ich gib ir mangen herten druck,
das sy mus kerren.
wie mocht mir gdn der vasenacht
nodi bas geworren ?
plehee,
17. nü Idt ewr plerren.
1. Seyd das die voglin wilden sind
gezbait yet schön an allen neid,
was wolten dann, die lieben kind
4. nü feyren gdn der lieben zeit
mit halsen, küssen ain schönes weih,
smutz, Id dich nyessen,
haimelichen prauch dein jungen leib
8. an als verdriessen. Repeticio.
3.
1. Die vasnacht und des maien pfat
die pfeiffen vast aus sfinem sack,
was sich das jär verporgen hat
4. das tut sich engen «an dem tag,
doch hat mein frau ir tuck gespart,
mit valschem wincken
all g6n dem herbst, ich schrau ir vart,
8. seyd ich mus hincken. Repeticio.
1.
1. Creluck und hail , ain miQh(e)l schar,
bunsch ich dir, frau, zum neuen jftr,
m
mein stat gerechte trew 'fürMr
in deinem dinst ich nymmer spar,
5. des soll dü werden yntien.
Das macht dein miinditn wolgevar
mit benglein rdt, ain liepltch par,
verglantzt von Jiechten eugltn klAr,
die orltn fclain , darob das hdr
raid, krisp(e)I, krump(e))^ krynnen,
11. kraus, guldlocht, gele durchfloeket.
•
2.
1, Nas, zenditn, kynn, kel, der hals zu tal
mit gantzer milss hat seinen val
bis auf der weissen brustltn sal,
der sinckel hert geit reichen schal,
5. ain yeds gelid durchmessen,
Arm, vinger lang, zway henditn smal,
das peuchltn hal sieicht uberal,
und ain volkomne reuch zu mftl,
gros hindersetzt gedrplter zal,
mit herrter mäss besessen,
11. die fusslfn klain geschocket.
1. Ir zarter leib nie mailes pein
verschart , zucht , tugent , eyt(e)l rain
junck , ed(6)l , adeifcher schein
mit wand(e)I sich probiert darein
5. nftch maisterltchen sitten,
An allen tad(e)l ist sy vein.
zart traut gesell , vergiss nit mein,
seyd ich nü pin geheissen dein,
sö Ift dir hertz Heb ab erfreyn,
des ich lang hab i^epiten,
11. utid das mich senlieh lockiet.
&b
I.
i. I^on rechter lieb kraft
Iftnd mich gedanck nit frey,
ain beipitch pild
hftt betbangen mich,
5. läss, frau, genäd
an mir beschehen,
Des gib mir dein tr^w,
ich sey dein liebster man,
den schätz nyemant parlfcihen
10. von uns wissen sol.
Sag an, geselleschafi,
was deinem hertzen sey,
mit genier milt
ich das hör und sich,
15. dein dren dn schad
sd wil ich yehen,
Nain, höchster hört, an rew
musst dft mich hdn,
so bis verswigcn gerlich,
20. diEiran sd tust düwöl. '
1. Hein freuden iiiacher,
meins hertzen zuckidr tfar,
dein aigen weib
ich wil darumb sein:
5. ach traut gesell,
nur Heb und nymmer laid,
So bis allzeit sta%,
und zbeyf(e)l nit ftn mir,
und halt dich gar taugen
10. vor valscher ntepcker i$«g.
In hitmm slMT, frflu.
156
#
vertreib ich lange zeit,
treun , nayn ich zbär,
auserweltes ain,
15. das machen nur
der meider lugenspil,
Ir verdencken valsch
in arg das tut mir wee.
gib urlöb meinem hertzen,
20. wann es wil werden spät.
3.
1. DU hast all mein swer
benomen sunder gar, .
ewr stoltzer leib
pringt mir freud und pein,
5. was dein gnäd well,
darzu bin ich berair.
Wie geren ich- das tet
von rechter gier,
mein hertzen lieb, an laugen,
10. das tu ich nacht und tag.
Hast du kain missetreu,
das sag mir sunder neyd,
barumb sogar
last du mich allein?
15. durch abenteur
mus man wägen vil.
Die red aus yrem hals
nit lang besst6:
ich bunsch dir haU an smertzen,
20. lieb, kumm herwider, drdt.
IiII.
I.
1. llWol mich an wee der lieben stund,
d6 mich ain poscholochier mund
157
dn lacht mit wunicilchem smiel,
und sich ain roselochter triel
von ander spielt die hoch zu tal
6. mit zendltn weis , geschaiden smal,
Darob zbay praune eugltn klär
schelklfchen spilen her und dar,
von plick zu plick, scharff mit gewalt,
schriembs iib(e)r ain neslin wolgestalt.
Ich grdber prach noch disen trutz,
12. und traut sy mir mit ainem smutz
Das must ich sicherlich^n wägen
an verzagen,
still verdagen,
nyemant sagen,
oder klagen,
18. gar haimUch in dem hertzen tragen.
2.
1. Denckiseh zu sehen weist mich das,
wann mir gerecht ye was gehass,
wie sy vor trug zb^n synbell knopff
spitzltch gedrat recht als die topflP,
gedrollen auff des hertzen bulst.
6. 0 wee der zarten lieben geswulst,
kam mir die plosltch an mein brüst,
so wer mein greysen gar umb sust,
der part must weichen von der heut,
mir zerunn dann messer oder leut,
und würd mir dann ain umbefangk
12. von ermlin blös, erst wer ich kranck,
wie sich die lieb also umb mich bunde,
freuden günde,
ich da lunde,
ob sy mir günde
solcher pünde,
18. ich sprach ir ablas für all ir sunde.
139
3.
i. Und von der gurl(e)l umbefangk
bis auiT den fuess stSt mein gedanck,
wie sy wol hab die rechten mäss,
doch mocht ich es gefüegen bas,
das ich die lidm.ass griff und sach,
6. kom sy mir dann in solh genach,
das ich die manhait redten solt
ich fluch ir nit, gult was es wolt,
ob ich des kriegs ernider lag,
villeicht s6 wurden mir dennocht tS^,
ze laisten wider in ir haus.
i2. darob s6 höt ich klainen graus,
ich holt mich dannocht mit der rainen
schier verainen,
ftn vermayaen,
umb die zainen
zu ir lainen,
18. mit leib, hend, fassen und gepainen.
um.
1.
1. Crsr wuniklich hat sy mein hertz besessen,
in lieb ich ir gefangen
pin mit stetikait,
verslossen gar
in der vil zarten ermltn strick,
mein höchstes hail, ich pio^ dein aigen
7. zbftr , des gib ich dir meinen brieff.
?.
1. la welcher main bästü dich freud vermessen
giftn mir ? doch unergangen
s6 pin ich berait.
hertzlieb, nym war,
das uns nit vdch der meider rick,
als ungevell behüt die faigen,
7. yA ttn4 gesc^ecli in nymmer lieff.
159
3.
1. In aller trew, beib, du solt iiit vergessen,
teglich ist mein verlangen
dir zu dinst berait,
der freuden schar
ich wart von Hechten eugltn blick,
dein mündlfn röt mit suessem liai^n
7. schon mich beraubt der sorgen tleff.
lOV.
i' SEein hertz das ist versßrt,
und giftiklichen wunt
mit ainem scharffeA swert
zbir durch bis an den grundt,
und lebt kain artzt auff erd, der mich veniailen kan,
6. nur ain mensch , das mir den schaden hftt getftn.
2.
1. Frau krön , dein edle irt
pebar dein schochsten sjchatz,
das dir nit werd verscbart
dein bild in schänden latz,
damit kain zungen an dir nicht werd erfreuet,
6. so wirt mein hertz gesunt gar und verneuet.
3.
i. Ich man dich, lieb, der wort
mit billikltchem tröst,
bedenck das kleglich mort,
damit ich werd erlöst
vil pesser ist mit ^ren kurtz gestorben zbdr,
6. dann mit schänden hie gelebt zway hundert jär.
■> !
160
liV.
I.
i. IWeib, röt mit praun verleucht
in ainem runden veld,
schufF mir vil manig teucht
hertlich, der ich nit meld.
5. gar eng ward mir die werft
dö sich zu fleis mein aug
gierlich darin verschös,
von krankhait ward ich plaug,
der zeit mich nit verdrds,
10. mein ftnmacht die was gross.
2.
1. Ain varb von eyt(e)l grün
den possen rain verdeckt,
der yedem fursten kun
sein manhait wol erweckt,
5. wann er sich pey im streckt,
nach dem als ich in sach,
gar waydelich verstampt,
so went er ungemach,
der mir befulch das ambt,
10. vil nfthent ich im zampt.
3.
1. Ain zwis(e)l waidellch,
darob ain maser hert,
. die tragt zbö pieren reich,
gar süss ist ir gevert,
5. weis, frisch, wo man sy zert.
wer ich ain kindlein klain^
vernuiFlig, alt und weis,
und ich der pieren aine
muest saugen für mein speis,
10. s6 wurd ich nymmer greys.
i
161
liVL
I.
1. üflein hertz jungt sich in höher gaiF,
und ist getrosi,
erlost "-
4. von lieber hand,
die mir zu fleis frey tadeis mall
zertlich erschos;
entslös
8. all mein pandt
sd gar an strefltch schand.
Ich lob den tag
stund, weyl, die zeit, minut und quint,
12. dd ich es hört und gaistlich sach,
das mir mein klag
unzbeyfelichen so geswind
bard abgenomen, dö zerbrach
16. meins hertzen ungemach.
1. Hit ^r(e)n, o seuberliches g,
du freuest mich
gleich (glich)
4. in der s61e grund;
darnach ain ed(e)l r und 6
mich hosten sol
so wol
8. durch röten mund,
froltch zu aller stund.
An endt der wort
zbay tt beslossen hän die treu
12. von dir zu mir in ewigkait.
nain, höchster hört,
das läss dir teglfch wesen new,
und dessgeleichen ich berait
16. mit gantzer stetikait.
11
m
3.
1. Vergis durch all dein weipltch 6r,
wo ich dein Äucht,
Fracht,
4. ye erzürnet hän;
far all dis werlt liebt mir dein ^r
und wil
der vil
8. pas wesen undertän
löblich an abeiän
ungeschaiden
hie auJQP erd bis in den töd.
12. und darnach hundert tausent jär
von uns paiden
kain valsche zung das petenpröt
sol freuen m6r klain umb ain här,
16. hertz lieb, got fug das war.
livn.
1. Dd fraig amors,
adjiiva mä,
ma lot, mfn ors,
na moy serec§
rent mit gedanck,
6. frau, pöraty,
eck lopp, ick slapp,
vel quo vado,
we segg, mein krapp,
ne dirs dobrd,
jü gslaff, ee franck,
12. merschy voys gry.
Repeticio. Deutsch, welisch mach,
franzoisch wach^
ungrischen lach.
16S
pröt bindUch pach,
flemming sd krach,
18. latein die isibend sprich.
2.
1. Mille scheiinii,
yme, man gür,
per omniä,
des leibe« spur
centza befui
6. met gschöner bar
dut serviray
pur tzscbatti gais,
nem tudem fray,
kain val^idie rais,
got wett wol twiu,
i2. egk de amar. Repeticio Qts.
1. Demit mundescb,
margarita well,
ex profundes,
das tu ich snell,
dat loff, draga griet,
6. permafoy,
in miommmo^
dyors ee not
my ty commando,
wo ich trott,
yambre twcyii,
12. allopp my tiK^y.
1. Dd fralg amors, ach wftrs mein lieb,
adjuva me, hilff mir, «
ma lot, mein pferd,
4. myn ors, mein ros,
11*
164
na moy sercce, darzu mein hertz,
rent mit gedanck,
frau, pur aty, frau nur zu dir,
8. eck lopp, ick slapp, ich lauff und slafiP,
vel quo vadö, oder wo ich gee,
we segg^ berlich,
mein krappff^
12. ne dirs dobrd, der halt nit vast,
jü gslaff, ich aigen,
ee franck, und frey,
merschy voys gry,
16. dir dencklich rueff.
2.
1. Mille sthenna, zart liebstes beib,
* yme, see hin,
man gür, mein hertz,
4. per omniä, uberal,
meins leibes spur,
centza beful, an allen spott,
met gschoner bar,
8. mit schönem pard
dut serviray,
ich dien dir gantz
pur tschatti gaisch, nur was du wild
12. nem tudem, und bais nit,
fray, i?rbär,
kain valsche rais, .
got.wett wol twiu, got wais bol bie,
16. eck de amar, ich dich lieb hab.
3.
1. Demit mundesch, nur was du wild,
margarita well, mein schone gret,
ex profundes, aus gantzen gründen
4^ das tu ich snell,
dat loff, das glaub,
draga griet, liebe gr^t,
165
permafoy, auff mein treu,
8. in recommisso, in dein bevelchnuss,
^ diors ee not, tag und nacht,
my ti commaudo, mich dir bevilch,
wo ich trott,
jambre, liebe,
twoya, nur dein,
14. allopp my troy, all auff mein treu.
ifVin.
1. Herr wirt, uns dürstet also s6re,
trag auf wein,
trag auff wein,
4. trag auf bein,
das dir got dein laid verk^re.
pring her bein,
pring her bein,
8. pring her wein,
und dir dein seiden m^re.
, nü schenck ein,
nü schenck ein,
12. nü schenck ein.
2.
1. Gretl wildü sein mein treul(e)l,
so sprich, sprichs,
sd sprich,' sprichs,
4. sd sprich, sprichs.
ja kauffst du mir ain peutCe)l?
leicht tun ichs,
leicht tun ichs,
8. Jeicht tun ichS,
und reis mir nit das heut(e)l
nur stich, Stichs,
nur stich, Stichs,
12. nur stich, stichs.
166
1. Sym, jansei, wiltüs mU mir taatMii/
sd kumm^aueh,
s6 kämm audi,
4. s6 kumm auch.
pockisch well wir umbhin rantzen,
Jans, nit Strauch,
Jans, nit stranth,
8. Jans, nit Strauch,
und schon mir meiner schrantzen,
dauch schon, dauch
daueh nach, dauch
12. dauch, jans, dauch.
4.
1. Pfeiff auff, haintzl, lippl, snaggCe)!,
frisch, frö, frey,
frisch, frö, frey,
4. frisch, frö, frey.
zbait euch, rurt euch, snurra baggCe)l,
jans, lucey,
cuntz, katrey,
8. bentz, klarey.
spring kelbrisch, durta jackCe)!,
jü haig, haig,
jü haig, haig,
12. jü haig, haig.
5.
1. Hin gßt der mtie, seusa mosl(e)],
nü reck an,
nü reck an,
4. nü reck an.
gumpp auf, hainreich, noch ain jost(e)],
rur, piderman,
rur, piderman,
8. rur, piderman.
107
metz, di^QQ»!, d#at das ko6t(e)l,
dran, dran, dran,
dran, dran, dran,
12. dran, dran, dtan!
6.
1. Nu fudert euck, man ias4 in dorffe,
nembt kain weil, .
nembt k^in i^eU,
4. nembt kain weil«
nich bin, cunrat, fatiter tdistorffe,
du lempey],
du lempeyl,
8. du lempeyl,
lug umb dich als aia orffe,
eyl, held, eyl,
eyl, held, eyl,
ISf. eyl, held, eyl.
UDL.
I.
1. mit gunstUehm h^Wi
wünsch ich dir
ain vil gut jilr
zu diesem p^w,
5. und was auf «rd
dein hertz begeret,
ämän, mein hiMPI^
zwftr das ist reeht.
gedenck an ini^li,
10. geselle mein^
dein schauen uad scberts^n
liebet mir,
das nym ich zwiir,
dir Un mtm tse»,
166
15.. der wünsch, lieb, werd
an uns gemäret.
danck hab das borl,
idi pin dein knecht.
nur freu es dich,
20. zwar das sol sein.
1. Mich freuet, traut beib,
dein roter mund,
ich dein allain
mit stetikait,
5. ein kuchtlich er
mich tieflich senet,
des pin ich frd
an zbeifCe)l gar,
das hör iph gern,
10. zart liebe gret.
Dein manltcher leib
mich hat erzunt,
dasselb ich main,
ich dir berait,
15. dein tugent mer
hochlich mich zenet,
dem ist also,
ich sag dir war,
nach deim begem,
20, oss, wie es göt.
3.
1. Yergiss, mein schätz,
nit durch all dein gut,
wer ist mein hail,
wer tröstet mich, * * ;,
5. des hol mich ward,
der grossen freuden;
du bendst mir wee,
du wendet mir pein,
169
du wendst mir laid
10. und ttofemach.
Dein scherflich gesteht
mein hertz durch^t,
nur ich dn mail,
frau, das tun ich,
{5. zbar unverkart
sol ich dich geuden,
auch du vi! mß,
lieb, das sol sein,
zart frau gemait,
20. dem kumm ich nach.
.:*
i.
1. Die mynne fuget nymant,
wer da nit enhät,
wann wo er hin gät,-
man spricht :
dw wicht,
6. wee dir,
was wiltü mir,
gee fürhin drät,
hast nicht
sd rieht
dich pald von hynnen,
dein mynnen
13. dir ub(e)I ane stät.
2.
1. Der wiert wil uns nit porgen,
, das ist mein g^sste klag,
er vegt mich nacht und tag
« umb gelt.
0 werlt,
170
6. pfui- dich^
wie kiffstü mich,
du voller wierl,
nft schellt,
und pellt
frau, knechl, diera uttd kinder,
der Binder
i3. mich in der ieschf^n $i&U
1. Nu trinck wir aus d«tt flSüchelein,
lassen wir den kopff,
s6 trendelt um» der »ckopB^
schenck ein,
henslein, '
6. das fleschlln yoI,
das tut uns wol
im godersnal.
herr wein,
gt\ Ce)in-
her, frischlichen giessen,
und fliessen
i3. bis in der plater fal.
4.
1. Die junckfrau solt ich mynnen,
das tet der frauen^zorn,
yedoch must ich sy porn,
ich schob,
und kl6b
6. dasselbig ploch
Yonander doch,
ich armer knab,
sich hob
das jitrö(w),
der 6tad(e)l ward üchfitten
und rutten
13. den yren slaiCe)r ab.
m
liZL
1.
1. O hertzen lieber nick(e)l mein,
vergiss mein nit auff alle treu,
des heyah^,
Sym, nayn ich, zarte mein agneslein,
5. dein freantscliaft ist mir allzeit neu,
dem sey also.
mein hertz das swindt,
seyd du' dich scbaid Ton iiiire.
' sweig, liebet» kind,
10. ich kumm herwider schire.
Repeticio. Aeh idcki,
nick(e)l9
trauter schöner kleusly,
hals mich,
kuss mich,
16. leich mir her das meusiy*
2.
i. Yerhais mir pald, mein schone elss,
das dA kain andern wellest hän,
des heyahA.
ich wolt ee springen über (de)n vels,
5. ee mich beslieff kain ander man,
dem sey idlsd«
mein treu gefug »
an dir nymmermär erbiade.
mein nick(el) klug,
10, du leist mir in dem synne (synde?). Repetteio.
3.
1. Gesegen «lieh g<ll mein lnS^lRiier Hort,
kain schaiden tet mir nie sd l)ee,
dei keiydid.
i72
du last mich hie, und pleibst du dort,
5. bann kumm wir zuenandcr mö,
dem sey also,
in kurizer vart
wil ichs herwider k6ren.
mein nick(e)l zart,
10. des tu mich schir geberen. Rq)eticio.
um.
1. Sweig still, gesell, dem ding ist recht,
jü, gib mir freuleins petenbröt,
des heyahö.
sy ward mein herr und ich ir knecht,
5. nü ist mir sicher ungedröt,
dem sey also.
Ich main die zart,
zu der ich pin verbunden,
des bol mich ward,
10. ^rst hab ich freude funden.
Repeticio. Ach raines tock(;e)l
traute schone tocke,
du liebst mir mit dem zypffel
14. an dem rocke.
2.
1. Mein dinst ir allzeit ist berait
und hoff, das mich die lieb nit entstöss,
, des heyahö,
mit yren horelein gemait,
5. ee traut ich ir ain kunglfn blös,
dem sey also.
An als gever,
als meinem rechten herrCe)n,
des knecht ich wer
10. gar willigkitcher geren. Repeticio.
173
3.
1. Ich freu mich noch der lieben stund
dö sy zu dienen jnieh erkös,
des heyahö,
und hoff ir rosolochter mund,
5. sull mich von sorgen machen lös,
dem sey also. .
Hertz, mut und syn,
ir gailt mit stetem fleisse,
bie y^r Ich bin
10. von ir, jü, dar, die weisse. Repeticio.
1.
1. mFol auff, wol' an,
kind, weib und man,
seyt wolgemut,
frisch, frolich, frut,
tantzen, springen,
6. heipffen, singen
gtn des zarten
mayen garten
grüne.
' Die nachtigal,
der drosch(e)l hal,
12. perg, aw erschallet,
zbay gesellet,
freuntlich kosen,
haimltch lösen,
das gelt wunne
für die sunne
18. kune«
Repeticio. Amplick herte,
der geferte
174
well wir meiden
von den beiben
ungestalt.
24. mundltn schone,
der gedone
macht ims hone
27. manigfalt.
1. Ranhü steudly,
lupff dich, kreadly.^
in das padly,
osslin, gredlin
plumen plüede
6. wendl uns muede,
kiubes decke
rauch bestecke.
metzly,
pring den putem
läss uns kujKent^
12« wascM maidly
mir das p&idly^
r^ jHueh knablf '
umb.das sably^
hilfft 4A J&ir^
leicht väch ich dir
18. das letisly. Rqieticio ut sup.
a.
1. Ja b^ Jiaig,
zierltehejr maig»
sck^ pfiffcriing,
die maaraidi fcng,
meni»fifa« ISBb, «nd gras
6. woliF^ fuciha, den has
hästü erfreut.
die wecH beMeü
grunliclmb
175
und was der winder
vast hinhinder
12. in die maner
tieffer lauer
hH gesmogm,
abt betrogen,
die sein erlost,
may, dein getrost
18. frolichen. Repeticio ut supra.
1. JLin graserin durch kuelen tau,
mit beissen pjdssen fussltn zart,
hftt mich erfreut in grüner aw^
das macht ir sichre)!, praun gehftrt,
5. dö ich ir halff den gattern rucken,
schmucken
für die schrencken,
lencken,^
sencken
10. in die seul
wol bepart,
damit dasfreul
hinfur dn sorg
14. nicht fliessen moehl Ir gensei.
1. Als ich die schon lier zeunen «ach,
aln kurze vf^ü ward mir «u iangk,
bis das ich ir den ungemacb
tet wenden zbischeo zbBl(;e>r schranck,
5. mein heckitn klain Mt jidi ir inor,
empor,
zu dieoil gewetsel)
176
gCe)hetzet,
netzet,
10. wie dem was,
schubren half ich ir das gras,
zuck nit, mein schätz.
13. sym, nain ich, lieber jensei.
3.
1. Als ich den klee h^t abgemat,
und all ir lucken wol verzeunt,
dannoch gert sy, das ich yat,
noch ain mal in der nidern peunt,
5. ze 16n wolt sy vpn rösen pinden,
binden
*
mir ain krentzCe)!.
swentz(e)l,
renlz(e)l
10. mir den flachs,
treutt in, wildü, das er wachs,
hertzliebe gans,
13. bie schön ist dir dein grens(e)l.
IjXV.
1.
1. Sym, gredltn grel,
mein ^edelein,
mein zarter puel,
hertzlieb geniait
5« dein zuchtlich ^r an mir nit beich.
Halt wie es gdt,
mein oselein,
in deiner schuel
- treustetikait
10. die wil ich l&ren ewigklCe)ich.
iI77
Die bort sol ich behalten mir,
und schreiben in mefns hertzen g^undt
von deinem rosolochten mund.
Mein hört, dasselb ist wol mein gier,
15. bann ich will nit benckeii, <
das sol ich bedencken,*
gedenck, liebs oselein, an mich
18. dein gredlein sei erfreuen dich.
2.
1. Dü kanst mich nr(ch)t
erfreuen pas^
bann das ich lag
an deinem arm,
5. verslossen als ain klausener.
In deiner pfficht
wird ich nit 14ss, C
dn sainlich trag
mach ich dir barm,
10. und ist mir das ain klaine swer.
Hab danck, mein trauter aidgesell,
das sol ich iit vergessen klafn,
wann du pist wol, die ich. da main.
An wanck von mir kain ungeveU,
15. hertzlieb, nit enbarte,
danck s6 hab die zarte.
%art liebster man, mir ist s6 wol,
18. benn ich dein prüst umbsliessen sol.
a.
1.' Vor aller freud
trost mich deiii hertz,
darzfi dein wu- (wo-),
nikllcher leib,
5. wenn er sich freuntlich zu mir smuckt.
Gesell, sd geud
ich vol den schertz
und gailt sich M
12
]
deiii: amij^ h«l>f
i&k Jm» Blir dein hand alnii brustitn druckt.
Ack Irau/das rstNin^ ^ueker nar,
und sSesst mir aUe mein' güelü»
seyd (^ mir haltst gSh«lltciieft frid,
Getrau mir sicberUche« -aibftr.
15. Ssl^inj, gar d» ende
gredUn, dits «il bendev
kain wenden zbischen meifi und dir
18. sey uns niU hfä be^ehaffim! sdir.
1. SKch trost aia adeltcbe maid,
die ist furbdr
durch klftr
4r äa tad(e^Is maU'^
Dea; keiuchltcb ^i* iM wol sö^prait,
das sy verdeckt,
ersehreckt
8. all streffUch gail
mit birdigltclie9 hau.
Sy hat den ]^i»
iU meinem, hertzen eM?igkI(e])ich
iZ^ für alle,, die ich-ye-gesach,
Ir wandCe)!, beis
ist hol so reiclii
das sy wendt unfemaob
16. suesslfcit 6q weel{ch ai^h.
• ■ ■ -
2.
1. Frea dich, du, bertltch creätdr,
das dir all nilss,
tun, läss
4. recht bol an st^
m
Und da nftch Hli6liMM(cli«r ftitflr
loblfdhc» t$ri
von «n
8^ kemscitltüiie wfti
f^sitzsl ta misseiät.
. Dick, smel, kifa'tx^ leilg
von h^h 2tt Ht 80 \B% if leib
12. baideltch po^Hfert uAVerhJiit^
Und dein gemeng
von aiii|iliek) ft#ib)
plaich, wei«, ititA te4 gettmit,
16. fSir alle maid verkront.
3. ....
1. Junckfrau, durch all dein kosdtch £r,
solt ich von got
an spot
4, des wirdig sein,
So wolt ich doch nit wunischen mir,
bann das ich mocht
gelocht
8. nur besen dein
recht ^iß ain ^slefelein.
Erst wolt ich geuden,
gaillch schallen, singen hell
12. von meiner frauen, der ich wer.
Und die mit freuden
hertz, .mut, leib, s^l
wol hauen mag ftn swer
16. mit bort, berch vtid geper.
ulth.
1. Froltch sÖl WiMch
' aber sinsfeta,
der üüetk frauen sdess.
180
Haintz, hainrtch,
5. ßrst wirt mir wol gelingen,
seyd du mir haltst dein graed.
Ja, frau, und wer das nicht ewr spot.
symm, nain es, hainrtch, sftmmir got!
Wee heut wol ee,
10. solt ich ewr huld erberben,
darumb litt ich den tod.
Ist dir s6 wee,
dannoch soltü nit sferben,
14. und leiden grosse not.
.1. Mich freut ewr leib,
darzu die guldfn spangen
vor ah den erm(e)ln zart.
Ich bin ain^weib
5. mit .gurt(e)l umbCe)fangen
von adelfcher art,
Ir sacht rächt als ain volken kel.
nü kan ich doch nit fliegen snel.
Yergieng das pau,
10. ich verbage mich zbair ochsen,
und burd mir nur ain smutz.
Was Sprech dein säu,
mein haintzCe)! ungelochsen,
14. und prechst du disen trutz.
3.
1. Ewr valbes här,
darzu die weissen hende
mir gaben höhen mut.
Du laichst niich zbär,
5. des bett ich umb dein zende,
deucht es dich wesen gut.
Hit meinen zenden fra ss ich wo! drey.
symm, benstü, haintz(e)I, tritenprey?
181
Hkh nam blinder,
10. oder ich sprung in. ain wasser
von zom in ainer gach.
Kombstü herwider,
dann für mich also nasser^
14. wie geren ich das sacb.
4.
1. Ir edle maid,
was dürft ir mein ze SB,oUen, ^
ja burd ich schir so frais.
Zwar unversait
5. ist dir mein dicker schotten
vQn meiner rOten gaiss.
Symm, topffen hab ich selber genueg.
danck hab mein haintzCe)!, rieht den pflueg.
Ich wil es klagen
10. meiner lieben mueter,
das ir mich, habt versmsrcht.
Gee, smirb den wagen,
und trisch den rossen faeter,
14. als ander dein gesiecht.
lixvni.
1.
1. jAjn rainklich weib,
dnrchjugent schon,
klain aufgedrat
ftn tadeis drö,
5. Der wand(e)l, leib
gailt mich s6 hon,
wes sy nur pat,
des wer ich frö,
Der arbait deucht mich nit zäYll,
10. ich. sprach, bertzlieb, nur .^as du wil,
in
das sol ich tun to eitdes nä,, :
12. holt f» dir ml yetswUtm.
»
1. Mich freut f urbar,
ir röter mund,
darzu ir frollch angesicht,
aufriistig gar
5. zu alier stund,
ir haubt undrolich ist gericht
mit gantzem fleis, wort und geper
gar unverschroteQ an gever,
ir zarter leib frucht tugend swer,
10. das tut mich senlfch vähen.
3. -
1. Sy hat mein hertz
mit steter gir ^.
strengklidi besessen nacht nnd tag,
frau, disen scfaertz,
den klag ich dir, .
5. dein tröst mir wol gehelJQP^ mag,
mein dinst dir allzeit ist bers^it,
es sey dir, kind, lieb oder laid,
erhör mich, sloils freulein gemait,
10. Idss dir mein eilend nähen.
liXIZ.
I.
1. (Sweig, gut gesell, ^kimplichen lach,
läss dir kain fluech zu hertz^en fia,
verantbort nit all krampe sach,
beiflh umfo, wo du nit soll faestte,
Si. Bckteite uns Jians mosmair nit geachtty.
I Wer seinem richter gibt bevor,
'^ und halt den pfarrer unversmacht,
der duQckt mich sicher nit ain^tdr,
ob er dfe zbay nulziteh Yolbraeht,
I iO. und hiess furbar ain klneger lay.
' Repeticio. Wer ftesselii cafft^
und gilgen straift,
der wil das gertitn stören gar,
und sein l^ben
15. tut erlauben
rappen und geyren,
die nit fetreti,
18. der bendt sein nuts die lenge tM&f.
1. An hass hab ich die wort erzalt,
nü sing wir von den freulein rain,
der ich kain frumme nie geschalt,
nur sy wer vor der 6ren sain
5. in fräueltcher weise.
- Wer haimitch sünd, dem wirt sein puess
in ainer stille ^auff gesetzj,
dasselb bedenkt, liebs freulin suess,
eur züchtltch Sr lUst unverhetzt,.
10. und halt ewr freun tschaft leyse. Repeticio.
3. ^
1. Seyd ich nü haiss die nadttigd^
und lob auch vast die fipsalth gät^
doch preis ich woi dttrch hellen sckal
ain zart schon beib^ mit ^r behat,
5. für sterck der grossen lei»,
Vnd pin auch got ton hertiett holt,
das er ain schon beib lid(e)ii frey
schön burckt, der lob für alks grit
erleucht, wont tugent, 6r dabey
10. An ofcttbar« veistmm. Sqietieto^^ iHL
1S4
IiXZ.
1.
1. Cirot geb ew ainen guten morgen,
ir vil edle kaiserinne,
mich deucht vil wol in meinem muel,
ir seit ain also schone junckfnl
5. als man sy farre kennet.
D6 pflig ich klainer sorgen,
darzu der gailen myiine
mit ainem hübschen knaben gut,
der ist gesessen under krä
10. zu kastelrut genennet.
Sacht, sacht, des habet ymmer danck,
das sol ör umb ew dienen,
dassalbig kiiachlein, wol bexail,
und furder sich gar rasche,
15. das ir im neut erapfaret.
Kain weg der ward mir nie s6 langk
und wer es halt g6n wienCe)n,
ich hulff dem knaben hübsch gemait
aus ungelück.es masche,
20. damit er wer pebaret.
Repeticio. Frisch, frey, frö, froltch,
jü jutz jolich,
gail, göl, goltch
24. gogeleichen.
hurtig, tumm, tumbrisch,
knaus^ bumm bummbrisch,
tentsch, krumb, rumblisch,
28. rogeleichen;.
S6 ist mein hertz
an allen smertz,
wann ich
an sich
33. rnems. liehen puelenn geleichen.
4«5.
2.
1. Awy, aM^ach, ir vil trautes golt,
wie bol kund ir heur spachten,
das ich sein scKdn derklupffe
von rächten fraden auf mein treu,
5. das macht ewr klueg(e)s geludme.
Ach lieber jnair, werst du mir holt,
zbär du vorcht klain mein prechten,
wann sich kain valscher trupffe
in meinem hertzen nynndert preu
10. von kainerlay gepudme.
Sich numerdnmm und nnnimee,
so keut man unvermainet,
ich hatt noch wol ain faistes rind,
das gäbe ich drumm, wer ich ew lewp,
15. und liest das knachtltn gschämpeh.
Herr mair, das ging mir an mein ee,
ich hän mich s6 verainet,
das jnich erfreut mein hört, mein kind,
mein lieb, mein knebltn, kraus gestreut,
20. wenn es sein här tut kamppen. Repeticio uts.
3.
1. Nü gesegen uns heint der vil haiige gaist^
sand hedewigk, und sand jenubein,
bie gar seit ir versnorpifen
eett als auf den versortten knacht,
5, und hatt ich sein doch künde.
Er ist der liebest und der maist
verslossen in dem hertzen mein,
ich pin im unverborffen,
kund ich im dienen, wo ich mocht
10. mit meinem. röten mnnde.
S^, sa, nü gamet, zierenhelt,
was solt ich des gelauben (gelaben),
das ir s6 Inppiklichen acht,
«81
was ich 6W vor gekeude
15. mit klugen worten wacker.
Lauff, hau das holtz, wer dich der kelt,
und häitz ein mit den schaben,
auch Irisch das koren, tag und nacht,
erlftss mich deins gesneude,
20. reutt, ma, und var gön agker. Repeticio.
1.
1. A.in yetterinn, junck, frisch, frey, frut
auf stickelm perg, in wilder hoch,
die geit mir freud und höhen mut
dort umb die zeit, wann sich die loch
^ 5. mit grünem laub verreuhen.
S6 wart ich ir recht als ain fuchs
in ainem hag mit stiller lauss,
gugk aus der standen, smeug dich luchs,
bis das ich ir die preun ermaus,
10. auff allen vieren kreuhen
an als verscheuhen.
Repetici«.. Ir rtor mund
von «dels gnmd
ist rain veiaSest gtr Kuckeritcb,
15. fSeüsteia ktaine,
weis ir paine,
prustlfn hertte,
bort, gefearte,
19. verg^t sich piengisch, waiddich.
2.
1. Der amsCe)rt«ii i«h tmgemach,
und mangar droschCe)! auserwdl,
ze obrisi Huf dem ienepach
mit ainem klobeä, der sj vdlt,
t8T
5. wann ich das snurlin zadtt,
In ainer huUen wolbedeckt
mit mhea tsfiteii, Instlieb gran,
leicht kumbt zu niir, dfe mkh erweckt
mit gantzen freuden tmifächkun
gesloifen durch die lucke
ii. schön mit getucke. R«|ieticio uts.
3..
1. Wann ich das vögeln zu geschock
und tUer seug beynaader ist,
sd bwt man zb^ ain aSess gelock
' durch grAss gesneud in kartzer frist,
5. des moehl die schon flachen,
Das sy mir all mein kanst abstüt, .
was ich «S YOglen hab gel(ä)rt,
von yrem kloben mich beyilt,
des gumppeLs er zu oSl begert,
das macht die hStten krachen'
li. von solchen sacken. Repeticid.
1« Röt, weis, ain A-dlick angesicht,
eoplosst aus swartzer varbe Maid,
ain klain .verdackt der stirit slicht
mit ainem sla(;e)iritn gemi»t,
5. durchsiebtigkltch g^shitlerl,
Darinn ain mvMlfn rdsefivar,
smielish mit ze^dltn weis bestecket,
verleucht von swartzeni euglin kHlr,
die meinem hertzen freuden weckt,
10. das es darinn erzittert,
froitchen kitlert.
188
Ir wort, geper
ring^ mir die sw6r,
wann ich das aigentltch beschau,
15. darzu ir jugent,
freuntitch tugent
mit schallen, schimpffen
pringt gelimpffen,
19. des freu dich, aller liebste frau!'
2.
1. Wie wol gedänck mich Iftn nnfrey,
s6 tar ich doch gesprechen nicht,
diciselbig vorcht mir bonet pey,
nur dester wirserC?) mir beschicht,
5. das ich die tutzsch sol meiden.
Darzu üebt mich mein grobe art,
das ich sd seiden wird getrost,
von noten greiset mir der part,
seyd mein hertz senlich wirt gerosst,
gar dick mit grossem leiden
11. mus ich das reiden. Repeticio.
3.
1. Huntlichen sehen, hlaine sprach,
und wer die. teutsch nit wH verstau,
das pringt offt ainem ungemach,
das er sein not nit berben kan,
5. des nius ich offt engelten.
Mit 6ren auserweltes . m . ,
liebst du mir in meins hertzen grundt,
dein stoltzer leib mich nit enklemm,
der mag mir freude machen kund,
so gar an alles melden
il. tet ich es seiden, (l^peticio.
189
liZzm.
f.
1. ^ier hundert jär auff erd die gelten nflr ainen tag,
und wo sich lieb zu lieb haimllcb versliessen mag,
da ber ich nit ain zag,
4. ich druckt die mynicklichen zu mir auff die prust,
nach meines hertzen lust,
80 wer mein laid vertusst,
7. das hall -drung mich zu liebem ungemach.
2.
1. Ich ruem den tag und preL» den wuniklicfaen schertz,
dö sy-mich h6t erweit s6 gar dn allen schmertz,
gantz für ir ainigs hertz^
4. und desgeleichen unvergessen ewigklC^ich
ir nymmermdr gebeich
in meines hertzen teich,
7. als ich ir das löblichen hoch versprach.
1. Hit urlob, frau, kain schaiden tet mir nie sd wee,
solt ich dein stoltzen leib gBsehen nymmermd,
das wer mein giftlich kree
4. und rau mich s6r dein poscholochter, rdter mund,
der mich tiefflfchen wunt
in des tddes grund,
7. des mordayö, oy my, und ymmer ach I
1.
1. Hertz, mut, leib, sM, und was ich hdn,
das freut ain lieplich angesicht,
dem sdI ich wesen. ondeirtän
4. zu dienen .stetiklichgericht.
Repeticio. Frau, dü solt unvergessen sein
in meinem hertzen ewigkl(e)ich,
und wer das auch der bille dein,
8. sö.ward nye kaiser mein geleich.
2.
1. Ich wolt, dü wesst an als gever
mein freuntschafft halb, die ich dir trag, '
zbär du erfurst vil lieber mer
4. von dir zu mir an alle frag. Repeticio.
a.
1, Wie verr ich pin, s6 nähet Itoir
inprunstiglich dein stoltzer leib,
fitenUdk damdcK*st^ mein 6egir,
4. dO: trevan mi(A zM^ fSt alle heS>. R^lSdoulsup.
1.
i . Jkch gef , wer ich ain p11gerCe)i!r,.
als ich vor zeiten ainer was,
Sift' tralh ich 2u den i^westei^n mein
4r g» biiederllchen ftne ^as, " .
Vil abenteu(e)r, neuer mer
böte ich m Idsen
scharpff in das ori#in ftif gcrrer^
8. freuntlichen kdsen. Repel^eio.
Zway fi^aM^bia heti idi pald ^ttik
auff ainen mantCe)r, wie ich tat,
darunder klösterlich verdrat
* schön als aiiF proedeip^
13, der seine swestern lieber suechte dann die mueder«
t.
1. Wo hertzeiilieb peimmdet ist,
dö werd die mcfti nin aagenjplick^
wie kund ieh' wdfoh der kiutzen fri8t^
4. benugen, .te ie|i ttieht emchrick,;
m
Und die mein herli beams«! Mt
scharff mit gewailr,
ich kau ir nymmer yrevim stt,
S. die weil ich aide. Repeti'Mo sta.
3.
1. Senliches schaiden mieh ertnlit^
mit grösser Uüg ich das veniol,
yedoch mich tegUch panget hart,
4. das ich mich aMen schaiden sol,
Und mir undiche wooet pey,
die midi tut freuen
für aller werlde stampaney^
8. das muea itBch mrev* Repetieio omnimodo uts.
t. S^reunntlichet pUek
wandet s6r mdns bertzca gcdirein
mit ainem scharpffen zain,
4. zbay euglfn fain^
lautter, klar und r«i»,
ein,
seiir gewdiig meio«^
8. Aus slaffes sdvioii
vil gedanph, meIancoi(e>y7
dicke wir bonen peyv
zetter itk sttieef
12. nach deü «den kiey^
ey,
das sy pey hiir sei'.
Ir gunstlidi gnis
16. von dem: nuMlein: snesB
mit ünmuess
mir pringt senÜch puäiat;
192
paide tag und nacht
20. so ich betracht,
und acht,
das mich liedeiltchen umbefAcht,
ermlin macht,
24. Hit herttem drudk
kurlich zu ir smuck,
und mich tuck,
das sy nit enzuck
28. bis ir rotter mund
auff sleust den punt
verbunt,
des sy maisterlicli atnen grund
22. schaffen kund.
2.
1. Traut selig weib,
seiden sehen uberal
tort mir der synne zal,
4. seyd mich zumäl
deines leibes sal,
gral
werffen wil zutal.
8. Ellenden Jeib
für ich auff der yrren pan,
und hoff auff zweifeis wän,
recht als ain man,
12. den man
wil Verlan,
von freuden mus ich stän
Und swebt mein klag
16. auff ain bilden bag
teglich tag,
das ich schir verzag,
seyd mein höchstes hail
20. mir machet fall
die gail,
1«S
und in kaineriay wanAek mail
prach das sail.
24. Danimb ist, aoh,
feur in dem Uch,
kain gemach
in meins. hertzen vftch,
28. bann ich recht bedenck
di^ zarten renek,
gelenck
mit sd mangeriay hendün sehrenelc
32. sunder wenck.
3.
1. Ach raime firucht,
Idss erbarmen dir mein not,
was hilft dich nü mein t6d,
4. dein mundltn röt
mag verhauen wol den schW^t
den mir unfal pdt.
8. Kain andre flucht
nur allaine, frau, zu dir
lendt sich meins hertzen gier^
dein kostlitch zier
12. wil behelfen mir
schir,
des ich hart empir.
Wedennckft yo
16. Ueb, du waist bol bö,
faab alsd) .
Idss mich nit imfird,
nü wenndt meins hertzen laid,
20. das mich allraid
beUaid
durch dein seuberlfeh schon gemait,
zierlich prait.
13
194
24. Erst bord kh reich,
nyemant mein geleich,
von dem speich,
suesser bunne teich,
28. uripb geb ich wee,
und gruQt mein klee,
als eeeee.
schaiden, pitterllch kaUer snee^
scharffer kree
33. kumm nit meeeeeee.
iizzmo.
j.
1. Treib her,
treib tiberher,
du trautes agneslein, -
das mein, zu mir ruck mit den schefflein dein,
5. kumm schir, mein schönes agneslein.
Ich merck, .
ich merck
dich wohl, aber ich entun sein werltch nicht,
dein waide die ist gar entwicht,
10. mein haide st^t in grüner pBicht.
Mein baid,
mein baid
die ist bol aus der mftssen kurlfch gut
mit kl6, laub, gras, vil plumiln -plut, •
15. der sn6 g^t ab in meiner hu^t.
SO hör,
so hör
ich hie vil suesser yo^C^)Iin gesangk,
dapey ist.mir^die beil qit lanck,
20. gar frey ist aller mein gedanckh.
195
2.
1. Sö hän, •
so hUn
ich hie wol ain kulen kMren prunn,
darumb ain schatten für die sunn,
5. nü kumm meins hertzen höchste wann.
Von durst
von durst
s6 hab ich kainerlay(e) hendlin not,
yft keut ich nie das kes und prö^,
10. das heut mein mutter mir gebot.
Vil sbammen,
' swemmelein,
die bachsen hie in disem Strauch,
darzu vil junger voglein rauch,
15. komstü zu mir, ich gab dir auch.
Wiltft,
bildü
mich sichern gentzifchen niit gemache län,
villeicht s6 treib ich zu dir hinan,
20. sust weicht mein vich verrltch herdan. .
3.
1. Nü furcht,
nü furcht
dich nicht, mein ausenvelte schone tock,
jft flicht ich dir deinen weissen lock,
5. und sucht dir deinen r6ten rock.
das hast
das hast
du mir sd offt versprochen pey der wyd,
vest stSt zu halden ainen frid,
10. noch (not?) tett du mir an meim gelid.
Der schad,
der schad
was klaine, der deinem leib aldü beschach,
13*
in mäss als es dein swester sprach,
15. ich läss dich furpas mit gemach.
Das wirt,
das wirt
sich sagen, ^rst, so ich werden sol ain praut,
ob sich verrücket hat mein haCu)t^
20. pfuch dich, d$t tetst mirs vil zu laut.
4.
1. Bis will,
bis will
komen, du wnnikitcher schöner hört,
du pist mir lieber hie dann dort,
5. nü lisp mir zu ain freuntlfch wort.
Und ber,
und wer
ich dort, wer wer dann, lieb, bey dir alhie,
mein hertz dich gentzllch nie verlie
10. dn smertz, du waist wol selber wie.
Des wol,
des wol
mich ward vil mdr dann hundert tausent stund,
mich trost dein rosolochter mund,
15« der lost aus swöres hertzen punt.
Vil freud,
vil freud
und wunne ir pmder leib alldft be^t,
bis raid der abent zuher yat,*
20. an laid schied sich ir paider wdt.
iiZZYin.
.1. niertz
rieh,
prich,
sich
197
smertz dringt
6. and zwingt
hie sfyt und pringt
natürlich lieb,
ich ymmer ach
lieh
ich grymmiklfchen sduvy,
12. frey,
gesell,.
14. wenn dein -treu bedencken.
2.
1. Hon mein,
dein
ain
bort
mort
6. mir gail, .
unhail,
das sail
ich schreiben tun an wäge schilt,
wild
mild
12. mein h^z b^riffeit Mit
quat,
matt
nü snell
geliick
jpuck
18. mir lieb verrencken.
1. Tod maid^
laid
schaid,
not
^ röt
6. dein mund,
198
trdsl wuad,
die hund
der stymm-mir nie boU laaffen süss,
pus$
muss
12. mir freuden werden an
wän
man
gesell
nye • ^
lye
18. plausen auff /^chrencken.
i.
1. liieb dein verlanngen
hat umbfangen,
nnergangen,
4. wiss, frauy
trau,
schau,
7. mich trosst dein eilende.
?.
1. Dein lieplich pösseh
hat beslossen
freuntlich gössen
4. die zang,'
lang,
wang,
7. mit suessem wellende.
3.
i. Ey was sol das,
mit geren pas
ich nie versas
4. die schrenck,
i99
weiick,
lenck,
7. berizlieb, mich feilende.
Crrasselick lif war, hef ick' dick verloren,
all dlse lange sutteu summer tyt, .
dat gy my komt tu vorn
so left myn hert in grftt yd lyt.
2.
Geilicken frö all telich sunder trauren
tut yd freuen län eynig minen lit
dat gscholick nit verluren,
mit willen gschin dein ewig wiff.
3.
Freuntifcher gschat das slot mut gschin verbunden,
und so kaiserlick wol verrigelt syr,
£rst hef ick freude funden,
und weit min hert kain andern myer.
IiXXXI.
r
1.
1. Senlich mit hnger zeit und weilvertraib
' Schaft mir ain mynnikltches beib,
bann ich erwach und vind ir nit,
die mein gebal^g ist,
5. Traureo mich besleusset gentzltch uberal,
und m^ret sich mein grösser .qüftl^
so mir an meinem arm geprist
ain schätz an argen list,
, Huglich,
10. toglich;
rdgltch
wer ich sicher gail,
13. wurd mir die lieb lioeh aindt zetail.
2.
1. Ach schaid(e)nf it pillre bartz, verderblich krül,
du yerrest mir mein liebste brüt, ,
der ieh vor kaine nie gewan,
so gar ftn tad(e)l wech.
-5. Furbftr, ich bolt, wer schaiden biet erdacht,
das im hinfitr kain liebe nacht
von kainer frauen wolgetän
halt nymmermer beschech.
Trauren,
10. tauren,
lauren
muB ich als äin kind,
13. bis ich die zarten Wider- vind.
3.
1. Gesell, geluck, freud, wunn, hail und höchstes g,
nü wendt durch got mein senlich wee
verniifftigklich nach weysem rät,
das ich dich kurtzlich an schau,
5. Seyd das ich gelauben sol, als du da sprichst,
dein stete lieb, und nicht embrist,
damit dein adeltche s^t
nlt Frucht odlicben pau.
Frantze,
10. glantze,
spraUlze,
waidelfche jgröt,
13. vergiss meiji nicht, halt wie e$ g^t.-
9(H
.1. .
1. O wuniklfches pAradfs,
wie gar zu kostnitz vind ich dich,
für alles das ich hör, sich, lis,
4. mit gutein 4iertzen freust dA mich.
Inbendig, auss, und uberal,
zu muDsterling und anderswä
regiert dein adellcher schal,
8. wer mocht da ymmer werden grab. ^
Repeticio« Vil augenbaid
in mangem hiaid
siecht, zierlich, raid
12. sieht man zu costriitz prangen,
¥on miindUn rdt
ftn alle not,
der mir eins dröt,
16. mit rosolochten bangen.
2.
1. Gepard, wort, beis, an tadel specb
schaut man durch heugCe)ltchen trk
von manger stdltzen frauen bech,
4. sand peter Mit michs liegen nit,
Des lob ich ymmer preysen sol
andachtigitch in meim gepet,'
wann er ist aller ^ren vol,
8. und wer mir laid, wer anders redt. Repeticio.
3.
1. Vil zarter, engelischer beib,
durchleuchtig, schon mit liechtem glantz
besessen haben meinen leib
4. all in der katzen pey dem tantz.
Und d^ ich nil vergesseii U\
das macht ir mynnikUeh gestalt
mit dren, lustlfch freuten spil
6, viiidt inan zu costaiitz nanigMt. Repeticio.
ao2
T.irXTIfl-
»
1. Für allen schimpf des ich vil sich
zu nür(e)iiberg, frolfch bestellt
mit dren, sd tut freuen mich
4. der hader wunikllch gesellt,
von langer lieben frauen schon,
und der kain tadCe)l nie geflucht,
die sich dem hader machet hon,
8. und doch kam hader nie versucht.
Repeticio. Wol auff, gesell,
wer hadren weM
für ungefell,
12. der fleiss sich freuden ungeswacht
Auff gleichem tail,
der mag sein hail
wol machen, gail
an alles mall,
17, ob er den orden wolbetraeht.
2.
1. Zucht, ^r, lob, tugent ist ir krey,
wer sich der regel halten wil,
der mag dem hader bonen pey
4. mit aller hendlin freuden spil,
Unhaderlich an argen schein
frdlichen fr^, wer das verdacht
der mocht wol an im selber sein
8. verurtailt in des kaisers acht. Repeticio.
3.
1. Wo solher scfaeitz dn argen wän
peynander ist^ vernembt den syn,
wer mocht' näturltch das geldn,
4. er wurff sein hader auch darein (darin),
303
«
Ob yemani das verkftren wolt,
der tet nftch seiner groben art,
kain frau soU im nit werden holt,
• «
8. seyd er nicht pessers hftt gelftrt. Repeticio.
1. .
1. O wunikltcher, wolgezierter may,
dein suess geschray
0. pringt freuden mangerlay,
besunderllchCeDn, wo zway
an ainem schonen ray
6. niütikltch verhandelt hän.
2.
1. Grün ist der wald, perg, aw, gevild und tal,
die n^chtigal,
3. und aller yoglfn schal
man höret ftne zal
5. erklingen liberal.
1. Seyd nü die zeit wendt frolich ungemach,
s6 wach,
3. lieb, ach,
zbär mir sol wesen gäch
zu hengen der hin nach,
der ich lang nie gesacli,
7. und mich ir ermlin beis umbfän.
i. "VITach auff, mein hört,
es teucht dort her
von Orient der Hechte tag.
204
pliek dareh die itfftb,
5. vemun den glantz,
' wie gar vein plftb
' des himels krantz
sich mengt durch grab
von rechter schantz,
10. ich farcht ain Idirtzlfch tagen.
1. Ich klag dasi mort,
das ich nit ger,
man hört die voglhi in dem hag
mit hellem hal
5. erklingen sch6n.
ö nachtigal,
dein speher dön
mir prfnget quäl,
des ich nit Idn,
10. unweipltch mäs ich klagen.
3. ^
1. Hit nrlob fort,
deins hertzen sper
mich bunt, seyd ich nicht bleiben mag.
schtdltche ndt
5. mit trauren bringt,
dein mundlfn rdt
mich senltch zbingt,
der pitter tdd
mich mynder dringt,
10. mich schaiden macht verzagen.
1.
1. Sich manger freut daa- lange Jdr
gtn des lieebten mayeo scheiB,.
205
und alsA hab ich kmh geäln
hört, wie es mir ergie.
5. Ains alten weihe» nam ich bar,
von der ich körn in sweren pein,
und heU sis halbäi, wes ich ir gan,
sy hanck an aiBem knye^
UnrnUn ist ir nam^
10. des ward mein ruc)E wol .ynnen,
dö sy mich zu der lieben pracht,
und. ich nit mocht entrynnen;
unroeb g^an mein armer leib^
ich wesst nit seiber wie,
15. Fürs gries und für den kram
bard mir die haut erperet
von vieren^ die des nit verdrds,
got wais, Was mich emerel,
drst nttt mick sdr, das mich ain beib
20. gar alt s6 didk empfie.
2.-
1. Ich köm geriten für ir haus,
mit ainem vinger winckt sy mir,
ich must ye hören, was sy wolt^
das bunder mich sl^r pais.
5. D6 hub sy auff an allen graus :
hans maier, ich wil sagea dir,
die ,tor(e)l ist dir bunder holt
und gert dein alsd hais.
Hein herU ward freuden vol^
10. und gailt sich dts^ mere.
ich sprach tu ir: wer d^u abd,
^rst kani ich, wer ich were>
seyd ich den Irtuleia noch gefiel,
und daucht mich des sd frais.
15. Ir treue die was hol
zwir das veruiBm ich klmne^
bis das ich ivard imh knuMer wfdd
206
gefuret vast unreine,
zbftr mir gelang sd ttb(e)l nye
20. in kainer solben reis.
3.
1. Ains grossen kriegs nam ich mich an
mit meinem weih auf ainen tag,
und wesst nit selber wol warumb,
nur das ich voa,.ir kam.
5. G6n sand l^urentzen solt ich gftn,
und das bedorfft nit ander Mg,
der kirchfart nam ich klainen frumm,
und bard mir wideizam,
Als ich euch das bedeut.
10. ich ward gar schön empfangen,
man fürt mich in ain kamerlein
s6 gar an als verlangen;
mir stoltzt der.mut von rechter gir,
und grünet als ain pam.
15. Man legt mich m der prent,
pett, polster, heiss 4eylachen,
das was nach lust gezieret wol,
ain pischoff solt Jch machen,
daraus sd bürden ungern vier,
20. die kind der teufel nen».
4.
1. Man sprach: lebt aller sorgen pues,
also trost mich der alte hund,
damit sy in die tur auff sl6s,
und tiess sy zu mir gdn
5. Viegga baniadat, was ir griSs,
der teutsch ich nit vernemen kund,
bis das .ain aichfn basser grds
von ungern mich heran.
Der myn ward mir gelont
10. mit prugdn und mit eysen,
das beib und man die peulen sach,
-. ich lopft sein nit zu beisen;
den maisten schaden ich dö nam,
das tet ain ungerischer man,
15. Ich wolt, er wer gedont
vol zbischen fleisch und palge,
das er nit m^ i^esprechenn mocht,
und ob es tet der galge,
es wer dem reich ain klaine schäm,
20. und hiengens alle draa.
5.
1. Vil suesser wort mein mund in gab,
wie hol mein heftz des nit verjagh,
das sy gefangen ndmen mich,
und daucht mich dannoch gut ;
5. Sy gerten vast der meinen hab,
ärst^dd m^rt sich mein ungemach,
yedoch so lebt ich sicherlich
gar vast nach yrem mut.
Bis das ich von in yat
10. geprechen mi{ dem leibe,. .
dö k^rt ich g^n praunegk
hinbider vast zu meinem beibe,
sy sach mich an als ob ich trug
ain pläben eysenhut
15. Und gsegnet mir das päd
mit fluchen und mit scheiden,
ich pat sy vast auff alle treu,
das sy es nit soh läelden.
sy sprach; das sein hie alte mer,
20. doch junget sich ir plut.
6.
1. Wer alten belben wol getraut,
der nymbt den teufCe)! zu der ee,
secht, alsd ist beschehen mir,
und noch vil manishem mär. .
f*
»US
5. Man sott sy paissea in der luiut
und darnach werffen in den see,
das wer ain boehzeitllche sier,
der werlt ain kostl!ch(e) ^t.
Zauberej und kupCe>lspil,
10. das machen sy nit teuer,
es Wirt doch ye aine versdrt
Aiit^alnem haissen feuer,
darumb hab ich gediegen giat,
also beschecb auch der.
15. Wann in ist nichts zavil,
WO sy den seg(e)l wenden, .
das prüft man an dem abenteuer wpl,
man solt sy plenden,
und all ir helfiPer swach unfrut,
20. das wer meins hertzen ger.
iizxzvn.
1. nfembt war der schonen plüede
frude,
müde
ist der kalde winder,
5. kinder
schickt euch zu dein tantz,
glantz
zieret lustlteh des maien tenne
Durch manger hendlln varbe
10. garbe,
marbe
bSrtzlfn, grüne grasYy,
wasly
mit den plumlhi gel.
209
15. hei
singt die nachtigal weit für die henne,
Die droi?ch(e)l hat ain wett getan
mit ainem alten rappen,
»1 tichten auff des mayen pan,
20. und gilt ain. junge kappen,
vil stoltzer maide wellen dran,
22. das wisst, ir raschen knappenn.
2.
1. Des ward ich von der schonen
honen,
krönen
wolt ich noch ir hertze,
5. schmertze
kan sy benden mir
schir,
und benemen alles trauren pitler,
Die mich' so verr uorubet,
10. trübet,
übet
durch vil abenteuer.
getreuer
was ichs^ ye fr knecht,
15, secht,
desgeleichen pin ichs nü ir ritter.
In yrem dmst dieweil ich leb
sql ich mich lassen vinden,^
ob sich ain klain ir biderstreb
20. bedacht gutlich zu linden,'
ich trag ain pürd swerlicher heb,
22. wolt sy mich der empinden.
1. Ach wolgemute Maine,
raine,
saine
14
290
ist g^n mir dein helffe,
5. gelffe,
tapferiteh gestallt
walt
meines leiiis.^ aiiforGlilIlch deiner 6ren.
Mein ritteriii^h gesange
10; lange,
pange,
Idss, frau, ainig, froRch
joüch,
lieb erwecken dich;
15. ich '
nembs für gut, woUtü mich noch geweren
Darumb fch in dem achten jär
mich dicke hab gewunden
mit senikllchem seuiTzen zWir
20. und pin noch unempunden,
trost mich dein mundlin wolgevar,
22. 6rst h^t ich^freude funden. '
4.
1. Aufrustigklfche wunne,
suitne,
brunne,
meines hertzen feuchte,
5. leuchte
deiner, euglin klär
gar
michr verzucket m der liebe sdiricke.
So mir dein heuptltn naiget,
10. saiget,
zaiget
williktfches gruessen,
süessen
bunsch ich da enlpfäch,
15. nach
meines hertzen last bescheeh es dicke.
211
Dein unvergessen, fftti, aikh' ficbreib,
wie ferr ich pin eilende,
so nähet mir dein stoltzer leib,
20. davon ich nicht enbende, <,
ach selten «dien, liebstes beib,
22. wann hat die not ain einde?
1.
1. KunND, liebster man,
meins kibs ich dir wol gan
In abelän.
kumm, traut gesell,
5. gliekllcb fleuch ungwril,
kumm, höchster schätz,
zu tratz
der valschen zungen latz.
kumm schir, meins hertzen laid vertreib,
10. und Irost mich vil aimes weib,
dein mimlick leib
rekbt sjnii und mut
13. an mir für aller berlde gut.
2.
1. Dein wort, gepar
ringt all mein swer,
frau lieber mer,
seyd mein begert
5. ain stoltz beib, Jungk, hoch und werd,
die mir das hertz
an smertz
verjungt mit liebem schertz,
gar buniklichen mänigfalt.
10. ir myB'ikttdi, schön gestall "*
miMdit midi nit «U,
14*
212
und pin ergezt,
13. von klären eugifn mich benetzt.
3.
1. Schaiden mich nott,
dein schaiden mich ertott,
mein eugifn rott,
und pin verzückt,
5. der synnen ploslfch entruckt,
mein beipltch zucht,
die frucht
fleust senlfch ir genucht,
ob du mir kurtzlich nit enschreibst,
10. und selb lang von mir beleibst,
wie da das treibst,
so furcht ich s^r,
13. oder ich gesech dich nymmerm^r.
UKXXIX.
1.
1. Ich hör sich manger freuen Iftt
ain yglich frau geporen hdch.
aus welchem landt sl6s oder stat
die hurtig sey, das wirff ich r6ch
5. zu rugk aus meines hertzen grundt.
was ich der land ye hab erkunt,
dafür liebt mir ain rdter mund
von swäben her,
bort,
10. fort,
geper,
persdn, gestalt,
13. gemainiklich.
2.
1* Ain stoltze swebin das bebart^
an der ich nie kaio tad(e) vand,
213
die meinem hertzen ist vermert
für aHe die ich ye erkant,
5. ir eagtfn, nas, mund,' kinn und kel,
gformiret schön, darob das fei,
r6t, beis/aiA klain verpüchen, hei,
ir ermlein, hend,
brüst
10. lust
dn end,
hert, weis vermftlt,
13. gar rainiklich;
3.
1. Klaln in der mitt, ain dicken sitz,
keyff, rund verb,elbt, schön underspreutzt,
zbaj diechHn waidelicher hitz,
zu tal die painltn unverscheutzt,
5. mit ainem fusslin, smal und klain,
klug untersetzt, ir wand(e)l rain,
unstrefflich ist der werlt gemain.
der rechten miss,
mit,
10. sitt,
tun, läss
, hat gebalt
13. gantz ainiklich.
1. Zergangen ist meins hertzen wee,
seid das* nü fliessen wil der snee
ab'seuser alben und aus flack,
4. hört ich den mosmair sagen,
Erbachet sind der erden tunst,
des mtren sich die basserrunst
214
von cai»t(e)lr(in in den eysack,
8. das wil mir wol behagen.
Ich hw die vo^tn, gros ^ind klain,
in meinem i)ald umb hanenslain
die rausick prechen dui^ch die kel,
12. die schariTen notlein j^chellea
Auif von dem ut hoch in das lÄ,
und hrab zu tal schön auif das fi
durch manig suesse slymm s6 hei
16. des freut euch, gut gesellen.
Repeticio. Was g^t die red den platscher an,
mein singen mag ich nit gelän,
wem das missval, der läss mich gön,
30. und sey mir heur als verd.
Ob mir die faigen sein gevär,
noc^i trösft ich mich der frummen zbär^
wie bol das heuer an dem jär
24. valsch pose muntz hat berd.
i
1. Versbunden was meins hertzen quftl,
dd ich die ersten nachtigal
hört lieplfch singen nach dem pflüg
4. dort enhalb in der matzen.
Da sach ich vierstund zBay und zbaj
gepeten' schön nach ainem ray,
die künden nach des mutzen fug
8. wol durch dye erden kratzen.
Wer sich den winder hat gesmuckt,
und von der posen werlt verdruckt,'
der freu sich gön der grünen zeit,
^ 12. die uns der may wil pringen.
Ir armen tier, nü raumbt eur hof,
göt, sacht eur baid, gehabt euch wol,
•■ perg, aw, und tal Ist rauch und weit,
16. des mag euch wdgrflngen.
M5
. 3,
i. Wo! auf, fr flammen, und seit gail,
wer 6reii pfligt, der wSnsch un« hall,
kain schand jiyemant glosieren mag,
4. wie scharff man sy betrachtet.
Es ist ain alt gesprochen bort,
recht tifn das sey ain grösser hört,
wann es kumbt alles an den tag,
8. oti ainer des nicht achtet.
Herr cristan in der obem pfarr
zbftr der ist sicher nit ain narr,
wer in .wil teuschen auf dem stfick,
12. der mäs gar fru erbachen.
Er peitt ain weil und doch nlt lang, .
damfteh s6 fiermt er aim ain bang,
das im vergenn sein Talsche tuck,
16. des er nit mag gelachen.
xci.
(Wteiiertiandschrirt.)
i.
1. IITol anf, geselle», an die vart
g^n aogsburg ^u den frewlin zart,
und wer i\ hat ain langen parf,
4. der mag gewinne^ preysCe).
auch wer desselben lit enhät,
der plaib dahaim, das ist mein rät,
oder er* mocht werben mat,
8. und darczu karczleich greysCe).
Sein frewd mocht in^ wol werden gancz,
ob er mocht komeo ai^ 4^ taac?f
all zu f}er fr^wltn gl^i^P^,
r
12. die di«€|(an sich s6 w#ys8.
1
216
des hab ich wol genpmen war, '
d6 körn ich auiF das tanczhaws dar,
ich trug ain part gar wolgevar,
16. der geviel in schön mit fleyss.
2-
1. Zwar aiae sprach: sy hett den sitt
vormals mdr gesechen nit,
wann von der gaiss hielt ich es mit,
4. es dewehte mich geschwächt,
daz sy mich zu der gaisse schaczt,
mich dawcht, sy wer auch vor gehaczt,
und h^t sich mit den fuxsen.krac;^t,
8. also hab ichs petracht. '
Dö wir nach der snur hin sprangen,
an den tancz all umb hin drangen,
mich daucht, mir wer vil |)ass gelungen,
12. h^t ich des barts nit bracht,
den solt ich haben abgeschaben,
do'ich reiten wolt g^n swäben
zu den frawn und zu den knaben,
16. hett ich ßs recht pedacht.
3.
1. Dy sprach: ich' wer 'ungeschaffen, '
und gleicht mich- zu ain^m äffen,
also kan sy dy gastltn straffen
4. für alle die da sind,
oder dy noch künftig werden.
daz kan sy auch wol umbhin kerCe)n,
in den sprang hoch von der erden,
8. nun huczsch, mein liebes kind.
wie wol sy kan dy liebe dock,
wann sy hftt an den weyssen rock,
sd vert, umbhin recht als ain bock,
12. sy ges^ier oder ich wer plind,
217
darumb daz ick nicht wol gesich,
zur grechten seytten ungeltch,
davon s6 reyb sich nit an mich,
16. ain narren sy an nur flndt.
r
CWienerhandschrift.)
1.
1. Ajn ^ren schacz an' tadeis ort
mort
synn und mut iii senlfch rick,
dick
schrick
6. durchgert mir s^l und leib.
ach weib,
seyd ich mich schaiden so!
von dir
sd schyer,
ich byer,
12, mein frau, nicht wöI.
1. Dein leib der sol mich rewen ye,
me
wol dein zorn mich betrat,
wat,
mat
6. ward alles mein gemut.
dein gut
die klag an mir ersach,
dft ward
verkart
anhart
12. mein' Ungemach,
218
1
1. 0 schaiden, ich dich klagten muss,
o.
süss
was gän mir ir straff, zücht, 6r
mör,
1er,
6. ir lieb mich, nye begab,
ich hab
verloren meinen trosl
auf erd,
die werd
versfert,
12. und unerlöst.
3CCIII.
(Wienerhandschrif^O
I.
1. JLin eilend schyd \
durch zahers flinA
mir bey der wyd
verlegt dea tins,
5. der frewden
, gewden
ich wol mag.
von klag,
sag
trag
11. ich baide naeht und tug.
ain Mrang beg6ss,
der ermlfn zier
mich dd besldss
5. mit drucken.
219
sriiucken
an den leib/
ach weib,
nicht treib,
schreib
11. mich von dir, ich bleib.
3.
1. Urlob s6 ndiii
dy mynikllch
mit lie];»er zam,
des frow ich mich
5. verniinftig
künftig
kieicher beyt
an leyd,
neyd,
meyd
11. mich, fraw, ain klaine zeit.
XdV.
(Wienerbaudschrift.').
I. ^
1. Rue nit sorgen,
mein verborgen-
licher schacz!
sleius dein aagen schricklich 2U
g^n des liechten tages haez,
im te tracz.
7. herczen lieb, es ist noch frw,
all dein trawren,
lauren
Ifts,
freuden ho£f und halt die mAss,
220
tustü das,
so bistü wol mein.
14. ach liebe diren, das sol sein.
2.
1. Frau thu mich straiFeiiv
ich vershffen '
hab die stund,
lucifer verswunden ist.
ey du röselachter mund,
mach gesund,
7. kör dort hie, wo mir enprist,
dein haubt naigCt),
saig , r
auff mein hercz.
ermlein schrenck sunder smercz, •
treyb den schercz,
der uns fraw mach gail.'
14. zart lieber man, das sey mit hail.
3.
1. Der glancz durch grebe
von der plebe
ist entrant, ^
ich höre voglin done vil. ,
tag, wer hat nach dir gesant?
dein gewant^
7. unser schäm nicht tecken wil,
zwar dein greys
ich preys
doch klain.
gäten. morgen, liebstes ain,
nichi s6r wain,
meiner kunst der wort schir,
14. mit Urlaub, fraw, hail wünsch ich dir.
c^
Rellg^löse und moralisclie Gediclite.
xcv.
1. In franckreich,
yspanien, arrigün, castilie, engelandt,
dennmarch, sweden, beheim, ungern, dort
in pullen und afferen,
in cippern und cecilie,
6. in Portugal, gränäten^ soldons krOn,
Die sCchzehCe)n kunigreich
hab ich nmbfarn, und versuecht, bis das ich vand
mit treuen nur ain steten hört,
der wil mich trew.geweren
umb meinen dinst, an zweifeis wee,
12. mag ich ir nur zu willen leben schön.
Doch hab ich trdst, ob ich ir huld
verWr odCe)r iren suen,
das sis nit räch nach meiner schuld,
als ander frauen tuen,
und sey darinn genedig mir,
18. bis das ich widerzam ir freuntschaflft schier.
1. Kain schöner weib
nie menseh gesach mit äugen zwdr, und wer sy kent,
222
der muest mir des von schulden jehen,
an ir ist nicht verhonet,
ir antlutz prechent als die sunn,
6. liecht euglin klar, und ainen röten mund.
Wie mocht mein leib
nü traurig sein, wenn« ich gedenck von ort zu endt,
das ich die rain sol aneseh^n
vor mir köstlich gekronet?
ir zarter leib geit freud und wunh,.
12* ufid wer ich siech, isy siaehl mich schir g>es«<it,
Zwar ich gewiinn sein kain verdries,
mocht ich irsab erkösen,
das sy mich in yrCe)n garten Hess,
dö sy swantzt dut*ch die rösen,
und wurd mir d6 ain kreutzlln gruen
18. von yrem gunst, so wer ich freuden kuen.
3.
i. Vier kunigin
verkront, von den mir 6ren vi! bescheken iat,
der ich fürbär nie wirdig ward,
und mange Fürstin schone,
die mich zu schallen mit ir pat,
6. wann ich mein danck volbracht auff aumem'knye,
Als ichs besynn:
so ist mein frau hoch für sy :aU(e) mit kiuegem ]i&%
geworcht nach ädelicher art,
das mensch nie suesser dooe
auff kainer zung vemomen hat, ^
12. wann sy ir stymm ye fneuntlicJi iioren lie.
Sy tempfft die gantzen musica
mit grösser resonantz,
die recht mensor appisitft,
all nöten hol und gantz
Iftt sy erzittren durch ir kel,
18. das es ^Uiftgt in «let^es herlien sM,
383
4.
1. Und wer paris,
Venedig, pruck, tomaschk, und die trippel in barbarey,
mit perlein golt als überstreut,
und jenau vol carfunkel,
und persolon mit diamant,
6. und munipolirs vol aller maisler kunst :
Dennoch wer sis,
die diesen schätz swar ubenvlg, mit 6ren frey,
die mich zu manger stund erfreut,
wo ich in trauren tun<^kel
durch tausent maschen pin^^^verbant,
12. sd lost sy mich' aus mangetoi tieffen mnst.
An tadel rain, diemüetigkßch, •
mit aller tugenthait
in allem wandel zuchtigkltch,
s6 herscht die sphone maid;
um trauren geb ich nit ain strd,
18. wil sy mir wol, so furcht ich nyemands dr6. .
5.
1. Ach frauen schar,
es wer wol zeit ain uriob solt kh vou euch Uli,
ewr leib betreugt mich also sdr,
mein tröst ist euch unmare,
mein dinst der lauft nur binden nach, ^
6. seyd mir die weiss durch praunen part aufdringt.
Ich ho£F, die klär,
die zart, die rain, die mynigkli<Ji und wolgetdn
wel an mir halten we^plich Sr,
ob ich sy nicht besware,
und wendt mir lieplich angemach.
12. dieselbig lieb mich allzeit pillig zwingt;
Ir kaiser, kunig, herzQg, £reyen,
dinstman, wer sy sein,
234
darüber wil ick gewden, greyen
mit der frauen mein,
und die ir trew an mir nit bricht,
18. ob ich dien mit willigklfcher pflicht.
zcnn.
i.
i' IKVer ist die da durchleuchtet
für aller sonnen glantz,
und keucklfchen durchfeuchtet
uns den verdorten krantz?
5. wer ist die voran dem rayen
fürt den tantz,
und dem vil zarten mayen'
pringt seinen pflantz?
Ain edle junckfrau kldr,
10. die zwar
furbär
ain sun gepar,
der keuschlich ain
ir vater was,
15. magtlfchen rain.
sy des genas,
selb dreyen,.
freyenn
ünitäs,
20. davon wir sein getrost,
erlost •
22. von scharpiFer helle gier.
2. .
1. Wer kan die magt volzieren
nach ftdeltcher art,
auif erd kain lieber dieren
zbftr nye geporen^ wart.
225
5. ey du traut, mynnkltche, ketfsChb
creatur,
dein klftrhait glantzet ftn geteusche
über alle figür,
recht als der Hecht rubein
10. ftit pein
pringt schein,
durchsichtig vein,
sein- undertän
in goldes runst,
ISf. der 6ren van,
mit vollem gunst.
trivallen,
schallen
sunder planst,
20. sd wil ich von der zarten
warten
22. gndden schier.
3.
1. Wer ist die rös an doren,
davon man list und sagt,
und die den grossen zoren
all aber rugke tragt?
5. wenn sy uns an dem jüngsten tage
machet Ids
aus manigfaltigkltcher klage,
michel gros,
wem denn der schössen saii
10. dn mail
mit hail
schon wirt ze tail
ain drum, der hat
dich frau erkant,
15. der helle pfdd
wirt im entrant.
15
226
ey kläre
wäre,
Schildes rant,
20. erbrich des teufeis sper,
sein ger
22. versetz im, junckfrau zier. amen.
xcvn.
1. Gesegnet sey die frucht,
tranck, essen, wein und pröt
von gol,
den magtltch zucht
gepar,
furbär
7. selbdritt ain durch uns laid den töd.
Der ymmer lebt an end,
ye was an anefangk
sein leiplich speis uns hie send
schier,
wann wir
in diesem leben werden kranck.
14. Des hilff, fraw krön,
kyrieeleysön ,
Vater, heyliger gaist
mit deinem sun,
uns gnäd vollaist,
und nit den veinten gunn,
das sy uns verlaitten in w6.
21. Amen! Benedicit^I
zcvin.
1.
1. IKVol au£f alls das zu hymel sey,
die mynniklichen wohnen pey,
227
dem alph(a) e\ 6 der §ren krey,
4. and helft uns sagen in den danek
mit suessem englischem gesanck
umb zymlich essen und getranck,
damit er speist die blodigkait
8. an menschltchem gesind.
1. Des seyst du frau an argen hatz
gelobt mit deinem höchsten schätz,
der in dir wurckt ain freyeh platz,
4. vor dem ich sunder mich beklag,
das ich in ellentlicher wäg
vil hän verzert unnutzer tag
in diser snoden zeit sd brait,
8. die mir verlach dein kind.
1. Sd ist es laider vil zu spät,
ich rueff in engestlfcher wät, '
hilff magt mit ganntzer trtnitdt,
4. und läss uns nit der helle vas,
so bistüs, frau, der ich genas;
des sing wir ded graciäs,
mit frid, rew, herr, alle s^len beklaid
8. wo sich der glauben erBnd. amen.
1. Der Him(e)lfurst uns heut bewar,
got und sein liebe mueter klär,
die eng(e)lschar
4. und all gots heiigen berde,
Allmechtigkait ub(e)r alle macht,
und der alls wesen hat bedacht,
kSnstlfch volbracht
8. in him(e)l und auf erde,
15*
228
Der sey uns(er) schilt vor aller not,
beschirm uns durch sein marter und den pittern töd,
das plut heilig röt,
12. halt unser sund ablasse.
Läss, herr, dein zor(e)n nit ergän,
nach unser schuld, bie bol wir dik verschroten hän
mit tun und län,
16. dein huld durdi suntlfch rasse.
2.
1. Geseg(e)n uns heut altissimüs,
darzu der mynnifcliehe fluss,
den longinüs
4. mit seinem spiess h^t funden.
Dasselbig sper, krdn, nagCe)! drey,
st^ uns vor schaden, schänden frey,
frid hon uns bey,
8. und die heil(i)gen TTunf wunden.
Verleus dein pitters gallen getranck,
herr, nit an uns, wie bol wir sein der Sunden kranck,
kreutzlicher hanck,
12. erlös uns ebigl(e)ichen.
Ich bevilch uns heut dem l^eilgen grab,
und dem, der sich unschuldig töten darin gab,
marid, hab,
16. hilff an dem lesten keichen.
3.
1. Drivaltikait, sun, heiiger geist,
verslossen in ains vatters laist,
seyt du nü traist
4. die macht, krön aller fürsten,
So tail dein parmung köstlich gros
mit unser sei, benn sy gar plös
nach äbrahäms schöss
8. tut seniklichen dursten.
Verheng dem teuf(e)l nit gebalt,
das er uns trieg, verlaitt durch grewselteh gesttdt,
329
bann er sich apait
12. pey unserm krancken leibe.
So wir hie räumen ditz eilend
freuntlös und stumllch vechten n^ii des tddes hend,
ö got, das end
16. uns gnedigklfch verschreibe.
C.
1.
1. Der oben swebt
und niden hebt,
der Yor und binden, neben strebt,
und ewig lebt,
ye was an anefange;
6. Der alt, der jung,
und der von Ursprung,
trilisch gefasst in ainlitz zung
dn misshellung
mit unbegriffner stränge;
Der strengklich starb und was nit t6d,
12. der keuschlfch ward empfangen, und ib alle not
geboren rdt,
weis durch ain janekfraun schöne;
Der manig wunder hdt gestift,
die hell erbrach, den teuf^^e)! darinn sör ve^ifl,
g^etult, geschifft
18. all bortz durch stamme& tröne. ^
2.
1. Dem offen sein
all hertzen schrein,
grab, tad(e)lhafftig, swach, gut, vein,
das er dorCe)in
sieht allerlay gedencke;
6. Dem tun und län
ist undertAn,
230
die himCe)IsterCe)n, sunn, der man,
der erden plan,
mensch, tier, allei* wasser rencke;
Aus dem all kunst geflossen ist,
12. von dem, der aller creätür durch spehen list
zu yeder frist
ir zierhait wurkt schon eusset;
dem alle tier zam and auch bild
hie danckper sein, das er den sämen hat gepild^
der narung milt
18. gar baid(e)lich vergreusset; ^
3.
i. Der himCe)l, erd
gar unversert,
hat undersetzt an grundes herd,
das wasser k^rt
darin durch fromde rünste;
6. der wunder zal -
vil tausend mal
wer mßr zu singen uberal •
mit reichem schal,
sd hindern mich die ktinste.
Der mir die s61 klär geben hdt,
16. leib, ^r und gut, vernufft und kristenliche wät,
der geb mir rät,
das ich im also dancke.
Damit ich all mein veint verpau,
baid hie und dort, das mich ir kainer nit verhau,
ö keuschltch frau,
18. dein hilff mir darzu schrancke !
CI.
1. Es leucht durch grä
die vein lasflr
231
diirchsichtigkltch gesprenget,
plick durch die prd,
5. rain creAtdr,
mit aller zier gemenget
Breisitcher van,
dem nyemand kan
nach meim verstdn
10. blassnieren nur ain fuessel.
an tadeis mail
ist sy so gail,
wurd mir zu tail
Yon ir ain freuntltch gruess(e)l,
15. Sd wer
mein swe»
mit ringer bdg
voUkomenltch geschaiden,
Yon der
20. man 6r .
lobsingen mag
22. ob allen schonen mayden.
2.
, 1. Der tag leucht gogel—
eichen hei,
des klingen alle awen,
dorin mang vogel
5. reich sein kel
zu dinst der rainen fraiien
* Scherpffltchen pricht,
susltchen ticht,
tröstlichen flicht
10. von strängen heller stymme.
all plumlein sprantz,
des maien krantz
der sunne glantz,
des flnnaments h6h klymme,
im
15. Dient schön
der krön,
die uns gepar
I ain sun keusehltch jeu fiißiid^n,
wo wart
20. kain zart
junckfrau so kldr
22. ye pijlicher zu gewdens.
3.
1. Das wasser, feur,v
erd, luft, wiadt,
schätz, kraft des edln gest^n^,
{die abenteur, . »-
5. die man vindt,
gleicht nit der maget raine,
Die mich erlost,
teglichen trost,
sy ist die höchst QiSisiy .
10. in meines hertzen klo^er^
ir leib so zart
ist unverschart,
ach rainer gart,
durch burtz froltcher oster,
15. Stö für
die tur
grauslicher not,
bann sieh me^n haubt wirt sencken,
gön deinem
20. veinem
mundlin röt
22. so tu mich lieb bedencken.
2SS
CIL
1. In sorift
ain praiten hal
hört man durch grias geschelle, »
des fireunt sich da
die fnimimi all
6. auff erden und m helle
Der neuen mer
wie das to swer
geboren wer
ain sun von rainer mdide. s
des Wunders plds
12. gar s6r verdrös
den teufCe)! grds,
das er durch zornes laide
Prach in ain mau(e)r Ueff wn kluft,
als es die allen jehen
SU belhleheme ^b der g ruft,
18. die sp.alt hab ich gesehen.
2.
1. 0 reicher got,
kung aller reich,.
herr furste aller herren,
der lebentlg, r^ (tdt?)
auff ertereich
6. vergangen und noch werden,
Wie. bard die nacht-
mit armer mtcht
sd bol bedacht
durch dein gotUdies wunder,
als dich an mail
12. löblichen gail
mit grossem hail
gepar keuscbltdi bemiid^
234
Die schdnste junckfrau wolgetAn,
als sy ye ward erkoren,
die niust ain eilend herberg hftn,
18. dft sy dich h6t geporen.
3.
-1. Ain ochs den esl,
tierltch sipp,
mit freunischaft tet begeg(n)en,
Yor den mit vesl
stund ain kripp,
6. darin must sy dich legen,
Die dein genas,
vor der du säst,
ir herr du wäst,
got vatter, und sy dein mneter.
Du sy beschoeff
18. von veiner prueff,
sy hat den rueff
du seyst ir kind, sun guter
Freuntltch veraint, das* ich wolkenstain
die lieb nit kan beklaiden,
gotltch gepurd durch magt mensch rain,
18. hilff an dem lesten schaiden.
cm.
1. SEwär idte sCnd pringt neues laid,
des wird ich tegltch innen,
umb das ich leid viel grdss' arbeit,
4. dem kan ich nit entrynnen
Wie wol der leib
von ainem beib
mit tddes schred)
8. ist in der erd versöffe]^
235
SA Hl ir letz
mit scharffer wetz
und schneller hetz
12. mein hail auff erd erloffen.
Ich baten, noch geswymmen kan,
und g6t mein pflueg uneben,
was sy mir lieb, laid hdt getdn,
i6. das well ir got vergeben.
1. Ain pschaffer aller crefttür,
herr, mfti^ter aller fursten,
der sich ndch menschlicher nfttür
4. liess senikllchen dursten,
das er den val
Ton ddftms quäl
mit seinem gräl'
8. loblichen widerprachte,
Til pittrikait
er darumb lait
der marter brait .
12. von judischem gesiechte.
Ain schätz vand er mit seinem töd
der tiefflfch was verloren,
danck hab sein edl blut heilCi)g rAt
16. von rainer maid geboren.
3.
1. 0 vas der parmung uberflus,
das nymant kan erschöpfen,
ich bdn vermodelt mangen gus
4. mit sundikllchem trepffen
von anefangk
ains kindes gangk
bis auff die schranck
8. schier gen den fnnffzig jftren,
Das ich dein huld
nie hab vergult,
»36
mein sünd, mein schuld
12. tu mir zu grab nit sparen.
Zwar die mich reuen ynnikltfih
das ich die hab begangen.
hilff got, den ich unbirdigklich
16. auflr parmung hän empfange.
u
1. Keudphllch geboren
ain kind so kune
von räiner maid,
dai6 grösser zoren
5. durch ewig süne
hdt erlait.
All unser veint an zal
sein. zu mal
schricklfch s^r erloschen
10. von dein kindlein Uaine,
sein.raine
lautter, vein gedrosdien.
Derselben plueder
freut euch brüeder^
15. seyt ain mueder
hat die ISed^
zu geschockt,
süss gelocki,
uns zu dem rayen,
20. mayen
zier hat er gewalt.
Und alle freude,
ubergeude,
burtzlein, kreude, ^
25. laub, gesteude,
pluemen, sprantz
disem tantz
mag nicht geleichen,
weichen
30. vor des rayen schalt«
2.
1. Ain beib, ain dirCe)n,
ain maid, und fraue
des kinds genas,
wer kan volzieren
5. so genaue
des degens vas,
Das er im selb erweit
als ain helt
frischlfch er darauid sprangk
10. ftn sorg, wee, sunder mail,
so gar gail,
des hab er ymmer danclr.
Des grossen bunder
freut euch munder,
15. seyt ain zunder,
pracht besunder
fewres flunt,
unertzunt.
wer hftt die macht
20. bedacht,
der alles ding vermag,
Des freu dich ymmer
in dem zymmer,
da kain tymmer,
25. trauren, wymmer
nie hin kam,
nicht enscham
dich rain figür
der kur
30. von dem, der in dir Ing^
238
3.
1. Wer mag durchgriinden
die abenteuCe)r
von dem jungen,
aus dem erzunden
5. mit gaistes fewCe)r
nie gedrungen
ward seiner werche spur
durch kain tur,
sd beit volkomner gib,
10. Unzallch aus der mdss,
sein tun, läss,
gerecht an widerhab.
gerumt der steren,
dein geperen,
16. und das m6ren,
Sterbens geren
uns ze trdst
hat erlöst
mit deinner fruchte
20. guffte
von dem höchsten pam,
Die von dem zorCe)n
was verlor(e)n
das ain doren
25. stach das koren
deiner sät,
die du yatt
aus deinem garten,
harten,
30. sey wir gnaden gam.
cv.
1.
1. mein sund und schuld euch briester klftg,
an stat der alle ding vermag,
239
grob, lautter, schamrot, vorchtltch das sag
durch andacht nasser äugen.
Und hab ain fursatz, nfmmmdr
6. mit fleis ze sunden, wo Ich k^r;
diemuetikltch mit willen, herr,
gib ich mich schuldig taugen:
An dem gelauben zweif(e)l ich,
pey gottes namen swer ich vast,
mein vater und muter, ^renreich,
12. v.ertragen hab mit überlast.
1. Raub, Stelen, totten ist mir gich,
leib, . 6r, und gut dem menschen nftch ;
pan, veir, vast tun ich ungemach,
valsch zeugnuss fugt mir eben. .
Spil, fromder hab wird ich nit vol,
6. zöbrey, lug, untreu tut mir bol^
verraterey, prandt gib ich zol,
hdchvertig ist mein leben.
Vonn geittikait ich seiden ru,
spot, zom, unkeusch ist mir kund;
überessen, trincken spät und fru,
12. trag, neydig als der esl und hund.
3.
1. Die sund ich haiss, die sufnd ich rdt,
die sund ich tu, und lerch ir stat
gunstlich, ni| unterstee die tat,
tailhaftig an rugltch melden.
Den plossen hab ich nie erkant,
6. armen durst, hunger nye gebaut;
kranck, t6d, geftmgen, eilend hfind
kain parmung, nit mag velden,
Unschuldigs plut vergossen hdn,
die armen leut beswer ich sdr,
ich kenn die sund von sodomftn,
12. verdienten Idn mit halb gewer.
I VT 1 1 1. 1 O
i
240
4.
1. Die beishait gpts, vernufft und kunst
gotllcher rät, gois slerck^ inbrufist
gotliche vorcht, gotliche kunsl,
gotltch lieb gat nie kande.
Den priester ich smach, mein ee verbrich,
6. mein tauff und flennung über sicl%
gots leichnim ich nym unbirdigklfch,
olung, peicht, puss tul mir anda.
Unbillig armut, ubCe)lhait
treib ich durch zeit verloren,
das gots recht ftn barmherzigkait
i2. ich hass nach gnnst mit zoren.
1. Hein sehen, hören suntlfch prauch,
mein kosten, smecken lustltch slauch,
mein greiffen g^n gedenck verdauch
unfruchtigklich dem herren.
Der himl und erd beschaffen hat,
6. und bas darine bonlfch stät,
der geh mir bolkenstainer rät,
auch peichten solt ich l^ren
Durch mein gesangk vil hoveleut,
und mangen ungebissen mensch,
die sich verfliegen in der heut
12. recht als zu beheim tunt die gennss.
1. Darumb hab ich die zehCe)n gebot,
die siben tödsünd, grosse, röt,
die fromden sund an allen spot
bekant durch rewlfch schulde.
Die werck der heilCi)gen parmung rain,
6. die gab des hell(i)gen geistes stain^
vier rueffend simd, funff synn verain,
0 priester gebt mir huklel
i
24i
I
Darch heilikait der siben gab,
sprecht abifts meiner sunde,
acht selikait ir nembt Aiir ab,
12. das ich gaistlfch erzunde.
1.
1. In Oberland
ain höher kujn(i)g, gewaltigklich gesessen,
vor Zeiten gantz sein her verlos,
paid manne und auch frauen,
durch zb6 persdn dasselb beschach,
6. darumb das die zerbrächen sein gepot.
Der ward gesandt
von seinem Vater verrltch ungemessen,
g^n nidernland er in erkös
vil aben teuer schauen,
die er versucht mit ungemach
12. verbegenlich durch mange wilde rot,
gross eilend, armut, frost und hitz
mit allem hofgesind,
geäultikltch durch gruntlds witz
laid seiner muter kind,
die in keuschltchen hie gepar
18. an wee und mail, das sag ich euch fürbär.
?.
1. Sein herltch krafFt
herscht aller macht volkomenlfch allmechtig
dahaim in seines vater reich,
wie wol er hie zu lantide
sein zeit vast hertikltch verdolt,
6. ee das er an dem kreutze laid die ndt.
Senltch sighafft
was sein gemut, an underUs lur trechtig,
16
242
zu prechen schier die vinstern keick
mit seiner aigen hande,
und die gerechte» daraus holt,
12. die hie nach seinem willen baren tdd.
Gross wunderzaichen, suesse l^r
er von im sehen He,
ee in begraiff des tödes s6r,
den er menschlichen hie
laid von seiner aigen creätür,
18. die er beschuff in menschlicher figür.
1. Kain guten tag
er nie betrat in- vierdhalb.dreissig jären,
wie wol sein macht durchleuchtig was,.
die nyemant kan durchgrijndeh,
löblich an end und anefang
6. so ist des fursten ain ebig mäs.
Es ist ain frag,
warumb uns wolt isö hertiklich erären,
der himCe)l schuff, erd, laub, und gras,
all creätür erzunden
lebentig darin mit aim gedanck
12. und aller gnaden ist ain volle sträss.
Aquinas thOmas der beschaidt,
ain kindlin unversärt
von lieb und durch gerechtigkait
sich gab der marter swert,
wie wol sein vater manigfalt
18. erlosen mocht den val durch sein gebalt.
4.
1. Darumb sd pat
der hochgelobte kung vor an dem perge,
ee im sein jünger gab den kus
mit tufftiklichem tröne,
sein vater yniklichen suess,
6. das er in froite, ob es mugltch wer.
243
«
Der vorchte wat
was engestltchen von des todes ferge,
doch gab er seines billen Aus
der väterlichen krdne
gantz in sein hend sSnlfcher grus,
13. wie wol im was das hertz unmässlich swer
Als er ye leiden solt die pein
nftch totjfchem gefert,
dd k^rt er zu den jungem sein,
die slieffen alsd hert.
er sprach: bacht auff, pett mit vemufft,
18. bann ir nit bisst tag, zeit, des tddes kunst.
1. In dem sd köm
jüdas, der seinen herren hdt verftten
mit ainer rot der jüden schal,
und kusst in an sein wange,
darumb das man i» kennen tet^
6. bann er ain junger was ain tail gel.
Der wirdig man
j6süs sprach zu dem^volk, die in beträten
mit swertten, spiessen, äne zal :
wen sucht ir so gedrange?
das tu wir j6sum näsar^th.
12. er antbort tugentllchen : das pin ich !
Als er das bort gotlfch vermelt
aus seinem heiligen mund,
sy vielen in das garten yelt
all rugkling auff den grund.
da ward geprufft sein mechtigkait,
6.
1. Sein löblich mac^t
darnach verhieng, das sy in viengen, stiessen,
hert punden, rauften aus den part,
in barffen auff die erde
16*
244
hassltch, ellendfmit g7*dssem neid
6. bard er gefurt in aines richters haus.
Diesselbig nacht,
der YinstCe)r ain end, kain mund nit mag besliessea
das leiden von dem herren zart;
sand peter, der vil werde,
verlaugndt dreymäl kurtzer^zeit
12. des, der uns erlost mit seiner marter graus.
Maria, die vil raine magt,
unsäglich bard betrübt,
als ir die mer ain junger sagt,
hais balnen sy da übt
umb iren seligen lieben schätz,
18. den sy empfieng, gepar durch keuschen latz.
7.
1. Als nü ir will
an im erging strengklich durch pos behagen
die langen nacht bis an den tag,
sy fürten in mit gäben
cayphä, pilätd, und darnach
6. herödd zu als ain schcdltchen man.
Von dem noch vil
zu singen wer, wes sy in teten fragen;
er antbort in mit klainer sag.
das gunt in s6r versmähen.
herddSs in im selber sprach,
12. er ist unbeis, seyd er nit reden kan,
Und legt im an zu ungelimpff
ain torltch klaid berurt,
aus im so triben sy den schlmpff.
widrumb bard er gefurt
pilätö für pas, ungestillt
18. durch micheln spot, als ainen tdren bild.
8.
•1. Mit grossem stürm,
und ungefuegen heulen, schauren, brausen
245
Hess sich der kung, kung aller kung,
der herr, herr aller herren,
gedultigklfch recht als ain lamp
6. pilfttd smechltch wider weysen für.
Der selbig burm
krenckt sein gewissen von des kaisers gros
haimltch in seines hertzen drung,
wie wol er wcst den keren,
der Juden häss durch valsche wamp,
12. noch Voigt er in- mit poser wille kur.
Er liess in gaiseln permkltch
an ainer seule plös,
von im das plut gar ermklfch
aus seinem leichnäm flös,
man satzt im auff sein heyligs haubt
18. ain durnen krdn mit hertem druck betäubt.
9.
1. Aus der rfttschrauB
bard er geweist mit pitterlfchem smertzen
den Juden für, pilätus stimbt :
den ewren k&ng hie schauet!
sy sprächen: kunges hab wir nicht,
6. nur ainen kaiser, dem wir sein vermant.
Spottltchen sann
s6 knieten sy für in mit posem hertzen
und drten in hämisch vergrymt
mit valschem gruss geprauet:
Av6 rex jüdeörum ! spricht,
12. gegrust ain kung der jüden hergesant !
Und zeugten valschltch über in
ain schaeherltchs gericht
lät uns den achter füren hin
zu seines tddes pflicht
unnd schrieren hdch dd mit gebalt
18. piUtd : an kreutz, kreutz, in kreutz in pald !
n
10.
1. Er wuesch sein hend
und sprach :. ich pin ^n seinem löd unschuldig.
dö ndmen sy den herren gut
und legten im mit freuden
ain kreutz auff seinen rugken kranck,
6. das er allain da nit getragen mocht.
Ach bie eilend ^
sein liebe muter nach im trat geduldig,
dd sy an sach ir aigen plnt
gän vor den swachen leuten
zu seinem tdd durch ploden swan^k
12. mit disem kreutz, das swerltch was g^plocht.
Als sy in prachten an die sXat
und er ye sterben solt,
da plossten sy den heiren mat
als das sein vater wolt,
und legten in da sunder schäm
18. ze rugke nider auif def kreutze^ stam.
11.
1. Drey nagCe)l murr
ward im geslagen durch sein hend und fuesse,
kreutzltch gedennt, gespannt, venbickt
von aim judischen manny.
die hamersleg mariH hört
6. und drangen dd durch yres.hertzen s^l.
Pehender snurr
ward er gesteckt auff hober gar uQsuess«
sein muter er da aneplickt,
die er bevalch johanni.
und pflag dd schreien dise wort:
12. hely, hely, mit lautter stynime hei.
Mein got, mein got, wie hast du schir
verlassen mich in töd,
vater, in dein hend befilch ich dir
mein gaist in diser ndt,
347
und starb da an der menschlichait.
18. mir wolkenstain werd dort sein nuld berak!
1. Ain plinder j^d, longfnus hies,
der körn mit tinem sper,
in sein heiKg »seilten er das sties,
biut, wasser drang im her,
gar an sein äugen er gesach.
6. got ewiklich sech uns vor angemach, amen.
cni.
1. Wort zu, was ellentltcher mer
ain raine frau keuschlich erfur,
wie das ain fürst gevangen wer
der himCe)! erd und aller rur
5. gewaltig was,
des sy genas,
magt vor und nach
von ainer sprach
avd, In maü empfing, gepar.
10. Ain knecht und junger, der da flöch,
verkunt der frauen, als man redt,
wie man den fürte, gröblich zöch,
den sy liepltch erzogen h^t,
mit grösser smäih
15. eilender gich
'durch micheln praus
in annas haus,
der riditer was der jüden schar.
Ö frau, wie pitter was der smertz,
20. den da empfieng dein keuschlich hertz,
als es erhdrt
das senlich mort,
248
leib, Tarb, gestalt
des schridis engalt,
25. das du kraftlose nMersanck.
2.
1. Unzalich klag und senlfch mat
gedachtikltch \yas, frau, «rlänbt,
als dich vernuft wJdramb beträt,
und du deins kindes ward beraubt
5. durch solche leut
der ich nit treut, \
die in valschleich
an bare zeich
verklagten vor des richters stab.
10. 0 junkfraunltche, raine maid,
mich hundert, das dir nit erbrach
dein keuschltch hertz von grossem laid
als du den herren hört und sach
dieselbig nacht
15. mit grossem pracht
peinlichen verch,
durch bort und werch,
s^r furdren zu des tödes grab.
Ach got, wie eilend was der schein,
20. das fliehen von, den jungen dein
sand peter zbär
verlaugnet gar,
an rü und rast
eilend du bäst,
25. umbgeben in der veinde schranck.
3.
1. Du gots erweite creätür,
durchleucht, verheiligt über alle beib,
bie mocht dein adelfch nätür
erzeugen durch ain zarten leib
5. den grossen schrick,
und scharffen plick,
24»
des gaisel slag,
von dem dft lag
gesbindltch auff die erden viel.
10. Wol was die parmung mich(e])l grtfs
von menikltch z« sehen an,
das man dm höchsten fürsten plAs
an ainer seul solt gaiseln Iftn,
das im das plut
15. von solher rut
den leib verrot
das man in nSt
gepnnden mit des sailes ziel.
Zart 'mynniklfche kaiserfn,
20. me was betrübt hertz, mut und syn,
iö man verbünd
des himels grund
spotltchen schaut,
6 edle praut,
25. wie was, dein, lieber sun sd kranck.
4.
1. Hit ainem krantz von dornen scharpff
der him(e)lfurste ward gekrönt,
tielFltch gedruckt, das sich entbarff
mit plut sein antlütz, haubt betront,
5. swerlich pebegt
man in di legt
mit grossem valsch
auff seinen hals
ain kreutz, daran er sterben solt,
10. Des er von kraiickheit nit enmocht
allain getragen von der erd,
wann es zu sberltch was geplocht, .
und das ersach sein muter werd,
in seim eilend
15, was sy behend
2S0
von rechter gir
im hilfflfch schir,
des man ir nit yerhengen bolt.
Bedenck ain yede muter das,
20. wann sy ir kind in seiher mftss
sech Yor ir stfin,
und darnftch geen
zu seinem tdd
mit solcher not,
25. wie s^r betrübt wer ir gedanck.
5.
1. 0 wee die eilend bainlich klig,
der man nit vil gesohriben vindt,
allain nur als die frau 4ä i^flag
umb ir keuschlich geboren kind,
5. das vor ir hals
sein plut und sbais
köstlich verr^rt,
des tödes gert,
mit dem er uns all hat erl6st.
10. Calvarte ain stat genant,
das kreutz sein rast daselbm Mt,
darauif man in mit füs und band
schemltehen plös vernageln tet,
sein leib, gepain
15. in ainem stain
gesteckt an parm
sd ward der arm.
dst flöst du martä dein trdst,
Noch was er, frau, %u dir genaigt,
20. dö er dich seinem Junger zaigt,
die hamer klenek,
und gallen trenck,
des speres stich,
martft, dich
25. verzuckt, helff uns sei« kreittzlteh hanj^. ftmto.
m
1. Ajn aaefanfk
ftn gotltch vorcht, die leng^ und krancker gbissen,
und der von sunden swanger ist,
das sich aH maifiiter flissen,
an got allain mit böh^m lint
6. noch mochten sy das ^nd nit machen gut.
Des pin ich kranck
an meiner s^l, zwar ich verklag mein sterben,
und pit dich, junckfrau sand katrein,
tu mir genftd erwerben
dort zu marie kindelein,
12. das es mich haben well in seiner huet«
Ich danck dem herren lobesao,
das er, mich alsd gruesst,
mit der ich mich versundet hän,
das mich die selber puesst;
bey dem ain yeder sol verstto
18. das lieb an laid diejeng nit mag erg6n.
1. Ain fwitn pildt
mit der ich hän mein zeit s6 lang vertriben,
wol drewzeh(e)n jftr und dannoch m6r
in treuen atet belibei^,
zu willen nftch irs hertzen ger,
6. das mir auff erd kain mensch nye liebers was,
Perg, holtz, gevild
in manchem land, das ich vil hab erriten,
und ich der gueten nye vergas,
mein leib hdt vil eriiten
nach ir mit senikltehem has,
12. ir rOter mund h6t mir das hertz versehart,
252
Durch sy s6 hän ich vil betracht,
yil lieber hendlin Ids,
in Freuden sy. mir mani^ nacht
Ycrläch ir ermltn blds,
mit trauren ich das uherbindt,
18. seyd mir die bain und afhi beslagen sind.
3.
1. Von liebe zwar
hab wir uns offt dick laides nit erlassen,
und ward die lieb nie recht entrant;
seyd das ich lig unmässen
gefangen sdr in yrem pand;
6. nü stSt mein leben krenckllch auff der wftg.
Hit haut und här
sd hat mich got swerlich durch sy gefeilet,
von meiner grossen sünden schein
des pin ich ubersnellet.
sy gibt mir puess und sendltch pein,
12. das ich mein not nit halb betichten mag.
Vor ir lig ich gepunden vast
mit eysen und mit sail,
durch manchen grossen überlast
empfrombt'sy mir die gail.
o herr, du kanst wol richten sain,
18. die zeit ist hie, das du mich puessest raini
1. Kain weyser man
mag sprechen nicht, er sey dann uhvernu(u)fftig,
das er den weg nicht wandern well,
der im sol werden kunfftig;
wann die zeit pringt gluck und ungevell
6. und pschaffen ding furbdr nie bard gewant.
Des siinders pan
die ist 80 abenteurltchen verrichtet
mit mangem hübschen klugen latz,
kain maister das voltichtet,
253
wann got, der yedem sein gesäte
12. wagUchen misst mit seiner heylCi)gen handt.
~ Er eyfert man und freuelein,
auch alle creätür,
er will der Hebst gehalten sein
in seiner höchsten kur;
wer das versaumbt, des.sund gereiffl,
18. er henngt im nach, bis in ain latz ergreifft.
1. Lieb ist ain wort
ob allem schätz; wer lieb nützlich volbringet;
HA uberbiiitet alle sach,
lieb got den herren twinget,
das er dem sunder ungemach
6. gantz wendt, und geit ym. aller freuden tröst.
Lieb, suesser hört,
wie hast du mich unlieplkhen geplendet,
das ich mit Heb dem nie vergalt,
der seinen tdd volendet
durch mich und mangen sunder kalt;
12. des wart ich hie in grösser sorgen röst.
Hiet ich mein lieb mit halbem fueg
got nutzlich nach verzert,
die ich der frauen zeitltch(en) trug,
* die mir ist also hert,
sd für ich wol dn alle sundt.
18. 6 wertltch lieb, wie swer sind deine pundt!
6.
1. Erst-rewt mich sSr,
das ich den hab so frevelfch erzürnet,
der mir^sö lang gebiten hat,
und ich mich nye enthurnet
von meiner grossen missetät;
6. des wurden mir funlF eysen latz berait.
Nftch seiner ger
s6 viel ich in die zw^n mit baiden fuessen,
654
in ainen mit dtm teng^ken am,
mein dawmen muessten puessen.
ain Stachel ring den hats erwarb,
12. der wurden funff als ich vor hab gesait.
Also hiels mich mein frau 9»i fileis
mit mangem hertten : druch,
ach husch der kalten efrmltn weis,
unliepifeh t^as ir smnck.
was ich ir klagt meins hertzen laid,
18. ir parmung was mit klainem trdst berait.
7.
1. Hein hertz das swindt
in meinem leib und prieht toh grossen sorgen,
wann ich bedenck den pittern t6d,
den tag, die nacht, den morgen.
ach wee der engestlfchen ndl,
6. und wais nit, wo mein arme s61 hinfert.
0 marlä kind,
^6 stee mir wolkenstainer pey in noteii,
damit ich for in deiner huld,
failff allen, die mich toten,
das sy gebuessen hie ir schuld,
13. die sy an mir begangen haben hert.
Ich nym es aüff mein sterben swer,
'sd swer ichs doch genueg,
, das ich der frauen nie gevar
von gantzem hertzen trueg.
schaid ich also von dieser werlt,
18. sd bitt ich got, das sy mein nit entgelt.
cnt.
i.
1. IV ach, menschlich tier,
praiich deiii vet'nufft, ir frauen und auch gier
r
355
wie pist du gar erplunsen so
in deiner sanden wanne,
das dt nix fSrchst des herren drö,
6. der dir dein leib und sdl verlihen Mt.
Lauf, suech in schir,
es vinstert pald^ dieweil du magst gesehen,
und sol dich yraant machen Ids,
das mus durch in beschehen.
er brach die heU,_die nie gefrds,
12. zwar sein gewalt all mugltch sach durchgdt«
Die sunn, der man, der steme krantz,
den bluemlein auff der haid,
den gibi er varb und Hechten glantz;
pey manger eug(e)Iwaid
sieht man sein wunder mieb(e)l swer,
18. wer nit gelauben bolt, das got nit wer.
1. Wer habt den himl
und die erd, das wasser, grdsse staine?
was pringt den tonCe)r, snee und windt?
das firmament allaine,
mocht uns bedeutten gottes kind,
6. der seiner mueter vater ist und man.
In tieffer tyml
s6 freit er visch, damit sy nit ertrincken ;
er habt die vogel in der höh
das sy nit abher sincken;
er zieret perg und tal, die lob
12. mit mangem^ klaid, das nyembt erdencken kan.
Wer nert das wurmlin in der erd,
das reblln, jung und marb,
wann yater und mueter von in kdrt
und fleucht sein weisse varb?
.das tut gots herrschafft gros und lanck,
18. sein macht gewan nye end noch anefangk.
256
3.
i. Der aller frucht,
mensch, tier. und vich, ain unterschaid kan geben,
das ains dem andern nit geleicht,
der gndd mir an dem leben,
und weis die fraun gutlicher peicht,
6. in der gebot man mir zerbricht die schin.
An weiplich zucht
kumbt sy mir seiden ymmer aus den 6ren,
wie sy die parschafft von' mir drang,
&y tut mich vil betören
und das sy als ain zeisel sung,
12. zwar meinen schätz den hat sy pald dahin.
Was ich sy man der lieben mer,
die sy ainst an mich lait,
und das sy mir ain eysen swer
von meinen fuessen tet,
und Hess die andern dannocht stän,
18. damit traib ich sy verr von mir hindan.
4.
1. Dabey sd merck,
wertliche lieb, wie pald sy hat verpranget,
wer ich ainst hundert meyl gewesen,
ir leib biet mich erlanget,
damit ich wer durch sy genesen,
6. nü tut sy mir den grossten ungemach.
Der paine sterck
spant sy mir herter ein, wann ainem pferde,
das ich darauff nit mag gestän,
mit gröblichem gevarde;
s6 ward ich ir gefangen man,
12. mein wolgetraun ir kirchfart ubersach.
Mein dawmen, arm, dazu den hals
hat sy mir ein gesmitt.
d frau, wie pitter ist dein sals !
sy swecht mir mein gelid,
2517
6rst hab ich fanden, was ich siiecht,
18. nü i^dt sein giHt, der mir den rock ye tueoht.
i. IVann ich befracht,
strefflfch bedenck den tag durch scbariFs gemuete,
der credtüren unterschaid,
ir iibCi^)! und ir guete :
86 vind ich alns in solhem kläid,
6. des ubl, guet nyembt verpessern, bosern mag.
Ich hab gedacht,
der slangen baubt^ davon Johannes schreibet,
wie in der werlt kain poser friicht-
sich auff der erden scheibet;
vil poser ist unweiplich zucht
12. von ainer schonen posen frauen plag.
Man zeinet leopart, lewen wild,
den puffe!, das er zeucht;
der ainem wejb die hawt abfiit
und sy die tagend fleucht,
noch kund man sy nit machen zam
18. -ir üble gift ist aQer werlde gram.
1. Wirt sy geirt;
s6 kan sy nyemt mit höchfart uberwuetten;
ist sy Tersmacht, sd tobt ir mut
gCe)Ieich des meres flueten;
armt ^ an wirden oder an gut,
6. s6 ist sy doch^der pdshait allzeit reich.
Ain weib entert
das päradfs, das ädam ward geschendet,
matüsalem, der starck sambsön,
geswechet und ge{flendet -
von weihen, david, sdlomön
12. durch frauen sind betrogen firaveleich.
17
258
Aristotil^s, ain maister, gross,
ain weib in ubersehrait,
zwar seiner ^kunst er nit genös,
höflichen sy in rait. -
kunig allexander, machtig hon,
18. von frauen viel, nnd absoldn, der schon.
6 6
1. Ain schon pos weib
ist ain gezierter strick, ain spic^ des hertzen,
ain valscher freunt, ^der augeo wont,
ain lüst truglicher smertzen. '
des ward heliäs verr versandt,
6. und Joseph in^den kercher tieff versmlU.
Ain heiiger leib,
hies sand Johanns baptistä, ward enthaubet
durch weybes räch, davor uns krist
behüet; auch ward betäubet,
gefangen durch ains beibes list
12. der von wolkenstain, des hanck er mangen trit.
Darumb s6 rät ich jung alt,
Siecht poser weihe glantz !
bedenckt inwendig ir gestalt,
vergifflig ist ir swantz,
und dient den frummen frewlein rain,
18. der lob ich breis fur^ all karfunkelslain.
CXI.
i.
1* Hör, kristenhait,
ich rät dir das mit bruederlichen treuen,
du hab got lieb für alle ding,
es Wirt dich nit gereuen, '
und wildü, das dir wol geling,
6. dein willen k6r von irdischem gelust.
259
Wer liebe traft *
zu got, von dem sy kumbt, daran sy haftet,
s6 wirt der wille pald geschickt, .
das er teglichen trachtet, •
wie er die liebe 'darzu ficht,
12. das sy nit werd geferret gotes prust.
Des schonen glantz, der suessen zeit,
und untrew diser werlt,
lag, hochfkrt, spot, has^ zorCe)n, neyd
gatlfche lieb nicht nrelt,
kain schätz, freud gegenburtiglfch,^
18. begert sy nit, wapn gots von himelrtch.
2.
1. Unsauber schäm
der werlt, davon ist gotUch mynn geschaiden,
kaia schfdung zwischen ir und got
beschicht nit von^ in paiden.
hochfart, unkeusch, der geittig, spot
6. darüber istsy gfintz erhaben hOch.
Mit widerzam
wil sy nit hören, sehen, greiffen, smecken
kain woUust, der ir fleischlich ist,
den kan sy lieplfch decken.
den leib, die werlt, des tewfels lust
12. wirfl^ sy ze rugk allzeiten gröblich roch
Sy twinget parmung, michel grds,
herabher «us dem tr6n,
•ir handwerch bard nye werch genös, .
gut ist ir tagldn;'
so sich entzundt der mynne räch
18« gaistlich, dft smiltzet laid und nngemach.
1. Wer gaistlich prunst
mit arbait lieplich in sein hertz well stössen,
der wach, »6 er dick gern slieiT,
pett pörhaubt, vasten-, pdssen
17*
260
sein hertz, bedenck*gots leiden tlelT
6. auir baren knyen, auch halt darinn ain mtes.
Fleisch, beines lunst
tegltchen meyd, maslichen nym die speyse,
das er den hnnger zymllch puess:
sd mag die lieb ir weyse .
gaistlich in im gewuroken suess.
12. sein äugen, perg, das antlutz plaiqhen lAss,
Den leib mit armuet, frost und liitz
pett narllch auff das strö,
wie leyden^kumbt von gottes bitz,
gedultig sey des frö,
wann leyden swennt der sunden.gall,
18. des lig ich wolkenstainer in der faU.
cxn.
1. Ich sich und hör,
das manger klagt verderben seines gutes,
80 klag ich nur die jungen tag
verderben freyes mutes,
wes ich vor zeiten dannn pflag,
6. und klain enphand, dö mich die erde trug.
Mit krancker stör f
haubt, rugk, und pain, hend, fuess d«8 .alter meldet,
was ich verfravelt hab ftn n6t;
herr leib, den muetwill geldet
mit plaicher varb und äugen röt,
12. gerump£Pen, grab, ewr sprung sind worden klueg.
Mir swirt hertz, mut, zung, und die trit,
gepogen ist mein gangk,
das zittern swecht mur alle glid,
0 weel ist mein gesangk.
261
dasselb quintir ich tag und nacht,
18. mein tenor ist mit rumpffen wol bedacht.
1. Ala knm weias htr,
von locken dick, hdt ainst mein haubt bedecket,
dasflelb plassnirt sich swartz und grab,
von schildenn kal durchsch^cket.
mein rAter mund wil werden pläb,
6. daramb was ieh der* lieben widerzam.
Plod, nngevir
sind mir die send, und dauni mir nit zu keuen,
und h^t ich aller werlde gut,
ich kund ir nit vemeuen,
noch kaufen ainen freyen mut,
12. es widerfur mir dann in slaffes tram.
Mein ringen, springen, laufen snell
hAt ainen widersturtz, .
für singen huest ich durch die kel,
der Atem ist mir kurtz,
und ging mir not der kuelen erd,
18. seyd ich pin worden swach und schir unwerd.
3.
1. Ach Jungeling,
p'ey dem nym war, trost dich nit deiner schone,
gered noch sterck, helt dich embor
mit gaistltchem gedone.'
der du yetz pist, der was ich vor,
6. kumbst du zu mir, dein .guttat reut dich nicht.
Für alle ding
solt ich yetz leben got zu welgefallen
mit Tasten, peten, kirchengän,
auf knye venien fallen,
s6 mag ich kainem pey bestftn,
12. seyd mir der leib von alder ist enbicht.
Für' ainen sich ich allzeit vier,
und h^r durch groben stain,
262
die kindlein spotten mein nü< schir,
darzu die freultn rain;
mit änebitz ich das verschnld,
18. jung man und weib, versaumbt nit gottes bald.
1. Ich spur ain tier
mit fuessen brait, gar scharpff sind im die hören,
das wil mich treten in die erd,
und stos'sltchen durchporen.«
den slund sd hat es g^n mir k^rt,
6. als ob ich im für hunger sey beschert,
Und nahet schier
dem hertzen mein in befundlichem .getote;
dem tier ich nit geweichen mag,
6 wee der grossen note,
seyd all mein jär zu ainem tag
12. geschwbert sein, die ich ye hab yerzeti.
Ich pin «rvordert an den tantz,
dö mir geweyset wird
all meiner sünd ain grösser krantz,
der rechnung mir geburt;
doch wil es got, der ainig man,
18. so wirt mir pald ain strich dadunch "getan.
2.
1. Erst deucht mich wol,
solt ich nur leben aines järes lenge
vemüflPtiglich in diser werlt,
sd wolt ich mangen enge
mein schuld mit klainem widergelt,
6. der ich laider grds von stund bezalen tnuss. ^
Darumb ist vol
das hertze mein von engestlichen sorgenn,
und ist der töd die minst gezait.
263
6 sti, wo pist du m(Hrgen?
wer ist ddn t^dtch anfentbalt,
12. wann du verraitten solt mit haisser pues;^?
0 kinder, freant, gesellen rain,
. wo ist ewr hilff und rät?
ir Qembt das gut, lAst mich all'ain
hin raren in das päd, ,
da alle mSntz Kit klainen werd,
18. nur gute werck, ob ich der hiet gemärt.
3.
1. AUmechtigkait,
an anefang noch end, bis mein gelaitte
durch all dein parmung, gotltch gros,
das mich nit uberraite
der luciper, und sein genös,
6. damit ich werd enzuckt .der helle slauch.
Maria maid,
erman dein liebes kind des grossen leiden,
seyd er all cristen hat erlost.
sd weU mich auch nit meyden,
und durch sein marter werd getrost,
12. wenn mir die s61 Deust von des leibes drauch.
0 werlt, nü gib mir deinen Idn,
trag hin, vergis mein pald,
hiet ich dem herren für dich schön
gedient in wildem wald,
s6 für ich wol die rechten far.
18. got schopffer, leucht mir wolkenstainer klär!
CZIV.
u
1. Miobltcher got,
gewaltigklicher kunig der hym(e)l tröne,
ich man dich alles, das ich kan,
yernym mein krancks gedöne,
204
dein willen Iftss an mir ergtn
6. alsd, das ich nit flies dein ewigs reich.
Mäch ^eim geböl
gediiltigklich ich leiden wil zu Aren
der pittem marter, so dü'Iaid
gedultigklichen geren
umbiinser freud und-^ saligkait,
12. die weylent was verloren ewigkleich.
Ich bin umbfangen mit der wät,
darinn ich pSessen soll;
herr, das geschieht nach deinem rit,
zwar das^ yemym ich wol,
des seist gelobt durchleuchtig klär,
18. nftch^ deim begern pin ich willig zwar.
CWienerhandscbrift.)
i. Trawt salig weip,
kewschliche mait, fraw, müter gottes kinde,
der uns durch dich all hat erlöst
von hellischem gesinde,
den nym ze hilf und gib mir tröst,
6. damit ich nicht verzag in meiner aöt.
0 swacher leip,
sundiger palg, der wirt hat dich elipbangen,
ich fSircht, er well bezalet sein,
was du ye hast pegangen
mit deiner grossen sunden schein, (in der Hsft. irrig schem)
12. er fodert dich, gib mir das petten bröt.
0 hercz, hftstä ye süss erkant,
dft nym das sawer für,
pistü zw frewden ye gewant,
dft wider trauern spur,
alsd slach ains gein andern ab.
18. wirdiger got, wie kostleich sind dein gftb«
265
3.
1. Der sorgen reif
■
hdl meinen lelp zesamen vast gepunden,
von sorgen swer mein herz geswik,
forcht, sorg die hab ich fanden,
durch sorg mein haupt genczMch erschwilt,
6. grawsleiche sorg mir dick den slaf erwerl.
Mit umbeswaif,
vier mawer dick mein trawren hftnd Verstössen,
0 lange nachl, eilender tag,«
ewr zeit ist gar verdrössen,
yil mancher schrick kompt mir zw klag,
12. dem laider hilf von mir wirt klain beschert.
66n diser weit hab ich die angst
verschuldet sicher klain,
newr umb den got, der mich vorlangst
beschuf von wolckenstain,
der sey mein tröst und aufenthalt,
18. ö fdlenberg, wie ist dein frewd sA kalt.
CSV.
(Wienerhandschrift.)
I.
1. Du, armer mensch, Ifts dich dein sund lue rawen sAr,
6 hailiger gaist, gib mir des heiligen vaters lör,
das ich bedenck ain klain die macht und wirdich ör,
in meim gesanck von got, dem nicht geleichet.
Newn kor der engel dy loben in an underlaist (underlasst),
6. in lobt dy sann, der mdn und aller stem(e) glast,
in lobt der hymel, der alles bösen ummetast (ungetast),
und was darinn(e) regniret. Sein name reichet
perg und auch dal,
des vogeleyn schal.
266
der visch im wag,
i2. all wurm und tyr,
gelaubet mir,
was ich euch sag,
laub, gras, gevild,
das wasser wild,
die .nacht, der tag,
18. erkennt und lobt gott, dem der teufel weichet.
2.
1. Seit wir nü hören aus aller maister kunst behendt,
das yecz gescheut in seinem wesen got erkent,
dez het sich maniger herter stftin enczway entrent,
d6 er enpbant sein schoffers not und sterben
Vil frucht auf erd und dy doch unentphintlich ist,
6. noch ^rt sy got durch hübsch geplSd, und kennet krist,
ein yecz gewachs nach seiner zeit als im ^y frist
ist aafgesaczt von sein frucht zu erwerben.
Das alle kunst
- mit reichem gunst
ain mensch pesass,
12. der mynsten plüm,
und war sein rum
noch ainst so rass,
mocht er nicht gancz
mit irenCm) glancz
natürlich hass,
18. posnyren schon, scholt er des liebs (leibs) verderben.
3.
(lansbruckerhandschrift.*)
1. na alle crefttür, die got beschaffen hät,^
sy sind in wasser, wind, oder auff der erden phat,
ye danckper ist dem herren in der niajestät
nur umb die gnftd, das er sy hat gformiret.
Ach tummer mensch, wie ist dein hertz dann gar s6 wild,
6. seyt du wol waist, das dich got nach im hftt gepild.
267
und dir rerliken hAt sein gr6sse gnftd stt mildt,
gar manigfeltigklichen ungezelet.
Er hftt dir geben
leib und leben . '
s61, vemufft;
12. dir dient die erd,
fewCe>, wasser,
wirdigkl!ch(er) laft.
all tier wild, zam,
der fruchte tarn
aus tielTer grufft
18. ist dir als unterteniklich gezieret.
4.
1. Der wölken kratft, das firmament mit klarem schein,
und all die fread, als sy zu himCe)l mag gesein,
mersch, die gnäd von got volgt all dem dinste dein,
dannocht well wir in dencklich nit erkennen.
Mit seinem leib hat er uns aas der hell erlost,
6. des sich^der laciper daselben uh(e)l tipst,
noch wirt sein heyliger nam mit sweren dick berost
von mangem man, der ich euch vil wolt nennen.
Ach, ädams kind,
wie ist so plind
dein swacher muet,
12. das du nit kennst,
(und) ub(e)l nennst
dein herren guet,
* der dich mag nem-
en, geben haiss-
er helle glaet,
18. und lalle freud mag er dir pald entrennen.
5.
i. 0 heyiger krist, seyt das dein macht ist ungezalt,
so wundert mich ob allem wunder manigfalt,
das wir'^4iit furchten s6r dein zornikltch gestalt,
und grosse plag, die du uns magst beweisen.
888
*
Des freat sich manger gtisl, der dorl Teratdssen ward
6« von hoch der him(e)l hrab su tal umb sein hftdifart,
die uns verlaitten tegltch in der sSnden gart,
von yrem rtt wais ich nit lobs zu breysen.
Weib, and auch man,
ir schauet an
ewr missetftt,
12. snell puest ewr sundt,
und nit enzunt
euch von dem rtt.
der pose wicht
manltchen vicht,
got fru und spdt,
18. den nym zu hilff für stah(e)l und für eysen.
CSTI.
I.
1. O werlt, ö w^lt, ain freud der kalten mauer,
wie swer du pist, deinlön der wirt mir sauer,
seyd dft auff mich gefallen UUt,
u|id druckst mich auff die erdenn.
5. Wertltche freud, ain tuch von bittrem ende,
wer dich recht kant, der kauft dich nit behende,
wil er icht wesen fromder gast
g6n manger frauen werden.
Was hilft mich, das ich manig ndcht
10. in grossen freuden hftn gewacht
in dreuzenthalben Jären ?
nü mus ich wachen, seuffzenn, zittren ellenll(e)ich.
all heyligen gut, die eng(e)l in dem himebreic^
man ich, das sy mir helffen vast,
i5. mein laid zu gut eramen (erftren?)«
1. Was hilffl Brich nft mein raison frSmder lande,
in manig kungreich, das mir ist bekande?
269
was hilffl mein tiehten und gesaiick
von manger kun(i)g!n schone?
5. Was hilffl mich manig klughail fromder synne,
seyd ich pin worden gar zu ainem kinde
und mir entweckt mang swer gedanck
vil saha4tdier done?
Was hilffl mich silb^ oder golt,
10, seid ich mir selber seiden hold
mag werdenn wol von hertzen,
das mich der werlde schein sogar betrogen bat?
ach starcker got, in kraft der heyl(i)gen trinitdt,
komm mir mit deiner hilffe fang
15. in seniklfchem smertzen,
8.
1. Ain yeder mensch der läss sich nit belangen
nftch frenden grOs, damit er werd umbfiingen,
fSr wftr ich mag sein borge wesen,
das end vnrt im gar bitter.
5. Hat ainer got, zwar des bedarff er hoetten ;
ye grösser dr, ye m^rer toben nnd wnetten ;
der neithart liess ainem nit ein vesen,
kom nor ain ongewitter.
Ich s}ffich es wol aoff meinen aid,.
10. ye grosser lieb, ye mtor laid-
kombt von den schonen fraoen,
, seyd lieb ond laid mit freoden, traoren ist gemengt,
ond zeit ond weyl ain senlich schaiden dft verhengt,
wie mag das end frdltch genesen,
15. das mocht ain yeder schaoen.
4.
1. Ist ainer jung, sehän, moetig,- hdher gaile,
der ander starck, gerad ftn alle maile,
der dritte weis, er wirt ain Und,
konibt er zu verren tagen.
5. Manig zier and lost wolt ich noch vil eid^icken,
das sich der mensch erfrenl, noch m& er krencfcen.
2T0
wann er der langen jdr emphindt^
drst tut es sich gesagen.
Seyd uns in diser kraneken zeit
10. all wertlich freud nur pringet laid,
und suess ain sauer ende
und aller lust auff erd die leng verdriel^sen pringt:
so wundert mich, warumb der mensch nach freuden ringt.
oSt, weiser man, wie wirst du plindt
15. in allor kunst behende!
5.
1. Ach lieber freunt, werltch ich wolt uns rftten, .
mocht wir aus disen swacben lusten wdten,
der wir natürlich hie begeren,
und paten got den reichen,
5. Das er uns wolt vergeben unser sunde,
und unser Jiertz in seiner lieb erzunde,
s6 mocht wir wol mit gueten 6ren
aim yeden furstenn gleichen.
Nu unser leib zergencklfch ist,
10. und haben weder zeit noch frist,
das wir uns muessen schaiden
von allen lusten, freuden gut und dren grds,
und uns nicht volgt, wann unsre gute werck gar blös.
6 heiiger geist, weist uns. verhören,
15. und alle sund erlaiden.
CXVII.
1.
1. llWenn ich mein kranck vemufft nerltehen sunder,
und vast bedenck der tummen werlde wunder,
der ich ain tail erfaren hän,
gesehen und gehöret:
5. 86 wundert mich vor allem nicht so s6re,
das ich mein zeit nur lenck nftch gut und 6re,
i
271
nnd dabey nie kain rue gewan,
der synn bin ich bedoret.
Ich wais wol, das noch kumbt die stund,
10. und biet ich aller werlde grandt,
darumb geb ich sy geren,
das ich nach gottes willen leben solt ain jär,
der ich vil manges laider uppiklichen mvär
in Sunden nie wolt widerstän,
15. so mus ich sein emperen.
• 2.
1. Ich bor, das man vil mangen weisen nennet,
das ei; der werlde curss ain klain erkennet,
und darauif legt teglichen fleis,
wie er des werd gehewer; .
5. Sd maynt er dann der selbig hübsch geselle,
das im nit schad, noch schell kain ungeve)le,
er mug verk^ren swartz in weis
das wer aim esel tewer*
Er kan sich stellen marterleich,
10. und maynt, das ym nymant geleich,
solt er es halt verkauffen,
er geb es umb ain Schilling sicher, naher nicht,
es zeucht sein wän zu tdrhait, als petrarchä spricht,
in aller werlt der tören breis
15. kan nyembt mit zal erlauffen.
3.
*
1. Man list und sagt uns vil von alden jftren,
was wunderzaichen darinn sind erfaren,
seyd das die werlt beschaffen ist
von got dem allerhosten.
5. Man vindt auch noch derselben wunder gleichen,
die got verbeugt den armen und den reichen,
pabst, fursten, herren, den ir list
Tor unval nit mag trösten,
Wer hoher steigt an widerhab;
10. wer mag des nit, vellt er herab.
272
liess isich in der miU beniegea,
alsd, das er sein zeit von got nit feyren lAss.
was hilft ain man, der vil bedenckt nur ans der mäss,
wil es von got nit haben frist,
15. wie mag es sich dann foegen?
*
1. In vorchten, schmertz, in hoffnung und in freuden
vertreib ^ir zeit, davon mag ich nit geuden,
seyd das all sach zu diser werlt
kain wesen stat befleusset,
5. Und sich das gut zu argem wald verwandelt,
und arg zu gutem iselden widerhandelt,
yedoch das sich mit bittrem gelt
das end strengkltch besleusset.
Hie ist gewesen, hie ist nicht
iO. valsch, untrew, pose Zuversicht
wir gftnenander tragen,
kind, vater, muter, swester, brueder, all geleich,
mocht wir mit liegen, triegen in das himelreich,
so wer es uns ain eben velt
i5. den jftmer wil ich klagen.
5.
1. Sich manger sent nftch grosser kartz(e>weile,
im wer ze tun, fund ers in kanlBes eyle,
herwiderumb all seinen schätz
den solt er darumb geben.
5. Die werlt tracht, wie sy gut und 6r errelsse,
und gibt darumb köstlichen hört mit fleisse,
das sy ir zeit an widersat:^
verz^rt mit «wachem leben.
Gedenck ain mensch mit aigatschaff^
10. geburd and end, was snoder kraffi
wir haben und gewynnen,
wen wir dort ligen zaanen ids die affentier,
kling, kayser, herzog, grftfen, all geleiehen mir.
273
Ml ymant guts daDn für gehatzt
15. dn- zwe\t((d)l wir das vinden.
1. Ich main, das wed(e)r auff wasser noch auff lande
nicht leb kain wilder tier, der es erkande,
wann nur ein teglich grober mensch,
dem als sein tun gevallet.
5. Ain vich begert nit mdr, wann es verbrauchet,
nach seiner art natürlichen verslauchet:
s6 tu wir gleich der wetter genss
die tegltth wasser snallet.
Kain tier pitt seins geleichen töd,
10. ains hilSt dem andern in der not.
ee das ain grober trolle
lit ellendt armut, als vil manger weyser tut,
er Hess ee all sein freunt hie sterben um das gut^
ob im davon wurd sein gedens,
15. damit er lebt in schalle.
7.
1. Freunt wildü weishait tugent an dich preysen,
des lä dich eilend armut unterweysen,
dein wilde mag wol werden zam,
bistüs von guetem stame.
5. Diemuetikait und ernst seiden meyde,
Idss höchfart, bis gedultig, leb an neyde,
sA werden all dein veinde lam
dort in der helle flamme.
Frid trag in deines hertzen grundt,
10« das du von räch nit werst enzunt
wen(i)g red, ain nutzes sweigen
los, frag, wes du von guten sachen yrre gftst
trau nicht der werlt, ir wand(e)l, tun ist nur ein pldst.
ho£Fhung zu got dich nit enscham,
15. s6 mag dir freude naygen.
18
'
274
i. O snode werit,
wie lang ich leib and gut in dir rersleLsse,
80 vind idi dich nur eitel swach *
mit wort, werck, und geperde.
Der antrew bist du alsd toI,
6. das ich das ort, noch end begreifen kan.
Yalsch posen gelt
fiirstü luglfch tiSgltchen gar zu fleisse
mit mue und arbait, ungemach
and gröblichem geverde.
s6 ringst du näeh der helle hol,
i2. das klagt, ir tammen frauen und auch man!
Teglichen stick wir tag und nacht
nftch gut und wertlicher 6r,
wirt Uusex will darinn vdbracht
so hab wir doch nit m^r,
nur klaine speis ui^d swachs gewandt
18. und was wir guts pey dem habCe>o f&gesandt.
i. Vil manger sprichl:
in rechter trew sol ich in allzeit vinde«
mit leib und gut zu meim gebot
vest ewigkitchmt stlte,.
kom ich mit arnuit in sein ha«s,
6. er wolt, ich wer ais fuchs in ainon heg*
Klaia z&rersidit
wir haben sollen zu des ftdams kinden,
nur dienen aim, der haisset got,
die werlt fürt ungerate;
darab so nym dir ainen graus,
12. und hoff zu dem, der dir gehelffen mag.
275
Ach mir erparml maAg(er) ^uefer Man,
und ich. mir selber auch,
der da nit reehf 4)edencken kan,
wie gar es ist ain rauch
der werlde dinst mit grösser höt
18. was ist der I6n, wetin man spricht: er iit tAdI
3.
1. Kain ermer vich
undCe)r allen tieren kund ich nie erfaren,
nur aines, haist ain hofeman,
der geit sich gar für aigen
dem herren sein nmb klainen sold,
6. des tat ain esel nit und wer er frey.
Reit, slach uad stich,
zuck, raub, und prenn, den menschen tu nit sparen,
irym ras und wagen, henn. und han,
g^n nymant tu dich naigen,
gedenek dein herr, der werd dir hold,
12. wann er von dir sieht solhe stampaney.
' Dw stee vor im, trit binden nach,
und kapff den langen tag,
ist er ain fürst, für in sd gäch
das er dich sehen mag,
sprach er zu dir ain freuiitlfch wort,
18. das nembst du (St des faymel fursten hört.
1. Ir vogelein
und midre tier, baid(e) wilde und die zamen,
ir traget rechte liebe gar,
geleich kiest sein geleichen,
gemahel sein gemsfhelein,
6. in noten sy beinander bleiben stdn.
Die freunde meiii,
solt ich vor in verkrtfmben unrf eriamen,
ee das mir ainer gab seiu tiar,
18*
276
und solt mich domit reichen
zu meim gesunt dn mailes pein,
12. ich must vor im ee als der snee ergftn.
Des menschen lieb wer gar enwicht,
die ains dem andern tut,
het wir der gib nit Zuversicht,
und hoffnung umb das gut.
mein aigen kind gebunn verdries
i8« west es die leng von mir nit sein genies.
5.
1. Und solt ich mir
erwunschen gar nach meines hertzen freude
ain leben selber, wie ich wolt,
mit hilff all(e> maister synne :
so kund ichs doch bedencken nicht,
6. odCe)r ich must die leng verdriessen darinn hin.
Was hilft mein gier
zu grossem gut, und nach der 6ren geude,
was hilfft mich silber oder golt,
was hilft der fraiien mynne,
seyd wertltcfa fireud pald ist entwicht,
12. und wais gar wol, das ich schir mues darvon.
Turnier und stich, lauf, tantz und spring
auf ainem weiten platz
mäch kurtzweil vil, treib hofltch ding,
verdra dich als ain katz^
und wann der schimpff alldä ergät
18. gee wider dar, so vindst ain ode stat.
*
6. .
1. Ach freunt gesell,
du zweifei nicht, was ich dir hie wil sagen,
dien got von gantzem hertzen dein,
Idss dir die werlt nit smecken,
aus yrem lust mach dir ain spot,
6. sd hast du freude hie und dort genueg.
2T7
Kain ungefell
läsa dich bekümmern, das dich mach verzagen,
kain truebsal Idss dir pringen pein,
ob leiden dich wil wecken,
das ist aim snnder gnäd von got
12. dieselbig gnftd zuckt dir der helle lueg.
Wer sich den zoren pinden Idt,
der gleicht sich ainem vich,
und dem got hie verlihen hat
funff synn vemünfftigkltch,
das ist die höchste wirdigkait,
18. wer weislich vicht in widerwertigkait.
7.
1. Mich wundert s6r,
das wir auf diser werlt so vil entpauen,
und sehen wol, wie es ergät.
wo sind mein freunt, gesellen,
wo sind mein eitern, vordem hin,
6. wo sey wir all nur über hundert jtr?
Mich wundert m6r,
. das ich mich nie kund mftssen meiner frauen,
die mich sd lang betrogen hdt
mit grossen ungevell^n,
mich hat geplent mein tummer sin,
12. und nie bekant, das sy mir was gevftr.
Wir pauen hdch auf einen tant
an heusem, vesten zier,
und tet doch gar ain siechte wandt,
die lenger werd dann wir.
volg bruder, swester, arm und reich,
18. pau dort ain gschlds, das dich werd ebigkleich.
«T8
1*
1. Rain freud mit klarem berUen
trug ich nie ainen tag,
an hoffnung, vorcht uQd schmertzen,
der^ains mich yd bewag.
vil armut ich empfinde
6. tegltch auff diser erd
mit mangerlay gesinde,
des mir das alder m6rt.
Mein freud ward nie s6 michel,
vil grosser ist die wart,
wenn piir de^ tddes sichel
12. die zeitlich fireu4 verkart.
gut hoffnuQg tut mich waichen^
das ich ir wolgetraw,
ich furch) sy werd mich laichen,
wie vil ich auff sy pau.
S4 mich der smertz begreiffet,
18. und dent mich zu dem töd« .
freud, hoffnung von mir s]eiffet
und I^t mich \n der not.
die viurcht kumbl, wiß ich sterbe
greuslicher wird die kunat,
das ich dort nit verderbe
24. in engeatlicher brun$t.
1. All maister uns das lesen
aus der vi) heiigen gCe)schrift,
das kainer mug genesen
wer in der sunde gist,
todlichen wird erfunden
.6. an peicht, pus, wäre rew,
8T9
des s61. werd dort geschundea
mit mangerlay gepreu.
seyd yegltch sund besunder
gepuesset wirt swerleich,
sd nymbt mich ymmer wander,
12. wes ich mich selber seich,
das ich mein tödlich leben,
hie puesltch nit vertreib,
und läss mich aberstreben
den Israncken snoden leib,
Mit sund, gros, mitter, klaine,
18. undswechltchem gelust,
vemufft volgt mir unraine,
und all mein synn vertust,
das ich nit wil verschrencken
den gKFtigkliehen wurm,,
der mir die sti maint krencken
24. scherfflfch mit hertem stürm.
3.
1. Ain schätz hab ich verloren,
köstlich, das ist mein klag,
und tut mir ymmer zoren
umb mein vergangen tag,
der ich schir hab vertrieben
6. wol sechs und vierzigk jär,
süntlich darinn beliben,
das reut mich sicher zwar.
Die zeit auff erd hie pringet
der sä mang sweren stös,
die zeit auff erd hie tbingef
12. von got genftd s6 grds,
die zeit schafft freud und quäle,
hie nftch des tMes zil,
des hästü, mensch, die wt^le
zu nemen, was du wil.
280
0 auserwellte schrancke,
18. keusch jungfraunUche macht,
mein lob dir ymmer dancke,
seyd du ain kindlein pracht,
das uns mit seinem leiden
erlost an kreutzes pam,
ob wir nur wellen meyden,
24. was im ist widerzam.
CWoIkensteinerhandschrift«)
1. JLve mater, o Maria,
pietatis, tota pia,
sine te non erat via
4. deploranti seculo.
Gracia tu nobis data,
quam fidelis advocata,
celi tronis es prelata
8. in eterno sollo.
I.
1. Ave mutter kuniginne,
miltikait, ain milderinne,
an dich kain weg loblicher mynne
4. g6t in waynender weide.
2.
Gnaden vol an uns begynne
wo sich ruift geloblich stymme,
tron der himel kaiserinne,
8. in ewikleiehem velde.
281
1. a. JFenner
b. besnaid
c. krist
d. i¥irdigklich,
e. drey
f. kiinig
7. g. tnr
a. erhart
b. löblich,
c. dem
d. Stern
e. ejlten
f. snell
14. g. hin
a. nftch
b. marceil,
c. anthohi,
d. priscam
e. sach
f. fabiftn,
21. g. agnes,
a. vincentz,
b. vi!
c. kund
d. paul,
e. policarp,
f. hanns,
28. g. gtildtner
a. mund.
b. zfind,
c. hornung,
d. breid (1. Hornung)
e. martftt
f. blAs
35. g. schraib
a. agath,
b. dorotheft
c. lis
d. helen
e. poldn,
f. scolastic
42. g. span,
a. das
b. worcht
c. voltein
d. und
e. juliin,
f. der
49. g. symeon
a. swerltch
b. trug,
c. puel
d. peter
e. und
f. math6
56. g. walpurg
a. klug,
b. emphftcht,
c. herr
d. mertz, (1« Merz.)
e. frau
f. kunigund,
63. g. ftdriftnus
a. der
b. ward
c. gesunt
282
d. pfintztages
e. und
e. in
f. tiburlz
f. mertzischem
105. g. vor
70. g. päd.
a. posltcher
a. gregdrj
b. treu.
b. Ut
c. vaWr
c, die
d. das
d. schueler
e. gross
e. drät,
f. eilend
f. Gedräut
112. g. versmäch.
77. g. mach
'a. sandt
a. uns
b. jorg,
b. dein
c. marx
c. herberg
d. st^t
d. klär,
e. für.
e. schür
f. gach
f. ZU,
119. g. genedigkltch
84. g. marey,
a. unverlän.
a. nyni
b. Philipp (1. MayO
b. rueprecht
c. may
c. war,
d. crewczt
d. das
e. floriftn.
e. uns
f. gothart,
f. der
126. g. Johanns
91. g. abrill (1. April.)
a. wont
a. dickh
b. uns
b. begiess.
c. pey.
c. ambrosy
d. corbiän,
d. hat
e. der
e. des
f. pangraiz,
f. kain
133. g. und
98. g. verdries,
a. die
a. bewar
b. sophey,
b. uns,
c. pilgrtn,
c. adelicher
d. der
d. lew,
e. pracht
f. potentz
140. g. pasill
a. ain
b. krentzlein
c. grim
d. durch
e. urbäns
f. wiU.
147. g. kumni)
a. hanns,
b. zyrill,
c. gen
d. petronell.
e. der (1. Jmuusi.)
f. janius,
154. g. äs^m,
a. kaufft
b. dd
c. snell,
d. senät
e. und
f. preym,
161. g. setzt
a. pfanntzen
b. gut^
c. sö
d. wirt -
. e. veitlinu»
f. wolgemut.
168. g. gelobt
a. drey
b. heyligen
c. sunder
d. pein,
e. achatz,
f. gross
175. g. hanns,
a. klafn
b. henselein
c. hUflP
d. leo
e. peter
f. paulen
182. g. frisch (1. JdyO
a. marey
b. schanckt
c« uirtch
d. Julius
e. visch,
f. und
189. g. kilian
a. prach
b. kersen
c. sechs,
d. margr^t,
e. haintzl
f. die
196. g. tauten
a. mit
b. alex,
c. arnolff,
d. der -
e. lued,
f. braxedelein,
203. g. magdal^nft,
a. junckfrsku
b. kristein,
c. ja^ob,
d. an na
e. melt
f. pantaleon.
210. g. fliecht
281
«. haissen
b. most.
b. äugst,
c. gib
c. petrd, (1. August.)
d. mang
d. steffan,
e. der
e. i^ffltn,
f. marey,
f. kunig
252. g. das
217. g. oswalt,
a. sy
a. sizt,
b. kost
b. affrd
c. dajj
c. mit
d. mynikitch
d. dem
e. kreutze
e. laurentzen
f. frön.
f. paissten
259. g. offny,
224. g. dd.
a. lamprecht
a. ypold,
b. beschirm
b. euseb,
c. uns
c. maria
d. schdn.
d. zart
e. matheus,
e. die
f. mauritz
f. truncken
266. g. empfelcht
231. g. ainenCm)
a. mein
a. pernhart,
b. söl
b. sprach
c. virgtl,
c. thimothä
d. cosmtr,
d. zu
e. wentzld,
e. pertitn,
f. michl,
f. wie
273. g. jerdn.
238. g. munichisch
a. october, (1. October.>
a. predigt
b. hupff
b. augustfn.
c. auff
c. in
d. frantz
d. dem
e. mit
e. September
f. deiner
f. Gilg (1. September.)
280. g. kutten
245. g. schanckt
a. an
a. gut
b. den
285
c. tantz,
d. iss,
d. des
e. Ott,
e. hieng
f. leicht
f. colmftn
322; g. kumbt
287. g. in
a. elisab^t
a. osterrtch,
b. zu
b. gall
c. gedrott.
c. sprach,
d. ceciU,
d. lucäs
e. dement
e. schreibt,
f. sprach.
f. waideltch
329. g. ketterlein,
294. g« arss
a. kuntz
0
a. zu
b. sprach,
b. colen
c. was
c. erispinus
d. vischet
d. vand
e. enderlein?
e. doIAs,
f. december, (1. Dez.)
f. iiftt
336. g. hilff
301, g. symon,
a. uns
a. wol
b. barbard,
b. erkant.
c. sand
c. november
d. niklaus.
d. heyligen (!• Nov.)
e. und
e. all <
f. martd,
f. verkiind,
343. g. dar
306. g. aus
a. zu
a. vancknuss,
b. die
b. lienhart
c. mynnikltch
c. los
d. lucey,
d. all
e. das
e. punt, «
f. wir
f. trinck
350. g. der
315. g. martein
a. Sunden
a. wein
b. werden
b. und
c. frey.
c. genss
d. herr
286
e. thömas,
f. und
357. g. der
a. heilig
tk krist,
c. steffan,
d. hanns,
e. kind,
f. Tomel
g. frist
365. a. Silvester,
CXZII.
C Wienerhands chrift.)
1.
1. (»enner besehnaid christ wirdichleich,
drey kSnig für erbaitt lo bleich,
dem Stern eylten snell hin nach,
marceil, antdny, priscian sach
ffabian, agnes, vinczencz vil kund,
6. paul, poIicsHp, hanns, guldeiner mund.
2.
1. cziindt hornung brait marfä, plass«
schraib, agath, dordtheä läss
el^n, polön, hcolastig span,
das wurcht valtein und Julian,
der symon swarlich trug,
6. pul peter, math6 walpurgk clug.
B.
1. Enphächt, her mercz, frawn kangand,
ädryänus der wärdt gesund
phincztages inn merczlschen päd,
gregöri Ut die schuller drät,
gedrawt mach uns dein herwerg clär,
6. schür czu marey nym ruprecjit war,
1. daz uns der abrd dick pegiezz,
ambrösy hat- dez chain verdriss, •
webar uns cNtenteic^ber lew
von (und?} tybnrcz vor possleicher trew,
val^r da^ $v^Z' eilend versmach
sand jorg, inaf^cüs st^t für gach
7. genadichleidir unverlän.
Gtnner
hä(
XXXI. tag-.
Hornung
^ Mi
XXIX. tag.
%
'
Mercz
häl
XXXl. tag.
Abrel
hat
XXX. tag.
287
9*
1. Philipp may crewczt floriän,
gotthart Johannes want uns bey,
corbiän, der pangrdcz und die sophey,
pilgiim der pracht potencz, pasill
ein chrenczlein grün durch urbans will,
6. kum hanns, czirill gien petronelL
6.
1. Der junius asmm, chauffi dd snell,
genatt und prenn seczt pflanczen gut,
so Wirt veitHnus wolgemut,
gelobt trey helligen sunder pein,
achacz, grözz hanns, ciain henselein,
6. hilf leo peter paulen frisch.
7.
1. Harey schangkt ulreick Julius fisch,
und chylian kerschen sechs,
margreth haincz die taylfen mit alex,
amelf, der lud, praxedelein,
magdalenn, junchßran christein,
6. jakob, anna melt ponfoleon.
8.
1. ffliecht haissen äugst petrö, stephän,
stafflein, kunig oswald, sixt, affrä
mit den laurenczen paistan da.
ypold, eusäb, mariä zart
die trunken einen pernhart,
sprach tymothe zu partelein,
7. wie munchisch predigt augustein.
1. In dem September gil schanckt gut messt,
gib mang der maren, daz sy kost
daz minichleich crewcze frön,
offney, lamprecht peschirm uns schdn
matheus, mariiz, enpbelcht mda s^l
6. virgil, cosnär,' wenczlä, micbel.
May
hat
XXXI. tag.
Junius
hat
XXXI. tag.
Julius
f hat
XXXI > tag.
Äugst
hat
XXX. tag.
September
hat
XXX. tag*
8OT
10.
i. Jeron, october, hupf auf, francz,
mit deiner kuttea an den tancz,
des hieng cötmän in osterreich,
gall sprach, lucds schraibt waidenleich,
urss cze colen chrispinüs vant
6. dolos, hat symon wol erkant.
II.
1. November heiligen all verchundt,
aas vanchnus lienhart loss all pundt,
trinckh martein wein, und genss iss^ Ott,
leicht kumpt elsp^tä czu gedrott, ,
cecill, Clement prach getterlein
6. chuncz sprach : wazz urschet anderlein ?
12.
1. Dezember, hilf uns barbarä,
sand nicläs und mariä,
darczu die mynnichleich lucey,
das wir der sunden werden frey
hdr tdmas, und der heilig Christ,
stephann, hanns, kind, thomel frist
7. Sylvester, amen.
October
hat
XXXI. tag.
November
hftt
XXX. tag.
Dezember
hftt
XXXI. tag.
1.
"1. lüenschltchen got, besniten schön,
drey kung fffr erhart höhen Idn
hän in dem trdn.
auch marcellus, anthöni,
Priscä, octävd, fäbien,
agnes, vincentzen wil bestön
7. paul policarpen,
jians macht val constantini.
Die breid martd, blasen dft
äg, ddr, und lielenä, poldn, scolasticft
octftvö Ueblich loben.
Valteiii und Jüliin btg«a
symeÖQ Mgea freuBtUchen moA fttenrnrns
14, ifls matfa walpurg wil tobien.
s
2.
1* Roman, dh)na^ sylii, kSiif , aderi(e)iii
pfintztages in des meitzen schdn
ain padCe)IeiR
» gregorio beraiten.
hilff marthah, das gedräut verietch .
uns hei'berg, benedickt nil weich
7. unser fraue reich,
rueprecht well uns dort laitten.
AbreUe, waukelicher mut|
ambrdsitts, der cdlestfn mit hohem friit
gab pabst leo dem tiburtzen.
Aus eilend uns valSr schier kSr,
ains guten. endes jorg, marcüs uns hie gewer,
14. vltälis fruchtet wurtzen.
3.
1. Philipp, Sigmund, kreutz, fldriAn,
gothart, jöhans, zbSn heilig man,
corbiniftnus pran,
pangratz prangt der sophellen.
Piigrfn der pracht potentz, pasill,
ain mayen plued durch urbans bill;
7. vergib hanns, zyrill
gentzHchen petronellen.
berdt, treuer ftsimus,
und bonifäeius mit^ senat, der primi alsus
wart, pflantz läss veitt nit faulen.
Gelobt ain heyliger ritter vein
achdcius, und jdhannös taufft henselein,
14. peis leo peter paulen.
4.
1. Die kunigtn vor uirfch rait,
und auch kiliänus darnach schrait,
margr^t, haintz sait,
taylunge gebt alexen.
Arnc^, der lud, braxMelein,
«lagdlilenft, junckfrau kristein,
7. jdK6b, andlein,
1»
*
V
89Q
die pandt felix ain knaxeo,
patrus, steffan steffanus frumm,
Oswaldus, sixt, affrd, die romt laurencium,
und nüsseit, polt, eus^ben.
Frau, trinck, sprach agapt, ain bernhart
fragt thimotheen, den bartlomeen unverkart,
14. ob ruIT hans, äugst mär leben.
5.
1. Gilg schanckte guten most, sand mang,
regln, marey, corbtn, illang,
prötusltn sang :
hochgelobtes kreutze frönil
Offney, lamprecht vernembt mieh gar,
matheus, und mauritz, rueprecht zwar,
7. virgtl, cosmär,
bentzlä, mich(e)l, yeroni,
Remigius, kenstü frentzelin
mit seinen faulen käsen, dionis im gugelein,
maxim colmän lärt hangen.
Call husch, lucäs gotlichen schraib,
urss suchte holen, crispinüs, columb haim blaib,
14. simön, martz, kunt bolffgangen.
6.
1. Heilgen eustachiüs, der vieng wild,
lienhart, gebruedern vier gilt,
mart, martein milt,
l)ritzien, genss priet olll,
Iss mit, elsbäta, frollch frö,
cecil, dement, crisogonö,
7. katrein, cuntzö,
Tifgil lauf nach andriottl.
Cant frolich, söl, lä, barharä,
nicätüs. Maus, und marfä von montserä,
damasius und lucid (lucey),
Die muessen alle hilflich sein,
aus indiä tomäs kund uns das jesum](e)in,
14. st6 hans, kind, thö, kumbt silveyen (silvrey ?) Silvester.
r
> I
Wortbuch zur Erklärung^ der
I
Oediehte Oswald'».
19»
aahO, =ä: Ruf des Nachtwächters, der Morgens die Liebenden weckt.
XL. 1. 4.
ab^ = 1. Vorwort, ab, ob in seiner ganzen Bedeutung) ^^ab seuser
alben.^^ XC. 1. 3. ;^pläs ab der klingen.^^ Jagdregel. XLIIL 1.
32. ;^pa]d ab dem weg, die geren lagl^^ bald ob, auf dem Wege
sei. XL. 1. 12. ;^ab yrem zoren.^^ III. 2. 28. 2. Nebenwort,
hinab. ;^ah nach dem rein.^^ XIII. 1. 3. XII. 4. 16. 3. Particip
In Zusammensetzungen, herab, weg, herunter bedeutend, auch er-
weicht in abe, abelän.
abc = das ABC. ;;trauter socie, ler mich das abc.^^ sagt das lust-
süchtige mannsreife Mädchen, d. h. die ersten Liebessptele. XLV.
24. V. 3. 3..
äbent, der; =. Abend. XIX. 1. 10. ^^äbentstem.^^ XXYII. 3. 14.
abenteuern, Zeitw. neutr. ss Abenteuer, Ritterkämpfe, suchen, und
üben. ;^was ich in jungen tagen geabenteuert h&n.^^ 'IL 5. 4.
abenteurlfchen, Nebenw. = wunderlich, seltsam, ^^des sunders pan
ist abenteurlichen verrichtet mit mangem latz.^^ CVIII. 4. 7— *8.
aberkösen, Zeitw. trans. sr abschmeicheln. XCV. 2. 14.
abfallen, Zeitw. neutr. s=r wie hochd. abfallen, deficere ab aliquo.
^^abgfallen.^^ XIII. 9. 10.
abher, = herab. ,,abher sincken.^^ CIX. 2. 10. XXXIV. 2. 3. MT.
ocher, acher.
abhören, Zeitw. trans. =s abkehren (das Wasser). ;^k^r ab, sprach
die mulnerfn.^^ XLL 64.
ablas,, Im weibL.Reim ablasse, der, die ; = Nachlassung, Verzei-
hung. ;4(5h sprach ir ablas für all ir siinde.^^ sagt der Liebhaber^
wena seine Geliebte sich der verlangtep Umarmung fügte. LH. 2.
18. ;^as.plut heilig röt halt unser sund ablasse.^^ XCIX. 1, 12.
MT. ables, obles.
2M
ahmten, abmaen, abmftn, Zeitw. trans. =?" abmähen. Uneigenth
;9als ich den klee het abgemat.^^ fast wie virginem deflorare. LXIV.
3. i. MT. man, mdnen, gemänt.
abmansen, Zeitw. trans. schw. = die Federn verlieren, abthun in
der Mause, ^^maust die alten federn ab.^^ XVIII. 3. 9. Uneigentl.
das alte sündhafte Leben ändern,
abrel, abrell, abrelle, abrill, der; = April.. CXXIII. 2. 9.
CXXI. 91. CXXn. 4. 1. MT. Wetterregel in Laatsch: der aprel
ist des merzen gesell,
absolön, = Hannsname; Sohn des Königs David. CX. 2. 18.
abwerffen, Zeitw. trans. =s auswerfen, hinab ins Heer. ;^en ancker.^^
XXVIII. 2. 25.
ach, Wehruf. 1. ach, häas. 2. weh überhaupt. }^6 ist nur ach mit
ungemach.^^ XXXII. 2. 11.
achacius, achatz, = Hannsname. Der heilige Aehacius hat sein
Fest am 22. Juni. CXXIII. 3. 13. CXXI. 173.
achen, Zeitw. neutr. «= ächzen, seufzen. ;^seal!che begir mir pringt
achen.^^ XXXVIII. 3. 1—3.
acht, echt, euchte, die; ss 1. Aufmerksamkeit, Beachtung, eigene
und fremde. ^Jey( yemant hie in gueter acht.^^ XXVIL 1. 17.
2. das Erachtete, Befundene, Zustand, Art, Weise* ;>]r menschen
faister euchte.'^ fett geartet. XVII. 2. 19.
acht, die; ss Acht, Bann. ;,verurtailt in des kaisers aeht/^ LXXXIII.
2. 8. ;^es tracken acht.^ des Teufels Bann, Hölle. XXV. 1. 8.
seht er, der; SS der Geächtete, ölfentlicher Sünder. CVL 9. 15.
achten, Zeitw. schwach, ss aufmerksam sein. Daher 1. erwägen,
sich damit abgeben, darum kümmern. ;,sö ich betracht, und acht,
das u.s.w.^^ LXXVI. 1. 21. achtent klain der drö.« XVIL2. 16.
2. sorgen um etwas, ^^ndch deinem danck so wil ich teglich ach-
ten.^^ XXVIII. 1. 18. achtent = achten. XVII. 2. f6. acht
aar achtet. LXX. 3. 13. geacht s= geachtet,
adeltoh, Beiw. ss adelig, edel von Hans aus. ;^mich trost ain ade-
Itehe mM.'< LXVI. 1. 1. WH. hat auch in diesem Sinne die
verdädhtige Form adenltch. CXXII. 4. 3.
adjuvä, =9 hilf. Imperat. von adjuvare. LVII. I. 0.
m
ler, ftdeltfr, a=: Aälti. ^^mit des «dtors stralffeii.<' mh Adlern ijs
Feldzeichen in den Fahnen. I. 2. 4. ^^ain adelar ich vinde ah dem
vmtcmoi^ XYII. 3. 17. Die zvtreile Form zeigt «öch deatKcher
des Wortes Her- und Abkanft, offenbar adelaar, Edelaar.
adrUntts,= Mannsname. Der Heilige dieses Namens wird am 4; März
gefeiert. CXXI. 63.
äffen ti er, das, stark. c= Affe. ;^wenn wir dort ligen zannen als die
tffenlier.<^ CXVII. 5. 12.
aff^ren, =f: die Nordküste von Afrika, Fez und Marokko vorzugs-
weise, oder d«$ Araberreich in Magrab al aksa. III. 1. 14.
afftän, affiäne 3 E. Reim, = Avignon. ;7ich hört zu affiäne ain
brief.« VI. 132.
affrä, 3= Heiligenname. Das Fest der Gemeinten ftilt auf den T.Au-
gust. CXXI. 219.
a g , r=r der Frauenname Agatha in der allerkleinsten Yerktfrziui^ Das
Fest der h. Agatha fällt auf den 5. Februar. CXXIII, 1, Ip»
vollständiger agath. CXXII. 36.
3^^P^ = Mannsname, Agapitus. Der Hdlige dteses Namefts wird
am 18. August gefeiert. CXXIII. 4. 12.
agker, der; z=s. Achejr. ;9ceutt, niii, und var g^n agker.^ LXX;3. 20.
agnes, 33= Fraueiiname. Die Heilige d. N. feiert man ami2«F^ttsir.
XI. 2. 16. CXXII. 21. Verkleinert, in Liebe und Z«nli0hkeit,
agnesleiü. LXXVII. 1. 3. *
ay, plur air, das; s= Ei. Zur Verstärkung der Negation benutzf. ;5dal»
binscbt ich nit umb ain ay.<^ IIL 3. 3.* XXXI. 4. 13.
aichfn, Beiw. = von Eichenholz. ;jain aichin basser von ungern
mich berann.^^ sprichwörtlich anstatt: ich bin von groben KVötzenf
aus ihgarii mft Knitteln derb abgepriigeit worden. LXXXVI. 4. 8.
aidge*»«U, der; =ä der eidlich versagte, verlobte Gesell oder Helfer
ohne Rücksicht auf Geschlecht. ;^hab danck , mein trauter aidge-
sell.^^ sagt der Mann zu seiner Frau. LXV. 2. H.
aigen, Beiw. css eigen, leibeigen. Dad ital. schiavo wiid von Di^ftWF
so übersetzt. LVII. Expos. 1. 13. ^
ai genschafft, die; = Fähigkeit, Einsicht. ;>gedencK alÄ m^nsdSt
mit aigenn^hafft gefturd und eüiM €XVtl. &. "9.
- i
«06
ni^enlltclif Ndiesw« ss geaau. ^^wenn ieh das aigeiilltck iieschaii«^
LXXn, 1. 14. '
aia, ayn^ ss ^as unbeslimmte Gescklechtswort. ain ss ain^l« aln
:a aine«. ains = aines. XXXVL 6. 5. 2. Zahlwc^rt, nnas.
j^ain aug xaigt mir sein waadel^^ sagt der einftugige Dichter.
XLVII. 1. 4. ^^ungunstlich sein in ayn.^^ miteinander nicht aas-
kommen. XXII. 1. 16. 3. einzig, allein, ab Adverbium i^aia
liebt ich ir.^^ einzig war ich ihr lieb. Noch öfter als Sub^fintiT,
das ain. ^^aasserbeltes ain.'<^ gewöhnliche Anrede an die Geliebte.
XXXIV. 2. 5.
ayndliff, Zahlwort; =s eilf. XXXI. 4. 5. MT. aanlefe.
ainen, Zeitw. schw. ss einigen, sich ainen, mit dem Dativ.
'^^der mich aine, die ich maine.^^ XXX. 2. 29.
ainfg, Beiw. = einzig, allein mit Ausschluss eines jeden andern
gleichen Gegenstandes, ^^ainiger man.^^ XL. 1. 6. ^^für ir ainigs
liertz.<< ausschliesslich für ihr Herz allein,
ainiklfch, Nebenw. =5 einzig, unübertroffen. LXXXIX. 3. 13.
ainlift, d^r, Zahlwort der Ordnung; s=s der eilfle. XXIII. 4.6. MT.
oanlefte, besser elfte,
ai sehen, Zeitw. trans. schw. heischen, fordern. ;>gibtdem vriert den
zol fttt alles aischen.^^ XXni. 4. 12. JHT» Patznaun : ascha.
ais^sen, s= >>von aissen^^ XVII. 5. 9. lyohl sovjel als: von aussen,
ÜHfiseiüdi.
ainst, sss einmal. j^ßsA wer sein rum noch ainst so rass.^^ CXY. 2. 14.
alden, Zeitw. schw. ae alt weiden. LXXV. 2. 8.
alex, 3 E. alexen, s=: Hannsname. Der Hdlige d. N. wird am
19. Juli gefeiert. CXXIII. 4. 4.
alkie, SS allhier, da. LXXVIL 4. 8.
all 9 Beiw. ss wie hd. 1. Jeglich. ^^aile crefttdr.<^ CVIII.4i44. 2. mit
den Posseüivis. ;^ller mein gedanckh.^^ 3. alls, als, ss alles.
III. 2. 4.
all, SS Frauenname. V. 2. 10.
allain, == ohne Sttttzen. ;^a8 firmament allaine.<< CIX, 2. 4.
alldort, 88 daselbst. XXXII. 2. 9.
allerkofti, sack. koch,
allexander, as Alexander von Mazedonien. CX. 2. 17.
M
4»^
991
«ll^fpp, SS all auf, ftos all uBd op, auf im NiederMnil. Lvn.3,<2.
«Ipha, ^s d^ erste Bachstabe des griech. Alphabets, Anfang, apo»
kdyptisch auf Gott übertragen. ;>dem alpha «C 6.^ dem, der der
Anfang und das Ende ist. XCVIII. 1. 3.
als, Bindew. =s 1. da. LXIY. 3. 1. 2. so. ;;als liepltch.«^ TCLVIL
i. 7. ;,ab scharpff.« XXXVI. 7. 9.
also, alls^ö, alsus, = also, in doppelter Bedeutung. 1. also, so.
dergestalt. ;;dem sey alsöl^^ LXII. 1. 6. 2. so sehr. ;;ain alsd
tugenthafte schone frau.^^ XII. 1.4. ^Die mittelhochdeutsche Form
alsus steht ma: einmal im Reime, da sie bereits veraltet war.
all, Beiw. == 1. wie hd. ;^von zehen jären alt.^^ I. ;^yon vier und
zbainzigk jären alt.^^XXXYI. 4. 5. Aus dem i#n. al» = nutrire
das Part, alt =: adultus, ausgewachsen. Yergl. alo, altus. Grimm,
II. 2. -2. ;;der alte^^ Gottvater. C. 1. 6. XXIV. 1. 14. ;,Der
Alte am Rain^^ sagt in der Manier des Renners von Hugo v. Trim-
'hntg irgendwo der Altmeister GöiTes. Wohl zunächst der Kunst,
die sich in der Darstellung ;;des Alten^^ gestützt auf ;;dett Alten
der Tage<^ in der Bibel, erschöpfte, entlehnt. Vergl. jung.
altissimüs, = altissimus, der Allerhöchste, Gott. XCIX. 2. 1.
amar, = lat. inf. amare. Heben, in tauderwälscher Verbindung. ;^got
wett wol, tbiu egh de amar.^^ Gott weiss wohl, wie ich dich liebe.
LVII. 2. 12.
ambt, das; r=r Geschüft, Verrichtung, Arbeit. I.V. 2. 9. XXIII. 3. 5.
Bei Kero, ther ambaht, ambactns bei Cäsar in der Bedeu-
tung von minister, villicus, exactor, in der Bedeutung fas( ausgest.
Mtth. Ambet, ampt.
arabresy, = Ambrosius. Der Heilige d. N. wird am 16. Oktober
gefeli^. CXXIII. 2. 10. CXXI. 94. MT. Bros.
amen, =s Beschluss- und Betheuerungsformel in Gebelen und andern
Vorträgen. Oswald macht besonders nach der WH. oft einen ganz
anheiligen Gebrauch davon. Im guten Sinne XV. 21.
amors, =s das franz. amonrs, Plar. von amour, s= Schi^, Liebchen.
LVII. 1. 1.
911, ane, sss die hd.. Partikel aae, an in Zasammensetzongen , das
Yorworl an.
Sd6
f
ftn, äne, r=s ohne, y^ix^ soU>^ ohne Lohn. XXVIL 3. 11. ;^atii hoA^
äae sitten.^^ XlII. 14. 8. ;4ne werden ainer sache^^ ss sie ver»
Heren, ^^des pin ich muetes worden änM MT. äne, änl^ änig
werden = an den Mann bringen ntit dem Accus, der Sache.
andacht, die; = Andacht, Rührung. ;^urch andacht nasser augen.^^
CY. 1. 4. Mtthd. andäht, aus an = angestrengt, und däht, Prüt.
von denken , eigentlich Fixirung des Geistes und Herzens auf ei-
nen bestimmten Gegenstand. Daher anadähtig == intentus. Siehe
Schmeller. I. 353.
9ndechtiklfch, Nebenw. =s andächtig, fromm. XXIII. 2. 14. Die
althochd. Länge ä bereits entschieden kurz.
ande, ant, = in der Redensart ;;es tut mir ande, ant<^^ =± ich em-
pfinde Sehnsuchtsschmerz nach dem verlornen Bessern, im lebhaf-
ten Gefühle des Schlechtem; es ist mir weh, unwohl mit einer
Sache überhaupt. ;;peicht, puss tut mir ande.^^ ist mir, dem an
die SündenJust Verwöhnten, ungewohnt, und schmerzlich. CY. 4.8.
)y\äi euch reulich wesen ant , wo ir denselben herren händ erzur-
net.<^ XYIII. 3. 7. Noch bei Horneck.die ant = Sehnsucht.
an den, Zeitw. schw. = irre, verstimmt, schmerzlich affizirt machen
in etwas , einen Strich durch die Rechnung machen , berauben.
;^eins hertzen quäl mich freudsn ant.^^ XXIX. 2. 17. macht mich
irre in der Freude, nimmt sie mir. ;^dein fromden gros mich annt
4er synne blöss.^^ XXXYIII. 2. 19. kommt mir so schmerzlich,
dass ich dk Beshinung verliere. MT. an den, ;;die Sache andet
mich.^^
ander, .Beiw. = wie hochd. Hier Folgendes: 1. anenander =
jßiner dem andern. XIY. 5. 11. MT. an an der. 2. beynander =
beisammen. LXXI. 3. 2. g^nenan der =s gegeneinander. CXVII.
4. 11. von ander = auseinander. LH. 1. 5. XIII. 8. 7. MT.
vanander.
diiderswä, = anderswo. I. 1. 26.
and lein, = Anna, Ihr Fest ist am 26. Juli. CXXIII. 4. 7. an na,
anrerdeulscht. CXXL 11. 6. MT. andl.
andriottl, anderlein, = Andreas. Der Heilige d. N. hal seine
kirchliche Feier m ZO. Novemtefi. CJlXlIt.e. 8. €XXII. il. 6.
HT. ander, anderle.
2Ö9
Incbili:, der; = Thorheit, Unverstand. CXII. 3. 17. ftne = ohne,
and witz.
anefangk, anfangk, anfang, der; = Anfang. CVIII. 1. i.
aneplicken, Zeftw. schw. = anblicken. CYI. 11. 9.
aneschauen, Zeitw. schw. = anschauen. XXXIII. 1. 30.
anespräch, die; =: Vortrag bei, Gerichtsverhandlungen durch Dar-
stellung der zu verhandelnden Sache. XXYI. 98.
0
anest^n, anst^n, anstän, Zeitw. st. = anstehen, geziemen. ;^ein
mynnen dir übel anestät.^^ LX. 1. 13. ;,anstät.^^ LXVI. 2. 4.
aogst, die, Plur. angst; s= die Angst. .CXIY. 3. 13. Aus angei^r,
ange, enge, angustus, ango.
animäl, das; = animal, Thier. >;ich bolt ee sein ain animftl.<^
XXIX. 2. 23.
anmacht, die; = Ohnmacht. LV. 1.10.
annas, = der bekannte Hohepriester der Juden. CVII. 1. 17.
annemen, sich, = ;;aines grossen kriegs nam ich mich an mit mei-
nem weib.^^ LXXXVI. 3. 1. einen grossen Zanj^k anheben. Such,
nemen.
antasten, Zeitw.v schw. = anrühren, anthun. ^^dn andern grossen
überlast, den mied ir Heb hat angetast.^^ YIII. 1. 10.
antborten, Zeitw. schw. = antworten. ;;er antbort tugentlichen : das
pin ich.^' antbort = antwortete. CVI. 5. 12.
anthdni, = Anton. Der Heilige d. N., der Einsiedler gemeint, wird
am 17. Jänner gefeiert. CXXI. 17.
antläs, der; = jegliche Befreiung von Schuld und Strafe, Ablass.
;;was ich gut autlds darumb gab, das tet ich haimeleichen.^^ un^
eigentlich: über die schnöde Einkerkerung Fluch und Yerwtin-
schung aussprechen, ohne dass sie Jemand merkte. Ahd. ant--
ll^zdn, indulgere. Nhd. Entlass. XIII. 4. 9. 10.
antliTtz, das; = Antlitz. Ahd. antluzi. Aus antaent, entgegen,
und lutz, dessen Bedeutung noch in Aacs>, A£t;o'a'6z), .sehen, lu-
ceo, leuchten, blitzen u. s. w. vorwaltet. Also antlitz s=s Seb-^,
Lichtseite, Gesicht. CXI. 3. 12.
imti, Bö wozu. VI; 208,
appositd) == apposita (mensura' musica), be$ge^t«l. XGV. S. 16.
900
aquinas, s= Zuname des Predigermöiiches Thomas von Aquino. aqui-
nas =s Aquinater.
ärabtä, :=: Arabien, arabia. III. 1. 1.
arbaiten, sich, = sich abmühen, bemühen zum Zwecke. VI. 58.
arbait =s arbeitete,
arbeitter, der; = einer der arbeitenden Klasse, des dritten Standes
in der Gesellschaftsordnung des Mittelalters, gleichviel ob er frei
oder leibeigen war,' VergLpaur, paumiin, gaistlich, ritter.
XXVI. 166.
arg, der;= Bosheit. Mtthd. der ärk. )p\n arg.^^ LI. 2. 18.
argkwonllch, Beiw. = verdächtig. ;^ain redner, der da nymet gut,
ist ain crgkwonlicher man.^^ XXVI, 118.
aristotiles, = Aristoteles, Schüler des Plato, der grdsste Denker
unter den Griechen. CX. 2. 13.
arm, Beiw. = wie hd. ;^ermer<» comparativ. CXVIII. 3. 1.
arm, der, Plur. arme; s= Arm. Uneigentlich ;;ich hab umbfaren insl
und arm, manig land.<^ Landzunge. I. 2. 10.
armbrost, die; = Handpfeilbüchse, verderbt aus dem mittl. latein.
arcubalista, sa wie dieses, im Franz. in arbaleste. X. 2. 3.
armen, Zeitw. schw. neutr. = arm sein, werden. ;^n freuden mus
ich armen>^
arnolff, = Mannsname. Der Heilige d. N. hat sein Fest am 20. Juli.
CXXI. 198.
art, die; = Eigenschaft, Zustand. >,in jämers art.^^ XXIX. 24.
arragön, arragön, = Arragonien. Königreich in Spanien. III. 1. 13.
artzt, der, Plur. artzte; = Arzt. XLVIIL 1. 12.
Asem, asimus, =s Asimus. Der Heilige d. I^. wird am 3. Juni ge-
feiert. CXXI. 154. iCXXIII. 3, 9.
ast, der, Plur. esste; = Ast, Zweig. LXXI. 2. 8.
auch, = Aachen. Aus dem goth. ahva, althd. aha, noch jetzt ach,
achen, au, oh; Wasser, besonders jedes grössere fliessende,
Strom. XII. 4. 3.
aufdräen, aufdraen, aufdrän, Zeitw. trans. schw. ss aufdrehen,
vom Fusse bis zum Kopfe bilden, drechseln, formen, mit Anspie-
lung auf Töpfer und Drechsler u. s. w. ;^klain aufgedrat an ladeis
drd.^^ LXVIII. 1. 3,
301
an f f gl e s SS en, Zeitw. trans. st. as= anfgiessen. ;>hiet man die leck
aufgdssen.^^ VI. 39.
aufhnpffen, Zeitw. intrans. schw. = aufspringen. ;^hupff auff, frantz,
mit deiner kutten.^^ CXXI. 2. 75. MT. hupfen.
an fpuchen, Zeitw. trans; schw. = aufbrechen, aufschlagen. XIV.
i. 11. ;>die herberg.^^ MT. Pucher = Hammer zum Schlagen.
Vergl. pochen.
aufriistig, aufriistigkltch, Beiw. = wohlbereit, heiter, freund-
lich. ;9ir angesicht, aufrustig gar zu aller stund.^^ LXVIII. 2. 4.
^^ufrüstigkliche wunne.^^ erheitert und erheiternd. LXXXVII. 4. 1.
auffsetzen, aufseczen, Zeitw. trans. halbschw. = 1. aufsetzen,
^^man satzt im auff sein haubt ain durnen krön. CYI. 8. 17,
2. bestimmen. ;^die frist.^^ CXY. 2. 7. 3. auflegen, diktiren.
^^die puess.^^ LXIX. 2. 7. Imp.'satzte, saczte, Perf. ge satzt,
gesaczt, gesetzt.
auf fsliessen, auffsleussen, Zeitw. trans. st. = aufschliessen.
HLXXVl. 1. 29. LXXXVI. 4. 3. XLIV. 1. 7. Prfis. aufsleust.
Imp. sleus auff, Imperf. auffsl6s, Perf. aufiPgeslossen.
augenbeit, eugelwaid, die; = Augenweide. XXXY. 1. 26,
CIX. 1. 16.
angspurg, s= Augsburg. XII. 2. 9. -
äugst, der; = Augustmonat. ;9die pim, die uns der äugst kan für-
her zieren.^^ CXXIII. 4. 13.
angustein, augusttn, äugst, =s Augustin. Der Heilige d. N.
hat sein Kirchenfest am 28. August. CXXI. 240. GXXII. 8. 7.
CXXIII. 4. 14. MT. liebkosend, Äugele.
aus, = 1. Vorwort wie hd. ;9was sol der ungelimpff, es ist mir lai-
der aus dem schimpff.^^ ^XXVI.,3. 2. kann es nicht mehr scherz-
haft nehmen. 2. Part, hinaus. XIV. 2. 2. hinweg. ;^sö ist dem
schimpff der poden aus.^^ VIII. 3. 4.
ausgelesen, Zeitw. trans. st. =3 auswählen, auslesen. ;^wer mag
die pessten ausgelesen ?^^ XXII. 3. 5.
auss, =s auswendig. LXXXII. 1. 5.
ausrauffen, Zeitw. trans. schw. = ausrupfen, ^^rauften aus den
part.« CVi; 6. 3.
3(»
HH bricht ig, Beiw. ;=? hurtig, findig in Ausricbtttng m^ternomnüNiar
oder aufgetragener Geschäfte. XYIL 5. 15,
aussuggeln, Zeit>¥. trans. schw. = aussaugen, an Geld und Gut.
;jich habvilparell ausgesuggelt/^ sagt die Brixnerdirne, XXXI. 1.31.
engl. suck;?= saugen, suckle = säugen. MT. suglen, suggl^n.
ave, =?= Ave, sei gegrüsst! CVI. 9. 11.
awach, awe, awy, Wehruf; =2 0, ach, auwd. Mit der 2, E. ;^aw6
der lemblin.^^ XXII. 2. 15. LXX. 2. 1.
(Die Yorschlagssylbe be, auch pe in Zusammensetzungen.)
bedecken, Zeitw. == wie hochd. sich bedecken, =: sich ankleiden,
anziehen. XXXV. 2. 35.
bedencken, pedencken, Zeitw. trans. halbschw. == bedenkcD,
erwägen, bestimmen, anordnen, sich entschliessen. Imp. bedacht,
pedacht. Conj. bedacht. Part, bedacht, pedacht. Imperat.
bedenckä. Conj. präs. bedench. XXVI. 167. LXXXVII. 2. 20.
LXXVI. 3. 15. CXV. 1. 3. XXIII. 2. 16.
bedeutten, Zeitw. trans. schw. c=: andeuten, erklären. CIX. 2. 5.
bedrangen,. Zeitw. trans. schw. = bedrängen, Reim auffangen.
III. 1. 29.
bedorffen, Zeitw. schw. = bedürfen. ;9und das« bedorffl nit andi&r
fräg.^^ LXXXVI. 3. 6.
beduncken recht, das; s=s Recht nach blossem Gutdünken, ohne
feßten Grundsatz. XXVI. 274. Aus bedunck, der; = Dafür-
halten, und recht,
bef eichen^ bevelchen, Zeitw. trans. st. = befehlen. Imp. be—
fulch. LV. 2. 9. Part, bevolhen. VI. 119. Präs. ich befilch,
bevilch. LVII. 3. 10. Expos. GVL 11. 15.
befelchnui^s, die; =: Obhut. LVII. 3. 8. Expos,
befleussen, Zeitw. trans. st. = umfliessen, anhangen. ;>seyt das all
sach kain wesen stat befleusset<^ alles veränderlich ist.^^ CXVII. 4. 4.
befui, = ital. beffe, Spöttereien, Schmach. LVII. 2. 5.
befundlfch, Beiw. = ;,im befündJichen getote.^^ CXIII. 1. 8.
pegaben, Zeitw. trans. schw. =5 begaben. ;;uns damit.^^ XXiy*2, 9»
ao8
begr ebe n , 2ettw. toaa. st. sbb preisgeben, loskisen, aufgeben. U. 1. 5.'
peg^n, Zeitw. trans. st. = begehen. Part, pegangen. CXIV.2. 10.
begeren, Zeltw. trans. schw. as verlangen. ¥11.3.9. LIX. 1.4.5.
Die Form begern lebt im ^^das begern.^^ LIX. 2. 19.
begiessen, pegiezzen, Zeitw. trans. st. = wie hoehd. begiessen/
Imp. begoss. XCIII. 2. 2. pegiezz. Imperat. '
beginnen, Zeitw. st. = anfangen, mit dem nackten Inf. ;itisput]m.^^
Imp. begunden. XXXI. 1. 2.
begir, die; sz Begierde. ;7mein begir st^t nach dir.^^ LXXIV. 3. 3.
begreiffen, Zeitw. trans. = ergreifen. ;;ain vas.^^ II. 2. 21. Imp.
begraiff. CVI. 2. 15.
behagen, das; = Behagen. CYI. 7. 2.
beheben, Zeitw. trans. st. =s gewinnen, erobern im Singkampfe.
XLI. 53. Imp. behueb.
behelfen, Zeitw. st. =s verhelfen, verschaffen. LXXVI. 3. 12.
behend, behendt, behende, letzteres Reim, =s behende, schnell.
CXV. 2. 1. XXIX, 1. 4. #
behüten, b^hueten, Zeitw. trans. schw. = behüten. Part, behut. '
;,mit ör behut.^^ LXIX. 3. 4. LIII. 2. 6.
bekant, bekande, letzter Reim auf lande, =: bekannt. CXYI. 2. 2.
bekSren, Zeitw. trans. halbsehw. ssr verkehren, verwandeln. Part.
bekart. Imp. bekart. ^^^der tag die nacht mit schein bekart.^^
XXIX. 1. 20.
beklaiden, Zeitw. trans. schw. =s bekleiden , uneigentlich. ;9mein
haubt ist beklaid mit waffen.^^ mit Weh behaftet. XLII. 3. i.
;,das laid mich beklaid.^^ LXXVI. 3. 21. -
bekrencken, Zeitw. trans. schw. = kränken, krankmachen, ^^mein
hertz.^^ XL VI. 1. 11,
belucken, Zeitw^ trans. schw. = verdecken. XVI. 3. 13. MT.
zuelucken, verlucken.
beleiben, belaiben, bleiben, plaiben, blaiben, pleiben,
Zeitw. intfans. st. = bleiben, weilen, wohnen. HT. Imp. foiaib.
Imperf. plieb, plib,'plyb. Part, beliben. ;jichnvand es wer
zergangen auff diser erde pleib.^^ Letzt, statt bleiben, apokopirt.
II. 4. 15. 16. IL 3. 32. III. 1. 19. V. 3. 8. CXXIII. 5. 13.
XCI. 1. 6. LXXXVIII. 3» 10. XXXIX. 1. 9.
804
belangen, Zeitw« sdiw. = gelüsten, ^^dermenseh ItoBSick bU be«
langen ndch benienM GXVI. 3. 1.
benedickt, = Mannsname. Der Heilige d. N. fifllt auf den 2t. Man.
MT. Dikt, Diktl. CXXIIL 2. 6.
benedicite, = betet! Ruf znm Tischgebete, benedicite, mittl. LaU
XCVII. Titel des Gedichtes.
benugen, Zeitw. schw. = satt bekommen, satt werden, ^^ich aiaer
sache.<^ sich damit vollends sättigen. LXXY. 2. 4.
benemen, Zeitw. st. =a hinwegnehmen. Part, benomen. LI« 3. 2.
LXXXVII. 2. 8.
beraten, Zeitw. st. = Rath pflegen. ;>mit ainem.^^ CXXIIL 3. 9.
bfH'aiten, Zeitw. trans. schw. = bereiten. CXXIIL 2. 4. ;yEiinem ain
padelein.^^ Part, berait. adjectivisch. ^^der tantz berait.^^ YL 141.
unser bereit.
berauben, Zeitw. schw. = erlösen, befreien. ;9der sorgen tieff.^^LIIL 3. 7.
berennen, Zeitw. trans. halbschw. SS bestürmen. Part, berant. 1.2.17.
berichten, Zeitw. trans. schw. =r zurechtbringen, ordnen, beruhi-
gen. ;^ber4cht den kummer.^^ XLII. 2. 3. ^
berinnen, Zeitw. trans. st. = berinnen, überströmen. Imp. beran.
LXXXVL 4. 8.
ber Osten, Zeitw. trans. schw. = mit Rost überziehen, beflecken mo-
ralisch. ;^mit sweren gotes nam dick berost wiFt.<< berostei, ver-
unehrt. CXV. 4. 7.
beruren, Zeitw. schw. = anführen, citare. Part, berurt, bdiannt.
CVL 7. 14.
besehen, Zeitw. halbschw. =: 1. betrachten. XIX.- 1. 2. ^2. ver-
sehen, versorgen. Part, besacht. XLVIII.3. i2. MT. bsechen,
bsöchen, bsachen, das Vieh versorgen, füttern.
beschaffen, Zeitw. trans. st. = 1. erschaffen. ;9himl und erd.^^
CY. 5. 5. 2. vorbestimmen, verhängen. ;;pschaffen ding.^^ fatam.
CYIIL 4. 6. Imp. beschueff. Part, beschaffen.
beschaiden, Adj. = massig, billig. lY. 2. 2. Wortspiel auf sc bei-
den ss trennen.
bescheid, Adj. = klug, pflffig. XIIL 5, 8.
bescheren, Zeitw. trans. st. ss rasiren, scheren. Part. besehiH
ren. Y. 1. 2.
»
aes
ieschinden, Zeitw. traan. st. =s schinden^ kaU entldilltern. ;4ir
wald ist laubs beschunden.^^ XVI. 1. 18.
ieschutten, Zeitw. tnms. sckw. = beschützen. XYI. 4. 12.
besetzen, Zeitw. trans. faalbschw. = 1. besetzen, versehen, ver-
sorgen. ;4er kirchtag war also besatzt.^^ XIV. 5. 1. 2. obsi-
dere. ^^psetz die höhen wart.^^ LI. 26.
4»eseuften, Zeitw. trans. schw. ss beseufzen. ;>ich die lieb beseufte.^<
XXXII. 1. 18.
besitzen, pesitzen, Z^itw. trans. st. =wiehochd. besitzen. Prfis.
besitzst, 2« Pers. Imp. c. pesass. Part, besessen. CXV.
2. 11. LXVI. 2. 9.
beslaffen, Zeitw. trans. st. =s beschlafen. Imp. besileff.
LXI. 2. 5.
beslagen, Zeitw. trans. st. = in Eisen und* Bande sehlagen. Imp.
bcslug. XIII. 12. 3.
besliessen, beslenssen, Zeitw. Irans, st. ss umschliessen , um-
ringen, festsetzen. Imp. besids. LXXXI. 1. 5. ^^mith trauren
besleusset.^^ CXVII. 4. 8.
bestecken, Zeitw. trans. schw. =s. begaben. Part. ^^besteckeT mit
reichem schall.^^ XXXIV. 2. 12. Sangkraft, ^^rauch bestecke lau-
bes decke.^^ rauh machen. LXIII. 2. 8.
fcesneiden, Zeitw. trans. =: beschneiden. Imp. besnaid. GXXI. 3.
bestftn, besst^n, Zeitw. st. = bestehen. 1. dauern, Bestand ha-
ben, ^^wie lang sol unser not mit dir bestdn.^^ XL. 2. 20. y^i
red aus yrem «hals nit lang bestd.^^ statt bestand, aus Reimdrang.
LI. 3. 18. 2. bestehen vor Gericht. LXIX. 1. 4.
beswaren, besweren, Zeitw. trans. schw. ss beschweren, belei-
digen. CV. 3. 10. XCV. 5. 10.
bestreichen, Zeitw. trans. = bestreichen. 1. tunken, färben. Part,
bestreichet im Reim. ;?mit sbartzer varb bestreichet.^^ 2. tref-
fen, bekämpfen.' XIV. 5. 14.
betauben, Zeitw. trans. schw. = betäuben, schwach, kraftlos, gei-
stesarm machen, bethören. Part, te täubt. XXVI. 26. ;4^t
- swachen wilzen.f^ XXIII. 6. 3. 4. am Verstände lahm machen.
botkingen, Zeitw. trans. st. s=s bezwingen. Part, betbangen. LL
1. 4, XXXVI, 5. 3.
20
306
'.betdren, bedoren, Zeifw. trans. schw. s= bethören, bettfaben« CIX.
3. 10. CXVII. 1. 8.
betrachten, Zeitw. trans. $chw. =bb betrachten. Part, betracht.
VII. 2. 9. 1. mit dem Dat. ;,ich dir betracht,^^ XL VI. 2. 9.
2. hoch betrachten s= schätzen. XXIII. 3. 1.
betreten, Zeitw. trans. st. = 1. zu Theil werden, heimsachen.
;?wunne iren leib betrat.^^ LXXVII. 4. 18. 2. finden, haben, ge-
niessen. ;^kain guten tag er nie betrat.^^ CVI. 3. 2. 3. antreffen,
ertappen. CVI. 5. 8. 4. überflügeln. ;^sd in die nacht des bei-
nes hat betrelen.^^ XXIII. 3, 3. Vergl. CVIL 2. 3. Part, be-
treten.
betreugen, Zeitw. trans. st. = betriegen. XCV. 5. 3.
betronen, Zeitw. trans. schw. = betropfen, benetzen. CVIL 4. 4.
Das bethränen im ursprünglichen weitern Sinne.
bevilen, Zeitw. impers. schw. = vei*driessen, verleiden. ;?Yon yrem
kloben mich bevilt.^^ wird mir zu viel, zu lästig. Vom Adv. vil.
Alth. filu, filo. S. Schmell. 1. 627.
bevor, Adv. = in voraus. ;;geben.^^ LXIX. 1. 6.
bewegen, pebegen, Zeitw. trans. st. ssr bewegen, erschüttern,
geistig aufregen, bekümmern. CVIL 4.5. XXV. 1.4. Imp. bewag.
pebaren, Zeitw. schw. = wie hochd. LIV. 2. 2.
bebaren, Zeitw. schw. =s beweisen. ;^ain stoltze swebfn das be*
bärt.^^ LXXXIX. 2. 1.
bebeisen beweysen, Zeitw. trans, = erzeigen, anthun. ^^grösse
pläg.^^ CXV. 5. 4. Imp. bebeis sten. XIL 4. 9.
bezalen, Zeitw. trans. &c^yr. = entgelten. VI. 6.
(Alles Uebrige mit dem Anlaut B unter P).
(Nur in romanischen Wörtern und Naturlauten).
oft s= Einzellaut des Kukukgeschreies. XLI. 28.
Qayphäs, = Mannsname. ;,cayphä.^^ 3. E. Sing. CVI. 7. 5.
caniOlä, s=s kleine Hündin, ital. cagnuola, vor einen Karren ge-*
, . spannt und geschunden, wohl jedes misshaqdelte Geschöpf
andeutend. XV. 4. 2.
907
cancellte, die; =s: Kanzlei, aus dem ital. eancelleria vörktirzt. >^es
kaisers cancellie.^^ XV. 2. 5.
eant, as Singe! yerktirzt aus dem folgenden cantare. ^^cant froHch,
86], Id, barbard/^ CXXIII. 6. 9.
cantä, s=s canta, Imp. aus dem ital. cantare. ;;cantil dultz den Ar-
lafay.^^ XIV. 4. 13.
castelrut, castelruttss Castro rotto, Kastelrutt, ein Pfarrdorf auf
dem Mittelgebirge links am Eisack, unweit des Schlerns, mit vie-
len Herrenrechten der Wolkensteiner. XC. 1. 7.
cataldn, = Katalonien. XVIII. 9. 5.
cecil. CXXIIL 6. 6. cecill. CXXI. 326. = Gecilie, Frauenname.
MT. Tille.
cecilie, = Sicilien. XCV. 1. 5.
celestfn, £= Cölestinus, Mannsname. CXXIII. 2. 10.
ceatza, = ohne, aus dem Ital. senza. LVII. 2. 5.
chayölä, =s Ruf des Schifflenkers, so viel als: Gegen den Wind
angesteuert! vom ital. cajolare, franz. cajoler un vaisseau = gegen
den Wind fahren mit geschickter Schiffswendung. ;9tu im (dem
Winde) chaydlft reyden.^^ XXVIII. 3. 17.
chalU, =s Ruf zum Einziehen der Segel, aus dem ital. calare, franz.
caler, herablassen. XXVIII. 3. 10.
christein, = Christina, Frauenname. XXII. 7. 5. MT. Stine,
Stindl, Stinele. *-
et, = einzelner Naturlaut der Kleinvögel. ;;Cf, ct.^^ XLI. 26.
cidiwigk, = Bruchstück des nämlichen Lautes. XLI. 27.
cierirt, = Fortsetzung des Lautes et, ct. XLI. 26.
cippern, = Cypern, die bekannte Insel. XLV. 1. 5.
cisma, die; = Spaltung, Schisma. ;;und zu der cisma wiir genaigt.^^
VI. 62. Bekanntlich war Kaiser Sigmund zu Konstanz in einem
iat. Vortrage über haec Schisma von einem ital. Kardinal zurecht-
gewiesen worden. Er Hess sich aber das deutsche Sprachrecht
eben so wenig nehmen als Oswald, auswärtiger Grammatik zu Trutz.
dement, = das germanisirte Clemens, als Mannsname. CXXI. '387/
colen, coln, = Köln, Stadt, aus colonia. XII. 1. 2. XVI. 4. 1.
colman, =3 Coloman, Mannsname. CXXI. 286. Den Heiligen d. N?
feiern die Katholiken am 13. Oktober. :: . ^
20»
308
columb, s?ss Columba, spanische JaAgfrau, von den Mauren des Gltu-
bens wegen ermordet. CXXIII. 5. 13.
eompass, der; s Bussole, Vorrichtung mit der Magnetnadel lor
Schiffsleitung. ;^nach des compass iirmament den magnet lend.^^
XXVIII. 2. 16.
Concor dantz, die; = Einklang, das Zusammenstimmen in der Mu-
sik. ;7dapay kain freuntlfch concordantz.^^ XIX. 2. 10. Mittlere
Lat. concordantia.
conscientz, = das sich bewusst und gewärtig seyn, Fassung, ^^mein
conscientz wirt oft s6 swach, so das mein Schreiber klagt seiaeB
grossen ungemach.^^ XV, 3. 8. Mittl. Lat. conscieatia.
constantinus, = Mannsname. ;^constantini.^^ Fest des h. Konstan-
tins. CXXIII. 1. 8.
constentz, =s Konstanz, verdeutscht aus constantia. VI. 1. 10,
corbin, = Korbtnian, heilig verehrt am S.September. CXXIII. 5. 2.
corbiänus, =; Gordianus, kirchlich gefeiert als Heiliger am 10, Hti.
CXXI. 130. Die Verwechselung des d mit b ist für Oswald's
Zeit eine Kleinigkeit,
costnitz, WH. costnicz s= Konstanz. LXXXII. 1, 12. V. 4. 4.
QQsmar, z^ Kosmas, ein bekannter Märtyrer; sein Fe3t füllt aaf de«
27. September. CXXI. 270. lieber die Verwandtschaft des s mit r
siehe Grimm. I.
creätür, die; = Geschöpf, im guten Sinne, ^^beipllch creäti^r^^ an
die Geliebte. XXXVI. 3. 7. ;;der creätüren unterschaid.^^ CX. 1«3.
crewzen, = kreuzigen, aus cruciare der mittl. Lat. WH. CXXI. i23.
crisögonus, = der Heilige d. N. Sein Fest ist am 24. November.
;,crisdgono.<^ CXXIIL 6. 6.
crispinus, =^ Heiliger, verehrt am, 25. Oktober. CXXI. 297.
crist, der, cristen im Plural ,== Christ, Bekenner der christlichen
Religion. I. 1. 4. XVIH. 9. 1.
cristan, = ;;herr cristan in der obern pfarr.^^ der Pfarrer im Him-
niel, Christus, etwas versprachspiesslicht. XC. 3. 9.
cd, =s einzelner Schreilaut des Kukuks. XLI. 28. verdoppelt cdoil.
XLL 11.
cum, =s: u^it, lat. cum. XV. 4. 3.
ennrat, =s Mannsname. LVIU. 6. 5.
909
cur SS, der; =a Lauf, Gang. ;^der werlde cntss.« Weitlauf. CXTII.
2. 2. Lat. cursus.
(Zu vergleichen mit dem Anlaut t.)
damasias, &s Damasus Pabst, als Heiliger verehrt am 11. Dezem-
ber, cxxm. 6. 11.
danckper, Beiw. Neben w. ss dankbar. VIII. 3. 3.
dann, 3= 1. ausser. ;^r sey dann unvernuftig.^^ 2. dannen. ;>hebt
euch von dann.^^ IV. 1. 17.
dar, = dahin. XLIII. 1. 21.
daren, Zeitw. = einen schneidenden Ton von sich geben, mit dem*
Acc. ;^d dart ich ir der meuse don.^^ VII. 2. 14.
daraus s, =s daraus. V. 1. 14.
darob, = 1. darüber, örtlich. LXXXIX. 2. 6. LH. 1. 7. 3. desl-i.
halb. UI. 3. 12.
darzu, = dahin, zu solchem Ziele. CXI. 1. 11.
das, rs 1. Neutrum des Artikels. 2. dass, damit. CXI. 1. 12.
daselbs, = daselbst. III. 1. 19.
dat, = das. Nl. Nd. LVII. 3. 5. LXXX. 1. 3.
dawm, der, Plur. dawmen, = Daum. CIX. 4. 13.
dauhen, daneben, Zeitw. schw. = drücken, schieben, bokr«*.
LVIII. 3. 12.
david, =s Israels König. CX. 2. 11.
davon, = wie hd. getrennt vom Zeitw. >,dä wil ich lassen von.^UL 5.3*
de, = lat. tc, dich. LVII. 2. 12.
deck, decke, decken, die; = Bettdecke. VL 88.
decken, tecken, Zeitw. = 1. decken, verhüllen. XCIV. 3. 7.
2. unterdrücken, stillen. CXI. 2. 10.
dem, s= nicht. Ungerisch. LVII. 2. 9. .
demit, =s nur was. Ungerisch. LVII. 3. 1.
denckltch, Nebenw. = dankend. LVII. Expos. 1. 16.
denemarch, dennmarch, tennmarch, = Dänemark. XIV.8. 9.
„Hans von denemarch.«^ ein Begleiter des Kaisers Sigmund Mf
Krönung nach Rom. III. 1. 9. XCV. 1. 3.
denen, Zeitw. = dehnen. Part, gcdennl* CVI. 11. 8*
•^310
fennocht, s=s dennoch. LH. 3. 10.
ded, = Gotte, (sey Dank). XCVIII. 3. 6.
der, die, das, = 1. Artikel. 2. Relat. Genitiv. Sing, des, der,
des. des als Theilungspartikel statt davon, wovon, darüber,
daraus, darin u.s. w. Genitiv. Phir. der in allen 3 Geschlech-*
fern. Dativ, den ebenfalls dreigeschlechtig. Ueberdiess dient die-
ses Relat. als Flickpartikel, z.B. ;;die pan die ist.^^ C5VIII.4. 7 — 8.
derklupffen, Zeitw. s= erzittern, mit dem Genitiv des freudigen
. oder furchtbaren Gegenstandes, ^^das ich sein schön derklupffe von
rächten fraden.^^ LXX. 2. 3. MT.
derw eichen, Zeitw. =r verwelken. XXXI. 4. 21.
•dester, = desto. XXVI. 64.
deuten, Zeitw. = auslegen. LVIII. .5. 9.
dyamand, der; =: Demant. ;;mit aim dyamandenn.^^ VI. 192.
dich, Beiw. = dicht. X. 6. 2.
dick, dickh, = oft, häufig der Zeit nach. CXXI. 92. nvnwa^
dick, die; = Dicke. LXVI. 2. 10.
dich, =r dich. LXXX. 1. 1.
diechlin, das; = Dickbein, vom Knie aufwärts, in liebkosender
Diminution. althd. dheoh, dioh = femur, coxa. LXXXIX. 3. 3.
diemuet, s=s Dimut, Frauenname. LVIII. 5. 9.
diemuetikait, die; = Demuth. CXVII. 7. 5.
diemuetikltch, Beiw. Nebenw; = demflthig. CV. 1. 7.
dienen, Zeitw. =s verdienen. ;^den lön.^» XXIV. 3. 3.
dieplich, Beiw. Nebenw. = verstohlen. XXXV. 3. 23.
diern, dieren, die; = unverheirathete Person des weiblichen Ge-
schlechtes. 1. Jungfrau, z. B. Maria. XCVI. 2. 3. Hftdchen.
CIV. 2. 1. 2. weiblicher Dienstbothe.
diet, die; =: das Volk, Nation. Goth. thiuda, bei Tatian thiota,
b^ Otfrid thiot. XXVI. 79.
dietrich, =; Dietrich, ein Begleiter Sigmund*s zur Krönung: nach
/Rom. XIV. 2. 5.
diien, dillen, Zeitw. = zur Diele schneiden, formen; mit Dielen
belegen, bodnen. Dneigentl. ;;zbay painlfn, klain gedilt.^^ dünn
geformt, zarl. IV. 3. 15.
ding, das, Plur. dinge, ss 1. Ereignis^. CVIII. 4. 6. 2. Arbeit,
Werk, ^^guete dinge/^ XX. 1. 4.
dynne, == Reim auf synne, = drinnen. VI. 148.
dionis, = Dionys. Der Heilige d. N. CXXIII.
dyors, = franz. jours, Tage. LVII. 3. 8.
dirs, SS slavisch von dirxim, dirxata, Iinperat. dirxi, woraus O
dirs. LVII. I. 8.
diser, dise, dises, dis, 8= dieser, dis öfters ohne Rücksicht auf
Geschlecht. ,,für all dis werlt.^^ LVI. 3. 5.
discantiren, Zeitw. = den Diskant singen, singen überhaupt, auch
von Vögeln. XXX. 2. 2.
disligaides, = aufgelöst! I. 3. 4. Vom roman. disligar, Part.
weibl. Flur, disligadas, spanisch u. engadinisch. ausgesprochen
wie noch Jetzt in Münster und Santa Maria. Siehe Conradi's ro-
manische Sprachlehre S. 51 und Grammatica spagnuola. Milano
1812. S. 43.
dissonantz, die; — dissonantia, Misstönigkeit, Misshall. XIX. 2, 9«
dits, ditz, = das ältere Neutrum für dis. XCIX. 3. 13. XXVL
402. Grimm. I. 796.
dö, =5 franz. tu, du. Oswald übersetzt es frei mit ach. LVII. 1. 1.
dober, dobir, weibl. doabf a, ungewiss doabro. =: gut. Adv. sla« r^
visch. LVII. 1. 10. Oswald übersetzt: fest,
doctor, der; = Lehrer, Kenner. ;9ain doctor aller weyshait.^^ Gott.
XX. 1. 3.
dol, der; ss Schmerz. Vergleiche doleo, dolor, tolerare, tuli, dulden.
XXX. 2. 18.
dola, = ital. doglia, Schmerz, Mühe. XV. 4. 3.
dolds, = das lat. dolos (Betrüge). CXXI. 299.
donat, = Donatus. Der Heilige d. N. CXXIIL 2. 1.
denen, Zeitw. = aufblasen, blähen, ^^gedonet zbischen fleisch und
palge.«^ LXXXVI. 4. 15.
dör, dörothed, =r Dorothea. CXXIII. 1. 10.
dorein, = darein, darin. C. 2. 4. '
dorn, doren, der; = Dorn. XXXV. 2. 36.
drien, drdn, draen, dran, Zeitw. =r drehen, durch Umdrehes
eine runde Gestalt geben^ drechsetn. ^»spitzllcb gedrat.<^ LII. 2. 4.
. . .^^ediewf von ^oId.<^ V. 4. 15. HT« drftnen. die Drft'h&dl «aa
Drehmaschine.
"^ drag, weibl. draga, = lieb, Iheuer. LVII. 3. 5. Siebe Hetelko*8
slavische Sprachlehre S. 23.
dran, = daran! Angegriffen I
drdt, Adv. =: schnell, ^^kumm herwider drät.^< schnell wieder heim.
LI. 3. 20. althd. dräti, dräto.
drauch, Plur. dreuch, = Hand- oder Fussfessel, Falle, Schlinge.
;^yon des leibes drauch.^^ CXIII. 3. 12. ;^deine dreuche und netz.^^
XLVI. 1. 30. Mhd. drüch.
drillen, Zeitw. = rotare,- volvere, drehen, durchdrehen, rund for-
men. Part, ged rollen = rund gedreht. III. 2. 5.
dryn, = darin. VI. 158.
dringen, Zeitw. st. = 1. drängen, quälen. ;^er pitter t6d mich
mynder dringt.^^ LXXXV. 3. 9. 2. erpressen, abnöthigen. ;5die
parschafft.^^ CIX. 3. 9.
drischel, drischl, die; = Dreschflegel. XXXIX. 2. 16.
dritlhalben, Adv. = dritthalbs. VI. 128.
drtvaltikait, die; = Dreinigkeit. XCIX. 3. 1.
drey, männl. weibl. dreu. ungewiss. = drei. ;>dreu tier.^^ XX. 3; 1.
drewzehn, = dreizehn, Neutrum. ;jjär.^^ CVIII. 2. 3.
dreschen, Zeitw. st. =r dreschen, klein machen, zart bilden. ;^vein
gedroschen.^-' CIV. 1. 12.
drd, die; = Drohung. CIX. 1. 4. ^M tadeis drö.^^ LXVIII. 1. 4.
überhaupt Misslichkeit.
droUen, Zeitw. schw. = drehen, fest, keif machen. Part. ;>ge-
drolt.^^ L. 2. 9. Vergl. drall, troll, dräen, drillen,
droschel, droschl, die; = Drossel. XLI. 1. 6.
droschelein, das; s= Diminution des vorigen Wortes. XLI. 41.
Arnoken, Zeitw. = drücken. ;9ain mattras.^^ sich darauf unwohl hin
und her wälzen. VI. 68. CXVI. 1. 4.
drum, drumm, das; == Trumm. XCVI. 3. 13. LXX. 2. 14.
drüng, = Reim auf kung. Plur. Drang. CVI. 8. 9.
dultz, = süssj dolce, dulcis. XIV. 4. 13.
dnncken, Zeitw. halbschw. z=s dünken. ;;der dunckt michsicher nit
ain töTM LXIX. 1<8. XXVIL 1. 3. fmp. dattchl. Ckhij. deucht.
3)3
^^und daucht mich des so frais/^ LXXXVI. 2. i4. ;^er arbeit
deucht mich nit zuvil.<^ LXVIII. 1. 9. CXIII. 2. 1. XXHI. 2. 1.
dancken recht, das; ss Willkürrecht, nach den Eingebungen des
eigenen Kopfes ohne Rttcksicht auf geschriebene Gesetze. XXVL
222. Die erste Hdlfte dune, der, =s aii)itrium. Grimm. III. 480.
dangen, Zeitw. schw. ss dttngen. ;^mit siiesser kraft.^^ reichlich ver-*
sehen. XXK. 1. 5.
durch, Vorw. = i. wegen. ;jder seinen töd volendet durch mich
und mangen sunder kalt.^^ CVIII. 5. 10 — H. 2. in. ;jwie zier-
lich ist ain stat vemuft durch man und frau.^^ XXIII. 5. 14.
durchfidern, Zeitw. = durch- umwehen. XXXItl. 3. 6.
durchflocken, Zeitw. ss durchzielien , durchdringen. ;^gele durch-
flocket.^^ vom Haare der Geliebten, d. h. in blonden Locken nie-
derwallend. L. 1. 11.
darchgän, durchg^n, Zeitw. st. =: durchririsgen. ;^dcr kindlfn
. schal band mein ören dick durchgangen.^^ III. 1. 30. CIX. 1. 12.
darchgeren, Zeitw. c=: durchgähren, durchzittern. ;^schrick durch-
gert mir s^l und leib.^^ XCII. 1. 6.
dnrch klär, Beiw. r=s durchaus hell und leuchtend. LXYI. 1. 3.
durehleucht, Part, von durchleuchten = sehr glänzen, glanzvoll.
CVII. 3. 2.
durchleuchten, Zeitw. = hervorleuchten. XCVI. 1. 1.
durchleuchtig, Beiw. = 1. hellglänzend, lichtstrahlend. LXXXII.
3. 2. 2. Titel des Grafen von Tirol. XIII. 11. 6.
durm, Beiw. = schwindelig. XXVIII. 3. 8. MT. türmisch (ver-
tigine laborans), türmen (Iftrmen und springen).
durnen, Beiw. = aus Dorn gemacht. ;>krdn.^^ CVI. 8. 18.
durchpaissen, Zeitw. scliw.r=mit einer scharfen Flüssigkeit durch
und durch mürbe machen. Part, durch paist ess durchdrungen^
voll. XXVI. 51.
durchpluen, Zeitw. schw. ss durchglühen, ^^dein gesiebt mein herta
durchpliit.<^ LIX. 3. 12. blühen und glühen sind eines Ur-
sprungs.
durchschocken, Zeitw. = mit weissen Flecken auf schwarzem
Grunde versehen, oder umgekehrt, scheckige machen. CXII. 2. 4.
dut, =s ital. tntto, franz. tout. gi^nz« Adv.'LVIL 2; 7,
314
6, SS dritter Bachstabe im Namen gr^tt (margareta), den Oswald's
Gemahlin geführt, daher ein Gegenstand der Verehrong des Dich-
ters. ;,ain edel 6.^^ LVI. 2. 5.
eben, Adv. =s gleichmässig , in wechselseitiger Gleichmässigkeit.
CXV. 3. 3.
eben, die; ss Ebne als Gegensatz zum Berge. XLL 1. 3.
ebenpild, das; = Gleichniss, Beispiel, Aehnlichkeit. XXYI. 380.
eberhart, ss Erzbischof von Salzburg, aus der edlen Familie Neu-
haus vom J. 1420—29.
ebser, ss Eigenname, Einer von Ebs. YIII. 2. 2.
eck, = ich. Grimm. I. 7. 81. LVII. 1. 6.
edel, edl, der; = Mitglied der Adelschaft, des zweiten Standes in
der Gesellschaftsordnung des Mittelalters. XXI. 1« 9.
ee, =s franz. et = und. LVII. 3. 8.
ee^ 6 gewöhnlich nur im Reime, =s ehe, eher, ehevor. XXVIII. 2.23.
LXVIII. 1. 9. Hinausgezogen im Sänge eeeee. LXXVL 3. 30.
ee, die; s= 1. Vertrag, Einverständniss , Bündniss. LXX. 2* 16.
2. Gesetz, Recht, ^^otltch ee.^^ soll der Richter haben. XXVI.
302. 3. Ehe. LXXXVI. 6. 2.
ee, SS ital« e ss und. LVII. 1. 11.
egk, = lat. ego, ich. LVII. 2. 12.
ehafft, Beiw. =3 gesetzlich, rechtmässig, wahrhaft dringlich. VI.201.
^^ehafft nöt.^^
ey, Interj. =: ei. XLIIL 17.
eyfern, Zeitw. = eifern mit dem Acc. ;^r eyfert man und freue-
lein.^^ um. von Gott. CVIII. 4. 13.
eyffen land, ss Eifland, Liefland. S. Prim. Suchenw. 175. HL 1.7.
eyl, eil, eyle, die; = Eile. ;,in kauffes eyle.^^ CXVII. 5. 2.
eylen, Zeitw. ss eilen. XXXIX. 1. 9«
ein, eyn, =s einzig in seiner Art. LXXVI. 1. 6. einzig, vor allen
andern. XXII. 5. 26.
einlitz, as3 einfach. ;^inlitz zung.^^ C. 1. 8.
einschenben, Zeitw. as einschieben, hineinstecken, Kost in den
Mund. Imper. >^henb dn/^ XLL 34.
315
einsmiden, Zeitw. ss in Fesseln schmieden. Part. eiDgesmjtl»'
CIX. 4, 14.
eyölä, = seemännischer Kunstausdruck. XXYIII. 3. 10.
eysack, der; = Eisack, Fluss, der von der Höhe des Brenners
kommend sich bei Botzen in die Etsch ergiesst. XC. 1. 7.
eysen, das, Plur. eysen; = Eisenfessel, ^^fünf eysen hielsen mich.^^
VIL 3. 15.
eysenlatz, der, Plur. latz; = Eisenfessel. CVIII. 6. 6.
eylel, Adv. = ganz, völlig, ^jcytel rain, eytel grun.^^L.3. 2.LV. 2. 1.
element, demente, der; = Elelnent, NaturkrafI, besonders Wind.
XXIX. 1. 10. XXYIII. 2. 12.
elisab^t, elsp6tä, eis, eis s, = Elisabeth, Frauenname. Die Hei-
lige d. N. hat ihr Fest am 19. November. LXI. 2. 1. CXXII.
11. 4. CXXI. 323. V. 2. 10.
eilen, eile, die; = Elle, ulna. ;4ch gib euch kurtze ellen.^^ kurze
Frist. TV. 1. 25.
eilend, ellendt, das; = 1. Leben in der Fremde, Ort der Ver-
bannung, althd. elilenti, dessen erste Sylbe auf alius weist..
2. Mühseligkeit, Elend. ;^kain ellendt tet mir so andt.^^ XIX. 1. 1.
^^ch eilend. ^^ XL. 1. 8. III. 1. 20.
eilend, Beivf. =r landflüchtig, in der Fremde lebend, althd. elilanti.
2. armselig, bejammernswerth. LXXVI. 2. 8.
ellentltch, ellentleich, Bei w. =1. irrend in der Fremde. XGVIIL
2. 5. CXVI. d. 12. 2. bejammernswerth. CVII. 1. 1.
elly, = alle. ;>elly ketzly tunt ein setzly.^^ XXX. 3. 38. Das mhd.
elliu. Grimm. I. 745. mit dem seltenen Umlaut,
emperen, emberen, Zeitw. =: entbehren. CXVII. 1. 15. XXXI«
2. 19. ;,empir ich.^^ Präs. LXXVI. 3. 14.
embor, = empor, hinauf. CXII. 3. 3.
emboren, Zeitw. = heraufholen, aussprechen. XXIII. 4. 3.
empfähen, enpfähen, = empfangen. CXXII. 3. 1. LXXXVII.;
4. 14. CXXI. 58. Bei Konsonantenanwachs und im Auslaute
allzeit in ch übergehend,
ejnpfangen, enpfangen, emphangen, Zeitw. st. == empfangen.
Imp. empfing, empfieng, empfie. Part, empfangen. ;>em"
pfangen von mänger farbe.'^ XXXIII. 2. 11. «XIV. 2. 8.
316
empfaren, Zeitw. =a entgehen. LXX. 1. 15.
empfelhen, Zeitw, st. =s empfehlen, h in ch vor Konsonanten und
im Auslaute. CXXI. 266.
empferben, Zeitw. = anders- verfärben. XIV. 4. 19.
empfliehen, Zeitw. st. intrans. = entfliehen. Imp. empflöch. h
nach der Regel in ch. XXXVIII. 1. 15.
empfinden, emphinden, enphinden, Zeitw. = empfinden. Imp.
empfandt, enphand, enphant. Part, empfunden, en-
phunden. Präs. emphindt = empfindet. V. 5. 12. CXII. 1.6.
CXV. 2. 4. CXVI. 4. 7. XIV, 5. 5.
empfromen, empfromden, Zeitw. = entfremden, nehmen. Ein-
tritt von b an die Wurzel bei Konsonantenanwachs und im Aus-
laute empfrombt. CVIII. 3. 16. MT.
empinden, Zeitw. =rr ablösen, frei machen. ;^euch alles trauren.^^
XXXVI. 2. 3. LXXXVI. 2. 22.
emplossen, Zeitw. ss entblössen , berauben. ;>der synn emplost.^^
XLII. 3. 22.
en, s=: 1. Verneinungspartikel, unmittelbar dem Zeitworte vorausge-
hend, gewöhnlich mit ihm zusammenhängend. In der Rege) findet
sich stets noch eine andere ein. ^^wo man die leges nit enthalt.^^
XXVI. 20. Oft bleibt sie jedoch aus. ;^frau , ich enmag.<< mag
nicht. XXXIX. 1. 1. 2. das spätere ent. ^^ngegen.^^ u. s.w.
end, ennde, endt, das; === Ende, ^^an endt.^^ am Ende. LVI. 2. 10.
XXIX. 1. 9. LXXXVII. 4. 22.
enderlein, s=s Andreas. Der Heilige d. N. wird am letzten Novem-
ber gefeiert. CXXI. 334. HT. Ander, Anderle.
engel, engl, der; =s Engel. VI. 180.
engelant, = England. VI. 206.
enge lisch, Beiw. = engelhaft, engelschOn. ^^zartes, engelisches
weib.^^ LXXXII. 3. 1,
engel schar, die; sss alle Engel zusammen genommen. XXIX* 3. 26.
en gelten, Zeitw. st. =» entgelten. Imp. engalt. XII. 2. 24. ;^es
schricks engelten.^^
engiehin, tss liebkosendes Diminutiv aus Angelika, der Name eine*
Kindes. XI. 2. 16.
engstitch, engestitch, Beiw. es «ngitlieh. CXIII. 2. 8,
ai7
eBkalb, ss jenseits.
enp fallen, Zeitw. = entfallen. XXXI. 4. 6.
anpresten, Zeitw« s? fehlen, Hangel leiden an etwas. Inipersonal.
;9W0 mir enprist>^ wo ich Mangel leide. XCIV. 2. 7.
eas palten, Zeitw. xs zerspalten, enspalt sr: gebrochen,
ent, ente, die, Flur, enten, ss Ente. XXXI. 4. 37.
enteren, Zeitw. = entehren. CX. 2. 7.
entgagnen, entgagenen, Zeitw. == zu Theil werden. ;^ntgagen.^
entgageae. XLIII. 1. 3. ;^ntgagent.<^ XII. 1. 8.
enthauben, Zeitw. schw. sss enthaupten. Part, enthaabet. CX.3.8.
enthumep, Zeitw. = nehmen, absprechen. ;^sein lob wirt ihm ent«
humet.^^ XXXVI. 6. 10.
enthurnea, Zeitw. ss enthömen, losschftlen. ;>und ich mich nye
entharaet von meiner grösser missetftt.^^ CVIII. 6. 4.
entpauen, Zeitw. rs daraufbauen, halten. CXVIII. 7. 2.
eatrennen, Zeitw. s» zertrenaen. XL. 2. 11. Part, eatraat.
eotrinnen, Zeitw. st. =: entrinnen. Part, entrannen. II, 1. 15.
entrücken, Zeitw. = entrücken. ;;>ich pin der synaen entruckt.^^
LXXXVIII. 3. 5.
entsliessen, Zeitw. =: aufthun, öflPaen. XXXV. 2. 18.
entsn eilen, Zeitw. S9 daroa schnellen, entwischen. XIII. 5« S.
entspringen, Zeitw. z=s wie hd. XXXIII. 1. 9.
entst^n, Zeitw. =s werden, erscheinea, aufstehea. XVIII. 4. 3.
entstdssen, Zeitw. ss versiossea. LXII. 2. 2.
entweckea, Zeitw. = entlockea, auspressea. ;>zäherllche iloae.^^
CXVL 2. 8.
entber, eatwer, :ss quer, hin nad her. ^^ia tail der haid^ichafk
eatber.^^ XXVI. 6. ^^d^ ordea furea löblich eatber.^ miltea dinvh's
Lebea. XXI. 1. 6.
eatherffea, Zeitw. st. za hewerfea, befleckea. >^as sich eatbarff
mit plut sein antlutz.^^ CVII. 4« 3.
entwyaaea, Zeitw. = abgewinnen im Liebesgeanss. XLVII. 1. 3.
enzuckea, Zeitw. sr= entzftckea, eatziehea. CXin. 3, 6.
enzuadea, Zeitw. = eatzüadea. Part, eazuadt. XLII. 2. 12..
efteawayv ents}»ay, :m entzwei, ia «wei Theile. IIL 3« 9« C&¥«:
2. 3.
318
enbicht, enwicht, entwicht, = nichtig, kraftlos, ^^er leib ist
mir vor alter enbicht.« CXII. 3. 12. CXVIII. 5. 11. LXXVIL
1. 9. Aus ein wicht, etwas Nichtiges. Mhd. dazwiht. zusam-
menhängend mit iht, Oswald icht, und niht Oswald nit, nicht.
6r, 6re, die; = Ehre. ;;>frau 6re.<^ XXVI. 28. besonders jnngMu-
liehe Ehre vor der Welt. LXXXYIL 3. 8. Auch offen eer. ^jisß
schand für eer sei dringen.^^ XX. 1. 10.
eraren, erarnen, Zeitw. Zugewinnen, verdienen. ;^as laid zugut.^
XVI. 1. 15. erwerben, redimere. CVI. 3. 8. Die erste Form ist
durch den Reim geschützt, die zweite durch den nämlichen v^^
worfen.
e'rbeiten, Zeitw. st. = erwarten mit dem Genitiv der Sache. ;;mein
herr hdt deins gesanges kaum erbitten.^^ XIII. 14. 6.
erbieten, Zeitw. st. = anbiethen, geben. ;^rbdt.^^ VI. 166.
erbrennen, Zeitw. = verbrennen. XXIX. 1. 8.
erbarmen, Zeitw. = zu Herzen gehen. LXXVI. 3. 2. ^jLiss dir
mein ndt erbarmen.^^
erd, die; s=s Erde.
6ren, = ehren. CX. 2. 1.
^renreich, ss ehrenvoll. CV. 1. 11.
erfreyen, Zeitw. =s abwerben, abgewinnen. L. 3. 9.
erfriesen, Zeitw. st. =s: erfrieren, erfrds. XIX. 1. 9.
erfroren, Zeitw. ss mit Frost heimsuchen. MT. erfrearen. XLVII. 1. 4.
erfüllen, Zeitw. = sättigen. ;^damit mein gier erfüllet werd.<^
XLVIII. 3. 11.
arg amen, Zeitw. = bemerken, achten auf etwas, gaumjan bei Ul-
philas, mit dem Accus, der Sache. XLIV. 2. 10.
ergftn, ergßn, Zeitw. = 1. losbrechen. ;?lftss dein zoren nit ergdn.^^
XCIX. 1. 13. 2. sich verwirklichen, auslassen. ^>ir will an im.^^
; CVI. 7. 1 — 2. 3. zergehen, schmelzen. ;^ls der snee.^^ CXYIU;
4. 12. Formen: ergand = ergehen, ergie ss erging 3. F.
. .VI. 359. LXXXVI. 1. 4.
erben, an, = erben, haben. ;^as erbt sy von dem mayen an.^
XLVIII. 2. 2.
erbrechen, Zeitw. st. a 2erbrec)ien, neutral: ;;erbricht da^ herU.^-
XLII. 2. 2.
^ 3!» ^
ergellen, Zeitw. st. =s schreien, ^^ergal.^^ XIX. 1. 13.
ergetzen, ergeczen, Zeitw. = reflcere, stärken, ^^und pin er*
getzt.^^ LXXXVIII. 2. 12. ;>der seines laids ergeczt wil sein.<^
V. 1. 1. getröstet. Von azzen, fttttern.
erglentzen sich, Zeitw. ss sich im Glänze völlig entfalten. ;^r^
glentzt sich zu blüen.^^ XXXIV. 1. 19.
ergreif fen, Zeitw. st. = erhaschen, fangen,
ergreinen, Zeitw. =b knarren, greinen, pfeifen. Imp. ergrain;
XIV. 4. 15.
erhart, =3 Erhard, gefeiert als Heiliger am 8. Jänner. CXXI. 8.
erhören, Zeitw. = hören. XXIX. 1. 16.
erkennen, Zeitw. s=s wie hd. erkent, erkant. XXIX. 1.3. XIII.
12. 9. erkande, im Reim. XVII. 6. 2.
erkiesen, Zeitw. =ss erwählen , benfltzen» ;^en graben morgen.^^
XXVII. 2. 6.
erklupffen, ZeitW; =s erschrecken, ^^ainer sache/^ XIV. 3. 18«
«
Vergl. derklupffen.
er k r u m e n , Zeitw. =3 krumm, verkehrt werden. ;^das recht.^^ XXVI. 187«
erkiicken, Zeitw. =r erquicken. XXXVIII. 3. 22.
erkunden, Zeitw. serfahren. erkunt sas erkundet. LXXXIX. 1. 6i
erlamen, Zeitw. == lahm werden. XXIII. 3. 7. CXVIII. 4. 8.
erlassen, Zeitw. := erwehren, damit verschonen. ;>unsdick laides.^^
CVIII. 3. 2. ;>deins gesneude mich.^^
erlaiden, Zeitw. = verleiden. ;^alle sund.^^ CXVI. 5. 15. )
erleiden, Zeitw. st. =s erleiden. Part, erliten. VI. 10. erlail;
CHT. 1. 6.
erlauffen, Zeitw. = ;^mit zal.^^ zusammenzählen. CXVII. 2. 15. >
erleuchten, Zeitw. neutr. =s erglänzen, glänzen, ^fär alles golt.^
LXIX. 3. 9. )
erloschen, Zeitw. neutr. ss ohnmächtig, krafdos werden. ;;dle yeini
schrickltch erloschen.^^ CIV. 1. 9.
erlosen, Zeitw. = wie'hd. Part, erldst. XXXVI. 2. 5.
ermären, Zeitw. = bekannt machen,* laut werden lassen. Gtothisch
mßrjan, publicare. :
ermaasen, Zeitw. ss erschleichen, ersteUen. LXXI. 1. 9.
ermklfch, s= ärmlich, schmerzlich. CVI. 8. 15. .; :o
320
ermel, der; ss. Aermel.
erneren, Zeitw. ?= erretten. LXXXYI. i. 18.
ernider, =s darnieder. LII. 3. 9.
erperen, Zeitw. — abklopfen. ;^ie haut.^^ prügeln. LXXXVI« 1. 16.
erplauen 9 Zeitw. = ab- zerbläuen. XIV. 4. 10.
erplunsen, Part. =s aufgebläht^ stolz, eitel. CIX. 1. 3. Von blin-
sen, blunsen, blonen, binnen. MT. binnen,
erreissen, Zeitw. zzs; arripere, erwerben in Eile undEifer. CXVII.5.&
erreiten, Zeitw. = wie hd. Part, erriten.
errennen, Zeitw. = mit rennen einholen, dahin gelangen. XXIX. 1. 7«
erschollen, Zeitw. = schallen machen. ;>etwas in die drea ainem.^
XIII. 5. 10. ;9sich erschellen.^^ sc sich laut hören lassen.
XXVII. 1. 16.
erschiessen, Zeitw. = 1. ohne Acc. suggerere, Bath ertheilen.
XXVIII. 1. 12. 2. mit Acc. öffnen, lösen, erschös. LVI. 1.6.
erschrecken, Zeitw. =: l.Neutr. st. terrm. ;^iner sache.^^ LXXV.
2. 4. 2. trans. in Aufruhr, Gährung bringen. ;>dasplut.^^ IV. 2. 9.
erschwel len, Zeitw. neutr. = aufschwellen. ;^mein hertz erschwilt
vor sorgen.^^ CXIV. 3. 5s
erswetzen, Zeitw. =s durch schwätzen gewinnen. XXXI. 4. 31.
erslagen, Zeitw. st. s= ambringen, erschlagen. V. 1.12. erslig.e.
Abschreiberform für Imp. Conj. statt erschlüge.
6rst, =s zuvörderst. Aus ^rist. Grimm. UI. 586.
erstarren, Zeitw. ss wie hd. ^^erstart in laid.^ XJUX. 1. 27.
ersttglen, Zeitw. = erstreben, erringen. Aus stigen, stfglen as
steigen wie erklimmen, Reim auf siglen. XIII. 1. 8.
erstoren, Zeitw. sss zerstören. XL\HI. 1. 8. aufsehrecken. XL. 7.
in Unordnung bringen. I. 4. 4.
er t allen, Zeitw. =s urtheilen. XXVI. 87.
tTtiwierde, die ; ss Erzwttrde. ^rtzwierden gnds.^^ damit bddeidel.
6rtrunck, der; = Ehrentrunk. V. 2. 6.
ertotoQ, Zeitw. s=s todtkrank machen im figüriichen Sinne. ^4^»
schaiden mich ertott.^^ LXXXVIIL 3. 2.
ervaren, erfaren, Zeitw. =r erfahren. VI. 4. sich ereignen, ^^un-
derzaichen sind erfaren.^ CXyil. 3. 2.
erv ordern, Zeitw. ss zitiren. CXOL i. tS.
3K1 ^
erbachen, Zeitw. ssl. Neutr. ;;fru erbaehen.^ idug seya. XC.3. 13*
2. erwecken. XII. 3. 23.
erwerben, Zeit^v. ss bekommen, erhalten. I. 1. 14. Imp. erwarb,
erweren, Zeitw. = verwehren, hindern. ;^den slaf.^^ CXIV, 3. 6«
erzaisen, erzausen, Zeitw. = zerzausen. III. 2. 26. 3. 29.
erzünden, Zeitw. =r erztinden, anzünden. Part, erzunt, erziint.
XLIV. 2. 6. XXIX. 3. 18. CIV. 3. 4.
es, r= i^eonastisch. ^^nain es.^^ LXVII. 1. 8. ^^sprach es iKe aIte/<
XXXI. 3. 25.
eselein, das; =s wie hd. XLI. 66.
ett, eet, Part. = halt, gelt. MT. aus ahte ich. Yergl. Khd» eht,
et, ot.
etil ich, = manch. ;^ettlicher.^^ CXIV. 4. 15. Plur. ^^ettUch wochen.<<
IL 2. 17.
ewr, = Fürw. = mit dem best. Art. ;jder ewr.^^ eurige. CVI. 9. 4«
ettgelwaid, die; =s Augenweide. CIX. 1. 16.
eugen, Zeitw. = Augen treiben, ausschlagen, von Bäumea und
Pflanzen. XLIX. 3. 4.
euseb, 4. E. euseben,'=: Name eines Heiligen, der am 14i Am*-
gust gefeiert wird. CXXI. 226. CXXIII. 4. 11.
«ttsset. Tirolisch ausset,sc: ausserhalb, auf der Aussenseite. C. 2. 14.
eustachius, = Heiliger. CXXIII. 6. 1.
ew, = euch. LXX. 1. 1.
ewigkleich, ewlgklich, ebigkleich, Beiw. Nebenw. =: «wig«
LXXIII. 2. 4. CXVIII. 7. 18. Eigene Adverbialform: ebi gli-
chen. XXI. 4. 9.
ex, = lat. ex, aus. LVII. 3. 2.
lä, sss Einzelner Ton der musikalischen Scala. XC. 1. 14.
fabian, fabien, ss Name eines Heiligen, dessen Fest auf den 20.
Jänner fällt. CXXIII. 1. 5. CXXI. 20.
fail, Beiw. ss feil. ;9die gail fail machen.^^ so gering als möglLch«
LXXyi. 2. 20.
fail eil, Zeiiw. «c anfeüsehen, um den Preis fragen mit dem Acc.
des Gegenstandes. ;>ainen hechten.^^ XV. 2. 3.
21
322^
fall) die; s Falle, decipnla. CXI. 3. 18.
fannauer, = Eigenname eines unbekannten Kriegsmannes. XIV. 2. 5.
far, die; = Weg, Fahrt. ;;fur ich wol die rechten far.<^ CXIII. 3. 17.
federspil, das; = abgerichtetes Stossgevögel zur Bei tze. XVIII. 2. i.
ferg, ferge, verg, der; =a Diener, Knecht. )^es todes ferge.^^
GVL 4. 8. Gerichtsbote und Büttel. XXVI. 35.
feyren, Zeitw. = müssig seyn. ;^die zeit nit feyren lässen.^^ be-
nutzen. CXVII. 3. 12. XLIX. 2. 4. MT. feyern, nichts thun.
ferre, farre, Beiw. und Adv. = weit, entfernt, weithin, ;>wann es
ist ferre gl§n dem tag.^^ es ist noch weithin, bis es Tag ^rd.
XXXIX. 1. 2. LXX. 1. 5.
ferren, Zeitw. schw. ss entfernen. CXI. 1. 12.
fei, das; e=s Haut, auch des menschlichen Leibes. LXXXIX. 2. 6.
XXX. 1. 17. MT. a fei =s bearbeitete Thierhant.
fellä, = lass fallen. XXVIII. 3. 10.
feilen, Zeitw. schw. = fällen, zum Fall, ins Unglück bringen. ^Jenck
mich fellende.^^ gehört wohl zu feien = aberrare und heisst:
leite mich, wenn ich fehle. LXXIX. 3. 7.
fellenberg, = Schloss in der Gegend ton Innsbruck. XIII. 4. 2.
Vellenberg.
feuchte, die; =s Feuchtigkeit. LXXXVII. 4. 4. ^^meines hertzen
feuchte.^^ an die Geliebte,
feuchten, Zeitw. ss befruchten, benetzen, ^^wurtzen.^^ CXXIII. 2. 14.
feuer, feur, 3. E. sing, feure, das; sFeuer. ^^feur in dem tach.<^
sprachwörtlich : ach und weh. LXXVI. 2. 25. XIV. 3. 14.
feuerspach, =: Hölle. XVIII. 6. 8.
fewst, die; ssz Faust. V. 2. 4.
fi, as Nachahmung des Naturlautes gewisser« Kl einvögel. XLI. 25.
fici, = ähnlicher Singlaut der Vögel. XLI. 27.
ficken, Zeitw. = heften, stecken, hängen, ^^ie liebe darzu flcken.^^
dahin heften. CXI. 1. 11. engl, fig, ital. ficcare.
fideli, = Naturlaut der singenden Kleinvögel. XLI. 25.
fidein, Zeitw. =s geigen. I. 2. 8. ;;welcher fidelt mir auff meinem
saittenspil ?^^ fragt die wollüstige Magd die Knechte, obscön.
XLV. 17. ;;ainem fideln.^^ Stösse, Schläge angedeihen lassen.
XV. 4. 11.
323
fiermnng, die; =a Sakrament der Konürmatioii in der katholischen
Kirche. CV. 4. 6.
finden, Zeitw. st. = finden. Imperf. fand, Conj. fände. Part.
a
funden, gefunden. LH. 2. 15.
firlafay, der; = brillante Tanzarie, Lied. ;^d canta dulti den fir-
lafay.^^ XIV. 4. 13.
firlafantz, firlifantz, der; = graziöse Tanzart. ;^ar waideltch
tritt sy den firlifantzen.^^ XXX. 3. 1. sagt Oswald von seinem
Mädchen. Uneigentlich ;^firlafantz aller pame.^^ das üppige Grünen
und Blühen der Bäume im bewegenden Hauche der Frflhlingslufl.
Firmament, das; = 1. Firmament. 2. Bestätigung, Befestigung,
Orientirung. XXYIII. 2. 16. firmamentum.
firmen, fiermen, Zeitw. s= schlagen mit dem Acc. des Gegen-
standes. ;;ain wang.^^ XC. 3. 14.
flack, = Alpthal, Bergabschnitt unweit dem Dorfe Seis bei Kastei-
mtt. XC. 1. 3.
flasch, die; = Flasche. V. 3. 9.
fieschltn, das; =r Fläschchen. LX. 3. 6.
flaschelein, das; =s Fläschlein. LX. 3. 1.
fleder, der; s=s Gededer, Astgezweige« lY. 2. 30.
flehen, Zeitw. =s anflehen mit dem Acc. XYIII. 9. 2.
fleischlich, Beiw. Nebenw. = sinnlich, ^^wollust.^^ CXL 2. 9.
fleyss, der; =: Fleiss. XCL 1. 16.
fleissen sich, Zeitw. st. = sich beQeissigen, auch mit dem Genitiv
des erwünschten Gegenstandes. CVIII. 1. 4. Hhd. vlizzen.
fleraming,=s5flämmisch, niederländisch, besonders Sprache. L VII. 1. i7.
fliegen, fleugen, Zeitw. st. ss wie hd. Imp. flog. Part, geflo*-
gen. XLI. 7.
fliehen, fleuhen, Zeitw. st.s^wiehd. fliehen. Imp. flöch, flach.
Conj. fluch. Part, geflohen. LH. 3. 8. CVIL 1. 10. CXXI.
210. CIX. 2. 16.
fliessen, fleusen, flieren, Zeitw. st. = verlieren. ;jich flies
dein ewigs reich.<^ CXIV. 1. 6. ;jer fleust sein leben.^^ VI. 24.
^^damit deins leibes sal nit flur der 6ren grftl.^^ die Jungfrauschafl.
XXIX. 2. 26. ;,fluren.^^ XX. 2. 16. LXIV. 1. 14. LXXXVIII. 3.8.
X.6. 3. CVIL 5. 16. Imp. flds, du fldst. Vergl. Verliesen.
21»
32«
fliessen, fleussen, Zeitw. st. s= fliessen. Imp. fids, Part, ge-
flossen. CXIII. 3. 12. XI. 3. 4. CVI. 8. 16.
flins, = das utlemde, scbimmenide Fallen, Fliessen. ;^urch zahers
flins.« XCIII. 1. 2.
llinsen, Zeitw. = zittern, scbimmern, erglänzen, fliessen. ;7kldr ge-
flinst^^ von Bach und Wellen. XXXIII. 3. 21.
fldch, der, Plur. floch, = Floh. IV. 3. 4.
florenzdla, = Fiorenzuola, Ort unweit Piacenza, im Parmesani-
schen. XV. 4. 1.
fioriän, = Heiliger, verehrt am 4. Mai. GXXIII. 3. 1. CXXI. 124.
f loriren sich, = sich rühmen, prahlen, preisen, prangen. XXXV. 2. 12.
flucht, die; = 1. wie hd. 2. Ausweg, Mittel. LXXVI. 3. 8.
iluchtigkllch, Beiw. Nebenw. = flüchtig, eiligst. XXIV. 2. 13.
fluch, fluech, der; = Fluch. VI. 86.
-fluchen, Zeitw. = fluchen. IV. 3. 20.
flunst, der; = Fliessen, Strömung, Fluss. ;9des Wassermannes üunst.^^
XVII. 5. 16.
flunt, z^ Flamme, Gluth. ;^in zunder pracht feures flunt unerzunt.^^
von der Empfängniss Christi. CIV. 2. 17.
fluss, flus, der; = Ergiyis. ^^der mynniklfche fluss.^^ aus Chrisli
Seite. XCIX. 2. 2. ;^eines billen flus.^» Entscheid, Hinneigen.
CVI. 4. 9.
flust, der, die; ss Verlust. XXII. 1. 3. ;;an seiner flast.^^
XXVI. 335.
flut, fluet, d^ die; Plur. flut, fluete; ss Fluth, Woge. ;>auf
wildem meres flut.^^ II. 2. 20. CX. 2. 4.
<fodern, Zeitw. = fordern. MT. kennt das letztere nicht. CXIV.2. 12.
formiren, Zeitw. = bilden. ;?gformiret.^^ formatus.
"fort, die; = Fahrt, Betragen, im Reim auf wort. LXXXIX. 1. 10.
Aus fart, vort.
forton, = weiter fort. XXVIII. 2. 21.
fortzen, Zeitw. =s unterthun. ;>levant \k dich nit fortzen.<^ XXVUI.
2. 18. forzare.
frad, die; = Freude. LXX. 2. 4.
Srkjg, die; = Frage. LXXXVI. 3. 6.
fray^ es vrai, wahr, wahrhaftig. LVII. 2. 9.
9»5
«
friidig:, Beiw. s keck, übermüthig, bellsüchlig, treulos. XXIL 5. 5.
X. 7. 3.
fraig, = franz. yrai, wahr, g ist Aussprache undMundart. LVII. t. i,
frais, Beiw. s= erschrocken. ;«jft burd ich schir sd frais.^< LXVII. 4. 3.
fraislich, Adv. = schrecklich. XXIV. 3. 8.
franek, ac= frei, ital. franco. LVIL 1. H,
franckreich, franckereich, = Frankreich. I. 2. 2. VI. 189.
frantzoisch, as französisch, fran^^ois , woraus heutzutage franf^s.
LVn. 1. 14. XXX. 2. 2.
frantze, ss Zier, Schmuck, Epitheton an Liebchen: Zierreiphet
LXXXI. 3. 9.
franzds, der, Plur. franzds. == Franzos. VI. 209.
frau, die; «= donna, Liebchen. XLII. 2. 6. XIL 1. 4. 4. E. csiqg.
fraun.
frauenpild, das; =s Weibsbild, Mädchen. CVIII. 2. 1.
frech, Beiw. Nebenw. = 1: muthwillig, stark, frohgemuth. ;^mit
frechem abprechen von pflfferlingen rdch.^^ XXXVIIk 1. fO*
2. voll, gross. ;;aln peutel frechen.^^ XXXI. 3. 19.
frey, Eeiw. = wie hd. Plur. freyn, freie Männer, den Leibeigenen
entgegengesetzt. XIII. 11. 4.
frey, freye, der; = Baron, Grosser. VI. 164. XIII. 15. 3.
freyen, freien, Zeitw. = frei machen. Imp. freite. CVI. 4. 6.
XXIV. 5. 7.
freien, Zeitw. = werben, mitdemAce. des Gegenstandes. ;^hertzen-
lieb.^^ XXII. 5. 11.
frant^, frentzelein, = Franziskus, der Heilige des vierten Okto-
bers. CXXIII. 5. 9. CXXI. 277.
fressig, Beiw. := gefrässig. XXIII. 2. 9.
fretten, Zeitw. =s plagen, mit dem Acc. VIII. 1. 20. HT. frören,
fröten ss schinden, sich abhärmen in Arbeit und Noth, ,{(ls tran-
sitiv nicht gebräuchlich. Der Frötter = der sich nur mit äijsser-
ster Mflhe dnrchbringt.
freuen, Zeitw. r=: erfreuen, ^^hertz, mut.^^ LXXIV. i, 2.
freuelein,' freultn, freulein, freul, das ;== Fräulein. LXIV. 1. J2.
freuntlös, Beiw, =s ohne Freunde. XCIX. 3. 14.
frevellch, freaeltph, fraveltch, friueltch, V^m* Nejjenw.
326
== boshaft, vermessen, frevelig, sündhaft. LXIX. 2. 5. CX. 2. 12.
XVI. 2. 9. MT. Parabel = Frevel,
frid, fride, der; =: Frieden. XXII. 2. i.
fridreich, friedereich, fridertch, verkürzt fritz, fritze, =
Friedrich. X. 3. 4. VI. 91. VI. 96.
frischlich, Beiw. s=; frisch, stark, lustig. Adv. frischlichen.
XXXI. 1. 14. LX. 3. 11.
frdlfch, froltch, Beiw. == fröhlich. Adv. frdhltchen. XXXVIII. 1. f.
frolichait, die; == Fröhlichkeit. XXIII. 9. 1.
fremden, Zeitw. = fremde, spröde thun. ;>dein fromden gr6s.^^
XXXVIII. 2. 18.
fromdikait, die; =: Fremde- Sprödethun. XL VI. 1. 3.
frön, frone, einmal fröni, = 1. heilig. XXVIII. 1. 16. CXXIII.
5. 4. 2. herrlich, schön. XI. 2. 6. Die dritte Form weiset auf
ein höheres Alter, und ist wohl das Hauptwort frön = dominus.
;^hochgelobtes kreutze fröni.^^ alma crux domini. CXXIII. 5. 4.
fronen, •frowen, Zeitw. = freuen. LXXX. 2. 2.
fruchten, Zeitw. = 1. tragen, fruchten. ;^ir leib frucht tugent swer.^^
LXVIII. 2. 9. 2. erlangen, bekommen, gewinnen, ^^dlichen pau.^^
Zerstörung. VIII. 3. 8.
frude, die ; = Wohlaussehen, Schönheit. MT. fruetigkeit. XXXY.
2. 23. LXXXVII. 1. 2.
frnm, frumm, Beiw. =3 tapfer, brav, wacker, gut, fromm. XII.
1. 32. III. 3. 25. XX. 1. 9.
fru, frue, = früh. XLVII. 1. 6.
frucht, fruchte, die; =: Brut, Geschlecht. XXX. 1. 25. Spross,
Adelszweig. LVI. 3. 3. CIV. 3. 19.
frumm, der;=Nutzen, Vortheil. ;?ainer sache klainen frumm nemen.^^
LXXXVI. 3. 7. ;,zu frummen.^^ zu Guten. XXVIII. 3. 16.
frumkait, frumikait, die; = Bravheit, Frömmigkeit. VI. 209.
XII. 3. 10.
frummen, Zeitw. schw. =s andingen, bestellen. XXX. 2. 44. MT.
frust, der, Plur. frusle, Reim auf gelüste. XXXV. 2. 30. Frost,
frut, Beiw. = wohlbehalten, physisch und geistig. ;>frisch, frey,
frut.^^ müater. LXIII. 1. 4. ;<jerlfch frut wachsen.^^ neu. XXII.
4. 9. verständig. LXXI. 1. 1. MT. Pusterthal frutigss wohl-
9S7
aussehend, wohlbeleibt. Vintschgau as versttfndig. alts. fruodss
sapiens. Grimm. I. 730.
frut, der; ea Verstand. ;9cel6stin mit hohem frut.^^ CXXIII. 2. 10.
fader, = hinweg, henror. ;>tun ain vensterpret.^^ öffnen. XXYII. 2. 8.
fudern sich, Zeitw. = sich schnell weiter machen. LVIII. 6. 1.
HT. ttberhanpt statt fördern, das sie nicht kennt.
fueter, das; =s Futter. LXYII. 4. 13.
fug, f^eg, der; =s 1. Nutzen, ^^mein fueg.^^ XIII. 12. 1. 2. Ge-
legenheit, Bequemlichkeit. XII. 2. 5. 3. Kunst, Fertigkeit, Ge-
schick. XXXVIII. 3. 14.
fügen, fuegen, Zeitw. 3= 1. trans. wahr machen, ^^got fug das
wär.^^ LVI. 3. 16. 2. reciproc. sich fUgen. a. accidere I. 1. 1.
b. willfKhrig, fügsam seyn. ;^die mynne fuget nymant, der nit en-
hat.^^ LX. 1. 1;, c. sich begeben, se conferre. XV. 1. 5.
fSrsatz, der; =s Vorsatz. XXII. 2. 6.
fürs enden, Zeitw. =b voraussenden. ^^gute wercke.^^ CXVIII. 1. 18.
für hin, = hinweg, weiter. ;>g6 fitrhin drät.^^ sagt das korbgebende
Mädchen zum Werber. LX. 1. 8.
furpas, == weiter, fernerhin. LXXVII. 3. 15.
fiirst, der; =s Erste, primus, Fürst. Aus furisto. Grimm. III. 564.
furstenberg, =: Ort am Rheine. XII. 4, 19.
füss, fus, fuess, der, Plur. fusse, fuesse; =: Fuss.
füslin, das; = zierliches, liebes Fflsschen. b. 2. 11.
fuxs, Flur, fuxse, der;»: Fuchs, GewandausFuchsbälgen. XI.2. 7.
fol, das; = Füllen. XLI. 54.
funff, = ftinf. XXXI. 4. 12.
für, Vorw. =5 1. vor, über. ;jfiir alle weib.^^ LXXIV. 3. 4. 2. gegen.
;9fur stahel.^^ CXV. 5. 18. ^^chatten für die sunn.^^ LXXVII. 2. 4.
furbftr, SS forwahr.
furchten, Zeitw. = wie hd. Präs. ich furch, du furchst. CXIX. 1. 15.
XXXIV. 3. 12. CIX. 1. 5.
furdern, Zeitw. ssr 1. trans. fördern. 2. reciproc. sich beeilen.
LXX. 1. 14.
furderniss, s= Förderung. XII. 4. 12.
foren, Zeitw. =s haben. ;>halbs gesicht.<< an einem Auge blind seyn.
XII. 2. 36.
(->
firgut, =7 }y(viTgüf nemen.^^ boni consulere. LXXXYII. 3. 16.
für her, = hervor, heraus. ;^furher zieren.^^ XL VIII. 2. 15. ;>farher
pringen.^^ XXYII. 3. 9.
ffirhetzen, Zeit w. = voraussenden. pygiits.'< für die Ewigkeit. CXVII.
5. 14. Part, furgehatzt.
f arm, der; = Form, Mass. XXVIII. 3. 7. MT. Furm = Art, Weise,
Anständigkeit. Unfurm ss Missförmigkeit, Unart.
g, =S5 erster Buchstabe in Grett, dem Namen der Gemahlin Oswald's,
daher hochverehrt und besungen vom Dichter. ;^ seuberlfches g.^
LVI. 2. 1. ;,hochstes g.^c LXXXI. 3. 1.
gftb,die,Plur. gäb,=Gabe. ;^wie kostleich sind dejn gäb.^^CXIV.2. 18.
g ab e 1 , die ; = Werkzeug, wohlbekannt in der Landwirthschaft. XXXIX.
2. 16.
gabriel, = Name eines Erzengels. Vom fiischof von Brixen 1422
sagt Oswald im Betreff einer Buhlschaft in Brixen , dass ;^6r alle
gässen k^ret mit ainem mantel gabriel.^^ bitterer Hohn auf den
nicht unbefleckten Verkehr. XVI. 2. 13.
gftch, = eilig, vorschnell. ;^stelen ist mir^gäch.^^ ich bin sehr ge--
neigt dazu, pressö,. empress^. MT. ;^a gäches wesen,^^ angebornes
hitziges Wesen,
g&ch, gach, die; =r 1. Eile. ;^ellender gäch.^< CVII. 1.15. 2. Hitze,
unüberlegt zur That schreitender Zornanfall, ^^in ainer gach.^^
LXVII.3. 11. 3. gäbe unüberlegte That. ;>kain gach tun.^^ XIII.
11*. 8. 4. gdher Zufall, Tod. ;>st6n für gach.^^ gute Eigenschaft
eines Heiligen. CXXI. 118. MT.
gfthen, Zeitw. = 1. eilen. ;^fur ainen gähen.^^ eiligst ihm vor's Auge
* treten. CXVIII. 3. 15. XXIX. 3. 40. 2. gehen überhaupt, ^^nur
wo ich gäch.^^ XXXIII. 1. 30.
gaggel, das; =s Unehrbarkeit. ;;damit hueb sieh aio gaggel.^^ vom
Spiel der Liebe. Ausi cacare. MT. Gaggele, Zeitw. gaggen,
gagge machen. XLV. 19.
gail, Beiw. ssx -stolz, freudig, mathig. XLIX. i. 2. XLIII. 43.
gail, gaile, die; s=s Lust. ;;all streffüch gail.^^ LXVI. 1. 8* Mann-
929»^
hea. ;>weckt mir die gail/^ XXXIL 2. 21. Freude, Muth. ;9iiiir
.machet fall die gail.^' LXXVL 2. 21. LVI. 1. 1.
gailen, Zeitw. =s 1. freudig, stolz machen. ;9der leib gailt mich s6
hon.^^ LXVni. 1. 5—8. XXX. 1. 19. 2. sich gailen. a. freuen.
y^iiser mere.^^ LXXXyi.2. 10. b. lustig und gierlich sich bewegen,
^ybertz, mut, syn gailen dar.^^ zur Geliebt^, wo sich ausfiel.
LXII. 3. 8 — 10. ;^hiBden aus dem kloster sich gailen.^^ XXXY.
2. 44. ;9sich gdn des mayen grün.^^ XXXIY. 1. 18.
gailich, Adv. = lustig, fröhlich. LXVI. 3. 11.
gais, slav *aus gam. 2. pers. präs. gash sss gais. du willst, be-
gehrst. •
gaiss, die, Plur. gaiss, =s Ziege. LXVII. 4. 6.
gaist, der; s= Geist. LXX. 3. 1.
gaistlich, Adv. = im Geiste, in Gedanken. yM ich gaistlich sach,
das mir mein klag werd abgenomen.^^ LVI. 1. 12.
gaistlich, der; = Mitglied der Priesterschaft , des ersten Standes
in der Gesellschaftsordnung des Hittelalters. Vergl. ritter, arbaitter«
XXVI. 166.
gal, der; = Ruf, Gerücht. XXIX. 2. 27.
galander, der, Plur. galander, =5 Heidelerche. XLI. 6.
galge, der; = Galgen. LXXXVI. 4. 18.
gall, = Gallus. Der Heilige d. N. fällt auf den 16. Okt. CXXI.289.
gailen getrank, gallen tranck^ das, Plur. trenck; =s Getränk
aus, von, mit Galle. CVII. 5. 21. XCIX. 2. 9.
gam, game, Beiw. =a lustig, fröhlich, mit dem Genitiv. ;9aus dei-
nem Garten sey wir gnaden gam.^^ CIV. 3. 30. ;,aller pame, zame,
game.^^ XXXY. 2. 29. altsächs. gam -an = laetitia, ludus. ags.
gaemen = jocus. engl, game =s Spiel. Aus unserm gam
stammt das mhd. gämlich, gemlich, lustig. MT. gampen,
lustig, herumspringen, gampeln, scherzen, sich im Spass herum-
balgen, die Gamp, ein schäckerhaftes * Mädchen.
gam, die;.as Sorge, Aufsicht, Hut, Acht. ;?gaffi nemen ainer sache.^^
auf sie achten, sie wahrnehmen. XXXIV. 3. 7. ;,des hab ich wol
genomen gam an in.^^ bemerkt. XIV. 3. 7. althd. gomma, mtllhd.
gaum, woraus unser gam.
gamen, Zeitw. = achten, merken, sehen.. LXX. 3. 11.
^
330
SraneD, Zeitw. = schreien wie ein Esel. ganf. DerEinzeIlaut.XLI.69.
gang, gangk, der; s Gang, ^^desselben gangs.^^ auf. VII. 2. 4.
^^g^pogen ist mein gangk.^^ schwankend zur Erde. CXII. 1. 14.
gans, ganns, gennss, die, Plur. gens, gense, = Gans. Sinn-
bildlich: die Sinnlichkeit, das niedrige Begehrungsvermögen am
Menschen, Wort- und Sinnspiel auf Huss. XYIII. 3. 10. XVIII.
6. 4. In den nord. Sprachen gaas, gäs^ niederd. g6s^ in Krain
güs = Huss. Hoffmann's Reineke Vos S. 188.
gar, = sogar. LXXXIL 1. 2.
garb, Beiw. und Adv. = völlig, entschieden, ausgewachsen. Bei
Oswald nur mehr Flickpartibel und Reimwort auf Farbe, ^^manger
hendlin varbe, garbe, marbe.^^ LXXXXII. 1. 10. Schmeller. II. 63.
garn strecke, die, Plur. strecjien, = Fischnetz zum Aasspannen.
VI. 194.
gart, garte, garten, der; = Garten, Weite, Breite, Lustort. ;^yom
himels gart.^^ XXIX. 1. 22. ,jin der sunden gart..^^ CXV. 5. 7.
gast, der, Flur, gesste, = hospes. Fremder, Pilger, ^^fromder gast.^^
tautologisch. CXVI. 1. 7. XL. 1. 7. ^^äs deinen gast nicht ster-
ben.^^ der für dich pilgert, yom ;^winde,^^ der weither kommt.
XXVIII. 2. 8. XIII. 11. 4.
gastlin, das; = armer Gast, Frauenwerber, Pilger. XCI. 3. 3.
gatter, der; => MT. hölzernes Thor an Zftunen und Wegen, das
. Vieh abzusperren, während es Menschen bequem aufthun können,
an einigen Orten auch die gatter, streng geschieden von das
gatter, das nur im Sinne Gitter gebraucht wird. ;^en gattern
rucken.^^ vom Auf- und Zuthun. obscön de concubitu. LXlV. 1. 5.
gauch, der; = 1. Kukuk. XXXV. 3. 10, XLI. 1. 7. 2. Tölpel,
Narr. ,?ain öden gauch.^^ XXVI. 284.
ga u gg el, g au gel, der; = das Gaukeln, der Fall des Stolpems.
II. 3. 28. daher MT. gaugeln. II. 3. 32.
geben, Zeitw. st. trans; =3 geben. Präs. ich gib, geist, geit.
neben gibst, gibet, gibt. Imp. gab, gab, gäbe. Part, ge-
geben, geben (verkürzt). Imperat. gib. C. 3. 15. LI. 1. 7.
gebhart, der; = gebefroh im passiven Sinne, bestechlich. XXVI. 49.
geberen, Zeitw. st. s=s gebären. ;^ain gut geboren edel man.^^ gnt
adelig. XXXVI. 1. 1.
33!
gedachtikitch, Adv. =3 im andenkenden Zustande, in der Erinne-«
rang. CVII. 2. 2.
gedanck, gedanckh, der, Plur. gedenck, gedencke, gedan-i
cke,r=s Gedanke, Sinn, Vorhaben, Erinnerung. C. 2. 5. LXXYII.
1. 20. XXVIII. 1. 15. XVII. 4. 32.
gedencken, Zeitw. halbschw. = gedenken. Inp. gedacht, ge-
dachte. Part, gedacht. XXIII. Jl. 4.
gedenns, das; = Gewoge, Menge. ;^kind, weib und man ain dicks
gedenns.^^ VI. 171. Grimm. II. 35. gedense = commotio vom
althd. dinsan =rr trahere. Stamm denen, gedunsen, raw^
riiv<a>.
geding, das; = Gericht, Tagfahrt, Rechtsentscheid. ;;in urtail und
geding.^^ XXVI. 306.
geding, g.edingen, das; aa Vertrauen, Hoffnung. ;>den armen ist
nichts anders geben, als gut geding und übel zeit.^^ XXII. 4. 4.
;>trostltch gedingen ich zu der guten hän.^^ XXXVII. 4. 1. XXII. 5. 10.
geddne, gedone, das; =s Seufzer, Gebeth. ;7mit gaistlfchem ge-
done.^^ CXII. 3. 4. Nichtumlaut, Reim auf tröne. CXIV. 1. 4.
gedrang, gedrange, gedranck im Endreime. = 1. Gedrflng, das
Drängen einer ivogenden Menge. VI. 138. 2. Gewalt, das sich
Hervordrängen. ;^durch tags gedranck.^^ XXXIII. 1. 3.
gedrange, Adv. =3 in dichter Schaar. XVI. 5. 10. fest, innig. VII. 3.4.
gedräut, gedrott, = Gertradis. 1. Die grosse wird am 21. No-
vember, 2. di^ kleine am 17. Mflrz gefeiert. CXXI. 325. CXXI. 76.
gedreut, das; = Freundlichkeit, Liebe, Grass. ;>wann sie leut en-
pßngen mit gedreut .^^ XXXIII. 3. 14.
gedultikitch, gedultigkltch, Beiw. = geduldig. Adv. gedul-
tigltchen.^^ CXIV. 1. 8.
gefug, gefueg, Beiw. =: schicklich, passend. ^ydAn guidein ketten-
lein gefug.^' VII. 1. 6. ,,mein treu gefug.«' LXI. 2. 7.
gefuegen, Zeitw. = bequem einrichten, bewerkstelligen, dahinbrin-
gen, fördern. XXXV. 3. 35. LH. 3. 4.
gefriesen, Zeitw. st. intrans. = Kälte, Schauder, Furcht empfin-
den. ;^ie hell, die nie gefrds.«< CIX. 1. 11.
gegenbuVtigltch, ss avraStof, entschfidigend , Ersatz leistend.
CXI. 1. 17.
33»
gehin, Zeitw. = haben. XXII. 4. 14. XXVI. 214.
gehdrt, Beiw. = behaart, haarig. LXIV. 1. 4.
gehass, =cs verhasst.
gehelffen, Zeitw. = helfen. CXVIII. 2. 12.
geheuer, gehewer, Beiw. = sanft, angenehm im Betragen, milde.
Vergl. Schmeiler. 11. 232. Oswald aber: fest, sicher, froh, ;?er
deucht sich gar geheuer.^^« VI. 151. ;9ainer sache geheuer wer*
den.^^' CXVII. 2. 4.
gehören, Zeitw. = wie hochd. ;^gehorend.^^ = gehören. XXXI. 4. 38.
geigen, Zeitw. = fidibus canere. XXX. 1. 31.
geilicken, Adv. =s lustig, ^^geilicken fr6.<^ ausgelassen, sehr froh.
LXXX. 1. 1.
geyr, der; == Geier. 3. E. Plur. geyren. LXIX. 1. 16. XLI. 71.
geittig, Beiw. Nebenw. =: gierig, geizig. MT. a geittiger Magen,
a geittige Flasche u. s. w. ;>der geittig,^^=5Gier, Geiz. CXI. 2.5.
MT. der Geit.
geitikait, geittikait, die;'==: das nie genug haben, Geiz. XXII.
3. 17. CV. 2. 9.
gel a eben, Zeitw. =r lachen. ;^des schimpffes.^^VIII.3. 12.XG. 3. 16.
gelaitt, gelaitte, das; == Geleite, Führer. ^Ms mein gelaitte.^^
CXIII. 3. 2. XII. 2. 1.
gelast, glast, der; s=: Glanz, Schimmer. XXVII. 3. 5. MT. allent-
halben, besonders im Fasseier ;>der Schneeglast blendet.^^
gelauben, gelaben, glauben, 5= glauben. LXX. 3. 12. ;>an
dich.^^ VI. 134. MT. gelaben.
gelauben, der; = Glauben. CV. 1. 9.
gel, gele im Endreime, gelbe in cas. obl. s= gelb. Adv. gele.
L. 1. 11. VI. 95. XXXV. 2. 1. MT. gel, auch in den cas.
obliq. althd. gelo.
geleich, gelfch nur im Reim, gleich, glich im Reim. = 1. Sub-
stantiv, ^ytaein geleich.^^ meines Gleichen. LXXIV. 1. 8. ^^nyemant
mein geleich.^^ Genosse. LXXVI. 3.25. Vergl. genos. 2. Beiw.
;^as gleich suecht sein Gleichen.^^ XX. 3. 4. 3. Adv. geleich,
statim, noch jetzt in dieser Form im Hochpusterthal. X. 1. 4.
^des geleich, des geleichen.^^ eodem modo. I. 1. 18.
333
geleichen, gleichen, Zeitw. ss 1. gkichen, tiinlkh seyn. XXX.
2. 21. 2. gleich, Ähnlich machen, ^^er gleicht sich einem vich.^^
CXVIII. 6. 14.
gelenck, Beiw.=s8chmeidig, biegsam. LXXVI. 2. 30. HT.;^glenker
gelent, das; =s Gelände, Landschaft, Gegend. XXIX. 1. 6.
gelff, gelffe, Beiw. = stolz. LXXXVII. 3. 5. angls. gelpan =:
»
superbire. gelf = arrogans. Grimm. II. 32.
gellen, Zeitw. st. = schallen. ;>das es mir durch die ören gal.^<
XIX. 1. 14.
gelid, das, Flur, gelider, =: Glied. Insbesondere die weibliche
Scham, ^^am gelid not tiin.^^ LXXVII. 3. 10. I. 2. 16.
gelimpffen, sich, Zeitw. = sich zurechtfügen, schicken. XVI. 3. 11.
gelimpffen, der; = Fug, Recht, Zuständigkeit, Zusagniss. Bei
Oswald tritt nach MT. noch entschiedener hervor : was zusagt,
Wohlbehagen , Milde , Sänftigung. ;>ir jugent , tugent pringt ge-
limpffen.^^ LXXII. 1; 18. ahd. 1 imph an = zustehen, sich fUgen.
geling, der? = das Glück. ;;mit gelinge.^^ glücklich.
gelingen, Zeitw. = gerathen. ;^zbär mir gelang so Sibel nyeM
LXXXVI. 2. 19.
feit, der; = 1. Zahlung, ^^den peutel in ainem gelt aufthun.^^ ein
für allemal zahlen. V. 4. 8. 2. Schuld. Schmeller. II. 42. >>gelt
widergelt.<< die Schuld rich^g und voll bezahlt! XXV. 2. 2.
3. Vergeltung. CXVII. 4. 7. ^^ie gult, gulten^^ in den Urkunden
=s ewige Grundablösung durch Jahreszins.
gelden, gelten, Zeitw. st. = 1. zahlen, bezahlen. ;>sein schuld.^
XX. 2. 6. 2. büssen. ;>den muetwill.^^ CXII. 1. 10. 3. sich
gelten sr zu stehen kommen. XV. 2. 8. Präs. ich gilt. Imp.
galt, galt, gulte. Part, gegolten. Imperat. gelt, gilt. V.
3. 5. IV. 2. 25. XLV. 1. 8.
geluck, gluck, das; ss Glück.
gemach, das; =3 Gemächlichkeit, Ruhe, Unterkunft. ^;mit gemadie
län.^^ LXXVII. 3. 15. XL 3. 15.
gemahel, das; = Gemahl, männlich und weiblich, öfter jedoch Ge**
mahlin. >?gemaiiel liebt sein gemehelein.^^ £XVIIL4. 5. weiblich«
XI. 1. 26,
334
gemain, Beiw. as gemein, ^^gmaine haubt.^^ XXIII. 5. 1. Adv. ge-
main = insgemein, allenthalt^en. LXXXIX. 3. 7.
gemain, die; =r 1. Gemeinde, kirchliche, ecclesia. XVIII. 6. 7.
2. Inbegriff aller Gemeindeglieder eines Ortes, ^^in der gemaia.^^
in concione. XXVI. 93.
gemainiklich, Adv. = insgesammt, allgemein. LXXXIX. 1. 13.
gemait, Beiw. = stolz, freudig, heiter, mächtig, rüstig, kraftvoll,
stattlich. Stamm mayen, schwellen, blühen, glühen, grünen,
treiben, fruchten. Part, gemait. woraus Mai = Moment des
Wachsens, an's Licht Strebens, Blühens, voll Kraft, Fülle, Stolz
und Freiheit. LIX. 3. 19. XVII. 4. 28. LXXVI. 3. 22. LXXVI.
2. 12. LXXn. 1. 4. Hhd. mey, gemeit. Such. Tristan und
Isolde von Hagen edirt S. 392. Art. meien.
gemehelein, das; = Gemahlin. CXVIII. 4. 5.
gemeng, das; = Buntheit, Farbenspfel. ;;dein gemeng von amplick.^^
LXVI. 2. 13.
gemuet, gemuete, gemut, das; =s Gemüth. CX. 1. 2.
g6n, gein, sss gegen, in der altern Bedeutung: zu, coram. XXVI. 140.
gän, g^n, geen, Zeitw. intrans. st. = gehen. Präs. ich gee, g6,
g6st, g^t, gät. Plur. sie gän. Imp. ging, gieng. Part, ge-
gangen, gangen. Imperat. gee, g6. Bedeutliches: 1^ gelten,
^^wo kaiserliche recht nicht gän.^^ XXVI. 223. 2. ^>vil guter rät
der ging mir nöt.^^ III. 2. 7. XXXIX. 2. 7, CXVIH. 3. 10.
LX. 1. 10. CVII. 4. 22.
genach, die; = Nähe. LH. 3. 6.
'genftd, gendde, gnäde, die; = Gnade, Nachsicht. Räufig Um-
schreibewort: ;^b mir dein gnäd nit helfen wil.<^ du in deiner
. Güte. XL II. 1. 14. ;9genäd erwerben zu marfe klndelein.^^ bei.
CVIIL 1. 10—11.
genftden, gnaden, Zeitw. = gnädig seyn. XXXVI. 1. 4. 1.4.7.
genedigklich, genadichleich, Beiw. Nebenw. =ss CXXI. 119.
CXXII. 4. 6.
gen a igt, Beiw. := geneigt. VI. 62.
genaschen, Zeitw. sss naschen, gemessen, ^^ich wil, daz er des
klainen gnasch.^< V. 3, 11.
335
genatt, ae Eigenuaine, Genadius. Der Heilige d. N. wird am 7. Juni
gefeiert. CXXII. 6. 2. Vergl. senat.
genau, genaue im Reim, =s wie hd. genau. CIV. 2. 5.
genesen, Zeitw. intrans. st. = 1. gerettet, erhalten, befreit werden.
CXIX. 2. 3. 2« ganz, vollstflndig, erwünscht zu Ende kommen,
;^wie mocht das end froüch genesen ?^<^ CXVI. 3. 14. Eigentlich
das Neutr. zum trans. neren, such das althd. ginesan. Imp.
genas.
genes ch, = Weibername. V. 2. 2.
geniessen, geneussen, Zeitw. st. =s gemessen. Formen: geneust,
fruitur. Imp. genös. Part, genössen. XX. 3. 11. I. 2. 13.
gen i es, der; = Genuss, Gewinn, Vorlheil. CXVIII. 4. 18. Grimm,
in. 670. II. 20.
genieten, sich, Zeitw. = sich abarbeiten, sich im Genüsse abmü«
hen, vergnügen ,r sättigen. ;^der sich in freuden hat geniett die
, langen nacht.^^ XXVII. 1. 18.
gends, gnös, der, Plur. genössen, gnössen, = 1. gleich.
;;kainer dein genös.^^ XI. 1. 8. 2. theilhaftig einer Sache. ;;ertz
wierden gnös.« XU. 1. 17. 3. Geselle. XX. 2. 13.
gensei, das; = Gänslein. ;^damit das freul hinfur an sorg nicht
fliesen mocht ir gensei.« ihr Gänslein nicht verlieren möchte. Eine
Zote im Munde des Liebhabers, der dem Fräulein das Feld sper-
ren hilft zur Hut des Gänseleins, ne defloretur. LXIV. 1. 14.
gensei ein, das; = Gänslein. XVIII. 4. 5.
genslich, Beiw. 8= ganshaft, hussitisch. ^^ain genslfch schar.« Hus-
siten. XVIII. 4. 3. Vergl. gans.
genczlich, ss gänzlich. CXIV. 3. 5.
genug, genueg, genucht,*gnucht, = 1. Genüge, Fülle* MT.
die gnüeg. ;;die frucht fleust ir genucht.« Sättigung, volle Lust.
LXXXVIII. 3. 8. Grimm. II. 204. genucht. = abundantia. 2. ge-
nug adverbialisch. XXXIII. 2. 26. XXXIX. 1. 6.
gepar, geper, gepard, die; = Geberde, Betragen, Benehmen.
LXXII. 1. 12. XXIV. 4. 7. LXXXIL 2. 1.
gepeiten, Zeitw» =? warten, mit einer Schuldforderung. IV. 1« 22r
gepet, das; sss Gebeth. LXXXIL 2. 6.
336
gepflantre, das; == Blüthen- und Biätter^chiiinck. »der plSemlem
zierlich gepäintze.'^ XXXIII. 2; 9.
gepiet, das; =? Geboth, wirkende Ursache. X. 4. 4.
geplued, das; = Blüthe, Blühen. CXY. 2. 6.
gepieten, gebieten, Zeitw. st. = biethen, darreichen, geben.
LXXVII. 2. 10. VI. 55.
gepösse, das; = Rütteln und Schütteln, Stossen. ;;aines wagens.^^
XII. 4. 6.
gepot, das;= Geboth, Gebieth. ;^er Hess mir nye kain freis gepot.'^
nafch Willkür bandeln und leben. XIII. 16. 3.
geprang, das ;= Gepränge, ^^ain hoch geprang von klainem glancz.^^
V. 4. 1.
gep rechen, Zeitw. = fehlen, abhanden seyn, wegseyn. ;9bis das ich
von in yat geprechen mit dem leibe. ^^davankommen. LXXXVI. 5. 10.
gepresten, Zeitw. = fehlen, abgehen. ;^geprist.^^ LXXXI. 1. 7.
gepreu, das; = Geköch, Vorrichtung von Strafmitteln, Ueberschfit-
tung u. s. w. ;^schinden mit mangerlay gepreu.^^ Höllenplage von
verschiedener Art anthun. CXIX. 2. 8.
gepreu SS, das; = Brausen, Lärmen. X. 6. 1.
gebuessen, Zeitw. = büssen.
gepudme, das; =: Lärm, Tumult. LXX. 2. 10. MT. bidmen =
beben, erdbeben.
geranss, das, Reim auf grans, = schnelle Bewegung hin und her.
obscön. XXIX. 3. 41. Von ranzen,
gerat, das; s= Geräthe, Zeug. VII. 3. 6.
ger, die; = Begierde, Verlangen. ;^as ist mein ger.^^ XXXVIIL
1. 17. XXVI. 74. Daraus unser begehren, gier Umlaut davon.
I^erb, gerbe, =: gar, durchaus, gäiTzlich. ;;iiber alle färbe gedbe.^
Reim auf herbe. XXXIV. d. 20. Umlaut aus garb.
g«fben, Zßltw. s=sa gärben, allerlei untereinander rühren, mischen.
Part, g e r b e t, = mannigfaltig der Farbe nach gemischt. XXXV. 2. 4.
gerecht, grecht, Beiw. Nebenw. = rechts seyend. ;;zur grechteo
seytten.^^ XCI. 3. 14. Adv. gerechi =s rechts. LH. 2. 2.
geied, gred, die; » fieradheilr. CKIL 3. 3. MT. Krö4e as Qe-
radeaufrechtgewachsenseyn. ,
1^337
geren, Zeitw. sehw. =s begehrei^ wt&sclien. ;^icli ir nymmer ger.^^
IL 4. 28. XXXVIII. 2. 6. XXXVII. 7. 3. Au« ger.
gericht, das; = Bezirk, zu einer Jurisdiktion gehörig. XXVI. 392.
gern, geren, Comp, gerner, Sup. gernest, =: gern, bereit,
gierig. LI. 1. 13. ;9a]IergerHest tun.^^ XXIL 4. 11,
gerlieh, s= gänzlich. LI. 1. 19. XXVI. 93. Aus gar.
gertltn, das; = Gärtchen. LXIX. 1. 13.
gereuen, Zeitw. = reuen. XXXVI. 4. 10.
gereusch, das; = Gerftusch.
geruchen, Zeitw. es beachten mit dem Acc. XIII. 15. 10.
gerumpffen, =r gerümpft, runzelig. CXIL 1. 12.
gerün, das; = heimliches Reden, Geflüster. XVI. 3. 3. Mhd. ge-
rinne, von rünen, nhd. raunen.
gesagen, Zeitw. = sagen, eingestehen. XVI. 4. 8.
gesang, gsang, gesanck, gesangk, gesange im Reim, das,
Plur. gesange, = Gesang. LXXXVII. 3. 9. XIIL 14. 6.
gesatz, das; = Gesetz.
geschefft, das; s=s Geschöpf. CXV. 2. 2.
geschehen, neben beschehen, Zeitw. = geschehen. Im Auslaut
und bei Konsonantenanwachs geht h in ch-über. Pros, geschieht,
Imp. geschäch, geschach, geschech. Part, geschehen.
geschell, das; = Geschelle. XL. 1. 15.
gescheiten, Zeitw. ss schelten. Imp. geschalt. LXIX. 2. 3.
geschlichten, Zeitw. = schlichten. XXVI. 77.
geschray, geschraj, das ; = Geschrei. ;?kraut, ain gross geschray.<<
gewaltig viel. IV. 1. 9.
geschrift, gscbrift, die* = Schrift, besonders die heilige. CXIX.
2. 2. XVIII. 6. 9.
gesegenen, gesegnen, gsegnen, Zeitw. =: segnen, ^^gesegen.^^
benedicat. LXI. 3. 1. XCIX. 2. 1. ;?ainem das päd gesegnen.<<
LXXXVI. 5. 15. das erlittene Unglück mit schimpflichen Worten
mehren.
gesein, Zeitw. s= seyn.
gesehen, Zeitw. st. as sehen. ;^ich gesich.^^ XCI. 3. 13. ^^ich ge-
sech.^f LXXXVIIL 3. 13. LXXIII. 3. 2.
gesell) geselle, gselle, der; = 1. Geselle, Genosse; 2. Lieb-
22
hebet, Liebhabende. XLV. 12. XXVIII. 3. 25. . 3. Knappe. >^her-
ren und gesellen. ^^ \t. 103.
gesellschaft, geselleschaft, die; = Gefährtin, Liebchen. LI.
1. U.
gesind, ge;sinde, das; == 1. Begleitung, Gefährten, ^^mit manger-
lay gesinde, des mir das alder m^tl,'^ CXIX. 1. 7. 2. Bewoh«
nerschaft, Eingehäuste. ;^das hellische gesinde.^^ CXIY. 2. 4. Ten*
fei. 3. Menschen überhaupt, ^y^m menschlichen gesind. ^^ XCYIII.
1. 8. Stamm sind, = Reise, also eigentlich alles lebende Bei-
wesen auf einer Reise. Hier der UrbegriiT fast ganz verwischt.
gesiecht, geslacht, geslachte, das; = Geschlecht. XXIX. 1. 15.
LXVII. 4. 14.
gslefelein, das; = lieber, bereitwilliger Sklave im Liebesdienst.
LXVI. 3. 9.
gjflös, das; = Schloss, castrum. MT. CXVIII. 7. 18.
gesneud, gesneude, das ; acr Schreien, Locken, Singen in scharf-
ausgeprägten Hochtönen. Daher Girren und Locken der Minne.
;;man hört ain süess gelock durch gross gesneud.^^ obscön, coitus.
LXXI. 3. 4« ;^rläss mich deins gesneude.^^ sagt die Diern zum
werbenden Knechte. LXX. 3. 19. Yergl. MT. aufschneiden ss
prahlen.
ge sprechen, Zeitw. = sprechen. LXXII. 2. 2.
gestalten, Zeitw. = wie hd, Part, gestalt = beschaffen, aus-
sehend. I. 1. 2.
gestftn, Zeitw. »= 1. stehen. CIX. 4. 9. 2. zu stehen kommen.
;>gest6t mich mangen groschen.^^ XIII. 16. 10.
gestatten, Zeitw. = gestatten. ;7ainersache gestatten seyn.^^ XXVI. 338.
gesteude, das; = Staudwerk. CIY. 1. 25.
gestrews, das; = Gebüsch. MT. Gesträus. I. 2. 26.
gesund, gsund, gesunt, Beiw. =: gesund. XLYIII. 1. 9. XLIII. 43.
gesunt, der; = Gesundheit. CXYIII. 4. 11.
geswaigen, Zeitw. = zum Schweigen bringen. XIII. 10. 2.
gesweren, Zeitw. s= schwären. ;^sy geswier.^^ XCI. 3. 12.
geswind, ges winde, Beiw. Nebenw. =: geschwind. LYI. 1. 14.
geswindltch, = schwindlig. CYII. 3. 9.
g 6 «TW u Ist, die; =s Geschwulst, uneigentlich mammae. LH. 9« 6.
S99
f^teusche, das; &= Trug. )M ^eteusche.« XCVLS. 7. truglos,
^etracht, getrachte, das ; sz 1. Vorhaben, Trachten. XXIX. 1.30.
2. Wesen, Benehmen. ;^ich mit dem getrachte verii^ren.^ vom
Berauschten. XXIII. 1. 8. MT. getracht. ;9was ist das für a
getracht?^^ sagt die Mutter zu Kindern, die sich übel geberden.
Von tragen. Ital. portamento.
getragen, Zeitw. s= tragen. CVI. 10. 6..
getranck, das; sas Getränke. XCVIII. i. 6.
getrauen, Zeilw. as= trauen. LXV. 3. 14.
getreulich, Beiw. ss getreu. Adv. getreulfchen. XXIV. 4« 6.
ketterlein, getterlein, = Katharina, Frauenname. Die Heilige d.
N. wird am 25. Nov. gefeiert. CXXI. 329. MT. Kattl, Katterle.
ge t u c k e , das ; = das sich Ducken und Zusammenschmiegen. LXXI« 2. 1 1 .
geude, die; =s stolxe Freude, Jubel, laute Lust, Grossthun, Genass.
;^er 6ren geude.^^ CXVIII. 5. 8. ;;vil grösser freud, zierlicher
geud ward mir bekant.^^ XII. 1. 25. Stamm yao), gandeo, godere.
MT. gaiden =: lautlustig seyn, progeln, worin auch der Be-
griff prahlen liegt.
geuden, Zeitw. = lautlustig, fröhlich stolx seyn. >4ne kummer will
ich geuden und gufften^r XXXV. 1. 40. >?geud und meld.'^ Jagd«*
rege], den Jubelruf des Jägers beim Anblick des Wildes vorschrei-
bend. XLIII. 40. Trans. ;>dein stimm ich geudA sagt der Jftger,
wenn der Hund ausgibt. XLIIL 8.
gevdch, gefäch, Part, von vähen, en apokopirt wie gevang bei
Sttchenwirt, ständiges Beiw. t=a 1, gesammt. >9Von furstenn^ ktt«*
nigin gefäch.^^ III. 2. 2. 2. befangen. >9er lag gevftch in sorgen.^
VI. 82. 3. verwirrt, fassungslos, ^^mein Schreiber, dick gefftch,
klagt seinen grossen ungemach.^^ XV. 3. 11. An gif eh bei
Schmeller I. 117 ist hier wohl nicht zu denken.
gevallen, gefallen, Zeitw. st. sas gefallen, placere. Präs« 3. P«
gefeit, gevellt, gfellt, gevallet im Reim. Imp. geviel.
Part, gefallen. CXVII.6.4. XXXI. L 15. XXXVL 4. 2. XXU«
2. 12. XXVIII. 1. 22. XXXVI. 3. 8.
gevftr, gevar, gever, gevere, Beiw. e» auf Schaden lauernd,
heimtückisch, feindselig. ;^noch ist sy mir ge^fieM 11« 3« 16« ;>sy
was mir gevAr.« CXVIII. 7. 12.
22*
340
gevar, gevarde, gevard, gever, gevere, die und das; =List,
Tücke, Feindseligkeit, Gefahr. ;^n geyer/^ ;4n gevere.^^ traglos,
aufrichtig. LXXIV. 2. i. XXIV. 4. 6. ;,mit gever.^^ gefährlich.
XL VIII. 3. 2. ;;niit gröblichem gevarde.^^ CIX. 4. 10. ;?gevar
tragen.^^ CVIII. 7. 15. Aus dem mhd. die vär == dolus, bei Ot-
frid fära.
geverte, geferte, der; = Gefährte. XVIII. 5. 7. XLVIII. 3. 14.
gevert, geverte, das; =: 1. Wesen, Art, BeschaflPenheit. ;;gar süss
ist ir gevert.^^ sagt der Geniessende von seiner Geliebten Brust.
. ^^mein gevert ist gar still.^^ sagt der Bürger von seinem Leben.
LV. 3. 4. XXXI. 1. 18. LXIII. 1. 20. CVI. 4. 14. 2. BetrÄ-
gen. Benehmen. LXXI. 1. 18. 3. Lärm, Tumult. ;^sich hub ain
Wilds gevert.^^ VI. 112.
geviecht, das; = Vieh, kollektiv. ;^das edl geviecht.^^ Gevögel der
Falkenjagd. XVIII. 2. 5. tropisch ;;als edl geviecht der kristen-
hait besunder.^^ Gottesgelehrte, Professoren der Theologie. XVIII.
4. 2.
gevird, das; = Feidung, Gefilde. CVIII. 2. 7.
gewachs, das; = Gewächs. CXV. 2. 7. MT.
gewaltig, gebaltig, Beiw. Nebenw. s= Gewalt habend. ;>die mein
gebaltig ist.^^ LXXXI. 1. 4. Adv. sehr, sehr stark. HT. XXVII.
2. 27. LXXVI. 1. 7.
gebaltikltch, Beiw. Nebenw. =3 gewaltig. XXI. 3. 4.
gewant, das; = Gewand. VI. 165.
gewenden, Zeitw. = wenden, ins bessere wandeln. III. 3. 10.
gewenen, gebenen, Zeitw. halbschw. =;= gewöhnen. ;?wes sich die
jugent hat gebent.^^ XXII. 3. 12. ;^pistü zw freuden ye gewant.^^
CXIV. 2. 15. gewant MT. in vielen Gegenden Tirols, a hoch-
. deutsch gesprochen.
geweichen, Zeitw. = 1. untreu werden. LXXIII. 2. 5. 2. ent-^
. gehen. CXIIL 1. 8.
gewerb, das; = Gewerbe. XXII. 1. 3.
geweren, Zeitw. = gewähren, «-ainen geweren.^^ ihm willfahren.
XCV. 1. 10« Mit dem Genitiv der Sache. ;^des tu mich schir ge-
beren.«^ LXI. 3. 10. LXXXVII, 3. 16. CXXIII. 2. 13.
gewerren, Zeitw. impersonal. ?=r verwirren, verdriesslich machen,
341
mit dem Genitiv der Person, ^^wie mocht mir g^n der vasenadil
bas gewerren?^^ XLIX. 1. 5. ;^es mich gebirt.^^ XIX. 2. 5.
gewin, gwin, der, Plur. gwin , = Gewinn. V. 5. 3.
gewinnen, Zeitw. st. ss gewinnen. Imp. gebunn, gebunn*
CXVIII. 4. 17.
gewissen, gbissen, das; = Gewissen.
gewurken, Zeitw. =5 würken. CXL 3. 11.
gezelt, das; = Gezelt, Laubdach. ;^may, dein gezelt.^^ XXX. 2. 15.
gezieren, Zeitw. = zieren. XLIV. 3. 8.
gy, = ihr, vos. mittlnl. ghi. LXXX. 1. 3.
gier, gir, die; = Begierde, Verlangen. CVII. 4. 16. Uml. aus gen
gieren, Zeitw. = 1. gierig seyn, mit dem Genitiv, ^^kosstlicher ge-
lüste.^^ XXXV. 2. 15. 2. geschlechtlich begehren. XXXIII. 2. 24.
gieriich, Beiw. Nebenw. gieriichen, Nebenw. = lustbegehrend,
wollüstig. XXXVIII. 2. 21. LV. 1. 7.
gift, die; = Gift. ;,ir iible gift.^^ CX. 1. 18.
giftikltch, Beiw. = giftig, bösartig. Adv. gifti kl! che n. LIV. 1. 2.
^^U €>i'sr9 = Aegidius. Der Heilige d. N. wird am 1. Sept. ge-
feiert. CXXI. 244. CXX. 9. 1.
^^1^9 S^^S^i gilgcn, die, Plur. gilgen, ss Lilie. LXIX. 1. 12.
gitrappen, Zeitw. = trappen, traben. ;>den zelt.^^ trottare. V. 2. 11.
obscön.
glantz, glancz, glantze, der, Plur. gientze, =s Glanz. XCIV.
3. 1. ;9des schonen glantz.^^ CXI. 1. 13. XXXIIL 2. 12.
glatz, der; = Glatze, ^^der alte glatz.^^ die Tücke des Alters.
VL 131. MT.
gleis, Beiw. SS glänzend blank. ;9yre hendlein gieis.^^ XXXVIII. 2. 11«
glitz, der, Plur. glitze, = Glanz. XVI. 1.20. ;>durch sunden glitze.^^
peccata emicantia, die an's Licht kommen. XVIII. 8. 8.
gioggel, der, Plur. gloggei, = Klotz, Schlegel, polnisch kloc.
MT. klocken, schlagen, abk locken, abprügeln, klöckeln,
mit den Fingern an's Fenster klocken, um einen Spott- oder Witz-
reim zu hören , Winterbelustigung im Pusterthal. ;?gloggel dich.^<
sehr dicht. X. 6. 2. noch HT. Schwengel der Glocke.
glogkelein, das; ae kleine, böse Glocke. VI. 101.
glogk, glogke, glogken, die; ss Glocke. VL 97.
m
glofkkaus, das; ss: Gloekenstobe. VI. 221.
gidsieren, Zeitw. scs anhängen durch Nachrede, ^^kain schand.^^
XG. ö, o.
glosten, Zeitw. ss glasten, glänzen. XXVlI. 1. 12.
glust, der, die; r=: HT. Begierde, Lüsternheit. XXII. 1. 10.
goder, der; = Gurgel, Schlund, ^^in des goders hol.^^ XXIII. 4. 10.
godersnal, der; =s spasshaft, Gurgel, wo das hinabfliessende Ge-*
tränk schnallt, glugget. LX. 3. 8.
gogelhait, die; s= frische, stolze Sinnlichkeit, Kraft, Muth, statt-
liches Leben, besonders im Geschlechtssinne. XIII. 3. 7.
gogelreioh, gogelreich, gogelrtch, Beiw. s=3 stolz, muthig,
geil, rüstig. XVII. 4. 20. XLI. 9.
gogeleich, gogeleich, gSgelich, Beiw. sa herrlich, prachtvoll.
Adv. gogeleichen.
gol, Beiw. Nebenw. =geil, muthig, lustig, keck. Zusammengezogen
aus gogel, oder was wahrscheinlicher ist, blosse Modifikation
von gail. LXX. 1. 23.
gjlich, SS Erweiterung aus gol, Reim auf frollch. ;^gail, gel,
golfch.^^ LXX. 1. 23.
gor bin, SS Wind, den nach Morgenland fahrenden Pilgern günstig.
XXVIII. 3. 20.
gdssen, die; = hohle Hand, die zum Umfassen dient, ^^mit beslos-
sen gdssen.^^ XXXV. 3. 19. Anderwärts die zang genannt.
LXXIX. 2. 3. althd. guosena.
gol, Genitiv gotts, gots, = Gott. ;,got schopffer.^^ CXIII. 3. 18.
gotsreoht, das; = treuga dei. Gottesfrieden. CV. 4. 11.
gothart, = Hannsname. Das Fest dieses Heiligen fällt auf den S.Mai,
gotschalk, SS Mannsname. XIV. 3. 1.
grft, grab im Reim, Beiw. = grau. In den cas. obliq. tritt das b
allzeit zum Vorschein. ;,grabe häre.^^ XIX. 3. 2. CXII. 2. 3.
XXXV, 2. 8. GL 1. 4. LXXXIL 1. 8. LIL 1. 11. Mhd. grä,
grftwe.
gra.elas, es als GebethtiteK ;9das gracias.^^ Dank nach Tische, weil
das Kirehengebeth anßingt : gratias tibi agimus. XVI. Titel^und 3. 6.
gracket, das; s=s Kollektiv für den Naturlaut der Raben und ähn-
licher Vögd. )a.L 47.
^843
grftl, der; is=s Kelch, Becken^ worin Christi von der Beschneidug
bis an's Kreuz vergossenes Blut aufgefangen ward , das grosse
Wunderwerkzeug der romantischen Poesie, welches, durch Zufall
oder List verloren , Parcival wieder auffand. Sodann alles Liebe,
Heilige , Theure , sogar in der Minne , das innerste Geheimnfss
wechselseitiger Liebe. LXXVL 2. 6. ;^niein höchster gräl.^^ an's
Liebchen. XXXIV. 2. 7. Schatz. Die Oberhand, der Kranz im
Wettstreit. XLL 53. Abi. aus sang real = sanguis dominicas,
oder nach Hagen Heldenbilder aus dem hebräischen garalasa =
Vorhaut, dem Erstlingsblute des Erlösers heilig.
gram, im Reim auch gran, ,= aufgebracht, feindselig. ;^ir gram/^
in. 3. 13. XXIX. 2. 14.
gränäten, =r Granada, Mohrenreich in Spanien. III. 1. 14.
grans, grannss, der; =r 1. Mund. XYIII. 1. 1. Grimm. 2. Bussen^
Unterleib. XXIX. 3. 33.
grasen, Zeitw. = jäten, ausreissen. ^^in dem part.^^ V. 1. 6.
graserln, die; =? Jäterin. LXIV. 1. 1.
grasly, gresly, das; = Gräschen. XXXV. 2. 17.
gras sei ick, Beiw. = grässlich, jämmerlich. LXXX. 1. 1.
graus, Beiw. = grausenvoll. ;^marter.^^ GVL 6. 12.
graus, der; = Abscheu. ;;än allen graus.^<^ LXXXVI. 2. 5. ;^ob et-
was graus haben.^^ LH. 3. 12. ^^darob nym dir ainen graus.^f
CXVIII. 2. 11.
grawseleich, grauselich, greuslich, grausselich, Beiw..
Nebenw. = grauenvoll, hässlich, bedenklich. XVIII. 8. 6. CXFV.
3. 6. XXXVI. 4. 4. CXIX. 1. 22.
grausen, Zeitw. = grauen, Ekel empfinden. ;>mir graust.^^ MT.
III. 2. 28.
grausen, das; s=s Grauen, Ekel, Furcht, ^^des kaisers grausen.^^
GVL 8. 8. vor dem K. Im Text lies grausen statt gros.
grebe, die; = Graue, Tagen. XCIV. 3. 1.
gredl, gredly, gredltn, gredelein, gredlein, gret, grett,
gretl,^griet, := Margaretha, Oswald's erste Gemahlin. XXXIX.
LVIII. 2. 1. 2. 13. 26. LXV. 1. 1. MT. Gret, Gretl.
greiffenstain,=rSchloss, ob Siebenaich, links an derEtsch. X. 1. 4.
gregö, =5 Nordostwind, spanisch gregal. XXVIU. 2. 13,
844
gregoriüs, ss Mannsname. Der Heilige d. N. wird am i2. Marx
gefeiert. 3.E. gregoriö. 2.E. gregort. CXXI.71.CXXIII.2.4.
greyen, Zeitw. =s schreien vor Freude. XCV. 5. 15. ital. gridare,
franz.* crier. ;)mit greyen.^^ mit Jubel.
greinen, Zeitw. = murren, knurren. XXII. 5. 6.
greis, greys, greise, besonders im Reim, Beiw. = grau, ^^von
sorgen greis.^^VIL 1. 1. XXVIII. i. 10.
greysen, greisen, Zeitw. = 1. grsiu, dämmerlicht werden. ;^ein
greys ich preys doch klain.^^ sagt das Mädchen zum Tagesglanz,
wenn sich ihr der Geliebte aus den Armen windet. XCIY. 3. 8.
XXIX. 3. 13. wo die Form vollständig ist. ;^dein greisen.^^
2. grau, alt werden. ;4n schuld des mus ich greysen.^^ III. 3. 23.
LH. 2. 8.
greisnegker. =: XIII. 11. 1.
grensel, das; = Vordertheil, Seite nach' vorn. Enger: ;9hertzliebe
gans , wie schon ist dir dein grensel. <^ sagt der Knabe zum
Mädchen, coiturus, Schooss. LXIV. 3. 13.
gries, der; = Steinkrankheit. ;jfurs gries.^^ LXXXVI. 1. 15.
gry, = aus dem franz. je crie, ich schreie. LVII. 1. 12.
griesbertlin, die; = Kampf wärtlin. Aus gries, arena und warten.
XXXI. 2. 26.
griet, =s Hargaretha, krainerisch. LVII. 3. 5.
grtfen, Zeitw. = greifen. XXXV. 3. 47.
grill, der, &= Schrei, lautes Gespött. ;?und pfeiffent dir mit grillen.^^
VI. 135.
grymikltch, Beiw. :=: grimmig. Adv. grymikllchen.
grob, Adv. =s die Sache ganz darstellend, ohne Beschönigung. CV. 1.3.
groschen, der; = grosso. Uneigentlich Geld, ^^mit mangem groschen
zier.^^ VI. 198.
gruessen, Zeitw. ss bttssen, zttchtigen. CVIII. 1. 14.
grds, grdss, grdt, letzteres Nl. =s gross. In den cas. obliq. ge-
doppeltes s. engl, great.
grosso, = ital. grosso, grob, laut. XXVIII. 3. 10.
grotzen, Zeitw. =s groppezen, rülpsen. XIII. 8. 5.
grufft, die; = Schlund, Tiefe. ;4n des meres gruflPl.^^ XVI. 3. 20.
grün, gruene, das, die; ass Grüne. XXXIV. 1. 18.
345
grünen, Zeitw. ss grünen, frisch, lebendig seyn. ;^er mih grünt
mir als ain pam/^ LXXXVI. 3. 14.
grünlich, Beiw. = grün. LXIII. 3. 9. Adv. grünlichen.
grnnd, grundt, Plur. gründe, =: Grund. I.Boden, das Unterste.
XL VII. 3. 4. 2. volle Wirklichkeit. ;^der sache ainen grund schaf-
fen.^^ LXXVI. 1. 31 — 32. 3. Ausbund. ;,des himels grund.^<
Christus. CVII. 3. 22. 4. Steigerungswort. ;,atts grundes milt.^^
innerster, grösster Hilde. ;^in des tödes grund.^^ ganz bis in den
Tod. LXXIII. 3. 6. 5. Tiefe, Fülle, Reichthum, Schatz, eigent-
lich und uneigentlich. CXYII. 1. 10. XXIII. 2. 15. 6. eigen-
thümliche Beschaffenheit. ;,jedem land ndch seinem grundt.^^ XXVI.
365. 7. ;,aus gantzen grunden.^^ im Ernst, von Herzen. Expos,
LVII. 3. 3.
gruntlös, Beiw. = unergründlich. ;,witz.^^ CVI. 1. 15.
gruschel, die; = Muskel, ^^nasengruschel.^^ XIV. 2. 16. MT.
grospel.
gschampen, geschämpen, Zeitw. = schämen, beschämt abzie-
hen. ;,ain faistes rind gab ich drumm, wer ich ew lewp, und liest
das knachtlfn gschampen.^^ des frühern Geliebten sich schämen
über die Verschmähung. LXX. 2. 15.
gschat? ^ Art? schiatta? LXXX. 3. 1.
gschin, Zeitw. = seyn. Der nl. Inflnit. stn. LXXX. 2. 4.
gschön, = schön. Nl. LVII. 2. 6.
gs Chol ick, =: soll ich. LXXX. 2. 3.
gslaff, der; =: schiavo, Knecht, leibeigen. LVII. 1. 11. ^
gufft, guffte, die; =s Geschrei, Jubel, Pracht, Herrlichkeit. ;9mit
deiner fruchte guffte von dem höchsten pam.^^ CIV. 3. 20. Grimm.
H. 198. III. 514.
güff ten , Zeitw. = stolz, fröhlich seyi, jubeln, frohlocken. XXXV. 1. 40.
guggugk, der; = anderwärts gauch (s. d.); mit Anspielung auf
den Ruf des Nachtwächters, der die verstohlen Liebenden weckt
mit guck, guck, = schau, acht! XL. 1. 22. ;9gug, guck, lieb
ruck.<^ Gesang der Schäferstunde. Ueberhaupt ist der Ruf dieses
Vogels häufig obscön gedeutelt worden. XXX. 2. 3 — 4.
gu gel ein, das; = Hantel mit Kappe, lat. cucullus, woraus das
deutsche Wort gugel. CXXIII. 5. 10.
346
^ugken, Zeitw. =s schauen, spähen. III. 2. 13. MT. guggen^
gugger, = Augenglas, Auge,
g Sicher, der; = Kilcher, Kircher, Messner, Küster. XV. 2. 7.
guidein, guldtn, Beiw. = golden. ;?die guldin spangen.^^ LXVII.
2. 2. VII. 1. 6. VI. 158.
guidein, der; = Gulden, Goldgulden. VIII. 3. 5.
guldlocht, Beiw. = goldfarbig, flavus. V. 1. H.
gumpen, Zeitw. =s ungestüm, muthwillig springen. ;?gump auf.<^»
»
sagt die Buhlin ad coiturum. LVIII. 5. 5.
gumppel, der; =: Buchflnk, obscön Vogel, membr. vir., Anspielung
auf das vorausg. Wort. LXXI. 3. 9.
gunnen, gunnen, Zeitw. st. = gönnen. Präs. alt. Prät. ich gan.
Imp. gund, gunt, gunde. Part, gegunt. Imp. gunn. Hit der
2. E. ;>meins leibs ich dir wol gan.^^ vom ehelichen Liebesge-
nusse. LXXXVIII. 1. 2. LH. 2. 16. XCVIL 19. XXXV. 3. 40.
gunst, der; = Gunst. ;^mit reichem gunst.^^ CXV.2.10. XCV.2. 18.
günstltch, Beiw. = günstig. ;^mit gunstliehem hertzen.^^ LIX. 1.1.
gür, = Herz, coeur. LVII. 2. 2.
m
gurtel, die; = Gürtel. ;^von der gurtel umbefangk.^^ LH. 3. 1.
gut, gut, gute, guete, die; = Güte. XXXVIII. 2. 1.
gut, guet, Beiw. Nebenw. = gut. ;^zü gut einem erdacht.^^ zu Gun-
sten. VH. 2. 10.
hab, die; = der Hafen, Ankerplatz, ^^dü var ee in die hab.^^ Reim
auf ab. XXVHI. 2. 2. Uneigentlieh y^marla, hab, hilff an dem
lesten keichen.^^ XCIX. 2. 15. Retterin aus Noth.
haben, Zeitw. trans. stark. r= wie hochd. haben. Formen: Präs. ich
hab, hän, du hast, er hat. hab wir, ir händ, sie händ,
hend, vom Reim verdächtigt. Inf. hän, hann. Imp. ind. hat,
h^t, hett, biet, hiett. Conj. h$t, hiet, hatt. Part, ge-
habt. V. 3. 8. XVin. 3. 8. LXXI. 3. 8. XIX. 4. 9. XCIX.
2. 4. LXX. 2. 13. und allenthalben, ^^hef ick^< = habe ich.
LXXX. 1. 1. Niederl. von hebben. Präs.
haben, Zeitw. trans. == heben, tragen. ;^wer habt den himl.^^ CIX.
347^
2. 1. stille halten, tiberhaapt eine rahige Haltung annehmen. >^ab
also.« sagt der Mann zum Weibe. LXXYI. 3. 17.
habich, der; =5= Habicht, Raubvogel aus dem Falkengeschlecht.
XVni. 2. 2. MT. Habich.
bader, der; ss wie hd. Insbesondere Liebesscherz, Liebesspiel, Lie-
besstreit, die Spröden zur Uebergabe zu bringen. LXXXHL 3. 4.
1. 4. ;>dem hader bonen pey.^^ ihn treiben, ibid. 2. 3.
haderen, hadren, Zeitw. intrans. =: sich in Liebesstreile, in Lie-
besbalgereien einlassen. LXXXIII. 1. 10.
hafenreu SS, der; = Reiss, im Hafen gekocht, Muss. ;^der snarcht
recht als ain hafenreuss.^^ sagt Oswald vom betrunkenen Schnar-
cher Kopp im Kerker. XIII. 10. 3.
hiifning, s=: Hafling, Berggemeinde ob F^eiberg bei Heran, links
an der Etsch. kollektiv. =: die Haflinger. X. 7. 2.
hauff, s=r Haufen wie hd. ^^ze hauffe.<^ haufenweis. VI. 138.
hag, der; = Yerschloss, eingehägter Platz, Umzäunung. ;^ain fuchs
in ainem hag.^^ CXVm. 2. 6. LXXI. 1. 7.
haid, der; = Heide, paganus. Unchristliche überhaupt, Türke, Ara-
ber, Götzendiener. I. 1. 4. MT. ho ad.
haid, haide, die ;=r flache, ausgedehnte Gegend, unangebaut, wald-
los, für Viehweiden besUmmt. LXXVII..1. 10. CIX. 1. 13. MT.
hoad.
haidenisch, Beiw. =: heidnisch, sarazenisch. ;^vil manger want ich
sey gewesen, ain haidenischer frey.^^ Nebenw. ^^haidenisch singen
und tantzen.^^ mörisch. VI. 164—168.
kaig, Jubelruf, Jauchzen. = hei, hey! Die zweite Sylbe des Wor-
tes juchheyen. ,,jtt haig.« LVIII. 4. 10. LXIIIy 3. 1. VergU
maig s=r may.
baimelfch, haimeleich, Beiw.==: heimlich, haimellchen, hai-
meleichen, haimltchen. Nebenw. auf heimliche Weise. XIII.
4. 10. XIX. 3. 15. XLIX. 2. 7.
haintz, verkleinert haintzl, = Heinrich. Der Heilige d. N. wird
am 13. Juli gefeiert. CXXI. 194. LVIII. 4. 1.
hais, Beiw. Nebenw. = heiss wie hd. CVI. 6. 16.
haiser, Beiw. ss heiser, raucus. ;,vor staub sd ward ich haiser.<^
VI. 34. MT. rauch, hoaserig.
348
Baissen, Zeitw. trans. st. = 1. heissen. VI. 160. 2. nennen. Tl.
175. Imp. hiess. Perf. gehaissen. Vor % einfacher Konsonant.
3. genennt werden. ;9und in der stat, haist parpian.^^ VI. 16.
hait, die; = Art, Weise zu seyn, Zustand. ;>besunderl!chen In der
hait, da u. s.w.^^ in der Weise, wo. XXVI. 85. ;^von guter hait. ^^
Art. XII. 2. 7. Noch als Endsylbe in hait und kait =s hd. heit
und keit vorhanden.
haitzen, Zeitw. trans. schw. =r 1. mit Feuer den Ofen erhitzen.
VIII. 2. 3. 2. heiss machen, wärmen, sieden. ;>dä bard gehaitzet
im ain pad.^^ VI. 38.
hal, halle, im weiblichen Reim, der; = Hall, Laut, Sang. ;4erchen
halle.^^ XXXV. 1. 48. Vergl. schal, gal.
halb, Beiw. u. Nebenw. = wie hochd. halbes, halbs, = zur
Hälfte. I. 1. 16. ^^näch halbes^^ = um die Hälfte, bis zur Hälfte.
II. 2. 32. MT. halbes, halbet, halbentig, halbntig.
haller, der; =s Heller. ;>sechzehen haller umb ain ay.^^ IV. 1. 7.
hals, der; = wie hochd. ;^von hals nicht schon quintiren.^^ mittelst
der Kehle keinen angenehmen Sang hervorbringen. XXX. 2. 1.
halsen, Zeitw. stark trans. == halsen, umfangen am Halse. 1/ ei-
gentlich. ;>hals mich, kuss mich.^^ LXI. 1. 14. 2. uneigentlich.
;^funf eysen hielsen mich gar schön.^^ VII. 3. 15. Imp. hiels.
hall, Part. = ja, freilich, wohl. ;jhall nymmer mör.^^ LXXXI. 2. 8.
VI. 43. MT.
halten, halden, Zeitw. st. trans. = wie hd. halten. Formen: ich
halt, du haltst, er halt, haltt. Imp. hielt. Part, gehal-
ten, ^^ainen frid halden.'^< LXXVII. 3. 9. ;^dft haltst mir dein
grues.^^ üblich und ordentlich grüssend. LXVII. 1. 6. ;9haU in
der mäss.^^ beharre, bleibe fest. XXVIII. 1. 2. ;>aine sprach: von
der gaiss hielt ich es mit.^^ ich hätte einen Gaisbart. XCI. 2. 3.
;>ich halt stet die wort.^^ mit' der Nebenidee : deine jungfräuliche
Ehre zu schonen. Vergl. noch : XVIII. 6. 2. LXV. 3. 13.
hamer, der, Plur. hamer, = Hammer. CVII. 5. 21. alth. hamar.
hämisch, Beiw. Nebenw. = heimlich, boshaft, tückisch, gesucht
grausam. CVI. 9. 9.
haim, das; = Heimath. ;^von haim so wolt ich varen.^^ II. 4. 3.
L 1. 6.
349
haim Steuer, die; = Mitgift, Helrathsgut, das das Weib mitbringt.
VI. 152.
hand, handt, die, Flur, hend, hende, hande; = 1. wie hd.
Hand. 2. Art, Weise. ;^das rieht man auf ain stule schön mit
der neuen handt.^^ XVI. 3. 13. In letzterer Bedeutung such das
gewöhnliche: hendlein, hendlfn. lat. brevi manu. Der Plur.
hande in folgender Stelle: ^^ain kunigtn, die mir den part von
handen verkront mit aim dyamandenn.^^ VI. 191. Die Parallele:
1. 3. 5.
handel, der ; = Betragen, Benehmen, ^^wol gezieret mit bandel, han-
del.^^ XI. 2. 21. Vergl. das Zeitw. handien bei Suchenwirt.
Ausgabe von Primisser. 334.
haDdwerch,,hantwerch, das, Plur. handwerch, =r 1. Hand-^
werk, Händearbeit, bestimmte, tägliche, fortlaufendes Geschäft.
;^ir handwerch bard nye werch genös.^^ sagt Oswald von der Liebe
Gottes, d. h. gibt sich nicht mit gemeinem Thun und Treiben
dieser Welt und ihrer knechtarbeitllchen Bestrebungen ab. CXL
2. 15. 2. Plur. hantwerch, = alles, was mit der Hand ge-
macht ist, besonders vor der ErGndung des Schiesspulvers die
grossen Wurfwerk2euge im Kriege, bei Belagerungen u. s. w. Bei
Notker handuuerch, in der mittl. lat. maneficium. X. 3. 1.
hangen, Zeitw. intrans. st. = wie hd. hangen. ;^und hiengens alle
dran C^n^ Galgen), es wer dem reich ain klainer scham.^^ hingen
sie, bäuerisch kontrahirt. LXXXVI. 4. 20.
hangk, hanck, der; = das Hangen (Christi am Kreuze). ;^ein
kreutzltch hangk^^ und ;9kreutzltcher hanck erlös uns ebigleichen.^^
XCIX. 2. 11. CVII. 5. 25.
hans, hanns, = Mannsname. Verkleinert henselein, henslein«
MT. Hansel, Hannes, Hanuesle-, Hänsele. 1. ;;hanns,
guldiner mund.^^ Joh. Chrysostomus, Patriarch von Konstantinopel,
kirchlich gefeiert am*27. Jänner. ;^grdss hanns.^^ Joh. der Täufer,
gefeiert am 24. Juni. ;^klain henselein.^^ Joh. und Paul, gefeiert
am 26. Juni. LXIX. 1. 5. CXXI. 175. CXXI. 27-^29. CXXI.
175—177. LX. 3. 5.
r, das Plur. häre, här; = U wie hd. das Haar einer Kuh zur
Malratze gebraucht. VI. 69, Z. Zur Verstärkung der Verneinung.
350 ^
;>um trauren gab ich nit ain här.^^ XXIX. 3. 20. ;A(]ain umb aiii
här.^^ gar wenig. LYI. 3. 15. ;>iiicht umb ain här.^^ gar nichl.
Grimm. III. 731.
hard, der; = Gebirgswald, eins mit Harz, grosse waldige Berggegend.
XL. 1. 19.
has, der; = wie hd. Hass, besonders der Abscheu des fernen Ge-
liebten über die Uebel der Trennung. ;^mein leib hat vil erliten
nach ir mit senicklfchem hsisM CVIII. 2. 1.
ha SS, das; = Kleid. Uneigentlich, ^^der mynsten plum mocht er nicht
gancz mit irem glancz natürlich hass posnyren schon.^^CXy.2. 17.
hassen, Zeitw. trans. schw. == hassen, verfolgen. ;;nu hass dich
alles laid.^^ Wortspiel auf hussen, Huss. XVIII. 5. 1.
Jiatz, hacz, der; = Feindschaft, Abneigung, erklärte, heftige. ;>g^ii
des Hechten tages hacz.^^ Feindschaft, die Liebende vom Schlaf-
und Freudengenusse treibt. XGIY. 1. 5. ;^des seist du frau an
argen hatz gelobt.^^ an Maria. XCVIIL 2. 1.
haubt, das, Plur. haubte, heubte, heubter, =: Hai^it, Kopf.
Besonderes : ;^ndch seinem haubt^^ richten, nach dem Einfalle und
Auslangen seines Kopfes, einseitig, ^^mich hundert nit an gmaine
haubt.^^ Personen. XXIIL 5. 1. ;>dä sein vil heubter schuldig an/^
Vorstände, ahd. houbit. Vergl. XXVL 24—25.
haubtgut, = Mast. L 2. 27.
hauch, = hoch, jägerlich verdreht, ^^hauch.^^ aufwärts ! an die Hunde.
XLIII. 48. Vergl. heuch, hoch.
hauen, Zeitw. trans. schw. = mit einem Saile oder jedem nndent
'Werkzeuge schlagen, züchtigen. IL 4. 13. MT. hauen, sss schla-
gen, prügeln, bestrafen mit Schlägen.
hauenstain, =3 Schloss ob dem Dorfe Seis^ einst mitten in einer
unermesslichen Fichten wal düng, gerade unter dem vorgeschobenen
Kegel des Schlems, Oswald's gewöhnlicher Sitz in der sweiten
Hälfte seines Lebens. HL 3. 9. *
kaasdiernelein, das; =s scherzhaft kosend, die Grossdime, Ffih-
rerin der gemeinen Hausgeschäfle , besonders in Wirthsbiliisem,
Seitenstück zu Hausknecht. MT. IX. 5. 2.
hausen, Zeitw. trans. und neutr% schw. ac 1. beherbergen« ^^ta
wetb^/^ XXXI. 4. 35. 2, sieh wohnlich niederiassen. D» Win-
ter'^^hftt sich herwider aulT «einen alten 5it2 gehauset/^ XVI. 1. 3.
HT. Eingehäuste, in Miethe Wohnende.
hausknecht, der; = Grossknecht, vorzugsweise in Wirthshäusern,
dem Pferde-, Fuhr- und niedern Hausordnungswesen vorgesetzt.
MT. IX. 1. 2.
hausmanin, im Endreime auf innen, hausmaninnen 3. E. =
Sabina Jäger, vermählte v. Hausmann, aus einem Edelgeschlechte
zu Tisens , anfangs Oswald's vieljährige Geliebte , später seine
Feindin und des Herzogs Buhlin. XIII. 12. 10.
haoit, hawt, heut, hewt, die; swiehochd. Speziell: 1. Jungfern-
haut. LXXVII. 3. 19. 2. ;jdü faige haut.^^ verächtliche, unrüh-
rige, verliebte, arbeitsscheue Weibsperson. XXXIX. 2. 21. MT.
Haut, = arme, bedauerungswtirdige Weibsperson. Haut er, =
Hannsperson dieser Art.
heb, die ;= das Heben, Tragen. ;;ain pürd swerllcher heb.^^ LXXXVII.
2. 21. schwer zu tragen, zu halten. MT. ;^Man hat koa höb.^<
Fass, Anhaltspunkt.
heben, Zeitw. trans. st. = unterstützen, ^^der niden hebt.^^ C. 1. 2.
Imp. hub. Conj. hueb, gehoben.
hechtichin, das; = Hechtlein, Fisch bekannter Art. XY. 2. 12.
heckltn, das; = kleine Axt. Uneigentlich: membrum virile, ^^das
hecklin hervor-, emporwetzen, netzen.^^ LXIV. 2. 5 — 7. MT. Hack,
Hacke, Hackl.
hedewigk, s= Weibername. LXX. 3. 2. ;>sand hedewigk.^^
hegen, Zeitw. trans. schw. =: aufnehmen, p^egen. Imperat. im Aus-
laut: >9heck dich lucifer.^^ begrüsst Oswald den Reformator Huss.
XVIII. 5. 2.
heyahd, = Refrain des Jodlers, Ausdruck des Herzenswunsches.
;4es heyahö.^^ das soll seyn! LXI. 1. 3.
haidelberg, = Stadt am Neckar, Residenz des Pfalzgrafen Ludwig«
XI. 2. 1.
heilig, heylig, hailig, heiig, haiig, heyig, Beiw. =5 wie
hd. heilig. ;>kain heiig h^t ir verschrieben näch.^^ VIL 2. 7,
LXX. 3. i. ,
heint, = heule. LXX. 3« 1.
hei, im weibl. Reim hele, s=s hell in Stimme und Farbe. >^hel singt
352
die nachtigal.^^ LXXXVII. 1. 15w ^^die blumen gele, hele, hübsch
geverbet.^^ XXXV. 2. 2. ;,hels.^^ helles. IV. 2. 3. XLI. 41.
hei, = Heimlichkeit, Verbergen. ;^sunder bel.^^ XVI. 2. 19.
helen, hellen, Zeitw. intrans. st. = einhellig seyn, einstimmen,
besonders im Punkt der Liebe. Imp. hil. ;^und dient zu willen
ainer Frauen, des ich hil.^^ I. 4. 6. ;^dein helen mir trostlichen
schick.^^ XXXVIII. 2. 14.
helen, = Helena. Die Heilige d. N. wird am 8. Februar verehrt.
HT. Lene, Lendl, Lenele. CXXI. 39. Vollständig: helend.
CXXIII. 1. 10.
helffen, Zeitw. intrans. stark. = hochd. helfen. Imperat. hilff.
Imp. halff, hulff, hulff. Perf. geholffen. ;;hilir allen, die
mich tötten.^^ CVHI. 7. 10.
hei ff, helffe, die ;= Hülfe. ;;saine ist g^n mir dein helffe.^^ althd.
helfa. LXXXVII. 3. 4.
hely, = Ausruf Christi am Kreuze: mein Gott. Aus dem Hebräischen.
GVL 11. 12.
helias, = Elias, der Seher. CX. 3. 5.
hell, die ;=r Hölle. ;;zii hell da quelt versigelt haisser lecken.<^ XXV.
2. 4 — 5. alth. hella. goth. hali.
helt, der; = Held. ;;als ain helt er frischltch daraus sprangk.^^ von
Christi Hervorgehen aus dem Leibe seiner Mutter. CXII. 3. 3.
CIV. 2. 8. althd. helid, halid. goth. halida. HT. Halt an
einigen Orten.
hendlin, das; — 1. zierliche liebe Frauenhand. ;>ain schlicklin weis
sy pot dem knaben mit hendlin gleis.^^ XXVII. 2. l-«3. 2. Art,
Weise, Zustand. ;;kainerlaye hendlin nöt.^^ LXXVII. 2. 8. ;^manger-
lay hendlin schrenck.^^ LXXVI. 2. 31.
h engen, Zeitw. intrans. s=: loslassen, gehen lassen zu einem Ziele,
das man mit Eifer verfolgt. Imperat. heng. ;;heug nach geluck.^^
Jägerspruch. Lass los auf gut Glück, und verfolg die Spur I XLIIL
1. 15. ;>var, heng, läss.^^ Schiffmannsspruch zur glücklichen Ab-
fahrt. XXVIII. 1. 1. Such, nachhengen. *
her, Part. = hd. her. ;^her und dar.^^ hiei^in und dorthin, hin und
her. LH. 1. 8. :
353
her, iks; = 1. Heerzüg. ^>ich hdn gewandelt manig her>< Y. 3. 13.
2. Kriegsheer. ;^mit zwayen kunges her.^r I. 2. 2.
herab, brab, = herunter. CXV. 5. 6. XC. 1. 14,
herabher, = herunter. CXI. 2. 14.
herbe, die; = Herbe, Strenge, Sprödigkeit. ;^mit dem mayen wir
sullen hoher stdn gar wunikltch dn herbe.^^ XXXIV. 1. 24.
herd, der; = Platz, Baugrund, Unterlage!. ;^dn grundes herd.^ C. 3. 3.
herdan, = herüber. LXXYII. 2. 20.
herberg, herb weg, die; ='Haus, Nacht- und Reiselager, Unter-
kunft. XIV. 1. 11. XVIII. 5. 3.
hermdn, = Hannsname. Ein Begleiter Sigmund's zur Krönung nach
Rom. XV. 3. 1.
hermäny, = Armenien. III. 1. 2.
herddes, =s König der Juden, Christi Verspotter. heröde. 3. E.
CVI. 7. 6.
herpffen, Zeitw. intrans. schw. = die Harfe spielen. LXIII. 1. 6.
hert, dat; = Herz. Nl. LXXX. 1. 4.
hert, herte, hertte, herde im weibl. Reim auf erde, Beiw. ss
hart, unerbittlich, heftig, schwer, schmerzlich. Comp, hert er.
Nebenw. hert. Umlaut erklärlich aus der mttlhd. Form herte»
Grimm. I. 748.
hertllch, Beiw. = hart, schwer. ;;ain weih schuff mir vil manig
teucht hertlich, der ich nit meld.^^ LV. 1. 4.
hertikltch, hertiglich, Nebenw. = hart, schwer, ungern. ;7tra->
ben.^^ XXI. 5. 1. ^^hertikltch erarnen.^^ mit Hübe,
hertz, hercz, im weibl. Reim hertze, das; = Herz. Genitiv. Sing.
des hertzen. XIV. 2. 13. LXXXVII. 2. 4. Vergl. hert und
die 3 folgenden Artikel,
hertzenfreulln, das; =s Herzensfräulein, gewählte Huldin. XXVIIL
1. 12.
hertzenlieb, herczenlieb, hertzlieb, da8;s=: Liebchen, Schatz.
XL. 1. 1. XCIV. 1. 7.
hertzenlieb, die; = herzliche Liebe. LXXV. 2. 1.
hesselfch, Beiw. = hftsslich. III. 2. 17. .
hessig, Beiw. =s zum Hasse geneigt, feind, abhold. XVII. 5. 11. .
hetzen, Zeitw. trans. halbschw. =ss 1. treiben, spornen, obscön ss
23
354
erigere. LXIV. 2. 8. 2. hetzen, abklauben, Insu venereo. ;^ain
freulein.^^ XXIX. 2. 6. 3. hetzen, Hetzjagd treiben. ;^hetz jagen.^^
XXX. 2. 8. wo hetz der verkürzte Infinit, hetzen ist. Imp. hatzt.
Perf. gehatzt, gehactzt, gehetzet.
keuch, s= hoch, hochhinauf. heuch, Jagdruf für die losgelassenen
Hunde. XLIII. 48. Hodifizirte Aussprache von hoch.
heuer, *heur; =: hoc anno. heaer> ;^er sey mir heur als verd.^^
sagt das Mädchen über einen Liebewerber, der nicht jeden Gennss
bar bezahlt ; d. h. gleichgültig, missachtet. XC. 1. 20. ;>freu dich
loblich hewer.^^ XXXIV. 1. 4.
heugeltch, heuglich, hüglfch, Beiw. u. Nebenw. =s behutsam,
regelfest , kunstreich , zart , vorsichtig , schonend. XXXY . 2. 20.
XXXVIII. 2.22. LXXXII.2.2. JHT. haiggel, hoaggel. ^^nicht
gar haiggel machen .^^ ungenau. ;?nicht gar haiggel .^< unzart, sick
alles erlaubend. Vergl. hochd. ha i ekel,
heuptltn, das; =s das niedliche, liebe Köpfchen der Geliebten.
LXXXVII. 4. 9.
heutel, das; =: Häutchen, Jungfernhäutchen. ;^reis mir nit das beii-
tel.^^ sagt das Mädchen zum Knaben, in venerem rnenti. LVni.2. 9.
berwider, herbider, =s 1. hervor. Der Winter ;^hät herwider ge-
hauset sich.^^ XVI. 1. 3. 2. zurück, an die alte Stelle. y^tttnM
XXXVIII. 1. 16.
herwiderumb, herwidrumb, s=s im Gegentheile, dagegen aber.
XXI. 4. 5. CXVII. 5. 3. In der letztern Stelle pleonastisch.
herwiderrugken, Zeitw. intrans. schw. sa wieder zurück-, heim-
kehren. XL. 2. 22.
hie, SS hier, da. XL. 1. 7.
hieren, das; = Hirn. XXIII. 1. 10.
himel, hymel, himl, hyml, der; ss Himmel. ;>zu hymel.^^ am
Himmel. CXV. 4. 2. CIX. 2. 1. goth. himins, alth. himil.
himelfurst, der ; = Himmelsfürst, Gott, besonders Gott Sohn. XCDL
1. 1. ;^er himelfurst uns heut bewar, und seine liebe mueter
Uar.^^ Vergl. XX. 3. 15.
himelstern, der, I^ur. stern, ss Himmelsstern. C. 2. 8.
hin, hine, Part, ss hochd. hin. firstereFörm getrennt, lautere in Zu«
aammensetzungen. »hin und her.^^ in allen Tönen mf und ab. XLL 49.
355
kinan, = hinüber. LXXYII. 2. 19.
hincken, Zeitw. intraDS. st. = hinken. Imperf. hanck. Conj. hunck.
;^e& hanck er mangen trit.^^ CX. 3. 12. ;;)hetk sis balbs, wes ich
ir gan, sy hanck an ainem knye.^^ LXXXVI. 1. 8.
hißd^ die; ==r Hindin, Hirschkuh. XLIII. 34.
binden, =s hinten. XLI. 7.
hindergangk, der; = Rückgang,. Umkehr, Aenderung. ^^gotlich recht
noten auf ain hindergangk^^ XXVI. 397.
hindersetzen, Zeitw. im Part, hindersetzt; = hinten voll , in
starken, derben Fieischmassen. ;;>gros hindersetzt.^«" sagt der Dich«^
ter von der Geliebten; d. h. reich an Sinnlichkeit ex posteriori«
MT. noch jetzt: untersetzt von einem, der in's Breite schlägt.
L. 2. 9.
hinefart, die; == Hin- Hinüberfahrt. XXIX. 1. 29.
hinhinder, c=r. hinterhin, rückwärts, rücklings nieder. Oswald schlägt
;^die kinder hinhinder.^^ III. 2. 21. Der ;^winder^^ schmiegt d%
Pflanzenleben ;;hinhinder in die Hauer.^^ LXIII. 3. 11.
hinnäch, =z nach, hinterdrein. XLI. 1. 7.
hitz, die; = Hitze, Feuer der Wollust. ;^zbaj diechlin wnidelfcher
hitz.^^ LXXXIX. 3. 3. lumbi venerem cientes.
iiinbjder, = wieder hin zurück.' LXXXVI. 5.» 12.
hoch im Auslaut, im Inlaut wird ch zu h, Beiw. u. Nebenw. =»
1. hoch, das Mass bezeichnend. III. 1. 24. ^j\ü höher perg.^'
2. erhaben, an Würde und Macht. LXXXVIII. 2. 5. 3. im Hoch-
ton, hell. ;Mhen hal.^^ XLI. 1. 5.
hoch, die; = H0he. ;>Yon hoch der scheitel.^^ XLVII. 3.4.LXVI.2. 11.
hochgeboren, Beiw. s=s gewöhnlicher Titel des Landesfürsten, zu-
gleich mit durchleuchtig. XIII. 11. 6.
höchvertig, Beiw. s= hochfahrend, hoffärtig. ;^hochvertig ist mein
Leben.« beichtet Oswald. CV. 2. 8.
hofeweis, die; s=z Art des Hofes, Hofleben. XXX. 2. 14.
hoYeleut, die, Plur. = Hofleute, Hofgefolge. CV. 5. 8.
hoff, der; = Hof, anla principis. )^g^n hoff.« XIII. 6. 2.
hofgesind, das; = Hofgefolge, Hofschranzen. CVI. 1. 14.
hofieren, ZeiLw. intrans. =s ursprünglich als Spielmann lustigen G^-«
Seilschaften nachgehen, daher überhaupt lustig seyn, prftsgen,
23*
356
schmeichelhaft thun. ;^mit singen und hofieren.^^ VI. 144. ;>bei8se
brustlein, damit sy kan kostlich hofieren>^ XXXYII. 2. 4.
hol, Beiw. = nichtig, grundlos. ;;aufsatz hol.^^ XXVI. 81. ;>ir treue,
die was hol.^^ LXXXYI. 2. 15. Nebenw. : hol = tief, umfang-
reich. ;^all noten hol und gantz lät sy erzittren durch die fc6l.^^
sagt Oswald von der Hauptsängerin Maria.
hol, das = Höhle. XXX. 2. 17.
holg, holge, der; = Holk, Lastschiff. ;^auff holgen gr6s.^^ XIII.
1. 6. oXKaf.
bolt, Beiw. = gewogen, zugethan. ;^got von hertzen holt.^^ LXIX. 3. 6.
hon, hone, im Reim einmal honen, Beiw. = hochgemuth, stolz,
muthig. ;;allexander machtig, hon.^^ CX. 2. 17. ;7das gedone der
schonen mundltn^^ macht ;;hone.^^ LXIII.' 1. 26. ;>die sich dem
hader machet hon.^^ kühn naht. LXXXIII. 1. 7.
faoltä;, das; = Gehölze. ;9perg, holtz, gevild.^^ I. 2. 7.
Jioren, Zeitw. trans. schw. =: hd. hören. Die Formen: h6rt, höret,
audit. hört, hörte, audiebat. Part, gehört erhalten sich durch
Reime gedeckt neben den umlautigen. ;^ü hort,^^ = hörtest.
CVII. 2. 13.
hört, der; = Schatz, thesaurus, Liebchen, Httife, Rettungsmittel.
LXXVII. 4. 3. •
hosen, die, Plur. s= Beinkleider, femoralia. XXX. 2. 26.
hören, hörn, das, Plur. horeo? = Hom. CXIII. 1. 2. HT. wo
hörner unerhört.
horelein, das; = ;^das horelein gemait.^^ muthwilliges Hörnchen.
SS obscön, zur weiblichen Heimlichkeit gehörend , Scham.
hü, httss, =r Hetzlaut an Hunde, sarkastisch an Mitstreiter gegen
verhasste Feinde. ;^hü, htiss, sprach michel.^^ X. 1. 1. HT. noch
jetzt huss = auf und dran, zu Hunden.
hut, huet, die; = 1. Obhut, Sorgfalt. ;>in der hut halten .^^ bewah-
ren. XXVI. .180. 2. ;^huet.^^ Weidegegend, Wiese im Gebirge.
;;der snö göt ab in meiner huet/^ LXXVII. 1. 15. Hirtenstelle.
huld, hulde, die; = Huld.
hün, huener, das; s= Huhn. XXXI. 4. 13.
hnnd, der, Plur. hund, s=s hd. Hund. ;>der alte hund.^^ Schimpfwort
auf ein altes Weib. LXXXVI. 4. 2. XLIII. 34.
hnndeskind, das, Plur. kind, =c zutrauliche Benennung der Jagd*
hunde. XLIII. 16.
hurlachay, das; = Lärm, Tumult, Hissiaut fiir's Gehör, ^^vast rauschf
der pach nur hurlachay.^^ III. 3. 4. ;^ir rumpeln gros mit hur«
lachay.^^ von Kindern, die das Zimmer umkehren. (MT.) XIX. 2.1.
;4n disem hurlachay.^^ missstimmigem Tumult. XIY. 4. 7.
husch, = Aufruf für Kälteempfindung, mit der 2. E. des ursächlichen
Gegenstandes. ;^ach husch der kalten ermltn weis.^^ sagt Oswald,
als ihn die treulose Geliebte Eisenbande statt der Umarmung be*
scherte. CYIII. 6. 15. ;7gall husch.^^ macht zuerst Herbstkälte.
CXXIII. 5. 12.
hassen, Zeitw. trans. schw. =s hetzen, reitzen, plagen. XVIII. 5. 1.
Wortspiel auf Huss. Such, hassen. Davon huss, Hetzlaut. X.
1. 1. Such. hü. HT. hnssen, anhussen, draufhussen,
hinhussen = Hunde hetzen,
hutsch, huczsch, =s Ausruf, raschen Schwung in die Höhe durch
eigene oder fremde Kraft bezeichnend. XCI. 3. 8. HT. hutsch*
auf machen, mit Kindern, die schnell und rasch in die Höhe
geschwungen werden.
(Hit folgendem Konsonant.)
Ich oder ych. XXIX. 2. 23. s= 1. wie hd. ich. 2. pleonastisch bei
Betheuerungen. ;7nayn ich.^^ nein, wahrhaftig. LXI. 1. 4. 3. oü
nordisch erhärtet zu ick.
icht, Pronom. == 1. irgend etifas , quelque chose. 2. etwa, ^^secht
ir mir icht grabe hftr.^^ XXX. 2. 23.
yberniä, = Irland, Hibernia. III. 1. 5.
ye, SS je, jemals, pytav alle, die ich ye erkant.^^ LXXXIX. 2. 4.
yeder, ss jeder, apokopirt, yet = jedwedes. XIVIII. 2. 2. kon-
traKirt yedes in yetz. XXX. 1. 26. WH. ycz. CXV. 2. 2.
yedoch, = jedoch. XXXVI. 6. 4.
yegltch, = jeglich, jeder. ;>seyd yegHch sund besunder gepuesset
Wirt.« CXIX. 2. 9. WH. yegkltch. «ain yegkltch gevelt im sel-
W wol.« V. 5. 9.
358
yerdisch, Beiw. =:: irdisch. ;>der lisa die glast hie yerdisch varan.«
XXII. 1. 10.
yeU, == jetzt. XXXVI. 4. 9.
yetsltch, =: jeder, aus yedes = contr. yetz. ;)ir yetzitcher besun-
der mit fromder stimme wunder.^^ VI. 31.
ygltcb, = jeglich. ;^iii yglich frau gepören hdch.^^ LXXXIX. 1. 2.
Ulaog? Wohl Name eines Heiligen. CXXIII. 5. 2.
ymant, s=z Jemand. ;^ol dich ymant machen los.^^ CIX. 1. 9.
yme, =5 sieh hin! Nach Oswald ungarisch. Expos. LVII. 2. 3.
in, Parlik. = i. Vorwort. 2. !n = ein. ;,grab tn.^^ XX. 2. 9. ;,in-
stdssen.«^ XIII. 8. 4. 3. das lat. in. LVII. 3. 7.
inbendig, =s einwendig. LXXXII. 1. 5.
india, « Indien. XXIX. 1. 3. CXXIII. 6. 13. 1. India.
tnfluss, =5 influenza, Pest, Ansteckung. XVIII. 9. 7.
ynikltch, = Nebenw. ;^yniklichen suess.^^ CVI. 4. 5.
ynne, ynnen. =s ^^des ynnen ward ain bischoff grös.^^ inne werden,
erfahren. XII. 1. 15.
inprunstigkllch, Nebenw. = inbrünstig, in heisser Liebe. ;>mir
nähet inprunstigkllch dein stoltzer leib.^< LXXIV. 3. 2.
Insel, verkürzt insl, die; = Insel. I. 2* 9.
insprugk, == Innsbruck. XIII. 6. 1.
ypold, = Hyppolitus, Mannsname. Der Heilige d. N. wird gefeiert
am 13. August. CXXI. 225.
yren, die; s= Weinmass in Tirol, 52 — 54 gewöhnliche Masse ent*
haltend, zum Wiener Eimer wie 54 zu 40. Scherzweise: ;>was
gilt des staubs ain yren ?^< von Betrunkenen , die ihn schwankend
aufregen. IX. 3. 4. Aus dem rtftai. urna, orna.
yrre, = irre (g^n). ;?fräg, was du von guten Sachen yrre gäst.^^ ir-
rig daran bist. CXVII. 7. 12.
yspanie, y Spanien, == Spanien. III. 1. 15. VI. 7.
ysfio? esso? XXVIII. 3. 16.
ite, =5 gehet, kommet, ite. Obscöne Einladung der Mannsstfehtigen.
XLV. 26.
yo, = ihr.
859
(Mit folgendem Vokal.)
jagen, Zeitw. = wie hd«. auf die Jagd gehen, namentlich auf die
mittelalterliche Hetzjagd. ;^wer jagen well, entgagen im kain un-
gevell.^^ XLIII. 2—3. UneigentHch : finden, aufspüren, ^^trea und
Sr, die zbai jagt man gar seiden. ^^ XX. 2. 2 — 5.
Jakob, s= 1. der Eigenname eines Apostels. CXXI. 206. 2. Vor*
name, volksthttmlich verkürzt, Ja ekel. LVIII. 4. 9. verlateint in
spassbafter Anrede, jacline. XLV. 22. noch jetzt MT. Jaggl,
Jaggele.
jtmbre, = liebe, cara. Nach Oswald ungarisch. LVII. 3. 11. O
jftr, das, Plur. jdr, Jftre im weibl. Reim, = Jahr. CVIII. 2. 3.
jeron, s=r Hieronymus. CXXI. 273. MT. Grandl, Grondl.
Jen au, =s Genua, Stadtname. ;jenau vol carfunkel.^^ XCV. 4. 4.
jenubein, = Ingenuin. LXX. 3. 2. Im Stifte Brixen hochverehrt.
Jen n er, der; =r Jänner. CXXI. 1.
jerlich, Nebenw. sa jährlieh. Keine mtthd. Länge aus jär mehr fühl-
bar. XXII. 4. 9.
Johannes, = 1. der Name mehrerer Kirchenheiligen. ;4^hanni.^^ die
3. lat. E. CVI. 11. 10. Verkürzt, jöhann. ;^ie minne sand jd-
hanns.^^ bei den Minnesängern die unschuldige, die oft sehr un-
rein war. XXIX. 3. 36. Vervolksthümlicht , schlechtweg, jans.
XXXIX. 2. 19. zärtlicher, jensei. LXIV. 2. 13. jansel. LVIIL
3. 1. zärtlichst, jenslin. XXXIX. 1. 21. Vergl. Hans.
jancko, =s ^^jancko knab.^^ XIV. 2. 5. Eigenname eines Begleiters r
Königs Sigmund zur Krönung nach Rom.
jolfcb, Nebenw. ss lautjubelnd, lustig. ;jjüjutz joltch.^^ LXX. 1.22.
Aus dem Zeitw. j61en = ju schreien, jodeln, Schmeller. II. 263.
Vergl. ejulare.
jopp, Joppe, Joppen, die-; ss Jacke, Oberkleid, den Rumpf be-
deckend bis zu den Knieen, für beide Geschlechter. VI. 94. franz.
jupe, ital. giubba, span. aljuba , wahrscheinlich aus dem Arabi-
. sehen. MT. die Joppen, noch öfter bei Weibern das Jöppl.
jorg, jorg, = Georg. MT. Jörg, Jörgl, Jörgele. ;,die pauren
von sand jorgen.^' X. 5. 1. Ort in Tirol unweit Greifen^tein.
36Ö
jAseph, =s der ägyptische. CX.3.6. Hannsname. Jos, J6sel, J6-
sele. oder Sepp, Seppel, Seppele. HT.
jostlfn, = Jodokus, in der Volkssprache Jost, verkleinert Jostltn,
schlechtweg Jostl. ^^jostüns saittenspiel.^^ XXX. 2.7. Sangkunst
eines Hörigen der Wolkensteiner,
jü, Jubelruf, erste Sylbe von juchhein oder MT. jutzen. ;jü heyä
haig^^ oder ;,jü julz jolich.« LXIII. 3. 1. LX. 1. 22.
jüdas, = der Verräther. CVI. 5. 2.
jüdeörum, = der Juden, judaeorum. CVI. 9. 11.
jugent, die;= die Jugend. LXXII. 1. 15.
Julian, = Mannsname. CXXI. 47.
jung, Beiw. = wie hd. pydev jung.^^ Jesus im Gegensatze zum >^->
ten,^^ dem Vater. C. 1. 6. ;^ie jungen. ^^ die Jünger Christi. CVII.
2. 20. neben junger. CVI. 5. 6. jung lautet in junck über, vor
fr. z. B. ;9Junck, frisch^^ junckfrau. LX. 4. 1.
jSngeling, der; = Jüngling. CXII. 3. 1.
jungen, Zeitw. schw. = jung machen, verjüngen, zurückkehrend,
;>sich jungen ,^^ jung, lustig werden. ;;mein hertz jufngt sich in
höher gail.^^ LVI. 1. 1.
junckfrau, die; = Jungfrau. ;-junckfrauen.^^ 4. E. Sing. C. 1. 14.
;9Junckfrä^^ in bäuerlicher Aussprache. LXX. 1. 4. ;'junchfran.^^
CXXI. 7. 5.
junckfraunlich, Beiw. = jungfräulich. CVII. 2. 10.
jutz, Jubelausruf, erste Sylbe von HT. jutzen ssjuchheien.Vergl.jü.
kain, = 1. irgend ein, alcuno, aucun, alguno. ;^ee mich beslieffkain
ander man.^^ VI. 123. LXI. 2. 5. 2. kein,
kaiser, der; = Kaiser. Der i*lur. wie Sing. XXI. 1. 1.
kaiserfn, die; = 1. wie hd. 2. Kaiserin des Herzens, Geliebte.
;4r vil edle kaiserinne.^^ LXX. 1. 2. 3. Kaiserin der ritterHchen
Andacht, Haria. CVII. 3. 19.
kalamtt, kalamtte, die; = Unglücksfall, besonders zu Meer, ca-
lamitas. XXVIII. 1. 24.
kalb, das, Flur, kelber. XIIL 9. 5. III. X 16.
361
kalbe, die; = MT. angehende Kuh. XXXI. 4. 25.
kald, kalt, Beiw. c=sr kalt, lau, unandächtig. XXXV. 2. 30. CYIIL
5. 11. Aus dem altn. kala = frigere. Grimm. II. 9.
kallen, Zeitw. = schreieu, wie gallen, schallen, knallen, bellen,
rnmoriren. KaAcct). althd. challon. MT. kahlen, bellen. Ge-
kahle, Keuchhusten, engl. call. XLIII. 31.
kaltzen, kalczen, Zeitw. sr= kallezen, bellen, wie walzen von
wallen. IX. 5. 6. ;9höchlichen kalczen.^^ es schreiend hoch
geben. V. 5. 7.
kimer, die, Plur. kam er, == Zimmer, Gemach, Höllenrevier. XXV;
1. 12. 3. 1.
kamerlein, das; = Zimmerchen. LXXXYI. 3. 11.
kamppen, Zeitw. =5 kämmen, ^ysein har.^^ LXX. 2.20. MT. Kam-^
pel, kamplen.
kan, die; = Gattin, ^^sein 6Uch kan.^^ XII. 2.* 15. Mhd. kon,
chon, woraus unser König, Königin = erster Mann, erste Frau
der Gesellschaft,
kandiä, =s I. 1. 25.
kantzier, der; = Kanzler. XIII. 14. 1.
kapffen, Zeitw. = schauen, zusehen, gaffen. ;;kapff den langen tag.^^
CXVIII. 3. 14.
kapp, kappe, kappen, die; = Haube. ;9gilt ain junge kappen,^^
frühe Frau. LXXXVII. 1. 20.
karren, der; = Karren, carro. XII. 4. 3.
kastanie, die, Plur. kastanien, = wie hochd. VI. 8.
kastelrut, kastelrutt, castelrut, = castel rotto, Kastelrutt,
castroruptum , Dorf ob Kollmann am linken Ufer des Eisaks«
LXX. 1. 10.
kastiliän, = kastilisch. I. 2. 5. Sprache,
kastilie, = Kastilien. III. 1. 13.
katalön, katlön, = Katalonien. VI. 7. katalonischer Wein. XXX.
2. 19.
katlönisch, s=b katatonisch. I. 2. 5. Sprache.
katrein, katrey, ketterlein, getterlein, katrichtn', s=3 Ka-
tharina. Die Heilige d. N. wird am 25. Nov. gefeiert. XXXIX.
1, 20. XL 2. 15. CXXI. 329. CXXIL 11. 5. MT. Kattl, Trine.
862
katz, die; = Katze, ^^peteriein, dft b^se katz/^ Falschheit. VI. 120.
kAwft, = Naturlaut des Kukuks, mit käwi, wd, cü, cft. XLL 28.
keich, keiche, keichen, die; := Keiche, K^ker. GVL 2. 9*
Xm. 4; 8. MT.
keichen, das; = Schwerathmen. XCIX. 2. 16.
keyff, Beiw. =to1], starkfleischig^, dick, unnachgiebig. LXXXIX. 3.2.
keiserlick, Beiw. Nebenw. = kaiserlich. LXXX. 3. 2.
kel, kele, kelen, die; = Kehle. L. 2. 1.
kelbrisch, Beiw. Nebenw. = kalbhaftig, närrisph. LVIII. 4. 9.
keler, der; = Keller. II. 2. 10.
kellt, die; = Kälte. XYI. 1. 9.
kellten, Zeitw. =: kälten, kalt machen. XL VIII. 1. 4.
kennen, Zeitw. halbschw. = wie hochdeutsch. Imp. kant. Part.
^ekant, kennet. Bedeutlich: verstehen. ;>die sijnd.^^ CY. 3. 11.
XXVII. 1. 5. CXVI. 1. 6.
kercher, der; = Kerker. Umlaut aus carcer. GX. 3. 6.
k^ren, Zeitw. halbschw. = 1. kehren, wenden. 2. ausfegen. Imp.
kart. Part, gekört, gekart. GXIII. 1. 5. XII. 1. 21. XXXIX.
1. 31.
kern, keren, der ;xsKern, wahre eigentliche BeschaflPenheit. GVL 8. 10.
kerren, Zeitw. st. = stridere, durchdringend schreien. ;>ain kindlein
so es kirt.^^ XIX. 2. 6. VII. 3. 12.
kersen, kerschen, Plur. die; = Kirschen. MT. GXXI. 191.
GXXII. 7. 2.
kes, der; s= Käse. >^as kes und prdt.^^ mitgenommene Hirtenkost.
LXXVII. 2. 9.
kettenleih, das; =5 Kettlein. VII. 1« 6.
ketzerlich, Beiw. =r ketzerisch. XVIII. 9. 8.
ketzlyn, = liebkosender Name eines Kindes weiblichen Geschlech-
tes. Aus kat, katte, katharina. XL 2. 14.
keuckltch, s=3 Beiw. erquicklich. Adv. keuckltchen. XCVI. 1.3.
keuen, Zeitw. schw. =;= käuen. GXIL 2. 8. ;?sd keut man unver-
mainet.^^ so thut man's heimlich. LXX. 2. 12. ^^ain speis, der
ich hit ken.« XV. 1. 12.
keusch, Beiw. = rein. ;^cir sunde keusch.^^ IL 5. 22. MT. kausch,
rdn, richtig, unbedenklich.
363
keuschltsch, Beiw. Nebenw. =s keusch. ;^keaschltch frau K^ Maria«
C. 3. 17.
kewe, die; = OS hiaicum, Weilmaulin, Hexe. ;^dle alten kewe.^^ 4. E.
XXXI. 1. 25. Man könnte auch an kefoisch bei Adelung den-
ken, und H — re sagen. Vergl. Grimm. I. kewe.
kiesen, Zeitw. = sehen, zu etwas gelangen, althd. chiosan. alt-
franz. choisir, ebenfalls in ähnlicher Bedeutung. XI. 3. i. Imp. kös.
kiffen, Zeitw. = nagen, benagen, ^^wie kiffstü mich ?^^ an den geld-
fordernden'Wirth. LX. 2. 7. Vergl. kifen, bei Schmeller.
kilianüs, kilian, = Kilian, gefeiert als Heiliger am 8: Juli.
kind, kynd, das, Plur. Hind, kinde, kinder, = Kind. 1. ;^got«
tes kind.^^ Jesus. CIX. 2. 5. 2. ;^kind.^^ liebkosend zur Gelieb-
ten. LXyill. 3. 8. 3. ;?kinder, genant mit siben füessen.^^ Flöhe.
VIII. 1. 15—16. III. 2. 27. XVI. 4. 9. 4. ;,kind.^^ Plur. Fest
der unschuldigen Kinder am 28. Dez. CXXI. 362.
kiadichtn, das; = Kindelein, liebkosend. XI. 2. 26.
kirchengän, Zeitw. = in die Kirche gehen. MT. CXII. 3. 9.
kirchfart, die ; =s Pilgerfahrt, andächtiger Gang, Ritt, Zug in irgend
eine berühmte Kirche zu einem gefeierten Bilde. VII. 2. 5. MT.
kirferten, a Kirfert = Ort der Andacht und Gang dahin.
kirchtag, der; = Jahrstag der Kirchweihe, und dessen lustige Be-
gehung. XIV. 5. 1.
kirchweih, die; = Kirchweihe, und deren jährliche Feier. XIV. 1.9.
kyrieeleyson, =s unpu eXeydop^ Herr erbarme! GebethsformeL
XCVII. 17.
kittern, Zeitw. = kichern, lachen in lustigheimlichen Hochtönenu
Lxxn. 1. 11.
kytel, =3 Kittel, Mannsgewand, besonders für den Unterleib. 1.1.28.
MT. der Theil des Frauengewandes, welcher den Unterleib und
die Schultern bedeckt, bei freien Armen,
klafter, der; = Klafter. ;^ain tur von klafters klymme.^^ II. 2. 5..
klaid, klaide, das; = Kleid. I. 1. 28.
klain, Beiw. Nebenw. = klein. Nebenw. ;^ain klains.^^ ;^klain.<^
,,klaine.^^ wenig. XXXVI. 6. 4. XL VIII. 3. 15. LXXXVI. 2. 16.
klanck, klangk, der, Plur. klenck, =: Klang, Schall. >;hamer
klenck.« CVII. 5. 21. XXXIII. 1. 6. VI. 97.
864
klapff, der, Plur. klapffe, = Fels-, jäher Absturz. ;,von hAhen
Mapffen grös/^ II. 3. 26.
klarey, = Klara. LVIII. 4. 8.
klauben, Zeitw. schw. = sammeln, greifen. ;9nächetwas.^^ XXX. 2. 9.
kl aus, = Nikiaus. Sein Fest wird am 6. Dez. gefeiert. Such. Nikiaus.
CXXIIL 6. 10.
klausener, der; =s Klausper. LXV. 2. 5.
kle glich, Beiw. Nebenw. = kläglich. XXIII. 3. 5.
kleib, die; = Kleie, althd. ch)ittua, chlisa. IV. 3. 3. MT. die
kleiben, stets Plur.
jileinat, das; = Kleinod. IV. 3. 7.
klemmen, Zeitw. schw. es klemmen, ängstigen, ^^dein leib mich nit
enklemm.^^ LXXII. 3. 8.
Geruch, =r laut, hell. XLIY. 1. 1.
kleu, kleue, Plur. kleuen. = Klaue. XXIV. 1. 10.
kleusly, = Diminution von klaus. LXI. 1. 13. Mit obscöner An-
spielung,
klieben, Zeitw. schw. = klieben. 1. sich spalten. XIII. 10. 8.
2. spalten trans. obscön. LX. 4. 5. Imp. klob. Part, gekloben.
klifen, Zeitw. ss klieben. XXXV. 3. 46.
•klimme, klymme, die; s=s Höhe, Wölbung, Aufstieg. II. 2. 5.
kling, klinge, klingen, die; = tiefe Bergschlucht , Thalenge,
Thalbach. XLIII. 32.
klingen, Zeitw. trans. st. = klingen. Imp. klung. ;^mangen ddn.^
VI. 30.
kloben, der; = Werkzeug des Vogelfangs, ein Holz an einem Ende
gekloben, am andern ganz , um mittelst der Spalte und der Zug*
schnür die ansitzenden Vögel einzuklemmen, von klieben. LXXL 2. 4.
klug, klueg, Beiw. Nebenw. = klein, wenig, bedächtig, ^^eur sprang
sind worden klueg.^^ CXII. 1. 12.
klüglich, Beiw. = klüglich. Adv. kluglichen. klug, vorsichtig.
XL. 1. 15.
klumpern, Zeitw. =: mit Musikinstrumenten Klang machen. XXX.
1. 33. MT.
kluntzlot, srr wenig geöffnet, der Hund zum vertraulichen Sprechen.
XLIV. 1. 1. MT. Klunze ss rima.
365
klupff, der; = Stein, Felsstück. XVI. 2. 15. Vergl. klapff.
knab, knabe, der; = 1. Kind männlichen Geschlechtes, Knabe,
Jüngling, Buhle. XXYIII. 1. 11. 2. Knappe, Knecht, Ritters*
bube. ;9Jancko knab.^^ XIY. 2. 5^
kna bly , das ; == Knäblein, liebkosend zum reifern Jüngling. LXIII. 2. 14.
knachlein, das; = Knabe, liebkosend. LXX. 1. 13.
knacht, der; s= Knabe, Bube, Buhle. LXX. 3. 4.
knachtlin, das; = Knäbchen. LXX. 2. 15. Ueber knabe und knecht
Schmeller. IL 368—69.
knaus, Adv. = nicht in gerader Richtung, krumm, kraus, durch-
einander. ;^le ding verk^rent sich knaus.^^ VI. 145. ^^knaus^
bumm, bumbrisch.^^ Losung zum Kftlbertanze muthwilliger Jugend.
LXX. 1. 26.
knebltn, das; =s Knäbchen, liebkosend zum Geliebten. LXX. 2. 19.
knecht, der; = Im Allgemeinen wie knabe, ein Kind, Junger
männlichen Geschlechtes. Insbesondere: 1. männliche Dienstper-
son. XXXIX. 2. 9. 2. Kriegsgeselle, Rittersgehülfe. XXVI. 146.
3. Lehrjunge, der sich zum Ritterschlage vorbereitet, und bildet.
LXXXVII. 2. 14.
- knetten, Zeitw. = plagen. VIII. 1. 19.
knye, das, Plur. knye, =3 Knie. XIII. 6. 9.
knöpf f, der, Plur. knöpf f, = wie hd. besonders Brüste. LH. 2. 3.
knospöt, Beiw. = mit Holzschuhen angethan. ;Mosp6t leut.^^ III.
2. 17. MT. die knospen = Holzschuhe.
knüttler, = in der Redensart: ;;ainen durch knuttler wald furen.^^
abprügeln. MT. knuttlen, mit Knitteln bedienen^ Knuttler, der;
= Bedienung mit Knitteln für einmal. LXXXVI. 2. 17.
kofel, der; = Felsengebirge, Kofel. III. ^1. 22. X. 2. 2. MT.
komen, kumen, Zeitw. st. = kommen. Präs. köm, kombst,
kömpt, kumbt, kumpt. Plur. kdmen wir. Imp. kam, kam,
k6m. Part, gekomen. Imperat. kumm. CXVIII. 2. 5. CXIV.
3. 11. XLI. 22. LXXVII. 1. 5. LXVII. 3. 12. CXXII. 11. 4.
III. 2. 22. XIV. 1. 1.
kopff, der; = Kopf.* LX. 3. 2.
kopp, SS Eigenname eines besoffenen Gefangenwärters. XIII. 10. 2«
körn, koren, das; =s Korn, Getreide. XXXV. 2. 37.
366
kosen, Zeitw. ss plaudern, schwatzen. LXXY. 1. 8.
koslel, das; = süsse Kost, obscön. LYIII. 5. 9.
köstlich, kostlich, kostleich, Beiw. Nebenw.= köstlich. CXIY.
2. 18. CVII. 5. 7.
kostnitz, = Konstanz, Stadt am Bodensee. LXXXII. 1. 2.
kostperlich, Beiw. = kostbar. XXXI. 2. 16.
köt, das; = Koth. XV. 1. 7.
krä, s=s Ort im Gerichte Kastelrutt. ^^gesessen under krä.^^ LXX. 1.9.
kratzen, kraczen, Zeitw. = kratzen, ^^sich mit den fuxsen kratzen.^^
mit Buhlschaft abgeben. XCI. 2. 7.
kragen, der; = Hals, Kehle, faux. MT. ;;)den kragen abwenden.^^
nicht einwUligen. V. 4. 12. XVllI. 4. 6.
kraiss, der; = Innung, besonders wissenschaftliche, Universität.
XXXI. 1. 30.
kraisen, Zeitw. -r- die Runde machen. ;^krais umb.^^ XLIII. 21.
kram, der; = Krampf, Schlafen im Fuss. LXXXVI. 1. 15. MT.
kranck, Beiw. = krank, gebrechlich, hungerig, schwach. XGVII. 13.
' XXXVI. 3. 9.
krancken, Zeitw. = krank seyn. III. 3. 6.
krantz, der; = Reihe, Ring. ;;all meiner sund ain grösser krantz.^^
CXIII. 1. 15.
krapp, der; = Krapfen. LVII. 1. 9.
krapfen, der; ==r Art Kuchen , Pnstererkrapfe , Liebkosung. LVII.
Expos. 1. 11.
kraus, =ss wie hochd. }yMr.« L. 1. 11.
kraut, das ; = Kraut. Insbesondere: Zugemüsse. ;^fleisch und kraut.^^
XXXIX. 2. 5. ;>pey dem ich auch vor zeiten sas , und halff das
kraut aus seiner schüssel essen.^^ war sein Vertrautester. XIII. 9.8.
kraxen, die; =: Kraxe, MT. hölzernes Tragwerkzeug auf dem Rücken
des Wanderers. Ein solcher Träger wird noch Kraxentrager
genannt*
kr ecken, 2*eitw, ss.krachen. ;^all mein pain krecken.^^ XXXII. 1. 16.
althd. chrac = fragor. engl, creek.
kreen, krän, kraen, krän, Zeitw. =c krähen. Uneigentlich: ;9ret^
/ .ton s6I noch, öl* nit hoher kr^.^^ Bestochene ohne Ehre und Ge-
wissen. XXVL 104. '
367
krey, kree, die; s= Ruf, Losungswort, ^^zetter ich schrey aAeh der
edlen krey.^^ LXXVI. 1. 12. ^^zucht, 6r, tugent ist ir krey.^^
LXXXIII. 2. 1. ;^der 6ren krey.^^ der Ruf, welcher Eiire zuspricht,
guter Name. XCyill. 1. 3. XLVI. 2. 35. ;^das wer mein giflich
kree.^^ sagt der Dichter vom Scheiden, d. h. Tod, Yerd^ben an-
kündigend. LXXin. 3. 3. franz. cri. Schrei ist nur durch den
Sauselaut davon geschieden.
kreyger, der; = XIII. 11. 1. Familienname eines Rathes des Her**
zogs Friedrich.
kreysten, Zeitw. = angestrengt seufzen, tiefaufathmen vor Mühe
oder Schmerz. ;4ne kreysten.^^ XIV. 5. 16.
krencken, Zeitw. s= 1. gekränkt seyn. ^^noch müs er krencken,
wann er der langen jär emphindt.^^ CXYI. 4. 6. 2. verletzen. ;^ein
gewissen.^^ CVI. 8. 8.
krentzlein, krentzlin, das ; = Kränzlein. CXXI. 142. XCY. 2. 17.
kreudly, das; = Kräutchen, Kraut in tändelnder Manier. LXIII.2. 2.
HT. Kraut le, Gartenpflanze, die Suppe und die Speisen zu würzen.
kreuhen, Zeitw. st. ss= kriechen. LXXI. 1. 10. althd. chriohhan,
kreutz, des kreutz, 2. E. das; = Kreuz. XVII. 5. 32.
kreutzen, kreuczen, Zeitw. trans. schw. &= kreuzigen.
kreutzltch, = kreuzförmig. CVI. 11. 3.
kriech, der, Plur. kriechen, ^Grieche, ^^zu kriechen.^^ in graecia.
XXIX. 1. 5. Hier ist der eigentliche Dativ Plur. noch deutlich»
Grimm. I. 779. 3. Vergl. I. 1. 4.
krieg, kryeg, kreyg im Reim, der; Plur. kriege, kryege; &att
Zank, Streit, Liebesbalgerei, im guten und schlechten Sinne*
1. Zank, Uneinigkeit, Fehde. LXXXYI. 3. 1. XIII. 15. 4.
2. rixae amantium, Zweikämpfe im Geschlechtssinne. LH. 3, 9.
Y. 1. 16. MT. kriegen =; schelteh, zanken, auskriegen.
kriegen, Zeitw. =: 1. zanken, streitsüchtig bellen. 2. trans. ;>bida'-«
streit kriegen.^^ von liebenden Yögeln. XXXY. 1. 24.
krynnen, Beiw. =: gelockt, kraus. L. 1. 10» lat. crinis =3 Krau«*
seilocke.
krispel, Beiw. =s kraus^ crispus. L. 1. 10. Grimm. II. 103.
krist, as 1. Christus. ;^avor uns krist behuet.^^ CX. 3. 9. 2. ;4et
h. kriaU^ Christtag. CXXI. 35». 3. Christ^ Christianus. Plmv
368
^^kristen.^^ XVII. 3. 21. NT. Plur. krislan. ;^t kristan.^^
IL 5. 4.
ktistein, = Frauenname, Christina. Die h. Jungfrau d. N. hat ihr
Fest am 24. Juli. MT. Stine, Stindl, Stinele.
kristenhait, die; = Gesammtheit aller 'Christen, räumlich gedacht.
CXI. 1. i.
kristenlich, Beiw. = christlich. ;;kristenlich& wät.^^ C. 3. 12.
krön, kröne, die, Plur. krönen, =r 1. Krone, Krancz. 2. Herr*
*
Schaft, Reich. ;^soldans krön.^^ Reich der Sultane in Aegypten.
XCY. i. 6. 3. Gipfel, Höhe der Vollkommenheit. ;;frau krön.^^
LIV. 2. 1. Maria,
kruck, krucke, krucken, die; = Krücke. XLIX. 1. 9. 1. 6.
krum, krumb, krump, Beiw.= krumm, ^^vil krumper stampaney.^^
widerwärtig, böse. II. 4. 8. ;^dein krumben dön.^^ misslautig. XII.
2. 21. MT. krump.
krumpel, Beiw. == krümmlich, kraus. L. 1. 11.
krüt, das ; = Kraut,
kubel, der; =r hölzernes Gefäss, rundlich, mittlerer Grösse, breiter
als hoch. VI. 93. MT.
kul, Beiw. =kühl.LXXYlL2. 3. MT. kuel. ^^lass dasMuess kuelen.^
kiimbern, Zeitw. = kümmern, wer ain andachtigs hertze traft, den
kumbert weder lieb noch laid.^^ XXII. 4. 6.
kummer, der; = Kummer. XLII. 2. 5.
kummerlich, Beiw. =r kummervoll, schmerzlich. XII. 4. 6.
künden, Zeitw. = ankündigen. XXVII. 3. 14.
künde, der, Plur. künden, = Kunde, Gastfreund, Bekannter. XXX.
2. 42. ;;und het funden all mein kunden.^^ sagt der Liebhaber
vom günstigen Annahen der Geliebten, die ihm alle andern Be-
kanntschaften ersetzt.
kanigund, kungund, = Kunigunde. Die Heilige d. N. wird am
3. März gefeiert. CXXI. 62. CXXII. 3, 1.
kunig, küng, der^ Plur. kunige, kunge, =s König. VI. 203.
XIII. 9. 6.
kungl, das; = Zaunkönig. XLL 22. MT. Pfutschkünigle.
kunglin, das; = Königlein.obscön. membr. viril. LXII. 2. 5.^
künde, die ; ssKenntniss. ;9ichhatt sein knade.^^ kenne ihn. LXX* 3. 5.
969^
huit8l\ die, Pl«r« kunstti, =3s Fert»glieit im Diclifeil «nd Husiziren.
^d hiää^rn mich *i\e kSaste.^ C« 3. 10.
kantlfched) adverbialisch^ =ss bekannt. ;^wat mir kuntlleben ward.^^
XII. 4. 15.
knült^ Terkünt kunttel^ liebkosend kfintzltn^ kunUelein^ s±r
Konrad, Mannsname. Der Heilige d. N. hiA sein Fest am 26.
Not« XXXIX. 1. 10. 20. 26. 33. CXXI. 330. HT. Kuenz.
ktf^lspil, das; ±b Kuppl^ei.
kiss> das, Flur. kSss^ = Kissen, Polster. YIII. 3. 10.
küssen^ kusseni, Zeitw« sebw. =» kttssen. Imp. kuste. Part, ge-
käst. iMperat. kuss imRetm auf tuscb. XXVIILl. 21. XXXY.
3. 26. XLIV. 3. 12.
karten 4 die^ ac HönehsiKieh. CXXI. 280.
kuttern, Zeitw. :c: kicbeni^ lachen, sono treihuto. LXIII.2^1f. MT.
kur, die; ±=z WM* 1. eigener Entsckluss. ^^setnes t6des kur.^^ XXL
2. 7. 2. ;;fSaf fufslen von der kuf.^ Chwrftirstcn. XII. 3. 3. .
kurfürst, der; :i= Churfttrst ^^knrfirsis genösse.^^ der Chwrwltrde
theilhalt^ XII. 4 23.
kürltch, Beiw. = schön, reitzend, sehr gut. XXXIV« 2. 11. ;^kur-
Itch vor aller frauen zal.^^ ;>kirncb gut.<^ Tortrefflieh. LXXVIC
1. 13. Adv. mit yorliebe, leidenschaltliish. LXXVI. 1. 25.
knrtzeweil, kurtzeveile, die; = Kunsweil, VI. 99. GXyiI.5. 1.
hirtsitch, Neben w« as karze Zeit umfassen. 1. Vergangenheit. ;>vor
kurlzlich.^^ unlängst. XIII. 9. 4. 2. Zukunft. ;;kurtzlieh.^< bald.
XXXIV. a 14.
kurtz, die; s=s Kttne. XLVIL 3. 6.
Ift, = la, Einzellaut der Tonleiter. XC. 1. 13.
lächerliche Adv. aa kiokfaaft^ lächelnd. >4cv niind lächerlich ge^
slalt.^^ XLIV. 2. 12.
Uy^ der, Plur. layea,. laien,sse Nichkpriester, laicus. LXIX. 1. 10;
XXTI. 185,
laichen, Zeitw. sa tlfrniachen^ hinterlistig besiegen, ttberwäitigen.
XVI. 3. 10« ;»iek förck, die toffiaung werd mtdi.hieheti.^^ an-
24
370
setzen. CXIX. li i5. angesiegen, de re veherea. LXVII. 3. 4.
HT. loachen, im gleichen Sinne, mit Kraft, Beharrlichkeit, Kunst,
Schnelle unterthun, die eigentliche List fast ausgeschlossen,
laid, laide, das; = Leid. ;^mir ist laide/^ III. 3. 16.
laiden, Zeitw. =: verleiden. ;^ainem sein leben, sein essen laiden.^^
Vn. i. 16. XXIL 4. 1. laidet, laidt.
lainen, Zeitw. schw. =±: 1. liegen, beruhen. ^;wer zbaiung an den
frauen gelaint.^^ VI. 45. ;^sich lainen zu ir mit leib, hend, fussen,
und gepainen.^^ anschmiegen. LH. 3. 17. ;;sein dinst nützlichen
lainen.^^ an>venden, hinlenken. XXII. 1. 18. HT. loanen.
laist, der; =s Form, Urbild, Art zu seyn. ^^verslossen in ains vat-
ters laist.^^ XCIX. 3. 2.
laisten, Zeitw. schw. = leisten. XLVIII. 1. 1. >>zu laisten in ir
haus.^^ den Beischlaf zu vollbringen. LH. 3. 11.
lamp, das; = Lamm. CVI. 8. 5. HT. lamp, lampl, lampen.
lampart, lamparten, =: Lombardie. XVIII. 9. 6. I. 2. 2.
lampartisch, = lombardisch, italienisch. I. 2. 6.
lamprecht, s=: Hannsname. Der Heilige d. N. wird am 17. Sept.
gefeiert. CXXI. 260.
land, das, Plur. lande, = Land,
landesfurst, der; = Landesfürst. III. 3. 13.
lang, langk, lanck, Beiw. = lang. Die zwei letzten Formen un-
flektirt im Reime und in Zusammensetzungen. ;^vor lang.^^ Ifingst.
II. 4. 24. II. 2. 32. LXXVII. VI. 89.
läpp, läppe, der ;= einfältiger, seltsam sich ausnehmender Mensch.
XLIII. 41. HT. ;?a lappeter bue.^^ lapplen s= allicere. auf«
lapplen = anführen, aufreitzen. VI. 175.
la SS, Beiw. = matt, müde. XLVIII. 3. 3.
Iftss, das; = das Lassen, in der Redensart ;;tun und Iftss.^^ gekürzt
auslassen. CIV. 3. 11. LXXXIX. 3. 11.
Iftsse, die; = das Loslassen. ;>dnrch pulvers lässe.^^ das Losbreonen.
XIII. 8. 8.
Iftssen, Zeitw. st. = lassen. Formen: Inf. lassen, Un< Imperat.
läss, lä. Präs. du last, sie länd. Imp. lies, Hess, du liest,
er Hess, lies, lie. Plur. ir liest. Part, gelassen. Bedeot^
Hohes: 1. unterlassen, aufhören, ^^den tag zu melden sy nit I^lüM
371
XXIX. 2. il. 2. los, fliegen lassen, Schiff, Segel. XXYIII. 2. 10.
3. zurücklassen, überlassen. ;;wem last du mich. ^^ IV. 1.9. 4. ver-
giessen. ;;mangen tropfen r6t.^< I. 1, 7. Vergl. XXXIV. 2. 6.
XLIX. 2. 6. LI. 1. 2.
last, der, die; = Last. ;^es segeis last.^^ XXYIII. 2. 6.
lasür, die; s= Himmels-Azurbläue. ;^ leueht durch grft die vein
las4r.^^ CI. 1. 1—2.
latein, = ;9]atein, die sibend spräch.^^ LVII. 1. 18.
latz, der, Plur. latz, =r Schlinge,JPessel. ^^in vacht der helle latz.<^^
XX. 2. 12. ;?durch keuschen latz.^^ Empfängniss. CVI. 6. 18.
;?funff eysen latz.^^ Fesseln. CVIII. 6. 6. MT. Latz, Hosen-
latz, anlatzen = an einen Strick binden. Reimwort.
lauer, die; =: Schlupfwinkel, heimliche Stelle zum Yerborgenseyn.
LXIII. 3. 13.
lauff, der, Plur. leuff, leuffe, = Lauf. Plur. Zeite;i, Ereignisse,
Vorgänge. XVIII. 1. 6. XXXI. 1. 32.
lanffen, Zeitw. intrans. st. = laufen. Imp. luff, lieff. Part, ge-
loffen. XIV. 1. 12. I. 1. 6. ;4as spil lieff mir nit l^r.^^ ging
nicht leer aus. XI. 3. 26. XXXIX. 2. 13. MT. lafen.
laugen, Zeitw. = läugnen. ;;an laugen.^^ in Wahrheit. LI. 3. 9.
laun, laune, die; = Gemüthsstimmung. ;;guter laun.^^ XII. 1. 2.
;;ain kind mit valscher laune.^^ Anspielung auf Peter de luna. alth.
liune. mttlhd. lAne. Grimm. II. 48. Im trientnerischen Gergo la
luna s=r böse Laune, Streich.
laur, der; = hinterlistiger Auflaurer. ;;aus laures wan.^^ Oder gehört
es zu lauer?
lauren, Zeitw. = lauem, warten. ;?in krumpes lauren.^^ von zusam-
mengeschmogenen Pflanzen im Winter. XXX. 1. 9.
laurencius, laurentz, =: Hannsname. DerHeilige d. N. wird am
10. August gefeiert. ;;g6n sand laurentzen.« Lorenzen unweit
Brunecken. LXXXVI. 3, 5. ;;affra romt laurencium.^ weicht ihm
aus. CXXIII. 4. 10. CXXI. 222.
lau SS, die; = Warte, Lausche, Huth, Gefängniss, wo man belauscht
und gehütet wird. ;^warten mit stiller lauss recht als ain fuchs.^^
. Pa SS, die, MT. LXXI. 4. 6—8. ;;noch wais ich ainen in der
lauss.^ sagt Oswald von seinem Kerker redend. XIII. 10. !•
24»
872
ilutler» Beiw. Neb^iiw« sax aufrichtig^ oline Zusatz Ton Varichtig-
keit. CV. 1. 3.
le]>erlein, das; sc« kleine L^er. XV. 2. i.
leck, der, = Fluss. XIV. 2. 13.
leck, die; =: warmcus Badewasser« VL 39. MT. die Lack, in die
Lack gehen. Grimni. IL 27. wo ain leka, atillare aufgefaktt
wird. Oder ist an lapha, lack, lau, der Lack, waraaer Dunst
zu denken? SchmeUer, II. 431 — 32.
Uft, =3s gelassen, LXXX. 1. 4^
lege, legen, :fsc legke, ital. Meilen von lega. j^wol zbd gaatze le-
gen.^^ VL 172. Der Reim fordert legen, atatt IH. lege,
legen, Zeitw. schw. =» legen, jt^an den tag«^^ offenbaren. XYIL1.4.
;>dran legen seinen fleis,^^ XLVIII. 2« 9^10« Ln^f. lait. Paft
gelait. CIX. 3. 14. XXIX. 3. 29.
leges, s=: leges, Gesetze. XXVI. 20.
leib, der ; = Brot, in runder Form, ;;der pauren leib.^^ libum. lY. 3. 5.
leib, der; «sc Leib, cor|Mis, statt der persönlichen Filrwdrter. j^beäe
besessen haben meinen leib/^ mich. LXXXII. 3. 3. ;9da$$elb be-
triiebet mir den leib.^^ mich sehr. XXXVI. 5. 9, ^^ellettdon leib
für ich.^^ irre,, ausser Lande umher. LXXVL 2. 8. In diesen ual
vielen ähnlichen Stellen herrscht der eigentliche Begriff leib bald
mehr bald minder vor, von der kräftigsten Sprachsinalicbkeit bis
zur gänzlichen Verwischung des ursprünglichen £«griffe». WH.
leip; IH. hat p nur im Inlaut leiplich neben leiblich«
leichnäm, der ji= Leib. ;;gots leichaäiu ich nyni «Bbicdiglfceh.^f cof-«
pus domini. Mhd. lichnäme. CV. 4. 7.
leiden, Zeitw. st. = leiden. Imperf. laid^ du laid, n^a Ut. Pari.
geliten. CXIIL 3. 8. XXXV. 3. 42- CXIV. 1. 91 ^jd«« leiden,
des leidea/<^
leihen, Zeitw. sU :=; kihen, gewähren, geben« >^ot leck mir seinen
hut.^^ IL 2* 18. ;>9leich mir her das meualy^^ gib mip. LXI. 1. 16.
;^stat leihen der sünde.^^ Vorschub. CV. 3., 2. Imperf. Ucfa^ Part.
gelihen. Im Auslaut und Koosoaaatejaanwacha dk Fofm leiah.
tthd. lihenu
lailach, leyiacb, das,, Flur, leilach^ lejl.achen, sp Bentuch,
Leintuch. YI. 94. LXXXVI.3.16> Mhd. UHchai^ WT^ kirliich.
r
Pliir. leütcher* Aus leik, leich, 't=s Leib und lachen, lah-
han, = Gewebe ans Lein.
leipllch, leiblich, =s leiblich. XXXVL 3. 9.
leir, die; = Leier, lyra. ;>ain krumpe leir tragen.^< den Arm in ei-
ner Schlinge. XIV. 3. 2.
leiren, Zeitw. = leiern, eintönig schreien, vom Esel. XLL 69.
lembHn, das; = Lftmmchen. XXII. 2. 15.
lernen, Zeitvr« schw. = lähmen, lembt. Umgelautet aus dem mittlhd«.
lam, claudus. IX. 2. 4.
lempeyl, der; =» zahmer, unbehülflicher Tropf. YIII. 6. 6. Wohl
aus lampel, lempel, Lämmchen, verbäuerlicht* Oder ist an
lumpel (lump) tu denken? Vergl. Lampel, Plempel bei
Schmeller. MT. limpl = Knabe mit büser Anlage.
lencken, Zeitw. schw. =3 leiten, wenden, bewegen. ;^das mundltn
auf und zu.<^ XLVII. 1. 8.
leiden, Zeitw. schw. = leiten. XXVIU. 2. 17. MT. ;^ich len-^
den^^ = sich neigen, ziehen, richten. ;^zu dir lendt sieh meins
hertzen gier.^^ LXXVI. 3. 10. Aus land, an's Land bringen«
MT. Lende =s Landungsplatz bei der Holzschwemme.
leng, lenge im Reim, die; =ss Länge. XLyiL3. 6. Umlaut aus lang«
len, lene, die; = Flamme, Gluth, Feuerstrom. ;,hftis8er lene ran,
pran.^^ glühendes Feuermeer. XXIV. 5. 12 — 13. Verwandt mit
linne, leune, lane, Lahn =a prasselnder Absturz, Mahre.
]enepach, der; sss Eigenname. LXXL 2. 3. Unweit Kastelrutt«
leopart, der; ;äs Leopard. CX. 1. 13.
Uren, Zeitw. halbschw. sa 1. lernen. ;^das Idrt man in der fSrsten
schul.<^ XX. 1. 13. ;,treustetihÄit.^^ LXV. 1. 10. LXXL 3. 7.
2. lehren. Part, gelart. XYIL 5. 2. XXIX. 1. 25.
lesen, Zeitw. st. = 1. lesen. 2. wählen. VI. 16i. CXXI. 38. Präs.
ich lis. Imperf. Jas, last. Part, gelesen.
lest, 1 es te,sa letzt, letzte. XCIX. 2. 16. MT. löst, löste, znlöst.
letz, letze, die ; 2s Ergötzlichkeit, Erquickung, Trinkgeld, ^zu letze
Wssen.« VI. 122. X. 2. 4. IL 4. 25.
levant, der; ss 1. Morgen, Asien, Levante. XXVIII. 2. 2. 2. Ost*-
wind. XXIX. 1. 2. '
len, lew, leb^ der^ Plvr. leaeiir ape Löwe. LXIÜfL. 3. 5. Vt ÜO«.
Besonders der Teufel. XXIV. 1. 8. Taufname Leo. CXXI. 102.
Der Heilige d. N. wird am H. April gefeiert.
leuchte, die; = fax, lumen. ^^leuchte deiner Augen. ^^ phantasirt der
Liebhaber an's Hfldchen. Das Feuer. LXXXVIL 4. 5.
lenmet, der; = Leumund, Ruf, guter Name. XXIU. 5. 9.
lewp, = lieb. LXX. 2. 14. Reim.
leutten, Zeitw. schw. = läuten. ^^aufTdemkopffe.^^ schlagen. VI. 73.
liberey, die; = Abzeichen in der Kleidung, sodann Ordens-Ehren-
zeichen. XIII. 1. 8.
lidmäss, das, Plur. die lidmäss, ss Glied. ;;das ich die lidmäss
griff und sach.^^ LH. 3. 5.
ligen, Zeitw. st. intrans. = liegen. Präs. ich lig, dd leist, er leyt.
Iroperf. lag, lag. Part, gelegen, ^^des kriegs emider ligen.^^
Vinci, imparem esse. LH. 3. 9. ^^dü lag.^^ lagst. CVII. 3. 8.
LXI. 2. 10. XXVH. 1. 17. XL. 1. 13. XV. 1. 4.
lieb, Nebenw. = lieb, theuer. ;Jieb haben.^^ LVII. Expos. 2. 16.
lieber, liebst.
lieb, die; = Liebe.
lieb, das; = Liebchen, ^^ach wärs mein lieb.^^ LVII. Expos. 1. 1.
lieben, Zeitw. intrans. schw. =: lieb, angenehm seyn. ;^dii liebst
mir.^^ LXXIL 3. 7. Althd. liuban.
liecht, Beiw. = licht, hell, ^^des liechten morgens rote.^^ XL. 2. 6.
liechtel, das; = Lichtlein, zum Nachhausegehen. IX. 1. 2.
liederlich, Beiw. == reitzend , wollüstig, ausgelassen mit Anmuth.
XL VII. 3. 2. Adv . liederlichen, auf liebe, leichte, lustweckende
Weise. LXXVI. 1. 22. Die Bedeutung dieses Wortes streift bei
Oswald kaum an die strenge Rüge, die jetzt in demselben liegt.
lieff, = lieb, niederdeutsch. Reim auf b rief f. Kann auch Substan-
tiv seyn die lieff = Liebe.
liegen, Zeitw. st. = lügen. XLVIH. 1. 7.
Lienhart, =s Mannsname, den Oswald's jüngerer Bruder geführt. X.
1. 3. Der Heilige d. N. wird am 6. Nov. gefeiert.
1 leren t, das; = Kollektiv der Natursanglaute der Vögel des Lerchen-
geschlechtes. ;jir lierent erklinget.^^ XLI. 45. S. lirt.
liet, das; = Lied. XII. 3. 15.
lif, Beiw. sa lieb. ;^ifcn last vertreiben.<^ XXXV. 3. 48,
375
lif, das, und der; = 1. Leben. LXXX. 1. 2. 2. Leib. Die Ver-
wandtsehafi zwischen Leib und Leben siehe bei Adelung Artikel
leib. Yergl. Reineke Vos von Hoffmann, Artikel lyf. S. 192.
Grimm. III. 397.
liffen, = Lienand. IIL 1. 8.
linden, Zeitw. =a linde, nachgiebig werden. LXXXYII. 2. 20.
lippel, lippl, =3 Mannsname, Philipp. LVIII. 4. 1. ungeschickter,
dummer Mensch. XYIII. 1. 3. MT. lipp, lippel e.
lirt, = Naturlaut der Lerche. XLI. 37.
lispen, Zeitw. =: lispeln, ^yntt lisp mir zu ain freuntüch wort.^<
LXXYII. 4. 5. Unser lispeln ist daraus diminuirt.
list, der; = Yerstand, Kunst, Geschicklichkeit. ;^durch spehen list.^<
C. 2. 12. Grimm. I. 666. ars.
listikait, die; = Findigkeit, Klugheit, Abgeschliffenheit. XIII. 5. 9.
lyt, das; =s Leid. LXXX. 1. 4.
littd, = Lithauen. Aus littau, littaw. III. 1. 8.
litz, der; r=s Art. ;^ein grober litz.^^ XYI. 1. 8. MT. die Litze,
lizabdn, = Lissabon. XIII. 2. 1.
lob, das; = Lob. ;?ich wais nit lobs zu breysen.^^ XY. 5. 8.
lobesan, im Reim, Beiw. = lobesam, lobwürdig. CYIII. 1. 13.
loblich, loblich, Beiw. srs löblich. Adv. loblichen. XXIIL 5. 16.
loch, löh, der; = Hain, Wald, Halde. ;^in des mayen loch tantzen.^^
XXXYIII. 1. 9. ;jwann sich die loch mit gruenem laub verreuhen.^<
LXXX. 1. 4. ;^er zieret perg und tal, die loh.^^ CIX. 2. 11.
lock, der, Flur, locke, = Locke, Büschel Haare, Haar selbst. XYII.
4. 25. ^^ich flicht dir deinen weissen lock.^^ LXXYII. 3. 4.
lock, locke, die, Flur, locken, = Lockstimme, Lockvogel.
YI. 19.
locken, Zeitw. schw. = schliessen, ordnen. ;^deinen rock lock.^^
sagt die Frau zur Magd, die sie im Liebesspiel getroffen. XXXIX.
2. 30—31. Yerwandt mit lucken. MT. zulucken =s decken,
lofen, Zeitw. = glauben, ^^das loff.^^ glaube. LYII. 3. 5. Nieder-
deutsch. Such. Hoffmann's Reineke Yos. S. 193. Mhd. gelou-
hen. MT. glaben, globen.
lAn, = in Yerbindung mit Itri: liri lön, Nachahmung des Lerchen-
gesangs. XLI. 37»
S78
lAn, d^, Plur. Mne., Mn, => Lohn. XIX. 4. i6. ^^der kttzen IdB.«
Undank, Untreue. VII. 3. 13. HT. Luen, Plur. Lüeu.
lAnen, Zeikw. ss lohnen. ;^ir Ion mein treu.^^ LIX. 1. 14. ;>ainer
Sache lönen.^^ LXXXV. 2. 9.
Idner, der; = Belohner. ;Jdner gueter dinge.^^.XX. 1. 4.
longinüs, ss Name des Juden, der Christum am Kreuze mit einem
Speer durchbohrte. CVI. 12. 1. XCIX. 2. 3.
löpen, Zeitw. = laufen. ;;eck lopp/^ ich laufe. Hnl. Grimm. 1.971.
LVII. 1. 7. MT. lafen.
• Ids, Beiw. ss 1. frei, nackt, des Gewandes entbunden. ;^vil Heber
hendlin lös.^*' CVIII. 2. 14. 2. frei, unentgeltlich verzehrt. XII. 4. 28.
losen, Zeitw. ==: horchen. ;^los ain nutzes sweigen.^^ XVII. 7« \2.
XL. 2. 1.
lAsen, Zeitw. = schön, vertraulich thun mit dem Hunde, vertraut
und heimlich zureden , besonders in's Ohr, schmeicheln, ^^a well
wir kosen, lösen. ^^ sagen die Schäfersttindeler. XXXY. 3. 17.
>^vol abenteuer holt ich in lösen seharff in das orichin.^^ aagt der
Knabe phantasirend von der Schäferstunde. LX^V. 1. 6. ^^freut«
lieh kosen, haimltch lösen, das geit wunne.^< LXIII. 1. 15. ^63
za, hin all , mit laut und schall.^^ Jagdregel , das Antworten der
Jäger in gewissen Lautzeichen zur Verständigung aneinander vor*
schreibend. XLIII. 27. Offenbar ist hier der Begriff schmeicheln
schon sehr zurflckgetreten. Noch entschiedener ist das in HT.
der Fall, wo lösen geradezu einflüstern, heimlich in's Ohr sagen
bedeutet, ^^ainem etwas lösen.^^ Der Stamm des Wortes ist das
alte löse, lüse, Behagen, franz. loisir, woraus unser Lust, ital.
Ittsingare ss schmeicheln.
lot, WH. loat, = Boss. Ungerisch. LVII. 1. 3. ...
lucäs, ss: Lukas, der Evangelist, gefeiert am 18. Oktober. HT« Lug^
gQSy Lugge, Lugg.
luoey, = Lucia, Frauenname. LVIII. 4. 6. Die Heilige d. N. feiert
man am 13. Dezember. CXXI. 347.
luoiper, lucifer, der; =: 1. Der Moi^enstern. XXVIL 2. 14.
2. Der Teufel. CXV. 4. 6. Oswald scheint zwischen beid^ For-
men EU unterscheiden; luciper ssTenfel, und lucifer ss H(^-*
genstern.
Uck, lucke, dfie, Plär. lutken, =ss Lücke, Oeffiiaiig. LXIV. S. 21
wo die Redensart ;^ie lucken yerzeuneii^^ heisst se honeste com-
ponere post concubitam. LXXI. 2. 10, MT. Lichtlucke auf dem
Dache, Zahnlücke, lucket, rimis dehiscens u, s« w, v<nrkom-
mend.
ludeweig, ludwelg, ludwig, = Ludwig. XI. 1. 1, Gekürzt
Ludl. MT.
lied, das, Plar. lueder, ss Aageniied. ;^e7t aia mueder hAl dto
liieder zu geschockt.^< von Christi Tod. CIY. 1. 16. Wohl der
Reim Ursache der exorbitanten Schreibung. Hhd. das lit, lid.
luen, Zeitw. = mugire. ;^er esel lue.^^ MT. lien Tom Hornvieh.
XLI. 58.
Inegen, lugen, Zeitw. =s sehanen, spähen. >4Qg nm dich.^^ LVIIL
6. 9. ^^Inegen auf mein sdiantz.^^ XXXIV. 3. 2. HT. Uegen,
gespannt auf etwas spähen. Die Zollstätte auf dem Brenner, da-
von Lueg genannt, wa nicht aus Idch, löh =3 Wald. Altiid.
Ittog^n.
luft, der; = Luft. XXXIV. 3. 10. MT.
lug, die; =s Lüge. CV. 2. 6.
lugenspil, das; = Lügenspiei. LI. 2. 16.
iiglich, Beiw. = lügenhaft. GXYIII. 1. 8.
lün, = Luna, Zuname des Afterpabstes Benedikt XIII. I. 3. 26.
landen, s: London. XXX. 2. 43.
langer, Beiw. = hungersmatt, essgierig. XLI. 14-^16« Grimm, II.
135. avidus.
lantzldt, Adv. ss sanft geöffnet. XLVL 2. 1. HT.Glunze, rimult.
lupfen, Zeitw. zs=z erheben. ^Jupf dich kreodly.^^ progermina. LXIII.
2. 2. ;9die sbammen lupfen aus der erde.^< pullulant. XXXV. 3. 2.
MT. lupfen, aufheben, aus dem festen Stande fortbringen.
loppiklfehen, Adv. sss wenig, sehr klain. LXX. 3. 13. MT. lup*
pig =s winzig.
last, dar; SS Lust. ;>mit luste.^^ XXVIII. 1. 19. MT.
lasten, Zeitw. impers. s=s gelüsten. >9und lust mich Main zu singen.«^^
juvat. VI. 100. Mit dem Genitiv der Sache. >^klueger mynne.^^
XXXVI. 4. 6. MT.
lustltch, Adv. sss lustig, wonnig. LXXXII. 3. 7.
318
iSftzel, Beiw. Ncbenw. s=s klein, wenig. ^^fleLsch lützel.^^ IV. 1. 9.
;^das halff in IStzel umb ain ay.^^ gar wenig. XIV. 4. 3. goth.
leitils. alth. luzil. engl. little. HT. lutzein = etwas im Hände
langsam und kleinweise zerfliessen lassen.
m, als Anfangsbuchstabe des Namens Margaretha, den Oswald's erste
Gemahlin geführt, vom Dichter andächtig verehrt und besungen.
;>mit 6ren auserweltes m.^^ LXXII. 3. 6. Reim : klemm.
O nift) auf ungerisch nach Oswald mein. LYII. 1. 3.
machen, Zeitw. trans. schw. = ernennen, erwählen, zu etwas
machen. Part, gemi^chet. XII. 3. 6. ;^machstü.^^ XLIIL 37.
macher, machertn, der, die etwas bewirkt, schafft, ^^freudenmacher,
freudenmachertne,^^ letzteres im Reim. Geliebter, Geliebte. LI. 2.1.
macht, die; =s Vermögen, Stärke. ;^mein macht wacht mit klalner
kraft.^^ XLII. 3. 10.
magatein, das; = Mägdlein. ;;ich eilends magatein.^^ XXIX. 3. 14.
Aus dem alten mag, :nrai;, filius. Nibelungenlied: magadtn, ma-
gedtn.
magdal^na, magdalenn, = Frauenname. Das Fest dieser Heili-
gen wird am 22. Juli gefeiert.
magnet, der; = Hagnet, zum Schiffsgebrauch für die Erforschung^
des Pols. XXVIII. 2. 17.
magt, die; = Jungfrau, namentlich Haria. XCVI. 2. 1.
magtlich, Beiw. = jungfräulich. ;>magtlichen rain.^^ XCVI. 1. 15.
may, mai, maie, letzteres ausser Reim, maig, der; =s Haimonat.
LVIII. 5. 1. LXVIII. 3. 2. HT. der maien. a wie das ital. 6
in öro.
may, = romanisch mai, mais, jemals, mit vorausgehendem non, nie-
mals. I. 3. 4.
maid, die, Plur. maide, = Mädchen, unverheirathetes Franenzim-
mer. XXXV. 3. 14. engl. maid. angelsächs. magdh, aus magt.
mhd. meit. Grimm. II. 65.
maidly, das; = Hädchen, liebkosend. LXIII. 2. 12. HT. Madl,
Nadele.
379
mayerol, der? = Tanzart, ttneigentlich ;^mayerol l^ren/^ anstatt lau-«
mein, purzeln. Wohl aus dem span. majare, mit den Füssen stam-
pfen, und ruiar, drehen, franz. rouler. deutsch rollen. II. 3. 22.
maiestät, die; = Majestät, göttliche Hoheit. CXV. 3. 3.
mail, maile im weibl. Reim, e=- Makel, Flecken, überhaupt Ange"*
stochenheit, Verlust der jungfräulichen Ehre, Erbsünde. L. 3. 1.
CXVI. 4. 2. LXXVI. 2. 22. MT. moal, moalen, fleckig,
schmutzig werden, moal ig, befleckt. Muetermoal.
main, der;= Main, deutscher Strom, in den Rhein mündend. XI. 3. 6»
main, die; = Meinung, Absicht. ;^in welcher main?^^ LIII. 2. 1.
;9in guter main.^^ XII. i. 7. Otfried's meina, adverbialisch ange«*
want gehört wohl hieher.
mainen, Zeitw. trans. schw. == 1. meinen, gedenken. ;^den wurm,
der mir die s61 maint krencken.^^ CXIX. 2. 23. 2. liebhaben,
minnen. ;^ie ich maine.'^ XXX. 2. 30. XLVI. 2. 16. XXII. 2. 24,
maintz, = Stadt. XII. 3. 4.
mais, die; = Meise. XLI. 22.
malst, der; = der höchste, vorzüglichste, erste. LXX. 3. 6.
malst er, der; = ganz das mittelital. maestro. Gelehrter, Professor,
Kunstverständiger. CVIII. 1. 4. Auf Gott übertragen. ;;ain maister
gros von oberlandt.^^ XVIII. 3. 5.
maisterltch, Beiw. Neben w. = meisterhaft, kunstreich, unübertreff-
lich. L. 3. 5.
maistro, = das ital. maestro. Meister in der Schiffsleitung. XXVIII.
2. 11.
mal, das; = Zeit. Insbesondere: ;;zu mäl.^^ zumal, wenigstens. I.
1. 16. ;^zu manchem mäl.^^ bisweilen. XXIX. 2. 17.
malfastr, der; = Malväsier, bekannter Wein. II. 2. 22.
man, der, Plur. manne, = Mann, Gatte, Geliebter. CIX. 2. 6. LI.
1. 8. CIX. 1. 2. Hier steht im Texte der Druckfehler gier statt
manne,
man, der, mon, mane, = Mond. Genitiv mftnes. XVII. 1. 19.
griech. fJtijvr), dor. jnava. engl. moon. MT. Man, Mon, Mun.
man, korrupte Aussprache des franz. mon = mein. LVII. 2. 3.
manen, Zeitw. schw. = erinnern. ;?ich man dich der wort.*^ IIV,
3. 1.
^380
maftg*^ =s Mannsname , Magnus. Das Fest des Hellfgeii d. N. fdll
auf den 6. September.
mangeln, ma n gel en, Zeit w. schw. rs ermangeln, ausbleiben. >^inan-
gel ich sein selten mit spelten.^^ IIL 2. 29.
man gen, Zeitw. trans. schw. = MT. durch eine Rollmasehine pres-
sen, glätten, Tuch, Leinwand, Wäsche u. s. w. ;^mangen die schuld
ettge.<^ CXIU. 2. 4. seine Sünde durch Busse mindern. MT. die
Mang, das Werkzeug, Stätte, Einrichtung zu mangen.
manig, mang, manch, = manch, mancher. Gewöhnliche Form
mang.
manigerlay, mangerlay, =s mancherlei. XXXV. 2. 9.
manigfalt, manigvalt, = mannigfaltig. LXXXII. 3. 8.
manigfeltigklfch, = wie das vorige. ;>manigfeltigkltchen.^^ Adv.
CXV. 3. 8.
manhait, die; = Mannheit, männliches Vermögen, ^^ie manhait er-
wecken.^^ LV. 2. 4. LH. 3. 7.
manny, der; = Schinder, Scherge, Henker. XVI. 11. 4. Ital. ma-
nigoldo.
manslag, der, Plur. mansleg, = Mord, Tödtung eines Menschen.
;jdurch influs mansleg sterben gän.^^ XVIII. 9. 7. Tod durch die
Influenza,
mar, marb, marbe, letzteres Reim auf varbe; mar, stets ausser
Flexion, bei Vokalanwachs marbe, wo b auch nach der Tran-
kation bleibt. Beiw. = zart, mürbe. XXIX. 3. 27. CIX. 2. 14.
LXXXVII. 1. 11. MT. gewöhnlich ohne b, mar, das a = 6 =
au im Ital. ;^a mars brdt, a marer Pretzen.^^
mar cell, c= Mannsname. Der Heilige d. N. wird am 16. Jänner ge-
feiert.
marchschalkf der; ^s Marschall, Hofwürdenträger. XUL 14. 5.
Aus marah, marh, march bei Konsonantenan wachs, = Ross,
und scalc = knecht. Dass Pferdeknechte sich zu Hof würden-
trägem erschwingen, findet der Leser ohne Zweifel begreiflich.
marck, die; ss bestimmtes Mass in Zahl und Gewicht. >}Yier tausent
marck begert ir hertz.^^ bestimmter Geldwerth. VII. 3. 9.
marckt, der; ss Handel, Geschichte, Lärm. XIY. 5. 9.
aaf cil$, Teifcttnt marZ| =k Mannsname. Das Fest deä HeiUgan d«
N. wird am 25. April gefeiert. GXXI. Hb, CXXII. 4. 5.
margarick im Reim, margarttd, nargret, trs Hargredie^ Mar^
garita. LYII. 3. 2. YL 154. Das Fest; der Heiligen 4. N. fällt
auf den 12. Juli.
.ftiargkgraff, der; s» Haikgraf. XII. 3. 6.
martä, marey, mard, verkleinert maredl sas Harta, die Uiijltcr
Christi. CVIII. 7. 7. ;^ narlä kind.<^ ;,fiiarfe kinddein.<< GVilL
1. il. der lat. Genitiv mariae. GXXI. 84. XXXIX. 2. 1. CXXII.
9. 2. wo margn 3. £. HT. Maria, Marie, Mariele^ Marie!,
Maredl, Maidl, Moidl, Maide, Maide, in venstflndlicher
Entwiekelttag.
Btamer, morner, der; =3 Schiffer, Seonann« ital. mariaaro^ mari-
najo. XXVm. 3. il. 1. 5.
marquart, =; einer der Begleiter Sigmund'^ nach Ron sur Krihiung.
XV. 3. 1.
anara, <kr; =z Hauet d. N. XYU. i. 2a
narailie, sc= MarseiUe, msarsillki. ital. marsiglia. III. i. 17.
marstaler, der; = Pferdebesorger. I. 1.21. Aus m& aes Ras», and
stal zz» StaU.
marterllch,. martetlick, Beiw.Nebenw.sserbärmliek« CXYIL2w9.
jiiartz,»Uatfius. Sm Fest fällt a»f den 30. Oktober. GXXIII.5.14«
masch, masche, masehen, Plar. ma sc he a, =s Masehe, Verkno-
tung, Schlinge, Strick. ;^der taaeheft ms^ehen setaeii.^^ XI. 3. 11«
sie schliessen, für einen aahlen. >^aus uageÜekes maseke..^^ LXX«
1. 21. XCV. 4. 11.
mäss, mässe^ die, 3* E. nässen, sss Mass. !• Art. ^^tk aSiket
mafi^<^ dergestalt. CXYIL 4^ 20. 2w mittleres YeshdUniss. ;rhe«
waren, kaltea ia dev mdss.<^ XXVIII. 1.2. XXVIL1.27. 3. rich-
tiges JVerhältniss der Theiie au» Ganxei». £bef»aass, XbVILS^S^«
4. gehücigea VerhäUaiss der euiaelmen: Haadliiogea m eiaena an-t
stiMigefli: Benehmen* f^i^H dir aH mias , Ina , Mss boL aasttl«^
LXVII. 2. 2. 5. Zeitmass. j^mit langer masse.^ fialimii aaittere,
d. h. aushaltend im Ton. XIIL8r6» & eHiprtiscbe Formell : j^aat
- d^ miss,. aas der mftäsien>^< ausaevordentdiefa , gans besmafar»,
GIV.3.10. LXXVIL1.13. „in m«is,al^>^ 90 wie. LXXVILJ.14.
382
fassen, sich, Zeitw. = sich enthalten ;;ainer sache.^^ XYIII. 7. 8.
mast, der; = Mastbaum. XXVIII. 2. 7. .
marthan, =s Hartina, Jung^frau, Mdrtyrin. CXXIII. 2. 5.
martein, mart, mert, = Mannsname. Das Fest dieses heil. Mär-
tyrers wird am 11. Nov. gefeiert, und eines anderen d. N. am
12. d. n. M. CXXI. 315. XIV. 3. 1. CXXIII. 6. 3. MT, Marti.
mat, die; = Mattigkeit, Müdigkeit, Ohnmacht. CVII. 2. 1.
jnatheus, s= Manns-<Apostelname. Das Fest des Heiligen d. N. fällt
auf den 21. September. CXXI. 264. MT. ^^Mathies macht die
Rueben süess.^^ Schlechtweg Hies, Hiesel,Hiesele, häufig mit
dem folgenden verwechselt.
mathd, math, = Mathias, Apostelname. Das Fest des Heiligen d. N.
fällt auf den 24. Februar. CXXI. 55. Germanisirt matheis, eis
Oheim Oswald's, aus dem Grafengeschlechte Schlick. XIY. 2. 9.
MT. ;,Matheis brichts eis.^< Vergl. CXXIII. 1. 14.
mattras, die; = Matratze, materasso. VI. 68.
matz, matzen, die; = Wiese, Grasboden, Gut. ital. maso« ;;da ick
die ersten nachtigal hört singen nach dem pflüg enhalb in der
matzen.^< XC. 2. 4.
matüsalem, = König von Salem, das älteste Mannskind. CX. 2. 9.
maurach, die; = Morchel, Art Schwämme. LXIII. 3. 4.
mauritz, maritz, = Mannsname. Per Heilige d. N. wird am 22*
Sept. gefeiert. CXXI. 265. CXXII. 9. 5.
maus, die, Flur, meuse, =a Maus. VII. 3. 14.
mauss, die; = Loch, Unterkunft,. Zelt. X. 6. 4.
maxim, = Maximus. CXXIII. 5. 11.
mechtigkait, die; = Macht, Grossherrlichkeit. XX. 1. 6.
meil, die; = Meile, Wegmass. ;^ranmen manig meil.^^ XXII. 4. 18.
mein, Fron, possess. = mein. ;^chons mein hertz.^^ XXXVII. 1. 1.
melancoley, die; ss Schwermuth. LXXVI. 1. 9.
melden, Zeitw. schw. ss= hochd. melden, melt =s meldet»
meider, der; = einer, der Einverständnisse und* Liebesspiele aus-
späht und ausschwatzt. LI. 2. 16.
melhen, Zeitw. scbw. = melken. XXXI. 4. 23«
melten, der; s=: Berggemeinde, ob Vilpian, links an iler Etsch, kol-^
lektiv die Meltner, X. 7. 2.
383
menscli, der; = I.Mensch. ;>dem menschen näch.^^ zeitlicher Weise.
CV. 22. 2. statt des abstrakten man. ;^weibltcher weib mensch
nie gesach.^^ XL VII. 3. 1. 3. Mädchen, Liebchen. MT. ^^mein
Mensch.^^ Hentschin. mentschern, ss den Mädchen nachlaufen.
Mentschel, eine Abgeblühte,
menschlich, Beiw. ss ;;menschlichen got.^^ menschgewordener Gott.
CXXIII. 1. 1.
menschlichait, die; = Menschheit, Eigenschaft eines Menschen.
;;an der menschlichait sterben.^^ von Christus. CVI. 11. 17.
menig, = jeder. ;;all menig/^ II. 5. 21.
menikltch, c=s jeder. ;;>yon menikltch.^^ von allen. CYII. 3, 11.
XXVI. 405.
mensur, die; == 1. Mass, Zeit- und Tonmass in der Musik. XCV.
3. 15. 2. Messwerkzeug zur Orientirung und Lenkung des Meer-
laufes. XXA'III. 2. 16.
m^, =: me, mich. LVII. 1« 2.
m6r, mee, m6, = mehr. m6 fast nur im Reime. IH. LXI. 3. 5.
LIX. 3. 17. gezogen meeeeeee. LXXVI.
mer, die; ss Mähre, Rede, Sage. Insbesondere 1. Sache, Ding.
LXXrV. 2. 3. 2. Vortheil, süsse Angelegenheit. ;^fraa lieber
mer.^< LXXXVIII. 2. 3. Mtthd. mar.
mer, das; = Meer, uneigentlich ;^dein tugent mer.^^ LIX. 2. 15.
merän, = Stadt Meran. ;7die von Meran.^< Meraner. X. 7. 1.
merschy, =s franz. merci. Dank. LVII. 1. 12.
mer ekel, = Eigenname Peter's, der mit der Bewachung Oswald*s
im Gefängnisse beauftragt war. XIII. 5. 7.
mercken, Zeitw. schw. = bezeichnen, mit einer besondem marke
versehen. VI. 95.
mercker, der; ;= einer, der auf Liebende achtet, sie auszischt, ver-^
läumdet, Späher. LI. 2. 10.
mercuriüs, = Planet. XVII. 1. 20.
mßren, Zeitw. schw. = wachsen. CIV. 3. 15.
mertz, der; = März. CXXL 60. XLVIII. 1. 11.
mertzisch, Beiw. ss märzlich. ;;das mertzische pad.^< CXXI. 69,
Nasswetter, Kothwege.
meusly, =s Mäuschen, in sensu tnrpi: membr. vin LXI. 1. 16.
384
mt$Ben^ Zdtw^ Xtdüta. st. as hocbd« me^sed«
mes»in, Beiw« zas messingeo, ausf Messing« /^aiit ainem tnesäin ne-
delein.^^ L 3. 6.
jiflsten, Zcitw. schw« ^ mästen. Part« gemcSsst IV. 3. 3.
met, =: mit, niederländ. LVII. 2. 6.
jn^l, der; e Obstwein, Heth, XIX. 3. 10. MT. Inöt.
metz, metze, motzen, die ; = Mädchen, besonders käuflicfaeSf aber
im müden Sinne« >^iii schone metz^i erschWetsen.^^ XXXI.
4- 29.
metz, verkleinert metzly, mefzlyn, ss Fräuenname, Itd)k(»endm
iler Dfminutkm, aas M«zz*^ wekhes wohl vefdorb«i ist aai
Maide, Moide= Maria. MT. hat noch Maitze statt Maria« LVIII.
«y, SB mi, mir^ nkUniederlänfd. LXXX. 1. 3.
my, = ital. mi, mich. LVII. 3. 9.
michel, Beiw. u. Nebenw. = gross.. ;^aih miehel dftimb.^^ sdir vid.
XIL 1.29. ;;diireh mkhelD spcrt/^ CVL 7. 18. goth. mikUs. rilhd.
mihhil. engl. much. (kimm. I. 727. 719.
miahel^ mich!, xm Mtcfaäei^ Engekiame. Das MicbaeMest fiült auf
dea 39. SqUenAer. CXXL 272. CXXII. 9. 6. MT. .
mielisch, Beiw. = moUis, mieg, sUnft^ weich, irari. Eine £igen-
sch^ schiner Mündletn« XLIV. 2. ib.
miet, die} =& Gabe, Geschenk, althd. miata, mieia«
mille, = zartliebste, slatisch milde, sVls». polnisch nsäy, mth»l n
Cbade« Such. Metelko's Granmatik, LaÜMdi 1830. S. \%. i^am
milde. LVII. 2. 1,
iiilt, milAe, mildt, Beiw. Ncb^w.as freigebig. ^ grösser sleg«^
IV. 3. 19. XXII. 4. 12.
nih, «e^ ms Freigebigkeit, GeföDigkeit Li. 1. 13. XL 1. 20.
min, = mein, nach Oswald flämisch, fast in aHen nöfddeittschen
Mundarten. Ein Beweis, dass die mttld. Zeit flir Oswald Torttbci
war, denn darin kdsst eSi ekenfaikr ailzeti min; .
minut, die; = Minate. LVI. i. 11.
Vüinn,. mynn, minBe^ die; ^ss. Liebey Freundschaft,» besondos die
ritterliche Kunstliebe. I. 2. 3« ;^ie myiine send }tkmmM XXIX.
.S. 3S-rd6u. ntssbilMeUdcbi » genmini: mil seteader Anspkknf
385
auf den Jünger der Liebe , die riUerliche Buhlschaft ohne sit W
fürchtenden Ehrenverlust,
minnen, mynnen, Zeitw. schw. = lieben. ;;die junckfrau.<^
mynnikltch, minniklich, minnichleich, Beiw. Nebenw. =
liebwerth, liebreich. ;^gestalt.^^ LXXXII. 3. 6. mynniklichen.
Adv. in Liebe. XCVIIL 1. 2.
mynder, minder, Comp, mynnsl, i^ynst, minst Superl. =
minder, mindest. Ersteres gewöhnlich als Nebenwort, letzteres als
Beiwort in der Bedeutung kleinst, unbedeutendsl. ;;der mynsten
plum.-^^ CXV. 2. 2. LXXXV. 3. 9. Adv. ;,die minst.« am wenig-
sten. ;^zu dem mynnsten.^^ mindestens. XIV. 5. 3.
mir, = mihi. ;^von mire,^^ im Reim auf schire. LXL 1. 8. myer,
plattdeutsch. LXXX. 3. 4.
misselingen^ Zeitw. st. intrans. =: misslingen. ;^das misselingen^
misseling.« Missglücken. XXXVL 7. 6. XXIL 307.
misericordiä, = misericordia, Barmherzigkeit, als Wehruf in Noth
und Gefahr. XIV. 4. 2.
missetät, die; = Missethat. LXVL 2. 9.
missetreu, die; = Untreue, böse^ schlechte Treue. LI. 3. 11.
missevallen, Zeitw. st. intrans. s= missfallen. XXIX. 2. 6. XXXVL
6. 3.
misshellung, die ;=: das Nichtübereinstimmen, Misshelligkeit. C. 1.9.
misstraurig, Beiw. = misstrauisch. Aus dem MT. misstraue-«
risch. isch und ig werden öfter verwechselt,
mitt, mitte, mitten, die; = Mitte, besonders die Weichen am
Menschen. ;^klain in der mitt.^^ LXXXIX. 3. 1. ;9mitten.^^ in me-
dio. XXVIII. 2. 5. ;,auf der mitte.^^ mitten. XVIII. 9. 6.
mitter, Beiw. = mittelmässig. ;;ain mittre leng.^^ XVII. 3. 26. MT«
moj, = mein, slavisch. Metelko's Sprachlehre, Laibach 1830. S. 39.
mör, der, Plur. mören, == Mohr, Maur, Sarazene. VI. 26«
mordayö, Wehruf mit der 2. E. = Ach weh, Mord! ;jdes mordayd.«
LXXIII. 3. 7.
morden, Zeitw. trans. schw. =s hochd. morden, mort = mordet»
XVII. 5. 5. LXXVIII. 2. 5.
mordlich, =3 Beiw. sss mörderlich tödtlich. ;>mordlicher tag.^^ sagt
das Mädchen, wenn beim Morgenlichte der Geliebte weichen muss«
25
386
lajriscb, Beiw. as maurisch, wie die Mauren in Sptnieu. ^^gewanU^
VI. 165. I. 2. 5.
moll, sss Yorname. ;?moll trugsatz.^^ XIII. II. 2.
monUerft, tss Ortsname für eine Wallfahrt. ;;mariä von nu»itsefil.tf
CXXIII. 6. 10.
mort, mart, das; = Mord, tödtliches Uebcl, grosses Weh. »arbait
ist ain mort.«^ XXXIX. 1. 18—19. ;,das mort ich klag.^^ das an-
liebe Tagwerden. LXXXV. 2. 1. ;^as kleglich mort.« LIV. 3. 3.
Die Form mart im Reim auf wart u*s. w. XXIX. 1. 26. XLIII.
1. 6.
mos, das; = Moos, Sumpfgegend. VI. 123.
mosmayr, =?= Name eines Bauers. XC. 1. 4.
most, mosst, der; = Weinmost. CXXI. 247. CXXIL 9. 1.
mostel, das; srs Most in Dimiaution. ;^eusä mosteK« obscön, Lo-
sungswort zur Gattungslust. LVIII. 5. 1*
mit, die; « Mühe. XVI. 4. 15.
mued, muede, mued, Beiw. = müde. ;>muede ist d^ winder/^
LXXXVII. 1. 3.
muede, die; = Müdigkeit. LXIII. 2. 6.
maedlich, Beiw. =s müde, ^^muedlichen.« XIX. 1. 10.
muen, Zeitw. = verdriessen. ;^mich muet an die weysen.« XXIII. 5.5.
mues, das; SS Mehlkoch, Brei. XXXI. 4. 24. XL 2. 8.
muet, mut, der; = Sinn. ;^mich deucht in meinem muet.« LXX.
1. 3. XXIII. 5. 11—12.
mneter, muter, mueder, die, Plur. mueter, mitter, ss Mutter.
LXXV. 1. 13. XIX. 4. 9.
muetwill, mütwlll, der; =s Muthwille. CXII. 1. 10.
mugllch, Beiw. Nebenw. =r möglich. ;,all miigltdi sach.^^ ;;nig-
lieber singen.« XL VI. 1. 18.
mugg, die; SS Mücke. Y. 5. 1. MT.
m.ttl, die; ss das Maulthier. ital. mulo.
mulnerin, die; = Müllerin. LXIY. 64.
mumme, die; ss ein verschnittenes Thier weiblichen Geschlechtes.
Spass seltsamer Art von Oswald. In Perpignan scbüef er auf Kuh-
haar ohne liebe Hälfte; daher kam er auf den Einfsdl^ diesen
.miMÜchea Umustand dem Mairatjcenhaar von ein^ TerschBitlenen
387
Kuh EUiiischi^iben. Die IS^Ue kann auch einen unkenscheni Sinn
haben, den wir dem Leser unerklärt anheinidtellen. YI. 71.
mSnchen^ss München , Stadt, Eigentlich ze munehen, bei, zu den
MOnchen« Grimm,
ainnder, Beiw. sas munter. CIV. 2. i4.
mundesch, =s willst, ungerisch. LYII. 3. 1.
mun-ichisch, Betw. :» manichäisch (contra Haniehaeos). CXXI. 238.
WH. muneUsch. CXXII. 6. 7.
munipolirs, =: Montpellier. XCY. 4. 6.
munsterling, sss Ortsname. LXXX. 1. 6.
mEntzlot, Adv« = mündelnd, leise und oft die Lippen bewegend.
XLIV. 2. 1.
Hurr, ss: stumpf. ;9mQrr nasen.<< XYII. 4. 9. ;9drey nagel mnrr.^
wurden geschlagen, um Christus an's Kreuz zu heften, und muss-
ten folglich mit desto grösserer Gewalt eingeschlagen werden.
CYL 11. 1 — 3. Yergl. murcus = mutilatus.
maaica, musick, die; =n Musik. XCY. 3. 13. XC. 1. 11.
musly, das; ss Mäuschen, obscön. Yergl. meusly.
mutz, mutze, mutzen, der oder das; =» Grundstück, Feld, wie
»atz. XC. 2. 7.
1¥.
iift, sss darzu. Nach Oswald windisch, d. h. slaviacb-kraioerisch.
LYII. 1. 4. *
nahe, die; s=z der hohle Zylinder am Rade für die Achse. Früher
jeder enge hohle Raum, ^»aus den engen nahen suU wir fluch-
tigklich traben.^^ sagt der Dichter , zur Frühlingsfddfreude eia*-
ladendy d. h. aas den engen Lochen, worin der Winter uns ein-
gepresst. XXIY. 2. 12.
nibly, da» ; s» der Nabel, in liebkosender Sprache. ;^reib mich knably
iimb dtti naUy.^^ sagt das Mädchen zum Geliebten im Schftfer-
momenL LXIU. 2. ib,
nftch, Yorw. = wie hd. regiert den Dativ und wird bisweilen nach-
gieselil. ^ei ick mein lieb got oä^Ueh steh vci^&^t.^ CYIIL 5^
i3 — 14« £eennduoi ienm«
25»
0
388
iidchgaugeln, Zeitw. schw. = nachtaumeln. ;^ob doch aus hundert
ainer plib, gaugelt er mir näch/^ IL 3. 32. Vergl. gaugeln.
nächgepaur, der, Plur. nächgepauren, = Nachbar. IH. hat
nachtgepaur, aus nächet = nahe, und dem Zeitworte pauen
= wohnen, also Nahewohnender, mttlhd. nächgebüre, aus nfth
und buwer = bür = bauer von buwen = bauen. X. 5. 4.
nächhengen, Zeitw. = sich einer Sache ergeben, nachgeben, ^^zbdr
mir sol wesen gäch zu hengen der hinnäch.^^ LXXXIY. 3. 5.
nach hin, = hinnach, hierauf. LYIII. 6. 5.
nacht, die; = wie hd. ;4es nachtes.^^ zur Nachtszeit. VI. 141.
nachtigal, nachtigalle im weibl. Reim, die ; = Nachtigall. XXXV.
i. 46. Aus nacht und gal = schall.
na cid, die; = die Nation, Innung der Studenten einer Zunge an
der Pariser Universität. ;^die naciö von aller schuele.^^ VI. 177.
nack, nacke, nacken, der; = der Nacken. ;^ich slach dir auf
dein nack.^^ XXXI. 4. 4.
nack, Beiw. = nackt, entblösst. ^^wolauf, die nacken blds!^^ schreit
der Nachtliebeswächter gegen Morgen, d. h. Auf, wer nackt ge-
legen! XL. 1. 5. MT. nack, du bist nack.
nadel, nadl, die; = Nadel. ;^such die nadl.^^ sagt die Frau zur
verliebten Magd. XXXIX. 2. 14.
näen, naen, Zeitw. schw. =: nähen. ;9zway stabichin hett ich pald
genat auff ainen mantel.^^ sagt der Liebhaber, der sich in einen
Pilger vermummt. LXXV. 1 9. althd. näan. MT, nftn, nänen,
g'nät.
nagel, der, Plur. na gel, = Nagel. Zur Steigerung der Beiwörter
gebraucht: nagel röt, wie nagelneu. VI. 53.
nähen, nähenen, nahen, nahenen, nehnen, Zeitw. schw. =
nahen, in die Nähe kommen, sich nähern. LXXIV. 3. 1. )y\^
dir mein eilend nähen.^^ zu Herzen gehen. LXVIII. 3. 10. ;jes
nfthent g6n des tages glantz.^^ XXXIV. 3. 1. ^^ain tier — nahet
schier dem hertzen mein.^^ CXIII. 1. 7. ;?zba7 nähen.^^ XXIX.
3. 38. zwei Annäherungen, das Zusammenkommen von zwei Per-
sonen, obscön.
afthend, nähe«t, Nebenw. =s nahe. ;^wolt ich ir nähend pägei.^
in die Nähe. VI. 188. ;^vil nähent ich im zampt.^^ LV. 2. 10.
389
naigen, naygen, Zeitw. schw. =r neigen, i, sich verneigen zu
Gruss und Höflichkeit. ;^mit naigen.^^ durch Komplimente machen.
VI. 66. 2. zu Thell werden. ;^sd mag dir Freude naygeir.^^
CXVII. 7. 15.
nain, = nein. LI. 1. 17. als Betheuerung. ;?nain, höchster hört, an
rew musst du mich hän.^^
nar, die; = die Nahrung. XXIX. 3. 21.
narbäne, = Narbonne. VI. 116.
narbdnisch, norbönisch, Beiw. =s südfranzösisch. ;9des freut
sich dort im occident das norbönische geslachte.^< XXIX. 1. 15.
narltch, narlichen, nerltch, Nebenw. = 1. knapp, spärlich.
;^en leib pett narltch auff das strö.^^ CXI. 3. 14. 2. genau, ei-
gentlich, gründlich. ;^wenn ich mein kranck vernuift narltch sun-
der.« CXVII. 1. 1.
narr, der; =? Narr, einfältiger Tropf. ;jder vart pistüs ain narr.<f^
Jagdregel gegen das dem Wilde nachlaufen. XLIII. 20.
narrenkapp, kappe, kappen, die; = Narrenaufzug, wunderlich
und seltsam. VI. 176.
näsardth, = Nazareth. GVL 5. 11.
naschen, Zeitw. schw.sawie hd. uneigentlich: herausnehmen. ;>ich
hab ain swere taschen so läss ich naschen, das tut dem freulein
wol.« sagt der bürgerliche Frauenwerber, d. h. ich zahle für Lie-
besgunst nach Belieben. XXXI. 1. 23.
nätür, nltüre, die; = 1. Natur, angeborne Art. XXIII. 1. 16.
2. Wesenheit. ;^die menschliche nätür.«
natürlich, Nebenw. = nach dem sinnlichen Triebe. ;>aus den lusten,
der wir natürlich hie begeren.« CXVI. 5. 3.
DL au, die; = die Nahe, Fluss, der sich in den Rhein ergiesst, bei
Ausonius und Tacitus Nava ; eigentlich jedes Wasser , mit dem
goth. ahva, dem alth. aha = aqua zusammenhängend. XI. 3. 7.
n^, = nicht. LVII. 1. 10. slavisch. Such. Metelko's Sprachlehre
S. 48 S. 61.
necker^ der; ss Neckar. XI. 3. 1.
neckerau, die; = ;^arzue die nau, umb pingen neckerau.« XI.
3. 8.
^oedelein, das; sas Ueiae Nadel. I. 3. 6.
Hegen, Zeitw. =: nagen, zehren, ^^mein trauren negt und posl.^
XLII. 3. 21.
neid, neyd, im weibl. Reim neyde, der; = Abneigung, Hass, das
lat. invidia. ;4as er kain argen neid well tragen der gerechtig-
kait.^^ XXVI. 58. ;,sunder neyd.^^ ohne Hass. LI. 3. 12.
neiden, neyden, Zeitw. schw. = Liebes({aal um die abwesende
Geliebte und ihre entbehrten Reitze empfinden. XLII. 1. 3.
neydegker , der ; = Rath des Erzherzogs Friedrich, ein Herr v* Neideek.
neithart, der; =: 1. Eigenname eines bekannten Feindes yon C^
wald, aus dem schwäbischen Geschlechte der Neidhard. 2. nei-
discher Mensch. ;^er neithart liess aim nit ain vesen.^ CXVl.
3. 7. Vergl. Grimm. II. 340. III. 706. mitthd. ntthart.
nem tu dem, s=s ich weiss nicht was. Nach Oswald ungerisch.
LVII. 2. 9.
nemen, Zeitw. st. ich nym, nim, nymbst, nimbst, nimbi,
nymbt. Imp. näm, nöm, nimen, ndmen. Conj. nam, nem,
nembst. Part, genomen. Belege: IV. 1. 26- XVL 2, 15. CVI.
10. 3. = wie hd. nehmen. ;4ch nym es auff mein sterben 8wer.<^
CVIII. 7. 13. ;,ich nembs furgut, wolstü mich noch gewere«.«^
LXXXYII. 3. 16. nähme es. ;>nembt war der schonen plSede.^
LXXXVII. 1. 1.
nennen, Zeitw. halbschw. Part, genennet, genent, genant, s
wie hd. nennen. XXIX. 4. 2.
nesltn, das; = kleine, liebe zierliche Nase. LH. i. 10.
nesselwangk, = Nesselwaiig. V. 3. 6.
netzen, Zeitw. schw. = wie hd. nass machen. ;^as heckitn netsea.^^
obscön. Semen effundere. ^>netzet^^ sa genetzet. LXIV. 2. 9.
neu, new, Beiw. =ä 1. neu. 2. jung, lat. novus. ;?der neue«^ Christas
Im Verhältnisse zum >^älteren^< Vater. ^^Idss dich die sunde reuen
gdn dem alten und den neuen.^ XXIV. 1. 14.
nett, new, das? ss± Anfang, das Neuwerden, ^^iöh wSnsdi dir ain
'vil gut jÄr zu di^em new.^^ LIX. 1. 4.
neuen, sich, Zeitw. = neu werden, verjüngen, ^^der pam der sich
grünlich tet neuen.^^ XXXIV, 3. 16.
neunthalp, = neunthalb. XIII. 15. 3.
neur, newr, as nur; unaeraur iit dtraM tiaaflm^ttfMOfen« Des »-
391
- ktib fflkrt Iel2!eres in der IH. allzeit ein eigenes Zeichen über
dem u. Die WH. hat fast allzeit offen das erstere. LXX. 2. 2.
CXIV. 3. 15.
neut, newt, WH. =ss nicht. MT. noit, nuit, neut. LXX. 1.15.
nlc^tüs, =3 Mannsname. Der Heilige d. N. hat sein Fest am 5. De-
zember. CXXIII. 6. 10.
nicht, = 1. nicht. Die IH. hat in dieser Bedeutung gewöhnlich nit^
das noch jetzt volksthümliche , nur einmal das bäurisch grobe
neut, während in der WH. nicht vorherrscht. 2. nichts ^ aus
ne und icht =: nicht etwas. ;9mich wundert vor allem nicht so
s^reM CXYII. 1. 5. Im weibl. Reim nichte. ;^das schätz ich als
fuT nichte.^^ II. 1. 3.
niden, nyden, Nebenw. zs unten. XLY. 10. ;9der oben swebt, und
niden hebt.^^ C. 1. 2.
nider, Nebenw. :±s ^^höch und nider.^^ tief, niedrig. I. 2. 15.
aiderland, das; sss die Erde als Gegensatz zum ;^Oberlande.^^ dem
Himmel. CYI. 1. 9.
nid er n, Zeitw. schw. 3= niedrig machen, nidern, siehst steh legen.
>^ir seit genidert^^ an die Winde. XXXIII. 3. 3.
nidersincken, Zeitw. st. nidersanck, nidersanckst. ss wie hd. nie-
dersinken. CVII. 1. 25.
nie, nye^ = niemals. Auch für kein, ;^wol vierzehen jär nye ros
erwarb.^f I. 1. 14.
üiessen, nyessen, Zeitw. ^=s gemessen. ;^smutz, lä dich nyessen.^^
XLIX. 2. 6.
niet, niete, nieten, die; ss jeder Nagel, Pfeil, Pflock zu Schuss,
Wurf, Sehlag. ;;ain spannlange niet von ainem pfeil geflogea«^^
X. 4. 3.
nieten, nyeten, Zeitw. = eingenommen, angefüllt werden, beson-
ders von Freade und Lust, yyiail sSessem nieten.^^ mit süssem Ge-
nüsse. VI. 56. Grimm* IL 50. Denkt man an das ;?sich nieten^^
bei Schmeller. II. 715. = sich abarbeiten, besonders im Genüsse
und Vergnügen, vollauf geniessen, so bleibt der Sinn der gleioke.
Zusammenhang mit ni essen, nutzen.
niklaus, nikläs, verkürzt klaus, verkleinert kleusly, verbauert
aickl) nickel, ög Manasname. Der Heilige d. N^ wird am
393
6. Dezember gefeiert. CXXI. 340. CXXII. 12. 2. MT. Niggl,
Niggele.
nym? nymd, nyemt, nymand, = Niemand, aus ny und man.
XXII.l. 25. V. 5. 2. C. 2. 2. ;,nymands drö.^^'XCV. 4. 18.
nym kann XXII. 1. 25 auch profecto beissen.
nymmermd, = nicht mehr. LXXIII. 2. 5.
nindert, nyndert, = nirgends. LXX. 2. 9. XXVI. 224. MT.
Hinderst,
nurnberg, nürenberg, = Nürnberg, der Reichstage und Ritter-
freuden wegen berühmt. XVI. 4. 2.
nyssän, =? der h. Gregorius Nissenus.
nit, = nicht. Such nicht.
niutikiich, Nebenw. =: angenehm, gennssreich, süss. ;9zway an ei-
nem schonen ray niutiklich verhandelt hän.^^ LXXXIV. 1, 6. Ge-
hört zu nieten. Bei Schmeller. II. 716 ist niot = desiderium.
i|Och, althd. noh, goth. nauh, Part. == 1. noch. ;;noch reut mich
ains.^^ 2. nicht, bei doppelter Negation ;^noch mochten sy das end
nit machen gut.^^ CVIII. 1. 6. wobei die erste gewöhnlich aus-
bleibt. ;^gred noch sterck.^^ weder Geradheit noch Stärke. CXII.
3. 3. ;9und bais noch bie?^^ und weiss nicht wie? XII. 4. 31.
noch, Vorw. = nach. ;;noch alles.^^ nach allem,
noli, = wolle nicht; aus dem lat. nolle. XVI. 3. 9.
non, = nicht, non.
noppen, Zeitw. neutr. = wandern, schaukeln, sich in kurzen klei-
nen Bewegungen hin und her, auf und nieder schütteln. )y\ä das
schiff nit noppen.^^ XXVIII. 2. 10. MT.
nordost, nordoste, nordosten, der; = Nord(Tstwind. ;jwie er
genennet, kennet sey ^ nordosten.^^ XXVIII. 1. 6. Reim auf
glosten.
ndt, die, Plur. note, = Noth. ;jstee mir pey in noten.« CVUI.
7. 8. besonders Liebesangst und Noth.
not, e=: Nacht, franz. nuit, ital. notte. LVII. 3. 8.
nöte, die ;=s Note, musikalisches Lied. ;^in nöten sie beinander stdn.^^
CXVIII. 4. 6.
ttoten, Zeitw. trans. st. = nöthigen, plagen. ;^schaiden mich nott.^^
statt notet. ;9Wol was die parmung michel grds, das man in not.^^
393
CVII. 3. 17. Aotete. Einmal ohne Umlaut, ^^nftt rAt dein mand.^^
nöthige, zwinge (zum Kusse). LXXYIII. 3. 4.
not lein, das; = Note in der Musik, Ton. ;;icli hör die voglfn die
scharifen notlein schellen.^^ XC. 1. 12.
notltch, Beiw. =: nothhaft, schmerzlich. ;;ich gedacht mir notlicher
mere.^^ schmerzliche Dinge. XIII. 4. 4.
nottig, Beiw. = nothleidend, armselig. V. 4. 2. MT. noatig.
nü, Part. = nun. 1. jetzt. 2. wohlan, age.
nüm, der? = Geld, Münze, nummus. ;^sein nüm ist im dester myn-
der schad.^^ XXVI. 64. vom Richter, der gezahlt ist.
numerdum, Part. = ;^sich numerdum.^^ nie-mer-d-um = nicht mehr
um. MT. niemert, numert = nicht mehr. LXX. 2. 1.
nünimee, = nu-nie-m^ = nun nie mehr. LXX. 2. 4.
nar, s=: i. nur, tantum. 2. ausser, ausgenommen. LXIX. 2. 4. LIY.
1. 6. XIX. 1. 3. ^^nur ain teglich grober mensch.^^ Niemand,
ausser. LIY. 1.6. 3. wenn nur. ;^nur freut es dich , zwar das
sol sein.^^ LIX. 1. 19.
nutz, Beiw. = nützlich, gedeihlich. ;^ain nutzes swaigen los.^^ horche.
CXYII. 7. 11. MT. nutz, unnutz, nixnutz.
nutz, der; = Nutzen, Frommen, Yortheil. ;^der bendt sein nutz die
lenge zwär.^^ LIX. 1. 18.
nützlich, Beiw. =i: wie hochd. nutzlich, nützlichen, Nebenw.
XXII. 1. 18. CYIII. 5. 2.
nutzen, nutzen, Zeitw. trans. schw. = nutzen, niessen, gebrauchen.
;^die gaistlich wellen nutzen paide swert.^^ XXYI. 147. ;^arumb
liess ich mich nutzen auf den gerächten tdd.^^ d. h. brauchen um
Silber oder Gold, sagt die' Dirne von Brixen. XXXI. 3. 29.
ö, = das Ende. ;>dem 6M XCYIII. 1. 3. apokalyptisch an Gott aus
dem griech. oo,
ob, Yorw. == über. ;job allem schatz.^^ während. ;>ob seinem tisch
dick essens wurd ich müede/^ XII. 1. 23. Bindew. = wfenn.
Nebenw. = oben, XLIIL 1. 50.
394
obeman, der, gescklossen ob man. XXXI. 1. 3. 1. Vorstand über
etwas. 2. Schiedsrichter.
0 bedach, das ; = Wölbung, Laube. ;^es mayen obedach.^^ XXXIY.
1. 5.
ober, Beiw. = der über einen gesetzt ist. ;jobrist^* = der Höchste.
XX. 3. 15. ;;ze obrist^^ = zu oberst. LXXL 2. 3.
oct, Interject. = Naturlaut des Geschreies der Kleinvögel, Zaunkönig,
Meise, Zeisig u. s. w. XLI. 23.
occident, der; = das Abendland als Gegensatz von Palästina.
XXIX. 1. 14.
octavö, octavö (die) = die Oktave, der achte Tag als Beschlass
eines katholischen Kirchenfestes. CXXIII.
odltch, Beiw. = öde, leer. LXXXI. 3. 8.
odr, =3 oder, in der IH.
offney, offny, Eigenname, ==: Euphemia, kirehtich gefeiert am 16.
September. CXXIII. 5. 5. CXXI. 259.
offt, Nebenw. =: oft.
oglin, neben eugltn, das, WH. = Aeuglein. XCIII. 2.1. L. 1.8.
oy my, Wehausruf, = Web mir! LXXIII. 3. 7. Aus dem ital. oime.
olung, die; = die letzte Oelung, Sakrament der katholischen Kirche.
CV. 4. 8.
omniä, vom lat. omnis, =: Alles. ;^per omniä.^^ allzeit. LYII. 2. 3.
6r, das, Plur. ören, = Ohr. I. 3. 5. Diminutiv orifn, orichia. L.
1. 9. LXXY. 1. 7. das Liebe, Zierliche, Nette schmeichelhaft be-
zeichnend. MT. oar, Plur. oaren.
Orden, der; ==3 Lebensstand, angewiesene Bestimmung. ;4>ehalt ir nur
den Orden selig, der euch von im ist auserbelt.^^ XXI. 1. 4 — 5.
ordenen, ordnen, Zeitw. schw. =: ordnen, einrichten. ;>got hftt
drey tail geordent schön, gaistlich, edel und arbaitter.^^ drei Stände
eingeführt. XXVI. 163.
a orffe. LVIII. 6. 9. ;,lug umb dich als ain orfre?^^ Affe?
Orient, der; =s der Morgen, speziell das gelobte Land« Im weiht.
Endreim ;;g6n oriente.^^ 3. E. XXVIII. 3. 23,
or8, das, s=s das Ross, nach Oswald flämisch, d. h. .in Tiral n-
^ gangbar, sonst im mtllhd. oft vorkommend, engl. hor6e.LVIL 1.3.
ort, das; sa 1. wie hd. der Ort. 2, der Anfang. ;>voii 4»! iii endt.^^
395
XXIX. 1.9. 3. das Ende, die Spitze, welche sticht, ^^sehftea te
tadeis ort.^^ XCII. 1. 1. MT. ist das Wort noch immer Ungewis-
sen Geschlechts, und in der Bedeutung Ende gangbar. Das Ort
eines Fadens u. s. w. Grimm. III. 48S.
ortzen, Zeitw. einmal vorkommend im Inf. ;>gr€gd der man, vordem
s6 mustü ortzen. ^^
osst, der, s= der Ostwind. XXIX. 3. 9.
öster, die, Plur. Ostern = Ostertag, Osterfeiertage. ;5durch burtz
frolicher oster.^^' CI. 3. 14. ;^begine rayen nach den dstern.^^ tanzen.
osterrtch, = Oesterreich. ;^mein herre von osterrich.^^ Friedrich IV.
von Tirol. XVI. 4. 17.
oswaldüs, =s 1. der Heilige, König yon England, in vielen Gegen«-
den Tirols, besonders am Eisak und an der Etsch hochverehrt«
CXXIII. 4. 10. 2. Vorname des Dichters, oswalt X. 1. 2. Os-
wald CXXII. 8. 2. Diminutive: os, Volkssprache; oslin, osslin,
oselin, oselein, Sprache zärtlicher Liebe. LIX. 2. 20. LXV. 1.7.
LXIII. 2. 4.
oting, = Ortsname, ^jder von oting.K VI. 73.
Otto, :33 der Heilige, ottl in zutraulicher Verehrung. CXXL 320.
GXXin. 6. 4.
ovenloch, das; =ss Ofenloch. VIII. 2. 1,
- pabst, der; :£= Pabst. Plur. ^yiv pabst^^ XXI. 1. 1. Plur. ;9pabst<^
3. E. mit abgestossenen en.
pachen, Zeltw. st. ss backen. Imperat. pacfa. LVII. 1. 16.
paeherach, ss Ortsname. XI. 3. 16.
päd, =35 Bad; eigentlich. VI. 38. uneigentlich 7>hinvaren ins pad.^^
das Bad austrinken. CXIII. 2. 16.
padly, =s liebkosend. Bädchen, obscön. LXIIL 2. 3.
pigaren, Zeitw. aus pagare as zahlen. XIL 4. 26. ;;pägä denZoU.^^
Loswort in der Liebe. XXX. 2. 20.
Jbaid^ paid, baide, ss» ambo. Adv. ^ibald hie und dort.^^ an beiden
Orten. C. 3. 20.
Jiaia^ p«ln, Plur. btin, es Bein, Fusa.
396
painltn, die, Plar. = crura, die Füsse yon der SoBle Bis an die
Knie. IV. 3. 15.
paiss, die; =: Stossjagd, Jagd überhaupt. XXYIII. 2. 3.
paissen, Zeitw. schw. = einen Vogel aufs Federwild hetzen, beitzen
= beissen machen. XXX. 2. 8. Imperf. paissten*
pal, das; = das Bellen, abgekürzt pel, und dem Reim zu Liebe
pal. ;^in neydes pal.^^ üble Nachrede. Oder ist an balo = nequi-
tia oder an palleo zu denken? Schmeller bei balo. XXIX. 2. 28.
pald, = bald,
palg, der; = 1. Haut. LXXXVI. 4. 16. 2. uneigentlich ;>sund]ger
palg.^^ Leib. CXIV. 2. 8.
palieren, Zeitw. = poliren, glätten. XXXIV. 1. .21.
pan, die; = Bahn. Grösstentheils figürlich Reim und Umschreibung.
;^kreutzes pan.^^ am Kreuze. XXIV. 3. 15. ;^auf baumes pan.^^ am
Baume. XXIX. 2. 13. ;?des mayen pan.^^ im Maifelde. LXXXVII.
1. 19.
pan, pann, der; = Bann, Exkommunikation. CV. 2. 3. ^^visch sein
in dem pann.^^ verboten. IV, 1. 15.
panck, die; = Bank; Plur. penck. XX. 1. 16. XLV. 10.
pand, band, das, = Band; Plur. pandt, vincula. ;^ntsliessen.^^
abnehmen. LVI. 1. 8. ;^bande.<^ nexus. XXIX. 1. 17.
band, die; = Seite, la banda. I. 2. 14.
pang, das ; = Angst, abgekürzt aus pangen. ;^Yon pang.^^ XXXII. 1.12.
pangen, Zeitw. impers. = bangen. ;^das tet mich pangen.^^ machte
mir Angst. IV. 3. 30.
pankratz, = Name eines Heiligen. CXXI. 132.
pantaleon^ pontoleon, = Name eines Heiligen. CXXI. 209.
bar, Beiw. = bloss, ledig, offen. ;^auf baren knyen.^^ CXI. 3. 6.
.;^yon tadeis par.^^ von pleonastisch. XXIX. 3. 22. ;>bare zeich.^^
offene Beweise. CVII. 2. 8.
bar, die; = Geberde im Niederdeutschen. LVII. 2. 6.
pärtdis, das; = Paradies, uneigentlich Liebchen, ^^ö wunikliches pä-
MisM LXXXII. 1. 1.
pard, die oder der; ss Geberde, ^^mit schönem pard.^^ LVII. Expos.
2. 8.
parell, das; =s das Pärchen. XXXI. 1* 31. ^^ pärl^rim Volksmohde.
397
par liehen, Aiv. = offenbar. LI. 1. 9.
parm, das^ der; = das Erbarmen. ;^an parm.f^ CYII. 5. 16.
parmung, die; = Mitleid. XX. 1. 3.
parpiän, Eigenname, =r Perpinianum, Perpignan. 1.3.25. XXYI. 16.
parschafft, die; :;= Geld. CIX. 3. 9.
pari, der; = 1. Herrschaft, Gönner, dem ich diene. XI. 3.22. XII.
4. 21. 2. Liebchen, iraVintschgaa ;*mein Gegentheil.^^ XXX. 1.44.
hart, pari, der; = Rart. I. 3. 2.
partelein, = Eigenname vom mundartlichen Bartel, Barlelme. CXXIL
8. 6.
bas, pass, = gut, mehr. ;^pestes.^^ I. 1. 28. ;>mir ist vil lutzel
bas.^^ sehr unwohl. XXII. 2. 17.
pasill, =? Eigenname des heil. Basilius. CXXI. 140.
passaren, Zeitw. = aus passare, sich ereignen. ;;passart.^^Xiy. 5. 9«
pau, der; = Anbau, Kultur. ;^odlichen pau.^^ Verödung, Wust«
XCI. 3. 8.
pauen, Zeitw. schw. = 1. ackern, pflügen, mundartlich in Tirol ;4as
pau.^^ (en) LXYII. 2. 9. 2. bewohnen, innehaben. I. 1. 14.
3. ;^pauen höch.^^ vertrauen, Jioch antragen,
paugken, Zeitw. = die Pauken schlagen. CXVIII. 2. 8.
paul, = Eigenname. CXXI. 25.
paumgartter, =s Eigenname. VI. 91.
paur, der, = Bauer; Plur. pauren. XXI. 5. 6.
pawrin, die; = Bäuerin. XLI. 65.
paus, der; = schwellende Fülle. ;^an irs hertzen paus.^^ IV. 3. 10«
pei, pey, = bei. ;^pei rein.^^ am Rheine. XII. 3. 5. ;,pey bestän.^f
beistehen. CXII. 3. 11. ;jpeinander.^^ beisammen. LXXV. 2. 1.
*p eicht, die; = die Beichte. CV. 4. 8. pyA^r weis die fraun gütlicher
peicht.^^ stimme die Dame zum Bekenntnisse des Unrechtes und
zum Vergleiche um. CIX. 3. 5.
p eichten, Zeitw. = beichten. Part, gepeicht. XIV. 5. 8.
peyl, das, oder mundartlich der, ?= kurze kleine Axt. XXXIX. 1.8*
pein, die; = Busse,
peinlichen, Adv. = tödtlich. ;jverch.^^ zum Tode verwundet. CVIL
2. 16. Die Form peinickltch. XVIII. 8. 10.
peis, die; = Beitze, Hetze. Vergl. paissen.
398
peissen, Zeitw. st. =s beissen. ;;das bimder mich sfo ptiäJ< ergriff
mich sehr. LXXXVI. 2. 2. ,,gepissett.^^ XVHL 2. 7.
beyt, die; s= Warte, Erwartung. Siehe das folgende
beiten, peyten, peuten, Zeitw. st. eaz warten, znwarteii. VI.204.
XCIX. 3. 13. ;;einer sacbe.^^ V. 5. 8* Part, perf. gebiten. Ii
Tirol noch allenthalben im Sinne des Zvwartens mit einer Schnld'«-
forderung»
pefaende, = geschwind, eilig. CVI, H. 7,
pellen, Zeitw. st. = bellen. /?piUt>^ bellt. XLIIL 3. 10.
per, = lat. per, durch, bei, statt des franz. pour. LYII. 2. 3.
per, der; = der Bär. IL 3. 26.
pergen, Zeitw. st. = verstecken. ;^pirgt,^^ verstedd. XXX. 2. 18.
perg, = Ortsname, ein Fürstentbum in Deutschfamd. XII. 4. 8.
perllch^ SS bar, oienbar, XI. 1. 14.
perifn, Plur. perlein, =ä Perlen. IV. 3. 23.
permafoy, permafoyä, = bei meiner Treue (ma fd>. XI. 1. 24.
LVII. 3. 6. VI. 210.
permcklich, ss erbärmlich. CVI. 8. 13.
pernhart, Eigenname. CXXI. 232.
persiä, = Persien. III. 1. 2.
persolön, = Barcellona. XCV. 4. 5.
persön, die; == Person. ;;durch zbd persdn.^^ CVI. 1. 5.
personier, das; = Mummerei, angenommene Rolle. I. 3. 22.
pertig, Adj. = parteiisch. XXVI. 336. Von part (pars),
pertlin, Eigenname, =s B«rtlme.
peitzly, SS kleiner, verkräppelter Henseh, liebkosend oder spottweise
Männclien; mundartlich in Tirol der Borz. XVI. 3. 10.
petea, Zeitw. schw. = bethen. ;^pett.^^ beth^. XXXIX. 2. 9. ;^pet^'
bethete. XXII. 5. 23.
peter, Eigenname. = ;^petr6^^ auch als Nominativ gebrauc&t. L3. 27.
CXXI. 213. ;,peterlein.^ VI. 129,
peterman,^ Eigenname. CXXI. i. 13.
petronell, die;; = Petronilla.
pett, das; ss: Bett. LXXXVI. 3. 16.
pettenbröt, das; ss Botenlohn, besondeis in Diensten der Liebe.
CXIV. 2. 12.
399
penchlin, das, := Bauch, schmeichelad. XLIY. 3. iS.
penl,* die, Flur, peulen, = Beule von SUkssea. LXXXYI. 4. 11.
peuAt, die; =a in Tirol ein eingefriedigter Abhang, wohl von pen-
dere, franz. pente. ;9yetlen in der nidern peunt/^ concubitu largius
frui. LXIV. 3. 4.
pick, der; ss im Tirolerdialakte das Becken, Picken mit dem SchniH
bei. XIV. 3. 15. Yergl. das wälsche becco, beccare.
picken, Zeltw. =s picken mit dem Schnabel. VI. 76.
piderm an , der ; = Krafimann (schalkhaft und zweideutig). LYIII. ä. 6.
pier, die; = mundartlich Birne, Flur, pieren, LY. 3. 3. Als Reim
auf diern, auch uneigentlich.
piergisch, = berghaft, bäuerisch. LXXI. 1. 9.
piekaney? (chicane)? XXYII. 190. O
piersen, es jagen, im Gegentheile zur Hetzjagd, einzeln mit dem
Hunde. XXX. 2. Q.
bieten, pieten, Zeitw. st. ss geben, schenken, Almosen. ^fO\J<
III. 2. 11.
pild, das; = Gestalt, Wesen. ;9ain beipllch pild.<^ woraus Weibs-
bild. LI. 1. 3.
pilden, Zeitw. schw. =s formen, ^^nftch gepild.^< geUldet. XXX. 1.26.
pilgertn, pilgerein, pilgrtn, der; ss Filger, Wallfahrter, Wal-
ter, LXXY. 1. 1. „edle valken pilgerfn.^^ XYIII. 3. 1. Heiliger
dieses Namens. CXXI* 136. franz. pelerin. ital. pelegrino. lat.
peregrinus.
pillen, das; ss Hundegebell, abgdLürzt pill. ;;zu pill benck.<( dem
HundegebdU nach. XLIII. 19.
pinden, Zeitw, st. ss binden. ;^pant.^^ I. 3. 3. ;^unden.^^ CYI. 6. 3.
>>gepuiden^ (en). XXX. 2. 37. ^^pint auf.^^ Imperat. XLI. 77.
pingen, ss Ort am Rheine. XL 3. 8.
pirn, die; = Birne. ;>symbell (synbell) als die pim.^ teres atque
rotundus. XLYIIL 2. 14.
piaehoff, der; s= Bischof. ;^lt ich machen.<^ leugen. XYIIL3.18«
auch uneigentlich.
bisskonte, = Yisconte. engl. Viseoimt. eigentlich Halbgraf, doii
Grafen im Rang am nächsten stehend, Titdohne Realität. YL 163,
biien, piten, Zeilw* — Utlen. YIL 2. 13.
400
pfab, der; =: Pfau- ;;pfaben geschray.^^ III. 3. 2.
pfad, pfat, der; =;=: Pfad. Wie pan öfter als Reim und De&nung,
;,des maien pfat.^^ XLIX. 3. 1. ;;der hoUe pfad/^ XCVI. 3. 15.
statt Maienzeit und Höllenloos.
pfachen, Zeitw. = achten, merken. ;;pfach dein.^^ XXXIX. 2. 25.
pfaff, der; = Priester, aus jtajtjtas^ f^W Vater, althochd. phaffo,
IX. 1. 6.
pfaidly, das; = Hemdchen (wollüstig schmeichelnd). XXIII. 2. 13»
pfaiffen, pfeiffen, Zeitw. st. = pfeifen. ;?pfaiflF.^^ Imperf. aus
dem mtthd. pfife, pfeiflF. VII. 3. 13.
pfarr, die; == Pfarr. ;^in der obern pfarr.^^ im Himmel. XC. 3. 9.
Pfenning, der; =; Pfennig, Geld; Plur. pfenning. ;;der pfenning
vol.^^ geldreich. XXXI. 1. 22.
Pfifferling, der; = PfeiTerschwamm , agaricus piperatus L. Plan
Pfifferling. Genit. pfifferlingen. IV. 1.4. XXXVIII. 1. 12.
XXX. 2. 11.
pfintztag, der; = Donnerstag, ^^pfintztages.^^ CXXI. 67.
pflantz, der; =? die Pflanze, Spross. XCVI. 1.8. Plur. pflanntzen.
CXXI. 162.
pfleg, die; = Gerichtsverwaltungsstelle, Amt. XXVI. 292.
pflegen, Zeitw. st. = einer Sache obliegen mit dem Genitiv. ^ypüigXM
pflegt. ;^der ich pflag.^^ Umgang Liebe mit ihr pflegte. XXXIV.
1. 14. ;^der bitze pflegen.^^ Verstand haben, äussern. XII. 2. 28.
daher Pfleger == Verwalter, Richter,
pflicht, die; =: 1. Zustand, gewöhnlicher. ;^mein haide stSt in griH
ner pflicht.^^ wächst, grünt. LXXVII. 1. 10. 2. Art, Weise. ;^a
seines tödes pflicht.^^ CVI. 9. 16. 3. Sitte, Geschick. ;;auch hat
sy pflicht.^^ 4. Umgang. ;>in deiner pflicht wird ich nit lass.^^
müde. LXV. 2. 6. 5. Liebe, Einverständniss. XXXIX. 1. 83.
pfuch, pfui, = pfui. ;,dich.<^ LXXVII. 3. 20. LX. 2. 6.
phab, der ; = Pfau. ;^an phaben.^^ in pavonibus. VI. 50. Vergl. pfab.
phad, phat, der, das; = Pfad. XXXV. 1. 9. XV. 3. 2* VergL
pfad.
phalczen, Zeitw. &= unterstützen. V. 5. 6. wohl vou Pfahl,
phaltzgraff, der; ss Comes palatinus. XI. 1. 1.
pherd, das; ss Pferd, wechselnd mit der Form pferd« XIL 4« 29.
401
phnnd, das, Plur. phund, die; = Pfund. XXXI. 4. i3.
plab, Adject. = plau, Flur, plabe, plaben. TM. plob = blau.
CXII. 2. 5. XXXV. 2. 7. XLIV. 1. 16.
black, Beiw. = nackt. TM. bleckentig, blecket. XXYII. 3.26.
platscher, der; = Wäscher, Schwätzer von platschen, mundart-
lich ein Wassergefäss so angeschickt tragen , dass es nach allen
Seiten über- und abfliesst. XC. 1. 17.
pläfus, Beiw. s= blaufüssig, Blaufuss. XVIII. 4. 1.
blaich, Beiw. = bleich. XVII. 5. 22.
plaichen,^Zeitw. = bleich seyn, werden. CXI. 3. 12.
plan, der;s7 Weite, Umschreibungswort wie pfad. ;>der erden plan.^^
C. 2. 9.
planck, Beiw. = blank, glänzend. ;^ir ermlfn planck.^^ XL VIII.
2. 11.
planck, as Eigenname eines Mannes, der Oswald's Leibhut im Ge-
fängnisse gewesen, und worauf der Reim ;>pitterlich der stanck.^^
XIII. 7. 1.
bids, SS Mannsname, Blasius. Der Heilige d. N. wird am 3. Februar
gefeiert. CXXI. 34.
plassniren, blasniren, = franz. blasonner, das Wappen mit den
gehörigen Farben malen, es auslegen. Bei Oswald uneigentlich
;^das här blasnirt sich swartz und grab.^^ unterscheidet sich.
CXII. 2. 3.
pläsyblä, pläsublä, = plausibel, zierlich,
platerfall, die; = wahrscheinlich unweit Kastelrutt eine Oertlich-
keit mit einem Wasserfall. Daher uneigentlich : der untere Theil
des Schlundes, der Magen. LX. 2. 13.
platzen, Zeitw. s= schwer und plötzlich fallen, ;^drei stiegen^^ herab.
XIV. 5. 2.
plaug, s= blau, als Reim auf aug. LV. 1. 8. Oder ist an Ottfrid's
blugo =s scheu, verzagt zu denken?
plausen, s= blasen, athmen. LXXVIII. 3. 18.
pleb, plebe, die; = die Bläue. XL. 2. 7. MT.
plehee, = Interjection, Naturlaut eines Weinenden. XLIX. 1. 16.
plenden, Zeitw. =s blindmachen, zum Narren haben. CX. 2. 10.
pl enden, das; == Geblendetseyn, närrisch. XXXVIII. 1. 15.
26
r-.
402
plerren, Keitif. s^e wei»«n> mttÄdarllich fUiten^ plojrare ^ pleurer.
XUX. t it.
plick, plickh, der, PtHr. die plickh =BHck^ Augenblick. XLYII.
2. 3. Mundartlich als Augenblick ;>wart.' ni» aft Blicke ift Tirol
all^thalben.
[^Ulz, ^sp Interj. u.Adv, ^^nur plitz und platz^^ von timm scblech-
ten Fuhrwerk, das die Eiogesessienea rüttelt und scbilttelt. XIL 4. 4.
ploch, das; = Block, Prügel, Stück Holz. ^>ich klob dasselbig ploch.^
uneigentlich und obscön. LX. 4. 6. Daher Blocbzie^hen im f at&*
naun und and^m^rts, eiaen Faschingsbaum durpb^s Dorf mit aUor-
lei Zttthat von lust und Hummerei.
plochen, Zeitw.saus einem Block machen. ;;das kreutz was sckwer-
Itch geplocht.^^ grob gearbeitet. CYI. 10.*12.
plode, Beiw. = schwach. CVI. 10. H.
blodtgkeit, die; ?;?: Schv^äche. ^^speisen.^^ XCYIIL i. 7.
pl6$, Beiw. 3^ 1. nackt. 2. leer, ^^aq Freuden bl4s«^ XLYL 2. iO.
plosllch, Adv. = lediglich, gänzlich. LXXXVIII. 3. 5.
p.l.6fi!sen, plossen, Zeitw. qs^t entUössan, preisgeben. CVL 10. 1&«
Part, geplösset.
plvt, pluede,. plu.de, pluet, die;=Blüthe, Plur, plueder.CXIY.
1. 13< ;;neaibt war der schonen pluede.^^ LXXXYII. i. 1. ;;vil
plumlin pbS».^ LXXYII. 1. 14 ;^r werlde i^ude.^^ Herrlichkeit.
XXXY. 2. 22. althochd. bluot. tirol. bluest, die bluesten.
plunst, der; = Aufgeblasenheit, Stolz.
plunsen,=s9aufbläben.;^geplunst/<LXXXYI. 5. 14. BIa.nse, Blunzo
in Tirol ausgefüllter Darm, Wurst mit 31ut u. dgl. gefüllt,
podemsee, = Bodensee. Y. 3. 1.
p 03 , Beiw. SS? b&se. ^pos und falsch sucht aneoander.^^ XX. 3. 3»
;,posste.« böseste. XXII. 36. ;,posst.^^ XYIII. 7. 8,
pSsayer, pdsayer, ss= eine Thalscblutcht ^er ^In Becg gegeaübef
von Hauenstein. Anspielung auf böse Eier, di^ faul. $ind. Sollte
es gar auf Passeier gedeutet; werden können, dess^ B^erge vo»
Hauenstein aus sichtbar sind> und den Nordwindzug bezeichnen?
poscholocht, =;s pauschjg, voll. ;;poseholochter mun4.^^ LXXYIII.
3. 4.
pockisoh, :^ sjHingend wi^ Böcke.
403
posen, Zeilw. sa böse nacfaen, ängiten. XLil. 3. 21.
bosern, Zeitw. =s: scUcchter maehen. CX. i. 6.
b6yc, die; = Fneupeisen, Fessel. TII02. 14. la Tirol nock jeizt die
Boien.
pol Iren, Zeitw. = schallen, Iftrmen, tiVnen. ;9da8 boren poOrel.^^
XL. 2. 16. MundarUieh der PöUerzs H<^rser zum Schiessen bei
Feierlichkeiten; pöllern = sie krachen nacken^ losbrenne«.
polanisch, = polnisch, grob. IX. 3. 8.
policarp, =: Name eines Heiligen. CXXI. 26*
pol6n, die; = ApoUoni«. CXXL 40.
polt, der; = Leopold. CXXIIL 4. 11.
pom, die; = Bombe» XIIL 11. 10.
pommhart, der; = grosse PfeiiFe, Rölwe zum SeUesseii. XIII. 8.6.
der R — Ire bei Flatalenzen.
ponant, ponent, der; = Westwind. XXVIIL 2. 4. XXIX. I. 13.
peppes, der; ss p^ppi«? Hintertheil de« Schiffe». XXYIII. 2. 9.
porhaubt, = blossköpfig, unbedeckten Haupte»« CXL 3. 4.
poren, pom, Zeilw. ss bohren, obseön. LXVill. 4. 3.
porten^ die; ses Eingang, HafeneinMrt. XXYIII. 2. 23. MT.
Portugal, = Portugal. III. 1. 15.
paschot, Adj. =3 rundlich, von.;7po«chotz(e»>niSndlfn.^ XLYLi. 15*.
In Tirol noch allenthalben.
p6shait, die; ess Bosheit CX. 2. 6.
posnyren, Zeitw. = zart ausbilden, scbildem, darsteUeDr CXV« 2r 18.
Yergl. en bosse, bossiren.
pessen, der; =s Busen. LXXIX. 2. 1. Man könnte hier auch a».
das ältere bossen = Gestalt, Haltung, denken, wovon bei uns
noch die Redensart ;^sich in Possen stellen.<<^
passen, Zeitw. = schlagen mit 4. E. ;y5ein hertz.^^ CXI. 3. 4.
pot, pote, der; = Bote. ;9zu poten senden. <^ XXIX. 1.11. «isBaCe.
potzu? =s ein Seemannsausdruck in der Schiffsleitong. XXYIII. 2% 15.
prä, brd^ V^^b^ die; ars die Braue, Ang^brane. TM. Aagenbran.
CI. 1. 4. XYII. 4. 11.
Pracht, = gebracht, von bringen. XLYill. 3. 8.
prackt, der; =si Tumlt^ Lftrm. TM. prachten tsa reden, laut rer«
kehren. XIY. 1. 7. CYII. 2. 15.
26 ♦
n
^
404
praides? = Eigenname eines Edelgeschlechtes. I. 3. 28.
brait, prait, Adj. = 1. breit, ^jdreyer vinger prait.^^ VII. i. 10.
2. gross. XVIII. 8. 1. 8. bekannt, ausgebreitet. ;4ein schant
Wirt prait.^^ XXXIX. 2. 23.
prait, die; =r Breite. XLYII. 3. 6.
praitltch, Adv. = sehr, viel. XH. 1. 33.
pran, im Reim, = das Brennen. XXIY. 5. 13.
prand, der, Plur. prende, =i Brand. XV. 1. 1.
prauen, Zeitw. = bereiten, versehen. CVI. 9. 10.
praun^ der; =: Eigenname eines Oswaldischen Gastfreundes in Salz«
bürg. XII. 1. 3.
praunegk, = die Stadt Bruneck im Pusterthal,
praus, der; =s Lärm. CVII. 1. 16.
praxedelein, braxedelein, = Praxedis Jungfrau, verehrt am
21. Juni,
p rechen, Zeitw. = 1. schallen. ;^die musik durch die kel>^ XC.
1. 11. 2. glänzen. ;,prechent.^^ XCV. 2. 5.
pr echten, Zeitw. s= reden, unser prachten. LXX. 2. 7.
prey, breye, der; = Brei, in der Volkssprache jedes Koch, puls,
gewöhnlich aus Hirse. IX. 5. 5. XV. 4. 5.
breid, = ;^die breid mariä.^^ Maria Lichtmess. In Urkunden: Brei-
dentag. CXXIII. 1. 9. CXXI. 32—33.
preym, =s Primus, Name eines Heiligen. CXXI. 160.
presten, Zeitw. = fehlen. LXXXI. 3. 6.
p reuen, sich, = sich erzeugen, auskochen, entstehen,
preun, die; = Bräune, an der Stelle der weiblichen Scham, Frauen-
haar. LXXI. 1. 9.
preut^ die; = Braut. LXXXVI. 3. 15.
prig, =s Ort in Schlesien,
pro, =Ä für, um. XV. 2. 9.
probieren, = darthun, erproben.
profundes (ex), =s ex j)rof undis, aus der Tiefe des Herzens. L VII. 3. 3.
protltn, das; = Brötchen. XVI. 4. 14.
protttsltn, = Name des h. Protus. CXXIII. 5. 3.
profentz, proventz, die; ss Provence, Provinz in Südfrankreich.
III. 1. 17.
405
proventz, die;= Vorsehung. XXVIII. 2. H. providenza, provKience.
Oder ist an die Schiffer oder Winde aus Südfrankreich zu denken ?
pruck, = Brügge. XCV. 4. 2.
prueder, der; = 1. wie Hd. Bruder. 2. Klosterbruder. LXXV. 1.12.
prueff, die, WH. braf, = Werkzeug zur sichern Lenkung des Schif-
fes durch den Steuermann. Vielleicht zur Ergründung der Meeres-
tiefe?
pruefen, priieffen, pruffen, Zeitw. = merken, erfahren, sehen.
XL VI. 1. 26. VII. 3. 11. ,,mich prueft.^^ ich glaube, mich dünkt,
ich merke. XXVII. 1. 8.
brüst, prustlein, = mammilla, Zitze an der Brust, ^^brust, lust an
end.^^ lustgewährend ohne Ende. LXXXIX. 2. 9—10. XL VI. 3. 3.
prustft? =s keuchen, schreien? XLI. 68. * o
brüt, die; = Braut. LXXXI. 2. 2.
packen, Zeitw. =: bücken. VI. 66.
puech, pueche, puechen, die; = fagus, der bekannte Baum.
rv. 3. 16.
puchs, die; = Flinte, Stutzen. XIII. 8. 7.
pahl, der; = Bühel, tirol. Büchel, massige Anhöhe. XLI. 1. 3.
pnel, der; ss Geliebte. XLVIIL 1. 1. XXXII. 3. 21.
pune, pun, die; ss 1. Tenne. XIV. 3. 11. 2. Schaubühne.
pun, die; = poena, Strafe. XXII. 2, 18.
paess, buess, puss, die; = Busse. 1. Genugthuung für die Sün-
den. CV. 4.8. 2. Pein, Schmerz. ;;sßnltch puess.^^ LXXVI. 1. 18.
3. Mühe, Anstrengung. I. 1. 10. 4. Ersatz, Gegenmittel, selbst
beiwörtlich: frei. ;4ebt aller sorgen puess.^^ LXXXVL 4. 1.
XII. 4. 10.
puessltch, Adv. =s durch Busse, in Busse. CXtX. 2. 14.'
pullen, = Apulien. XCV. 1.4. Vergl. pülle. mhd. Grimm. G. I. 778.
bummen, Zeitw. = Naturlaut für den Stampfton. LXX. 1. 26.
pumppern, Zeitw. = lärmend fallen, mundartlich in Tirol. VI. 108.
pund, pundt, der, Plur. punde, pundt, = der Bund. 1. Ver-
schluss ;,des mundes.^^ LXXVI. 1. 29. 2. Ehe. LH. 2. 17.
3. Anhängsel. ;;än tadeis punt.^^ XLVII. 3. 2.
pur, = franz. pour in puraty=s pour^ä te, nur für dich. LVII. 1.6.
puter, der; ss tiroL die Butter. ;^en putern^Hm Reim. LXIIL2. 10.
406
9*
quäl, der; =: Qual, bes. Liebesqual. ;^mein grösser quil sich mk%M
LXXXI. 1. 6. im weibl. Reim: die quäle. CXIX. 3. 13.
qvart, das; =x das Viertel, in seemännischer Abmessung cur ScUSb-
leitung. ;;vach ain quart mit des zicles furm.^^ niss ein Yiertel
mit dem Zirkel ab. XXVIII. 3. 7.
quat, Reim auf matt, Adj. = übel, böse, angstToIl. mttlnl. qwaei
s=s malus, onl. kwaad. mttlnd. quäd. plattd, quaad. nadi Grimm
III. 606. von quädan, also = verwiinseht. Ist das 0ngl. bad aus
der nämlichen Quelle?
quel, die, Reim auf hei, gel =s die Qual. XXX. 1. 19.
i^iuellen, quillen, Verb, neutr. s= sich in Fülle ergiesseB. Uaeigenti.
;^as tier nach junger frucht senlichen quilt.<^ XXX. 1. 25.
quint, quinte, quinten, die; =s 1. Zeitnass, nach der Minute
das nächstkleinste, Sekunde. LYI. 1. 11. 2. der FtinftdtoD is
der Musik, und das Zeichen für denselben, die Quinte. Aas dem
lat. quintus, quinta.
quintiren, Zeitw. schw. = 1. in der Quinte singen, oder ein mo«
sikalisches Werkzeug spielen. 2. singen überhaupt. ^>der gatok
von hals nit schon quintiret.^^ XXX. 2. 1. 3. verlauten, eintönig.
;^asselb quintir ich tag und nacht.^^ CXIL 1. 17.
qnilt, =s aus, vorüber, geendet, los. ;>sÖ wer quitt, was ich lil.^
XXXV. 3. 41.
qtö, =s wohin? Aus dem lat. qui. LVII. 1. 6.
r, eweiter Bachstabe im Namen gret, den Oswald's erste GemaUii
geführt, daher ein vorzüglicher GegensUmd der Andacht des Dich-
ters. ;>ain edel tJ< XL VI. 2. 5.
rab, der; =s Rabe. XLL 29.
races, =: Thal zwischen der Seiseralpe und dcM ScUem mit einem
besuchten Bade. III. 1. 18.
rac6, s Naturlaut der Rabemtimme. XLL 29.
riffeln^ ZeiHr. a das fiäriaseh eines fallenden., nachfescUepplaa
Körpers bexeichnoid. MT. rafl\elii , auf allen Vlerea gerHusohtoU
Iienimfcriechen , sich krabbelnd fortbewege«, ^ydie viel ich ab mit
rafitel.^^ wo das n des Infinitivs dem Reim Staffel zu Liebe weg-
fiel. IL 2. 11. MT. raffeln, trans. u« intfaas* g«rti«tchvoU bt*'
wegen. Geraffel = Plunder. Von raffen.
ray, raien, der; = Kreis, Reihe^ Runde, Reigen, Innung, FakttUät«
XVIII. 7. 6. IV. 1. 10. XCVI. 1. 5.
raicddes, = Königsringe. I. 3. 8. Aus dem Romanischen in Enge-
dein, raig, der König.
raid, raide, im weibl. Reim, Beiw. s=i kraus. LXXVII. 4. 19.
LXXXII. 1. 11. mhd« reit ^ erispus. Grimm. I. 744. IL 16.
von rlden = torquere.
raid, raide, die; ss:: Weile, »all raid.^^ MT. alle weil, beständig.'
LXXVL 3. 20. MT. road, roadl, a raidl s Weilchen^ we-^
nig. ;^a lange road.^'
raien, rayen, Zeitw. schw. ^st: (aazen, sich reihenweis bewegen,
hüpfen, springen. ;^rayen in des mayen Idch.^^ ia's Maigefilde
hinaus tanzen. XXXVIIL 1. 7. XXXV. 2. 50.
rain, raine, Beiw. =3 rein, rains ss reines. XLVIL 2. 2. Adr.
rain =3 ganz, aus.
rain, raine, die; s^ Reinheit. CIV. 1. 11.
rainikltch, rainklfch, Beiw. Nebenw. =:rein, reinigiich. LXXXIX.
2. 13. LXVIIL 1. 1.
rais, die; «f Reise. VU. 2. 10.
ranck, der, Plur. renck, rencke, =s: jede schnelle Bewegung hin
und her, besonders die beim Liebesgenusse. ^^wann ich bedeoofc
die zarten renck.^^ LXXVL 2. 29. ;7aller wasser rencke«^^ Lftufe.
C. 3. 10. Vom alten rancken =a eine schnelle, schlängelnde Be-
wegung machen. Zu vergl. wanck, schranck.
ran, Artikel ungewiss, das? =: das Rinnen, Strömen, ^^haisser lene
ran.^^ XXIV. 5. 12. Aus rennen, res, ran.
rant, der; :ss Rand, Einfassung. »Schildes raat.^^ statt Schifd, ScbuU.,
Schirm, Prädikat der h. Jungfrau. XCVI. 3. 19.
rantzen, Zeitw. s: ungestüm hin und her springen, mit allerlei ex-
zentrischen Bewegungen. LVIII. 3. 5. MT. ranzen im Bette, sicii
hemmbalgeii, von Kindern.
rapp, der; as Rabe, ^^die droschel Iiat ain wett getan mit ainem al-
ten rappen.^^ LXXXVIL 1. 18. LXIX. 1. 16. VI. 75. neben rab,
reblin. MT.
rasch, rasche im Reim, == rasch. LXX. 1. 14. ;^fijrder sich gar
rasche.^^
rass, Beiw. = scharf, sauer, ätzend, heftig. MT. ras, versatzen.
Uneigentl. ;^sein rtim ist rass.^^ gross. WieMT. scharf, ;>a schar-
fer Kopf, Arbeiter, Student.^^
rass, rasse, die; sss Schärfe, Säure. ;^es weins.^^ IV. 2. 9. Un-
eigentl. ;;wie bol wir dick verschroten hän dein huld durch sunt-
lieh rässe.^^ XCIX. 1. 16. Verdorbenheit.
rast, die; = Ruhe. ;^ewinnen.^^ XIX. 3. 13.
'rät, der, Plur. rete, =s Rath. 1. Gegebener, besonders Lebensregel.
Spruch. ;9ain altgesprochner rät/^ VI. 1. 2. Gebender, besonders
Fttrstenrathsmitglied, Gerichtsassistent mit Rath und Spruch. XIII.
13. 2. passim. 3. ;?rdt haben ainer sache.^^ sie entbehren , ent-
rathen können, ausser Acht lassen. XXII. 1. 13. Letzteres HT.
raten, Zeitw. st. = rathen. XXVIII. 1. 8.
rfttgeb, der; = Gerichtsbeistand. XXVI. 35.
rätmessig, Beiw. =rathsfähig, Rath zu ertheilen befugt. XXVI. 318.
rätschrann, die; =: Richthaus, Ort, wo Recht gesprochen wird.
CVI. 9. 1.
raubenstain, der; = Greiffenstein im Munde des Volkes. X. 4. 2.
r a uch, reuch,reuche,die;= Rauhe, Rauhheit, Rauchseyn, Scham-
haar. XLIV. 3. 16. L. 2. 8.
rauhen, Zeitw. = rauh, laubig werden. ;;rauh ä steudly.^^ LXIII. 2. 1.
räumen, römen, £eitw. =s räumen, verlassen, ^^manig meil.^^ flie-
hen. XXII. 4. 18. ;^its ellend.^^ sterben, raumbt. XC. 2. 13.
;^affra rdmt laurenciüm.^^ macht ihm Platz. CXXIII. 4. 10. Mhd.
rümen.
rebltn, das; = junger Rabe. CIX. 2. 14.
rechen, Zeitw. st. = rächen. Imperat. rieh. LXXVIII. 1. 2.
rechen, der; = Rechen, Werkzeug zum Einsammeln des Heues
u. s. w. in der Landwirthschaft. XXXIX. 2. 15.
recht, Beiw. Nebenw. ss hochd. recht. Einmal in bäurischer Aus-
sprache: rächt. Adv, recht == völlig, ganz. LXVII. 2. 7.
409
recht, das, =shochd. Recht. Insbesondere Plur. rechte, = Rechts«
Sprüche, Urtheile. XXVI. 359. u. 258. y^in i*eeht.^^ vor Gericht.
XVII. 1. 22.
recken, Zeitw. halbschw. = hochd. recken. Part, gerackt. ^^bis
auf den gerakten töd.^^ XXXI. 3. 30. Uneigentl. wachsen machen,
emportreiben. XXX. 1. 11.
recomissö, == )j\n recomissd,^^ in dein befelchnuss, wie Oswald
übersetzt. Aus recommissum, mittl. Lat. LYII. 3. 7.
reden, Zeitw. schw. = hd. reden. Imp. redt, redete. LXXXII.2* 8,
XIII. 4. 3.
redner, der; = Advokat, Rechtsbeistand. XXVI. 116.
redten, Zeitw. schw. = retten. ;^die manhait.^^ Im Geschlechtssinne :
ihre Kraft zeigen. LH. 3. 7.
retzly, das; = Rätzlein, kleine Ratte. ;9das retzly vachen.^^ membr.
vir. tang. XXX. 3. 43. MT. Ratze.
regln, = Frauenname, Regina. CXXIII. 5. 2.
regniren, Zeitw. = regieren. CXV. 1. 8. Aus regnare. ;^er hymel
und was darinn regniret.^^
reiben, reyben, Zeitw. trans. st. = reiben. Imp. raib, reyb.
LXIIL 2. 15. •
reichen, Zeitw. schw. = geben. ;;dein manltch leib reicht synn und
mut.^^ LXXXYIII. 1. 12. Daher: Geld darreichen, bestechen.
XX. 3. 10.
reichstat, die, Plur. reichstet, = Reichsstadt. XXVI. 370.
reiden, reyden, Zeitw. st. = wenden. MT. reiden, geriden.
XXVIII. 3. 17. LXXII. 2. 11.
reis, das; = Zweig. ;^as reis der reben.^^ Wein. XXIII. 2. 3.
reissen, Zeitw. trans. st. = reissen. Imperat. reis. LYIII. 2. 9.
reiste, die, = Band gewundenen, gehechelten Flachses, Reiste,
Schlinge überhaupt. XIV. 5. 18.
reiten, Zeitw. st. = reiten. Imp. rait. Part, geriten. Noch jetzt
verschmäht HT. geritten mit tt. Trans, ^^aine kirchfart reiten.^^
Wallfahrt zu Pferde machen. ;^ainen reiten.^^ ihn ganz in seiner
Gewalt haben, an der Nase führen, vom Weiberregiment über
verliebte Männer. VII. 2. 6. I. 4. 5. CX. 2. 16. XII. 3. 2. VI. 33.
reif, der; = Reif, Ring. ;^der sorgen reif.^< CXIV. 3. 1. MT. roaf.
410
reiffa, reiffe, reiffen, der, Plur. reiffen, tss Ufer, Gestade.
II. 3. 23. I. 2. 28. Aus ripa , riva, geschlecktlich dem rorher-
gehenden reif angepasst, wofern nicht ein älterer urdeutscher
Sliamm beiden zu Grunde liegt. Die jetzige Stadt Riva hdsst ii
Kltem Urkunden reiff, reif. Zu vergl. Riffian, Dorfgemeinde
am Ufer der Passer.
rein, der; = Rhein, mttlhd. rtn. XI. 3. 5.
reinstram, der; =: Rheinstrom. XXX. 3. 27. Yergl. engl, stream.
rein, der; == Rain, Feldesabhang. Reim auf schein. XXXV. 2.46.
remigiüs, =: Hannsname eines Heiligen. CXXIII. 5. 9»
rencken, sich, Zeitw. trans. schw. sss den Leib hin und her bewt-
gen. ;^und tar in kainem wanck mich desgeleichen rencken.^^ ob-
scön. XLVII. 2. 8.
rennen, Zeitw. halbschw. == hochd. rennen. Uneig^tlich: >^mit ge*
danck.^^ beständig an die Geliebte denken. LYII. 1, 5.
renn er, der; = vielbeschäftigt, der an allen Orten und Enden voll-
auf zu thun hat. ^^renner koch.^^ I. 1.19.
rentzeln, rentzelen, Zeitw. schw. = brechen, brechein, durch
schnelle Bewegungen, Reibungen u. s. w. von der Hülse befreien.
;;renzel dea flachs .^^ sagt die Magd zum Knecht, der ihre Lust be-
friedigen soll. LXIV. 3. 9. Von ranzen, w. m. n.
reren, Zeitw. schw. = weinen, plorare. XLI. 57. Vei^l. das engl,
roar, welches schreien überhaupt bedeuten kann.
resonantz, die; &= Widerhall. ;^mit grösser resonantz.^^ in der Mu-
sik. XIX. 2. 11. XCV. 3. 14.
rew, reu, die; = Reue. ;^än rew.^^ LI. 1. 17.
reuch, die; =s Schamhaar der Frau. L. 2. 8.
reuchlln, das; =s das Nämliche, liebkosend diminuirt. XLIV. 3. 17.
reven, rewen, rauen, rawen, Zeitw. schw. r=; hochd. reuen.
Insbesondere oft in alter Bedeutung: Schmerz verursadien. ^^dein
leib sol mich reuen.^^ den Schmerz entbehrter Liebeslust weck«i.
XCII. 2. 1. ;jmich reut ain klainat kraus.^^ IV. 3. 7. LXXV.3.8.
Die Form rauen ist stark. >^ich rau dein röter mund.^^ reute.
LXXni. 3. 4. ;^den het es s6r go^auen.^^ XIV. 4. 12. GXV. 1. 1.
reultch, Beiw. ss der Reue unterworfen, reuewürdig. ;>durch reullch
fichulde.«^ CV. 6. 4.
411
reusehif ch, Beiw. ass renssisch. I. 2. 6.
jreuss, der; ss Reusse. I. 2. 25.
reussen, reusseiilaiit, das; s=s Rothrussiand , d. h. ungefäilir das
heutige Galizien und russische Volhynien. S. Suchenwirth von
Primisser S. 174.
renUen, rewtten, Zeitw. trans. schw. =3 1. rotten, umgraben.
LXX. 3. 20. 2. ackern.. ;>rewtt ain ander mel.^^ XXX. 1. 20.
reutter, der; = Ritter. XII. 1. 32. St. Georg oder Parcival (eine
Art Ritterschwur),
reutter, der; = grobsiebiges Werkzeug in der Landwirthschaft, um
das Futter zu sortiren. XXXIX. 2. 17.
rex, = rex, König. GVL 9. 11.
richten, Zeitw. trans. schw. =r richten. 1. stellen. ;;richt obenstat.^
Jägersprache, elliptisch, den Jagdplan entwerfen. ;4ocken sues.^^
beim Yolgeln. ^^ainem richten.^^ eine Falle steilen. 2. wenden,
leiten. ;^engegen.^^ obvertere. ;^den pflueg.^^ 3. bereiten. Part, ge-
richt. ^>zu dienen.^ 4. sich richten &= sich anschicken zugehen.
;^richt dich pald von hynnen.^^ XLIII. 18. VI. 19. II. 1. 12.
XXVIII. 3. 18. LXVII. 4. 8. LXXIV. 1. 4. LX. 1. 10.
rick, der; = Band, Strick, ^^der meider rick.^^ LIII. 2. 5. Im Tri-
stan Band des Herzens mit dem übrigen Eingeweide. Such» Ha-
gen's Wb. Art. rick.
ried, der; = Niederung, insbesondere Tor dem letzten Anstiege zum
Schlosse Greifenstein. X. 4. 2.
riem, der, Plur. die riem, = Riemen, ^^dieriem ziehen .^^ den Geld-
beutel öffnen zum Zahlen. lY. 1. 23. HT. welche Riemen nicht
kennt. V3. 220. soll statt rieme wohl reime stehen, dem strei-
me zur Seite,
rig, = Riga. ;,bischoff von rig.« VI. 117.
rigö, = Ruf des Haulthiers. XLI. 60.
rimpf, rimph, der; = das Rümpfen, Verziehen des Mandes tot
Schmerz. V. 1. U.
ring, der; = annulus. I. 3. 7.
ringen, Zeitw. trans. schw. ssring, leicht machen. ;^all mein swer.<^
LXXXVni. 2. 2. LXXII. 1. 13.
ris, der; as Riese. XVI. 2. 10.
412
riss, risse, rissen, die; = Streif, Furche, Strieme in's Lange.
Vom Wurfe eines Schuhes ;^sach man im die rissen/^ VI. 80.
MT. Riess, Riessen = kanalförmige Vertiefung vom Gipfel
des Berges herunter für Schneelavinen , Holzlen^nng, Gewitter-
regengüsse.
riten, der; = Rittnerberggemeinde, kollektiv die Bewohner dersel-
ben, an der rechten Hand des Eisaks zwischen Brixen und Bozen.
X. 7. 1.
ritterschaft, die ;= pesammtheit der Ritter an einem Orte. XII. 2. 3.
roben, Zeitw. schw. = rauben. CXXIII. 1. 14.
rdch, Beiw. =: roh, unverdaut. ;^das wirff ich zurugk rdch aus mei-
nes hertzen grundt.^^ LXXXIX. 1. 4.
rock, der; =s Rock. Uneigentlich: ;;die Stauden machen rauhen rock,^^
d. h. sie berauhen, belauben sich. XXXV. 2. 33.
rogeleich, Beiw. = locker, MT. rogel. ;^rogeleicheu.^^ Adv. LXX.
1. 28.
rogken, Zeitw. intrans. schw. = rücken. ;^in den tan.^^ XLI. 80.
Oder ist an's ital. roccolo = Vogelherd zu denken?
rdman, Beiw. Nebenw. = romanisch, römisch. I. 2. 6.
rdmän, = Romanus, Name eines Heiligen. CXXIII. 2. 1.
römani, =: Romanien. III. 1. 4.
ros, das; = Pferd, das MT. nicht gebraucht. LVII. Exp. 1. 4.
rosch, rösche im Endreime, Beiw. = rasch, schnell, entschlossen,
nndl. reasch, reesch, hitzig. MT. rösche = asper. Grimm. I. 748.
mhd. LXXXVII. 1. 22.
roselocht, rosolocht, roselacht, roslacht, = HT. reaselel,
röselig, rosenroth. LXXVII. 4. 14. XCIV. 2. 5. XLIV. 2. 17.
rösental, das; = Rosenthal. Uneigentlich die weibliche Heimlich-
keit. ;^der krantz von rösental .^^ Blüthe der Liebeslust. XXXVIII.
1. 22.
rösenvar, Beiw. = rosenfarb. LXXII. 1. 6.
rost, der; = Rost, craticula. Uneigentlich: ;^sorgen, kreutzes rost>^
XXI. 2. 9.
rosten, Zeitw. trans. schw. = braten, peinigen, plagen. ;;gerost.^^
geröstet. XLII. 3. 15.
rot, die; =s Rotte, agmen. CVI. 5. 3,
413
rdt, Adj. SS roth. ^^der röte kunig.^^ von Granada, deren jeder den
Beinamen alhamar, der Rothe, führte. XIII. 2, 6.
rote, die; = Röthe. ^^des morgens rote.^^ XL. 2. 6.
roten, Zeitw. trans. schw. = röthen. rott = röthet. LXXXVIII.3. 3.
ru, die, Reim auf fru, =s Ruhe. XLYII. 1. 5.
rubein, der; == Rubin. XLYIII. 2. 6.
rucken, Zeitw. trans. schw. =s rücken, bewegen. LXIV. 1.5. ;^en
gattem.^^ obscön. ;^fur lieblich rucken.^^ die Bewegungen beim
Beischlafe. XLIX. 1. 8.
rnebe, die, Plur. rueben, = Rübe. MT. XXXIX. 2. 3.
rueder, das; = Ruder, remus. I. 1. 22.
rueffen, Zeitw. = rufen. ;;sy ruefften baide waffen all über des ta«
ges hass.« XXVII. 1. 23.
ruegen, Zeitw. = erinnern, ausschelten. XXVIII. 3. 11.
ruehen, die; =s graculus, Krähe. IV. 3. 18.
ruen, Zeitw. s= ruhen, lassen. ;^von etwas .<^ es unterlassen. CV.
2. 9.
rueprecht, = 1. Name^ eines Heiligen. 2. Kaiser, WenzePs Nach-
folger von 1402—1410. CXXIII. 2. 8. I. 2. 4.
ruessig, Beiw. = mit Russ bedeckt, schwarz. III. 2. 18.
ruett, rut, ruette, die; = Ruthe, virga correctoria. XIX. 4. 4.
VII. 3. 3.
rugeln, Zeitw. trans. schw. =: rücken, rückein, rühren, bewegen,
^^rngel dich waydman.^^ rühre dich. XLI. 79. MT. ruglen an
etwas, es hin und her bewegen, rücken.
rugg, rugk, rugke, rugken, der; = Rücken, ^^über rugke tra-
gen den zorn gottes.^^ Ton Maria als Gottesgebfihrerin. ;9zu rugk.^^
zurück. V. 5. 2. VI. 215. XCVI. 3. 4. LXXXIX. 1. 5.
rugltch, Beiw. Nebenw. s= strafend, scheltend. ;;än rugllch melden.^^
CV. 3. 4. LXXXI. 1. 11.
rngkling, Adv. =ss rücklings. CVI. 5. 16.
rum, der; = Ruhm, weitverbreitetes Gerede.
rumblisch, Adv. =s rummelnd, rumpelnd, lärmend, polternd, engl,
rumble s= rumpeln. LXX. 1. 27.
rumer, der; ss Prahler. XVIt. 3. 13.
rumpffen, Zeitw. schw. ss das Gesicht aus Schmerz verzerren, mit
414
Wehruf uad Klage, ^^mein teoor ist mit lumpffeB wol bedackL^
CXII. 1. 18. Vergl. rlmpff.
rund, wie hd. ;9ze rund.^^ rund, ringsam. YL 49.
runst, die, Plur. runste, runst, = Runst, jede längUdie Vertie-
fung, Einschnitt, Graben, Rinnsaal. C. 3. 5. UneigentUcb : ;;iB
goldes runst.^^ von eingelegten Edelsteines. XCYI. 2. 14» ;>ieh
pBig steter myBae ninst.^^ bin tre«. XLYI. 2. 24.
runtzeliin, =: Ro&ciglione, im Kirebenstaate, ehemals eine dgene
Grafschaft. XIV. 1. 4.
rur, die; ;=: Ruhr, Riimpel, Gepolter, das Schütteln, Stossen, Schwaii-*
ken. ;;ain karren bilder rur/^ XIL 4. 3.
Pttren, Zeitw. trana. schw. =c rühren. 1. aalregeo, wecken. ;^iiii«h
rurt ain wint.^^ XL. 2. 10. XXYII. 3. 1. 2. ebscön- LYHL 5. 6.
«
ital. infornare.
rutten, Zeitw. trans. schw. = zerrtttten, zenrtthle». ;9dea alaier.^
absaiuaeii» LX. 4. 12.
sach, die; = Sache, ^^all sacb.^^ ailes. CIX. 1. 12. ;4ne aadi.^
ohne Ursache, Gmnd. XXXVI. 6. 7.
sack, der, Plur. secke,= Sack. Besonderes: ;^il alter poser aack.^^
an ein altes Weib. XXXI. 4. 2. ^^die pfetffeu vast att& »aem $wAJ^
■ XLIX. 3. 2. siAd miteinander einyerstanden; wo man aieb sack
als ledernen sackähnliclyen Raum as der Sackpfeife oder am Dtidel-
sackiB zu denken hat«
aaekwein, der; ss= schlechter Weta. lU. 2* 19.
sag, die ; :=: Rede, ^^mit klainer sag.^< CYI. 7. 9. Das ijiaaagen.
LL 2. 10.
sagen, Zeitw. trans. schw. =s hochd. sagen. Formen: Imp. lait.
Part, gesait. Einmal seg = sag als Reim auf sieg. XYIL&.28.
CYIII. 6. 12. V. 2. 1.
aaigen, Zeitw. ss K ferans. senken, neigen* ;^ig dein haubt auff
mein hercz.^^ XCIV. 2. 9. 2. neutr. sinken, sich niedeiiaasen,
sich niederlegen. XIII. 10. 4. mhd* &eigen, depfimere. Cirunni.
II. 17. atgea s» ainkeii.
415
saiger, d^; =ss eine Art Falken, zar Falkenjagd. Vom Abstinuei
aurs Gevögel. XVIII. 4. 1.
sail, das, Flur, sail, saile, xs= Seil. In Gottes Hand zu züchtigen«
Q. 5% 14. ^^die in kainerlay wandeis mail prack das sail.^^ fehlte,
strauchelte. LXXYI. 2, 23. ;^der schössen sail.^< Rettnngsseti), das
aus dem Schoosse Harien's uns entsprungen. XGVL 3. 9.
saylor, der; = Seiler, Slrickeverfertiger; jeder, der mit Stricken
bindet, hängt u. s. \f . XLI. 77.
sain, saine im Endreime, Bdw. =s langsam, spät, /^saine ist g^n
mir dein helffe.^^ LXXXVII. 3. 3. Mit dem Genit. ;>der 6ren sain.^"^
nachlässig. LXIX. 2. 4. Adv. sain, saiae im Endreime, =
langsam, spät, hinausgeschoben. CYIII. 3. 17. XXXY, 3w 29.
Mkd. seine. Grimm. I. 74$. MT. soanlen, sualeuT^smit et-
was nicht fertig werden, tongsam thun. sunler.,
sainlfch, Beiw. = langsam. ;4n sainltch trag.^^ LXV. 2. 8.
saitt, saitte, saitten, die, Flur, saitten, ess Satte, jt^das dir die
saitten nyauner klnngeft.^^ kein Geld mehr zu spenden hattest.
VIII. 2. 8.
aaittenspil^ das; = Saite. XXX. 2. 7.
sambsdn, = Samson, Israels grösster Held und Herkules. GX.2. 9.
sammir got, ::s; Sehwurfoirmel, so mir got (helfe). LXVIL 1. 8.
sal, der; = Fläche, Raum, Saal. ;^er weissen brustlln sal.^^ L.2. 3.
;yies aarten leibes sal.^^ die Weiblichkeit im engsles Verstände.
XXXIV. 2. 15. Reimwort,
saldenhorn, =^ Eigenname. XIII. 11. 4.
saleren, = Ortsname. III. 1. 18.
saug, Beiw. «5 selig. CXIV. 2. 1.
salikait, salikait, die; = Seligkeit. CXIV. 1. 11.
sdlom^n, ^ss Salomon, Israels weiser König. CX. 2. 11.
sals, die; = Salse, Tunke. Uneigentlich: ;;wie pitter ist dein sals.^^
CIX. 4. 1&. erinnernd an dasMT. die Suppe austrinken, seUecbte
Behaiftdluiig von Seiten der Hausmannin. ^^ain kraut von poser
sals.^^ ein arger, kniffiger Mensch. XX. 3. 9.
saltzmair, der; 5p= Verwalter der Salinengeschäfte in Hall. XUI.
11. 3.
saad, Beiw. ^ sanclu», saact«, heilig, CVIU. i 9. LXXXII. 2. 4.
416
sang, der, Plur. sänge, = Lied, Sang, ^^well wir prangen in den
sangen/^ XXX. 1. 39.
sann, Adv. = verzerrt, zum Hohne Gesichter schneidend. ;;spott-
lichen sann s6 knieten sy für in.^^ GVL 9. 7. Vergl. Sanna, San-
nio, subsannare der Lat. ; das ital. sanna, zanna, Raubzahn, dens
exertus ; das deutsche zäunen.
Sit, die; = Saat. ;^ein adelfche sät.^^ Kinder. LXXXI. 3. 7.
satel, der, Plur. sa tel, = Sattel. VIIL 3. iO.
saturnüs, = Saturnus, Planet. XVII. 1. 24.
satz, der, Plur. satze, = Einsatz, gegebenes Pfand, p^n widerpot
in satzeif.^^ ohne das gegebene Pfand wieder zurückfordern zu kön-
nen. II. 1. 9.
sau, die; = Sau, gemeines verächtliches Weib. LXYII. 2. 12.
sauer, Beiw. = sauer, unlieb. ;;die puelschaft kam mich sauer an.^^
VIII. 3. 6.
schab, schab, der; == Bündel aus Reisig, Stroh, Aehren u. s. w.
LXX. 3. 17. ;;ausfegen mit ainem haissen schabe.^^ CXVI.
2. 18. MT.
schaben, Zeitw. schw. = hochd. schaben, von theuern Wirthen
und Gastgeben. V. 3. 16.
schacherlich, Beiw. = mörderlich. ;;ain schacherlichs gerichte zeu-
gen über ainen.^^ GVL 9. 14.
schad, schade, schaden, der ; r= wie hochd. ;;das ist mir schad.^^
III. 3. 16. LIV. 1. 6.
schaden^ Zeitw. schw. = wie hochd. schaden, schadt = schadet.
VII. 3. 2.
schaffen, Zeitw. trans. st. = 1. machen. Der Wein ;^schaft mir
den triel verrimpffen.^^ ein saures Gesicht. lY. 2. 12. 2. machen,
dass etwas geschieht, befehlen. ¥1.204. Imp. schuff, schueff.
LV. 1. 3.
schaiden, Zeitw. trans. = 1. scheiden, sich trennen, davon kom-
men. I. 1. 18. sterben. GVIII. 7. 18. 2. trennen, absondern.
;^von freuden ainen>^ XXII. 4. 2. XLII. 1. 13.
schain, Beiw. = handgreiflich, eindringlich, auffallend, mittlhd.
sc hin, evidens. Grimm. I. Gomp. schainer. XXXIX. 1. 15.
schal, schall, schalle, der; = Schall. 1. Geschrei. ;;der kindltn
417
schal/^ III. 1.28. 2. Lärm. pM freuden 8chal.<^ XXXVIII. 3.22.
XL. 2. 1. 3. Saus und Braus. )M schalle leben.^^ CXYII. 6. i5.
4. Gesang, Musik. ;,droschel schalle.^^ XXXV. 1. 47. LXXXVII. 1. 7.
schallen, Zeitw. intrans. schw. = Schall machen mit Gesang und
Saitenspiel. XII. 2. 6.
schalmeussen, Zeitw. = scharmützen , Scharmützeln, in kleinen
Haufen fechten, Mann gegen Mann, in erbitterter Unordnung.
X. 4. 1.
schalmützen, Zeitw. = wie schalmeussen. X. 4. 1.
schalt, =: der Infinitiv von schalten apokopirt. ^^vor des rayen
schalt.^^ vor dem Schwünge des Tanzes. CIV. 1. 30.
schamel, der; = Schämmel, Fussschämmel, kleiner Stuhl. XX. 1.7.
MT. a schamele.
schamrot, Beiw. Nebenw. = beschämt. CV. 1. 3.
schanck, die; = Gabe, Geschenk. XVI. 2. 20.*
schand, schant, die; = wie hochd. ;^ain siecht gewant tet mir
die schand.^^ XII. 2. 31. XXXIX. 2. 23.
schant z, die; = Fall, Wurf, Begebniss, Sache, Verhältniss. franz.
Chance, ital. cadenza. )^es armen schantz st^t binden an dem
tantz.^^ XXVI. 47. ;;nur bey dem ofen stund mein schantz.^^ traf
mich's zu stehen. IV. 3. 28. ;^ich soit luegen auf mein schantz.^^
auf den glücklichen Zeitpunkt. XXXIV. 3. 2. ;^von rechter schantz.^^
von richtigem Ein- und Zusammentreffen. LXXXV. 1. 9. ;^warten
lieber schantz.^^ glücklicher Wendung. XLVI. 2. 30. ;9sweigen
was mein pesste schantz.^^ XVI. 3. 5. MT. schanzlen, schan-
tzelen, ein gewisses Karten- und Kegelspiel treiben.
schar, die; = Fülle, Menge. ;^der freuden schar.^^ LIII. 3.4. Reim-
wort.
scharf f, Beiw. =s scharfsinnig, grübelnd. ;;durch scharffs gemuete.^^
CX. 1. 2. ;;ain doctor aller weyshait scharff.^^ XX. 1. 3.
schätz, der, Plur. schetze, = Schatz, Liebchen. IL 1.21. XXXIV.
3. 13. WH. schacz. XCIL 1. 1.
schätzen, schaczen, Zeitw. trans. schw. = achten, schätzen.
XCI. 2. 5.
schauer, der; s= HageL IL 3. 25.
schauren, Zeitw. = brausen. CVI. 8. 2.
27
4i8
SGhedltch, Beiw. =s schädlich. CVI. 7. 6.
scheff, das^ Plar. scheffe, = Schiff. I. 2. 12.
scheffen wdt, die; = Schäferkleid. XXII. 3. 15.
Scheiben, scheuben, Zeitw. trans. st. ss schieben. ;^kain poser
frucht sich auff der erden scheibet.^^ rependo se promovet. CX.
1. 10. ;^scheub Pfifferling.^^ an den Mai^ germinare fac. LXIIL 3.3.
schein, der, Plur. scheine, schein, =3= 1. das, was in die Sinne
fällt. ;^einer grossen sunden schein.^^ CXIV. 2. 11. 2. Acusse-
rung, Zumvorscheinkommen. XXIII. 1. 11. 3. Thun, Betragen.
XXVI. HO. 4. Schein, eigentlich und uneigentlich ;^des tages
schein.^^ Dämmerlicht. XL. 1. 11. ^^rnein frolichait gab tunckeln
schein.^^ XIII. 9. 1. mhd. schtn. Reimwort,
scheiden, Zeitw. trans. st. = schelten. LXXXVI. 5. 16. ^^schellt.^^
increpate. LX. 2. 9.
schelkltch, Beiw. = schalkhaft. Adv. schelklichen. LH. 1. 8.
schellen, Zeitw. schw. &= 1. schallen^ klingen. ;;dein schellen.^ zur
Glocke. VI. 104. 2. beunruhigen mit Lärm, ^^das im nicht schad,
noch schell kain ungefelle.^^ CXYII. 2. 6. 3. schallen machen.
;^notlein schellen. ^^
seh em lieh, Beiw. 3= schamweckend, schändlich. ;7schemltcben pl6s.^^
CVII. 5. 13,
sehenden, scheuten, Zeitw. trans. schw. ss schänden. CX. 2. 8.
XVII. 3. 12. XVII. 5. 6. schennt = schändet,
schencken, Zeitw. trans. halbschw. == 1. schenken, eingiessen,
besonders zu trinken. CXXI. 245. CXXI. 184. CXXIII. 5. 1.
2. bewillkommnen, begrtissen, den Jagdruf erwiedern. XLIII. 49.
Imp. schanckt, schangkt, schanckte. Part, geschanckt.
XII. 2. 8.
schenna, = Weib, Frau, slavisch shena. Grimm. III. 322. goth.
qyind. althd. quenä, chenä. altnord. kona. mittlhd. koti. Oswald
kan. engl, queen, Frau des Königs. LVII. 2. 1.
scheren, Zeitw. = 1. sich bewegen, langsam in Windungen sich
fortziehen, vom Laufe eines Flusses. ;^das scheren.^^ XI. 3. 9.
2. sich scheren = sich entfernen, abziehen. ;;sich hat geschart
der Sterne glast.^^ XXIX. 1. 22. NT. scheren sich s& fort^
gehen. Vergl. schiren.
^
4i9
scherflich, Beiw. s= scharf. }9ge$iekV< gnXeB Auge. LIX. 3. 11.
Adv. heftig, zornig, stark. XVIII. 4> 9.
scherg, der; :f=: Büttel. XXVI. 36.
sc her It eh, Nebenw. = en corps. .vscherltch tieret.^^ XXXIII. 2. 23.
scherock, der; ssr Scirocco, warme Südwind. XXVIII. 3. 3.
sehertz, schercz, der; = Scherz. ;;hauenstain was ir schertz.^^
achtete sie für spottwenig. VII. 3. 10.
scheuer, die; = jedes bedeckte Gebäude gegen die gröbste Witte-
rung, Heustadel, Scheune u. s.w. XXXIX, 1. 12.
schicken, Zeitw. trans. schw. = zuwenden. ;^ein helen mir trost«
liehen schick.^^ XXXVIII. 2. 15. ;^ich schicken.^^ bereiten, an-
schicken. LXXXVII. 1. 6.
schidltch, Beiw. = scheidend, begütigend. ;^ain schtdlich man.^^
Schiedsmann. XXVI. 322. ;;ain schidltch streuen.^^ was mehrere
scheidet. XXXIV. 3. 12. ;^schidliehe nöt.^^ Noth des sich Tren-
nens. LXXXV. 3. 4. ;>schidlicher freuntschaft wart ich.^^ die schlich-
tet, begütiget. XLII. 2. 6.
schieben, Zeitw. st. = schieben. Imp. schob» LX. 4« 4. Vergl.
Scheiben.
$chies5en, Zeitw, st. =8 1. neutr. eilen, geneigt seyn, ^^zii fride.^^
XVII. 4. 5. 2. erlegen mit Schüssen. XXX. 2. 8.
Schilling, der; =: Scheidemünze von verschiedener Geltung an ver-
schiedenen Orten, gewöhnlich von 1 — 3 Kreuzern. IV. 1. 5.
schilt, der, Plur. schilde, = Schild. Der Wappensprache Folgen-
des abgeborgt : 1. Platte, Glatze. ;^von Schilden kal durchschocket.^^
CXII. 2. 4. 2. Fläche, Schale. ;^das sail ich schreiben tun an
wäge schilt.^^ ich bin ungeduldig in der unentschiedenen Lage.
IXXVIII. 2. 8 — 9. 3. Plan, bunte Weite. ;;das ros schreit gön
des mayen schilt.^^ XXX. 1. 27. Reimwort.
schimpf 9 schimpfa, der; s= Scherz, Unterhaltung, Spass. V. 1.9.
LXXXIII. 1. 1.
sehimpffen, Zeitw. schw. = scherzen. LXXII. 1. 17. MT. schimpf-
len, von Kindern schachern, spielen erlaubter und unerlaubter
Weise.
schimplichen, Adv. =; scherzhaft, lustig. Vom niedersftehff. schimp
SS9 solümpff. LXIX. 1. 1.
27»
420
schin, die; = Schiene, ScMenbeiir. CIX. 3. 6.
schincke, der, Plur. schincken, =Schenkel. plnr. cnira. IX. 2. 4.
schinckel, das; = Schenkelchen, Füsschen. XXXY. 3. 30*
schinden, Zeitw. st. = schinden, enthäuten, schinnt, schint =
schinde. Imperat. XLI. 78. prellen, von Wirthen. V. 3. 16.
Schindern, Zeitw. = schindermässig behandein, schleppen, ^^lie
stiegen abgeschindert.^^ XIV. 2. 7*
schinpain, da5,.Plar. pain, s=s Schienbein. YII. 2. 15.
schir, Adv. = schnell, fertig. LXXVII. 1. 5. Von scheren.
schiren, Zeitw. = scheren, sich im Tanze bewegen. XXXIII. 2. 25.
;^kiirtzltch schiret.^^ ermahnt Oswald das Frtihlingsvolk. ital. girare.
schittern, Zeitw. = schitter machen, so dass Zwischenräume blei-
ben, von MT. schitter, rarus, weitzeilig. schitters Getreide,
Haupthaar, Tuch, undick, unfest, durchsichtig. Part, geschittert
= rarefactus. LXXII. 1. 5.
schock, der, Plur. schock, schocke, mit Zahlwörtern schock.
s= 1. Fülle, Menge, Haufe. ;^die Stauden machen schock.^ wenn
sie sich belauben und schocken. MT. a Schock Heu, a Schock
Aep fei. XXXV. 2. 32. 2. eine Zahl von 60 Stück der an je-
dem Orte gangbarsten Hünzsorten. ;;vier schock.^^ XXXIX. 2.34.
schoffer, der; = Schöpfer. WH. CXV. 2. 4.
schon, schön, schöne, Beiw. =3 schön. XXXIII. 1.4. C. 1. 14.
In XLIV. 1. 44. XXXV. 2. 6. scheint die ursprüngliche Bedeu-
tung hellfarbig, glänzend zur Bezeichnung einer eigenen Far—
bentinte vorzuherrschen.
schon, die; = Schönheit. LXXVI. 3. 22.
schopff, der; = Schopf, Zopf. LX. 3. 3. MT. beim Schöpfe neh-
men, bei den Haaren.
schös, schösse, schössen, die; =3 Schooss. ;^schösse.^^ Reim
auf genösse. XII. 4. 34. ;,der schössen sail.^^ XCVI. 3. 9. MT.
die Schooss.
schotten, der; = fester Käsestoff und Satz nach dem Milchsade,
auch junger Käse. LXVII. 4. 5.
schottenlandt, das; = Schottland. III. 1. 11.
schrailtch, Adv. = laut. XXXIII. 2. 24.
schrait, schraittebei Vokalanwachs, =5 breit, gross, amplus, XL 1. 6.
421
schranck, der, Plur. schrenck, schrencke, s= die reibende,
fegende, aneinander drückende Bewegung zweier Körper in der
Einigung, besonders die motus venerei. XXXIII. 1. 25. LXXYI.
2. 31.
schranck, schrancke, die, Plur. schrencken, als Reim aiif
lencken, schranck mit einem Zahlworte. = 1. Ring. Umzäu-
nung. ;^in der veinde schranck.^» CVII. 2. 25. 2. jeder Körper,
der einengt, in Fugen aufnimmt, Schranke. LXIY. 2. 4. LXIY.
1. 7. obscön. 3. Behälter, arca. ;^d auserwelte schrancke./^ an
Maria. CXIX.3. 17. Die angeführten Plurale, mit dem Sinne hier-
her gehörig, schliessen sich der Form nach dem vorausgehenden
Worte an, wobei schrencken den gewöhnlichen n Anwachs hat.
schrancken, Zeitw. = schränken, zuwenden. ;^dein hilff mir schran-
cke.^^ C. 3. 18.
schrantz, schranze, schrantzen, die; ;:= Spalte, Riss, ^schon
mir meiner schrantzen.^^ sagt das Mädchen rcp ejtejußarrf. LVIII.
3. 9.
schreiben, Zeitw. st. ss schreiben. Imp. schraib. Part, geschri-
ben. CXXI. 35. ;,geschribne recht.^^ Gesetze. XXVI. 377.
schreiben, Zeitw. trans. schw. == schrauben, schreuben, drängen,
nöthigen. ;^ein leib mich schreibt und treibt g^n jdsaphät.^^ XLII.
1. 9. XCIII. 2. 10. LXXVIII. 2. 9.
schreien, schrauen, Zeitw. st. = schreien. Imp. schray. Plur.
schrieren. XIX. 3. 9. XLI. 65. CVI. 9. 17. Die niedersächs.
Form schrauen ist trans. ;;ich schrau ir vart.^^ wehklage über ihre
Fahrt. Inf. CVI. 11. 11.
Schrein, der, Plur. die sehr ein, = Kasten, Schrein. p^M bertzen
Schrein/^ C. 2. 2. LXXVI. 1. 2. recessus.
schreiten, Zeitw. st. = schreiten, gehen. Imp; schrait. CXXIII.
4. 2. XII. 3. 8.
schrencken, Zeitw. schw. = 1. wenden, hin und her bewegen.
;jdie vedern g6n feuerspach schreacken.^^ zur Hölle fliegen. XVIII.
6. 8. ;9ainen schrencken.^^ brünstig umarmen, obscön. XXXII.
3. 22. Vergl. der schranck.
schreufel, das; = kleine Schraube, MT. Schraufe, diminuirt
Schreufl, der Nagel, welcher das Herausgehen des Rades an
422
der Achse verhindert, MT. auch Luner genannt, daher mit An-
spielimg auf Schreufel und Luner, Spottname auf Peter de
Luna, der sich durch die schraubenden Künste seiner Politik als
Pabst erhalten wollte. VI. 47.
»ehrick, der; = Schrecken. ;;än schrick.^^ XXXIY. 1. i. ;^as slaf-
fes schrick.^^ LXXVI. 1. 8.
schricklfch, Beiw. = schrecklich, erschreckend. XL. 1. 2.
schriembs, Nebenw. LIL 1. 10.
schrdt, der; = Hieb, Stich, Schlag, Wunde. LXXVI. 3. 5.
schrötten, schroten, Zeitw. = moveri, quassari. XXVIII. 3. 4.
Schubern, Zeitw. = in Haufen zusammenbringen. ;?schubern half
ich ir das gras.^^ obscön. LXIV. 2. 11. ;9seyd all mein jdr zu ai-
nem tag geschubret sein.^^ reduzirt. CXIII. 1.12. MT. Schober,
cumulus.
schlich, schuech, der, Plur. sehuch, = Schuh. VI. 78. IV.3. 14.
JüüC. 2. 44.
schlichen, Zeitw. = rüsten. Part. ;^geschucht zu etwas.^^XIII.2. 7.
schuchltn, das; =3 kleiner, zierlicher, lieber Schuh. XXXIII. 3. 13.
schul, schuel, schuele, die; = Schule, Studienabtheilung , Fa-
kultät. VI. 181.
schuld, schulde, die; = 1. Recht. ;;yon schulden.^^ merito. 2. Ur-
sache. ;;än 'schulde.^^ 3. die moralische Verschuldung. XXXV.
2. 3. XXXVI. 6. 9. CV. 1. 1.
»ehuller, schueler, der; = Schüler. CXXIL3.4. CXXL74.MT.
Schueler.
schupf fen, Zeitw. = impellere. ;;hinnäch.^^ hinterdrein. XIV. 8. 16.
schüren, schurren, Zeitw. = schüren, Feuer unterhalten und meh-
ren. VIII. 2. 3. CXXII. 3. 6.
schütten, Zeitw. = werfen, durch Rütteln entfernen. ;>rutten und
schütten den slaier ab.^^ LX. 4. H — 13.
sckutz, der; =s Schütze im Thierkreise. XVII. 1. 30.
swachen, Zeitw. =s schwach machen, spotten. >>es dewehte mich
geswacht.^^ XCI. 2. 4. MT. schwach machen s=b durch thö-
richtes Reden oder Thun Empfindungen des Bedauerns und der
Verachtung wecken. Ist ein Schreibfehler statt smachen anzu-
nehm«! ?
423
scolastica, 5colastic,,scolastig, =: Scholastica, des h. Bene*
dikl's Schwester, verehrt am 10. Februar. CXXI. 41. CXXII.
2. 3; CXXIIL 1. 10.
Sebastian, ss Hannsname. XV. 4. 1.
see, der; = See, Meer, Wasser. ;,*in den see wilder meres flute.^'
XXXV. 1. 44—45, ;^versincken in dem see>^ Heere. XLII. 1. 6.
Weiblich: ;^ie sbarlzen see ISrt mich.^^ I. 2. 18. Also mit dem
heutigen Sprachgebrauche gerade in Geschlechtsopposition.
segel, der; = Segel. ;^en segel k^ren zu ainem.^^ sich an ihn wen-
den , anschliessen. ^^wo die alten weib die segel wenden.^^ das
Geschäft leiten.
sehen, sechen, Zeitw. trans. st. = sehen. Formen: Präs. ind. ich
sich, du siebest, siehst, er siebet, sieht. Conj. das ick
seh. Imp. ind. sach, du sach. Conj. sach. Imperat. sä, sa,
sech, sich. Plur. sacht, secht. Die Form Sachen ist nach
volksthümlicher Breite ausgesprochen. Von der Bedeutung noch
zu merken, dass es auch aussehen bedeutet.
seicht, die; = Seichte, Untiefe. Uneigentlich: ;^uny ergessen in yres
hertzen seicht.^^ Grund, Reimwort.
seyd, seyt, seyder, seit, = seit.
sein, Hülfszeitw. =s seyn. Präs. ich pin, selten bin, du pist, er
ist, seywir, seyd, seyt, sie sein. Conj. sey. Vergl. wesen.
selb, wie hochd. mit dem Artikel. ;>der selb.^^ selbs, =s selbst.
;>mit im selbs.^^
selb dritt, ssder dritte unter dreyen. ;^elb dritt ain.^^ Christus, als
dritter mit den zwei übrigen göttlichen Personen zur Einheit ver-
bunden. Einmal selb dreye. ^^selb dreyen freyen unitds sy ge-
nas.^^ von Maria.
selbig, salbig, der; = derselbe. CXVII. 2. 5. LXX. 1. 13.
selde, die; =a Glück. ;>got dir dein seiden mdre.^^ LYIII. 1. 9.
selzam, Beiw. = ;^selzam plick.^^ statt seltsam.
sendt, =s Mannsname. Der Heilige d. N., eigentlich Genadius, nach
Oswald gefeiert am 7. Juni. CXXI. 158. CXXIIL 3. 10. Wohl
etwa bloss Abschreibefehler statt genftt.
senden, Zeitw. trans. halbschw. = schicken. Part, gesendl, ge-
sant. XCIV. 3. 5. XXIX. 1. H. XXVII. 2. 14,
424
«end, sende, sendes, Beiw. sHebe- und leidvoll, vor Sehnsiiehto-
schmerz krank zur Geliebten. '
sende, senden, das; = das Sehnende, Heimweh zur Geliebten,
Herzweh vor Liebe. ;;als mein senden kan sie wenden.^^ XXXIII.
1. 14.
sendltch, Beiw. = liebeskrank, schmerzhaft in Liebe und Leid, ^^sy
gibt mir sendltch pein.^^ CVIII. 3. i\.
senen, Zeitw. schw. = 1. sehnen, in Liebesschmerz glühen. Part.
senend, send. 2. verlangen. ;?darnach sich sent mein gier.^^
XXXIX. 1. 36.
senesier, die; = Jenesier, Bewohner einer Dorfgemeinde ob Gries.
X. 7. 3.
sanfft, senfft, = sanft. XLIV. i. 2. Die Form scnfft MT.
senltch, Beiw. =: liebesschmerzlich. ;^senl!ches schaiden.^^ LXXV.
3. 1. Adv. senllchen. XXX. 1. 25.
s6r, s6re im Reim auf 6re, = sehr. CXVII. 1. 5.
Serben, Zeitw. intrans. schw. =s kränklen. XLII. 2. 19. Aus s^r,
Weh. MT. abserben, abzehren, a s erb er, Abzehrling. hin-
Serben, tabescere.
sercc6, = Herz. Aus dem slav. srdce. Grimm. III. 399. LYII. 1. 4-
serntner, die; == Sarnthaler, nördlich von Bozen. X. 7. 3.
servirai, = aus dem ital. servirö, ich werde dienen, von .servire,
ausspracfalich verdorben. LVII. 2. 7.
setzen, Zeitw. halbschw. = 1. herabspringen, ^^setz von rugk.^^
XLIII. 42. 2. constituere. ;^gsatzte rechte.^^ feste Gesetze. XXVI.
216. Imp. satzt. Part, gesatzt.
setzly, das; e= Satz, Sprung, obscön. XXX. 3. 39.
seüberlich, Beiw. =: sauber. ;4n seuberltchem pumppern.^^ VI. 108.
ironisch,
seuftzen stös, «euffzen stds, der; =Stossseufzer, heftiger Seuf-
zer. XLII. 3. 16. XL VI. 1. 10.
seul, seule, die; = iSäule. CVI. 8. 14. Uneigentlich: ^^den gat-
tem in die seul sencken.^^ obscön. infomare.
seumig, Beiw. = zögernd, saumselig. XVII. 2. 24.
seusen, Zeitw. intrans. schw. = sausen. Imperat. seusä. XXIX.
1. 1. LVIII. 5. 1. VcrgL sÜsÄ.
425
seaser alb, albe, alben, die; =dieAIpe von Seis unweit Kastel-
rutt. XC. 1. 3.
seuss, Beiw. ss brausend. X* 6. 2.
seut, seute, seuten; die; = Seite. ;^as enphind ich an der seu-
ten/^ V. 5. 12.
sibend, Zahlw. s=s siebent. ;^die sibent spräch.^^ LYII. 1. 18.
Sichel, die; := Sichel. ;>das macht ir sichel , praun gehftrt.^^ weibr
Hchste Stelle. LXIV. 1. 4.
sicher, Beiw. Nebenw. =: hochd. sicher. ;^wi]tü mich sichern gentz-
lichen mit gemache län.^^ me securum. LXXVII. 2. IS. Adv.
sicher = gewiss. LXIX. 1. 8.
sicherlich, sicherltchen, Adv. = gewiss. 1.4.3. XXXIX.2.24.
sichern, Zeitw. schw. = sicherlassen, sicherstellen« IL 1. 29.
siechen, Zeitw. = krank seyn. XXVI. 209.
sieren, Zeitw. = wehthun, schmerzen, ^^der binder mich in der
teschen siert.^^ nichts im Beutel. LX. 2. 13. HT. vom Sehmerz
eines Geschwüres, sieren, sierig = gereitzt. Umgelautet aus
s^ren.
sig, der; = Sieg, ^^sigmunds sig.^^ Reim- und Sylbenspiel. VI. 118.
sigehaft, Beiw. = Meister geworden, siegreich. Auch im-schlechr
ten Sinne, ^^ich freuden ganz wird sigehaft. ^^ sie überwältigen,
derselben entleert werden, wobei ein Genitiv statt findet. XLII. 3. 12.
sigeln, Zeitw. = segeln. VI. 206.
siglstain, der; =s Siegelstein. VI. 11. WH. sigelstain.
Silvester, gekürzt silvrey, = Mannsname. Der Heilige d. N. wird
am letzten Tage des Jahres gefeiert. CXXIII. 6. 14. GXXI. 365.
sym, = ei, gewiss. LXI. 1. 4. LVIII. 3. 1. Vergl. das sim bei
Grimm. III. 303. 779. Ob hiebei nicht an das portugies. sim =s
ja, in der Bedeutung von profecto zu denken sey, möchte nach
dem Gebrauche, welchen Oswald von diesem Worte macht , wohl
kaum mehr zu bezweifeln seyn.
symeon, symon, = Mannsname. Der Heilige d. N. wird verehrt
am 28. Oktober, eigentlich Simon und Judas, Apostel. Ein ande-
rer Heiliger d. N. fällt auf den 18. Hornung. CXXI. 49. 301.
sin, syn, der, Plur. synn, synne, = Sinn, Gefühl des Anstandes,
Kunst, Geschicklichkeit, Anmuth. ;^klughait fromder synneM Fer-
426
tlgkeiten, die hier tu Lande unbekannt. CXVI. 2. 5. ^^mit syn«
nen.^^ Anmuth, Liebreitz. XXIX. 3. 31. ;^er synn emplossen.^^
betäuben, das Bewusslseyn nehmen. ;>synne.^^ Reim auf erbinde,
das man an^s Ultnerische die sinde, im sinde denken muss.
LXI. 2. 10. Vergl. XLII. 2. 9. LXXXVIII. 3. 5. , wo n an die
2, E. Plur. anwächst.
aynbell, simbell, Beiw. = rund und schlank, walzenförmig, althd.
sinawel, mhd. sinewel. Aus dem althd. wellan, volvere nnd sin,
der Weg, welches letztere Wort bloss zur Verstärkung de;i ein-
fachen welrund dient. Beleg: ^^synbell als die piem.^^ XXXVII.
2. 3. Grimm. I. 744. IL 32.
sin ekel hert, der; = Theil des weibl. Leibes pars anterior pecto-
ris inter ubera et alveum. L. 2. 4.
sinder, der; = Sinter, wegsprühender Funke von heissem gehäm-
merten Eisen, abgekühlte Schlacke. ;^wellent ich gugk, s6 hindert
mich köstlicher ziere sinder.^^ das Verglühen und Uebergehen in
Schlacken, Funke. III. 2. 14.
singen, Zeitw. st. = singen. Imp. sung. Part, gesungen. VI.30.
CIX. 3. 11.
syr, as sicher, gewiss, franz. sürement. LXXX. 3. 2.
sitt, der; r= Sitte, Handlungsweise, Anstand. VI. 156. IX. 3. 8.
;,mit sitten.^^ anständig. XXVIII. 1. 23. die sitte = Art. ;?gc-
lauben ketzerlicher sitte.« XVIII. 9. 8. .
sitzen, sytzen, Zeitw. st. = hochd. sitzen. Imp. sas. Part, ge-
sessen. VIL 1. 12. XIV. 5. 16.
sitz, der; = Gesäss, Gsass, Hintere, mhd. sitzel. ;>ain dicken sitz.<^
LXXXIX. 3. 1.
sixt, =s Sixtus, heilig verehrt am 6. August.
sl äffen, Zeitw. intrans. schw. = schlafen. XXXIX. 1. 6.
slaffen, Zeitw. = schlaff, unlustig, misslaunig seyn. XLII. 3. 3.
slagen, slahen, Zeitw. trans. st. = schlagen. ;^ze töd.<^ XVIII.
2. 6. ;;die mören sumpern, sluegen.^^ mit musikah Werkzeugen
Sehall erwecken. VI. 26. ;^ains gein andern ab.^^ ausgleichen.
GXIV. 2. 17. Imp. slug, slueg. Part, geslagen. Von der
Form slahen Imperat. slach, Präs. slach ich. CXVIII. 3. 7.
III. 2. 20.
437
slaich, slaiche, die, Plur. slaichen, sss Gehwerkzeug, Fass def
Krebses, ^^der krebs mit seinen slaiehen.^ XXYII. 1. 27.
slapen, Zeitw. =s schlafen. ;>ick slape.^^ ftiittlnl. Grimm. I. 971. lY.
sJauch, der; =r Hülse, Haut. ;^newen slauch machen.^^ von Scfalan-
gen, die sich verjüngen. XXXV. 3. 9.
slauch, der; =s Schlund, Abgrund. ;9der helle slauch.^^ CXIH. 3.6.
slaunen, Zeitw. impers. = von Statten gehen. ;^und slaunt mir tiH
zu keuen.« CXII. 2. 8. XXVI. i51.
siecht, Adv. =r !• schlechtweg, geradezu. XLIV. 3. 5. 2. einfeeh,
gefällig. LXXXII. 1. H. XXXI. 1. 26.
sleffrig, Beiw. = zum Schlafe geneigt. XVII. 2. 7.
Siegel, der; = Schlegel. ;^der guldtn slegel.^^ Fritz mit der lecvea
Tasche. V. 5. 13.
slegelstil, der; = Heft eines Schlegels zum Spalten des Holzes.
IV. 2. 19.
sieben tranck, der; = Wein aus den Beeren des Schwarz-- oder
Schlehdorns. IV. 2. 1.
«
sl ei eben, Zeitw. = gleiten, wie ein glatter schlüpfriger Körper.
>^as peuchlln hal sleicht uberal.^^ L. 2. 7. Woferne nicht an s I i c h I,
siecht zu denken, das MT. fast wie sleicht bisweilen lautet.
Der Sinn bleibt der nämliche,
sleiffen, Zeitw. = abstreifen, abfegen. ;9die hoffnung von ainem.^^
CXIX, 1. 19.
sucht, Beiw. ss gerade, zurecht. ;4er töd vil sach rieht slicht.^^
XVI. 4. 19.
suchten, Zeitw. schw. =s beschwichtigen, ^^slicht den kummer^^
XLII. 2. 4.
slick, = Geschlechtsname eines Oheims Oswald's, Begleiters zurKti-
serkrönung Sigmund's nach Rom. XIV. 2. 9.
«chlickltn, das; = Schluck, Trank. XXVII. 2. 1.
sliefen, Zeitw. intrans. st. = sich durch einen engen Raum drän-
gen. Part, ges lo ff en. LXXI. 2. 10.
sliessen, sleussen, Zeitw. st. a schliessen. Imperat. sleus,
sleins. Imp. slds. Part, geslossen. XXIX. 3. 27. XCIV. 1.4.
slipffen, Zeitw. schw. ss ausgleiten. ^^ufF dem eys.^^ unglücklich
seyn« XIX. 4. 6.
428
filös, das, Plur« slösse, = 1. Band, Umknotnng, Schliesse. ^^aas
lieben sldssen . slrecken.^^ XXIX. 3. 15. 2. Schloss , Kastell.
LXXXIX. 1. 3. 3. Die niederdeutsche und nordische Form slöt
=3 Schloss, Riegel erscheint LXXX. 3. 1.
slupff, der; = das Hineinschlüpfen, heimliches Rendezvous. XYI.
2. 9.
smähen, Zeitw. trans. schw. =5 schmähen. ;;den priester ich smach.^<
CY. 4. 5. h zu ch im Auslaut und Konsonantenanschluss.
smaltzen, Zeitw. = Speisen mit Schmalz machen, wie man MT.
sagt. Part, gesmaltzen. IX. 5. 7.
smatz, der, Plur. smetze, =s Kuss. MT. XXIV. 2, 7.
smechltch, Beiw. Nebenw. = schmählich. CVI. 8. 6.
sm ecken, Zeitw. = wie hoclid. CV. 5. 2.
smeissen, Zeitw. trans. st. = schmeissen, werfen mit Gewalt. Pari.
gesmissen. VI. 79. ^
smel, die; = Schmäle. XL VII. 3. 6. LXVI. 2. 10.
smelhlein, das; 3= zarter, lieber Windhalm, eine Grasart. Aira nach
Linne. XXXIII. 2. 15.
smeltzen, Zeitw. intrans. st. = zerfliessen. Uneigentlich : ^^dA smiltzet
laid und ungemach.^^ CXI. 2. 18.
smer, das; = Fett zum schmieren. MT. von der Katze das Schmer
kaufen. XIV. 4. 17.
smertz, smercz, smertze, der; =: Schmerz. XGIV. 2.' 11.
smiegen, smeugen, Zeitw. st. = schmiegen. Imp. smog. Part.
gesmogen. LXXI. 1. 8. LXIII. 3. 14.
smiel, das; = Lächeln. ;9mit wuniclichem smiel.^^ LIL 1. 3. engl.
smile. mittihd. smielen, smieren. MT. Schmielen,
smiellsch, smielish, Beiw. =: lachhaft, lächelnd,
smieren, Zeitw. =s lachen, lustig, fröhlich seyn. XVIII. 2. 2.
smirben, Zeitw. schw. = mit Fett bestreichen, dass die Bewegung
leichter wird, ^^srnirb den wagen.^^ LXVII. 4. 12. Uneigentlich:
;9yogltn, smirbt eur rauhe kel.^^ im Frühjahr, Ruf des Sängers.
XXX. 1. 15. MT. schmirben. Der Infinitiv kommt nicht ror,
könnte aber auch smiren lauten, wo b im Auslaut und Konso-
nantenan wachs hervortritt. Indess scheint HT; entscheidend. Das
Wort übrigens umgelautet aus sm6r.
429
smitzen, Zeitw. = flink und schnell schwingen. ;^das zungltn in
den mund.^^ XXIX. 2. 32.
smuck, der; = Anschmiegen. ;>unliepl!ch was der ermlin smuck.^^
CVIII. 6. 16.
smucken, Zeitw. schw. s= schmiegen, ^^ich smuck mich zu ir.^'
LXXVI. 1. 25. LXIV. 1. 6. XLIX. 1. U.
smutz, der; = Kuss. VI. 56. XLIX. 2. 6, XXXIX. i. 24. MT.
an Schmutz geben,
snabel, der, Plur. snabel, =s Schnabel,
snaggel, das; = kleine Schnecke. Obscön, langsame, nnkrflftige,
kalte Liebhaber in der Schfiferstande bezeichnend. LVIII. 4. 1.
Oder bloss Spottwort? Aus Schnacke?
snallen, Zeitw. =5 schnallen, leise knallen machen, ^^wasser snal-*
len.^^ von Gänsen, die* im Wasser herumwühlen mit eigetfthüm->
lichem Schnalzen. CXYII. 6. 8.
snarchen, Zeitw. s=s schnarchen. XIII. 10. 3.
snattern, Zeitw. = schnattern. XXXI. 4. 40.
snebelein, das; =: kleiner Schnabel. XXXVII. 1. 5.
sneid, die; = Schneide, acies.
snur, snurr, letzteres Reim auf murr, die, Plur. snüre, = Schnur.
;^näch nngeleicher snur.^^ ungestüm, hin und her, von einem Wa-
gen. XII. 4. 4. CVI. 11. 7.
SQurren, Zeitw. =: kreisförmige, brummende Bewegung machen.
Imperat. snurrä. LVIII. 4. 5. = schnelle abl
sd, r= unübersetzbare Ausfüllungspartikel,
sacie, ^sz Socie, Gesell, scherz- und schalkhaft. XLV. 23.
sodomän, = Sodoma. ^^die sund von sodomän.^^ CV. 3. 11.
solh, solh, solch, = solch; die dritte Form die seltenste. LH.-
3. 6. MT. soll, solle,
sdl, = Stimme in der Tonleiter. XIII. 13. 7.
seid, der; = Sold, Lohn. CXVIII. 3. 5.
soldtn, SS das ital. soldi, von soldo, eine Scheidemünze, welche
ungefähr drei Pfennige gilt. XV. 2. 9.
s Ol e, die; SS Sohle. XIII. 6. 10.
sollen, sullen, sullen, ss sollen. Abgekürzt sol wir =: sol-
len wir.
soniren, Zeilw. ss tteen. ;;der hal mir bas sottireM< sagt mir bes«
ser zu. XXX. .2. 5.
sophelle, = Fraueaname, Sophiecheu. CXXHI. 3. 4. S. das folg«
sophey, = Sophia. Die Heilige d. N. wird am 15. Mai gefeiert,
sophtä, sophoy, = Savoyen. VI. 212. XI. 1. 26.
sorg kl ich, Beiw. =s sorgemachend^ gefährlich, ^^dein sorgklich von
mir gin.'^ XXIX. 2. 8. XXXIV. 1. 16.
spachten, Zeitw. = reden. LXX. 2. 2. MT. bei Stams spaohten.
spalt, die; = Spalte, Mund. XLIV. 2. 11.
spalten, Zeitw. st. = spalten. Imp. spielt. Part, gespaltea. LH.
1. 5. XIII. 8. 7. ;;sich spalten.<< =; den Rachen aufthun um zu
verschlingen, vom höllischen Drachen. XCIX. 3. 11.
spanidl, sss spanisch, besonders spanischer Wein. XXX, 2. 19.
sparber, der; =s Sperber. XVIII. 2. 2.
sparen, Zeitw. schw. = schonen. XXVIII. 1. 9« >^den yenaer ich
nit spar.^^ empfind ihn oft und sehr. XLVIIL 1. 3.
spät, = spät. XLVII. 1. 6. MT. stets ohne Umlaut,
spazieren, Zeitw. = spazieren. ;?herein.^^ vom anlangendea Winde.
XXIX. 3. 9.
spech, Auslaut, spehe, Inlaut des h. ss= klug. LXXXIl. 2. 1. ^
nachtigal, dein speher dön mir pringet qual.^^ knostreieh. LXXXV.
2. 6 — 7. althd. spähi. mittlhd. spähe, sagax. Grimm. I. 727.
speich, der; = Speicher, ^^erst burd ich reich von dem speich/^
LXXVI. 3. 26. Von /Speichen, aufhäufen,
speir, = Stadt. XIV. 3. 1.
speit, spelte, spelten, die; s=s Scheit, durch Spalten gewonaen,
Stück Holz, länglich z. B. MT. Zaunspelte. III. 2. 30.
aper, das; ss Spiess. CVI. 12. 3.
spies, der; = Spiess. ;?ain spies der hertzen.^^ das Weib. CX. 3. 2.
spil, das, Plur. spil, := Spiel, ^^ritterliche spil.^^ I. 4. 6.
spitz, der; = Spitze, extremitas. XVIII. 8. 6. MT.
spitzltch, Adv. =s spitzig, in's Spitze auslaufend. ;;spitzltch g^ixitM
formirt. LH. 2. 4.
spot, der; = Spott. Milder} Spass. ;;äne spot.^^ wiriüich^ im Emsle.
XXVI. 66.
spotltchen, spottitchen, Adv. =3 höhnisch.
431
sprach, die; = I.Rede überhaupt, Ansprache. CVII. 1.8. 2. Sprache.
;>die zehen sprach hab ich gepraucht.^^ I. 2. 7.
sprachen, Zeitw. => sprechen, Reim auf sachen. XLIY. 2. i.
sprantz, der; =sr i. das Spiel der Hoehfarben auf dunklerem Grunde,
Farbenanflug bei gesprenkelten Gegenständen, Glanz, Zier tiber-
haupt« ^^ir sprintz und sprantz.^^ das Leuchten und Ineinanderspie-
len des Farbenschmelzes, bei Blumen. XXXIII. 2. 2i. 2. spraatze^
Reim auf glantze, Titel, welchen der Liebhaber dem Müdehen
■
gibt, etwa: Schimmerlichtgestalt. LXXXI. 3. 11.
sprechen, Zeitw. st. sss wie hochd. Präs. ich sprich, sprichst^
spricht. Imperat. sprich. Imp. sprach. Conj. sprach. Part.
' gesprochen. XXVIII. 1. 11.
sprengen, Zeitw. =s sprengen, streuen, verbreiten. Part, gespren-
gel.
spreutz, die; ss Bemühung, Anstrengung. ;>durch tugenthaffte
spreutz.^^ XVII. 5. 30.
spreutzen, Zeitw. = aufspreitzen (den Mund). I. 3. 10.
springen, Zeitw. st. = springen. Imp. sprBngk. CIV. 2. 9.
sprintz, der; =s Farbenschmelz wie sprantz, XXXYIII. 2. 21.
Sprung, der, Plur. sprung, = Sprung.
sprützen, Zeitw. schw. s= spritzen. XYII. 1. 32.
spur, der, Plur. spur, = Spur, t Fährte des Wildes. XLIU. 38.
;^ie alten spur.^^ 2. thatsächlicher Beweis. XYI. 1. 6. 3. Ge-
stalt, Form, Seyn. ;9des leibes spur.^^ LVII. 2. 4.
spuren, Zeitw. = merken, erfahren. XII. 3. 9.
stabichln, das; = Stäbchen, als Denkzeichen genäht auf dem Man-
tel des Pilgers. LXXV. 1. 9.
Stadel, stadl, der; = Wirthschaftsgebäude, besonders für den Vieh-
stand, Futterbehältniss. XXXIX. 2. 13. LX. 4. 11—13.
staffen, Zeitw. intrans. schw. =s stapfen, gehen. IX. 1. 7. althd.
stapan, stepfen, gradi. Grimm. IL 9.
stahel, der; = Stachel nach MT. hochd. Stahl, althd. stahaL CXV.
5. 18.
stahelring, der; = Stahlring.
stain, der, Plur. staine, stainer, ss Stein. ;^tainer.^^ Edelsteine.
IL 3. 29. ;4ch hör durch groben stain.^^ sehr schwer. CXII.3. 14.
433
stainbrecher, der; =& Gewaltherr, Erpresser. V. 3. 6.
staine leber, die; = Leber aas Stein. XV. 2. 4.
stainmetz, der, Plur. stainmetzer , = Bildhauer. XVII. 3. 24.
stainppek, der; = Steinbock, Zeichen des Thierkreises. XVH.
i. 32.
stal, der; = Stall. XIV. 3. U.
stam, der; = Stamm, Haus, Geschlecht. CXVII. 7. 4. III. 3. 17.
stammen, Zeitw. schw. = aufhalten, verhindern. Part, verstampt.
verriegelt, vom Jungfernhäutchen. LV. 2. 7.
stampaney, stampeney, stampanie, die; = Reisserei, Placke-
rei, Mühseligkeit, Arbeit, Anstrengung. LXXV. 3* 7. ;;das wais
ain besser stampenie.^^ XV. 3. 5. ital. stampare, stampanare =
zerreissen, abmtthen. MT. noch jetzt häufig , wofür bisweilen das
ebenfalls ital. Stentenei von stentare erscheint, während stampen,
stenten, im Sinne des Entgegenstrebens, noch immer gehört
wird, besonders sich st. = sich abmühen.
stän, st6n, Zeitw. st. = stehen. Präs. ich st6, stdn, stdst, st6t,
stdt. ir stdnd, sie stßnd. Imp. stund, stuenden. Conj.
stund. Part, gestanden. Imperat. stand es stehet ihr. Bedeut—
liebes: ;>darnäch stet mein begir.^^ LXIV. 3. 3. ;^ich stund offi
binden auif ee vor.^^ flatum emittebam. VI. 83. ;>von freuden stftn.^^
ablassen, ferne seyn. LXXYI. 2. 14. ;;und burd dir mar, das
stund zu mir.*^ wäre mein Vortheil, mir recht. XV. 4. 12. Vergl.
XXXIX. 2. 1. VI. 187. XL. 1. 16. XLVII. 2. 7. XVII. 3. 4.
starch, starchk, Beiw. = stark. XIII. 10. 4. XIV. 3. 15.
stat, die, Plur. stet, stete, == Stadt. VI. 16.
stat, State, Plur. State, = Gelegenheit, Begegnung, Gemach, An-
nehmlichkeit. ;9darinn k6m mir zu staten vil krumper stampaney.^^
II. 4. 7. ^
stat, die, Plur. stete, = I.Stelle. >7an allen steten.^^ überaU. XXIII.
3. 8; 2. Gelegenheit, Unterschleif. ;^ich leich der sunde stal/^
CV. 3. 2.
statikltch, Beiw. = standhaft, aushältig. ;^in gut.^^ XL VI. 1. 14.
stand, Staude, Stauden, die; = Staude. XXX. 2. 12.
s tränt, der; = Seeufer. ;>ubern strant/^ der öussersten Küste ent-
lang. III. 1. 8.
433^
Sträuchen, Zeitw. schw. intrans. = straueheln, aus dem Gleichge«
Wichte kommen. LYIII. 3. 6.
stechen, Zeitw. st. = stechen. ;9durch die ören.^^ VI. 155. im Tur-
nier kunstgemäss. CXVIII. 5. 13. bestechen, corrumpere. XXYI.
129. Prfis. ich stich. Imp. stach. Part, gestochen. I. 3. 6.
steffanüs, steffan, der grosse Stephan, der h. Pabst d. N. wird
am 2. August gefeiert, und der Erzmärterer d. N. am 26. Dez.
stafflein, stafflein, stefflfn, der kleine Stephan, oder in-
Tentio S. Stephani am 3. August. CXXI. 214. CXXII. 12. 6.
eXXI. 215. CXXIII. 4. 9. CXXII. 8. 2.
stegeraiff, der; as Stegreif. XIII. 3. 3.
steig, der; = Wandel, Lebenspfad. XI. 1. 4.
Stelen, Zeitw. st. ==: stehlen. Imp. stal. CY. 2. 1. I. 1. 15.
sterben, Zeitw. st. e= 1. intrans. sterben. Imp. starb. Part, ge-
storben. C. 1. 11. 2. sterben machen. CXXIII. 9. 7.
sterck, die; = Stärke. ;,der paine sterCk.^^ CIX. 4. 7. CV. 4. 2.
Stern, sieren, Plur. Sterne, steren, = 1. Stern. ;;bis g6n den
finstern steren.^^ der damals bekannte äusserste Süden im atlanti--
sehen Meere bei Afrika, auch Kap Finisterre. III. 1. 16; Z. Au-
genstern. XIV. 4. 1.
stetikai't, die;'= Beständigkeit. LIII. 1. 3."
steudly, das; = Ständchen. LXIII. 2. 1.
Steuer, die; = Hülfe. ;9kumm mir zu steuer.^^ XXXIV. 1. 8.
stewr, die; = Steuerruder. ;?die stewr rieht im kluege engegen mit
dem syn.^^ XVIII. 3. 13.
stickel, Beiw. = steil. LXXI. 1. 2. MT.
sticken, Zeitw. = streben, eifern. ;7tag]ichen stick wir nach gut
und 6r.<^ CXVIII. 1.13. engl, stick =ss sich ruhelos daran hängen.
«tieg, stiege, stiegen, die; =s Stiege. VI. 107;
stier, der; = Stier im Thierkreise. XVII. 1. 29.
stiem, der, die;; =s Sti'rn. LXXII. 1. 3.
stille, die; BS Stille, Heimlichkeit. ;;in ainer stille.^^ insgeheim.
LXIX. 2. 7.
stimmen, Zeitw. ss seine Meinung abgeben, sententiam ferre« GVI.
9k, 3w Form stimbl sad stimmt.
floek) der; sse Baumstamm. XXXV. 2. 31.
28
434
«tgltzen, ZeUw. intran«. scbw. =ss stolz, hochgemuth se^. ^^nir
stoltzt der mut von rechter gir.^^ LXXXVL 3. 13.
stör, die; = Störung, Schmerz: ;9Y0n krancker stor.^^ CXIL 1. 7.
Itoren, ZeUw. trans. seh w. =; zerstören. ;;das gertlfn.^^ LXIX. 1.13.
stosltchen, Adv. = durch einen Stoss. ^^durchporen.^^ CXIII. 1. 4.
stössen, Zeitw. st. = stossen. Präs. ich stoss, du stosst, er
stosset. Imp. sties. Part, gestdssen. Imperat. stdss, stosst.
XXXI. 3. 20. XVIII. 4. 9.
straffen, Zeitw, trans, schw. =: strafen. 1. rügen, aussehelten.
;;eur straffen ist enwicht.^^ XXXIX. 1. 30. 2. ausreissen, ver-
tilgen. ;^ilgen.<^ LXIX. 1. 12. 3. abpeinigen, entbehren lassen.
;;die natur.^^ XLII. 3. 4 — 5.
straiff, der; = Zug, Kriegsstreifzug. XIII, 3, i.
Strang, d^; =s Strang zum Aufhängen. VII. 3. 12.
Strange, die; sr: Verknotung, Einigung, ital. stringa. C. 1. 10.
strftss, Strasse, die, = Strasse, Meerlauf. XXVIII, 1. 3, >9diircli
volle strdsse.^^ im Rausche. XIII. 8. 10.
strflsspurg. =s ;4ch nam ain grossen klupff^ als der mir strtespnrg
gabe.^^ den nächsten besten Stein, den ich auf dem Wege finde.
XVI. 2. 15—16.
straus, der; = Zorn, Fehde, Gefecht. VIII. 3. 2.
streben, Zeitw. =;;der vor, hinden, neben strebt.^^ von Gott, aberaU
thätig und wirksam. C. 1. 3.
«trecken sich, Zeitw. sss sich herauswinden, ziehen. ;9aus lieben
sldssen.<^ XXIX. 3. 15.
strefltch, streffltch, streffltch, strafflich, Beiw.=: l«strftf-
lich. LVI. 1. 9. LXVI. 1. 8. 2. genau, gespannt, als Adverb,
^^wenn ich betracht, streffltch bedenck der crfttftren antecschaid.^
CX. 1. 2. Vergl. straffen, wo die Bedeutung von ziehen,
spannen ebenfalls hervorsticht.
streichen, sich, Zeitw. =s sich herausheben, prangen. XIII. 4.6.
strelff, streiffen, der ;ss Streif, Fahne, Kriegszeiehen, ;^uepreciit,
Sigmund, baid mit des adlers streiffen.^^ I. 2. 4.
iireim, streime, der, Plur. streime. ssz L Strieme, mäkeliger
Streif, ;>mit gelben strelmen.^^ VI. 9ä. 2. Stmm, Weltlanfw ;^er
worlde streime.^ VI, 318. engl, slreaiu XT. der Streun« Sbam.
435
strengkltch, Belw. Nebenw» ss slreog. Als NebenwOrl. 1« pein-
lich, schmerahaft. ^^terben>^ C. 1. li. 2, grausam, hart* CVI,
7. 2. 3. stark, sehr. ;>das hertz besitzen/^ LXVIII. 3. 3.
Strich, der; ss 1. Strich, ^^tun.^^ ausstreichen. CXIII. i.l8. 2. was
ri>gestrichen wird, bestimmtes Mass, besonders des Getreides. Un-
eigentlich : ;9den strich füllen.^^ rollapf geben, VI. 197. 3. Aus-
flog, Fahrt, Reise. ;9mein guter strich der reut mich nicht.^^
VI. 113.
strick; der; ss Umschlingung. ^^in der vil zarten ennlin strick.^^
strd^,; strow, das; s=a Stroh. Die Form ströw kommt* in <ier IH.
nicht vor, da aber strö auf hob reimt, so ist das Nachhör^n des
afigestossenen w unzweifelhaft, um so mehr, als Wt. in ihulichen
• Fällen gegen die mittelhd. Analogie den Konsonant beibehält* LX.
4. 10. strd dient auch zur Verstärkung der Negation, ^^umbtrau-
ren geh ich nit ain strö.^^ gar nichts. XCV. 4« 17. anstatt; ich
ksse es vollends, fahren.
stroweny Zeitw. aas streuen. Part, ges trowet.
stub, Stube, Stuben, die; = Stube. XIX, 1. 11*
itnbenhaitier, der; ss: Ofenheitzer. XIII. 2. 10.
stuck, das; aa Stück, Handlungsweise, Sache, Ding, ^»wer in wil
teuschen auif dem stuck.^< in einem gewissen Punkte seines Be-
nehmens. XC. 3. 11.
slicklin, das; SS Stücklein. ;^ot.^^ I. 1« 5.
studieren, Zeitw. ss wie gewöhnlieh. Part, gstudieret. XXVI.272.
stul, stuel, der; = Stuhl, Thron. >;der stul dringt für alle tisch
nid penck.^ der kleinste will der grösste seyn. XX. 1« 15. ;^
freud geud ich auif hohem stueL^^ ich danke mich vor Freuden
ein König. XXXII. 3. 15-17.
stumltch, SS stumm. XCIX. 3. 14.
stumpf fliehen, Adv. ss radicttus. II. 6, 11. HT. mit Botz und
Stingel.
stund, die; ss Stunde, ^^zu stund.^^ auf der Stdle, I. 3, 9, MaU«
;9hundert tausend stund.^^ LXXVII. 4. 13,
stipff en, Zeitw. ss pullulare. ;4ie swammen Stupfen aus der eid^^
sioob/tiL XXXV« 3. i.
Sturm ) der; s&s Lärm, Tumult. GVI. 8. 1,
28*
4^
flturmglogk, e, en, die; ss Lflnnglacke. VI. 105.
sw,' die; = Sau. ;>sw jagen.^^ Säue jagen, sftuisch bedient seyn.
XIX. 3. 7.
suchen, suechen, Zeitw. trans. schw. = suchen. Imp. sacht«
suecht. Part, gesucht, gesuecht. Bedeulliches : ;>suech wi-
der dar.^^ komme suchend an die alte Stelle. XLIII. 21.
sud, der; =r Südwind. XXIX. 3. 9.
süs, süss, süss, sus, sues, suess, Beiw. = sftsä. ^,von ainem
gräfen süss genant.^^ Dolce, häufiger Familienname. XIV. 1. 2.
süssen, suessen, Zeitw. schw. = 1. süss werden, ^^neu und alt
händ sich gesuesset.^^ vom Frühlingsleben. XXXIII. 2. 19. 2. an-
genehm seyn. ;;mir süst kain fürstlich stam.^^ III. 3. 17.
süentzel, der; =s Reimwort auf kuntzel, woraus es verdorben Ist'^
Anspielung auf süss^ Süssling. XXXIX. 1. 1.
summer, der; = Sommer. XXXV. 1. 36.
sumpern, sumppern, Zeitw. = sumsen, brummen, Lärm machen
mit musikalischen Instrumenten. VI. 26. von einzelnen Nacht-
glockentönen. VI. 106. ^
sundern, Zeitw. = untersuchen, erforschen. ;;wenn ich mein kranck
vernuft nlrlfchen sunder. ^^ CXVII. 1. 1. franz. sonder.
sund, sundt, sunde, die, Flur, sinden, s^ Sünde.
Sunden, Zeitw. = sündigen. CV. 1. 6.
su_nder,,= Vorwort, ohne. ;?sunder wanck.^^ fest, gewiss. XXVIII.
1. 16. Adv. besonders. LI. 3. H. gänzlich. ;>benemen etwas san«»
der g2itM XXVII. 3. 26. '
suen, süne, der, die; = Sühne, Aussöhnung. CIV. 1. 5. Friede,
Beruhigung. XXVI. 182.
sun, der] == Sohn. MT.
sünltch, = versöhnlich, friedlich. XXXV. 1. 29.
sunltch, = sohnhaft, söhnlich. CVT. 4. 11.
sunn, sunne, die; = Sonne. LXXXVII. 4. 2.
suntlich, Adv. =s sündhaft. ;7prangen.^^ CV. 5. 1.
suriä, = Syrien. -XXIX. 1. 4. XXVIIL 1. 15. ULI. 3.
süsen', Zeitw. SS sausen. Imp. ;;süsä!^^ sause doch. XXX. 3. 34. Hhd,
«ttst9*8ust, SS sonst. ^;um ainen sust.^^ gratis, frastra. XXVL 185.
MT.
48r
.sat, sott? :s! Beiw. s== heiss, gesotten. ;>all dise lange sotten sam-'
mer tyt.<^ LXXX.1.2. ^^von disem sutteh hechtichin.^^ ^XV. 2. 12.
sutt/sntte, sutten, die; =r Seite. Wassa alabanda springen, er-
klärt Oswald : ;?teuff in die s'utten hinab.^^ XXVIIL 2. 20. basso
alla banda, SchifTmannsausdruck.
swib, der; = Schwabe, aus Schwaben. XIII. 7. 1. ^
swäben, das; = Schwabenland. LXXXIX. i. 8.
swachen, Zeitw. schw. =s i. schwach werden. XXIX. 1.39. 2. ver«
spotten, kränken. ;^ainen swachen, der uns nicht gevelt.^^ XLV.
1. 3—^. MT. ;9mach mich nicht schwach, es hat mich fast
schwach gemacht,^^ hängt damit enge zusammen.
sbaigen, swaigen, S^itw. trans. schw. = aufhören macben, ver-
nichten. ;^zu sbaigen ist oft ain kind so tratz.^^ nicht zu beschwich-
tigen. XIX. 2. 13. ;,all mein freud.^^ XL VII. 1. 2.
sbaimeji, Zeitw. as motitari, fliegen, ^^dein -sbaimen läss erwachen.^^
XYIII. 4. 8. an den Adler. Mhd. sweimen. Grimm. II. 12* *
sbais, der; s=3 Schweiss. CVII. 5.-6.
sbam, der, Plor. swammen, = Schwämme, Pilze. LXXYII. 2. 11.
swanck, der; :£= das Wanken und Schwanken. CVI. 10. 11. ^^durch
ploden swanck.^^ Schwanken aus Schwachheit, ^^nider auff die er-
den ist ir swanck.^^ XXX. 3. 17.
swanger, Beiw. = voll. ;^von sunden.^^ CVIII. 1. 3.
swantz, swancz, der, Flur, swantz, ;=s Schweif, cauda. VI. 49.
swancz, die; ^s. das Prangen, ^tolziren. V. 4. 2.
swantzen, Zeitw. schw. = schweifen, prangen, einherstolziren. VI.
167. XCV. 2. 16. MT. a schwanziger bue. excellens.
sbartz, Beiw. = schwarz. III. 2. 17.
Sweben, Zeitw. = schweben. C. 1. 1.
swebtn, die; = Schwäbin, Weib aus Schwaben, Oswald's erste Ge-
mahlin. LXXXIX. 2. 1. •
swechen, Zeitw. schw. = schwächen, entkräften. CX. 2. 10. III. 3. 19.
Awechlteh, Beiw. ss falsch, bankhaft verirrt. ;>mit swechltchem
gelust.^^ CXIX. 2. 18.
sweden, =3 Schweden. III. 1. 9.
sw eigen, s bei gen, Zeitw. st. s=s schweigen, tacere. Imp. swig.
Part, geswigen. LXI. 1. 9. LXIL 1. 1. ^
9wein, das, Plnr. swein, ss Sehwein. IT. 3. 3. mlid. swtn.
siremmelein, das; =s kleiner Schwamm. LXXTII« 2. 12.
swert, das, Plur. swerl, swertte, = Schwert. CVI. 5. 9. 'Sym-
hol der geistlichen und weltlichen Machr. ;>nutzen paide swert.^^
XXVI. 147.
swester, die; = Schwester. Uneigentlich: Mädchen ttberhaapt^ be«
sonders im Vertraulichen. LXXV. 1. 3.
swimmen, Zeitw. st. =s. schwimmen. Imp. swam. L 2. 28.
swinden, Zeitw. intrans. st. = schwinden. Imp.swand. Part, ge-
swunden. swindt sss schwindet. LXI. 1. 7.
swangaw, swongaw, = Schwangau, Geschlecht^name der ersten
Gemahlin Oswald^s. XVI. 4. 8.
»wenden, Zeitw. schw. =3 schwinden machen. ;Aeyden swennt der
Sunden gall.^^ CXI. 3. 17. MT. schwenden = Bäume entrin*
den, abdorren machen. Aus diesem umgelautet swinden, erar
nesoere.
swenzeln, Zeitw. schw. = schwimmen machen, bewegen, schtttidn
im Wasser. ;>swentzel mir den flachs.^^ das bekannte Einnässen
desselben. Hier obscön =s Lustimperativ des Mädchens an den
Knaben. LXIV. 3. 8. Frequent. von schwenzen HT. es Wäsche
u. s. w. ausschwenzen , ein Gefäss ; abschwenzen , die Oberfläche
mit Wasser, umgelautet aus swantzen, dessen eigentliche Be-
deutunjg sss mit grossen Schritten einhergehen,
swar, swer, Beiw. Nebenw. = schwer. 1. gravis. 2«difBcilis. Slan-*
sehnlich, gross,
swer, die; =s Menge, Unzahl. ;9nftch swer.^^ XXVI. 96. MT. nach
der Schwär« 2. Gewicht, Schwere. XX« 1. 18« 3/ Beschwenk,
Herzweh. LXXII. 1. 13.
sw^r^n, sberen, sbern, Zeitw. st. =r schwören. Imperf. swor.
Inf. sbern. Part, gesworen. GVIII. 7. 14. XVII. 5. 7. XII.
3. 34.
8 waren, Zeitw. s= schwierig, schmerzhaft seyn, werden. >,mir swirt
mein hertz.^^ GXII. 1. 13.
^swarlich, swerlfch, Beiw. Nebenw. =8 schwer wie swer. CVUI.
3. 8. gewöhnlich jedoch lastend. CXXII. 2. 5. LXXXVII. 2. 21.
Als Adv. wie hochd« sähw^riith.
tack, das; SS Dach. XIV. 2. 10.
lag, d€r, Plur. tag, ss Tag. LH. 3. 10.
taiding, die; =3 'Anberattmung eines Tages zu einer Gerichtever-
bandlung, Vergleich, Aussöhnung. >>taiding besliessen.^^ XIII. 13# 4.
althd. tagading.
taylunge, die; = Theilung (der Apostel, die sich in's Weltpredigt-
amt theilten). Kirchenfest am 15. Juli. CXXIII. 4. 4.
tail, der; = 1. Theil. ;9ze tail werden.^^ XCVI; 3. 12. 2. Partei
vor Gericht. XXVI. 101.
lal, dal, das, Plur. tal, = Thal. CXV.1.9. ;9tieffe taU^ III. 1.24.
tarn, der; sa congeries, Falle^ Menge. CXV. 3. 16. >^der fruchte lam.<^
tamisch, tamisch, Beiw* ss toll, unverständig. XXIII. 2. 15. MT.
tamisch.
tAn, der; ss Ton, im Reim auf IftnuXXIX. 2. 12.
tangere, ss'tangere, berühren. XVI. 3. 9.
tant, der; = Tand. XXVIII. 2.3. ^M allen tant.^<^ ohne viel FeAat^
lesens.
tantz, tancK, der; =s Tanz. Aus dansa, so wie dieses aus dia«'
san SS trahere. ^^ich pin ervofdert an den tantz.^^ Todtentana^
Gericht. CXIII. 1. 13. Grimm. II. 35.
lanczhaus, das; £= Haus, wo getanzt wird. XCL 1. 14.
tartarey, tartary, ss: Tartarei, worunter aber gewöhnlich nur die
Krimm mit einigen angrenzenden Distrikten verstanden wurde.
III. 1. 3.
tasch, tasche, taschen, die ; ss: Sich, Beutel, saccoccia. V.3. iO«
XI. 3. 10.
laach^ die; as einfültige, dämme Weibsperson. HT. XXXIX. 2. T.
Maultasche.
tasten, Zeitw.schw.s= angreifen, beführen. Part, getast. XIX. 3^14.
tatz, die; «= Hand. HT. XIX. 2. 15.
taab^ Beiw. =s betäubend. ;;im tauben tranck.^^ XXIII. 5. 8.
tauben,' Zeitw. = betäuben, eine gewisse Nuance der.- mittelalter-
lichen Jagd. XXX. 2. 8. Vergl. doupon =s domare. Schmelkr.
I. 85(X
taacht, Plur. leuchte, teucht, :;? Gedanke, Erinnerung. ;9vil ma-
nig teucht/^ LV. 1. 3. ^^meins valters teuchte.^^ XXXII. 1. 1%
Bei Schmeller. I. 354. bedaucht = imaginatio.
tauff, die; = Taufe. ;;ubersehen.^^ ihren Pflichten nicht genügen.
CV. 4.. 6,
tauggel, der; = Taumel, ^^der tauggel ward ich voK^ II. 3. 24.
taugen, Adv. = heimlich, still. ;;halt dich gar taugen.^^ LI. 2. 9.
CV. 1. 8.
tauren, Zeitw. = warten, ausharren, aushalten. LXXXI.2. 10. XLII.
3. 19. ;^des kalten snees.^^ XXX. 1. 8.
tegUch, Beiw. = täglich. ;,teglich tag.^^ alltäglich. LXXVI. 2. 17.
Adv. teglfchen. CXI. 1. 10.
teich, der; := 1. Tiefe, Grund. ;;in des hertzen teich.^^ LXXIII. 2. 6.
2. Fülle, Reichthuni. ;^der 6ren teich.^^ XXI. 3. 8. ^^suesser banne
teich>^ LXXVI. 3. 27. Vergl. tam.
teltch, = ;;all teltch.^^ alltäglM. LXXX. 2. 1.
telphin, der; = Delphin. XLII. 2. 7.
tempffen, Zeitw. = dämpfen, überstimmen. XCV. 3. 13.
tengk, = link. CVIII. 6. 9. MT.
denckisch, = linkisch. LH. 2. 1.
tenne, die; = area, Boden, Gebreite. LVII. 1. 8.
tenor, der; = Tenorstimme. CXII. 1. 18.
tentsch, Adv. = artig, zierlich. LXX. 1. 27. Vergl. däntzig bei
Schmeller I. das engl, dandy, Palmerston's Epitheton. Man könnte
auch teutsch lesen, wenn es nicht zu gewagte Konjektur wäre,
teschen, die; = Tasche, Beutel. LX. 2. 13.
tesig, Beiw. = täsig, MT. still, kleinlaut, abgekühlt. XVII. 5. 9.
teubelein, das; = Täublein. XLIX. 1. 4.
tewfel, der; = wie hd. erscheint als Knecht des Peter's von Lnna.
VI. 48.
teuf f, Beiw. Nebenw. = tief. XXVIII. 2. 20.
teuf lieh, 'Adv. = durch die Taufe. ;>pebaren.^^ taufen. XXXI. 3. 12.
teugentlfch, Beiw. Nebenw. ss heimlich. Umlaut aus taugen.
XLIV. 1. 8.
teuglich, Nebenw. = tauglich, > dienlich, jg^eschickt. XXXV. 2. 21.
teutsch, deut*sch, Beiw. Nebenw. ss deutsch. I. 2. 6. LVn.1.13.
WZ
teatschikait, die; a DeuUichheU, kräftige MannkeR; XIIl. i6. 5«
ty,.= ti, dir statt a te. LVII. 3. 9.
tiburtz, 3. E. tibartzen, = Tiburtias. CXXL104. CXXIII.2.11-
Das Fest des Heiligen d. N. föllt auf den 14. April.
tickt, das; = Gedicht, Lüge. ;>mit snodem ticht.^^ XXIX. 2. 22.
tier, tyer, das; = Thier. CXV. 1. 12.
tierjcn, Zeitw. = herumspringen, die Kunde tanzen. XXXIII. 2. 23.
Yergl. tour, turnen, wofern es nicht zum^ vorausgeh. gehört.
tierltn, das; :r= Thierchen. XXX. 1. 14.
tiefltch, tieflichen, Adv. = tief, sehr. LXXni.3.5. LIX.2. 6.
tyll, tylle, tyllen, die; as Heustadel, Boden, wo gedroschen wird,
ünterdach. MT. VI. 136.
tymel, tyml^ die; = Tiefe. CIX. 2. 7.
tymmer, = gellender Laut, Schrei, Wehklage. CIV. 2. 24.
lympelieren, Zeitw. = hallen, tönen, vom Vogelgesang. XVIII. 2. 4.
tymun, = Steuerruder, Werkzeug der Schiffsleitung. XXVIII. 2. 9«
ital. timone. lat. timo.
tisputirn, Zeitw. =wörteln, streiten, Wettreden halten. XXXI. 1.2.
tyt, die; = Zeit. LXXX. 1. 2. agls. ttd, Zeit. Grimm. III. 522.
tock^ locke, tocken, dock, die; 3= 1. zierliches Mädchen, ^^aus-
erwelte schone tock.^^ zur >Geliebten. LXXVII. 3. 3. ;;die liebe
dock.<^ XCI. 3. 9. 2. närrische, verliebte Weibsperson. XXXIX.
2. 33. MT. 3. weiblicher Zierling. ;^recht als ain tock.^^ XII. 3. 25.
tockel, das; =s allerliebstes Mädchen. LXII. 1. 11.
t6d, Beiw. =c todt. C. 1. 11.
t«d, der; = Tod. CVIII. 7. 3.
lodltch, totltch, Beiw. =x= 1. todt. ^^mein todlich leben.^^ in Sün-
den todt. CXIX. 2. 13. 2. tödtlich. ;>1eiden oAch totltchem ge^
fert.^^ CVI. 4. 14. Adv. todlichen, geistig todt. CXIX. 2. 5.
tödsund, die; = Todsünde, peccatum mortale. ;^ie siben t6dsund*^<
CV. 6. 2.
t4inas, thdmas, thö, s= Thomas, der Ajiostel, gefeiert am 21* De-
zember. CXXI. 355. CVI. 3. 13.
tömel, thomel, == Klein-Thomas, Erzbischof von Canterbury, ver-
ehrt am 29. Dezember. CXXI. 363. CXXII. 12. 6.
tomaschk^ sa Damaskus. XGV. 4. 2. ■ ' , ■
toner, der; =& Donner. CIX. 2. 3.
lopff, der, Plor. top ff, =s runde Erhabj^heit, halbkugel^er Aof«*
satz, Tx)pf. LH. 2. 4/
topffen, der; ss feste Substanz von saarer Milch nach Absonderung
der Molken. LXVII. 4. 7.
torel, die, MT. s= Mfldchen, mit Namen Dorothea. LXXXVI. 2. 7.
loren, Zeitw. =: betftuben.. LXXVI. 2. 3.
torlich, Beiw. =5 narrenhaft. CVI. 7. 14.
töröt, Beiw. = thöricht. XVII. 5. 12.
turren, turren, dürfen, Zeitw. = dürfen, wag^n. Präs. lob tar,
düdarff, er tar ff. Plur. turren t ir. Imp. torst, torft, dorfft.
VI. 55. IV. 1. 16. LXXII.2. 2. IV. 2. 28. XXVI. 308. LXXXVI.
4. 12. XIV. 1. 18. Beide, ursprünglich verschiedene Wörter,
turren und dürfen, md so verschmolzen und in die Bedeutung
dürfen zusammengeflossen, dass eine Trennung so nnnöthig als
unzweckdienlich wäre. Bedeutliches: 1. nOthig haben. ;^ich torft
sein nit zu beisen.^^ LXXXVI. 4. 12. ^^der dorfft sein nit zu lei-
hen.^^ XrV. 1. 18. 2. sich unterstehen, andere, mit dem nackten
Infinitiv, auch ohne denselben. ;^sö tar ich doch gesprochen nicht.<<
LXXII. 2. 2..>«6n brichsen nit wol tar.^^ XVI. '2. 2. 3. bedür^
fen. ;^wann du sein darff.^^ XX. 1. 9.
tichstorffe, der;as:MT;Storfe} Strunk, Stumpf, Fragment. Schelt-
wort. LVIII. 6. 5.
tt, s= ;^zbay tt.^^ die letzten Buchstaben in Grett. LVI. 2. 11.
totten, toten, Reim auf noten, =s tödten/CV. 2. 1.
traben, Zeitw. intrans. schw. = gehen, eilen, laufen. XXIV. 2. 13«
;^hertigklich.^^ mit Mühe. XXI. 5. 1.
irachten, Zeitw. aas sich bestreben. XLIX. 1. 3. ;^das trachten.^
XXVIII.' 1. 14.
trag, die; ss: Tdigheit. MT. Triig.
tragen, Zeitw. trans. st. == 1. tragen. I. 3. 8. 2. führen, damit
umgdien. ^^pdse ler.^< XXVI. 199. XXVI. 32. Imp. trug, trueg.
Coi^j. trueg. Part, getragen.
tramyn, s^ Ortsname, Markt am linken Etschufer, unweit des Kai'*
terersees, seiner Weine wegen berühmt. IV. 2. 4.
Iramynner, der; sa Wein vom gentniiteii Ort«. XIU* 1<X 4.
40
IriHck, der, nur. trenek, ss Trank, CYI, 5« 89.
trauen, Zeitw. s=3 1, vertrauen. LXII. 2» 5. 2. aioh nnterateheiif
getrauen. ;^ich traut deins Scheines wol emperen.^^ XXVII. 3. 13«
trappen, Zeitw. a= zu Fuss gehen, traben. XLIII. 42.
trappe, trappen, die; = Treppe. XIV. i. 12.
tratz, tracz, Beiw. est trotzig. ;>8eyn.^^ XIX. 2. i3.
tratz, tracz, der; =s Trotz, Widerspenstigkeit, y^ivi tratze.^^ IV. 2. 21.
;>zu tratz der falschen Zungen latz.^^ LXXXVIII. 1. 7—8.
trawren, trauren, Zeitw. ss trauern. ;>das trauren.^^ XLII. 3. 18^
traurigkltch, Adv. Beiw. =s traurig. XIII. 4. 8.
traut, Beiw. =s lieb, ^^traut beib.^^ LIX. 2. 1.
tr^, a= drei, tre. XV. 2. 10.
t rechtig, Beiw. zss fruchtbar, damit beschäftigt. CVI. 2. 9.
treiben, treyben, Zeitw. st. es treiben. Imp. trib, traib. Part.
getriben. V. 1. 9. XCIV. 2. 12. CV.4.10. CVI. 7.15. 1.2.3.
trencke^ die; =s Tränke, Trinken, ^^wassers trencke.^^ II. 1. 25.
trendein, Zeitw. sar schwanken, sich bewegen. >9Uns trendelt der
sdiopf.^^ LX. 3. 3.
trent, treute, die; =s Liebe, Hang, Neigung. >)i|äch der nfttüre
treute,«^ XXIH. 1. 16.
ireutel, die, das; s: Liebchen, ^^wil du sein mein treutel.^' LVIIL
' 2. 1. Von treuten.
treuten, Zeitw. = lieben. VII. 1,14. mhd. trinten. treul as treu-
tet. XXVI. 216.
trentten, Zeitw. tsa brechen, mürbe machen, ^^treatt den flachs.^^
obscön. LXIV. 3. 11.. zweideutig zwischen treten und treuten
in der Mitte.
treu, trew, treue, die;=s Treue, yjiea gib mir dein trew.^^LI. 1.7.
;4n treuen.^^ redlich, aufrichtig, gewiss. CVIII. 2. 4. ;9mit brue«
derlichen treuen.^^ so redlich wie ein Bruder. CXI. 1. 2. Wohl
Plnr. fiekUrzt trenn mit sym. ss profeoto, traun. wM. triuwa
treu stet ikait, die; s= stete Treue. LXV. 1. 9.
tritenprey, = tritt in breil MT. ein Patsch, der alles leicht nimmt,
leichte Arbeit zu haben meint. ;>symm, benstü, haintzel, tritenbrey,^^
sagt die Adelige zum Bauer, der sie lusu venereo leicht zu beste*
hte meinl. LXVIL 3. 8. Ueber solche WörAiidnngen Grinm. U. lO^CK
4U
Irjel, der; =±= Lippe, Unterlippe, Mund, IV. 2» 12,
triel, =5 Trier. XII. 3. 4.
irielisch, Beiw. Nebenw. = mit voller, frischer, feuchtlebendiger
Lippe. XLIV. 2. 14. MT. trielen, die Feuchtigkeit aus dem
Munde über die Lippe fliessen, lassen.
Irilisch, == dreifach. ;>trilisch gefasst in ainlitz zung.^^ trinitas* C. 1.8.
trfnität, die; = Dreieinigkeit. ÜXVI. 2. 13.
Irippel, die; = Tripolis. XCV. 4. 2.
trincken, Zeitw. st. = wie hochd. Imp. trunck. Part, getrun*
cken. CXXL 230.
triy allen, Zeitw. = trillern, jodlen. HT. triaulen. XCVI. 2. 17.
Iroy, 5= Treue. LVIL Expos. 3. 14. Nl. Nd. MT. troilich, troile
= treulich,
trolle, der; = grober^ ungeschickter Tölpel. ;^ain grober trolle.^^
CXVn.e.ll. MT. der, die Trolle. Der, die Plumpe, Ungeschickte,
tröii, trdne, der, Flur, tröne, =& 1.^ Stuhl, Sitz, Zunft. ^>durGh
Stammes trdne.^^ Sedes, in quibus sedent, duodecim tribus Israel.
C. 1. 18. 2. Sitz der Allmacht, ^^aus dem trön gnftd herabher
tbingen.^^ CXI. 2. 14. 3. Engelchöre, throni. ;>kunig der hymel
tröne.^^ CXIV. 1. 2.
tr6n, der, ss Nässe, Feuchtigkeit. ;>dä sich empferbt in dem ge-
schtay sein leib durch röten trön.^^ Blut. XIV. 4. 20. Von Judas
hersst es, er habe seinen. Meister geküsst. ;^mit tuffticklichem
tröne.^^ so zärtlich, dass Christus Wärme, Hauch und Nässe des
Mundes empfand. CVI. .4. 4. Vertritt das gewöhnlichere trör.
fronen, Zeitw. =5= befeuchten, betropfen., färben. ;9weis durch r6t
getront. troren. Wohl zu trdnen, tränen,
tropfen, der; = ;>tropfen rot.^^ Blut. I. 1. 7.^
trösten, Zeitw. = trösten, trost = tröstet. IIL 2. 10. audi ohne
Umlaut tröst.
trotten, =a gehen, trottare, trotter, in kurzen schnellen Schritten.
LVIL 3. 10.
trugsatz, der; s= Truchsess. XIII. 11. 2.
trumetan, s tramontana, Nordwind. XXVIII. 2. 12. XXIX. 3. 6.
trummen, Zeitw. s=s trommeln. I. 2. 8.
tru]icken>nail^ dsas; &s Makel der Trunk^üieit. XXIIL 3» Jfiu
1^445
trnpffe, der; s=s Tropfe. ;>kain valsclker trupffe in meinem herlien;^
LXX. 2. 8.
trutz, der; = Trotz, Widerstand, yyien trutz prechen.^^ ea einem
Weibe abgewinnen. LH. 1. 11. LXYII. 2. 14.
tu, = angerisch, weiss, scio. LYII. 2. 9.
U, =s zu. Nl. Nd. LXXX. 1. 3. '
tu ich, SS natürlicher Sanglant gewisser VögeL XLI. 23.
tuck, der; = List, arger Streich, ^^ir tuck.<^ HT. XLIX. 3. 5.
Ucken, Zeitw.ss ducken, zusammenschmiegen, reziprok. LXXVI. 1.26.
iahen, tuehen. Zeitw. schw. =imit Tuch Überziehen, machen. Un-
eigentlich: ^^den rock ainem %J^ seine bdsen Umstünde bessern.
^^rnit sberen kund sie das tuhen.^^ begleiten, zur Eingabe lieifttgeo*
CIX. 4. 18. rv. 3. 21. Bei Konsonantenanwachs und im Ans«
laut h in eh.
tuft, der; '= feuchter Dunst, Dampf, Nebel, ^^kueler tufft.^^ desMor«
, gens. XXXIV. 3. 9.
Infftikltch, Beiw. ==> duftig, dunstaushauchend, feucht. .GVL 4 4.
tugenthait, die; = Vortrefflichkeit. XCV. 4, 14.
tu gentlich, Beiw. s= tugendhaft , züchtig. Adv. tugentltchen.
CVI. 5. 12.
tugllcfa, = tauglich, selten, vornehm. LXXXI. 1. 10.
tum, Beiw. = 1. jung. XXXV: 1. 38. 2. einfältig, thöricht. 1.4. 1.
tu mm, = Nachahmung eines dumpfen Lautes beim Auftreten, Tan«
zen u. s.w. LXX. 1. 25.
tambrisch, = stürmisch. LXX. 1. 25.
tun, tuen, Zeitw. halbschw. s= thun. Präs. tun ich, tustü, tut.
Plur. sie tunt. Imp. tat, tet. Conj. tat, tet. Part, getan und
tftn. Imperat. thu. tu. XXIX. 6. XCIV. 1. 12. CVI. 6. 5. XCV.
1, 16. CV. 5. 12. LVII. 2. 6. LXXV. 1. 10. ;^as tm.^ LXXXIX.
3. 11.
tun ekel, Beiw. = dunkel. XIII. 9. 1«
iuncken, Zeitw. = eintauchen. ;>das prdt zusamen tuncken.^' mit«
einander essen. XIII. 8. 4.
tunst, der; = Dunst. CXI. 3. 7.
tur, die; ss Tbür. Nichtumlaut hA durch den Reim auf spur. Sei
Oberlieni noch Jetzt ThurI &ss Thfirlein.
1^448
torckey, liirgia, ss Tflrkei, tnrchi«. III. i. 4.
turmly, =; neuerwacht, sich im Kreise drehend, aus tflrmelig. HT.
türm i seh, schwindelig, wild. XXXV. 3. 6.
turn, der, Plur. turn, = Thurm. VI., 28.
turnieren, Zeitw. = Karapfspielen beiwohnen, sie mitmachen. CXVIil«
5. 13.
tuschen, Zeitw. = Terhelmlichen. XXXV. 3. 25. Fftrt. getusst.
;^Ilzeit frisch getusst.«^ XLIV. 3. 20.
tutzsch, die; s=s deutsche Sprache, ^^nit veirstän.^^ sich weigern. LXXif.
2. 5. und 3. 2. Oder die Leseart lultzsch ss la d<dce?
tbanck, der; =: Zwang. IV. 2. 5.
lyrerch, bs quer. V. 2. 11. r
ibingen, twingen, =s zwingen, erzwingen. GXIX. 3. 11.
tbiu, = Wie. Nl. LVII. 2. U.
twoya, =a deine, tua. slarisch. 8. Hetelko's Spracblelire S. 30.
LVII. 3. 11. . .
tzaher, der; a Zilhre. MT. äer Zacher. XXIX. 2. 36.
übel, das; = das Böse; die ubl, = Unpässlichkeit , Missbdagen.
XXII. 3. 26. CX. i. i. TM. die Ueble, die Uebligkeit »
Hissgeftthl, Ohnmacht,
ttben^ Zeitw. schw. e=5 umbertreiben. LXXXVII. 2. 11. >^ nasseii.
euglin^^ bewegen. XXXVI. ^. 7. überhaupt oft and heftig etwas
thun. CVI. 6. 16.
Qtchsen, vechseii, das; =s dieAchse), mundartlicli noch jetzt g»-
brttttcUich, eigentlich Achselhöhle. XLIX. 1. 11.
uberain, t=s zusammen, vereint. IIL 3. 22.
Sl^erdreseben, Zeitw. ss überwinden. ;^iB disem streit wird idi
uberdroschen.^^ XIII. 16. 8.
überessen, Zeitw. = zu viel essen*. CV. 2.. 11.
ttbor freien, Zeitw. ms «berbandnebneii , die Oberhand erkngcB*
XXIX. 3. 13.
ubergftn, ubergftn, Zeitw. = transilire, Abeltreten.
Sbergeidt, die; » Utberfidsai. C!iV,l. 33, iOtante tidi «liiuU^
liv ftehen.
M7
ubergeuden, sss )^nea^< flbertreffeB. ;>ttbergwt/' (Ibergcudtt. XVII,
4. U.
uberher, ss oben herüber, darüberher. LXXVII. 1. 2.
überlast, der; = Beschwerde. VIIL 1. 9*
uberraiten, Zeitw. c= ühenyinden, yerführen. GXIII. 3. 4.
Überseen, Zeitw. st.ssnieht achten. CV. 4. 6. Imperf. ;>uber8Aeh.<^
VIL 2. 5. ^
überschreiten, Zeitw. st. =5 übertölpeln. CX. 2. 14. Imperf.
uberschrait.
ubersleichen, Zeitw. st. ss heimlich überfallen, einnehmen. XXIX.
2. 15. IL 5. 23.
ttberstreben, Zeitw. s= überwältigen. GXUL 2. 15.
überstreifen, Zeitw. =s= im Streite besiegen. XXXI. 4. 28.
uberwagen, Zeitw. sb übertreffen. XCV. 4. 8.
uberwuetten, Zeitw. = überwüthen. ^^an hochfart.^^ GX. 2. 2.
uppiklichen, Adv. = üppig, auf üppige Weise. CXVII. 1. 13.
nie, Ulrich, ulreich, es Eigenname, Ulrich. Ule verkttnte Fem
der Volkssprache. Bei Oswald ^^pertzly ule^^ ein Schimpf Huf Ul-
richPutsch, Bischof von Brijm. XVI. 3. 10. CXXI. 185. CXXII. 7. 1.
Ulm, = bekannt^ Stadt. ;?zu ulmen.^^ XII. 2. 10.
umbefftchen, nmbefftn, Zeitw. ss' umfangen ^ unNormen. XXIX.
3. 37. LXXVI. 1. 22. XXIX. 2. 3.
umbefangk, der; = die Umarmung, ^^ain umbefangk von ermltn
blda.« UI. 2. 11. .
un begriffen, ss unbegreiflich. C. 1. 10. ^
umbeswaif , der; = Umfang, Einfiang. CXIV. 3. 7.
anbetbangen, sx unbezwungen. VL 224.
umb fangen, Part. = bedrängt. ;^mit kinds geschray>< IV. 9. 29.
umbfaren, Part, sbs von umfaren, nmsdhiffl» I. 2. 9.
umbgirten, mt ungürtau ;;umbgurt.^^ omgirtet. VLlli.
umb hin, Adv. = heram, wieder lurück. XCI. 2. 10. un ^etwa«
herum. LVIII. 3. 5.
ummetast, Part, xb vidteieht unangetastet. )^ hymel alles bt^
«CO.« In diesem FaB* w^hl eine frisdie Schreibang statt ing 4«>
Ust.
ambflief sen, Zeitw. an ;)di6 prttil»^ LXV. 9^ 18.
1
imbvftheii, Zeitw. sss umTangen. XLVII. 2. 3.
ttmbweichen, Zeitw. =: von seiner Meinung abgehen, aufgeben.
LXIX. 1. 4.
underläs, der; = Unterlassung. CVI. 2. 8. XLYII. 1. 5.
undersetzen, Zeitw. = unterstützen. G. 3. 3.
underspreutzen, Zeitw. ==, unterstützen. LXXXIX. 3. 2.
andicke, Adv. =s selten. LXXV. 3. 5. .
ttndrglich, = undrohend. LXVIII. 2. 6.
unempunden, Part. = nicht eriöst. LXXXVII. 3. 20.
.unentphintltch, =: Schreibung der WH. unempfindlich,
uneren, Zeitw. =s verunehren. XXIV. 4. 12.
un erlöst, Part. =s unerlöst. XXIV. 3. 6.
unforchtltch, ss ohne Furcht. ;>deiner eren.^^ Genit. LXXXVII. 3.8.
unfrö, Adj. = betrübt, missgestimmt. XXXVI. 7. 6.
unfrostlfch, as warm. XL 3, 17.
unfruchtigkltch, = hutzlos. CV. 5. 4.
iinfrut, die; s=s Ungedelhen, Missfall. XLII. 2. 21.
Jingedröt, Part, sss mit Drohungen nicht geschreckt. LXII. 1. 5.
angefegt, Part.aanicht rein. ;>ungefegter rost.<^ Unliebes. VIIL1.3.
ungefueg, Adj. aa unziemlich. CVI. 8. 2.
itngelich, SS ungleich. XCI. 3. 14.
ungelimpff, der; ^ Hohn, Strenge, Sprödigkeit. GVL 7. 13. IV.
2. 6. ;;ungelimpffen.^^ 4. £.
angelochsen, ss gewöhnlicher ungelachsen, unbequem, grob.
LXVII. 2. 13.
ungehablg, ss= anerträglich. XIII. 7. 8.
angemach, der; s: Unbequemlichkieit, Leiden, Weh. XXXIX. 1.14^
GV. 2. 3. IIL 2. 5—6.
angemessen, sss übermässig, sehr weit. GVL 1. 8.
angera the, das; as Unrath, Dinge denen man nicht trauen darf»
9^ie werlt fort angeratbe.«^ GXVHI. 2. 10.
angerisch, ss ungarisch. LXXXVI. 4. 14.
. ang'rischen, Adv; ;ss auf ungarische Weise. LVIL 1. 15.
ttogern, angeren, letzteres im Reim auf meren ss unliebsamer
Weise. III. 1. 21. LXXXVI. 3. 19.
ungernlant, s« Ungarn. VIIL 3» 9.
449
ungeschaben, = ungebüsst. XVIII. 8. 9.
an geschaffen, = missgestalt.
ungeschaiden, = ungeschieden. LVI. 3. 10.
ungesmach, = stinkend. VI. 93.
ungeslaffen, = ohne geschlafen zu haben. XXXII. 2. 3.
ungestillt, s= nicht ruhig gelassen. CVI. 7. 17.
ungevell, das; s=s Missgeschick, Unglück. LXXXYIII. 1. 5.
unhaderltch, = nicht zornig, nicht haderliebend. LXXXIII. 2. 5.
un haltig, = nichts verschweigeti kennend. XXIII. 4. 1.
unhilffUch, = vergeblich. ;,mit unhilffllchem waflfen.^^ XXXII. 2.7,
Unit äs, a unitas, Einheit, Ein Gott. XCVI. 1. 19.
unkeusch, die; = Unkeuschheit. CV. 2. 10.
unmare, = nichtig, gleichgültig. XCY. 5. 4..
anmässltch, =: unmässig. CYI. 4. 12.
ttnmue»s, der; = Unruhe, rastloses Hin- und Hertreiben, Vielge-
schfiftigkeit mit lautem Wesen. LXXVI. 1. 17. Noch lebend im
Yolksmunde: ;^was das für ein Unmuess ist,^^ von einem Men-
schen, der nie ruht. Aus dem ahd. unmuoz = Ruhelosigkeit.
unnutz, = unbrauchbar. XXXIX. 1. 20.
unraine, = auf unreine, treulose Art. LXXXVI. 2. 18.
unrueb, die; == Unruhe. LXXXVI. 1. Iß.
unr neben, Zeilw. = in Unruhe versetzen. LXXXVII. 2. 9.
unrubtn, die; = Quälerin, Plagegeist. LXXXVI. 1. 9.
ansuesse, Adv. = unsanft.
untasche, Adj. = verständig klug. VII. 3. 6. Im Volksmunde noch
taschet = einfältig.
anterschaid, die; =:. Unterscheidung, ^^mit solcher unterschaid.^^
VII. 1. 9.
untersidn, Zeitw. = hindern.
tinterweysen, Zeitw. schw. = Part, unterweyset. XVIII. 3. 4.
unval, der; =Ä Unglück. CXVIL 3. 8.
unverbo^ffen, = unverworfen, nicht entfremdet. LXX. 3. 8.
ünverfancklfch, = wirkungslos. II. 5. 31.
unvergessen, = nichts vergessend. XXXVII. 4. 3.
unveriert, = unverfehlt. XXI. 4. 9.
nn verheizt, ss unverletzt, unverfolgt. LXIX, 2; 9.
29
450
unverkart, = anverkehrt. XLIII. 5.
unvermainet, = unbemerkt. LXX^ 2. 12«
unverporgen, = p^ms vnverporgeo.^^ ohne dains er'9 Yerhlrgl.
XXIII. 4. 4.
unversait, ss unversagt. XYIII. 5. 3.
nnverscheutzt, «= unverhöhnt, tadellos,
unver schroten"^, ass unverfehlt, fehllos.
ttnvefsmacht, ss nnverschmftht. LXIX. 1. 7.
unverspart, = nicht versagt, in Fülle. XXYIII. 1, 13.
unverzigen, = unbenommen mit. der 2. Endung. ;^$oleber mi^.^^
XII. 3. 20.
unzalfch, = unzählig. CYII. 2. 1.
unzbeyfeltchen, = Adv. ohne Zweifel. LVL 1. 14.
upkacht, = Naturlaut eines Füllens. XLI. 54.
upp, s= auf, niederdeutsch. XL. 1. 16.
ur, die; = Stunde. ;^fur tausent ur.^^ XLII. 3. 6.
urdrutz,= überdrüssig mit dem Genitiv der Sache. XXXIX. 1. Zi — 23.
urfech, die; =?5 eidlich verbriefte Einigung zweier Feinde. XIU. 13. 9.
Urlaub, urlob, der; = Abschied. ;^urIob ^^b ieh wee.^^ yerab*-
schiede es. LXXYI. 3. 28.
urss, = Ursus, Name eines Heiligen. CXIPI. 294.
urss, die; = Ursula, n<}ch im Yolksmunde. CX^H. 10. 5.
urtail, die; = ürtheil. XXYI. 311.
ut, = das lateinische ut, wie. XC.l. 13.
^'
vado, = lat. vado, ich gehe. LYII. 1. 8.
y ft ch , das.; = Fach, Behältniss. ;^in meins bertzeji vftch.^^ LXXYDS« 97.
vAhen, Zeitw. = fahen, fangen. ;;da^ tut wich senllch vfthen/^ Dümml
mich in Liebesschmerz gefangen. LXYIII. 2« 10,^ ;>df^selb mich
vacht.^^ YI. 194. Im Auslaut und bei EojDSonanteQa^w^öhsi wui
h zu i^h. MT. vachen, vocben.
vail, Beiw. = feU. XXIIL 3. 14.
vaist, Beiw. ass feist. XYIII. 4. 6. .
val, der, Plur. valle, «b F«m, 1, ^as F^ttwVi fii»»«!l 9/tfW9^Wn
physisch. IL i. 25. 2. Fall, moralisch im tieschleehtssdine. ;^
aFgen val.^^ eclat. XXIX. 2. 19. 3. Abfall, Senkung. L. 2. 2.
4. Ausgang, Ergebniss. ;^as recht hftt p&en val/^ XXYI. 401.
5. da$ Eintreffen auf einen gewissen Tag. ^^hans macht va) con-
* stantini.^^ Kalendeiregel. CXXIIL 1. 8. 6. Gunst. ;>geliiokes val
haben.'« VIII. 1. 6.
▼al, vblb, Beiw. =s falb, fuscus. XXXI. 4. 27. I. 1. 17.
▼alen, Zeitw. ess betrügen, ansetzen, mit dem Dativ, »dir hftt geralt
der alte glatz.'^ VI. 131.
TaUr, CSS Valerius, Heiliger, verehrt am 18. April. GXXI.v 108.
Talck, der; es FalKb. XIII. 9. 5.
valcken kel, die; = Falkenkehle. Wohl im Betreff der Schönheit
und Zierlichkeit des Halses. LXVII. 2. 7.
valkentertz,. das; es junger Falke, an's Liebchen, wie Hindin im
hohen Liede. XXXVII. 1. 4.
Valien, fallen, Zeitw. ss wie hochd. Imp. viel. Part« gevallen,
gefallen. Präs. Conj. ;^as er velle.^« IX. 4. 2. VI. 107. ;^i
gefallen hksXM CXVl. 1. 3.
▼ fli seh, Beiw. Ndienw» ss unriciitig, unwahr. LI. 2. 10. 17.
Tal seh, der; SS Falschheit, Tttcke. ^^und ist es valsch genennet.^^
XX. 2. 4. 12. ;^einen valsch erzaigen.^/ VI. 61.
valschleich, valscblich, Beiw. Nebenw. as unrichtig, unwab*,
tückisch. CVII. 2. 7. CVI. 9. 13.
vals6t, Plur. vals^ten, es gezwungener Hochton ausser dem Um-
fange der nattirlichen Stimme, ^^vals^ten grds.^^ XIX. 2. 10.
valt, Beiw. = ;>auf rossen gros und valt.^^ II, 2. 4.
T»ltein, voltein, sx Valentin. GXXI. 45, Sein Festtag fftltt aif
den 14. Hornung.
van, der; =b Fahne. ;^er 6ren van.^^ Jungfrauschaft in den Augen
der Welt. XCVI. 2. 15. D(is hochd. Fahtfe kennt MT. nicht,
faag, Geschlecht ungewiss, =b Das-sich-annehmen , das Auffangen
beim Fdle, das uater die Arme greifen. ;;mit deiner hilffe faiig.<^
CXVL 2. 14.
vtingen, Zeitw. st. fss fassen. ;>sy viengen steh ziisammen.^ XXVII.
3. 25. '
Y»sekft«8S, die; m CreAHgensahaft, Kerker. XIII. 14. 2.
29«
varb, die; sss Farbe. I. 1, 17.
varen, faren, Zeitw. st. =? hochd. fahren. 1. auslaufen, navigare.
XXVIII. 1. 1.^ 2. sterben, abscheiden. CIX. 7. 9. In Passeier
allgemein fahren, gut, übel. 3. rennen. XCI. 3. H. Präs. 3. P.
yert. Imp. für. Part, gevaren, gefaren.
vart, die; = Fahrt.. 1. Meerfahrt. XXVIII. 1. H. 2. das dem Wilde
nachlaufen auf der Jagd. XLIII. 20. Daher MT. wilde Fahrt ==
wilde Jagd, Erzlärm. Vergl. faran=ire und farjan= yehere.
goth. Grimm. II. 9.
vasy das; =^ 1. dolium. I. 2. 18. 2. Scheide, ^^des degens vas>^
CIV. 2. 6. 3. Schlund. ;;Iäs uns nit der hdle vas.^^ XCVIIL 3. 4.
Letzteres könnte auch Kralle gedeutet werden. MT. kennt die
vas = Angriffspunkt, ansa, offenbar Inf. von fassen, mit apo-
kopirtem en. Daher die Redensart ;>vas haben.^^
vasenacht, vasnacht, die; = Fasching. XLIX. 3. 1. XLIX. 1.1.
vast, Nebenw. = stark, sehr,, fest.
vast, die; = Fasten, Faste. CV. 2. 3.
vater, vatter, der ;= Vater. ;>gaisllich vaterA Priester. XXVI, 155.
V echten, Zeitw. st. = 1. streiten, rixari. XXIII. 3. 12. 2. käm-
pfen, pugnare. CXV. 5. 16. Uneigentlich: ;;mein hertz in jämer
vicht.^^ XLII. 2, 1. .Präs. vi cht.
ycder^ die; = Feder, auch Schreibfeder. XVIII. 1. 4. IV. 2. 25.
vegen, Zeitw. schw. = angehen schuldbetreibend. ;^der wiert vegt
mich tag und nacht.^^ LX. 2. 3.
vein, Beiw. Nebenw. s=: freundlich, gefällig, angenehm. HT. XII.
3. 11.
teint, der, Plur. veint, = Feind. XCVII. 1. 19. althd. fl«n ss
pdisse. Part, fiant.
veintlfch, Beiw. Nebenw. ^ feindlich. XVIII. 8. 4«
veyr, s=5 schlechte Schreibart statt feuer, ignis. XLI. 72.
veyren, Zeitw. = müssig, unthätig seyn. XLI. 70.
veitt, veitlinüs, = Heiliger, Vitus, volklich Veit, gefeiert am 15.
Juni. Die zweite Form entsprang aus der Diminution veidein,
velüin, und. ward barbarisch latinisirt. CXXIII.3. 1.1. GXXI. 166.
vel, SS lat. vel, oder. LVII. 1. 8.
yeld, das; s:? hochd. Feld. 1. PlaU) Ebene. V. 2« 11. 2. begrftnite.
4&ä
Ausdehnung^, ^^n ainem runden veld.^^ Gesichtsscheibe. LV. 1. 2.
3. ;^das, obere, unlere veld.^^ bei GreifTenstein , die zwei einzig
möglichen Angriffsräume, wo Heer und Geschütz aufgestellt wurde.
X. 3. 2.
vellen/Zeitw.ss zum Fall bringen, in's Unglück, fangen z.B. Vögel.
vels, velss, der; = Fels. • ;jübern vels.^^ LXXI. 2. 4. ^^velss gc-
recht.^^ XIV. 2. 19.
yelschen, Zeitw. =s fälschen. ;?die luft.^^ flatus emittere. XIII. 7. 7.
yenedig, = Venedig. XCV. 4. 2.
venie, die; = Kniebeugung. ;>auf knye venieii fallen.^^ supplicare.
CXII. 3. 10.
renite, = lat. venite, kommt! spasshaft-cynischer Antrag der Lust-
belehrenden an die Knechte. XLV. 26.
rensterpret das; = Fensterlade. XXVII. 2. 7.
vesen, der; = MT. leichte Spreu, alles Dünne, Fadenartige, Ge-*-
wichtlose, Stückhaftlosgeschälte. Daher Wenigkeit, kleinste Klei-
nigkeit. ;>der neithart Hess aim nit ain vesen.^^ gar nichts. €XVI.
3. 7. Zur Verstärkung der Negation. ;>als klain nur umb ain
vesen.^^ auch nur allerwenigst. XXII. 3. 7. MT. abvesen =s
- kleinweise enthülsen, ausvesen, ebenfalls in der Bedeutung ;^a
yesele.^^ eigentlich und uneigentlich dünnes Hülsenfragment, und
sehr wenig. ;;a vetzele, vitzele.^^ sehr wenig, vislen, vitzlen. er-
steres enthülsen, Fragmente minutim machen ; das zweite minutim
dissecare, gehört vielleicht auch hieher. vesen = Spelz, Dinkel
ist meines Wissens in Südtirol unbekannt.
verjehen, Zeitw. st. = eingestehen, zusagen. Präs. ich vergich.
Imp. verjagh, korrupte Schreibart statt verj ach. LXXXVI. 5. 2.
XXVII. 1. 11. Zu ja, ajo U.S.W.
verk äffen, Zeitw. ssvergaff'en, fehlschauen. IX. 1.4. Such. Schmel-
Jer Art. kapfen.
verk^ren, Zeitw. = 1. ändern, besonders reziprok. VI. 145. 2. Irans,
ändern zum Bessern. ;>das laid verkÄren.^^ LVIII. 1.-5. I. 4. 1.
CXVI. 5. 14.
verklagen, Zeitw. =1)eklagen. CVIII. 1. 8.
Verklenen, ZeitW; =s vergessen, abthun. ;>wes sieh diö jugent hftt
gebent, das alter sich darnftch viersenl, und wirt gar hart ver-
1
\
454
klenU^ KT. kl an, kUnen sa Flüssiges, Weiches v^setteln,'
verstreichen an andere Gegenstände, verkiftn, verklftnen as
verzetteln , klein weise verlieren , verschleppen , verziehen. XXII.
3. 14.
yerkronen, ZeitV. =s krönen, kränzen. XCV. 3. 2. VI. 192.
verkrumben, Zeitw. = kramm werden. CXVIII. 4. 8.
verkünden, Zeitw. = hochd. bekanntmachen, verkunt = pronunciat.
yerkupeln, Zeitw. s= durch Kuppeln' verbringen. MT. ;9niein zeit«^
XXXI. 1. 29.
yerlaitten, Zeitw. = verleiten. CXV. 5. 7.
verlaufen, sich, Zeitw. = sich verrennen, verirren. XXVI. 79.
verlaugnen,. Zeitw. =s verläugnen, mit dem Genitiv des Gegenstaa-
des. Alte Form verlaugndt, 3. P. S. Präs. Grimm. I. 957. CYI.
6. 11. CVII. 2. 22.
verlegen, Zeitw. =s 1^ reziprok. ;^darnmb verlait sich mang guter
gesell in abgrundt der hell.^^XXVI. 53. 2. trans. aufhalten. ;^en
zins.^^ XCIII. 1. 4.
verleiben, Zeitw. =3 verleihen, geben. Imp. verlech. Part, ver-
üben.
verleuchten, Zeitw. ass beleuchten, glänzend machen. Part, ver-
leucht. LV. 1. 1. ;>ir verleuchter dieb.^^ offenkundiger. XXXIX.
2. 12.
verliegen, Zeitw. st. ss verliegen, unbrauchbar, ungehkräfUg wer-
den. Imp. CoDJ. verlege. XIII. 1. 2.
Verliesen, verlieren, Zeitw. st. =s= verlieren. Imp. verlos, ver-
lur, verluren. Coaj. verlur. Part, verloren* XCV. 1. 14.
XCIX. ^2. 9. CYI. 1. 3. Die nl. nd. Form verluren statt ver-
lieren. LXXX. 2. 3.
yermaynen, Zeitw. t=: beflecken, behexen, bezaubern, ^^aa vermay-
nen.^^ LH. 3. 15. MT. vermoanen, vermoant. Die Vermoan
s=ä* aus Behexung angeflogene Viehkrankheit,' wobei der Grund im
Dunkeln; wohl auch bei Menschen. Vergl. mhd. mein ste nefas.
.
vermalen, Zeitw. = tlber- durch- bemahlen. LXXXIX.2. 12. ;>rOt,
weis vermftlt.^^
vermanen, Zeitw. sa anweisen, verpflichten. ;^dem fcaiser wir sein
vemanl.^^ CYI. 9. 6.
TCirift^ideii) Zeitw. s^wieh6ohd. Imp. itiid, mit, mitt. Pleirt. iret^
mitea. VH. 2. 8.
Temdreii, Zeitw. s= totrauen, verbitiden. *>dfe meinem hert^en ht
verm^rt/^ von der Geitebtesten. LXXXIX. 2. 3. Gehört wohl nicht
aa Termaren =rs bekannt, bertifamt machen.
Termuffen, Zeitw. =ss zerbrechen, zerreiben. ;>die rigd u<id tenn/^
GXVI. 3.7 — 8. engl, muffle, unsichtbar machen! griech. apavtith}.
▼ ernageln. Zeitig. =5 annageln.
fernemen, Zeitw. st. = vernehmen. ;?ich vernym.^^ XII. 2. 20.
^^▼ernemlH.^^ XXIV. 6. 1. ;,vernomen.^^ XXVIII. 3. 15.
y er neuen, Zeitw« ssi erneuen. ;9Terneuet wird mein hertz.<fLiy.2. 6.
vernichten, Zeitw. =r herabsetzen. XYII. 5. 24. ^^rernicht.^^
vernufft, vernuft, vernunfft, vernttnft,' die; = Vertiünft, *
Einsicht. ;9gut TemuSTt.^^ XII. 1. 14. ^^nftch welischer YcmUft.^
jure decretalium erUntertes Recht (vortragen),
▼«rbaisen, Zeitw. tss zerpeissen. tll. 3. 30. An vei*waisen ist
kaum zu denken.
Forpauen, Zeitw. s&s durch Bau abschliesseA, abwehren. ;^ie veint^^^
C. 3. 19.
T^rphenden, Zeitw. ss zum Pfände geben, einsetzen, verursac^hto.
y^ex Verla umder verphendet Ungemach .^^ XXXVI. 6. 9.
T^rpflichten, Zeitw. =s gewöhnen, üben. }^u jedem hat sy sieh
verpflicht.^^ XL VIII. 1. 5.
verpleichen, Zeitw. aableidi werden. Part, verplichen. LXXXIX.
2. 7.
v^rpörgeitltch, verborgenltch, Beiw. Nebenw.- »= verbctfM.
Eigenes Adv. verborgenltchen. XIIL 6. 4.
v^lrprangen, Zeitw. 8=s >>merck, wie pald wertliche lieb verpi^nget
hal.^ vwblflht. CIX. 4. 2.
verquenten, Zeitw. &=s verschwenden. >>wa8 sol man di^aii ve^uen-
ten.<< XXXI. 4. 89.
▼^raineji, Zeitw. s=a vereinen, aussöhnen. VI. 46.
verbannen, Zeitw. =: wie hd. Part, verbant. XCV. 4. 11.
werben, Zeitw. <=» fflrben. XXKV. 2. 3.
verbrausen, Zeitw. = ;>der streit hat sieh verbrausel.^^ deftJrbuit.
XXXI. 4. 83.
456
yerd, vert^ es anno elapso MT. ^>ich wer ir hewr ab verd/^ Sprfleli-'
wörtlich so viel als: gleichgültig, unausgezeichnet, V. 4. 11.
yerdagen, Zeitw. = verschweigen, Stamm in taceo. Pari, ver-'
dachet, Reim. XII. 3. 34. LIL 1. 15.
verdamen, Zeitw. = verdammen. XXIIL3. 6. verdambt. b überall
in gieschlossenep Stelle,
verdaren, Zeitw. = dauern, verziehen. XII. 4. 32.
verdecken, Zeitw. halbschw. = wie hd. verdacht. LXXII. 1. 3.
Werdauhen, Zeitw. =a verdrücken, unrecht drücken. ;7mein greiffen
verdauch.^^ tangendo pecco. CV. 5. 3. h in ch nach der Regel,
yerdencken, Zeitw. == fehldenken, arges andenken, mit dem Acc<
der Person. XXIX. 2. 21. LI. 2. 17.
verdeuen, Zeitw. =5 verdauen. VIII. 1. 2.
verdiecht, Part. =s unterdrückt, oppressus. Vergl. farduhit bei
Schmeller I. 361. Das Zeitwort di eben bleibt unbelegt, gehört
aber wahrscheinlich zu d au he n. Ist vielleicht an's engl, dig =:
to pierce with a sharp point^ und an's griech. 5iy(ii> ^z berühren,
• tupfen zu denken ? Der Sinn der Stelle gewänne dadurch die deut-^
liebste Aufklärung: mit dem Schnabel zerhackt. XYIII. 2. 7.
yerdolen, Zeitw. =ss durchdulden in Leid, ^^seine zeit.^^ GVI. 2. 5;
verdoren, Zeitw. = verdorren. Part, verdort. XCVL 1. 4. MT.
vqrdurnen, Zeitw. = mitDornen umhegen, ertödten, ersticken, ^^die
gans.^^ das Sinnliche am Menschen. CXVIII. 3. 10.
verdrän, verdräen, sich, Zeitw. = contrafarsi, sich verzerren.
CXVIII. 5. 16.
verdries, verdriss WH. = Verdruss. CXVIIL4. 17. CXXIL4.2.
verdriessen, Zeitw. st. = verdriessen. ^^der zeit mich nit verdrös.^^
LV. 1. 9. Inf. verdriessen, das; =s- Verdruss. CXVI. 4. 12.
verdrössen, Beiw. == ;^ö nacht, ewr zeit ist gar verdrössen,^^ ver-
driesslich, langweilig. CXIV. 3. 8.
verdrucken, Zeitw. :?= in sich drucken, nicht kundgeben. ;;die klag.^
XXXII. 1. 14. ;,sich von der posen.werlt.^^ XC. 2. la. ztirück-r
ziehen,
vereilenden, Zeitw. = elend, armselig werden, verkümmern. Part.
verellend. XXXVI. 1. 7.
verferren, Zeitw. ss entfernen. ;^sich.<^ XIII. 3. 8.
«7
yerfliegeii) Zeitw. ss hinwegfliegen, »die vogelein verlUegen.^JCTI/
1. 17. ;9sioh verfliegen in der hewt.^^ sich im Geiste und Thanr
vom rechten Masse entfernen. CV. 5. 11.
verfraveln, Zeitw. = verthun, sflndhaft vergeuden. CXII. 1. 9.
rerg, der; =s Gerichtsperson, die gemeine Amtsdienste versieht, vor-««
ladet u. s. w. XXVI. 35. Uneigentlich : ;>des tödes verge.^^ Die
sonstige Bedeutung Flährmann ist im Worte ganz unftihlbar^
ohne dass an- einen anderen Stamm desshalb zu denken ist.
vergftn, verg^n, Zeitw. st. = 1. schwinden. ;>das aug.^^ V. 2. 5.
2. sich verg^n sss äussern, darlegen. LXXI. 1. 19. 3. vorüber^«»
gehen. LXVII. 2. 9.
vergelten, vergelden, Zeitw. ss wie hd. Imp. vergalt, ver-^
guld, vergult. XIII. 5. 2.
vergernen, Zeitw. =s in's Garn bringen, fangen. XLVI. 1. 32.
vergessen, Zeitw. = wie hd. Präs. ich vergiss, vergis. Imp.
vergas, vergass. Part, vergessen. Imperat. vergis. LVI.
3. 1. V. 1. 13.
vergiften, Zeitw. =s vergiften. Unei^entlich : Christus ;^in der hell
den teufel s6r vergift.^^ C. 1. 16.
verglantzen,' v.erglantzen, Zeitw. =s beglänzen, verklären. L.
1. 8. ;^das angesicht.^^ XXX. 3. 5.
vergnen, Zeitw. = fangen. X. 7. 4.
vergriessen, vergreussen, Zeitw. s=s ausstreuen, ttberregnen.
XXIV. 5. 11. C. 2. 18. Vergl. grauss =s Korn, bei Wigalois grüz.
vergrymmen, Zeitw. = das Angesicht zu Grimassen verzerren.
CVI. 9. 9.
verhagen, Zeitw. s=5 verzäunen, absperren. . Uneigentl. ;?das recht.^
• XXVI. 31. .
verhallen, Zeitw. = ganz heilen. MT. zuhoalen. LXXVI. 3. 5.
LIV. 1. 5.
verhaissen, Zeitw. =s verheissen. LXI. 2. 1.
verhandeln, Zeitw. =s einig werden, sich abfinden, ^^wo zway an
ainem schonen raig verhandelt h&n.^^ LXXXIV. 1. B.
verhangen, Zeitw. ssUmhängen. Part, verhangen. ;>mit verhangen
läub.^^ XXX. 1. 40. VI. 159. hangen bleiben. ;^aus verhangen
roBt.«^ XLIII. 11.
n
«8
verbauen vZevtw. sss venTHndea. >9den tevfri.^ C. 3» 19.
▼erheien, Zeilw. s=3 HT. verkeyen, verwerfen, v^rschtttten« fal-
len lassen. IX. i. 5.'
▼erheiligen) Zeitw. =±: heiligen. GVII. 3. 2.
▼erhelen, Zeitw. =bs nicht miuheilen, ▼«'hehlen. Prfis., ich verhil.
XLIL i. 16.
▼erhengen, Zeitw. = gewähren, bescheiden, ^^ain senllch schinden.^
CXVI. 3. 13. ^geschehen lassen. ;^wander.^^ CXVII. 3. 6. aber*
hanpt zulassen. CVI. 6. 2.
▼erhonen, Zeitw. = verhunzen, ▼erachten. ;>an ir ist nicht ▼erho-
net.<^ XCV. 2. 4.
▼erhorchen, Zeitw. == überhören, nicht achten. XXYI. 30.
▼erhören, Zeitw. r= anhören. XXXYI. 1. 5. ^^geschrifft ▼eiiioren.^^
lectionibus de saclra scriptura adesse. XXVI. 277.
▼erhurnen, Zeitw. = behornen, mit Hörn umlegen. XVIII. 3. 6.
▼erirren, ▼eryerren, Zeitw. = ▼erwirrt machen. XIX. 2. 7.
▼ err, verre, Beiw. Neben w. =s spät, weit, langhinaus dauernd. ^^la
ferren tagen.^^ CXVI. 4. 4. ;^ls ▼err.^^ in so fem. XXVI. 28.
XVIII. 5. 4.
▼erreiten, Zeitw. ss darüber hinaus kommen, zu Ende gelangen.
XIjII. 14. 10. mit dem Acc. der Sache,
▼errencken, Zeitw. = das Liebesspiel treiben, lusu ▼enereo imtare^
mit dem Acc. der Person. LXXVIII. 2. 18.
▼errdren, Zeitw. =cs ▼ergiessen. ;4)Iut>^ GVII. 5. 6.
▼erreuhen, Zeitw. =3 reziprok, rauh werden^ sich belauben. LXXI.1* 5»
▼erriglen, Zeitw. = ▼erschliessen. ;^n mein gewalt.^< XIII. 1. 10.
▼errichten, Zeitw. s=; i! befri^igen, ▼ereinen, abthun zuip guten
Ziele. VI. 115. 2. umstellen, ▼erlegen. ;^mit latzen.^^ GVnii 4.9.
▼errimpffen, Zeitw. aes Verziehen, ▼erzerren. IV. 2. 12. algs/rim«»
pan. mittlhd. rimpfen. Grimm. II. 33.
▼errltch, = weitfort, in die Feme. CVI. 1. 8.
▼erroten, Zeitw. ss röthen. GVII. 3. 16.
▼errucken, Zeitw. «a ▼errücken. MT. LXXVII. 3. 19.
▼ersagen, Zeitw. ss wie hd. Part, ▼eraaigt: naigt. XXVL 3&5.
trersaumen, Zeitw. ss^ersüumen. Eintritt \ork b an di^lVortd nach
der Regel. GVUI. 4. 17,
rers oberen, Zeitw. sb 1« trans, abselineMefl) ftMiaueti, veilelzen.
2. reziprok, sich ver schere ns=: übergehen) sich begeben, sich
wohin verlieren. XLIV. 1. 9 — H. V. 1. 7. ParT. verschart.
verscheuhen, Zeitw. = Scheu empfinden. LXXI. 1. 11.
veritchiebeB, Zeitw. s=!s verstopfen, zuhalten. ;>die ören.^ Xllh
10. 6.
Tersöhiessen, Zeitw. st. as sich in schneller Bewegung irren, teil'»
schiessen. VII. 2. 1. moralisch: sündigen. XXXI. 2. 29.
ferschreiben, Zeitw. st. s=r;^ainem nach verschreiben.^^ ihn sehrifl«
lieh vorfordern,
verschrencken, Zekw. =s: 1. durch Schranken abhalten, v^en giff-
tigkltchen wurm.^^ CXIX. 2. 22. 2. verscbrenken , yerwichelii.
XII. 2. 10. auch obscön.
ferschrdten, Zeitw. = 1. abhauen. ^Hlen nack.^^ XIII. 5.4. 2.ver-
, lieren , im Wettkampfe. XXXI. 3. 2. überhaupt. >^dein huld.<^
XCIX. 1. 14.
fers chul den, Zeitw. := verdienen im guten Sinne. XXXIV. 3. 13.
Terscharen, Zeitw. ss verbrennen, ^^lie augen.^ XV. 1. 1.
yersenden, Zeitw. = ver- wegschicken. CX. 3. 5. Part, versundt.
Yersenen, sich, Zeitw. ss sehnen. XXII. 3. 13.
vers^r^n, Zeitw. ss verwunden, kränken, ^^mein hertz ist verstrt;^^
LIV. 1. 1.
ferset zen, Zeitw. =5 absperren, abwel\ren. ;^s taifels ger.^^ XCVI.
3. 22.
«
ters itzen, Zeitw. st. ss versäumen. ;?die schrenck.^^ lusum veile»
reum. LXXIX. 3. 4.
fersl äffen, Beiw. sst zum übermässigen SaUafe geneigt mächeai.
XXXIV. 1. 12.
ferslauchen, Zeitw. = verzerren, verbrauchen, essen. CXVII. 6.6.
versleissen, Zeitw. s» abnutzen, verbrauche«. CXVIII. 1. 2.
fersefaliohken, Zeitw. =ss verschlingen. XX. 2. 18.
fersliessen, Zeitw. = versehliessen, verbergen. VII. 1. 7.-
ferslinden, Zeitw. =: verschlingen. Part, verslunden. XXIV. 3.8.
varamäheii, Z^itw* = verdriessen, wehthan. ;>das gunt in s6r var-
smähen.^^ CVI. 7. 10. LXVIII. 1. 12. MT. verschmachen , das a
8S9 9« de^ Friotosüd , 6 d«r Italiener, versehjni^cheriisoh, ge-*
400
* neigt sich alles im bösen Sinne zu Herzen gehen zn lassen, h in
ch nach der Regel,
versmähen, versmahen, Zeitw. = verschmähen. LXVIL 4. 11.
CXXI. 112.
versmiden, Zeitw. = anschmieden, einschmieden. Part, versmitt.
CX. 3. 6.
Tersmiegen, sich, Zeitw. = sich zusammendrücken, biegen. XXX. 1. 9.
versneiden, Zeitw. = abhauen. Part, versnait. XXYI. 150.
versnorpffen, Part. = erpicht auf etwas, versessen. HT. LXX. 3.3.
versnuren, Zeitw. = zuschnüren. XIII. 6. 4.
«
Ter s ort t, Part, s hrüppelHaft. LXX. 3. 4.
versprächen, Zeitw. = einem Gehör geben, mit dem Acc. der
Person. XII. 3. 12.
verstän, verstau, Zeitw. = verstehen. XXII. 4. 21. XXVI. 23.
;>verstän,^^ Reim statt verstehe,
verstamen, Zeitw. = verstopfen, verstemmen^ verkeilen. LV. 2. 7.
' Part, verstampt.
versternen, Zeitw. = besternen. ;>wann sich die nacht verstemet.^ ^
XIII. 3. 10.
verstreckep, Zeitw. = Part, verstrecket, versehen, begabt. Ein
Jagdwort z. B. von den Hörnern des Hirsches. Er verstrecket,
wenn ihm neue Hörner wachsen. XXXIY. 2. 16.
verstreuen, Zeitw. =ss zerstreuen, theilen. ^^n offenbars verstreaen.^^
Gescbiedenseyn.
-versudern, Zeitw. ss versieden, verdampfen lassen' im Sude. II. 4.
29. Uneigentlich : ;^die lieb^^ vernichten,
versanden, Zeitw. =s versündigen. HT. CVIII. 1. 15.
versweigen, Zeitw. = wie hd. verschweigen. Part, verswigen.
XXIX. 2. 29.
versbellen, Zeitw. = verschwellen, anfhalten. XIII. 7. 9.
vertragen, Zeitw. =x; 1. behandeln. ;^mein vater vertragen hab mit
uberlast.^^ CV. 1.12. 2. dulden, aushalten. ;^vertraist<^ = ver-
tagst. XX. 1. 8. XXIII. 2. 8.
vertreib, die; =s Vertreiben, Vertreibung. ;^mit langer weil verlreib.^^
IV. 3. 4. ;9meins hertzen laid vertreib. ^^
Teririfen, 2eitw. « vertreiben, ^^ast.^^ LXXXl^II. 3; 49r
rertusen, Zeftw, ss enlschlummeni, stille, stumpf, unwirksam wer-
den. LXXIII. 1. 6. CXIX. 2. 20. Part, vertusst, tusen, to-
sen MT. = schlummern.
Tcrurtailen, Zeitw. £= verurtheilen. ;>in etwas.^^ LXXXIIL 2. 8.
vervangen, Zeitw. st. = Erfassen, vervieng. V. 2. 6.
verbegen, sich, Zeitw. c= sich entschlagen, dran wagen, etwas.
;>ich verbage mich zbair oehsen.^^ LXVII. 2. 10.
verwegenlich, verbegenllch, Beiw. Nebenw. = vcnvegen. Adv.
eigene Form, verbegenltchen. XXXI. 2. 21.
Terwelben, verbelben, Zeitw. =s wölben. ;^der sitz rund yerbelbt.<<
LXXXIX. 3. 2.
verbunden, Zeitw. =: verwunden. CVII. 3. 21,
verwunt, Part, von verwunnen, = wonnevoll, in Wonne schwim-
mend. LXXVI. 1. 30. XXVII. 2. 19. '
verzagen, Zeitw. = wie hd. ;^ftn verzagen.^^ unverzagt. LH. 1. 14*
verzechen, Zeitw. =s mit dem Acc. der Person, freihalten in d^
Zeche. XXII. 5. 22.
verzeunen, Zeitw. == ;^ie lucken.^^ schliessen, obscön, bedecken
post concub. LXIV. 3. 2.
verzinsen, Zeitw. =' gewähren. XXXIII. 3. 30.
verzttcken, Zeitw. = 1. hinwegnehmen. ;>meintrauren.^^XLIV. 3.6»
2. ausser sich bringen, vor Schmerz, CVII. 5. 25. 3. vor Freude,
in extasin rapere. LXXXVIII. 3. 4.
verzbicken, Zeitw. = arg zwicken. CVI. 11. 3..
' V i c^h , . V i c h t , das ; = Vieh, Thier. ;^ain yedes vicht.^^ XXIX. 2. 12»
^^as klaine vich.^^ kleine Gevögel. XLI. 21. «Schafe. LXXVII. 2. 20«
vier, = vier. ;;auf allen vieren.^^ kriechend. LXXI. 1. 10«
vierd, der, =s quartus. XXIII. 2. 13.
fieren, Part, gefiert, = zu Vieren. XXXIII. 2. 22.
vierst, der; = Fürst. XIII. 9. 9.
vierzehen, vierzön, = luerzehn. I. 1. 13. XIV. 2. 17.
viertausent, == viertausend. VII, 3. 9.'
viegga baniada^? LXXXVI. 4. 5. ungerische Anrede.
viess? == ;>dem geraden viess ainen widerdries^^ biethen. XVI. 2. 6.
Ein hoher Ungenannter.
vil, Beiw. Nebenw. a vid. 1^. Suhft, mit der 2. £!. ;>vil kund»ers/f
XXXVI. 3. 3. 2. steigerlich. ;^ie vil twi^M XXXYIL 9. i.
;^vil schir/^ baldigst. XXXIX. 2. 36.
▼il leicht, = vielleicht. LH. 3. 10.
▼illen, Zeitw. s=r die Hanl abfegen, glfttten. lY. 3. 17. Vergl.
Grimm. II. 57.
tIb, =s: fein, im Reim. XV. 2. 11.
vincentz, 4. E. vincentzen, ss Heiliger, verehrt am 22. Jinner.
CXXI. 22. CXXIII. 1. 6.
vinctL, der; s=s Fink. XL. 1. 20. •
vinden, finden, Zeitw. ss finden. ;^ü vindst.^' XXXIX. 2. 18.
Imp. vand. Part, funden, gefunden. I. 3. 11.
' vi n Stern, Zeitw. s=s finster werden, seyn. ;;es vinslert.^^ CIX. 1.8.
Tiol, die; =r Veilchen. XLIV. 1. 20.
V i 0 1 s p r a n t z , der ; ss Farbenschmelz der Veilchenbltithe. XXXV. 2. 24.
virgtl, sr Heiliger, v^ehrt am 26. Sept. CXXI. 269.
visament, das; = Bildung, Modelirung, Zier, Sch(Hiheit. Blgeadick
der Wappenkunde entlehnt, wo es die Eintheilung, Ordnug, Bil-
dung eines Wappenschildes bedeutet. XXXIV. 1. 3.
vischen, Zeitw. = piscari. CXXI. 333.
vitalis, SS Heiligenname. CXXIII. 2. 14.
vltztnmb, mittlat. Vicedominus, Statthalter eines regierenden Hemii
oberster Vorstand eines Gerichtshofes, franz. vidame. XXVI. 35.
vogel, Plur. vogel, = Vogel.
vögeln, Zeitw. ss V5gel fangen, obscto zwddeutelnd. LXXI. 3. 1.
vogeleyn, vogltn, das; s» Vögelein.
vei», S3 franz. vous.* ihr, euch. LVII. 1. 12.
vol, =! voll, ganz, aus. ;>vol slaffen.^^ XXXIX. 1. 5 — 6.
volbringen, Zeitw. st. ss vollbringen. Imp. Conj. velbricbt.
volenden, Zeitw. ss aasthun. Part, volendet, volendft. XXVfl.
2. 15. .
volkomenlfoh, sr voUkoramen. CVI. 2. 2.
vollaisten, Zeitw. ss in FüUe verhelfen. HT: zuschanzen.
volsingen, Zettw. ss aussingen. yiißs herrn wuAder.<^ XVII. i« 2«
Uneigentlidi : ;^mein haubt Ml volgesiingen.^^ II. 2. 29.
voslocht, Beiw. s= voll Fesen, Fftden. XLIV. 2. 16.
roltlehleii, Zeitw. =» ausdichieB, veBenden durch Cte0«g.
TQUUrffn, ZaitWk s«^ atts^ genug rdbiii»« XCVI. 2. 1. ;4di kan ir
911 volzierea.^^ sie niclil nach Gebtthr loben. XXXVIL 2. 2.
Yon, Prtfpos. s= aus, wegen. ;>yon liebe.<^
Yor, ft= 1. für. XIII. 2. 8. 2. vorn. LH. 2. 3. 3. vorher, frtther.
früher. XLYIIL 3. 8.
voran, Nebenw. bit dem Dativ, ^^voran dem rayen.^^ XCYI. i.5 — 6.
vortanzend,
VQrcht, die, Plurl vorchte, as Furcht. CXVII. 4. 1.
vorchtigklich, = furchtbar. XVIII. 3« 6.
Torchtlich, SS furchtsam, demüthig. CV. 1. 3.
vorder, der, Flur, vordem, sss Vorfahr, Gewüholieh Flur, mqjoiet.
vorder, s= vorig. CXVI. 1. 2.
vorlauff, der; = Vorlftufer. XVIII. 5. 9. vorlouf. Grimm. II. 194.
Yoren, vorn, Zeitw. s=s fahren, weggehen: LXXX. 1. 3.
vorsehen, Zeitw. ss durchsuchen, durchwandern, ffpetg^ aw ud la)
vorsdit das gewild,^^ XXX. 1. 22.
V9r Sprech, der; ss Advokat,, eine integrirende Gerichtspctson des
Mittelidters. XXVI. 36.
vors t er, der; s=: F<örster. HT. XLIII. 29.
wacket, ^; = Kollektiv fttr den Naturlaut der Raben und anderer
VOg[el. ;}ir wacket — im wald erklinget.«^ XLI. 4&
vaQben, bache«, Zeitw. trans. schw. :3b erwachen, eigontl. XXXY.
3. 7« «neigenfl. CIX. 1. 1.
waze nas, die; s=s wächserne Nase. XXVI. 122. ;)das Pacht h*t gar
ain waxe nas.^^
Wichsen, Zeitw« iatFa«s> «t. witehsl es» erescit« XXIL 4. 9.
wachten, Zeitw. intrans. schw, «= wnchen, warten, vrachlaa vigMa.
XXIV. i 1.
• J
bachter, der; c=s Naehtwachter, besonders der, welcher die Lieben-
den aus veratahlener Liebe wadit. XL. 2. 9.
Vj|f!fen„ )>fiffen,. das; st; 1, Schwert. XVUL 8. 4. 2.- eigentüch :
W^Seft! AHirmiriifi ti^W^rigeR: Wohmf, Aus&tfste Wehklage,
We)^ l^fifihfrZlU. >imir nUmt len g ietllck «Bduck mit un-*
464
/hilffllchem yrnSeuM XXXIl. 2. 6. ;>mein haubt das ist beklait mit
baffen/^ XLII. 3. 2. Yergl. mttlhd. wäfen, woraus verkttrzt un-
ser Waffen, und wäfenä.
wag, bag, der; = Woge, Fluth, Meer. ;;mein klag swebt äulF aim
bilden bag.^^ ich klage ohne gehört zu werden. LXXYL 2. 16.
;>recht als der telphin. — 2u wages grundl.^r XLII. 2. H. ;js6r
schrötten in dem wagen. <^ grosses Hin- und Herschiitteln im Meere,
wobei der Anwachs n wegen des Reimes annehmbarer scheipt als
der Gedanke an Wagen, vehiculum. XXVIII. 3. 4. mittlhd. wac.
franz. vague.
wäg 9 bftg, die; = Wagniss, Abenteuern, ;^in ellentltcher yräg,^
XCVIII. 2. 5. , '
wäg, wäge, bäg, die; == Wage, Werkzeug zum Wägen. ;>nü st6t
mein leben krencklfch auff der wäg.^^ ist in Gefahr. CYIII. 3. 6.
pftgen, Zeitw. = wagen. VI. 188.
baggel, das; = Weckchen, Keil, Webeschiffchen. ;^snurrä baggl.^^
Schnurre , geh , Weckchen ! Ein zur Interjektion abgeschwächter
Lockton zum Genüsse sinnlicher Liebe. LVIII. 4. 4. MT. Wögge,
Wegge. •
waglich, als Nebenw. wagltchen, = nach der Wage. '^^messen/^
CVIII. 4. 12.
wahe, wech, bech, Beiw. = schöngeputzt, stolz, aufprahlerisch,
herrlich. ;^yon manger stoltzen franen bech.^^ LXXXII. 2. 3.' ;?&&
tadel wech.^^ LXXXI. 2. 4. ;9eur dinst sein mir zu wahe.^^. XXXVI.
7. 8. althd. wähi. Grimm. I. 727. MT. wach, wach seyn. ;^
bin wach gVesen^^ beichtet das Mädchen im Vintschgau, üppig
und selbstgefällig im Anzüge.
waich, Beiw* =s weich, nicht hart. VI. 78.
waichen, Zeitw. trans. schw. c= weich, geneigt machen. CXIX. 1. 13-
waydman, der; =: Jäger. XLI. 79<
waid, baid, waide, die; = Weide, Grasboden. LXXVII. 1. 9.
Uneigentlich : ;>in seiner fursten waide.^^ III. 3. 20.
waidellch, baidelich, Beiw. = rüstig, stark, brav, zierlich, ge-
^ fällig, ^^waideltche hitz.^^ stark. LXXXIX. 3. 3. ^^ain freulein bai«
, delich.^^ XXXVI. 1.4. Der Begriff rasch in 4er Bewegung, -scheint
dBr'Gnud «Uer übrigen «i seyn. MT« woadle ss hurtig.
465
bainen, Zeitw. =s weinen. CVI. 6. 16.
bainlfch, Beiw. = weinerlich. ;^die bainltch kläg.^^ CYII. 5. i.
wal, im weibl. Reim wale, die; = Wahl. CXIX. 3. 15.
wald, der; = hochd. Wald. Uneigentlich: ;>im wilden wald.^^ Welt-
getriebe. CXIII. 3. 16. XX. 3. 1. Von der Jagd hergenommen,
die, hochbeliebt, die Welt einem grossen Jagdreviere ähneln Hess.
walgen, balgen, = sich wälzen, fortbewegen, rollen. XII. 4. 4.
Imp. bielg. HT. walgen, nie wälzen. ;^5ich wölgen vorLust.^^
von Kindern: ;9im Zimmer herumwalgen.^^
wallen, = 1. gehen überhaupt, auch von leblosen Dingen. ;^ar
snell walt sein gevert.^^ IL 1. 14. 2. wandern, reisen. ;^eiii
wallen.^f XIL 2. 34.
wallgeheder, das; = Wan^erkleid. Von wallen und hader, die, HT.
Plttr. hadern =3 Kleidungsstücke, in bäuerlicher Bescheidenheit.
;^Seitte Hadern zusadimenpacken.^^
walpurg, walpurgk, wolpurg, = Frauenname. Die Heilige d. N.
hat ihr Fest am 25. Februar. CXXI. 56. CXXII. 2. 6. XLI. 78.
waltasar, = Einer der drei Könige, «als Heiliger verehrt, Ehrenhttler
der Fräuleins. XXIX. 3. 23.
walten, halten, Zeitw. st* Im Allgemeinen mächtig seyn. Daher
=5 1. nutzen, geniessen. ;;walt meines leibs.^^ geschlechtssiiinlich.
LXXXVII. 3. 7. 2. handhaben, ausüben. ;>der kaiserlichen recht.^^
XXVl. 276. 3. ertf^eikn. ;9balt unser sind ablasse.^^ XCIX. 1. 12.
wobei doppelter Genitiv. Imp. hielt.
waltzen, Zeitw. = springende Bewegung machen. IX. 5. 1.
wamp, wampe, wampen, der; = Bauch, verächtlich. ;^urch val-.
sehe wamp.^^ aus treuloser Tücke. CVI. 8. 11. Vergl. das ital.
mentire per la gola. althd. wamba. HT. Wamp, Wampen.
Der Wampen heisst dem Volke auch die Haut, worin die gesamm-
ten Eingeweide liegen. >>Wampen putzen.^^
wan, der; = Wahn, die Heinung im guten und schlimmen Sinne.
1. das Heineh, das Haben jeder seelischen Bewegung. ;^aus Zor-
nes wa9.^f XIII. 13. 1. ;,z weifeis wan.^^ LXXVL 2. 10. 2. Das
böse Heinen. ;>anff ainen posen wan.^^ XIV. 1. 14. 3. Das gute
Keinen, Hoffen. ;>auff guten wan harren.^^ XXXVIL 4. 4.
wtnck, wank, wangk, der, Flur, wencke, wenck, waack;ss
30
m
jede Bewegung aus der geraden Richte, hin und her, auf und lA*
1. Das Ausweichen, nicht Stillehaltan. ;^under wenck.^ obscOil*
XXXIII. 1. 24. .LXXVI. 2. 32. 2. Der Schwindel, Scliw«^
tiberhaupt. ;jwann siecht das haubt durch ploden ^anck,^^ XXYI.
209. 3. Das unstäte Hin- und Herschwanken, im ]iaufe, Das
Wild ;>in wangk pringen.^^ aus der Richte, Fassung. 4. motas
irritantes yenerei.
wdnckelhait, die; = Wankelmuth. XVII. 5. 14.
wancken, Zeitw. = gehen schlechtweg.
wandel, d^r; = 1. das Benehmen, besonders das gute. L. 3. 4.
2. Hangel, Defekt« ;>in kainerlay wandeis mail.^^ UPS^YI. 2. 22.
wandern, Zeitw. tran& schw. = gehen. ;^den weg.^^ CVIII, 4. 3.
wanen, wenen, Zeitw. halbschw. = wähnen, glauben, gedenken»
In^p. wJtndt, bond, wont, XIV. 3. \% VI. 163. tV. 2. 8.
XLVIII. 1. 14. .
wann, Part. =9: 1. wann, quando. XLII. 2. 8. XLVII). 1. 14. 2. ur-
sächlicher Uebergang des Satzes, denn, Weil. XVin.^4. 3^.aa5ser,
ausgenommen« CXI» 1. 18. 4. nach dem Comparativ : qIs. CIX.
3. 8.
^trhait, die*; :;;^ Wahrheit. ;;durch w&rhait.<^ in Wahrheit. XXH.
3. io,
wirb äfft, der; 's Wahrhaftigkeit. ;^durch wArhafft,^^ XL !• 20.
wargat^in, Geschlecht ungewiss ^ '^ie? =: Fahrzeug, Brigantine.
I. 2. 21.
bar n er, der; sss bei den provenzalischen Dichtern der Nachtwächter,
der den Tag verkündet, damit alle verstohlen Liebendem zur rech-
ten Zeit aufwachen. XXXIV. 3. 3.
wart, die; s=: 1. Erwartung. CXIX. 1. 10. 2. Spähe, Iraner. ;^n
valsche wart.^^ XXIX. 1. 23. 3. der höchste Jagd^tandyvnkl)
Warte. ,;die höhen wart.^^ XLHI. 26.
wartefl) worten, Zeitw. schw. = warten, mit dem GfinitiT, ^^iVQrt
meiner kunst.^^ XCIV. 3- 13,
wuschen, Zeitw, trans. st. ^ss. hochd. waschen. Imp. wuesph. CVI.
10. 1. wascht, Imperat. Grimm. 933. 4. LXIH. 2. 12,
wasly, wesly, da^j =: Rasen, Wasen, in liebkosßiid^ Dimioillion.
IXXXVIL 1. 13. XXXV, 2. 16.
4fi7
Wissa alal)an<la, c= ilal. bassa oder basfo alla baada, 8chilslaH^
fcuogsaufidrttck vom Steurer an den gemeinen Seemann. XXVIIL
^. 19. Vergl. banda.
waaserburg, =3 Wasserburg, wahrscheinlich das am Bodcnsec
XIII. 3. 9.
wassermus, das; t= Mehlkoch in Wasser gesotten, dem Milek^^
Fleisch- U.S.W. Müsse gegenüber. lY. 1. 13.
basserrunst, runst, Plur. die und der ; es kleine Eintiefnag, Gra-
ben cur Wassersammlung bestimmt, natürlich für das Regenwas'-
ser, künstlich zur Bewässerung^. Kanal , Rinnsal überhaupt. ;^es
mfrren sich die basserrunst.^^ sagt Oswald bei aufsteigenden Wärn»^
dünsten des Frühlings. XC. 1. 6.
wll, die; =s Gewand, Kleidung, nkristeiiltche vräUf C. 3. 16. i^in
engestltcher vfälM Bussgewand. XCVIII. 3. 2. Yergl. LXXVIL
4. aO. Uneigentlich: ;jder vorchte wftt.^^ CVL 4. 7. Das wftt
XCII. 2. 4. gehört zu qudt.
waten, watten, Zeitw. intrans. cs= gehen schleehtweg. ;^aus den
swachen lusten waten. ^^ CXVI. 5. 2. Tl. 124.
witsaek, der; f= Gewaadsack. VI. 220.
wazz, = WH. was? CXXII. 11. 6.
Wechsel, der; = hockd. Wechsel. Insbesondere; Stand* und Gang«*
ort .des Wildes, den es verlüsst und wieder einairaml. Dah^ na«»
eigenllieh : ;^en weehsel paiseD.^< jagen , verfolgen von einem
Siebter, der beidM Partei^ dient. XXVI. 137.
wee, bee, ^s weh. 1. aehmerzlich. ;,käin schaiden tet mir nie sd
bee.^^ LXI. 3. 2. ;;wee heut wol eeM wäre alt, längst gewesen,
vorüber. LXVII. 1. 9. 2. sehnsuchtssdimerzlich, mit dem Geni-*'
' tiv. )y6 wee der lieben geswulst.^^ LH. 2. 6. 8. ant.
weallcb^ ms sehmerzhafl. yM weeltch ach.^^ LXVL 1. 16.
heg, der; = Weg. IV. 1. 3.
wegehafft, =; reisend, fbrtreisead. ^^wegeliafft werden.^^ sich auf
den Weg begeben. XII. 2. 2.
wegen, Z^itw/ st. as? wägen, abschätzen. XII. 2. 27.
weghart, der; s= Landstreicher, Wanderlustiger. I. 4. 2.
hagk, der, Hur. bagk, »s Stück Waizenbrot, in bestimmter Fora.
KXXJ* 4. S».
30*
468
weih, WH. weip, Flur, weihe, weib; = Weib. I. 3. 19. XIIL
13. 8. CXIY. 2. 1. p in späterer Schreibart selten, ausser im
Reim,
weiblich, weiplich, Beiw. = weiblich. XLYII. 3. 1. XXXVIIL
2. 1.
beich, die; = Weihe. XIV. 4. 8.
weichen, Zeitw. intraps, st. = sich entfernen, aufhören. >>hat ge-
wichen.^^ XXIX. 2. 30.
weihen, Zeitw. trans. schw. = weihen. Part, geweicht. XIY.
5. 4. 1. 16.
weihenprunnen, der; = Weihwasser, spasshaft und ironisch.
;^schencken.^^ den Nachttopf ausgiessen. VI. 92.
weil, weyl, heil, die; = Weile. 1. Verzug, ^^nembt kain weil.<^
LVIII. 6.2. ;^lät euch der weil.^^ mundartlich. 2. Zeit überhaupt.
;^mir ist die heil nit lanck.^^ LXXVII. 1. 19. Adverbialisch : der
weil = während. CIX. 1. 8.
wellent, weylent, = einst. CXIV. 1. 12.
bein, der; = Wein. LVIII. 1. 4.
weis, weys, be.is, beys, beyse, die; sss Art, Weise, besonders
Betragen. XLIV. 1. 2. LXXXII. 2. 1.
weis, weys, weyse, Beiw. = klug, weise,
weisen, weysen, waisen, Zeitw. =s 1. zeigen, darstellen.
;>deins leibes nar mich weist von tadeis par.^^ XXIX. 3. 22.
2. antreiben. ;;denckisch zu sehen weist mich das.^^ LH. 2. 1.
3. abweisen, ^^davon sie nymant weysen kund.^^ XX. 2. 17. Part,
geweyset. CXIII. 1. 14. ,
weis, Beiw* =s weiss, albus. Als Inlaut verdoppelt sich das s, z.B.
weissen. LXXII. ,1. 1«
weiss, die; = Weisse, weisse Farbe. ;^seyd mir die weiss ^vxA
praunen part aufdringt.^^ XCV. 5. 6.
weissag, der; =s Prophet, Weissager. XXII. 4, 22.
belcher, = welcher. XVI. 5.^2.
welgen, = wälzen. ;>welgt euch in den bluemlin gel.^ XXX. 1.18.
Umgelautet aus walgen. HT. wo Igen,
welisch, Beiw. Nebenw. = wälsch. LVIL 1. 13. HT. wellisch,
wellen, wollen, Zeitw. st.=wollen. Präs. indic. ich wil^ wildü.
409
du wild, wiltü, wiltüs (spleonastisch), bildü, er wil, well
, wir, weit, wellent. Conj. welle, well, wellest, welle,
well H.S.W. Imperf. bolt, wolt, bolde, wolstü u.s.w.
Part, gewolt, geholt. LVIII. 3. 1. 2. 1. LXXVII. 2. 16—17.
XXXVIII. 3. 15. XXII. 10. 8. XXXVIII. 1. 1. LVIII. 3. 5.
wellen, =: gehen wollen. XII. 1. 2.
wellend, das; := Verlangen. ;;mit süssem wellende.^^ LXXIX. 2. 7.
Von wellen.
welle;it, wellend, ;= wohin immer. ;^eUend iQh kumm/^ XII.
1. 26. ,,wellent ich gugk.^^ III. 2. 13. Xt/^ ij
wen, =s Conj. wenn. CXVII. 5. 12.
wencken, bencken, Zeitw. intrans. =3 1. wanken. ;^echt zu, das
wir nit wencken mit ungeleichem tritt.^^ IX. 3. 2. XLVI. 1. 12.
)M wencken.^^ ohne Wank, fest, treu. XXXVIII. 1. 13. 2. sich
irgendwo hin rjchten mit Gang, Ohr, Acht, ^^benck zu pill.^^ Jagd-
regel, das Nachgehen und Achten aufs Hundegebell bezeichnend.
XLIII. 18.
wenden, Zeitw. halbschw. trans. sswenden, ändern, besonders zum
Bessern. ;^schmertze.^^ LXXXVII. 2. 6. LIX. 3.7 — 8. ;^kainwen-
den.^^ Aenderung.-LXV. 3. 17. Formen: Präs. bendst, bendt,
wendst, wendt. Imp. bandt, wandt. Perf. gewant, ge-
baut.
wen gel, der; = Universitätszeichen , das bei öffentlichen Aufzügen
yorausgetragen wird. ;^ie naciö von aller schneie mit yrem gül-
den wengel.^^ VI. 178.
wenglein, benglein, das; = Wange, liebkosend zum Hädchen.
XLVIII. 2. 5. L. 1. 7.
*
wentzU, verkürzt bentz, = Wenzeslaus. Das Fest des Heiligen
d. N. fällt auf den 26. Sept.
wer, her. = quis. weu, wew,, = MT. woi..3. E. ;^von wew<^
wovon, woher. XXII. 1. 19. ;>zä weu.<^ =s zu was, wozu.
XXVI. 332.
wer, her, die; = Werth, Preis, Geltung. ;;9uff meines aigen-geldes
ber.^^ auf meine eigene Kosten. I. 2. 3.
werben, Zeitw. = 1. wirken, ausrichten, gewinnen. ;^einc not wer-
ben.^< das, was nöthig. ist, ausrichten, erwerben. LXXIL 3. 4«
470
2. leben und wirken^ sich nmher bemühen, ^^werben in nnfrut/^
XLII. 2. 20.
berch, werch, das, Plur. berche', werch, = Werk,
werd, werde im weibl. Reim, Beiw. =: werth, theuer. LXXXVIIL
2. 5.
werd, der; = Werth. CXIIL 2. 17.
werden, Zeitw. st. ssz hochd. werden. Tonnen: Präs. ich wird,
WH. byer, du wirst, er wird, werdt, wert, a= werdet.
Imp. bard, ward, wardt, burd, wurd, wurden, letxtere
Form auch für den Conjunctiv. Part, worden, geworden.
wirstüs = wirst du es. Besonderes: 1. p^ies wol mich ward.^
worüber ich Wohlbehagen empfand. LXXYII. 4. 13. 2. Zur Um-
schreibung des Imp. ;^sie wurden klagen und seuftzen.^ plorabant.
XXVII. 2. 21. LX. 4. 11—13. V^gl. XIL 2. 2. XXVDL 3. 8.
XXXI. 3. 3. XXXIX. 2. 32.
weren, ZeitW. = sich vertheidigen , wehren. ;^wer dich der kd\M
^ LXX. 3. 16.
weren, Zeitw. s=a dauern. werdE= durat. LXXV. 2. 2.
weren, Zeitw. =s gewähren, geben. XXIV. 4. 11.
werffen, berffen, Zeitw. trans. st. = hochd. werfen. Präs. ich
wirff. Imp. burff, burffem Part, geborffen. GVL 6. 4.
LXXXIX. 1. 4.
werltch, £sx wahrlich^ gewiss. LXXVII. 1. 8.
werlt, werld, werlde, weif, belt, die; =a Welt. CXVIL 1. 10.
XXII. 4: 7. alth. werolt, weralt, werelt. Das r ist schon nicht
mehr hOrbar, da es auf stelt reimt,
wertltch, beltltch, Beiw. = weltlich. XXI. 5. 8. CVIIL 6. 18.
Wörtlich, Beiw. =s hoch, werthvoll. ;jw. 6re.^^ CXVIII. 1. 14. mit
dem vorigen von Schreibern häufig verwechselt,
we segg, 8=3 wahclich, nach Oswald ungerisch. LVII. 1. 9.
Wesen, Zeitw. st. s=sseyn. Präs. von sein. Imp. was, bas, wast,
was. baren, daneben wer, her, werst, wer im Sidg. Conj.
wer, wsfr^ weren. Part; gewesen. Imperat. bis, wis, bis.
CVII. 2. 24. LI. 1. 19. XXX. 2. 32—40. LXXVII. 4. 8.^ CVI.
2. 12.
wesen^ das; vm Znstand, ^^tatea Wesen. ^^ XVII. 4. 4.
4tl
weit^ dl«; dte W^tte. ;^ie drosthel hftt fttn trett g^tfttiA LXXXVtl.
1. 17*
wett, !±f et w«is«, Tom mlttlniedferi. W^t, vAsstn. LYtI. 2. 11.
wicht, bicht, der; :^ nichtiges Wesen im Allgemeinen, tfti^beson-
de^: 1. gnädig, Einer, der nicht ganz recht thut. So heisst dail
Mädchen den Nachtwächter ;^wicht.^^ XXIX. 1. 25. 2. schärfet;
Armseliger. LX. 1. 5. 3, am schärfsten: ^^derpo^e Wicht.^^ Teu-
fel. CXV. 5. 14. Vergl. enwicht. mittlh. wiht.
wyd, die; « Weide. MT. XCIII. 1. 3. LXXVII. 3. 8.
widefdries, der; «t Verdruss. XVI. 2. 5.
wider fall, der; = Zurückfall in's Alte. XXIV. 5. 8.
widerfart, die; = Zurückfahrt. Xtt. 4. 18.
widergelt, der; = Zurückzahlung, Ersatz. CXIII. 2. 5.
bidergrein, das, der? = Entgegensausen, Etalgegenheulen. ;^ddtt
schricklich bidergrein.<^ XXIX. 3. 10. MT. greinen, so viel d«
brummen, brontolare, engl, groan.
Widerhab, die; sss Widerstand. CXVII. 3. 9.
widerhandeln, Zeitw. trans* schw. !ä±± Wieder umwandeln, Utns^tz^lk.
;9arg zu gutem sich seiden widefhandelt.^^ CXVII. 4. 6.
bideirhftr, Beiw. s=z gegen den Strich der Haare, struppig. I. 1. 27.
biderkuiifft,'die; =ji Kurttckkunft. XXlX. 3. 29.
Widerpart, die; = das Widerstreben zweier entgegehw^hendef Win-
de, des Tags und der Nachr u. s.w. XXIX. 1. 19.
widerpöt, das; = Gegenboth, Aufkündigung des ersten Einsatzes,
Uebereinkommens u. s.w. IL 1. 9.
widersatz, der; sstr Gegenpartei, Ge'gner, Widerstand, »ftn widersatz
die , zeit YC^zeren.^^ unaufhaltsam, unaufhörlich. CXV}I. 5. Vi
biderstreb, die; s Widerstreben. LXXXVII. 2. 19.
widerstreit, der;= Widerstreben, Entgegenkämpfen. XXVlII. 3. 3. ^
XXIX. 1. 13..
widersturtz, der; ss das Umschlagen aaf die entgegengesetzte Seite,
;^meln singen hat ain widersturtz.^^ ist unharmohisch geworden.
CXII. 2. 14.
widerwenden, Zeitw. inMns. = utokehten. >^widci»Wfendr.<f XXIX.
1. 5.
biderbertigkait, die; =s Widerwärtigkeit. XIX. 2. 14.
'
«2
widerz«in., biderzam, Beiw. = zuwider. )>mein dinsl sein im wi-
iemmM III. 3. 15. widerzan, der, im Reim auf fän, als Sub-
stantiv = Abscheu, Ungemhaben, ;>mit widerzan erschrecken s6r.^
XXIX. 2. 5.
wie, bie, ;= hochd. wie.
bieg, biege, biegen, die; = Wiege. XIX. 1. 13.
Wien, wienen, = Wien. XVI. 4. l.^LXX. 1. 17.
wild, das; = Wild. XLVII. 37.
wild, wilde, willde, Beiw. =s 1. nicht zahm. XLIX.2. 1. 2. ab-
scheulich. ;>mit willdem fluech.^^ VI. 86. Adv. wilde = grausen-
haft. XIII. 7. 6.
b'ilkomen, s=5 willkommen. XII. 2. 18.
will, biU, Wille, bille, der; = Wille.
willenkur, die; = Vernunft, vernünftige Berechnung. XLIII. 4Q,
willickltch, billiklich, Beiw. Nebenw. es wülig. LIV. 3. 2.
LXXXVII. 4. 12.
bildprat, das; =*Wildprel. IV. 1. 15.
wymmer, =s Laut des Wimmerns. CIV. 2. 25.
windt, der; =: hochd. Wind. XXIX. 1. 2.
winden, binden, Zeitw. trans. st. = winden. Uneigentlich: ;>umb
etwas sich winden.^^ LXXXVIL 3. 18^ Imp. bund. Conj. bunde.
Part, gewunden. LH. 2. 13.
Winter, winder, b Inder, der; = Winter. LX. 2; 12. LXXXVII.
1. 4.
Winter klaub, der; =: der Winter, der alle Schönheiten der Natur
hinwegnimmt, wie Klaub auf (Kinderschreck, wilder Mann) ge-
bildet. XVI. 1. 2.
windisch, bindisch, = krainerisch, slavisch.- LVII. 1. 16. Ad-
verbialisch. I. 2. 6. LVII. 1. 16.
winck, der, wincke, winck, = jede schnelle wiederholte Bewe-
gung, besonders im Liebesakte, parallel mit^wanck. ^^suesser
wincken wanck.^^ XLV. 15.
winckel, der; es augulus. I. 1. 3. '
wincken, ZeitW. == schnelle und oftmalige Bewegung am alten
blecke machen. ;;durch wincken wanck.^^ XXXII. 2. 1. wobei
eine 4. E.
«73
wird 9 die; sas: Würde, Ami, Ehre. CX. 2. 6.
wirdich, wirdig, wirdigk, Beiw. sas würdig. XV. 1. 3.
wirdigkail, die; = Würde. CXVIII.. 6. «.
wir s er, Comperat. beiwörtlich statt des Adverbes, yyam dester wir-
ser.^^ LXXII. 2. 4. Grimm. III. 606 und 594.
wirf, wiert, der; = Wirth, Beherberger. XII. 1. 3. IX. 3. 5.
Uneigentlich : der Weltrichter,
bis, wis, wise, wisen, die; =s Wiese. XYI. 4. 5.
wischen, Zeitw. = abwischen. VI. 44.
bisplot, = wispernd, fispernd. XLIV. 2. i.
wissen, Zeitw. st. = wissen. Präs. ich weis, bais, er wais,
bais. bisst, wisst, =b scitis. Imp. wesst für Ind. und Gonj.
LXXIV. 2. 1. GVL 4. 18. LXXXVII. 1. 22. bis, Imperat.
XLIII. 25.
witz, bitz, wi4ze, bitze, die, Plur. witzen; ss Verstand, Klug-
heit, Einsicht. CXI. 3. 15. XII. 2. 29. XXII. 5. 12. ^^plinde
lieb hat nit witzen.^^ XXIX. 2. 36.
bitwe, bitwen, die; Plur. s= Witwe. XXI. 3. 5.
wywill, SS nachgeahmter Naturlaut ausgebender Jagdhunde. XLIIL51.
wol, hol, sr: wohl. ;^wol mir dn wee der lieben stund.^^ LH. 1. 1.
;^as tut dem freulln woL^^ ist ihm angenehm. GV. 2. 6. ;;des
wo! mich ward der grossen freuden.^^ LIX. 3. 5 — 6.
wolff, der, Plur. wolff, = Wolf. IH. 3. 29.
bolffgang, sss Hannsname. Der Heilige d. N. wird am 31. Oktober
gefeiert, bolffgangea 4. E. GXXIII. 5. 14.
wolge trauen, das; = das gute feste Vertrauen, gute Meinung.
VII. 2. 1. .
wol hin, = leichthin. VII. 3. 1.
wolkenstaih, bolkenstain,=s 1. Schloss in Gröden , ursprünglich
den Haulrappen gehörig, durch Kauf an die von Villanders über-
gegangen, die daher Wolkensteiner genannt wurden, schlechthin
der Wolken stain genannt. VI. 102. 2. Prftdikat. ;>MicheI von
bolkenstain.<^ X. 1. 1 — 4. 3. Wolkensteiner. ;,mich armen wol-
kenstain.^^ III. 3. 28.
wonen, bonen, wanen. Zeitw.* schw. ss wohnen» pey wonen, =»
1. umschweben. LXXVI. 1. 10/ 2» ehdi«ii ttnMmieii« iJtXV.
3. 5. 3. beUtehen^ gewftrttg i^jn. CXXIL 5* 3.
b^onltch, SS bewohnbar. CV. 5. 6.
wont, die; »ts Gewohnhtit, Lidbe, CX. 3. 9. Aus w6ii mit iBiA-
Hchem t.
woirl, börtf das, Plar. wort, ntts hochd« W.
wuetten, Zeitw. :^ wüthen. XLII. 2^ 22.
vbulst, der, die? &=: AüfgesehwolleBheil) Attfgedansenheit^ ErböhuDg.
;;aaf des hertzen bulst.^<^ Brust des Weibes. LIL 8. 5.
«
bund, bunde, bundeo) wtttid, die, Plur. buaden, tsr Wunde.
XXX. 2. 40.
wanden, banden, Zeitw. m± verwanden, wunt,- bunt, ss bllndet.
LXXIII. 3. 5. LXXVI. 1. 2.
wunder, bunder, das; ss Wunder. 1. ;;mit fromder stymme wun-
der.<^ unirer^eichUch. VI. 32. 2. Verwunderung. ;Mias lät each
Wesen wunder.^^ XVIII. 4. 4. 3. Ereigniss üb^ die Gesette der
Natur. ;>gotes wunder.^^
banderholt, Beiw. ssa sehr geneigt. LXXXVI. 2. 7.
banderlioh^ b^ bewandernswerth. XIIL 16^ 2.
wunesam, wunesan im Reime, Beiw. =s: XXIX. 2. 10.
bunildioh, wuniklich, wuniclich,. Beiw* =3 wonnig, wonnig-
lich. Adv. bunikifchen. LXXXVIIL 2. 9. LIL 1. 3.
wann, wunne, bunn, bunne, wun, wanne im Reim auf man-
ne, die; =s Wonne, Lust. Von winnen, gewinnen, = benütsen.
Eigentlich: Benützung eines Grasbodens, Schwelgen in der Gras-
fülle. ;,wunn und woad.^^ MT. LXXVII. 2. 5. 4. 18. LXXXVH.
4. 1. CIX. 1. 4.
wünschen, Zeitw. =s hochd. wünschen. ;>alfers^^ wünschen. XXII.
5. 19.
bSnitehlteh) tis a^ch Wünsche, erwünscht.
Wttttt, bunt, =s wuüd. LIV. 1. 2.
wufih, burm, der; ts± Wurnr. Besonderes: 1. Schimpfwort Ikttf Pi-
latus. CVI. 8. 7. 2. ;^def giffligUtche wurm/^ Höllendrache.
CXtX. 2. 22. 3. der warme Südwind. XXVItl. 3. 5.
würmly, wurmlfn, burmltn, das ; as Würmchen, SchlMige. XXXV.
9. b. XXX. 1. 14.
f
4rre
uruirckeii) burekeu, 2ettw. Mtiir. ül* ictti wiikM^ m^kdum, iehtflMi
O4 2. 14« CXXI. 44. worcklf woreht) gf«worf)ht.
biirst, wnmt, Plur. bürste^ b&rst^ die; aes Wtiivl, AlliBimen.
XXXI. 4. 13.
laff, die; = das Ziehen, besonders der Stimme, Ton, Aft des Lau-
IM. ;;4ef ainlifl singet buester iaff.'^ sagt Oswald von einem bb^
trunkenen Sfinger« XXIII. 4. 0. Such das Iblg«
«äffen, Zeitw. trans« schw. f^sti Hauptbedeutung and Gmnd Met Übri-
gen: ziehen, recken, strecken. 1. ziehen im guten Sinne.
;;wer nesseln zafft und gilgen straflfi, der wll Am gertlin füdMkM
2. ziehen, kureeht richten, bis es passt, in Sitte und Attiit^
schmücken, ^^freulein, seh^n gezaffl.^^ XII. 8. 4< 3« ziehen
und zerren im Liebei^hader und Liebesgenusi^e. ^^üehen UepltOk
zaff.^^ wobei eii abfiel. XXIX. 1. 41. 4. ziehen im bösen Sinne^
recken ) foltern , plagen. ;;des pin ich wild gezaltel.^^ ausgezaUl.
II. 4. 19. Zu Tergleichen ist das Adelungische Kaufen statt
zupfen; das mittlhd. zftfen bei Grimm. I. 3^. das UltneMsdie
zäfen == sich unablässig abmühen und plagen im Erwerbe, a zof,
Bäf) ms Weibsbild, das nie aufhört sich zu stenten (stentare).
zag, zage, der; :t^ Feigling, Fauler. LXXIII. t. S.
zäher, tzaher, zacher, der, Plur. zaher, ze^her; =3 Zühf6.
althd. zahar. ;^durch zahers flins.^^ XCIII. 4. 2.
zaigen, ZeitW. Irans, schw. = zeigen. I. 3. 16. IttsbesOAd^Hs :
;9gueten morgen^' wünschen. > VI. 84.
zal, die; as: Zahl. 1. Anzahl, »der sinne zal.^' alle Sinne. LXXYI.
8. 3. 2. Mehrheit, »für aller frauen zal.^ XXXiV. d. 11.
3. Fülle) von Gut. ;^er may bedecket mit lieber zal die erd.^^
XLI. 1. 1. 4. Fülle, von Freude, »dein 6r htt midi erfreut mit
lieber zal.^^ XXIX. 2. . 18. Dai» Wort selbst bildet eine Reim-
erleichterung, wobei der Schall die Bedeutung ftist veMfflttgt.
zalen, Zeitw. trans. sehw. z=i kahlen, rechnen. II. 2. 2. XLiy.2. i3.
Parti gezalt.
zam, Beiw. BS hochd. zahm, ^^as unrecht zum ntacheii.^^ eifthdlmisch,-
alllftilieh, g^<iin. XXVI. 205.
476
SftiD, die;=sZaliiiilieit, Freundlichkeit, ^^mit lieber zam/^ XCIlt.3. 3.
sampen, Zeitw. intrans. 8c]iw. as zappeln, mit den Füssen stampfen,
starke schnelle^ Bewegungen machen. LY. 2, 10. obscön. Yo'gl.
ital. zampa, zampare.
zand, zandt, zain im Endreime, Flur, zend, zende, zaine, =
Zahn. LXXVI. 1.3. Xyi.2<14. LH. 3. 16. ahd. zand. Grimni.
IL 60.
Zangen, Zeitw. trans. schw. s=s ziehen, fassen, zerren, ^^züingltn
Zangen. ^^ I^ebesspiel des Züngeins treiben! XXX. 1. 43. MT.
zanggens=an etwas ziehen, zerren, reissen, nagen, nicht ans*
lassen, festhalten. Zange ist von d. Z. abgeleitet,
zannen, Zeitw. intrans. schw. =3 die Zähne blecken. CXVII. 5. 12.
larg^ die; = Rand, Einfassung. ;^die ertrunck zarg verfangen,^^ statt:
den Hund küssen wollen bei einem Mädchen. Y. 2. 6.
zausen, Zeitw. traos. schw. css zausen, zerzausen. ;^ir kratzen, zaus
Til mangen tet erschrecken.^^ lY. 3. 11.
zart, Beiw. ss hochd. zart. ;^die zart, zarte.^^ ein gewöhnlicher Aus«
druck der Zärtlichkeit für die Geliebte. XXXYIII. 1. 15.
zauberey, zaubrej, zobrey, die; =s Zauberei. CY. 2. 6.
ze, s: das abgeschwächte zu. ^^ze fuess.^^ I. 1. 9.
zech, die; = Betrag dessen, wasEjner im Wirthshause verzehrt hat,
in^ield berechnet; Zeche. Uneigentlich: XIY. 2, 3.
zeder, = Zeder, ^^ainen paum von zeder.^^ lY« 2. 29.
zehen, z6n, s= zehn. I. 1. 1.
zehent, der; ss der Zehnte, dieses Namens. I. 3. 28.
zeich, das; = Zeichen. Daher 1. Beweis. ;>ftn bdre zeich verUa-
^ gen.^^ CYIir2. 8. 2. Auszeichnung. ;^rey bischoiF höher zeich.^
XII. 3. 4. 3. Ruhm. .;^das ist aim land ain löblich zeich/^ XXYI.
367. Der Abfall von en bildet die kleinste Schwierigkeit, da er
häafig eintritt. Aber eine andere Frage ist es, ob das Wort nicht
lautet: die zeich von zeihen, so viel als zieht imguten und
schlechten Sinne, gute und böse Nachrede. MT. zeichen s=be-
argwohnen, beschuldigen. Such das folgende,
zeihen, Zeitw. übergeh. 'st. = zeihen, beinzichten. Konsonantischer
Anwachse oder Auslaut wandelt h in eh. ;^zeich.^^ Conj. Präs.
zeisel, zeysl, zeyselein, das; 9c Zeisig, in mundarüicher Di-
477
minution; HT. kennt ;9der zemg^< nicht, dafür stets seisele, das/
GIX. 3, U. XL. 1. 21. XLI. 22.
zeit, die; s:s hochd. Zeit, ^^die zeit.^^ damals, dann. ;^ollier zeit.<^
dann, in solchen Umständen. XXIII. 2. 12. 2. 8.
zeitlich, Beiw. = hochd. zeitlich. Adv, zeitlichen ss auf an-
geistliche, janfromme Weise.
zeit, der ;=s Trott, bestimmter Lauf des Pferdes. ;^en zeit gitrappen
über twerches Tcld.^^ reiten, cavalcare. obscön. Y. 2. 10 — 11.
zelten, der; ss gebackne Teigmasse, rnnd, flach, fest, eine Art
Kuchen oder Brot, mit allerlei Ingredienzien, mannigfaltig berei-
tet. ;^ie kind zu ainem zelten erzausen.^^ III. 2. 27. nach HT.,
wo alles Zerdrückte, Verpfuschte, Flachgepresste Zelten genannt
wird. ;^a hast an rechten zelten.^^ Hisslungenes in Speise, Koch
• u. s. w.
zemen, Zeitw. trans. schw. ss zähmen. CX. 1. 13.
zenditn, das; = kleiner, niedlicher Zahn. L. 2. 1.
zenen, Zeitw. trans. schw. s=s anziehen, anlocken, bezaubern. ;^mich
zenet dein tugent mer.^^ LIX. 2. 15. XXXIY. 1. 15.
zepta, = Ceuta. XIIL 2. 2.
zereissen, Zeitw. trans. st. =s zerreissen. Imp. ich zerais.
zerbrechen, Zeitw. trans. u. intrans. st. s=s zerbreclien. 1. über-
treten. ;^ein gepot.^< 2« aufhören. ;^a zerbrach mein ungemach.^^
LVI. 1. 16. I. 2. 19.
zeren, Zeitw. intrans. schw. = zehren, in einem Wirthshause.
zeran, reimnöthlich , eine Form, noch Jetzt in unsern Thälem
lebendig. I. 2. 7. statt zeren.
zerg6n, Zeitw. intrans. st. =s zergehen, schwinden, als snee, wee
U.S.W. XC. 1. 1. Part, zergangen.
zergenckltch, Beiw^ =s vergänglich. GXVI. 5. 9.
zergeselle, der;sss unzertrennlicher Gefiihrte, der mit uns isst und
trinkt. IL 1. 31. der Tod.
zerren, Zeitw. trans. schw. =s hin- und herziehen, zert sa trahit.
LV. 3. 5.
zerrinnen, Zeitw. intrans. st. ss wie hd. Part, zerunen.
zerrütten, Zeitw. trans. schw. sa hochd. zerrütten, yerwirren. ;;deii
schimpff.^^ CXVL 4. 10.
«TS
zerung, ^ Zehiung, Lebensbedarf und Anschlag dessen in Geld.
I. i, 6, ,
zesln, der; == Dnkaleri. Ual. i^ohino* XV. 2. 10.
setteT) in der Redensart ;9Better ieh sehrey,<< LXXYI. i. 11,
zeugen, Zeitw. intrans. =s betheuern, zu Zeugen aufrufen, ^idas zeug
ick mit der engelaohar/^ XXIX. 3, 36,
ziel, der; s^c Zirkel, bekannte« Messwerkzeug. XXYIII. 3. 7.
zidiwigk, 9ps eJAvelner Naturlaut der Naebtigal. XLI. 51.
ziehsn, Z^itw« At; =ff hoekd. ziehen. Präs. ich zeuch, er ae«cht,
sie ziehen t, Jmp* zöek« Jmperat. zeuch, h wird im Aftslaut
upd bei konsQuantischem Anwacba zu cb. ^yv zUcb9^<iE=3trahat,
er m^kt. mi 16. 7, CX. 1, 14. V, 1. 3. IV. 1. 23. VL 14.
I. 1. 23. XXXIX. 2. 3. XXVIII. 2. 7.
ziel, zil, das; 9^ JUe], Endet «^(tremitas. ^^epunden mit des sailci
ziel.^^ s= mit dem Seile. Reinibehelf. CVII. 3. 18, ,M «idM
zil.^^ Qlm i^» «in finde begebt. LXVIIL 1. 11.
zier, Beiw. m: ^slerlii*, XXXV. 2. SO,
zier, ziere, die; =? Zier, Zierde. I. 3. 23. IIL 2. 14.
zieren t« 4fui; ^m Koll^tiT» Nftturlaut der Zeii^ige, Meisen umi 9m^
derer Y*gpU XW. 46.
aüorhait, die; «?. Zierlichkeit, a 2. 14.
ziem, Zeitw. Infinitiv, ss zi^eii. XL VIII. 2. 15. Beim auf dSem,
eiQKigß iSpur dw Qltereu Form ziem« wem u. s. w»
zierDf zierenheld, zfer^nhell^ der^ die; is» Spottworl de« Mäd-
chens an den Knaben, oder des Kaabena tn's Mädchen, Einen oder
Eine bezeichaend« der oder die sieh hei einem gewiszen Aatiega
weigert. XLV. 6. Vergl« fiek gieren.
zylerstal, das;;9^ZiIlenbd« )0m dep edkn zylerstal.^^ XLUL 1, 20«
zyeie«) Zwtw^eckw* ^ nienen^ gezienea. KonsoiiBntisGherAnvtQhe
an den Stamm schiebt ein b ein. zjmbU XXII. 8. 15,
zjfliltch» R^iw; :s«i? iiim^, tenttgeed. ;7UArii zymltch esaen.<^ XCiVIIL
1. 6.
zinck, '=s ciaqne, XV, 2* 9r
z|9aeii, !999 f^Tfi^ w^m tmfim ^ywePt^ XXIX« 3, 34. WpM
das mundartliche zäunen, glänzen, jwfiidmfir« mit 4fli ZAeon.
41»
«fpffel, der; ss dw Zipfel j^am rocke/^. liXII. 1. iS,
zyrill, :«3 HüHAfuiaine, D«i Fent des Heilicen 4* N. filUl auf den
syaplot, vtm »seheliid, finatmidf beimlieh« XIiIY. 2. 1»
zittren, Zeitw. = zittern. GXVI, 1. 12.
sit9ie^ die; s^^ y^r dte kamer zitze,^^ XXXi. 2,3. aagt der Edelmann
zur bürgerlichen Brixnerdirne. MT, z i tz e =ar Bmstnarbe, Eat^rende.
zeU d^r; ^^ ^^^* ^^^^ Terra terey gib ich zol>^ GY. 2. 7.
zolicb, Reim auf froltch, Beiir. «» yerliebt, anheioifefallen. >9die
mieh zoltch nach ir yent.^^ XXXIY. 1. 15, ^^vü lieber griesse^
suesse sich erheben, streben froUch, z^ch,<^ Mayen* nnd Liebes-
lust. XXXV. 1. 6.
zorn, zoren, letzteres auch ausser Reim, der; t= Zorn» ^^das lel der
frauen zorn.^^LX. 4. 2. Auch ^^nmb etwas.^< leid, weh Um«. CXIX. 3. 8^
zncht, die, Flur, ^suchte, «r: Zucht, ;9init züchten/^ atichtig, anaUlB^
dig. XL 2. 9.
zui^btltcb, ^ 9ttchtig. ,gßm zvchtltch ärM LIX. 2. 5.
zacken, Zeitw. trans. schw. = zacken. 1. schnell, heftig, anf ein-
mal ^ohen, reiii;^n, z. B. die Schnur des Klobens. LXXI. fl. 6.
XLIX. 1. 10. 2. stehlen, ettwenden. GXYUL 3. 8, MT. ite
ähnlichen Sinne: zwacken.
znckerltch, Adr. ss znckerhaft, gm^siss, LXXI« 1. 14.
zuckernar, diß; &= Znckerfipei^e, ffSmnB hert'zen znekamar.^ sagt
Oswiüd zur beliebten, P^igegen ^^sauer zuckemar^^ ^fs dieLtelies-«
quälerei in der Ferne von der (}elid>ten. XXXVII. 3. 4<
zuren, Reim^ Zei^y. «=? «ünien. IX« 3. 6.
zugebieren, sich, Zeitw, tm geziemen. XXVI* 159*
zaber, 3?: herzn..lIT* zuecber«
zqtietzen, Zeitw. «<^hw. sa fort, drtuf los hetzen. ;^heUiii»<^Xl4ni.l. 12.
z$U, 9;vlle, zuUe«»4ie; w^ ZU)^? Ktkn. XTV, IS, 14. iin niner
zSIlen.^^ MT.
znng, zunge, zungen, die; =s Zunge. LFV. 2. $• Begriff, W^rt*
zun gl 1^9 4^5 ; "^ Uel^i Ai^re Zwge der deliebten. XXIX. 2, 31*
z^pra\;l.8e^, Zeitw. j^shw. ;9i7 mit Urm und Gertuyeh nahen« ;^ö
kumbt jr vmXßx zugeprwst.^^ II|. 2t ?2,
zu samen, =s zusammen« XLIX. 1. 3.
480
ZM schocken) leitw.asKuschliessen, zusammenthaii. ;;seyt ain mueder
Mi die lueder zugesehockt.^^ d.h. seit Christus gestorben ist. CIY . i . 17.
zuschuren, Zeitw. schw. = erhitzen, wärmer mache;i. CXXI. 82 — 83.
zusetzen, Zeitw. trans. schw.= mundartlich die zu kochenden Spei-
sen an's Feuer stellen. XXXIX. 2. 4.
zuYersicht, die»; s=r wie hochd. ;^aines dinges Zuversicht haben.^
es gewiss erwarten. CXVIII. 4. 1^.
zbai, zbay, = zwei an der Zahl. XX. 2.2. LXXXIX. 3.3. zbainS. E.
zbaien, zbayen,. zbain, sich, Zeitw. schw. = sich paaren, ge-
seUen, zwei zu zwei. Part, gezbait. XXXYIII. 1.6. XLIX. 2. 2.
XXXIII. 2. 22. LVIII. 4. 5.
zbainzigk, = zwanzig. XXXYI. 4. 5.
zbaiung, die; = Theilung, Uneinigkeit, Schisma. VI. 42.
zbar, = fürwahr, profecto. Such, die wäre,
zweifeien, zbeifeln, Zeitw. = zweifeln. ;^zweifel ich.^^ LI. 2. 8.
CV. 1. 9.
zbelfer, der; aa ;^er leö in seinem zaichen ain zbelfer ist genant.^^
XVII. i. 26.
zfoellferlai, zwelferlay, zbelferlaye,=szwölferlei. XXIII. 1. 13.
zwelft, der; as= duodecimus. XXIII. 4. 11.
zw^n, zb6n, =: zwei.
zbick, der; s= Zwick, das Kneipen. XIX. 3. 14. HT. Zwicker,
zbtling, das; = die Zwillinge im Thierkreise. XYII. 1. 30.
zbingen, Zeitw. trans. st. = 1. nöthigen. ;^mundlin^^ zum Kasse.
XXX. 1. 34. 2« peinigen, festhalten. XLII. 3. 6.
zbir, =s zweifach, zwei Mal. ;7zwir durch bis an den grundt.^^ LIY.
1. 4. mit einem zweischneidigen Schwerte,
zwisel, das; = Alles, was in zwei Aeste sich theilt, Ast, Gabel,
furca. Daher der untere Theil des Leibes, Scham bei Frauen. LY.
3. 1. Grimm. II. 100. MT. zwislen, geawiselt, ss zweifach,
doppelt. Zwislet, Zwisele = zwisel.
zb6, = zwei. LY. 3. 3. ' ' ,
zbue, =s MT. zboi, zbui, zbue: warum? ;;zbue, Iftt euch der
weil ,^^ sagt das Mfldchen zum Liebhaber, der Morgens abziehen,
zu früh für ihre Lust. XXXIX. 1.7. Aus ze, zu und weil. Such.
wer*
Amnerkunsen su den Oedlehten Oswald^««
S. 1.
HandMclirifteift deriielben«
Anfangs kam mir die Innsbrucker Handschrift in die Hände
durch die Güte des verstorbenen Präsidenten Andreas v, Oipauii. Sie
wurde von einem patriotischen Herrn v. Wolkenstein der Universitäts-
bibliothek zu Innsbruck geschenkt, von der sie später an das Museum
fiberging. Sie enthält auf 100 Quartblättern den Text der Oswaldischen
Gedichte ohne Sangweisen von einer kundigen , aber nicht sehr zier-
lichen Hand , und selbst das Papier ist nur von gemeiner Art. Ein
Blatt davon ist durch Unfleiss früherer Benutzer zu Grunde gegangen.
Ich halte sie für eine Abschrift der Wolkensteiner Handschrift, wejt^e
vor Jahren im Schlosse Rodenegg zu sehen war vom Jahre 1442. Spä*^
tßr erhielt ich die von mir so benannte Wolkensteiner Hand-
schrift. Sie ist auf Pergament in Folio geschrieben und enthält 4ß
Blätter, 44 bezifferte, 4 unbezifferte mit schlechtem Gekritzel und 1 Re-
gisterblatt, fiit den S^ngweii^en für jedes einzelne Lied. Auf dem er-
sten Blatte sieht man das gemalte Porträt des Dichters, fein und cha-
rakteristisch ausgeführt. £r trägt in demselben eine Pelzhaube , die
blauweiss getupft und mit weissem Hermelin verbrämt ist, über grosse«
Locken, die kaum alle natürlich seyn konnten. Am rechten Auge blinde
hat er um den Hals ein rothes Koller , einen Pelzstreif über Schultern
und Brust herab, und von der linken zur rechten Brustseite ein brelfei^
Ordensband. Die Gedichte selbst in zierlichster Reinheit mit gemalten
Anfangsbuchstaben von gleicher Hand der Innsbrucker Handschrift be^
ginnen mit folgendem Titel: In nomine Domini. In der järczai Uiv^ent
Tiwhunderl nnd darnach in dem zway und dreissigsten j&re an dem
nächsten Samstag nach Sant Augustinnstag ist diss buch geticht nnd
volbracht worden durch mich Oswalten von Wolkenstein Ritter des al-
lerdurchleuchtigsten romvschen kunigs Sigmund etc. Rath, jfti* (mX un«*
dentUfili^ Ziffern). Die Wiener Handschrift in FoUobrmat auf
31
482
Pei^ament mit beigesetzten Sangwei^n befindet sich unter Nro. 2777
In der k. k. Hofbibliothek zu.- Wien. Die Musiknoten sind abwech-
selnd roth und schwarz und die Anfangsbuchstaben in Roth und Blau
gemalt. .Sie enthält -58 Blatter, auf deren achtunddreissigstem angezeigt
ist , dass sie 1425 geschrieben worden sey. Inwendig am yorderen
Buchdeckel ist wie in der Wolkensteiner Handschrift das gemalte Por-
trät des Dichters eingeklebt. Oswald ist darin in ganzer Leibesgestalt
vorgestellt, in der rechten Hand Musiknoten, in der linken Handschuhe
haltend , an der rechten Hüfte mit einem Dolch ^ über seinem Kopfe
mit seinem Namenszug, und zu den Füsi^en mit den Wappen von Wol-
kenstein und Yillanders. Sein Wamms ist schwarz, der linke Fuss mit
Weiss, der rechte mit Schwarz bekleidet, Gürtelbeschlag und Dolch-
griiF von Silber , und sein Kopf mit einem Pelzbarett bedeckt. Von
zwei anderen Handschriften reden unsere Vorlagen aus dem Haasarchive
des Schlosses Trostburg. Die eine davon, ebenfalls in Folio mit Os-.
wald's Bildniss, befand sich im Schlosse Rodenegg unweit Brixen. En-
gelhard Dietrich v. Wolkenstein, der sie eingesehen hat, macht davon
eine Beschreibung, die schliessen lässt, dass sie der oben aufgeführ-
ten Wolkensteiner Handschrift im Aeusseren durchweg ähnlich war.
Nur führt er besonders an , dass sie nach des Dichters eigener Ein-
Zeichnung im Jahre^ 1442 vollendet worden sey. Ich halte sie für eine
zweite Ausstattung der ersteren \ die wahrscheinlich manche frühere
Arbeiten des Dichters als zu frei beseitigte und deren Stelle mit mo-
ralisch-religiösen Betrachtungen ausfüllte. Sie konnte unseres emsigen
Nachfragens ungeachtet in Tijrol nicht wieder aufgefunden werden. Ob
sie überhaupt noch in Deutschland vorhanden, konnte ich eben so we-
nig ausmitteln. Selbst die Sage, dass in Jena eine Abschrift der Os-
waldischen Gedichte vorfindig sey, verklang ohne Erfolg und Ausbeute
für unsere Ausgabe./ Die zweite verloren gegangene Handschrift, wie
es scheint eine Abschrift der Wolkensteiner Handschrift vom Jahre 1442,
lag im Archive zu Trostburg in Quartform, nach der Beschreibung ei-
nes Augenzeugen noch kleiner als die Innsbrucker Handschrift, und
wahrscheinlich die Grundlage dieser letzteren. Für uns scheint sie in
der Innsbrucker Handschrift als gleichzeitige Abschrift übrig geblieben
zu seyn, und somit den Inhalt der Ausgabe vom Jahre 1442 dana-
stellen. Ohne Zweifel werden durch das Erscheinen ieac Oswaidiadien
Gedichte von Sachkundigen die allenfalls noch vorfindigen Handischrif-
ten derselben an's Licht gezogen werden , deren kritisches Ergebniss
sich mit Leichtigkeit unserer Ausgabe einreihen lässt , . da vorauszu-
sehen ist, dass beim gegenwärtigen Stande des Oswaldischen Textes
die Ausbeute jedenfai^ls eine sehr beschränkte seyn wird.
Wir haben nach dem Gesagten zur Beurtheilung des Oswaldischen
Liedertextes drei Ausgaben, welche die verschiedenen Wandelungen
desselben nach den verschiedenen Zeitperioden, in denen sie entstan-
den sind, und nach den durch Fortbildung wechselnden Ansichten des
Dichters darstellen. Sie rühren nach meinem Gefühle alle drei von
Oswald's eigener Hand her. Zunächst sind sie alle drei gleichmässig
angelegt mit Anmerkungen und Beisätzen späterer Zeit, aber allesammt
von der nämlichen Hand des ursprünglichen Abschreibers. In allen
dreien steht ausdrücklich angemerkt, dass sie von Oswald gedichtet
und vollbracht worden seyen , was nach damaliger Sitte wohl kaum
anders gedeutet werden kann, als dass auch der Schreiber der Gedichte
Oswald selbst gewesen sey. Ueberdiess sind die Schriftzüge in allen
dreien der Hauptsache nach völlig die nämlichen, und kommen mit
denen in Oswald's eigenen Briefen zu Tro^tburg vollkommen überein.
Endlich lege ich auf die Aussage Engelhard's Dietrich v. Wolkenstein,
der im 17. Jahrhundert blühte, auch einiges. Gewicht, da sie als lieber-
lieferung durch Oswald's Nachkommen beachtenswerth erscheint. Er
versichert nämlich an mehreren Stellen seiner Urkundensammlungen,
dass es konstante Meinung seiner Yorältern gewesen, in den vorhan-
denen Handschriften der Oswaldischen Gedichte Oswald's eigene Hand
zu sehen. Selbst die innere Ausbildung des Textes nach den verschie-
denen Z^itperioden, in welchen die Handschriften gemacht worden sind,
macht die eigenhändige Theilnahme des Dichters an denselben höchst
wahrscheinlich. Die Wiener Handschrift als die älteste vom Jähre 1425
ist nadi älteren Vorlagen entstanden, welche bis zum Jahre 1380 hin-
aufreichen, und wovon ich noch im Archive zu Trostburg Spuren an^
traf als Reste ältester Aufschreibung, die zum Einbände von Urkunden-
heften gebraucht waren, und unverkennbar, wenn gleich grösstentheils
zerstört, Oswald's Gedichte enthielten. Daher steht der Ausdruck dem
Mittelhochdeutschen und Rheinländischin am nächsten, sogar im Bezug
anfdie )SdureUiew«ise. Tirolisdie AnklilDg« gdiören noeh zur Aii»-
3i»
QfiliBie, nicbf fitr Siegel, bn Besag auf Reim uod Versmass kommen'
ooeh viele If achlässigkeiten vor, wie sie' beim ersten Entwürfe junger
Dichter nioht selten sind. Anklänge des Niederdeutschen und Flfimi-
«phen lassen sich häuüger gewahren. Man fühlt es deutlich, der Dich-
ter ist im Be^ug auf Sprache und Ausdruck« noch mehr von der Le»-
SHQg seiner Ritter- und Liederbücher als vom Idiome seiner Heimath
bej^mmtt Einige Gedichte, deren jugendlich überstürzende Sinnlichkeit
4^01 Ernste des Alters zu frei erschien, stehen hier noch unverküm^
merl mit Anmerkungen, welche den fröhlichen Leichtsinn des Dichters
treffend kennzeichnen. Dagegen fehlen andere, deren reife Vollendung
und Abrundung erst in späterem Lebensalter möglich geworden ist.
Die Wolkensteiner Handschrift vom Jahre 1432 ist offenbar eine vom
Oii^Jiter selbst veranstaltete Sammlung seiner Gedichte, zwar auf der
Glüidiage der Wiener Handschrift, aber mit unverkennbarer Sichtung
Aiowphl derGßdijchte selbst, als der in ihnen herrschenden Sprach- und
AMsdrucksweise. Daher tritt darin schon das Tirolische mehr hervor,
4i^ ]^0chläsi9igl^iten des Versbaues und der Schreibeweise versehwin^
d^n, imd der Uebergaag aus dem Rheinländinchen, Mittelhochdeutschen
UPd S^iederdeutschen in's Neuhochdeutsche mit tirolischen Spracheigen*
thSüJJchkeiten mftcht sich überall fühlbar. Die derbe Zote in denHinnfr-
U^ern , wie sie in 4er Wiener Handschrift wohl bisweilen anklingt,
erscheint hier fast durchweg getilgt nicht bloss an einzelnen Stellen,
aond^n durch Auslassung von ganzen Liedern, die wir indess als sprach-
liehe Merkwüi^igkeit und Schilderung damaliger Volkszustünde gewis*
fi^afk wiedergegeben haben. Nur in zweifelhaften oder schwor zu
entrftthselnden Stellen trSgt sie noch treu das Gepräge der Wiener
Handschrift und versucht nur selten eine Verdeutlichung des Sinnes.
Sie bildet zwischen der Wiener und Innsbrucker Handschrift das Mitf-
Id, den Uebergang aus der alten in die neue Zeit durch die Fortschritte
sfuracfalicher Entwickelung. Die Innsbrucker Handschrift, wahrseheini-
lidi ans der ersten Hälfte des Jahres^ 1444, also kurz vor Oswald's
Tode verfosst, steht der Wolkensteiner Handschrift in jed^ Beziehung
weit nllher als der Wiener, und enthält nur mehr schwache Anklänge
älterer Sprachfonnen. Dagegen tritt das etschländische Volksidiom un-^
verholen und vorwiegend zu Tage, und die Schreibeweise richtet sieh
-darnach. Wir haben in d^selben keine Sprache der Himesänger in
stMiger M(te]hochdeiit8cher FoMn, 8ond«m die AvsdnieksWeise de»
MeisterliedeS) dfts die ältere Sprachbildung beteits abgeworfen hat, ohne
deren Wurzeln zu verläugnen* Die Sprache dieser Handschrift trtfgl
in sieh selbst den Beweis, dass sie mit den ersten V^enfschungen
der Bibel weit verwandter ist als mit Parcival und Titurel« Im Beztfg
auf den Inhalt folgt sie zwar fast durchweg der Wolkensteiner Hand«'
Schrift, bessert aber an dunkeln Stellen nach, und ist um einige Zu**
gaben reicher als ihre Vorgängerin. Eine aufmerksame Vergleichüng
aller drei Handschriften gibt das unabweisliche Resultat, dass sie mi^
einander im Zusammenhange stehen, dass* sich die eine ads der ande-
ren entwickelt und nach dem Leben fortgebildet hat, und dass dies«
Fortbildung nach so bestimmten folgerichtigen Grundsätzen erfolgt ist^
wie sie nur rom Dichter selbst ausgegangen seyn konnte. Die Zeit
der Entstehung und Vollendung dieser Handschriften, die eine Ueber«
gangsperiode war, erklärt zugleich die vielen Schwankungen des Aiuh
druckes, der Schreibeweise, der Aussprache, wie sie durch den End-
reim oft widersprechend festgestellt wird, besonders im Umlaute und
in den Längen und Kürzen der Vokale. Aus dem nämlichen Gtunde
so manche Unreinheit des Reims, da einerseits die alte Regel noch
gar wohl fühlbar ist^ andererseits der Andrang der neuen weniger go«
wissenhaften Zeit sieh leicht über das scharfe Gehör der Altvordern
hinaussetzt , fast im gleichen Masse wie sich in unseren Tagen die
politischen Dichter über die Strenge des regelfesten Verses biBweg«»
geseM haben.
S. 2.
00wald'0 C^rmmiiatik«
Es ist «keineswegs unsere Absicht hier alle Gesetze des Oswaldi-
schen Grammatik zu entwickeln. Zunächst liegt denselben ohnebin die
allgemeine Lehre der Sprache zu Grunde, wie sie J$k6b Grimm id sei-
ner Grammatik vom Mittelhochdeutschen dargestellt hat. Wo diese nicht
ausreicht, wird unser Wortbuch hinlängliche Aufklärung geben« Wir
fahren hier bloss einige Eigenthümlichkeiten der Oswddischen Gram-
matik an, die für gewöhnliche Leser der Gedichte nicht ttberfittssig
seyn mochten.
i. Entschieden mittelhochdeutseheLäBges ersehetten dufokaus ktri^
z. B. waiFen aus wlfen, slaffen aus slftfen, straffen aus strftfen, zaffen
aus zdfen. Der Umlaut zeigt daher regelmässig e, während nebenher
ein schwankendes Umlauten in a mitläuft. *
2. Viele mittelhochdeutsche Längen erscheinen neben Kürzen im
nämlichen Worte, z. B. jämer und Jammer, kümer und kummer, kämer
und kammer, getämer und getammer. Beide vorsteheude Kürzungen
gegen den mittelhochdeutschen Sprachgebrauch haben ihren Grund of-
fenbar im Idiom iles etschländischen Volkes, das hierin keine Längen
kennt. ^
3. Der Umlaut des kurzen mittelhochdeutschen a schwankt zwischen
a und e, z. B. gedenck und gedanck (cogitationes) , zärtlich und
zertltch.
4. Die Flexionsvoltale fallen in der Mehrzahl der Substantive gern
weg; eben so die weiblichen Endvokale, obgleich seltener, z. B.'prüst,
leut, sund, bind.
5.' Das mittelhochdeutsche d steht fast durchweg offen, wie z. B.
wee, gee, stee, und wo es geschlossen erscheint, ist es entweder zwei-
felhafter Lesart oder durch den Reim bedingt,
7. Das flexivische e fällt bisweilen auch als Inlaut weg, z« B^
rains = raines; alls, als =r alles.
8. Die dritte Person der Zeitwörter im Präsens der Mehrzahl nimmt
oft ein t zu Hülfe, z. B. umvdhent statt umvdhen. Dafür steht manch-
mal sogar d, z. B. tund ss faciunt.
9. Die dritte Person der Zeitwörter des Sing. Präs. ist allzeit ge-
schlossen und oft gekürzt, z. B. trost, laist, wendt, plendt. Aehnlic^e
Kürzung tritt namentlich im Mittel worte derjenigen Zeitwörter ein, welche
wurzelhaft in cht ausgehen, z.B. verpflicht, betracht, furcht statt -chtet.
12. Plur. Präs. 1. Person erscheint nicht selten gekürzt, z. B. sull
wir, vor persönlichen Fürwörtern.
13. Die zweite Person Präs. und Imperfekt lässt auch gern eine
Verkürzung eintreten, z. B. du wild statt willst. ,
14. Der Infinitiv steht oft vor ich, z. B. leicht tun Ichs.
15. Zeitwörter mit Doppelkonsonanten in der Wurzel vereinfachen
sich im Anschlüsse anderer Konjugationsmitlaute, z. B. erstarC, gefeit
von eristarren, gefallen. Dessgleichen verschwindet im Auslaut der Dop-
pelkonsenant, z. B. vergas, m^, sMs. ■'
16. D^ Budifitabe k doppelt sich zu ck ohne Bücksicht der Yor-
aosgehenden Konsonanten, z. B« wurckt, danck. Am Ende eines Wor-*
tes gestaltet sich diese D.oppeIung gern zu gk, z. B. gesangk, gangk.
Dagegen erscheint k nach einem Vokale gern einfach, z. B. wunnik|tch,
minnikltch.
17. Dem Gesetze dieser rücksichtslosen Doppelung folgep auch
andere Konsonanten, z. B. heißen. Ueberhaupt herrscht die Neigung
dieser Konsonantenhfiufung nach Konsonanten^ charakteristisch vor, und
scheint im Unmasse tirolischer Kraftaussprache ihren Grund zu haben.
18. Der Doppelkonsonant zz oder ss löst sichvor dem Konsonan-
ten t in sst auf, z. B. kusst. Dieser Analogie folgen die Schreiber
irrig auch in anderen Wörtern, 'Z. B. hasst = hast, kosst u. s. w.
24. SS wird vor 1 gern einfach, z. B. stosltchen.
29. Das kurze o lautet oft in u um, z. B. duriCen = spinosus.
30« Die media b tritt allzeit ein , so oft die Hquida m vorausgehl
und die Sylbe geschlossen wird, z. B. stimbt, raumbt.
31. Die Theilendung erscheint ebenfalls noch, z. B. kiinges haben
wir nicht.
32. Statt ei findet man grösstentheils ai, z. B. mainen. Nur die
zueignenden mein, dein bleiben davon ganz verschont.
33. Der Endflexionskonsotiant s fehlt öfter, z. B. des gaisei.
34. Der Vokal u erweitert sich gewöhnlich in ue.
35. Die zueignenden Fürwörter führen auch öfter den bestimmten
Artikel, z. B. die meine freundtn, oder meine freundin die.
36. Statt des unbestimmten Fürwortes man findet man auch mensch.
37. Statt mir kommt bisweilen mein vor, z. B. zwischen mein
und dir.
38. Auch viel hat bisweilen den Artikel aber nach dem Substan-
tiv, z. B. viel mer der sind sy frd.
39. Dehnungen älterer Form für Wohllaut und Weichheit der
Spräche sind noch häufig, z. B. dnefangk, haubet, angest.
40. Das ch in der Endung wird in der Mitte gern zu b, z. B.
hoch, hdhes, und der verwandte Konsonant g zum endenden ck, z. B.
heck statt hege.
41. Häufig tritt Umlaut, ein, wo er im Hochdeutschen nicht zo
findeii, z. B. tesehen statt tasdien, seusen statt sausen.
42. Der Stuselavt ist vor Koosonanleii regelmflssig eiofftch) z. B.
smal^ swach, aber seh vor Vokalen, z. B« schar, seherisch.
43. Das Beiwort hat vor weiblichen Substantiven 4. E. Sing, den
Buchstaben n zum Beisatz, z. B< die langen nacht. Auch sonst z. B^
gattern, puttern.
44. d wird vor Konsonanten gern zu t, z. B. ^suntlfch, abentstem,
freundös.
45. Die Yorschlagssylbe ge noch häufig , 7. B. gehaben , geseg-
nen ^ ge^tn.^
46. Die tonlose Bildüngsendung hält sich gern im Reim auf e,
welches sonst apokopirt wird, z. B. razze, minne, raine. Dieser Ana-
* logie folgen auch andere, z. B. der trdne u. s.w. Besonders erfolgt
das bei Beiwörtern sehr oft, z. B. grüene, schöne.
47. Der Auslaut b wird im Inlaut vor Konsonanten, namentlich
vor den liquidis, zu p, z. B. liepltch. Aber dieser Gebraiich wird sehen
sehr schwankend.
48. Oft fehlt das Vorwort, z/B. gantzer treuen danken.
49. ff bisweilen im Anfang, z. B. ffriede.
50. c oder t vor 2 fast gewöhnlich.
S. 3.
Inlmlt der drei Handseliriften«
a. Die Wjener Handschrift.
Ain anefang in gotlteh foroht Verheng und Idss
Wadi mensehltch tyr Ain mensch von aehzehn jdren
Wen ich betracht Mein pul laist mir gesellschaft
H&r kristenhait Es fugt sich dd ich was
D6 mrmer mcinseb Es ist ain altgesprochen rftt
0 weit, 6 weit Es seust dort her von Orient
0 snode weit wie lang Ir alten weib nü frewt
Wer ist dy da durchleuchtet Ich spech und hör das mang^ dagt
Wann ich mein kranek vemunft Du auserweltes schdns mein hercz
Gesegnet sey die frucht Frau ich enmag
Wol auf als das zu himel sey Bog depremi (ein mangelhafter sla«*
loh spiff ain luft . vischer Liedertext)
In firankreich WM auf g eseit Wer Jagen wel
«itf 48>
Fraw dich dd iveUIteh cr^atÄr
Frolichen so wel wir sehir
Sag an hertzlieb nd was
Lieb dein verlangen hft
Troi^tltcher hört wer tröstet
Rue mit sorgen
Der may mit lieber zal
Ach senltches leiden
Hercz brich
Frdleich geschray so well mir machen
Wes mich mein pul
Sollt ich von sorget werden greis
Es nähent g6n der vas^acht
Geluck und hall ain michel schar
Von rechter lieb kraft
Wol mich auw6 der ii€i)en stund
Gar wunickitch hftt sie mein hercz
Henschleichen got
Calender
durch toren weiss so wird 'ich greis
Calender
Wie vil ich sing und dichte
Des grossen herren wunder
Mein hercz ist versert
Hein hercz twingt sich in höher gail
Ain tunkle färb von octiident
Dd fray amors
Her wirt uns durstet
Mit gunstigklichem herczen
Frolich zärtlich liepltch
Die mynne fuget niemand
Wol auf gesellen an die vart
Der seines laids ergecz
Es leuch durch grä
Des himels trdne enpfarfoet
Wol auf wol an
Ain graseiln
Syn gredltn grU mein greMetn
In syriä aio braiten hall
Der oben swebt und niden
Ain eilend schied
Ain 6ren schacz
Ich spur ain tyer mit fiessen breit
Der himmelsfurst uns heut
Catolog
Ich hör sich manger freaen Idsst
Frdleich so weil mir
Mich trdst ain adelfche mmt
Ain rainitch weip
Sweig gut gesell
Got gab ew
Kein freud mit cläreni herczen
Lobleicher.got
Zwar alte silnd
Durch abentbcnter berg und tag
Ain yetterin
Vil lieber grusse
Ich hab gehoH durch manchen grans
Wol auf wir wollen slaffen
Ain burger und ain hofman
Chain eilend tet mir
Cheuschlich geboren
Von Wolkenstein^ wolt
Pfalzgräf Ludewig.
Ain gut geboren edelman
Mein sund und schuld
0 rainer got
Zergangen ist mein herczetiwee
Durch barbftrey
Erwach an schrick
Wunickliches paradiess
Für allen schiffipf
400
WaniUtcher wolgezierter m«y
Wer machen well den peutel
Freuntitcher blick
Sweig still gesell
Senlich mit langer
Treib her treib itberher
Rasseltchs lief
Wach auf mein bort
Frew dich darchleuchtig
In Oberland.
(Wörtlich aus der Wiener Handschrift entnommen , obgleich mit dem
Inhalte selbst nicht ganz im Einklänge.)
b. Die Wolkensteiner Handschrift.
Ain aneCsngk
Wach menschlich tyer
Wenn ich betracht
Hör kristenhait
Ich sich und hör
Ich spur ain tier
Löblicher got
Dft armer mensch
0 weit ö weit ain
Wenn ich mein banck
0 snode weit wie
In frankereich
Wer ist die da durchleuchtet
Das benedicit^
Das gracifts
Ich spur ain luft
Var heng und Iftss
Es fugt sich dd ich was
Es ist ain alt gesprochen
Es seust dort her
Ir alten weib nü
Des grossen herren wunder
Wie. vil ich sing und dichte
Kain freud mit klftr
Ain burger und ain
Durch aubenteuer
Ich hab gehört dareh •
Menschlichen got
Der himel fürst
Kain eilend tet mir
Der oben swebt und
Durch toren weis
Ain tunckle färb
Es leucht durch graw
In suriä ain braiten
Zwar alte sund
Des himels tröne
Keuschlich geboren
Mein sund und schuld
Erwach in s<^hrick
Von wolkenstein
Vil lieber grusse
Ain gut geboren
Durch barbftrey
Wer machen well den
Du ausserweltes
Froltchen so well
Sttnd auf maredel(?)
Sag an hertz lieb
Der may mit lieber
Ach senliches liden
Wol auf gesell wer
FroUch zärtlich
Froltch geschray
\
4M
Wes mich mein pul
Trosllfcher hört
Ain mensch von
Mein pul laist mir
Solt ich von sorgen
Es nähet g^n der vaisenacht
Geluck und hail
Von rechter lieb
Wol mich ftn w6
/
/
Gar wunicklich
Mein hertz das ist ver
Weiss röt mit braun '
Genner^beschnaid
Mein hertz jungt sich
Dö fraig amors
Her wiert uns
Mit gSnstltchem herczen
Mynne fuget
Q herczenlieber nickel
Sweig still gesell
Wol auf wol an
Ain graserin
Sym gredli grdt.
Mich trost ain a
Sfroltch so wil ich
Ain rainklich wib
Sweig gut gesell
Got geb ew guten
Ain yettertn
Wcfll auflF wir wellen
Ain klugen abt(?)
Nu hws sprach der
(Ebenfalls wörtlich der Wolkensteiner Handschrift entnommen , aber
noch mehr als die Wiener Handschrift mit dem Texte im Wid^-
sprach.) '
0 pfaltzgtaf
Röt weyss ain
Vierhundert j4r
Hercz mut leib
Ach got wer ich
Freuntifcher blich
Treib her treib
Hercz brich rieh
Lieb dein verlangen
'0 rainer got
Graseltck lif
Senlfch mit lang
0 wunnikltches par
Für allen schimpf
O wunnikltche 'wolgetan
Wach auf mein hört
Sich manger frewt
Wer die ougen
Von trauren ndocht
Es komen newe
Nempt war der
Kom liebster man
Ich klag ain en
Av6 mlter(?)
Ich sich manger
In Oberland ain
]Hich frftgt ain ritter
Irbapst, ir heiser
Hort zu was ellent
Wer hie um diser
af
Zergangen ist mein.
49»
c. Dici'Inilsbrtcker Handschrift.
Ain anefangk
Wach, menschlich tier
Wann ich betracht
Hör kristenhait
Ich sich und hör
Ich spar ain Uer
, Lobitcher got
Dft armer mensch
0 werlt, ö werlt
Wenn ich mein kranck v^nufft ,
0 snode werlt
In franckreich /
Wer ist die da durchleuchtet
Gesegnet sey die frucht
Wol auf alls das zu himel sey
Ich spur ein luft
Var, heng und läss
Es füegt sich dd ich was
Es ist ain altgesprochen rAt
Es seust dort her von orient
Ir alten weib nü freut euch
Des grossen herren wunder
Wie vil ich sing und dichte
Rain freud mit klarem hertzen
Ain purger und ain hofman
Durch abenteuer perg und tal
Ich hab gehört durch mangen grannss
Menschlichen got besniten schön
Der himmelsfurst uns beut bewar
Kain ellendt tet mir nie s6 unt
Der oben swebt
Durch tdren weis
Ain tunkle färb
Es leucht durch grä
In syrift
Zwar alte sund pringt nea6fl laid
Des himels trdne
Keuschltch geboren
Mein sund und schuld
Erwach An schrick vil sehoneii weib
Von Wolckenstain
Vil lieber gruesse
Ain gut geboren edelman
Durch barbärei, aräbiä
Wer machen well den peukd ring
D(i auserweltes schons mein heiU
Froltchen so well wir ^
Frau, ich enmag *
Sag an, hertzlieb
Ach senlfches leiden
Wol auf gesell
Froltch zertlfch liepltch
Frolltch geschrai sd well wir
Was mich mein puel ye hat ertreat
Trostitcher hört, wer trostel mich
Ain mensch von achzeha jdren klag
Solt ich von sorgen werden greis
Es nechnet g6n der rasenaeht
Geluck und hail ein michel schar
Von rechter lieb kraft
Wol mich du wä der lieben slmid
Gar wunikltch hat sie meilr herts
besessen
Mein hertz das ist yersert
Weib, röt mit praun verleucht
Mein hertz jungt sich in höher gati
Dö fraig amors
Her wirt uns durstet also söre
Hit gunstltchem hertzen
Die mynne fuget nymant
418
0 bertoen lieber nkkel meiB
SweigMill gesell, dem ding ist recht
wol auff wol an
Am graserin dureh kuelen tau
Sym gredlin gn^t mein gredelein
Mich Irost ain adeltche maid
Sweiggutgesell, schimpflichen lach
Got geh ew aioeo guten morgen
Ain yettertn junck frisch frö frut
Wol aaff wir wellen slaffen
Hü, hnas sprach der raichel
0 phaltsgraff Ludewig
Röt weis ain frolfch angesicht -
Vier hundert jär auff erd
Hertz mut leib s61 und was ich hAn
Adi got wer ich aia pilgerin
Freuntltcher plick
Treib her
Herts
Lieb deift verlangen
Rainer got
Qrasseltck Itf
(Yen mir nach dem Muster früherer Handschriften für die Innsbrueker
angefertigt.)
8. 4.
IT n r i » ni t e II.
a. Historische Gedichte.
I. I. W. X.
Selbstbekenntniss über sein Wanderleben.
1) 1. fagtW. wazW. 2. wdtW. 3. mnigenW. 4.gepauetW.
krichen W. 5. pewtl I. 6. lof W. loff X. 8. geiazaen X. syder W.
9. loff X.W. 13. viercxto W. X. 15, roupt X. raupt W. 18. scUd
W« 21. marsteller W. 22. rüder W. 26. anderswo I. 28. kytl I.
2) 6. teutzseh X. lampertisch X. 7. «erran X. 8. kond W. 10.
insel X. 18. vas fehlt L dafür aabigieiffen. 21. wargalein W. 1^2,
Senlfch mit .langer zeit
0 wunikltches paradts
Für allen schimpf des ich vil sieh
0 wuniklicher wolgezierter may
Wach auff meiohiNrt
Sich manger freut das ganze jlir
Wer die äugen well yerschuren
Vom trauren mocht ich werden ta«b
Es komen neue mer gerannt
Nembt war der schonen plvede
Kum liebster man
Ich bor sich manger freuen lAt
In Oberland
Hort zu was ellentlicher mer
Ir. pabst, ir kaiser
Der hie umb dieser werlde last
Zergangen ist meins hertzen wee
Und swig ich Aü die lenge zbftr
Wol auff und wacht
Jenner
Mich frtgt ain ritter ftn gever.
, !
kottfinan X. 3) 1. aragftn W. 4. disligoides W. 8. raycadegW.
nennt W. i2. spreasst W. 30. scfaowten X. 22. newn statt mein
W, X. 4) 1. verkeren X. verlieren W. 2. beckl^art W. beghart X.
3. anfangk X. 5. suchet X. 6. ze W. 16. meyt X. 18. mein
I. W. 21. gibi I. 26. vortraib X. 28. gelitten X. erfröret W.X.
statt erstoret. 5) 1. erzellenX. 2. mündltX. 4. mangen X. swaissX.
6. genomen W. gewunnen X. 7. emphunden W. X. 13. getrosst X.
15. und 16. snd, w6 W. 18. wenn X. 23. elende strfts W. 26.
gnftd W. genädt X. 28. kern W. 6) 2. insell X. insel W. 5.
mein I. 6. und 8. burd — hurd X. 14. gruss X. 21. phlegen X.
W. 28. musst X. 7) 1. viertzig X. mynner X. W. 2. wüten X. '
6. uflPX. ertereich X. 9. und 10. ratt — hatt W. 11. gesehatzet X.
17. Temiinftiklich X. W. 27. gedienet X.
II. I. W. X.
Die Zudringlichkeit des Todes in des Dichters Leben
nachgewiesen.
1) 2. weide W. louf X. 4. wenn W. X. 7. steUt X. 6. wö
ich in der weit hin k6r W. 8, ging I. gieng W. X. not statt s^rX.
9. wider p6U X. 13. drinn W. =* im I. X. 17. üff landen W.
18. ze röss, ze fassen W. 20. verknufft X. 21. schacze X. 22. sei-
den W. 22. haben = hdn W. 24. h6tt er mich lassen Ids W.
25. ßTUen X. 27. fert syben ich gedenke W. 28. dhainen W. X.
brief X. 31. er I. = und W. 32. waiss X. 2) 3. ze = zu W.
5. klimne X. 6. dreye W. 10. aines kellers grünt W. eins kellers X.
II. raffdn W. raffen I. X. 14. vas X. 15. bdU X. 16. frewnden
SS gesellen X. W. 18. leich W. 19. schiff X. zebrochen W. 2».
malvisyr W. 23. zog W. zu dem X.^ 29. vol sprangen W. 32.
lanck X. 3) 1. swimben W. 8. meiner nasen X. 16. geverW. X.
17. innen W. 20. gross laid W. 23. nfthent pelegen W. 24. taugkel
W. 28. gawkel W. gouggels X. 30. polirt W. edel X. edll. 31.
dauch W. =s doch aus I. hindert W. 32. g^awkelt W. gauggelt X
4) 4. fremde W. land X. 5. portigäl, kränzten W. X. 7. . ze W. X.
.8. krnmber W. X. 11. beweisst X. 12. luczel W. 18. stul X.
24. der bitter töd X. 25. schawr W. 26. her X. 30. ainer X.
&) 1. war X. W. ze X. 4. geanfaenteaert X. W. S. aUw-r-riltX.
485
11* stampfleich W. 12. war W. 13 — 15. howen — grtwen X«
15. aw6 W. 23. ubersliche X. 24. gerawsch W. 25. weit W. X.
nympt X. 27. taglich W. 28. entwendt W. 29. krenklich W. 31.
unTerfenkIfch W. Am Eade: Amen dreimal W.
III. I. W. X.
Verdriessliche Stimmung des Dichters* auf Hauenstein
1417—1422.
1) 1. cftrftbift W. 2. hamaney W. 4. turggid X. 7.' eyflPenlant
X. 9. tenemarckh X. 10. engellant W. X. 15. auss X. 17. mars-
siUe X. 19. dftselben blaib W. 6 W. deselbs X. 22. auf ainem ko-
fel rund und smal W. 24. höcher W. 26.' saoh W. 27. twingtss
tut W. 28. kindel W. 30. hftt W. 2) 4. buss W. X. 6. hfttt X.
10. nyenn mundl! W. 13. wellend ich gugg W. 15. 6 X. 17. has-
seltch W. hasseleich X. 18. roczig W. as rüssig X. 20. statt tut,
welches den* Reim zerstört, hat die W. fich. 21. o£Ft X. =s vast I.
22. dann = so W. kompt X. mutter X. 24. gabJK. fawsst X. 25.
musst X. engelten X. 26. erzausst X. 28. zoren W. X. = zom I.
29. mangeln X. 3) 2. pfawen X. 4. in =s nur W. hurlahay X.
newr X. 5. howpt W. houbt X. 7. swar, 8. mar, 9. lar, lÖ. ge-
var W. 9. howenstain X. 13. lanndes X. 14. nyde W. 15. dienst.
17. susst X. 23. miSss X. 29. wolf X.
IV. I. W. X.
Bittere Saiyre auf das Konzil zu Konstanz, das nich.t ge«-
schwind genug zu Ende kam, und das Vermögen desAdels
nufzehrtje.
1) l! pewtl I. = peutel X. 4. vi^rtz^n X. W. 5. funfzön W.
X. 7. sechz^n W. X. haller I. X. 8. dreissig X. drtssig W. 9.
lutzel W. krüt W. X. 10. üss W. schussl I. =s schussel W. X.
•13. — muss X. 14. brauten X. 15. die- sein im pann W. wildbrat
X. bann X. 16. der tar man dd nit essen W. 17. umb sss auff W.
tS X. . 19. grosschen X. 20. sond X. W. sss sult I. 25. und 27.
ew W. SS euch I. 28. musst X. 29. woltz X. wellen W. 30. kel-
len W. 2) 1. fasst sss als X. getranck Yf^ 3. veryerrt W. X.
5. twangk X. 6; scharpffen X. 7. geU W. a gibt I. a geit X«
Wo
.12. sehiill X. i3. euck vindl maa wimiler kurczweil vilW. 14. ftflP
W. blaue W. X. 15. srnten^piel X. 16. rAben W. 19. slegelstillX.
20. kouffen W. X. 25. zwelff X. feder X. 26. kam W. X. 27. er
liess im nyena reder W. 28. geprfsen W. 29. böm W. X. 30. den-
selben W. X. 3) 1. verschrfb W. 2. aide X. 3. gemescht von
klyb W. gemescht von kleyb X. 3. ^4. 5. klyb, vertrtb, Üb W. 8.
dieren W. X. = diern t. 9. brustlfn X. 12. t6U X. 14. braiten
W. X. =: paiden I. schuhen X. 15. beinltn W. gedilltW. 16. bu-
hao X. 17. gevillt X. 18. ruhen X. 20. fluhen X. 23. berltn X.
V. W.
Im gleichen Geiste Aber den nämlichen Stoff mit Anspielnngan,
die dem Dichter iie Unterdrückung des Gedichtes in späteren Zeitm
wllnsehenswerth machten. Daher hat es weder die I. noch die X.
Fir uns bleibt es an einigen Stellen dunkel aus Hangel genügender
Einsicht in die besonderen Verhältnisse der damaligen Gesellsohnft»-
Eustände.
VI. I. W. X.
Sigmund's Reise nach Perpignan wegen der Kirchenspal-
tung.
1. gesprochen W. 3. versuchet W. X. 7. ispanian W* 8. ke-
stanian W. kestanien X. 10. costentz X. W. erlitten X. 11. sigelr-
stain W. X. mein X. 12. gesnitten X. 14. ain W. I. X. zd zway
an ein ziethem in .hin W. 15. wider ez mir erging zu aragün W.
weder es mir erging X. 17. fachen W. vogel W. X. IS. enpflige
W. empfliege X. 19. tuet W. 20. dö mit betrige W. 23. solche X.
soltche W. 26. slugen X. 28. trugen X. 27. folgh W. volgk X.
30. manighen W. 31. islicher W. yeslicher X. 33. engegen X.
Migegent W. loff X. 34. haisse W. 35. wirdickleich W. X. wir«<
digkifeh I. emphangen X. 36. chaiser W. 38. gehaisst W. bal W.
40. es hi^t) uns all(e) verdrössen W. X. 41. kungen — zenckW.X.
42. ckisea W. 44. nymmer X. =ss nit vast I. wuschen X. 45. firoweo
X. 47—48. sehreufl — tenfl I. bei X. offen. 50. leonen W. leonon
X. phawben X. 53. nagel X. es nagl I. 54. bot X. 55. gebiettftn
JL 56. schmacz X. 57. konig W. kung X. 58. achzehn X. 60«
wCren W. warn Xf am Eide 4ßr Verszeile. 62« cisma L s« seisma
X.=:safimaW. 69. hdt W. 70. ku X. 71. mumeW. geheissenX.
72. verdt X. 73. ottnig X. otting W. leut« X. 74. kophe W. X.
75. rab W. X. stier^ W. X. 76. «chophe W. bicken X. 77. dem I.
= dez W. manchen X. 79. haut X. W. 81. berczog X. 86. wil-
dem W. X. fluch X. 89. weren W. X. = wern I. 91. schanckt
W. X. pwomgarter X. 93. ainen W. ungeschmag I. ungesmack X.
95. merket W. X. 96. dez sa da;s W. her X. W. fricz X. gloggen X.
101. docht W. waiges W. gloggelein X. 106. jaucht W. 107. 3ti-
genW. fllW. 108. pumpern X. 110. andern fehlte W, X. 111. am-
begurt X. 112. geferte W. 113. rewet W. 114. von goldein W.
guldin X. 119. emphoUen W. empholhen X. wevolhen I. 22. W. I.
X. gleich offen. 123. moss X. kainer I. W. X. vielleicht ainer ?
127. orschen W. orssen X. rossen I. 129. peterün W.X. 134. ge-
loubet X. 140. lobleichen W. 142. petrö W. X. word W. verklait
W. X. 143. diren W. s dieren I. X. 144. hofieren X. 145. ver-
hört X. W. knawss X. 146. in dem sinne W. 147. hinaus W.
ain ander W. 148. drynne W. dynnen X. 151 — 155. geheur, steur,
tadl, nadl W. I. bey X.. offen. 154. margorith X. margoretha W.
156. Sitte W. 157. edele W. 158. darinn W. 163. wont X. 164.
baidnischer X. W. köstlich b6t X. 167. darinnen W. dorinnen X.
168. haidnisch W. 169. päryss W. 170. hawsem W. 171. kint,
man und weip W. 172. zwei gancz tege W. gancz X. 173. täten X.
.175. hicss X. 176. naren W. 177-^180. schule — stule^ wengel,
engel X. 178. pengel W. 184. da stuenden I. sss Studenten X. W.
187. gestän X. 188. nfthen pftgen W. 189. eist W. X. 190. wir-
dikltch X. Die W. offen. 192. dyamandum W. 193. michl L 194.
iftcht X. faght W. garnen W. X. 196. ^egh W. = secke I, X.
197. foUet W. X. 198. manigen plancken zier ohne groschen X. W.
200. salb driti W. 201. crafft nÖt X. 203. edel X. edl I. 204.
schuff — peuten X. 207. künige — antzu X. 208. maine I. W. X.
209. franczes W. 210. getrawen W. 212. edel X. edl I. saphoia
W. sbphoya X. 213. daz (dez?) W. 214. wirdickltchen W. 215
<— 216. ruggen X. stules bruggen X. 218. louff X. stryeme W.
220. rime W. 221. essich X. glokaus W.
32
vn. L w. X*
A^f seine ehemalig« Freünditi Stbinft Jäger.
1) 3. bttleii X.. 5. ainest W. «s^ ain mal* I. 6. kettenltn X.
7. verslozzen X. 6; h^tl X. 9. ein X. 10. aisen W. 13. mtisst X.
16. leidet W. 2) 1. wdgetrauen I. W. X. versch^ss X. 3. hcrr-'
«ftn X. 4. erlitten X. 6. reitten X. 7. hailig W. haiig X. irs W.
iO. raifise W. 11. gein himellW. hymll. 12. bitten X. 14. michll.
15, schinbain W. X, 3) 4. ain lieb ich ir geMnge W. g«tirangeX.
6. «inUscheW» gerettW« 7. zartltchW. «» kSbschIfchl. 10. hoiv«A»
^in X. 12. keren W. 14. fert W. 15. hyben W.
VIII. 1. W. X.
Oswald's Ungernzug im Jahre 1419.
1) 1. pul W. 3. ungerechten W. 4. wegen « billen W. 6^7.
f«U ^ quall W. & hing — leiblich — Stangen W. 12. mufls X.
b«iteii «a» warten W« langen IV. 14. hungern woH W. 18. knettM
mm Yetten W. 19. geten atatt knetten W. 2a fehlt ganz W» %L
bdssei W. X. 2) 1. pre«bai:g W. offenlech W. ofenloch X. 2. dM
UnU) ich alle czeü in dem rftt W. ebsser X. hatten X. 4. difurher
=^ firher. 5. «eldt X. 9. nntwurt X. 10. hdtt X« h^ W. peMri
W» 11. ewer W» X» ventempt X. mar X. 3) 1» noch m mScfat
W. 2, fqFdreicb W« stmasa W, X. !k flegs X. 6. kSmpt W. tA-
Achaft X. 7. verb6tt X. 8« gdn W, rugg X. 9. ungerlant W. X.
10. aetela W. aatteln X. 12« das W« t=s dAmll L «chimpfa X. «Ig
ginnhen X.
IX. I. W. X.
Genrebild aus Friedrich^s lustigem Landleben«
1) 1. fslanffen X. & lecM W. X. der leltat sey gßt vttrteylX.
v«Ayt W. 7. Bit fehlt W. X. 6. Wb X. 2) 4. lamt W. X. JL
m&al X. 6« ew W. X. her X. 7* bette X. 8. Umkf W. X.
3) 1« gätt X.B= za h 3. nngeUehen W. X. 4» stob« ais irteenW«
mWbß X. 5^ bar X« 7. ew X. werdt X* 8. poUinischeai W. pol«-
tanischM fiytt X. 4J 2. feile X. 3. ertereiek W. X. 7. nidit X.
5) 2. hausdiereltn W. X. a aehaden W. Am Bade : 13 «enantti
Anfangsbuchstaben mit leerem Raum ohne Text, wahrscheinlich ftlr ein
gleichartiges Gedicht, das aus Rücksichten unterdradit worden int.
X. I. X.
BeUgcrnnf von C}rei,feastein im Jahre 1417.
1} 1. wolkenstain X. ain fehlt I. 3. cd hnrss X. 2) 1—2.
fjlat — plut X. I. 3. banczer X. 4. liessens nns.zu leeze. 3) i.
bandfrerch X. 3. uM I. 4. fridiitch X. 4} 2. gesehaeh X. 4. arm-
iMTttrt X. gebielt X. 5) 1. ^epawren X. as die pawea I. saut X.
4. nadigepaimi X. 6) 1. g\5gg\ I. 3. flevss X. .7) 1. ritten X.
2. Mf«iDf X. faran X. 3. fraidige X. 4. vergernen X. dervenX.
XI. I. X. W.
Oswald's Reise nach Deutschland 1409.
1) 1. lodewig W. X. 2. by rtpi W. 3. ttn W. 5. braale W.
feit X. & sehraate Yf. 13. Uariteh X. 14. badtch W. X. »L
wisshait X. W. 24. per jna foy W. 25> gelmwen W. 26. fe»
macheUa von spphej W. gemtcheln X, 2} 1. haidlberg I. sg» hai*
dehveüg W. X. 2. lob L W. X. 8. muss W. X. 11. mSccliii W.
12. Jlu«zlhi W. 13. kedachein W. kadrichti X. 20. bandl I. 19.22.
irohlgezJert — mgefiei« X. W. 3) 1. kdas X 7. new W. X.
a oeckerowW.X. 0. scjiem I. 13—14. nff — schaff X. 22.4ivch
den W. 23. gedecket X. i24. fuxsea W. X. I. 25. mdder X. 2&
loff W. louff X.
XII. JL W, X..
Oswald Sigmund's Gesandter ,gegen Friedrich am Rhein
1426.
1) 3. wiertX. 6. gemute X. 12. haill X. 16w Jiistschoff X.
17. gn5ss X. ia her W. 23. node X. 29. micW L dcam^ X.
2) 1. geMt X. W. 3. edlen W. X. 4. frewlin W. X. IQ. einen X.
a. kaa W. X. 17. kus W. =s: haiss I. 23. bc^hart X. 27. ei-
Mit X 2a schawn W. 31 schaod X 3ä. mandelX. 3) 1. hai*
delwerg W. X. 2. rayt X. 3. wirdiklkh W. X 4- ial. s=i ifVf
W.X. tryel X. 6. marggrftf X. 9. alleW.x. 10. frumikaitW.X.
16. wIn W. = jftmer I. 21. myett X. 22. eerX. 24. mandelW.X.
90. hftl X. 82. sdhaid I. » schalt W. X. 4) 1. v51n W. X. mei-
nem W. X. = ainetii I. 2. schiffen W. X. 3. aach W. nnft If .
ein X. 4. wielg X. 6. kumberitch If . X. 7. coln W. X. 12. furder-
afcseX. i&kfiitUAeiaL «3.graffX. aft.»agirt«.X. M.pfilrdW.X.
32*
900
XIU. I. W. X.
Oswald'fi Gefangenschaft 1426—1427.
1) 1. aubenteuerX. 2. Ich das erste mahl fehlt I. verlage W.X.
3. haidlberg I. haidelwerg X. 4. was W. s= stund I. 5. yerlantW.
Übersee X. 6. grdss X. holggen W. 7. pumitn X. 2) 3. sentft W.
septä X. 5. hm X. 6. kung X. W. h^tt X. hat W. 8. kindUn
W. X. 3) 4. yersldzzen X. 8. verferrent W. howenstain X. ' 10.
versteret W. X. 4) 1. winckl I. 2. zw^n W. bdyen X^ 3. nicht X.
5. ward X. 7. gogelhait W. X. 9. trauriklich X. 5) 1. darinnW.
SB also I. ettleichen tagk W. tagk X. 4. ward X. 5. hinten X.
7. marekel X. 6) 1. insbrugk X. 3. pfard W. X. 9. zerraiss,
auff X. 7) 5. bain X. 6. aatem W. autem X. gieng W. X. 9. ver-
ßwellt X. 10. das Wi = des I. 8) 1. weip W. 3. letp W. 5.
koczt W. X. 6. bomhart X. 7. buxs W. X. 9. hofiem I. 9) 1.
frolichkait X. tunkel W. 3. phalczgraf X. 5. faick X. 6. sd gar I.
CS dd gar W. 7. ouch X. 8. krüt X. auss X. 9. was ich ab dem
viwst W. viersst X. 10) 1. leuss W.X. 4. trumynnerX. trangX.
6. gehört X. 6. bedört X. 7. houbt X. hawpt W. 8. als es mir
▼on ainander wolte W. 10. gelieben I. U) 2. tregsazW. retten X.
1 — 3. greysnegger — neydegger X. 4. saldenhoren X. 6. hdchge«
pom W. 8. tat W. zom W. 10. von holcz nicht vil geporen W.
12) 3. ouch X. 8. hendlin X. W. dorumb X. 13) 1. auss X.
rett W. =s sprach I. 2. raten W. 4. ,kint W. kunt X. versliessen
W. X. 9. nrsach W. 14) 1. gebdtten X. 2. vancknuss X. 3. ver*
sigelt W. &=s geschriben I. 4. friedreich W. 6. körn X. s=: kaum I.
8. heulen W. X. = honen I. 15) Diese Strophe fehlt in I. und X.
16) 1. wirdich X. W. 5. mit aller gail L = üppig 6r W. X. 8.
vil fehlt I. 9. verdiente straf von seiner macht W; 10. bestdt W. X.
Am Ende hat die W. : Ultimus o^rersus est verissimus per Oswaldom
Wolchenstainer, in rother Tinte.
XIV. I. X.
Komische Beschreibung des Unfalles der Deutschen za
Ronciglione auf der Romfahrt Sigmund*s zur Krönung
1431—1432.
1) 3. grauen X 5. bapst X. 7. bracht JL 9L UiwdUi X..
10. pawern X. 12. lieffen X. 20« der van X. 2) i. straus9 X<
5. janko X. 91 oheim -— sligk X. 10. zu den lachen X. 15. bick X.
16. grasschel X. 18. musschl X. muschl I. 19. vels X. 3) 1. herX«
2. knimppe X. 3. achsl I. 4. hinten X. 11. durch ain pun X.
12. om X. 19. bune X. 4) 1; blaw X. 2. schrayX. 8. weyh X.
10. erblawen X. 13. eontd X. 14. pfaiff X. 5) 5. emphand X.
8. gebeidit X. 14^ erstreicht X. 16. kreyssten X. 18. reissten X.
20. seyeht X.
XV. I. X.
Miss liehe Lage des Kaisers zu Piacenza auf der nlimlicheH
Romfahrt.
1) 1. ougen — prenden X. 5. lumpardie X. 11. teglichen X. I.
2) 1. kouifen X. 5. canczelye X. 9. zingk X. 11. leberltn X.
12. sutten hechtigfn X. 3) 2. uns freud zu geben X. 4. ohem X;
6. peuti I. 4) 4. misst X. 11. Videlt X.
XVI. I. X.
Oswald's Verdruss über seinen Zwist mit dem Bischof von
Brixen 1430.
1) 3. behauset X. siez X. 5—6. tur — spur X. 10. verdacht X.
11. bosayers X. 13. bozem X. 18. loubs X. 20. howenstain X.
2) 2. brixsen X. 5. widerdriess X. 6. fuss X. 9. fraueltche X.
14. zand X. 20. gogeltche X. 3) 1. wond X. 3. marckt X. 8.
geren h6tt X. 10. perczH vli X. 12. stultX. 18. huIffX. 19. staffl I.
4) 1. maycz X. 4. gan X. 5. wys X. 13. wolf X. 14. dein wtnX.
17. heir X.
XVII. I. W. X.
Oswald's astrologischer Glauben«
1) 5. formieret X. 6. purt X. W. I. 8. nfttftrt W. X. 12.
tagleichen W. 13. maisterleich W. 18. fluss X. 19. mannen W.
mannes X. 23. fuge X. 24. zu im X. 27. seinem X. 28. tarant
W. X. 30. ein ss und W. X. 2) 3. gett W. X. 5. fröudig X.
fradig W. 7. slaflFrig W. X. 10. antlicz X. 11. eugellein W. 12.
nymt X. 14. frö W. mer X. 22. sybel X. 23. lugeren, lugem
W.X.«B lugen I. loHgen X. a langen L 29. dtin W. lebsonX.
92. pewertW. kewariX. 3) i. geüderW. 3. tiMnlW.X 4. alM W.
s^m X. 9. volgk W. X. 10/ stellmi W. Poubeii X. 12. sehentW.
sch^t X. 14. iHB der praw X. 15. mSlig X. 17. adelar X. 20.
zwilig ohne 66 X. 21. eristan X. 24. staittmetzen W. gold X.
4) 4* edl I. =x edd X. W. 6. b&er X. 5-*-7. sehiasen — tefdris«
seil W. 9. nnir W. claia boubt X. 10. runt X. U. jm» W. ss
hti h hrfiw X. 13. missMuig W. X. 16. bugldch W. hi^ichX.
18. waidenltch X. 20. goglreich I. 23. pullen W. bSlen X. 25.
dick hals, klain houbt X. 27. lanck, krumb X. 5) 1. satarn I. =a
«abtren X. 3* b& X« 4« stät W. X. 5. mefdeii L roubra X
6. frowen X. schenter X. 7. svretem. W. 9. engrin W. engring X. I.
VOH ausßeii X. tasig X. 12. tordcht X. törötht W. 14. wanckl-
hait I. 15. üsrichtig X. 16. fluss X. 18. wazzerman W. 17-^20.
stehen in W. vor 13—16. 23. zu kunfft X. 24. nyeiit X. 25—27.
adel, tadel W. s=s adl, tadl I. 32. orewcz X.
XVIII. I. W. X.
Oswald gegen Huss zur Zeit des Basler Konzils. '
1) 1. grans W. granns X. 2. diek W. X. 3. simm X. 4.
newr X. 6. loff W. X. 7. prüft X. 8. behem X. ouch X. 10. fe-
dern X. 2) 2. häbick W. sparwer W. = sparber I. X. 3. baissX.
4. tympelHeren W. 5. edel geflechtW. edel X. 6. ganns X. 7. ge-
bissen X. 8. me da X. turfift X. 10, wtsen W. 3) 1. edln I.
2. wirdichleich W. wirdikleich X. 5. gross X. 6. forchtikltchW. X.
7. ew W. X. 8. maister W. X. = herren I. 9. alden X. 4) 1.
Bagger W. X. blawf&s X. 2. edel X. 4. cw X. 7. al W, 8.
swaymen X. 9. stöst W. lös X. scharpfflich X. genns X. 5) 1. jt
W. X. 2. lüciför W. • 4. wenn X. . komst X. auss X. fremden X.
ferre X. 6. wietstfl — verlaassen W. 7. geferten X. 8. straassen
W. mochartü X* 9. wilrt de» wigklof W. wigkloff X. 6) 1. weit
W. 2. kalt X« 3. gdouben X. 4. kramppe X. 5. vogt L 6. vor-
alAadt und tSi sieh etc. W. 9. ml W. 10. gedenken X. 7) 4. tw^
Wadkft sich etc. W. merklteh X. 8. bosst X. vindl X. 10. dt-
Bt\b W. 8) 1. brailten X. f&» X. 2. wolt X. 3. fal X. 4. watf^
tm W. 6. grauselicher W. grauseltchem X. gratsslkhem I. 8. be^
tted W. *0. y^niddtcluir W. 9> 1. gaaail I. orMtft X. 2. i6
efiBtt ms W. iKlffl X. zoren X. eigelabt L W. X. 6. Ulnm X.
& gel0uben X. 9. atö W. 10. amen fehlt W.
XIX. I. W. X.
Oswald's Ung«rnzt|g 1429.
1) 1. chain W. «Uend X* aod X. 2. fremdanX.W, 3, wenn
W. X. 5. 6. b^dört, gehört X, §. gen dem W, X» 9. wenn W,
IQ. aubent X. genOss X. 11. stauben X. IQ, mich bas erfrewtW«
frowet X. 2) 1. rumppeln X. 3. zway X. 4. darinn W. dorin X.
5. das mir gewiert W. gewIrt X. ^. Wert W. 7. veryerl X. W.
9. disonaatz X. 14. wideiHvarti^ait W, X» 3) 3* krawbe W* grawe X.
4, slauffen X. 6. das^ W, =? des I. phlag W. 7, ja W. =? aw I.
sft X. 8. ains W. IQ. war W. 11. huner X. 14. n^anchen zwick Xt
4) 1. jnanX. 2. ziecbenW. 4. rutteW. X. 5. dun^kX. 9. WuU(p X*
9, habt ir W. 13. hangt W. 15. dorumb X. 16, ew W,X. bos^X.
XX. I. W* X.
Rtiekblick auf sein Hofleben.
1) 1. 5. werche X. 6. geweltiklfch W. machtikail W. X. 9.
darfft I. 10. 6r X. 13. des X. =* sein I. 15. meniger W. 17.
schaml I. 2) 1. spewr X. 3. rue W. 7. ficr W. 12. der helle
lacz in facht W. 13. genössen W. yindt X. 14. 16. schulde, halde
W. 17. beweysen W. 18. v^rscKlickt W. X. 3) 2. suchen X. 4. ge-
leichen W. 6. hoptern W. X. 7. sechen X. 8. ainr X. 11, seinr
X. =r seiner I. 13. wenn W. alleczeit W. = allzeit vast L 15.
himl I. obrlst X.
XXI. I. X.
Osiyald's Ansicht über die Stände damaliger Well*
1) 1. bftbst X. 2. haiig X. 3. ew X. 4. sa*lig X. S. Wh^
Itchen X. 6. entwer X. 7. glouben X. 9. edel X. 2) 2. chrlsten-
hait X. 4. bitten X. 3) 1. schierm X. 3. wert X. ss mdrt I.
3. dts lebt X. 4) t. 3. ^eporn , verlorn X. 5) hertikleieh X. 7.
dHirdinal X.
XXIL I. X.
I bitterer Erguss d^;» Dichters gegen höfisches Wesea gei«r
I ne? Z^it.
O ß. sweift I. 10. gfist X. 11. fcdi X. i». MgiiitlMi X.
804»*
17. ecwir X. 18. dienst X. 19. wew X. 2) 6. torleicher X. 8;
vindt X. 11. wierd X. 12. guellt X. 15. dem X. = der I. 17.
lutzl I. 18. bun X. 3) 4 secht X. sech I. lüczel eer X. 10.
nyempt entümt X. 13. alder X. 15. zymt X. schaffes wat X. 17.
geiUikait X. bodems X. 21. dick X. pro o£Pt I. 21. sundigs X.
26. übel X. kerleicher X. 4) 3. nicht X. übel X. 8. nagl I. 10.
iegltchen X. 16. leyt. 26. fremde X. 5) 1. oxs X. 10. frowetX.
manchen X. 12. salikait X. 20. kompt X. 22. freundt X. 23. bet X.
xxm. I, X.
Gegen das Volltrinken mitleb-ender Genossen.
O 3. churze X. 10. nähent X. kompt X. 11. solche X. 13.
noch X. = wol I. 2) 3. daz X. 4. geschlagen X. 5. went X.
7. solher zeich X. 9. Mssig X. 13. sundt X. 14. michl I. an-
dachtikltch erzundt X. 3) 4. dez X. betretten X. 5. segste X.
kläglich anpt X. 6. swaren X. verdampt X. 7. erlampt X. 8. stet-
ten X. 9. subent X. 10. lammen X, = ketten I. 4) 6. wussterX.
11. geit X. 5) 1. houbt, 2. beroubt, 3. betoubt Xr 10. vemunft X.
16. löblichen X. Am Ende; das lied singt sich in der melodie : der
himelfurst mich hewt lewar.
XXIV. I. X.
Gedanken im Alter.
1) 5. fraaeleiche X. 6. daz X.. ^rzunde X. überall w statt u.
14. alden X. 2) 6. dienst X. 13. furchtikleichen X. 15. plumen X.
3) 6. swarlich X. 12. h^t X. 15. des X. == der I. 4) 5. mere X.
9. n^ret X. 11. wert X. = beret I. 15. zorn X. 5) 3. uberal X.
obral I.
XXV. I. W. X.
Oswald's HöFle.
1) 2. wurd W. 3. clainen W. 5. vercheren W. 8. chomenW.
der salb W. 11. irem W. X. 12. kamer X. erzunt X. 16. sSntaehl
W. sundst X. kouf X. 2) 3. chammer W. gezellt X. 4. quellt X.
5. leihen W. 6. fewr W. 10. razz — erschrecken W. 11. salb^
W. 12. unchausch W. 13. chreeW. 14. sachken W. 15. wurdW.
16. mess W. 3) 3. cheit W. kell X. 5. chiiin. 13. chlAr W.
«05
15. war W. ungpelo&beii X. 16. checzer W. 18. blitzen X. 4) i«-
presawn W. 3. smach X. 8. roaber X. 12. schautzen W. X«
i^dhricken X. W. 16. gestaldt X. von gestaldt und Uaid X. 5> 1.
ckeich W. 3. autern X. hasig X. hasltch W. 7. fifrkouf. X. 11.
beswart X. 12. czagnuss W.' zagknuss X. 14. munich W. 17«
gadms I. gadens W. gadems X.
XXVI. I. X.
Oswald's politische und kirchliche Denkweise.
1. angevar X. 2. weide. 4. lant X. 24. hopter X. 25. houbtX.
32. wurf! I. 38. zlieb X. uberman X. 53. guter fehlt X. 54. durch
in abgruntlfch in die hell X. 56. gar fehlt X. 57. was X. 59. ge-
rechtikait X. 60. weder umb lieb gab oder leyt X. 64. des mynder
statt dester X. 66. sunder X. 75—76. nam — kam X. 78. den
tewfeln X. 79. verloufft X. 80. reten, g&b und myet.X. 81. zengk-
nnss X. 83. kompt X. 89. zellen X. 90. derselb X. 93. garllcben
X. 94« selten X. 101. yenem X. = dem ain I. 104. krat X.
105. sd ist das recht in seiner haut X. 107. des X. = irs I. i09.
trib X. 118. argkwonleich X. 121. sundt X. 122. wechsln nas X.
125. stät X. 127. zympt X. 134. unseiger X. 146. regieren X.
148. habent X. ^153. doch dannen her X. 154. gesaczt X. 156. sant
petern X. 169. ffür X. taile X. = tail I. 181. als er das soll von
rechte tun X. 182. sun X. 184. und ir gen6ss X. 185. pschichtX.
187. durch sy das recht vil mer erkrumpt X. 188. wann das von
anders yemand kumpt X. 192. si mach künoen X. 194. wie X;^s:
als I. 195. piegkaney X. vor 200. hat X. die Einschaltung: das
durch die gierten für und für | zu mercken ist ain solche spur. 201.
suUen X. 202. zu Wren X. =±= zu g6n I. 203. hoptern X, 206.
verebte X. 211. keyser X. 212. hän X. 214..mugen hin X. 216.
recht wol X. 218. gewonhait X. 224. man X. r= nit I. 230. ver-
bradit X. 233. als X. 234. des grossen meresX. habent X. 24L
gwonhait -^ vergundt X. 246. mey den kurzer X. 247. und gotlfch
reformieren X. 251. gwonhait X. 254. peen X. vellig X» 257.
ain yeder sach der ist geseczt X. 265. und dise weit darczu etc. X.
266. ndtdurft X. 268. vemuftikltchen X. 277. pawer X. schlifft X.
278. oxAsen X. 280. gewandirl X* oder L X. gelArter X. Ntoh
2Ba. fiel aiü Versekmi mnr 4er I«. der Yerv w$ i dt» man o^^ s^m
am öden gtttch. 289. und der aieh sdbs X« 390« ew X. 302. ^^
Ueh gwUseQ edel uad weys X. 306« darff. 31$, rftlmaMii; X«
360—361. verklärt — bewart X. 370. sytt X. 35)}. niemand X. n
kainen I. 353. hiis» X. = hisi h 369. kiaertob X« 403. dieiaX.
403. buchern X. Am Ende die JaloszaU: 1438 kaeo bbala toa^plitt
per me Oswaldum militem X.
b. Minnelieder.
XXVII. I. W. X.
COen einfttnuigm Inhalt der nadtfolgenden MiBBeU«der wird der liesM
aweh ohne Inhaltsangabe leicbr entnehmen.)
13 2. knien W. X. lufll X. 2. tuSi X. 3. TerouBill X. W.
6. Bordpste W. X. I. 8. prufft X. 9. Tinsterm X. W. 13. libnl I.
14. aeyil, droschlX.' 16. gesangk X. 18. geniet W. X. 30. g»*
seilen W. 22. lutil I. 23. rufften X. rieffen W, wftfen W. 29.
freuUn W. X. 26. kunnt X. 2) 1. schlucUtn W. l-~3. wey»,
gleiM, leifls X. 2. onll W. «=: im I. 4. M W. X. 9. loiff X.
7. bren X. 8. er finden de( W. 12. knmpt W, kompt X. 16. vtm
W. SB g6n I. 20. täten X. 21. seaOleik X. be*ldisen X. 3) 2.
•jnnie W. 3. gall W. man en W. man in I. 4. kunnt X. 7. tcoht
W. 12. wereit W. 13. emberen X. enperen W. 14. tübenl X.
1& aeh X. 18. höhster W. 20. watten X. 24. sunder war W.
25. sesamen W. X. 26. nrnbiiaaigeii X. blanck X. W.
xxvm. I. W. X.
1) 1. TBriieng W. 2. bald W. sträs W. 5. bys ^üs X. W»
a Vf. 7. atftt W.. 9. dim X. dran W. 11. diser X. 12. PMg
dft X. W. woU W. 16. wangk X. 21. kwate X. 23. silen W.
30. seiBt Vf. 2) 1. brtf W. brvff X. 3. ze hiUF X. 5. dt« W.
6. segls I. a gipbel W. X. gipffl I. 9. timtn W. 15. cluwaa W.
kampas X. 22. dft — A W. 24. hutt W. X. 25. aoghM- W. 9)
e. guen X. 7. lirkela Vf. X. 9, tue X. W. 14. kwaen X. 1».
veratUMB W. X. 22. jagkt W. 24. scndte X. Die W. hal in
Mih eiw» kkiaiB Baiaate^ 4ia X. alMriMhl.
X
XXDL L W. X.
1) 1. seusst X. wintW. bind! I. 3. erkennt X. 5. krichenW«
7. krändten W. 8. portigäl W. 9. end X. 10. regniit W.X. edel
X. edl I. ii. zn bott gesennt X. K. norbognisph W. X. ge«
slechte X. 17. panten W. 19. sy fehlt W. 29. missHng W. X.
lunaart X. 33. 36. sldf, BtHt W. 37. ze W. 41. lieblelch W.
2) 1. laiwes W. = laures X. I. 3. zärtlich W. 5. widerza'm I. W.
6. misfallen W. dich W. ä= dir I. 8. sorgleich W. 9. mutez W.
mutes X. 10. wunnesdm W. X. 12. gan W. = yan X. = tin I.
43. pömes X. pammes W. silsser = heller W. 14. des = das W.
gram W. 18. 6re W. 20. klaffer W. ;= merker X. = mcrcker I.
23. daz Ich wolt sein ein ainema! W. eben so X. mit animal. 24. yft X.
31. gann W. 34. plind lieb die hat X. 36. trahern kind W. tnP-
hers X. 37. augeltn W. ogltn X. 40. sliessen X. 3) 2, frewe-
lein X. rett W. 3. ist an mir W. klein X. 4. seind W. 6. trn-
mittn W. 7. solcher W. X. 9. spaczieren hrein X. spaziern W.
10. srerkitch X. 11. reyn X. 13. Iftsst X. 14. magathein W. 16.
eugelein W. 20. geb W. 22. tadls I. = tadeis W. 23. behut sant
balthazar X. 24. ungeswS'chet W. 27—28. sleusse — beleiben W.
29—30. in W. Rändglosse, in I. X. einverleibt. 31. mait W. liesW.
inn W. 34. zendty W. 36. Johannes W. 37. umbfähen W. X.
XXX. I. W. X^
1) 8/ snebes W. 9. rersmagen W. 14. dlrlein W. gras, wiirmly
^erlj X. 15. Toglein smyrt W. smyerbt X. 19. qndl W. 30. ge-
pawr mdt W. gepawer X. 22. gefild W. geuild I. 23. enzalgt W.
25. ii«ielt W. 27. orsch W. Srsch X. = rds I. 28. esl I. ssesei X.
40. verbsDgen W. 44. btn W. X. 2) 1. quientieret X. 2. Üskad-
tferel X. 5. sanieret X. 8. Reez beyssen, birssen, schissen, da«ben
W« balssen, bierssen, tauben X. 10. mayt W. X. beklait W. X.
15. g«zellt X.' . gevellt X. 16. greslfn baden X. 17. yegkl!^ It.
9i. dro^chlein W. troschel X. drosekl I. 23. all tn dem laod W.
24. trag W. 28. bestraichet - W. 29. eyne W. 36. myed»raittW.
41. hat W. 44.7rembt W. frumt X. 3) 2. höhe sprung X. 3.
phlicht X. 10. wenglein W. 11. bötten W. X. 15. neglein W.
M^ A# Min fr «In midMl tal »ilafth Wl g«wttmie»X 18* sitzen
pflegen sy snnder pankh W. 19. umbhankh W. den X. 23. ten-
marck X. W« eyfen X. 25. buckardy W. bickardi X. 26. nappel X.
Romaim X. 27. reynstraam W. '
Das Ritorneü dieser Strophe .in X. W. verdient besonders aufge-«
führt zu werden.
Dd zeysiy, musly Clerly, metzly
susly, fasly endly betzly,
henne, klusly dont ain seczly
kampt ins hussly rieht ewr leczly
werfen ain tusly vach das veczly
süsä sussly ' dülä heezly
Hinnä groussly truczä dreezly
wel wir sicher hftn. der uns freud vergann.
finis est.
XXXI. I. W. X.
I
1) 2. tyspitiem W. tyspietieren X. 3. namenX. 6. höchenW.
9. junglingk W. 10. weyss X. 12. ganeze X. 16. frewlln W.
22. phenning W. 23. Wn W. 24. vol X. 29. verkuppelt ,W. X.
krays X. 32. loff W. louff X. 2) 3. kamer czicze W. czitze X-
7. reitten X. 11. geritten X. 13. guttat W. ^=: gut und I. 14. wann X.
17. höchen W. 18. entbicht I. 21. verwegelejchan W, 24. newr
ain W. SS meinem I. 26. grieswartlin X. W. 3) 1. junglingk X.
2. zwier W, X. 6. erloufft X. 8. werdt X. getouflfl X. 9. falant
W. 12. tofflich bewart W. X. 15. fliessen X. wenn X. 17. tur-
niern I. 19. pewtl I: 21. edel gestaine X. edel gstaine W. 22.
^nug X. "25. war fehlt I. 26. werdt X. hold X. 28. wann X.
I^old X. 31. bekuczlen W. 4) 1. hän W. 4. auf dem nack X.
5. ainlif W. X. 6. empfallen X. enphaUen X. 7. tiefe! W. X«
9. zeuch W. 10. pewfl I. an W. = van I. 13. hüner W. X.
18. seyd ich hftn W. 21. derwelhen W. X. 22. newt W. = nit I.
ku X. 26. was W, = wes I. 28. uberstritten X. scharf X. .29.
maczen W. 31. mustü W. 33. stritt W. 34. al X. 37. antea.
38. gehören W. X. 39. verkwanten W. 4. schnattrot X. mdr l.
■ *
XXXII. I. W. X.
1) 7. yley<« X. iO. firdleidi W. i7. die W. sf idl L i8. )w-
£09
seaffle X. ,20. gir W. ,21. newr W. went W. weckt X. 2) 3.
angeslauffen W. X. 5. ferr X. 10. offt X. 14. brenn X. 48. dann L
= gar W. gein W. 3) 2. gröt W. X. 5. durchgeet X. 7. chum
W. 10. erwachen X. 11. ru W. X. 12. fru W. X. dorczä X.
14. bettlin W. X. 22. am Ende: etcetera. Amen. W.
XXXIII, I. W. X.
1) 2. entfärbet W. X. 3. tages W. 7. &n6 W. 8. kl6 W. X.
9. wunnikleich X. 12. frowen X. 17. minnikleich X. 22. gedenck X»
23. an W. = in 1. 29. weip W. 2) i. schow X. 11. emphan-
gen X. enphangen W. 14. janck W. X. 22. gefuret W. 24. schar-
lieh W. 25. schieret W. X. 27. weipltch X. 29. wenn X. ' 3) 3.
weiss W. X. 9. ew — versichret W. X. 10 — 11. owe — towe X.
awve — tawveW. 19. ew X. 20. kuler X. 21. clär W. 30* solche
X. W. Am Ende : et sie est flnis hnjus.
XXXIV, I. W. X.
1) 1. weip W. 2. yerdisch W. X. 4. frowW. X. 9. engeUt X.
11. geblennt X. 12. verslaaffen X. 15. zoltch X. zennt W. X.
16. aabenteuer W. aubenteuer X. 18. ew X. W. 19. blaeen X.
21. poliert X. ewX..23. sollen W.X. 2) 2. houbtW.X. 6. lasstX.
9. ewikllch X. 12. riehen schätz W. X. 14. durchleuchtig W. 3)
1. nähet W. 2. frow X. üflfW. lugen X. 3. warner X. 7. gauiÄX.
8. frowen X. W. 9. üss W. 11. trawm X. 12. furcht X, schld-
Itchs X. sech — inn W. 15. pawm X. 16. t6tt X. ^
XXXV, I. W. X/
1) 1 — ^2. grusse =s s&se W. X* 15. owen X. 26. angerweyt
W. X. 34. gespalt W. entspalt X. 39. ein X. 41. kI6 W. X.
4Si. srA W. snee X. 44. s6 W. see X. 47. droscht t. 2) 3. gar
achdn W. =i hübsch I. 6. schawne W. = schone I. schawne X*
30—21. huglich — tugltch W. X. 26. virloftncz W. .30. zir W,
34. ein X. 37. wers. erkoren W. 49. bulbegeine W. ss pulbegine L
bulbegyne X. 3) 1. kupffen W. 2j stupffen W. 11. yns W. 19.
«6zzen W. 25. dusch W. X. 26. kuscli W. X. 44. strit W. X.
15. Winkel X. winckl L 48. laanigen X. W. 49. Tertrtbea W«
50« pliilMi feUl W»
XXXVI. h w.x.
1) 1 . edel man W. X. edh I. 2. frewltn X. v 3. mit X. = ans I.
4. genld W. X. 6. ew undertenikleichen W. bitten W. X. 7. vcr-
eHendt X. 8. mass X. 10. Ids dir W. ew frow X. 2) 1. wol gfin
mir W. liessl X. 2. ew W. X. 3. ew W. X. 4. lait W. 6, freu-
den W. 7. sein W. X. sssgesein I. 8« scfaowen X. 10. powuenX.
wolt W. X. 3) 1. frow W. 3. vil jär W, 4. dienst X. 5. himd-
rtch W. 6. sendleich W. 9. leiblich creatür W. 10. moss X. 4)
Diese Strophe 1 — 10. fehk in W. ganz. Aber X. hat sie. 1. wellt X
6. lussten X. 7. ouch X. 8. erfrowen X. 9. ewer leiser bort X.
10. grewen X. 5) 1. difrst W. 2. ewer W. X. wandl I. 4. frew-
Itn Vf. X. erhör mich X. 7. saligs W. X. 9. ogltn X. 6;) i. ew
W. t. 3. ew W. smfth X. 4. beswart W. X. 7, frawen W. 10.
leip W. = Iob I. entumet W. 7) 1. ew W. 4. ew W. ew nevnrX.
6. ew W. 8. dienst X. 9. frow X.
XXXVII. I. W. X.
i) 1. austerweites W. auss X. 3. betrübten schmercz W. 4.
mynnikltches X. 5u süss, snablin X. 2) 1. dierenW. 2. vokierenJL
3« synbel W. s^wel X. sybell I. 3) 1. £z»rte W. 2. weipItcheX*
3. weide W, 4. sendltches W. üennUches X. Am Ende lial X: dA
ausserweltes cchons mein hertz etc. ut «upra ^tc»
xxxvni. 1. w. X.
1) 1. Froleichen X. 5. höh X. 9. lAh X. ii. röh X. 11.
aprechen W. 15. enphlAdi VT. 17. lielM W. ist das X. waisst X.
tLnAX. 2i. liwi W. statt burd. 2> 1. mipMche W. 3. 4.
airftf«, «oifea W. 7, 'verlfaven «tau verMran W. 9. her 4Mshri«k W.
i&.ftemden W« X. la ant W. bIteB X. 31. i^Mehea 'W. 32.
bügWah W. kogttek X. qanil W. S) i. sealriohe W. 3. liiMg<
m «. tfidert W. i4. «Ife X. if. hälkn X. 16. «raH X. im
BniBiHtX:«te.
XXXIX. I. W. X.
i) 4. wen X. 6. slaofta X. 7, «u Ut W. X. 10. cVhttd
W. X. 11. sttMel K. W. iX, mMMi Vf. iS. kmpt K. Htar
flidcMi in W. die Verse 90—36; uiuerea Teztee,' hI
«ff
iS^^-afk M. wenA W. 30. clnmtk, kflllry X. It W. liUt «huttk
ganz. 31. jaiMdehis W« 23. vordmtz W. 25. pin ich fehlt X. 38.
4Aaiitdis X. 25. 26. 26. in W. laiateA : bin ich fenctltch des diui«i«^
leine. 29. xylertel W. 31. kern W. 35. geit W. 3& eeitftt X.
2) 1. naredel, 2. gredel^ 3. rube« W. X. 5, fleisch W. X. 7. g«t
if^ faule taseh W. X. 8. schussl I. scbissel X. 9. wet = petl W«
kSkitxel X. kintil W. I. 10. der dieren fleck« X. 13--24. fMm
ganz in W. 13. gret X, laiilF X. stadel X» 14. nadel X« 10»
gabel, drischel X. gabl I. 17.. reiUer, sichel X. 26. gredlin X.
30 — 33. lauten in W. : deinen rock, pock, so wirstü ain lock. 34. vir
sdiok W. X. 36. mayen W,
XL. L W. X.
In W. ist die Onhrong der Strophen dieses Liedes sehr verwirrt.
1) !. haH W. 2. beteutet X. 5. Möss X. 10. ftehh gmi W. 11.
gtl X. 19. ibgel W. 20. amssel, droschel X. 21. zyseltn X. 22.
ktiktich yr. guggukh X. 2) 1. schall Vf. 2. tall W. 3—4. «ne
quall, aberall "W. 6. rAie X. 7. blas X. 8. michl L fO. TtrfT 1f.
41. enlrennt X. 12. Mennt X. 44. vrent W. weimt X. 15. dtien
W. mynnikliche X. 16. tolret W. poDret X. grfmmBdetch X. Nach
16. Einschiebsel in'X. : ieh her dich ivol du trübst die frowe mein«
Am Ende hat X. den Beisatz : etc.
XLI. L W. X,
2. bedeckt Vf. ubral h 3. puhel W. X« 4 auss süssen X.
vogelein W. 6. droschel W. X. die fehlt W. 7, fleucht W. X.
9. gogoleich liV. vogeltn X. 18. elend W. 19. weüent X. 22. kun-
gel, zeyi^el W. X. 28. sing — chaucl W. 37. krt statt lirl W.
38. leich statt lerch W. 41. heu W. 51. zidiwik W. 53. grall W.
Das Folgende im Text hat die W, allein. Das Lied ist überhaupt ein
in der Formbildung sehr schwankendes und verwirrtes , weil die Ge-
berdenspiele und nachgeäfften Naturlaute dabei die fibuptroUe für den
Zuhörer spielten , so dass der Text selbst nicht, zinächst in Betracht
kam«
XLIV L W, X
ä) &« «ft IK« X. 6. ^ W.. si» a.J|.Tn|iirfiliWiiili W.
tl. gern W. jds6ph«l X. 19—20. schier — gier X. 2) 5. komer W,
6 — 12. lauten in W. wie fdgt, Terkttrzt : schidIfchcäP wages jgrunt, tot
dem iHttmn und daraach wiH erczurn. 7. telephift X. 11. grund X.
12. enzund X. 16. durch dinch alle — W. gute W. 21. unfrudW.
22. elenden W. eilenden X. wut W. wut X. 3) 1. hanb W.
hoübt X. 3. slauffen X. .6. twingt X. 11. krafft W. X. 13. nye-
mand X. 15. .geroscht X. 16. seufften W. X. st6ss X* 17. w6W.
21. possl X. 22. enplöst W. emblosst X.
XLIII. L W. X. ,
1. woU W. 3. enkagent W. engagent X. 5. unverchart W-
6. mort W. 8. stym W. 11. verlangen r6sl W. 15. hin = statt
heng W. 16. fragt = jagt W. 17. ja W. . ew X. 18. ab = oben
W. 19. zwo by wil W. zu by willX. 22. mud W.X. 25. wiss W.
wiss X. 31. chall W. 32. blaus X. 34. laufft W. loufft X. stützen
X. 35. wun W. 38. vertritt X. 41. s6X. 42. rugg X. 47. henkW,
48. hach W. 51. zu wi will W. Hier endet I. X. Die W. führt
im Ritornell fort wie in unserem Text 20 — 22. , und fügt noch bei :
jagt nach ir .lieben hindes kind, jüjd schenk utsupra^ letzteres aus
16 — 17., wo hindes statt hundes eingeschlichen.
XLIV. I. W. X.
1) 1. zärtlich, klärltch W. zärtlich, klarltch X. 2. feiner W. es
sainer. 3. weip W. 6. leip W. 7. sleuss X. ^glin X. 8. taugen-
Itch W. X. 13. haytren, clären sunnen W. 14. schawnen = schö-
nen W. 16. plawben W. X. 20. sprantz X. 2) 1. chunczlot, mnncz-
locht, Uunczlochtf zyssplocht, wissplocht W. wyssplot X. 2. guten,
rainen W. X. 3. poschelochter W. X. rotten X. 6. trefflich = liep-
lich W. 9. slaufes X. 11. engespalt I. 14. trewlisch W. 15. mu-
lisch W. 3) 1. dolt = solt W. tat X. W. 2. senikleichen X.
3. brustlin W. B;eschmuckt = gedruckt W. 6. da verruckt W. X."
s= gar verzuckt [. 7. dieren I^ ^. gezieren I. trostlicher = luzt-
Itcher W. 10. an allen pein W. 11. mit s6 wunniklichem lieben rai-
nen lust W. 20. getui^l ^.
XLY^ I. W> X«
S43
schellt X. 9. tragt W. 10. all =: ii W. X. dieren X. 13. ge-
sangk W. 15. sisser winkvank W. 17. fraw W. 18. hainttel —
jackel W. X. 19. checel W. 20. snackel W. 21. mt W. 22.
Jak! m^ W. jackline X.
XL VI. I. W. X.
1) 2. seil = sol I. W. 3. fremdikait X. .9. begierifch X. nacht
und tag X. 10. mancher W. hertter seufften X. W. 11. bekrenktW*
13. unzeweiselichen W. uozweifeDltchen X. 14. statichlfchen W.
15. poschats W. posschots X. mSndlein W. 18. mugltch W. 23.
erwellt X. 26. prufft W. X. 27. seltzam W. X. 28. pringet W.
freuntllchen W. 34. newr = nur W. 35. dadel W. tadel X. 2)
8. an W. 9. wunschleich W. 13. arkh W. 20. so = sol W.
treuen W. dafür freuntschafft X. 24. stater X. 28. mugUcher =
grösser W. zirW. 31 — 35. lauten in W. so: wunniclich dich frewen
halt der einen krey.
XL VII. I. W. X.
1) 1. achzehen I. W. X. nach dem Yersmass wohl achzehn.
3. gnug W. X. genug I. 4. wandl I. wandel W. X. 5. nie W.
6. mundlein — frue W. 8. süss X. 2) 1. nfthent W. 3. blick X.
umbfähent X. 4. bekannt X. 5. gedanckhX. 7. hertt X. 8. mich
fehlt in I. X. 3) 1. weipllcher W, X. 3. geper W. 4. schaiti W. I.
schaittel X. 6. smal X. *
XLvni. I. w. X.
1) l.'pul W. bul X. laisst X. 2. manet W. tun W. tunt X.
3. von Ersten genner W. 4. keltetW. 5. yerphlicht X. 7. niechtW.
8. Beisatz am Ende des Verses in X. das bekannte etc. für das Ri-
tomeil. 9. gesund X. 12. hön gehöret W. 13. gutt W. 14. wen X.
Am Ende des 16. Verses : etc. 2) 3. zeitleich W. zdtltch X. 5—6.
wengltn, oglin X. 7. 9. Julius — junius W. Schreibeverstoss. 8.
plud W. 10. geleg^t W. weiss W. 11. hendleyn W.X. statt erm-
lin I. 14. pim W. pieren I. biern X. 16. gutten W. X. 3) 1.
gleich W. 3. swar W. 4. an fehlt primo loco W. dafür: den.
5. dez W. 7. pringt W. 10. vol fehlt in W. 14. seyd X. ge-
ferrt X.
33
$14 jn- ^
XLIX. I. W. X.
1) 1. nähent gein der vasennacht W. nähet X. vasennaeht X.
2. sol W. H, vchsen W. vechsen I. vehsen X. 44. gein der
vasen nach W. 14. mocht X. 16. pldiö W. X. 17. ewer W,
2) 1. seynd — die wilden voglin W. X. 2. neydt X. 4. feyern X.
7. haimltch W. haimllchen X. 8. alles W. Am Ende : R^ nnd ich
«I supra W. 3) 1. wän W. a pfat I. 4. ogen X. 7. herbst W.
hart W. BS vart I.
L. I. W. X.
1) 1. michl I. 2. new jär W. 4. dienst X. 5. inne W. 7.
^engltn W. 10. krispl, krumpl X. H. krewss, guldloch, gel durch-
flockelt W. gSldlocht X. gel X. 2) 1. kin W. X. 5. glit W.
7. hei X. 8. volkomen X. 11. geschockt W. 3) 2. eyll I. 3. edelX.
adeleicher X. 4. ivandel W. X. 5. meisterlichem X. 6. tadel. 7.
geselle W. 9. aber — freyn I. X. W. 10. gebitten X.
LT. I. W. X.
{) 2. Ift W. länt X. 9. pärleich W. 11. geseHschaffl I. X.
At. mild X. 15. den W. dein I. X. 17. naiii I. = mein W.
•
2) 1. .frewdenmacherinn W. 7. allezeit X. stet X. 8. zweifei W.X.
zbeyfl I. 13. trawn W: X. 16. luge spil W. 18. ark W. argk X.
w6 W. X. t9. Urlaub W. 3) 3. ewer X, 5. genäd W. 11. hästü.
W. 15. abentewm W. 18. nicht lang bestee W. 20. crwider W.
LH. I. W. X.
1) 1. auwÄ W. SÄ an we€> L X, wd X. 2. posehelotter W.
j)asche}ochter X, A. roselotter W. 8. schaoUichen W. X. tar X.
.10. Sber X. Wi schriems X. iwslin X. 12. drott W. 15. süM
verhagen W, 18. inn X. 2) 1. tentkisch W. . 3. aweU kaSf»b W.
4, spitzleicb gerundet W. 6. aw& VL ow^ X, o wee L 10. ler-
ria X. 13. als W. aa also I. als umb mich wunde X. 3) 1. giirtr*
^1 X. 2. stit W. X. fiiss X. 6. solchew W. nach W, kam X.
srih X. 7. retten X. 8. fluh X. 9. ab — krigs' — leg^ W. der
xiyder X. 10« sd wurd mir X, teg X. 12. grauss X, 18. am Ende :
finis istius tractatuU W. X. etc. W. X.
Lffl. I. W. X.
0 4. verslotzen X. 5v sdirick Vf. 2) T. lief W. 3} i. dft I.
=s ich W. 2. belangen iJLt 3. dienst X. 7. beroubt X.
LIV. I. W. X.
1) 1. Ters6i«t I. 4. zwier X. 5. arcz W. 6. itewr W. 2)
1. krön W. I. X. 2. bewar W. X. 3. verkart W. 4. wild W. X.
5, 4«rinn W. «s an dir I. erfrawet W. 3) 6. ja«r W. ercetera W.X.
LY. I. X.
1) i. weyss X* staltt weib I. 6. oug X. 2) 1. itel X. eytl I.
2. 4. 5. verdackt, erwackt, strackt X. 8. ivendt X. 9. emphulchX.
10. rampt X. 3) 1. zwisl L 4. gevent X* 8. ain X. 10. greyssX.
LVI. I. W. X.
1) 1. twingt W. 3. erlosrct X. 8. meine W. band X. 13. dö
W. i^ das I. 2) 1. aaserwehes 6 W. dren X. 2. $d W. =^ du I.
frewstft W. freust dft X. 3. glich W..X. 5. edel X. edl L 12.
ewikait W. X. 13. mein W. = nain I. 3) 1. vergiai» W. X.
l£r W. 5. diss W. X. liept X. 14. pottenbrötW. bettenbr6t X.
15. m^r frowen sol W. 16. am Ende etqetera W.
LVII. I. W. X.
1) 3. loat. W. min orss W. = mein ors I. 4. nay W. ser
ceW. 11. krapW, X. 12. wy;*gry W. 13. tewtzsch X. weichisch X.
2) 2. mann W. 6. mett W« mit X, 8. tzschfttt X 3) 1. de mit
W. X. 2. mai«rUÄ W. = thft X. 4. tun W. X. 5. dat W. loffX.
8. ee W, = et L X. In der W. das Ritof nell hier angeführt mit :
welisch W.
Exposicio h g. v
Diese Ueberschrifi lieisst woU : Auslegung dieses Gedichtes (ex*
positio hujus carminis), wo g statt c vorkommt wie gewöhnlich in da-
maligen lateinischen Urkunden.
, 1) 3. kmt W;. loul X* 4. or»s X. ross X. 5. nay X. =« na I.
8. loflrW. lottffX. lottffi, slauirX. 9. g6n X. 11. kraph W»
krapff X. 16. scbry W. « rueff I. 2) 2. s6 W. 6. befrw W,
befuk X. 7. schöner warW. 8. werd '^V. X. = pard I. 11. wiltX.
33*
616
15. iwyw X. 3) 1. wlH X. 2. margritä W. 3. aass W. 4. tun X.
4. gloub X. 9. not X. noyt W. 10. emphilch W. X, 14. mi W.
= mein I.
LVIII. I. W. X.
1) 1. her W. wiert X. 9. Salden W. X. 10. 11. 12. in W.
2) 1. gredly W. treutl I. gretl X. 5. da W, = ja I. pewtl L
9. riss W. hewtel W. = hewtl K 3) 1: sim yensei W, wolst
düsW. 12. jensei W.X. 4) 1. haintzel, lippel, snaggel X. snackel
W. Die I. hat hier überall geschlossene Einsylbe. 2. 3. 4. fraw W.
statf frd. 5. ew W. X. bjggel W. X. 9. durtä I. W. X. 11. jü
hayg, jü hayg W. 12. Am Ende: Amen. Die beiden nachfolgenden
Strophen fehlen W. 5) 1. mostl I. 6. biderbmanX. welches es vier
Mal hat. 9. dowt X. kostl I. 6) 1. fadert X. ew X. 2. nemptX.
5. nach in X. ^ thschorffe X. 12. eyl, eyl, eyl X.
IIX. I. W. X.
1> 11. und fehlt W. 12. liebt W. 19. frewtX. W. es fehlt I.
2) 2. rötter W. X. 8. unzweifel X. zweifl I. 5. 6. 7. 8. verwech-
selt die W. mit 12. 13. 14. 15. 10. grett X. 19. begeren I. 3)
4. drostet W. 6. der I. =; des W. 7. wenst — w6 W. seharpff-
lich X. 15 — 20. zwar dem kom ich nach W., wodurch eine Strophe
von 6 Zeilen in eine gezogen wird. Alles andere fehlt. Ueberhaupt
ist der Text in der W. sehr verwirrt.
LX. L W, X.
1) 6. w6 W. X. 11. palde von hynne W. balde X. 12. mynne
W. 13. ubl I. 2) e. pfaX. 11. winder X. 13. taschen W. syertlX.
3) 1. flaschlfn X. 3. trenelt W. X. 5. henselein I. 9. her W.
13. pyss inn W. platter fall W. blauter fal X. 4) 1. dieren W.
3. poren I. born W. X. 6. bloch W. X. 9." sy hueb I. hob X.
strö W. I. X. Stadel I. W. X. 13. slair I. W.
LXI. J. X.
1) 1. nickl I. 4. elselein X. 10. kom X. 11. 12. nicke! X.
die I. geschlossene Endsylbe. 2) 1. verhaiss X. eis X. 4. über
den I. X. 6. also X. 8. nymmer X. 3) 2. w6 X. 5. wenn X.
11. nickl I. .
517
LXIL I. X.
. 1) 2. frewlins bettenbröt X. H. tockl I. 2) 1. dienst X. 5. ä X.
8. herrn I. 10. williklichen X. 3) 2. erköss X. 5. sol X. 8. staten X.
LXIII. I. W. X.
1) 2. kund W. 6. harpffen W. X. 11. droschl I. 12. ow X.
14. ffreuntlich X. 19. hertte X. 21. sol W. = well I. 2) 1. stüdly
W. 2. krftdly W. 3. inn — bedly W. 4. osly, gredly W. X.
13. sehaidly W. X. ^ pfaidly I. 14. knabltn X. 15. nabltn X.
3) 2. 'may W. 3. scheas W. 4. mauroch W. X. 6. hyerss, tyer,
den has W. 7. fuxs X. 8. dy weit durch rewt W. 11. Ui W. =
vast I. 17. deinem tröst W. 18. froleichen X.
LXIV. I. W. X.
10 1. tow X. 10. seyl W. 12. frewl W. X. 2) 2. ze lanckX.
4. zbair I. 5. hacklin X. 6. enpor W. 7. dinst W. 8. heczet W.
gehetzet L X. 3) 1. kld W. X. 7. 8. 9. I. geschlossene Einsylbe.
offen X. Dagegen kranczel, sw^anczel, itTnczel W. 11. grensl I.
LXV. I. W. X.
1) 1. synne W. X. gredly W. 2. trawt W. = mein I. 8.
schul W. X. 10. ewikleich X- W. 11. behalden W. 12. grundX.
16. fehlt L X. 18. gredltn W. X. 2) 1. nit I. 5. kleusener W. X.
7. wurd W. X. 12. mag W. = sol I. 18. brüst X. 3) 3. min-
nikleicher W. dorzw X. 5. smucket X. I. 9. weip W. 10. drucket
I. X. 11. des W. = das I. 12. meine glid W. 13. seit mir dein
t halt W. 15. oslin X. 19- schyr W. Am Ende: etcetera W. X.
LXVI. I. W. X.
1) 1. mayt W. X. 4. tadl I. 11. ewikitch W.X. 13. wandl I.
liB. w61!ch W. X. Am Ende: etcetera X. 2) 1. fraw W. X. weip-
Ueh W. = weltlich X. 5. menczschltcher W. X. 12. possniret X. W.
14. anplick, weip W. 3) 4. wierdig X. 8. newr W. 9. gslafelein
W. X. 16. werch X. I. werck W. gepar X.
LXVII. L W. X.
1) 1* firöleieh so W. 4. Sinnreich W. 6. deinen W.* X. 8. ^m^
mer W. sAmmer X. 11. lit W. 13. dannocht X. 2) 1. leip Yf.
ewer X. 3« annln L X. 4. weip W. 5; gurä L 7. seeht rechl
W. X. sam W. =3 als L umbfaitgen I. iß. verwag — zwaier
oxsen W. X. 9. paw X. 12. sprach W. X. 13. hainzl I. unge-
loxsen W. X. 3) 1. ewerX. 4. brachstfl X/ 5. iveUX. 8. hainczel
raueii prey'W. frittenbreT X. 12. kamst W. 4) 1. mayd X. 2.
mich dunkt ir weit mein spotten W. bedürfft X. 3. neur W. ess ja I.
firayss W. X. 7. gnag X. 8. haintzl I. 7. 10. Ott nach Ich und
vor meiner W. wos fehlt I. X. 10. muter W. als6 W. smadit W.
habt fehlt W. 12. schmyrb X. 13. futter W. X. Am Ende: etc. X.
ixvm. I. w. X.
1) 4. tr6 W. 5. wandl I. 11. cziK W. 12. versmftchen W.
2) 6. bawpt untröltch W. hoapt untrolich X. 10. fächnn W. 3)
2. statter X, gier X. 9. frawlin W. frewlin X. 10, nichen, W.
Am Ende: etcetera W.
LXIX, I. W. X.
, 1) 1. schimphlfchen X. 2. fluch X. 3. verantwartX. 5. haintz
W. X. ^6. geit W. X. 7. pharrer W. 5. 10. geschray — layg W.
41— 12.'2*ft, straft W. 13. gJrtlin W. X. 18. wennt X. 2) 3.
ffume W. 6. sundt W. X. gesaczt W. X. 9. unverhactzt W. X.
40. ewer X. 3) 1. nachtigall.X. 7. tadeis I. 8. rain W.ä schön I.
Am Ende: flnis W.
LXX. I. W. X.
1) 3. dunckt W. mut X. 4. junckfraw W. frow X. 5. ferreX«
6. pfleg X. 9. krä W. 11. secht, secht X. 13. knechtlin W. X.
13. dasselbig X. 14. fuder W. 15. ime newt enphüret W. newi
emphttfQt X* 17. wienn h wienen W. wiennen X* 21. fry W.
22. jolach W. 33. polen gleichen W. X. 2) 2. wole kSnt W.
3» sohöne W« 4« rechten W. X. 5, kluges geludme X* 10. ge*
p5dm« X. 6. wersst X. 7. förchst W. X. brachten W, breobten X.
8. tropffe X. 11. trumerdum W. 14* ew I. «= ein W. 14. gib
ich X. drumb X. 15. knechtlein schamppen W. gschamppen X.
Am Ende mit rother Tinte : risspondit rusticus. 3) Am Anfange : re*
s^deC ruaticHi». 3. hadewefgh, yentefai W. X. 3. t«PMiörA&a W. X.
M9^
ira X. 4. ett W. X. versoHen W. 5. nach doek: ii6wrW. Miltl.
knecht X. 12. gelaubeti X. 16. how X. 20, rewt X. gcker X.
LXXI. I. W. X.
1) 2. sticklem W. X. 4. wenn X. 5. eingeschoben aus il. du
als verscheuhen gegen . das Slrophenmass I. X. 6. fuxs W. X; 8i
gugg W. X. 9. ermauss^ X. 9. ir fehlt I. 16. zuckerleich W. 15.
fussUn X. 19. biergisch X« 2) 1. amsl I. 2. droschl L 4. feilt X.
6. wolgedeckt X. 7. esten X. 8. kompt X. 3) 1. wenn W. vogi-
l0n X. 2. pey ainander W. 7. hän X. • geldrt X. gelrt I. 9. cu
dick X. W. 11. lAs frischltoh bachen W.
LXXIL I. Xi
1) 1. weyss. 2. ^mplosst X. 3. stieren X. 4r schlayerltn X.
7. besteckt X. 10. erzittert X. 12. gepar X. 14. wenn X. aigen«*
lieh X. 19. frew X. fraw X. 2) 1. gedenck X. 4. wieser I.
wierser X. 5. tuczsch X. 9. gereicht X. 3) 1. sundlichen X. %
tuczsch X.
LXXIII. I. W. X.
1) 4. af W. 6. vertuscht X. 2) 1. brys W. aa rum X. 2.
erwellt W. X. 3. aigens W. 4. desgeltchen W. ewikleich X. B — 6.
gewieh , tlch W. 3) 1. frow W. 2. üb W. kr6, wd W* X. 4
poschelochter X. rötter W. 3. liepltcher W. 7. Am Ende: etce^
tera W.
LXXIV. I. W. X.
1) 1. hftn X, 2. frowt W. 7. ouch W. 3) 1. ferr X. in-*
brunstkUich X. 4. frjwst W. X.
LXXV. L W. X.
- 1) 1. eck W. bilgerin X. belgcrin W. pUgerin L 2. tytenW.
ene = ainer W. 3. In W. sästern W; 4.^ biuderitcken W. hass TL
5. abentuwer W. aubenteuer X. 7. gescharp W. dat origtn W.
8. fireuntltcken W. 9. slabicktn W. ick W. heit X. =s hett I.
10^ up einen hoggen , wier ick W. hoggen X. 12. gschön W.
13« sostern liefer sockte wan die müdem W. müdere X« 2) 1. hett
Öl Jief W. by n«|ider W. X. 2/ durt s» wer! W. X. ouge» W*
«20
3. idi mick der knitleii fast W. 4. begnügen W. ergschrack W.
5. bert bereden W. 6. gescbarp W. 7. ick W. 3) 1. senUckes W.
gscheiden W. mick W. 2. grdler — dat W. 3. darnach = teg-
lieh W. 4. dat ick mick — gscheiden W. 5. undecke W. by W.
6. mick *^ frowen W. frowen X. 8. dat mut mick rawen W.
muss A.
LXXVI. I. W. X.
d) 3. zeyn W. 4, oglin W. 5. lüter W. lauter X. 8. üss W.'
slauffes X. 9. gedenck W. X. melancoly L W. X. 16. mündltn
W. X. 17- unmuss W. X. 18. sendüch W. 22. umbfächt W. X.
23. erm anmacht W. X. 29. üf sliesst W. 30. verwont W. X.
31. maisterltchen ain X. W. 2) 1. trüt — wtb W. 3. dort W.
9. üf der yerren W. X. 10. üf W. 16. üf dem wjlden wag W. X.
17. tuglfch W. X. 25. fewer W. X. - 3) 4. mundli W. 6. gröt
fehlt I. 9. wann allain, frow W. 10. gir W. 14. embier W. X.
15. bedenckft so W. j6 X. 19. wend X. 27. tich W. 28. gab X.
w6 X. kr6, m6 X. W. 30. 6 W. X. 33. kom — meeW. m6 X.
LXXVIL I. W. X.
1) 1. Raib W. 3. trütes barbeltW. berbelin X. 4. schaSlin X.
sehafpgtn W. 5. schönes fehlt W. kom berbelin X. 10. stät W. X.
14. loubW. hut X. 18. vogelein W. 12) 3. kulen W. X. 5. komW.
8, kainerlay I. 9. kass X. 10. das mir mein mutter bot X. 13«
Struck W. 14. ruh W. vogltn W. X. 15. kamstü W. X. onch
W, X. 20. sttsst. 3) 3. üserwelte W. 4. wissen W. 8. dick W. X.
SS oSt L 10. noch I. W. X. Schreibfehler = n6t? 18. brüt W.
19. verraucket X. haut X. = hat I. 20. pfug W. X. = pfäch I.
\kX X. mirs gar zu laut X. 4) 1. wil W. X. 2. willigkomen I.
3. üsserwelter schöner W. 4. wann X. = dann I. 5. lissp X.
13. tüsent W. wann X. 14. rösenfarber W. 15. auf X. =s aus I.
18. alldd X 19. aubent X. 20. Am Ende : etc. W. X.
LXXVIII. I. W. X.
1) Eines jener Lieder, wobei der Vertrag und die Mimik das
Meiste thun musate. Daher so viel Verwirrung in den Worten des
TeaEtes. 1—14. in W. durchdnander geworfen, regellos« Die L gibt
92t
sie Terständliclier, aber bedeutend kürzer als die W. 7. stet W. s=s
s6r I. 11. icli felilt X. nach schrey liat X. ey. 14. kenn X. s=s
wenn I. Am Ende : 'discantus X. tenor I. 2> 13. quad W.. 14.
mad W. 16. gelücli W. 17. rächt. 3) 1. leid W. =maid I. laid
maid X. 2. maid W. 6. mut W. 9. louffen X. 9 — 12. suez, puez
W. 12. frawde werd W. 18. plftsen W. plausen X. I.
LXXIX. I. W. X.
1) 1. verlangen W. 3) 3. besaz W.
LXXX. I. W. X.
1) 1. rasseltch lief W. 3. tzu W. 4. lest W. 2) 2. yü W.
frowen W. X. 3. gschol ick X. geschol ick W. 4. gschein ewr W.
einig X. = ewig I.
LXXXI. I. W. X.
1) 1. vertraib fehlt I. 2. wib X. 3. wenn X. W. 7. geprist L
= gebrist X. 13. zu tailW.X. 2) 1. du fehlt W. kraut I. schaidni.
2. ferröst W. pruet I. = brüt W. 4. tadel W. X. =s tadl I. 8.
beschaech W. 3) 2. nü wendä y6 mein senltch w6 W. 3. vemunfr
tikllch W. X. 4. anschowW.X. 5. gelouben W. X. 6. embricbslW.
8. odeleichen W. 9. ffancze W. X. 13. W. hat am Ende: etcetera,
LXXXII. I. W. X.
1) 1. parodeis W. 2. zu costnicz Mn ich fanden dich W. 3.
liss W. 4. frowst W. X. 5. üss W. 7. regniert W. X. 9. ougen W.
12. sich X. 15. trowt W. X. 2) 1. wyss W; speh W. X. 2.
schowt W. X. hugeltchen W. X. 3. frowen weh W. X. 4. sant
W. X. 6. geben X. 8. wa*r W. 3) 1. w!l W. 2. durchlauchlig W.
3. besezzen W. , Üb W. X. 4. by W.
LXXXIII. I. W. X.
1) 2v nurenberg W. X. = nurnberg I. 3. frowen W. frowen X.
5. frowen W. 6. tadl I. oflTen in W. X. 9. üff W. 12. fliss W.
13. glich W. glthem daü X. 2) 6. frSltchen X. 3) 2. Temempt
W. X. 4. Ottch W. doKin X. 7; fh>w W. 8. h6t X.
628
LXXXIV. I. W. X.
1) 4. besunderltch X. 6. mütiklich verhendelt W. X. 2) i. dw
BS aw I. W. SX i. weniit liepltch W. 7. ambßihen I. X.
LXXXV. I. W. X.
1) 2. euch I. ass es W. 4. pliekt L prd L braw W. X.
6. ain I. blaw W. X, 8. graw W. X. 2) 5, schon W. 7. speaher
W. 3) 2. spor W. 3. wunnl W. 6; mundlt W. 7. sendlich W.
10. daromb muss ich verzagen W.
LXXXVI. I. X.
1) 7. h^t sy halb X. 10. ragk X. 11. brach X. 13. unrub X.
15. gryen X. =s gries I. 16. erberetX. 2) 4. baissX. 5. graussX.
6. hanns X. 7. torl I. 19. tibi I. nyel X. = nye I. 20. solchen
rayss X, 3) 4. kam X. 9, ew X. 10. emphangen X. 11. kemer-
I!n X. 12. belangen X. 16. bolster X. 18. bischofX. 19. unger X.
4) 4. inher X. = zu mirl. 6. teuczsch X. 9. mynnX. 12. torflPt X.
14. ungrisch man X. 16. fiaisch, balge X. 5) 2. verjach X. 3.
namen X. 4. dannocht X. 5. si X. 10. gebrechen X. 14. blawen X.
6) 2. nympt X. teufl I. 6 X. 3. geschehen X. 4. mangem X.
6. see X. 8. köstlich X. 9. zobry — kuppelspil X. 15. nicht ze
TÜ X. 16. segl I. 17. aubenteuer X.
LXXXVII. L X.
1) 1. nempt — plude X. 6. ew X. i2 — 13. graslt wasli X.
17. droschl X. 22. roschen X. 2) 17. dienst X. 20. bedacht X.
21. burd X. 22. embinden X. 3) 6. lapfferlich X. 16. nems X.
20. unenbundesX. . 21. mundlt X. 4) 1. auffrustigkliche X. 8. liebi X.
9. hoptlin X. 20i enwende X. 22. ende X.
LXXXVIII. L X.
1) 1. kom X. 4. 6. 9. idem. 2> 4. begerd X. 5. junck X.
9. wunniklichen X. 10. minniklich X. 3) 1. 2. 3. not, ertot, rot X.
5. blJsslfch X. 8. fleusst X.
LXXXIX. I. W. X.
1) 1. fr&ren X. 2. ye^tch W. X. 4. wierff W. X .5. w
ragk X. t) I. 0waMii X. W. 2. tadl 1. 5. <)fltii W. 6. ghr<-
mieret I. ss formieret W. X. 3) 6. wandl I. 7. weit X. i3* Die
W. enthält noch zwei Verse von gleichzeitiger, aber fremder Hand:
zu dienst ich mich erpötten hftnn
dir zu lieb dem herczen dein.
Wohl ungehörige Glosse zu diesCIoi Liede.
XC. I. W. X,
0
1> 1. w6 W. X. 2. snd W. snee X. 7. castelmt W. castell-
rnt X. castimtt L ysack W. X. 10. howenstain X. 11. io der
W. X. = durch die I. 12. notltn X. W. 15. hell X. W. 16. ew
W. X. 17. platzscher W. X. 19. missuall X. 24. Am Ende : et-
cetera W. 2) 6. gewettcn W. X. 10. J)ozen X. W. 11. gein W.
13. raumbt X. 14—16. ew W. 16. repeticio ut supra X. 3) 7.
kompt X.' 8. das W. 9. her — christan X. 11. tauschen W. 13.
beit W. X. 15. verg^n W. X. Am Ende : repeticio ut supra W. X.
Folgende XCI. W. ,
XCII. W.
' • XCIII. W.
XCIV. W.
blieben in den nachfolgenden Ausgabe^ weg, weil sich der reifere
Sinn des Dichters entwe()er an deren Inhalt oder ihrem Dichtungsver-
dienst stiess. Und in der That liess^ sich in beider Beziehung Einiges
dagegen sagen*
c. Moralisch-religiöse Gedichte.' ^
XCV. I. W. X.
(In einzelnen bemerkenswerthe Anklänge iiber Oswald^s Geist, Gesin-
nung" und Leben.)
1) 1. frankereich X. 2. «rragün W. 3. p^emW.X. 6. krAnW.
soldans X. 14. sun X. 15. rech X. W. 16. tun X. 2) 1. weip.
3« mib W. mnss X. 5. anplick W. amplick X. 6. .aagelefn W.
7. leip W. 9. an sehen I. 13. Terdruss W. 17. krenczelein W.
3) 4. manige ' W. manche X. 8. alle X. I. W. 9. ftdeldcher X«
11. czncht W. 13. dempft X. 4) 2. yenedigk X. — dig W. ta^
924
madeh.W. Jhomasch X. 8. berlin X. 6. munipoliers X. 9. tanckl I»
13. tadl L 14. tugent hört W. 15. vrandl I. iß. meit W. 18.
nyemancz trd W. 5) 2. ew X. ttrlaub W. 4. unmere X. 8. und
fehlt X. 13. gräfPen nach herczog W. fehlt I. X. 18. phlicUt.
XCVU I. W. X.
1) 3. kuckleiche W. keuklich^n X. 8. phlancz W. X. 14. vät-
ter X. waz W. 15. magltchen W. X. 20 — 21. getrosst — eriosstX.
2) 2. ftdeleicher X. 16. voUam W. 3) 9. schawssen W. schössen I.
15. phat W. 20. tiefeis X. 20. zir W. Amen fehlt W.
XCVII. I. W. X.
Aufschrift: BenedlcitdX. W. 1. gesegentW. 4. magltch W. X.
9. «nefang W. 10. lieblich W. 18. genäd W. 20. vorlaitten W.
XCVIII. I. W. X.
Aufschrift: Graciäs W. X. 1) 1. hyml I. als X. 2. wonentW.
mynnikleichen X. 5. gesangk X. 7. blodikait X. W. speisst X.
2) 1. seystü. 5. elendlicher W. ellendlicher X. 6. verczert X.
3) 2. ruff W. angestltcher W. 3. genczer W. mayt X. 7. ru W.
8. glouben erfindt X. erfint W.
XCIX. I. W. X.
1) 1. himlfurst I. 2. darzu sein etc. W. mutter X. 3. der
statt die W. X. 5. almachlikait X. über I. W. X. als W. X.
8. himl I. 9. der sey mein etc. W. unser X. 10. mich W. be-
schierm X. 11. blut haiig X. hailig plut röt W. 13. zoren X.
14. meiner schuld W. 2) 1. gesegen I. W. X. mich W. 5. nagl I.
8.. haiigen W. X. 9. das pitter gallen tranck W. yerlewss X. 10.
nicht X. 12. mich W. ewikleichen X. 13. ich gib mich W. 16.
letzsten W. X. 3) 1. Trif X. gaist X. 2. versldzzen X. 5. kosl-
leioh W. 6. bloss X. 9. tiefel X. teufl W. I. 12. g6n X. 13.
so ich Ton disem ellent ktr W. 'ditzs X. 14. freuntlöser stSmltcli
vieht ring W. stimmlich X. n^ch des tddes s6r W. = mit des td*
des hend I. 15; gotleicher herr dein hilf mir dann W. 16. gne-
diklich X. •
526
C. I. W. X.
1) 8. trilitzscht X. H. slrencklich. 14. junckfrow X. 15. ge-
stiffl X. 16. tiefel W. X. vergifft X. 18. all wurlz W. X. 2)
3. tadlhaftig I. 4. darein W. 8. Himlsterii I. 10. mentzsch W.
14. eussent W. 16. gepildtW.X. 18. waideleich X. 3) 1. himll.
5. fremde X. tüsent X. 8. überall W. 19. veind X. 16. verhow X.
18. den I. s=s dein W. X. dorczu X.
CI. I. W. X.
1) 1. graw W. X. 4. braw X. W. 10. blasnyeren X. fosslin
W, 12, er W. = sy I. 13. wurdX. 14. gruslin W. 2) 1. scheint
W. 3. Owen X. 4. dorinn X. 6. dienst X. 7. scharpfPlichen X.
11. plomitn X. 14. höh X. 18. ain frucht W. 3) 2. erd and wind
W. 3. edlen gestaine X. edlen staine W. 4. aubenteuer X. 18.
houpt X. s '
CIL I. W, X.
1) 4. frewt X* 7. mar W. 11. bloss X. 12. verdröss X.
13. tiefel W. X. teufl I. 14. das er Yon rechtem laide W. 15.
durch W. = in I. 19. betlaheme W.^X. 2) 4. lebentigen rAt W.
lebentig röt X. 15. junckfrow X. 16. als mentzsch ye wart ge-
poren W. 18» dd sy dich erkoren W. 3) 1. orss W. dem W. X.
3. begeg«n W. X. 4. fesel W. X. 8. sass X. 9. was X. 10.
muter W. X. 12. bruf X. 18. letzsten X.
cm. I. w. X.
1) 3. laid W. 13. wfttlen X. wftten W. 2) 1. schaffer W. X.
3. mentzschlicher W. X. 4. seinkleichen W. 9. pitterkait W. 12.
geslachte W. 15. edel W. X. haiig W. X. heiig I. 3) 2. er-
schepffen W. X. 7. den W. =s= die L 10. verguld X. 13. in-^
nikieich X. 15. unwirdikleich X. 16. enphangen W. X.
CIV. I. W. X.
0 1* chewschlich W. 10. kindltn W. X. 11. Maine W. =s
raine I. 12. lauter X. 13. pluder W. X. 14. ew bruder W. X,
16. luder W. X. 24. krawde W. 25. loub X. 2) 1. dieren W. X.
2. frowe X, 8. held X. 10. w6 W. X. 13. der X. 14. ew W;
17. flant I. W. X. 30. erl^r X. 3) 2. aabenteuer W. X. 4. aiu
den X. 2 — 5. abenteur — feur I. 8. tur X. 10. unzaltch W. X.
12. widerhdbb X. 18. erldsst X. 20. fruchte —guffte X. 22. zorai
W. X. 23. verloren W. 27. yat X. W.
CV. I. W. X.
1) 1. priester X. ' 4. ougen X. 6. hink^r W. 9. zweifl I.
2) 1. roub, toten X. ä. ban, veyrr X. 5. fremder W. X. zobry X.
7. verraterschaft X. W. brand X. 9. geitikait W. X. 12. esel X.
3) 3* untersten W. X. 4. rewlfchs W. rügltchs X« 6. nicbt ge-
weilt W. hungers X. 8. melden L W. X. iO. beswar X. 11. km
W. 4) !• vCTnunfft W. 2. ritt X. ?• gotz W. 7. balt W. »
fiym I. 9. unwillig X. ubelliait X. 11. gdtzrecht W« barmhertsi-
kait X. 5) 1« ßechen und W. 2. kossten X. 3* mit W«^^ mein I.
5. himel W. X. 6. dorinne X. 7. gab W. X. 8. auss W. X. «:
auch I. 11. verierren W. inn X. 12. b^hem X. W. 6) 1. zeehen
W. X. 5. haiigen W. X* 6, haUgen W. X. staiii I. stein X.
11. salikait W. X. 12. in {^ot W. =. gaistlidi I.
CYL L W. X.
1) 2. kung W. X. B.kunig I. 4. kiftd W. =r paid L 9. ny-
derland W, 12. rott W. X. 13. feUt g^s W. 17. geb« X. 18.
mailes sag W. =iz das sag I. 2) 1. herrlteh , W. 2. henseU X.
allmachtig X. 3. vaters X. 97 zerprechen X. = zu prechen I. 13.
süsser X. 18. menschlicher X^. 3> 2. betratt X. 4. das W. ss die I.
5« ane£ai^ X. 6. des fürsieii wesren ewig mäss W» Eben so X.
mit ain ewig* .9. html I. himd ^d schaff X. laub X. 4> 4» tuff-
tikleichen W. X. 14. gefecrt X. 16. her» X. 18—19. vemiiftftX
kunfft X. » knnst I. &) 1. kam X. W. 6. geltch X. «q: g«t JL
7. nam X. 8. Ui^sOs W. iL. 10. weni X. 11. dd tu wir ikteftm
nezareth W. X. näzar^th X. 14. haiigen X. 18. dd er williklich
u. s. w. yi. 6) 5. hesslich W. neyt X. 8. vinster X. I. . W. ain
lehlt W. 11. veriogoot W. X. Honfasion im W. Text darcfa Kor-
rektiofien. 7) 10. gunt L :== ward W. 16. widerumb X. 18. michlMi
W. 8) 5. geduUiklicben als W. 6. smäoUlch X. 12. «nd Yolgt in
n^h W. 13. i)aniiikltek X. .barmkllch W. 15, acmkltah W. a
r.
637
annikltch X. 18. äStnin Yf. X. 9) 3. stymmt X. W. 6. vermanBl X.
7» $mn W. L Eine Glosse in W. X. erklärt ea mit hämisch W.
hemisok X. 9. hämisch fehlt W. Ohne Zweifel kam hier die Glosse
in den Te«t I. X. i3. »Ügten W. X. la crewci W. X. 10) 10.
lawd^a W. X. geen W. X. 11) 1. nagl I. 3. gedennt X. 11.
sdirayen W, 14. ih mein töd W. 17. hye W. = da I. Betsats
mit »rother Tinte : Confandantur omnes qui nos persequuntiur X. 12)
3. haiige W. 6. amen fehlt W. dafür: hucusqae.
CVII. I. X.
Titel X. Compassio beate virginis Marie. 1) 1. ellentleicher X.
4. himl* I. alle rur X* 13. roch X. 25. niedersanckh^ X. 2) 1. nn-
zalich X, 2. bed — X. 10, junckfroleiche X. 20. jungern X. 3)
2. verhailgt X. 10. michel X. michl L 18, ryel X. ss= üd h
21. verwnndt X. 4) 2. himl I. verkront X. 5. bewegt X. 12.
swarlich X. 21. sach X. steen X. 5) 1. äw^ X. wainleicb X.
7. kostleich X, 13. schamleichen X. 16, barm X. 18. flogst X.
cvm. I. W. X.
1) 1. anefang X. 10. tue W. 11. ze, kindeltüi W. 18. zer-
gferi W. 2) 1. frouwen X. 2. s6 lang fehlt W. ,3. dennoch W.
6. mentzsch X. 7., gewild W. 8. eritten X. 11. sanklichn W.
seinkttehen X. 3) 8. swarltch Vf. 11. geit X. 12. halbs betrach-
ten W. 11. senlich X. 16. enphrymbt W. emphrembt X. 18. bes-
seret W. bussest W.. 4) 2. icht W. X. 3. icht W. 2. unvernunf-
tig X. 6. pschaffens ding W. bschaffen X. 15. gehaben W. 5)
2. nuczleichW. verpringet X. 6. verwennt W. = gancz wendtl. X.
a *«cfiiQSset I. :» geUendfit X. W. 15. zärtlichen W. X. 18. welt-
itok W. swar I. pSnde W. 6) 2. den &avenl!ch hin ercziirnet W.
üttvelteh X. enthurjotel X. enthunet L 6. eiseney litst W. 9. tyiH-
km W. 13. die g«t W. o= nein frau W. 7) 1. swintW. 3. mm
W. 5, aiigQStiichen W. 8. wolkenstain W. 10. totten L X.
CIX. I. W. X.
1) 1. tyr, ment;BachU€li X. 2. vernanffl W. 3. erpMiiiseit W.
erphlunsen X. 7. such und schyr W. louff X. 8. düs. 40.
528
schehen X. 14. plumltn W. 15. geit X. 16. ogelwaid X. 18. ge-
loubn X. 2) 1. himel W. X. 3. tonr I. 5. betewta W. 7. tymel
h W. X. 8. nicht X. 13. wonnlin W. 14, rablin X. rebltn W.
xuebltn I. 3) 9. Iwing W. = drang I. 14. latt. 17. lies W. 18.
weit W. 4) 1. merkh W.^ X. 2. weltltche W. X. 3. und wer ich
hundert W. ainst fehlt W. 4. ir lieb W. 10. klogltchem W. 14.
ingeschmitt X, 15. frow X» sals I. W. 18. gedächt W. X. je
fehlt W. X.
CX. I. W. X.
1) 1. ^charphs gemute X. 4. ubl I. gute X.W. 5. soIichemW.
6. ttbel W. bosren I. 8. houbt X. schribet X. 9. bioser X. 11.
schnöder X. 12. bozen X. frowen X. 13. liephart W. 13. Iowen X.
15. abfytdt X. 2) 2. nymt W. == nyemant I. 4. gleich W. I.
5. oder I. W. X. 8. des I. = das W. 17. kung X. 18. vfl W.
3) 2. gezirter W. spyss W. 3. ougenX. wanlW. X. 6. karkerX.
7. ain heilig leib W.' 8. enlhoubet X. 10. behüt W. X. ouch be-
toubet X. 12. von fehlt W. 13. dorumb X. 14. bozer X. 17. und
dyent den guten frawen rain W. frewlln X. 18. iäer all karfunckl-
stain I. X.
CXI. I. W. X.
1) 3. vor W. 4. gerawen X. 5. willü X. 14. untraw W. X.
15. hofhart W. zorn W. I. . 18. himelreich W. X, 2) 13. michl I.
3) 2. 8Ü W. statt hertz. stözzen X. 4. barhouljt X. barhaubt W.
12. ougen X. 13. armut W. X« 14. bett yerlich W. 16. gedulcltch
W. 17. swent W*
CXII. I. W. X.
1) 1. spech W. = sich I. 2. mancher W. X. 6. emphanf X.
erden X. 8. alder X. 13. ewr W. &= mir. swart W. 15. all gelid
W. X. 16. ftw6 W. 17. quintier X. 18. rimphen W. 2) 3. plas-
nyert X. 4« schocket W. 11« chauffen W. kouffen X. 12. wannes
W. SS slaffes I. 13. ringen und das lauffen W. springen fehlt W.
. 15. hust X. 16. autem X. 3) 1. junge lut W. jungelingk X. 2.
nym war pey dem W. 3. halt W. X. 5. yezund W. X. war W.
7. dingkW.X. 9. chirchgän W. 10. knyen W. X. 11. gestftnW.
Amen W. . ^
529
cxni. I. w. X,
1) 5. de I. s= den W. X. 7. nähet X. 8. pesunderüchem W.
14; würt X. W. 16. der L = die W. 2) 2. iiewr W. X. 4.
manchen X. machen W. 5. klainen I. W. 10. bistü X. 11.. üfent-
halt W. X. 12. veralten X. 13. geselle mein W. 14. wd W. 18.
h^tt W. X. 3) 1. almachtikait X. 5. lucifer W. X. 8. chind W.
12. droch W. 18. schepffer X. Am finde: ftmen W.
CXrV. I. W. X. Die I. and W. zum Theil.
1) 2. kung X. hymi I. trone X. 4. gedone X. 6. fliess X.
8. gedoltiUeich W. X. 11. salikait W. X. 18. Hier bricht durch
ein fehlendesr Blatt die I. ab. Die W. als die erste die mir zu Hän-
den kam, trat, die ich mit den Varianten der X. begleite. 2) 1. weibX.
3. erlösst X. 7. leib X. 11. schem W. schein X. 12. fordert X.
15. bistüs X. 3) 1. raiff X. 2. vest X. 3. gr6ss X. = swer W.
5. erschillt X. 6. slauf X. 8. mauern X. yersldzzen X. 10. ver-
drdzzen X,
CXV. I. W. X. Die I. und W. zum TheiL
1) 1. menczsch X. rewen X. 5. got X. = in W. Unterlast X,
6. Stern W. 7. wesen X. = bösen W. umbetast X. 10. voglin X.
12. tyer X. 14. ew X. 15. geuild X. 2) 3. dez X. mancher X.
4. schepffers X. 5. unenpfintltch X. 16. irem X. 18. posnieren X.
3) 2. inn W. nach wasser fehlt I. in \^ind X. 3. danckparist X.
4. formieret X. W. 6. gebildt X. 7. milt X. 8. unczelieret W. X.
9. höt W. überall statt hat. 13. fewr X. 16. dam W. 4) 2. frawd
W. X. himl I. 4. dancklich. 7. 8. 9. erlösst, trdst berösst X.
6. lucifer X. 12. daz W. 13. ubl I. und fehlt I. ubernemstW.X.
18. frawd W. 5) 1. gaist W. = krist I. 3. forchtenW. 4. macht
geweysen W. 6. himl h herab W; hofhart W. 7. in den X.
18. stahel X. L ysen X.
CXVL I. W. X.
1) 1. frawd W. krancken X. W. = kalten I. 3. üff X. 7.
fremder X. W. 12. sawfczen W. seufczen X. 13. all heiigen X. W»
34
engl I. himelrfch.X. W. 2) 1. küngrleh X. künigreich I. 4. kun-
gln X. 13. heiigen X. 3) 1. ider W. 5. hätt X. 6. merar W.
12. leib W. 13. verhenk W. 15. schowen — frowen X. 4) ICU
weltlich W. 13. worumb W. 14. wirstü W. 5) 2. listen X. I-
3. begern X. 4. beten W. X. 8. ydem kunigk W. 14. balliger
gaist W.
CXVII. I. W. X.
1) 13. maniches W. laider fehlt I. 2) 5. want W. 4.8. ge-
schlossen W. tewr — gekewr» 9. marterlfch X. I. 15. nyemantW.
33 4. allerhöchsten W. X. 7. bäbst X. 9. klimbt W. X. statt steigt.
. 10. nit I. = icht W. X. 12. feyeren X. 4) 7. mit pilter gelt W.
10. posew W. 11. g^n ainanderW. X. 13. himl — I. i4. ebtn I.
5) 1. kurtzweile I. X. 10.11.12. fehlen W. 15. zweifl I. zwifel X.
6) 1. in statt auff X. oder X. = noch I. 7. gens W. I. X. 9.
i6tt W. 11. tralle X. 7) 1. wiltü X. 4. 8. stamen, flamen W.
5. erenst X. 10. ich W. == nit I. icht X.
CXVIII, I. W. X.
1) 1. vorslisse X. W: 3. eyU I. itel X. 14. werlüich X.
18. dftbei W. = pey den I. hftn X. 2) 3. gut fehlt I. 5. kam W.
kom X. 8. sultt W. sollen X. 17. weide dienst W. 3) 2. kondW.
12. siecht solchen W. 13. vor in X. 18. nemst X. 4) 2. bayde
W. I. X. 4. gleich kist X. 5. gemächeln W. gemachelein I. 6.
innoten X. bey ainander X. 8. erbrinnen W. = erkrumben I. X*
11. meinem gesinde W. 17. 18. verdriei^en, geniessen W. 5) 2.
fraude W. 4. allr I. 5. nit I. kund X. 6. oder W. I. X. 14.
emwicht X. 6) 2. zweifl I. 8. bekümern X. 9. trupsal W. 11.
sunder X. 18. widervertikait W. X. 7) 5. eldem worden W. eldem,
vodem X. 14. heuser vester W. 15. tat X. 16. werdt X.
CXIX. I. W. X.
1) 1. Chain W. 9. michl I. 15. fiircht W. X. 22. grawss-
Itcher W. X. 2) X. fast überall nicht statt nit. 2. schrift W. X.
9. yeckleich W. X. 18. swachltchem X. 3) 6. segs W. X. 18.
Junckfrewliche X. Am Ende : etcetera W.
S3t
CXXI. L X.
2. bschnaid X. 3. cnst X. 4. wirdikleich X. 20. ffabiln X.
22. vintzentz X. 26. pollicarp X. 30. czundt X. 4. elen X. 50.
swarlich X. 52. pul X. 59. her X. 66. gesund X. 91. abrell X.
142. krentzlin X. 147. kom X. 155. konfft X. 162. phlantzen X.
191. kerssen X. 192. segs X. 194. häintz X. 238. munichisch X.
272. mictiel X. 288. osterreich X. 297. crispinum X. 313.pundtX.
323. elsbethft X. *
cxxm. I. w. X.
1) 1. mensleichen W. besnitten X. 2. uad W. = für I. 3.
inn W. 8. haniw X. 10. elenä W. 14. inns W. 2) 1. adeltn X.
3. bedelein X. 5. gedrüt X. 9. wankleicher irntt W. 13. jorg X.
14. vitaUis W. 3) 1. creucz X. 3. brah X. 5. basill X. 7. tzirill
X. 9. bewart X. 11. ffaulen W. 13. touffl X. 14. peyss X. 4)
1. taillunge •— allexen W. 5. ludt W. praxedellein W. praxeder-
lein X. 6. magdal^n W. cristein X. 8. krachsenX. 5) 1. gill W.
sant X. 8. michl I. weczlä W. 9. franczellein W. 6) 1. heiligen
W. X. 2. gebrudern X. 4. ottl X. 5. elzbethft X. 11. luceye W.
13. Jhesumlin X. 14. sUfrey W.
Aus der W. zu CXX.
Auf dem XLIY. kommt folgendes Gedicht vor:
Ave mater o Maria
pietatis tota pia
sine te non erat via
deploranti seculo.
Gracia tu nobi« data
Quam fidelis advoclEita
cell tronis es prelata
in etemo solio.
0 Maria tu solaris
micans phebus Stella maris
Christo rege colietaris
quam portasti utero.
532
Plena didcfs medicina
protegens a ruina
tu es portus, tu earina
iu omni periculo..
Dominus te mundi rosam
preelegit spaciosam
te vocari preciosam
precepit ab angelo.
Tecum dominus incarnatus
puer nie nobis uatus
pro nobis datus
pro Salute gaudio.
Ben'edicta tu sanctarum
consolatrix animarum
per te patet lumen darum
deplorautis oculo.
Tu in valle delictorum
es ocursus peccatorum
tu das animas illornm
ihesu Christo domino.
In exauditu benigna
tocius mundi laude digna
pia mater et benigna
demonstrans in publlcö.
Muliebribus (?) honorem
prestas et decorem
tu das t)mnibus dulcorem
pregustando mundulo.
Et es tota amicabilis
deprecanti liberabilis
pritts te non fuit tialis
nee erit in perpetuo;
Benedictus, quem portastf
quem nberibus lactasti
tu cum eva conpensasti
pregustato pomulb«
533
Frucius tuius est cunctorum
consolacio sanctorum
et est cibus beatoram
in celi convivio.
ventris aula vas beatum
Soli cristo deputatum
gestit illud occaltatam
in tuo sancto floscalo.
Tui fructus ventris lavit
culpam ade nee peccavit
nostra crimina portavit
mezuesC?) patibulo.
Jhestt sacri .yentris fructus
pie matris per te ductus
Sit nobis dux et conduetus
ad celestem patriam.
Amen ultimo cantamus
in Signum quod per optamus
quitquit vite postulamus
in or6mbus(?). Amen.
• . ■
'Angekritzelf findet sich noch folgender Uebersetzungsversuch als
Fortschritt zu CXX., wohl nur Variation der Strophen 1. und 2.
3.
Ave mutter fraw magt und mayd
6renreiche lobesan beklait
seyd und dir der herre nicht Tcrsait
so hilff uns edle kröne,
4.
das wir nftch des tödes hynnen schaid
vinden dort ain frolich ogelwaid
und besiezen alle salikait
bey deinem kindltn schöne.
534
Auch ein anderes Gekritxel findel sidi folgenden Inhaltes:
Gratis. Ich Idt hftch
Gratis auss stat roch
Gratis zu grund
kunt
mnnd
gratis
her
per
gemainiklleh
Gratis.
H 'IM
Abkürzungen.
I. = Innsbrucker Handschrift
W. = Wiener Handschrift.
X. = Wolkenstäner Handschrift
Verbesserungen.
e
lY. 3) 21. lies tuehen statt tuhen.
XXin. 4) 1. den zu tilgen.
LV. 1) 1. weiss? statt weib.
LXXYI. 2) 16. aiffl statt ain.
CYI. 1) 9. niderhind.
CVI. 8) 8. grausen statt gros.
CVI. 9) 18. kreutz in,
CIX. 1) 2. manne statt gier.
(Kleinerer Versehen besonders in Umlauts- und Vokalzeichen nicht zu gedenken.)
JT^nraül'? nm Ufalktnftrt«
(BlAÜM durlteidMlirifC)
»MF, ^ /T/ ^ vT \ 1 "B
«r igtMfbdn aii ff»ffU9ekh< rmt, mermml
TV ^t. V T \. ^ J* j J^
9^r Äundtri^ Järh, Fhd Tper ng^ iaid v'jtU/üi'
\ ^ \ j'
Aa^^ ßfiie wnmg^ ^9* /hewmd t^Atm^, >auü/k^ i^i fnir i^^
^/evsM»^ /iw^ MFt AaS üA >MA0n JkeeMsdf /ISr pil , in^
^\ J Jn vi \ ^u^ß
/ütiUn^ ^md A/B^tnwd , ^ jnan^ yg^/yt ^^
Cf^y ntad ß9%4if%' iart t^^^t^ A^iftfitm^ lusUn. mi^-AMkßtest
AmS^-^fj&Uh ^A'j
(Natt^o)
M jü" jjj;j j i ^ j j
ft=
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A^Tfi» .'doif AJi -vtmu^ P^i£t
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3
z
3
^^/iaiä
Vkd IM kmSn^ .oisez^ ^^s^ .^^
^dfir .^nick/ ^p0r?uttlen/ ^ikatt^ ^Qnh^ >^r##^
^1 ^ ^ ^
nuna^cAy
*»
fnar
(BlattSa)
.^€M ^^rojken' Jicrtwi^ mntfder , nsfnumt x^
^mg^ immf, ydatk^
iehAÜn^ nfe^ufübr, vod'P U^-
^ ^ j o; ■ 1 -1 1 . • ^-
^
^^09%^ >an/ .4UfP "Xä^, ü^^'iÄ- Aller fn^nfiffh^ fn^mi/ -
jp" i j J \}~} * 1 ^ ^^
.^m^^ in^ .der füoiulmy fuini'^ ^PtPt .den^ ^er ww^ .a€^ ^
'I ^ 'i 1 ^ j ^
^eiur^jt. , ^^efPu/ui' ^vad^ ruU9U*^, Jn^ftimHU^ Aeh^ Mser^
I
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j j o j
p
5
^ineäe^^ ^eetfi/ .sr^eieler ^düumyjfbiM ^ MammeA^ ^Uf ffUMH^
eun^ aeÜe', •Mirf «vtd^ •MarauriM^, Mnie, ^wisie, ^ean^n^
5
^ *l ^ jjJ ^^
U^^ <o% >#mmS^ e'iteid^ mffnantf^rdrine^, Uta -«mv»^-
yie9iükm^^9fen^ SJUtirnw, mm ah. ^/irmy^,
Zm^^zaüken jelär 4lureh ^fdim^Jfie ^mel^leny4MU£ik^ ^dm^^e^
/ifA
(ItlatesD
I
Huht>€9th£t, wmiiiv^' ,er -^in/fmP, ntan.^jprie/U ,
^dufriMt, n4 AÜTf nmj nriüd^ mdr , ^^^fi^r hiit^--
hyfute^ 4Uin wf^n^^ 4iUr i^hU ' j^i^n^ ^<
Jffer ßifsr^ mil tva^
i$I: nteifV^w^S^tp
Aslttfi^:
-«-«.■«■-*',
5
44047
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